Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1217 (21.6.1922)
- Date
- 1922-06-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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"Seite 6 Men, miiwü jöfe Exfahrungen, die in den Bereinigten Staaim von Slmerkka gemacht wurden, erscheinen hier vorbildlich. Am zunächst an ein oft angeführtes Beispiel zu erinnern: Eine Landstreicherin Ada Juke hinterlietz in mehreren Geschlechtern 3820 Nachkommen.; sie waren gleich der Mutter, Großmütter, Urgroßmutter fast ausschließlich Landstreicher, Diebe, Gewohnheitstrinker,, Gewohnheitsverbrecher und Irre. Mein 576 ihrer Nach-' kommen sind heute noch in unterschiedlichen Irrenanstalten der Vereinigten Staaten untergebracht; sie kosten alljährlich den Staaten rund zweieinhalb Millionen Dollar an Gerichtskosten, Verpflegung, Wartung, Bewachung usw. zusammen. Es steht sonach fest, daß sich die Eigenschaften der Ahnirr vererbt haben. Davon ausgehend, hat man mehrfach in den Zuchthäusern der Staaten den Versuch gemacht, die Sträflinge, vor allem die männlichen Insassen, dazu zu überreden, daß sie sich künstlich unfruchtbar machen ließen. In einigen Staaten ist die künstliche Unfruchtbarmachung sogar bei bestimmten Verbrechen im Rückfalle gesetzliche Vorschrift. Die künstliche Unfruchtbarmachung ist eine ganz geringfügige Operation, die der Betreffende so gut wie gar nicht (bei Anwendung der örtlichen Betäubung überhaupt nicht!) spürt. Da es aber erwiesene Tatsache ist, daß gerade minderwertige Menschen sich ihren Trieben, daher auch dem Geschlechtstrieb viel schrankenloser hingeben, als sonst der Durchschnittsmensch, ist die Nachkommenschaft gerade dieser Leute besonders zahlreich. In Wirklichkeit aber wollen diese Leute zumeist' gar keine Kinder erzeugen; ihnen liegt Nur an der Ausübung des Geschlechtstriebes: der Geschlechtsgenuß und nicht die. Nachkommenschaft ist ihnen Zweck. Sie sind' daher, nachdem es sich erst einmal herumgesprochen hat, ' daß die Operation ungefährlich ist und schmerzlos ausgeführt wird, der Vornahme ihrer künstlichen Unfruchtbarmachung stets durchaus geneigt. Eine deutsche Akademie für PHUossphie. Auf dem Burgberg in Erlangen. — Geheimrat Vaihinger über Völkerverbindung und Bölkerverfohnung. Nicht überall in deutschen Landen ist der deutschnationale Hurra-Nationalismus Trumpf. Auf dem Burgberg in Erlangen hat die Kant-Gesellschaft eine Akademie für Philosophie errichtet, die tatsächlich geeignet ist, deutscher Geistigkeit in der ganzen Kultnrwelt Ehre zu machen. Die im Jahre 1904 gegründete Kant-Gesellschaft wirkt in diesem Sinne vorbildlich. Sie hatte unter ihren Mitgliedern stets Vertreter der.verschiedensten Nationen. Zn bemerken ist, daß schon' jetzt ein Professor aus Indien,der über Spinoza arbeitet, an der neuen Akademie mitwirkt. Ein chinesischer Geelhrter betreibt in dem e&en ringeweihten Hause Hegelstudien, die er früher an den ÜyiverfitDm zu Michigan und Oxford betrieb und in Erlangen vollenden wird. Bemerkenswert ist auch die Eröffnungsrede^ des greisen Philosophen Vaihinger, die von den auch in Men üblichen Ansichten sehr äbstechen und insbesondere jenen ans Herz zu legen wären, welche die Universitätsstadt Wien mit einer deutschnational-chinesischen Mauer umgeben möchten. Wir entnehmen dem „Berliner Tagblatte" folgende Stellen dieser bedeutsamen Ansprache: , „Es gibt neben den nationalen Interessen, durch die die Nationen getrennt werden, auch noch andere Werte, durch welche die Nationen verbunden werden. Solche gemeinschaftliche übernationale Külturwerte sind: die Religion, die Kunst und die Wissenschaft Die völkerverbindende und völkerversöhnende Kraft der Wissenschaft zeigte sich in diesem Falle besonders in der Philosophie. Gerade wir Deutsche haben besonderen Grund dem Schicksal dafür dankbar zu sein, daß es uns Männer gab, wie Leibniz, Kant, Hegel und Schopenhauer. Die Werke dieser Philosophen sind im Ausland ebenso verbreitet wie in Deutschland und haben dort ebenso tiefe Wirkungen hinterlassen wie bei uns. Ich erwähne diese vier Namen, denen ich noch andere hinzufügen könnte, hier aber nicht etwa aus Ruhmredigkeit, sondern um daran zu erinnern, daß in solchen Männern und in deren Werken völkerverbindende Werte liegen, die jetzt gerade von besonderer Wichtigkeit sind. Dazu gehört in erster Linie die Philosophie, die eine gemeinsame Angelegenheit aller Nationen ist. Ohne solche gemeinsame Grundlage würde eine sich abschließende Kultur bald ver-- tiockmn. „Wer sich der Einsamkeit ergibt, der ist gar bald allein", so ruft uns allen Goethe mahnend zu. In diesem völkerverbindenden Sinne werden die Räume dieses Hauses nicht bloß Deutschen, sondern auch Ausländerngeöffnet sein, ohne Rücksicht auf politische Gegensätze oder auf Rivalitäten der verschiedenen Nationen. diesen heiligen Hallen kennt man die Rache nicht" — kennt man aber auch die, Rasse nicht. Ich bitte mich nicht mißzuverstehen: politische Gegensätze und besonders rassenpolitische Fragen sind von grundlegender Wichtigkeit und müssen erörtert und ausgesochten werden. Auch Kant hat sich ja-mit dem Problem der Menschenrassen beschäftigt. Aber diese Gegensätzlichkeiten^ dürfen nicht störend einwirken auf den wissenschaftlichen Verkehr. Wohl aber soll und kann der letztere unwillkürlich mildernd einwirken auf die politischen Gegen? sätze. Politik aber, in jedem Sinne, sowohl innerpolitische, als außenpolitische Fragen werden von der Schwelle dieses Hauses seine gehalten werden. Wer Politik treiben will, kann'das draußen tun, aber hier in diesem Hause hat sie zu schweigen. In diesem Punkte allein sind wir exklusiv." Ein Giftmordversuch. Vergiftete Kirschen. , Der 29jährige Materiälverwalter Leopold Cichlar, Her- Atzlser'Hauptstraße 57, wurde von seiner Gattin Marie beschul- , Wt, daß er sie vergiften wollte^ indem er ihr etwas Werter Morrzeirzettuns. schüttete. Auch auf einem Tellex.-Kirschen, den er ihr offerierte; habe sie eine Flüssigkeit entdeckt, die nicht von den Früchten stammen konnte und ans sie' denselben Brechreizausübte wie zuvor*da§ Bier. Die Anzeige an. die Staatsanwaltschaft wurde erstattet und die Kirschen dem gerichrlich-medizinischen Institut zur Untersuchung übermittelt. Der Dozent Dr. Jantsch stellte fest, daß in den Kirschen einige Tröpfen Zinkchlorid, ein stark wirkendes Metallgift, enthalten wären. Das Landesgericht erließ nun gegen Leopold Eichlar enen Steckbrief wegen Giftmordversuchcs. Er wurde am 19. d. früh verhaftet und dem Sicherhcitsburcau überstellt, wo er nach kurzem Leugnen ein wilweises Ä»;':ärtnis ablegte. ' Keine Professur Dubnorvs an der Kownoer Universität. Aas Kowno meldet das'J..C. B.: Der Senat der litauischen Universität lehnte die Aufnahme des jüdischen Histo- Tu?i§ Du 5 n als Professor für jüdische Geschichte an der st.:.,:!ichen Uu vkrütät in Kown: nr: v* ^staünl'chen Begründung ab, daß Dubnow nicht über genügende akademische Qualifikationen verfüge. (Diese Qualifikation des bedeutendsten jüdischen Historikers der Gegenwart durch'den Senat der litauischen Universität ist natürlich eine arge Blamage. Ob die nene Hochschule in Kowno über Persönlichkeiten vom Rang: Dubnvws überhaupt verfüg:, ist ub-raus fraglich!) Abreise jüdischer Kriegsflüchtlinge aus Wien. Gestern um viertel 6 und uRt viertel 11 Uhr nachts sind zwei Transporte jüdisch-galizisch er Flüchtlinge nach Polen abgegangen. Die Transporte bestanden aus sechzig Familien mit 240 Personen. Die Reisenden, die, veranlaßt durch die schlechte Wirtschaftslage, Wien freiwillig verlassen haben, begeben sich in ihre früheren Heimatsstädte in Ostgalizien. Im Bahnhof wurden sie von der Sozialen Hilssgemeinschaft (Anitta Müller) mit Liebesgaben für die Reis: beteilt. Die Abfahrenden befanden sich in guter Stimmung, und aus den Waggons ertönte Gesang als sich der Zug in Bewegung setzte. Heute vormittags und heute nachmittags gehen weitere Transporte mit' ungefähr 320 Personen ab. * Zionistisches Lokalkomitee. Die Sitzung des Lokalkomitees findet heute um 7 Uhr abends im Bureau des Zionistischen Landeskönntees, 2. Bez., Taborstraße 20 a, statt. Tagesordnung: 1. Scheel. 2. Herzl-Feier. 3. Gewerbeförderung. 4. Jüdische Bühne. . * BegrSdnisse am heutige« Tage. Zentralfricbb of: 10 Uhr Allschul Camilla, 10 Ubr 80 Min. Spitzer Berta. 11 Uhr Kohn Anna. — Neu?rFriedh^o s: 9 Uhr 30 Min. Fried Samuel 10 Uhr Rottenstein Rodert. 10 Uhr 30 Min. Wolf Samuel, ]1 Uhr Rosenthal Franziska, 11 Uhr 30 Min. Enget Berta. * Vorabend bei Weigl. Der gestrige Abend des Boxverbandes nahm ebenso wie seine Vorgänger einen sehr gelungenen Verlauf. Da die Veranstaltung nicht, wie beabsichtigt, im Freien, sondern in der Katharinenhalle vor sich ging, verzögerte sich der Bebirin. $m, übrigen aber klappte das Arrangement in gewohnter Weise. , Die Einlettung besorgte Dykast, 61 Kilogramm schwer, tschechischer' Meister im Leichtgewicht, und Walter Weiß, 61 Kilogramm. Der Wiener war den wuchtigen Schlägen seines Gegners nicht gewachsen und gab in der zweiten Runde den ^aussichtslosen Kampf auf, nachdem ihn schon vorher nur daS Gongzeichen vor dem Ausgezähltwerden gerettet hatte. / . Der nächste Kampf zwischen dem deutschen Federgewichtsmeister Sasse, 60 Kilogramni, und dem österreichischen Champion der gleichen Gewichtsklasse, Hollek, 57 Kilogramm, war der schönst? des Abends. Sasse ist hier schon zur Genüge als glänzender Techniker bekannt. Hollek überraschte durch seine große Widerstandskraft und Energie, konnte aber einen überlegenen Punktsieg des Deutschen nicht verhindern. - Der Gang zwischen dem deutschen Exmeisterim Schwergewicht, Flint, 85 Kilogramm schwer, und dem tschechischen Meister Frank Rosse, 83 Kilogramm, endete mit einer großen Ueberraschung, da Rosse, nachdem er ganze Serien von Ausreißern hatte, einstecken müssen, in der zweiten Runde ausgab. . Der österreichische Wellgewichtsmeister Hanna, 65 Kilogramm, und der Deutsche Deiter standen sich acht Runden gegenüber; dann mußte Deiter den Kampf aufgeben, da er sich den rechten Daumen gebrochen hatte. Aber auch ohne diesen Vorfall hätte Hanna, der klar nach Punkten führte, wohl gesiegt. * Das Gartenfest des Jüdischen Schulvereins verschoben. Das Gartenfest des Jüdischen Schulvereins, das Sonntag dm 18. d. im Ersten Kaffeehaus (Praftr Hauptallee 4) zugunsten des notleidenden Jüdischen Schulvereins hätte stattfinden sollen, mußte infolge Regenwetters auf Sonntag den 2 5. d. - verschoben werden. Sollte die ungünstige Witterung auch an diesem Tage anhalten, wird das Gartenfest Donnerstag den 29. d. (Feiertag) bei jeder Witterung im Kasinosaal und in der großen Veranda des Ersten Kaffeehauses stattfinden. Das bereits bekannte künstlerische und Juxprogramm wurde um einige interessante Punkte e rw e i tert. Durch Las freundliche Entgegenkommen einiger namhafter jüdischer Geschäftsinhaber wurde dem Veränstaltmrgskomitee die,Möglichkeit geboten, einen, orientalischen .Glücksbasar zu eröffnen, der durch die bunte Fülle -der zur Ausstellung gelangenden orientalischen Waren sowie durch die stilgerechte Dekoration, desselben zweifellos eine starke Anziehungskraft haben, wird. Ebenso wird das künstlerische Programm des' Festes eine wesentliche . Bereicherung erfahren. Die milwirkenden Kunstkräfte, Herr Oberkflntor Gexson Margulies, Herr Prof. Braslavskv,. Opern- < täuäerm-'Fräulein Hanna Schwarz. Violinvirtuose 'Rudolf ' # . 21. grnii 1922 ' Rr.mr. Lampel und die Klavierkünstlerin Fräulein . Zofia Spatz, bieten dem jüdischen Publikum die Volle Gewähr für einen erlesenen .künstlerischen Genuß. In kulturell interessierten jüdischen Kreisen, erwartet man daher mit .Recht'den vollen künstlerischen und materiellen Erfolg dieser Veranstaltung, Restliche Karten im Sekretariat des Jüdischen Schulvereins,, 2. Bez., Zirkusgasse 33 (Tel. . 45.606), bei sämtlichen zionistischen Institutionen Wiens sowie an der Gartenkasse. * Wetterbericht. Das Wetter , blieb gestern vorm, trüb und windig, doch trat in Tirol und in Wien Aufklärung, ein, wäh-' rend es sonst im allgemeinen bewölkt blieb, Klagenfurt sogar Gewitter verzeichneto. Niederschläge meldete Linz. Die Temperatur ist überall im Aufsteigen, ging jedoch nirgends viel über 20 Grad. Voraussage: Weiteres'Fortschreiten der Besse-, rung mit Temperaturanstieg, doch zeitweise noch wolkig. . * Die Verhandlungen mit den Stratzenbahnbediensteten. Die für gestern angesetzten Verhandlungen wurden auf heute vormittags verschoben. Diese Verhandlungen dürsten von den' jetzigen und den früheren Vertrauensmännern der Straßenbahnbediensteten im Beisein der Vertreter des Handels- und Transportarbeiterverbandes geführt werden. ' * Bundeslehranstalt für Textilindustrie. Die Einschreibungen für das Schuljahr 1922—1923 für sämtliche Abteilungen (höhere Gewerbeschule, «> allgemeine Fachschule, Abiturientenkurs, Tages- und Abendkurse) finden in der Zeit vom 1. bis 6. Juli und 11. bis 14. Septemberstatt. Die Aufnahmsprüfungen erfolgen am 6 .und 7. IM und am 15. und 16. September. * Der Kampf gegen die Kinderarbeit in Amerika ist, wie ein Kabeltelegramm aus Washington an den „New Aork Herald" meldet, in eine neue Phase getreten. Der höchste Bundesgerichtshof, Supreme Court, unter dem Vorsitz des früheren Präsidenten Taft,, hat nämlich das Bundesgesetz, das die Kinderarbeit regelt, als u n g e s e tz l i ch' erklärt. Der Supreme Court hatte sich mit der Angelegenheit auf Grund einer Beschwerde aus dem Staate North Carolina zu befassen. Der bundesgerichtliche Entscheid macht den zweiten Versuch des Kongresses illusorisch, der Kinderarbeit ein Ende zu machen, , die besonders in den Südstaaten der Union noch stark verbreitet ist. Das angefochtene Bundesgesetz belegte Fabriksbetriebe, die Kinder unter 14 Jahre beschäftigen, mit einer, Sondersteuer von 10 Prozent, um der Verwendung von solchen Arbeitskräften entgegen zu treten. Die Anfechtung des Gesetzes, die den gewollten Erfolg gehabt hat, ging von einer Baumwollspinnerei in North Carolina aus. Die Kongreßmehrheit will den Kampf gngen die Kinderarbeit nun auf anderer Basis aufnehmen. * Paris und London als Mode-Rivalen. Im „Manchester Guardian" vom 29. Mai findet sich folgende Betrachtung: „Es ist Tatsache, daß viele neue Modemodelle in London produziert und ausgestellt, von ftanzösjschen Modehäusern kppiert und. dann als ,,derniere mode de Paris" aus den Markt lanciert werden. Es gab eine Zeit, da die ganze Welt nach derfranzösischen Hauptstadt für die Inspiration in Frauengcwändern blickte, aber diese Suprematie der Rue de la Paix ist ernstlich bedroht durch die Londoner Modeschöpfungen, die in letzten drei Jahren rapide Fortschritte gemacht haben. * Von Amundsens Expedition. Der ursprüngliche Plan der „Maud"-Expedition war der, sich über das Polarmeer treiben zu lassen und von Zeit zn Zeit kürzere Flüge zu unternehmen. Der neuesten Meldung zufolge hat Roald A m u n d - se n seine Absicht geändert. Er will der Mitwirkung der Flugmaschine eine Viel größere Auswirkung gönnen. Außer den kleinen Maschinen, für die daS Schiff die Basis bildet, wird er auch einen großen und starken Aeroplan mitnehmen, mit dem selbständig gearbeitet werden kann. Die gewählte Maschine ist der ganz aus Metall gebaute Larsen-Äeroplan, der mit 32 Stunden den Rekord für den längsten Aufenthalt in der Luft hinter sich hat. Ms Flieger ist einer der tüchtigsten norwegischen Piloten, O, Om dal, engagiert worden. Amundsens Llbsicht ist die folgende: Bei günstigen Verhältnissen werden die beiden schon diesen Sommer vom Point-Barrow aus, der Nordspitze Alaskas, aüfsteigen und über das unerforschte Gebiet direkt auf Kap Columbia (im Norden von Grönland) lossteuern. Bei klarem Wetter wäre in fünfzehn Stünden das Rätsel dieses Polargebietes, ob Land, vb Wasser, gelöst. Auf dem Kap ist ein Depot angelegt worden. Für den Fall einer Notlandung ist das Flugzeug mit dem nötigen Proviant und entsprechender Ausrüstung versehen. Wenn es die Ilmstände erlauben, will Amundsen noch in diesem Jahre zum Schiff zurückkehren. * Aus der Biographie eines ungarischen Abgeordneten. Aus Budapest wird uns berichtet: Vor einiger: Taaerr starb hier der ehemalige Abgeordnete Bela B e r n a 1 h, der 33 Jahre hindurchden Tokaher Wahlbezirk im ungarischen Parlament vertreten hatte, lieber seine politische Bedeutung vermögen die Blätter nichts besonderes zu schreiben, denn er war politisch bedeutungslos. Hingegen wird ihm folgendes nachgerühmt: Er wurde ,73 Jahre alt, kannte jeden einzelnen seiner 12.000 Wähler 'persönlich, hat in seinem Bezirke än 2462 (statistisch genau sestgestellt) Hochzeiten teilgenommen, war in 4000 Fällen Taufpate, stieg täglich 40 Stockwerke und schrieb täglich durchschnittlich .25 bis 30 Briese..Es ist unter, solchen < Umständen kein Wunder, daß Bernath Ehrenbürger fast jeder einzelnen Gemeinde seines Bezirkes geworden ist. . * Wirtschastsverbaud der jüdischen Hochschüler aus Rumänien. Vor einigen Tagen wurde, hier ein Wirtschaftsverein der an den Wiener Hochschulen studiexenhen-,jüdischen Hörer-aus Rumänien gegründet, mit .dem Zwecke , der Errichtung einer eigenen Mensa m und 8er Erteilung von. Unterstützungm für die überaus erhöhten Kollegiettgelder an die unbemittelten Kollegen. Der rumänische Gesandte -in-Wien .Prinz Eantäcuzen und der Legationsrat Greeanü haben-.in diesem jüdischen Wirtschaftsverein das - Ehrenpräsidium übernommene, ’ ■;> V * Runtänische Bauern errichten eine Synagoge.. Bor kurzem erst machte der 'Siebenbürgev ^refyxMxtie liche Michael S z a b o l e s k a in einem ungarischen .-Bla«- iitteressaute MitteilunL d-ü W. LMth,