Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-06-23 · Heft 1219 (23.6.1922) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1219 (23.6.1922)
Date
1922-06-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980299--11484-2997941
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

L" ■- r;' i! H r I.|:; ’!' leite S Wien, Freitag (der palästinensischen Bevölkerung), sei er gut oder schlecht, hat mit diesem Problem absolut nichts zu tun. Gleichzeitig ist es natürlich eine dumme, von Unwissenheit zeugende Uebertreibung, wenn Man behauptet, , daß der Jischuw überhaupt nichts zu seinem eigenen Er-; zielmngsbudget beiträgt. Im Jahre 1921 betrug unser Erziehungsbudget 126.000 Pfund Sterling, wovon die Diaspora 107.000 Pfund und die Palästinenser 16.000 beitrugen. Demnach hat der Jischuw 14 Prozent seiner Erziehungsausgaben als privates „Rebbegeld" gedeckt. Es ist fraglich, ob es viele europäische Länder gibt, die diesen Rekord aufweisen können. In England wurde zum Beispiel im Schuljhare 1908—1909 für Elementar- und Sekundarschulen aus dem Staatsschatz und denn Gemeindefonds 23 Millionen Pfund Sterling beigetragen, während nur 660.000 Pfund Sterling als Schulabgaben hinzugefügt wurden, also weniger als drei P r o z e n t.. Das große Argument eines Kritikers kommt natürlich zum Ausdruck, wenn er sagt, daß die Eltern in zivilisierten Ländern zwar wirklich nicht so viel in der Fornl von Schulabgaben beisteuern, aber doch durch Abtragung ihrer übrigen Steuern das ganz Erziehungsbudget bestreiten. Warum sollten sie also palästinensische Juden nicht besteuern und auf diese Weise für ihre eigenen Schulen zahlen? Diese Idee hat in den letzten Jahren beim Jischuw das eifrigste Interesse hervorgerufen. Der Waad Haleumi verhandelt mit der palästinensischen Regierung wegen der Wiederan- erkennung des Rechtes auf obligatorische Selbsteinschätzung der palästinensischen Inden; und' der Hauptgrund für diese Bemühung liegt in dem Willen, der Kritik hinsichtlich des Schulbudgets zu begegnen. Jeder Jude in Palästina nimmt den Vorwurf übel, daß seine Kinder auf Kosten der Diaspora unterrichtet werden. Der Jischuw wird gewiß jede mögliche Anstrengung unternehmen, um das Selbsteinschätzungsrecht zu erlangen, und wir hoffen ernstlich, daß dieses Recht bewilligt werden wird. Der erste Schritt des Jischuw. in der Ausübung -dieses neuen Rechtes wird zweifellos die Einführung einer Schulsteuer sein, deren Gesamtbetrag den größten Teil des Erziehungsbudge.ts decken wird. Ob dies nun. eine gute oder schlechte Politik sein wird, bleibe dahingestellt. Es kann nicht gesagt werden, daß die Juden in Palästina heute „keine Steuern zahlen". Wir zählen genau dieselben Steuern, die andere Einwohner zu zahlen haben. Der Jude in Holland, in Deutschland oder in Amerika zahlt ebenso Steuern wie sein christlicher Nachbar,^ und der Staat gibt ihm dafür dieselbe Erziehungsgelegenheit für seine Kinder, wie er sie dem Christen zu- ' kommen läßt, während er doch, nicht daran denkt, den Juden mit besonderen Kosten zu belasten. Die Kritiker unseres Schulbudgets scheinen eifrig bemüht zu sein, die Lage des palästinensischen Juden anders zu gestalten. Es ist nicht genug, daß er genau so wie der Araber besteuert wird, sondern, sie wollen ihn, der mit seinem arabischen Nachbär im täglichen Existenzkampf steht, noch besonders besteuern. Die Kritiker unseres Schulbudgets müssen,sich vergegenwärtigen, daß das Budget der palästinensischm Regierung aus Steuern ergänzt wird, welche die Juden ihrer Kopfzahl entsprechend aufbringen. Für dieses Budget wurktt über 80.000 Pfund Sterling (1921) für die Erziehung reserviert. Es muß hinzugefügt, werden, daß es . im - ErziehnngZetat auch eine Position gibt, zu welcher bte Juden nicht beisteuern. Es handelt sich hier um die' Einnahmen aus dem sogenannten „Moslem Wakuf", dem Kirchengut. Wenn wir diese Abgabe subtrahieren, so ist das, was die Juden für ihre Erziehungsbedürfnifse verlangen, lächerlich gering. Tatsächlich erhielten unsere Schulen im Jahre 1921 von der Regierung 3550 Pfund Sterling. Eine Erhöhung dieser Summe würde zur Regierungskon- trolle,führen, die gegenwärtig nicht wünschenswert ist. Es ist deshalb kaum wert, für diese Lappalie zu kämpfen, sondern wahrscheinlich eine bessere Politik, sie für die Bedürfisse der arabischen Schulen aufzugeben. Diese Situation ist charakteristisch. Das Budget der palästinensischen Regierung wird natürlich mit der Zeit wachsm, und damit auch das Erziehungsbudget; aber dieses wird,immer den kulturellen Ansprüchen der Mehrheit, nicht der Minderheit der Bevölkerung angemessen sein. Da indessen die kulturellen Ansprüche den arabischen Mehrheit, sehr niedrig sind, würde über jeden Versuch, wegen Errichtung neuer Schulen, die Steuern zu erhöhen, Unzufriedenheit entstehen. Es ist klar, daß die Summe, die der palästinensischen Regierung für Erziehungszwecke zur Verfügung steht, im Verhältnis zum Jischuw lange Zeit lächerlich klein sein wird. Selbst wenn wir nach der Erhebung entsprechender Forderungen unseren Prozentsatz bekämen, würde der Unterschied gering sein. Deshalb wird die Instandhaltung unserer kulturellen Stützpunkte in Palästina, von denen ich immer wieder sage, daß'sie das w i ch t i g st e Bollwerk unserer politischen Selbstverteidigung bilden, nur auf zwei Wegen möglich sein: entweder übernehmen die palästinensischen Juden eine Steuerlast, die die ihrer arabischen Nachbarn wesentlich übersteigt, oder aber die Diaspora erklärt sich bereit, die Erziehungskosten zu tragen. Biele Leute werden den ersten Weg für würdevoll und schön halten; ich urteile hier'nicht nach Sentiments, weil ich ja lediglich die praktische Seite der Frage betrachte. Und da meine ich, daß vom Standpunkte der Praxis das System der Ueberbesteuerung des palästinensische Juden eine gefährliche und dumme Politik ausmacht. Leben ist Wettbewerb und Kampf umdie Existenz, und zwar ist es dies überall, besonders jedoch , in einem Lande, wo die Pioniere danach streben, die Mehrheit zu -erringen. Wir -können in -. Palästina nur . leben, tvenn wir im täglichen Wettbewerb mit der örtlichen Bevölkerung unseren Mann stellen. In diesem Wettbewerb ist die Zahl unserer Wallen iebr Learemt, Das Palästina Wienkrr Mo^genzektUng. . Der ettgttHe GmeraLftabschef et?chosien. „ London, 22. Juni. (Reuter.) Feldwarfchall Sir Henry Wils o n wurde heute nachmittags -von zwei Man n e r n durch Revokverschüfse getötet. Die Attentäter wurden verhaftet. — Sir W i l s o n war in der letzten Zeit des Krieges Generalstabschef der englischen Armee und hat insbesondere die Operationen des englischen Kontingentes gegen Oesterreich geleitet. London, 22. Juni. (Reuter.) Im Unterhaus teilte Chmnberlain mit, daß zwei bewaffnete Männer das Wohnhaus des Feldmarschalls Wilson erbrochen mtb ütefen durch Revolverschüfse getötet haben. Drei Polizisten feien verletzt worden. Zum Zeichen der Trauer wurde die Sitzung aufgehoben. London, 22. Juni. (Reuter.) Wie . die Blätter melden, sei Fcldmarschall Wilson in einem Autotaxi heimgekehrt, als zwei Männer Revolverschüsse aufihn abseuerten. Der Feldmarschall senkte den Kopf und wich so den Kugeln aus, worauf er rasch die Treppe zur Haustür emporstieg, und sich daranmachte, das Schloß zu öffnen, als ihn eine Kugel am Kopfe traf und er auf die Straße hinunterfiel. des zwanzigsten Jahrhunderts ist nicht die Prärie von 1621, wo die Methoden des Wettbewerbes-mit den Eingeborenen drastisch und billig waren. In Palästina , kann unsere Rasse gegenüber der arabischen nur gewinnen, wenn unsere Pferde besser sind als ihre Pferde, und unsere Reiter nicht überbürdet sind. Heute ist der Jude im Vergleich mit dem Araber natürlich schon überbürdet. Seine Bedürfnisse sind sorgfältiger ergründet,'die Kosten für seine Lebenshaltung übersteigen die Summendie der Araber benötigt, wesentlich: Diese Tatsache .ist als eines der Haupthindernisse unserer Entwicklung bekannt; sie verhindert.den Fortschritt des jüdischen Arbeiters, des jüdischen Kaufmannes und des jüdischen Arztes; es wäre Wahnsinn, die Kosten durch neue Steuern zu erhöhen. . , Ich möchte nicht mißverstanden, werden. Ich begünstige die Bemühungen der palästinensischen Juden, die auf die Wiedererlangung der.Selbstbesteuerungsrechte abzielen. Aber wenn sie diese Rechte empfangen, werde ich. dem zionistischen Kongreß raten, die Lasten des Erziehungsbudgets keineswegs in irgendeinem großen Ausmaß aus die Schultern des Jischuw abzuwälzen, wie ich auch immer raten werde, den Jischuw nicht mit den Ausgaben für irgend welche .politische Selbstverteidigung zu belasten, sondern, sie von der'Diaspora tragen-zu lassen. Die Verteidigung unserer politischen Stellung in. Palästina ist nicht allein eine Angelegenheit der dort befindlichen Judenschar, sie ist vielmehr die Sache der. ga n z e n Diaspora. Wenn die palästinensischen Juden heute für die Erziehung , .volle 25 ProzentauPringen-? soW öc^ sogar -W^giwß^Rekörd p und sich persönlich würde eiye.Verringerung ihres; Anteiles Vorzieher:. . . ° ,7- Ich würde eine Verringerung auch aus Gründen der politischen Sicherheit gutheißen. Einige Kritiker unseres Erziehungsbudgets sagen, indem-sie gewöhnlich maliziösblinzeln: „Man kann sich schon, auf den jüdischen Kolonisten verlassen, denn er wird seine Kinder in hebräische Schulen und nicht in andere schicken, wie kostspielig unsere Institute auch' sein mögen." Das ist ein großes Kompliment für den jüdischen Kolonisten; aber wir wollen uns nicht mit Komplimenten befassen, sondern mit der Wirklichkeit. In Wirklichkeit würde keine Regierung es dulden können, wenn der wünschenswerte Typus der Erziehung kostspielig, der" falsche aber verlockend billig wäre.' Dieser Zustand existiert heute nicht in Palästina, er kann jedoch morgen entstehen. Missionäre werden das Land überfluten und Schulen eröffnen, die keine Schulgelder erheben werden, deren Sprache englisch oder französisch, deren Geist katholisch oder protestantisch sein wird. Und von dem jemenitischen Juden, der arabisch spricht, sollte nicht erwartet werden, daß er „Rebbegeld" zahlt, damit seine Kinder eine hebräische Schule besuchen können, obwohl an der nächsten Tür eine arabische Negierungsschule besteht, die den Unterricht kostenlos erteilt. Es ist lächerlich, vorzugeben, daß der ganze Jischuw aus bürgerlichen Helden bestehen muß. Der Jischuw besteht aus Männern und Frauen, die zumeist einenhohen Grad Patriotismus - besitzen, die aber gleichzeitig menschlich sind. Wenn man sich mit Menschen befaßt, so ist es immer unweise, sie demoralisierenden-Versuchen, auszusetzen. Ich mache, wenn-ich so rede, den Mischen Kolonisten gewiß keinen Vorwurf. Engländer, Franzosen oder Deutsche gehen in ihren eigenen Ländern sehr oft'auf die Versuchung ein Und senden ihre Kinder in die. billigeren Schulen, ohne Rücksicht auf die Unterrichtssprache, weil im Existenzkampf nun einmal das Geld mitspricht. Es spricht nun besonders in unserem Falle mit, da wir doch wünschen, daß der Jude den Kampf gewinne. Wir können den Palästinensischen Juden nicht in eine Lage versetzen, die ihn manchmal zwingen kann, zwischen der Art der Schule für seine Kinder und der Notwendigkeit, seirte Konkurrenten zu besiegen, eine Wahl zu treffen. Wir wünschen immer, daß er seine Konkurrenten besiegen und gleichzeitig seine Kinder in eine hebräische Schule geben könne. Deshalb darf die hebräische Erziehung niemals eine Bürde für ihn bedeuten oder gar ein Hindernis bei der Bekämpfung eines Konkurrenten, dessen Mittel von gefährlicher Niedrigkeit sind. Es ist möglich, daß wir unsere 'ganze Wirtschaftspolitik in Palästina.sehr vorsichtig.zu revidieren haben., Einige Leute meinen, daß wir versuchen Sollten, den Pionier möglichst allein zu lassen^ so daß wir; ihm nur im äußersten.'Notfall zu Hilfe kämen,-Diese Leute vertreten die Reduzierung' unseres medizinischen Budgets und unserer Unterstützungsausgaben, sie schlagen sogar 23. Juni 1932 Nr. 2119 eine Verminderung Unseres spärlichen Immigration«, budgetövor. All dies mag richtig sein' oder nicht: Eine Sache kann in dieser Beziehung gewiß gesagt werden — eine harte, rauhe und zynische, aber vor allem wahre Sache: Wenn ein Mensch krank wird und keine „Hadassah" sieht, von der er weiß, daß sie alles tut, um den Arzt für ihn zu bezahlen, wenn ein Magazinverwalter in Schwier rigkeiten ist und es keinen Keren Hajessod gibt; der ihm Geld leiht, so wird er sich irgendwie' um eilten Ausweg bemühen, weil Gesundheit und Sattheit die' wichtigsten natürlichen Bestrebungen des menschlichen Lebens finb- Man kann große Risiken übernehmen, solange man sich auf die Erfüllung dieser natürlicheil Bestrebungen verlassen kann. Aber als großer Bewunderer der hebräischen Sprache wurde ich nicht behaupten, daß' der Wille, euren Kindern eine hebräische Erziehung zu geben, ebenso stark ist wie der Wille, eure Malaria zu heilen oder euer ' Frühstück zu kaufen. Mit dem wirtschaftlichen Budget können wir Risiken übernehmen, aber nicht mit. dem erzieherischen. Wenn unsere regulären Ausgaben in Palästina vermindert sverden müssen, wenn Jnstitütionen,'die heute^ Vom Keren Hajessod Unterstützung empfangen, ohne diese Hilfe bestehen sollen, so ist das einzige Ding,-das nicht angerührt oder nledergetreten werden darf, das Erziehüugsbudget. Es gibt nnr eine Aenderung des Erziehungsbudgets — die Vergrößerung. Oesterreich. Der NEorrarrKL. Die gestrige Sitzung dauerte eine Viertelstunde. Es wurden die Pferde mit H-Bezeichnnng (was das das ist, weiß außer den Roßhändlern kein Mensch) erledigt, die Mittel des Siedlungsfondsauf 10 Milliarden erhöht und die Ausdehnung des Krankenversicherungs-. gesetzes auf die Angestellten der Bundessürsorgeaustalten in den Ländern beschlossen. — Nächste Sitzung Dienstag. Die Finanzvorlagen wurden an den Finanzausschuß gewiesen, der heute mit der Arbeit beginnt. Die christlichsozialen Bauern gegen Len FinanZplan. Der Reichsbauernrat, das ist der Ausschuß der im Re-ichsbauernbund vertretenen bäuerlichen Organisationen der Christlichsozialen, faßte gestern eine Entschließung, in der ein einseitiges Steuersystem entschieden abgelehnt und verlangt wird, eine innere Anleihe müsse sowohl den Grund- und Harrsbesttz, als auch das g e s a m t e e r r e i chbare beweg l iche Kapital, gleichmäßig erfassen. Verlangt werde von der Landwirtschaft die Abälldernng der Bestimmungen über Arbeitszeit, Arbeitslosenunterstützung,. die Äeriderung des Mieterschutzgesetzes^ die Umänderung der Wehrmacht, die Abschaffung der pässWl: Staatsbetriebe. Die Landwirffchaft stehe auf . dem Boden des freien Handels und lehne den einseitigen Schutzzoll ab. Sie verlange, daß auch ihr der Kredit der Notenbank nutzbar gemacht werde. Die von der'Landwirtschaft ausgestellten Forderungen werden als ein einheitliches und untrennbares Ganzes bezeichnet und ihre Mitwirkung an dem Finanzplan von der Erfüllung aller ihrer Forderungen abhängig gemacht.- In der Entschließung wird der Bündesminister für Land- und Forstwirtschaft aufgefordert, falls dem Verlangen der Landwirtschaft vom Ministerrate nicht Rechnung getragen werden sollte, aus der Haltung des Kabinetts die Folgerungen zu ziehen. Der Sitzung wohnte auch der Minister Buchinger bei. Der Beschluß ist eine Revolte der Zwetzbacher Stöckler- Leute gegen die Wiener'Führung. MitzhimdLrmg des BezirkshtmpLmKrmes vorr Steyr. - Linz, 22. Juni. Am vergangenen Freitag kamen zum Bezirkshauptmam; von Steher, Hofrat Dr. Pils Hofer, Vertreter der sozialdemokratischen Land- und Forstarbeiterverbände und Vertrauensleute der Arbeiterschaft, um dessen Vermittlung in Angelegenheit des sozialdemokratischen Landarbeiterstreiks in den Gemeinden Wolfern und Umge- . bung nachzusuchen. Diese Intervention hatte eine Verhandlung unter dent Vorsitze des Bezirkshauptmannes Dr. Pilshofer zur Folge, zu der außer den obgenannteu Vertretern auch ein Bevollmächtigter der Arbeitgeber erschienen war, der aber nur einen' Sitzungsbeschluß zur Kenntnis Krachte, laut dem die ch-r istlichs öziale n Arbeitgeber jede Verhandlung mit den streikender: Landarbeiter:: absiehnten. Infolge von dem Landeshauptmann gemeldeten Am zeigen über Drohungen seitens der Streikenden mit Terrorakten gegenüber den arbeitswilligen Arbeitnehmern und den Arbeitgebern sah sich die Bezirkshauptmannschafi veranlaßt, die industrielle Arbeiterschaft durch die Unternehmungen der Waffenfabrik und Reithoffers Söhne. - Gummi- und Kabelwerke, auf die Bestimmungen des Koalitionsgesetzes aufmerksam zu machen und vor Ausschreitungen zu warnen. Dies dürfte der Anlaß zu einer Mittwoch nachmittags auf dem Steyrer Stadtplatz staitgehabtcn Demonstration gewesen sein, an der sich etwa 4006 Demonstranten beteiligten.. Während, dieser Demonstration wurde der Bezirkshauptmann Dr. Pilshofer von den De« monstranten aus seiner Kanzle: heramsgeholt und zur Rednertribüne gebracht, wobei er mst F a u st s ch l ä g e n. mißhandelt - wurde.. Unter gro.ßer Erregung der Menge wurde er aufgefordert, seine Zuschrift an die genannteü Unternehmungen zu rechtfertigem . - Der. Bezirkshauptmänn kam -unter' Hinweis auf .sein« Verpflichtungen für die Sorge der Aufrechterhaltung der , Nutze und Ordnung der Aufforderung nach. Während sei,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.