Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1217 (21.6.1922)
- Date
- 1922-06-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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VKr 4 . Wien, Lmrwocy , MMtSrischer Grenzschutz im Oste«. Warschau, 19. Juni. (Tel, der „Wr. MorgerWtüng".) .Vor kurzem fand hier im Innenministerium eine Konferenz der Woiwoden irr den Ostgebieten statt. Auf der Konferenz wurde die Frage des Grenzschutzes behandelt. Es tvurde unter anderem beschlössen, an den sofortigen Ausbau der Telegraphen- und TAePhonverbindüngen an den Grenzen zu schreien und die militärischen Grenzbesatzungen zu vergrößern, Mn die Bevölkerung vor dem eventuellen ÜeLerfall der jbolschewikischen Banden zu schützen. Ansnährnszustarrd in Zawörow. Lemberg, 20. Juni. (Weftukrannsche Preßagentur.) In Iaworow (Oftgalizien) haben tu der Nacht von: 3. d. Unbekannte Täter eine Bombe auf das Gebäude des Gendarmeriepostenkommandos geworfen, wodurch außer diesem Gebäude auch die angrenzenden Hauest in Trümmer gingen. Parteikonferenz der AltrAtherre«. Lemberg, 18. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Hier tagte im Saäe des Dom Narodowy die Parteikonferenz der Altruihenen, die sich den Namen „Galizifch-russische Organisation" beigelegt heben. Im Verlaufe der Kulturdebatte löste der Regierungsvertreter die Konftrenz auf.'. ^er Prozeß gegen Fevak. Lemberg,- 30. Juni. (Westukrainische Preßagentur.) Die Lemberger Staatsanwaltschaft hat am 18. d. dem ukrainischen Studenten Stephan F e d a k, der am 25. September 1921 ein Attentat auf den polnischen Woiwoden Grabo w s kr in Lemberg verübt hat, und einen Komplicen die Anklageschrift eingehändigt. Die seit dem Attentat rn Haft Befindlichen werden des Verbrechens des Attentats sowie des Hochverrates^ gegen die polnischen Okkupattonsbchörden in Ostgalizien nach § 58 beschrMgt. Die mit großer Spannung erwartete Gerichtsverhandlung, an der mehr als 50 ukrainische Advokaten plädieren werden, dürfte Ende dieses Monats beginnen. Rumänien. Die VerwaZLrmgsrefsrM. „ SkanfMburg, 20. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Die Kovmüssion zur Vorbereitung der Berwaltungsrefonn hat ihre Vorarbeiten bereits ferttggestellt. Eine der wichtigsten Bedingungen der neuen Reform ist die Swllung der Prä selten in diesem Berwaltungsplan. Die Kommission meint, daß die PrasekLenstelle in ihrer heutigen Form, da der Präsekt sowohl eine, polttifche oi$ auch eine rein verwaltungstechnische Rolle zu sPiÄen ha^/nkcht' 'mehr,'hält'Sar ist. .Nach dem Reforrwplan wird jedes KoMktat z w e i P rÄ f e k L e n haben. Der politische PrafÄt wird von der Regierung errtannt, während der Berwaltungsprafekt von einer aus. fünfzig Dtttgliedern Lestchenden KomttatsrepräsentaNz gewählt wird. Der Verwaltungspräfekt kann nicht abgesetzt werden. Das zu seinem Komitat gruppierte Verwaltungsgebiet wird Bev» waltuugszentrale genannt und dem politischen Präsekten fällt jene Rolle zu, die etwa zur Zeit des Weltkrieges in Ungarn der Regiermrgskommissär innehatte. Amrdschau. Frankreich unh England. Einberufung einer Orient-Konferenz. Mto», 19. Juni. (Reuter.) Lloyd George und Poineare haben im Laufe ihrer Besprechungen die Unmöglichleit anerkannt, das Problem der inter na,t tonalen .Schulden in Abwesenheit der Vereinigten Staaten und ohne vorherige Kenntnis der Stellungnahme der amerikanischen Regierung zu behandeln. Bezüglich Tangers beschlossen sie, daß die Vertreter Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens im Laufe der Parkamentsferien zusammentreten und diese Frage erörtern sollen. In dieser Konferenz werden sbie Delegierten Frankreichs, Englands und Italiens auch das Orientproblem erörtern; inzwischen wurde das Material über die den Griechen und Türken -«geschriebenen Gewalttätigkeiten gesammelt werden. - Die Frage des französisch-britischen Pakte- Wurde nicht berührt, da Poincare der Ansicht ist, daß diese Frage in zweckmäßiger und loyaler Weise nur nach der Rege-, läng der Orientftage und jener von Tanger geregelt werden könne.' Die heutige Zusammenkunft wird auf die Zukunft der stanzösisch-britischen Beziehhungen einen wohltuenden Einfluß ausüben. Die beiden Statsmänner haben beschlossen, in Hinkunst ohne vorheriges Einvernehmen keine Entscheidung über die strittigen Fragen zu treffen.« . Der Sonderberichterstatter der Agenee Havas in London meldet, die Unterredung,Lloyd Georges mit Poineare 'habe sich aus die Konferenz vom Haag und das Reparations- Problem bezogen. Poincare habe gestern tor französischen DÄc« gation telegraphisch die Weisung gegeben, iw Haag zu bleiben, da man übereingekommen sei, daß erstendie Srörterungeü keinen politischen Äarakter haben sollen, zweiten-, daß die Regelung der technischen Fragen äd referendum. genommen werde und drittens, -daß' jede Macht da- Recht.haben sollen Me i« Genua eingenomckene Haltung aufrecht zu ' echalten. Lloyd George, zeigte sich über di-. LutschHdung Wy^res sehr be- ' ft ledige ^v; ' Was das ReParatioiichrMenr WWKWtoN-' die Ksidest. Staatsmänner lowie -)mr bWM M Robert Mitteilungen aus dem Publikum. Danksagung Für die uns anlässlich der Bar«Mizwah-Feier unseres Sohnes erwiesene grosse Aufmerksamkeit 9 > sprechen wir allen Verwandten, Freunden und Be- 8 kannten und insbesondere dem Verein *„Tikwath- | Jehuda“ unseren herzlichsten Dank aus. 8 Moritz Wöinstock und Frau jj Wien, VW. 6483 I Horne und Balsour die durch das Scheitern des internationalen Anleiheprojekts geschaffene Läge nur im allgemeinen behandelt, da sich die Reparativnskomisstön gegenwärtig mit der «Organisierung der Finanzkontrolle^ in Deutschland beschäftigt. Nach dem heutigen Meinungsaustausch scheint es, daß ernste Mißverständnisse nicht auftauchen werden, sobald die Frage meritorisch erörtert werden wird. - , Das französische BAdget. Paris, 20. Juni. (Havas.) Aus . einer im „Matin" veröffentlichten graphischen Darstellung über das französische Budget in den letzten zehn Jahren geht hervor, daß, während die Ausgaben im Jahre 191$ 5100 Millionen und die Einnahmen 4Ö00 Millionen betragen haben, im Jahre 1920 die Ausgabendie Höhe von 58.100 Millionen erreichten, worauf die Ausgabenkurve auf 48.700 Millionen sank und die - Gesamteinnahmen sich auf 24.700 Millionen beliefen. Die Steuerlast war demnach fünfmal größer als im Jahre 1913. Die ^roZeLarifche Einheitsfront gescheitert. London, 19. Juni. (Reuter.) Die Konferenz -der Zweite n In t e r n a t i o n a l e nahm heute vor Beendigung ihrer Verhandlungen folgende Entschließungen an: 1. Angesichts des M an g e ls an Treue und Glauben seitens der Dritten Internationale, die die internationale Gewerkschaftsbewegung zerrissen, die sozialistische Internationale angegriffen, die auf der Berliner Konftrenz bezüglich der politischen Prozesse in Moskau gegebenen Zusagen gebrochen, und das bedingungslose Versprechen, die Dokumente über Georgien einem Delegiertenausschuß vorzulegen, zurückgezogen hat, kann die Konferenz n i ch t l ä n g e r an. den Bemühungen teilnehmen, mit der Dritten Internationale zu einem internationalen Abkommen zu gelangen. 2. Eine allgemeine. Korrferenz der sozialistischen und der Arbeiterparteien ttitt im Oktober in Hamburg zusammen, um die Wiederaufnahme dev internationalen Gesichtspunkte zu erwägen, die in der Angelegenheit des politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbaues Europas:-die sozialistischen und die Arbelterparkeien zu einigen geeignet <sind. 3. Die Konferenz verpflichtet-sich zur Unterstützung der Amsterdamer Gewerkschaftsmternationale bei ihrer Verteidigung der Arbeit gegen den Kapitalismus. - Die Wahlen in ZrLanÄ London, 20. Juni. (Reuter.) Wie „Cvening News" melden, sind nach den bisher bekannten Wahlergebnissen in Irland 86 Anhänger und 21 Gegner des englisch-irländischen Vertrages gewählt worden, ferner 3 Ärbeiterparteiler und 3 Unabhängige. Dublin, 20. Juni. (Reuter.) Präsident Griffith ist als Listenführer in der Grafschaft Cavan gewählt worden. Lord Northeliffe erkrankt. London, 20. Juni, (Tel.-Komp.) „Daily Mail^ teilt mit, daß Lord Northcliffe ernstlich erkrankt, sei. Er leidet an Herzschwäche, die durch eine Vergiftung kompliziert wurde. Das Schicksal Fiumes. Nom, 20. Juni. (Tel.-Konrp.) Nach einer Meldung des „Giornale d'Jtälia" aus Belgrad hat der südslawische Ministerrat dem Abkommen von Santa Margherita, das die Fragen von Zara und Fiume regelt, die Zustimmung erteilt. Die Heidelberger Lagmrg der jüdischen WelthilfskonferenZ. Berlin, 17. Juni. (I/ C. B.) Am 15. Juni hat in Heidelberg die erste Sitzung des Zentralrates der Welihilfskonferenz unter dem Vorsitze des Professors Simonson aus Kopenhagen stattgefünden. Anwesend waren: Leo Motzkin, Heinrich SliosLerg, I. Esfroikrn (Paris), Dr. Alfted Klee, W. Btttzky, W. Temkin (Berlin), Abgeordneter Grün bäum, Dr. N. Prilitzki und Bürgin (Warschau), Rabbiner Ehren preis (Stockholm), Oberrabbiner ChajeS (Wien), . Wietzmeier, MargulieS (Tfcherho-Slowakei), Giuseppe Fa n o (Triest), Li v i- Minei (Venedig), Jochelm an (London), Kogan- B e t tt st e in Mschinew), Dr. Cr ä m e r (C^ernowitz), Aberson'(Gens),' Solowejtschik (Kowno). Leo M o tz k i n konstatterte in seinem Berichte die hervorragende ArbeMeistung der Welthilfs-Konferenz^ WäMnd der letzten fünf Jahre sind fünfeinhalb Millionen Franken für HilfSzwecke aufgewesthet worden; für die russische Hilfeleistung allein würden - drei Millionen auSgegeben. Räch demgegen- MrtigG 'SM-.e.7PM..DiWl^Mtz' WÜ.,BeMWUg. von 5W. .Ukrainischen ÄiüdeM für. die Dauer eines Jahres gesichert.' Der Bericht wurde vM Aenftaftät mit Doyk _21. Lunr. 1922 Nr. 1217 ' LeE./ v ' : . Reval, 20. Junn MMomp.) Hier emgetroffenen Meldungen aus Moskau zufolge wird sich Lenin' in nächster Zeit nach einem ausländischen, Vorläufig noch streng geheinr gehaltenen Kurort begeben. Bevorstehende NegiernNgserkiKrünK über Englands PaMstiM-PolMst?' d Aus London wird UNS geschrieben: Der. Hohe Komscheinend unter dem Einfluß Herbert Samuels die polieimgen Tagen Loudon verlassen und wird sich, nach vierwöchigem Aufenthalt in Frankreich nach Palästina begeben. Es verlautet, daß das Colonial Ossiee ans Grund seiner Verhandlungen Mit Herbert Samuel und dessen Unterredungen-nnt den Zionisten und Arabern in Bälde eine E r k l ä rü n g über d r e R e g i c r u n g spolitik in Palästina erlassen wird. In einem Leitartikel weist der „Jewish Chroniele" ans Anzeichen, hm, die dafür sprechen, daß anscheinend unter dem Einfluß Herbetr Samuels die politische Haltung der zionistischen Führer eine neue Note erhalten habe. Der Leitartikel führt das auf eine Verständigung seitens des Colonial Office zurück. England wünsche einen Frieden zwischen den Juden und Arabern. Es sei daher keine Rede mehr, das; Palästina so jüdisch sein solle wie England englrsch. Bei der jetzigen Lage, in Palästina und bei der Oppssitwn, die der zionistische Gedanke auf so vielen Seiten gefunden habe, wolle die englische Regierung die Balftur-Deklaration einschränkend interpretieren. Der „Jc.-vish Ehronicle" begrüßt die bevorstehende Erklärung, die endlrch Klarheit schaffen soll -und betont, daß ihre wahre Bedeutung wie alles im Zionismus niemals von äußeren Faltoren, sondern nur von dem' Willen des jüdischen Volkes ä'bhänge. Die JrrdeAiRKfiKkers in Weitzrrchlaud.- Riga, 17. Juni. (I. C. B.) Hier sind weitere Berichte über eine Reihe von Judenmassakres in Weißrußland eiugetroffen. Einzelne Banden haben in der Umgebung von W itebsk in den Städtchen Uswiat, Marionabuda, Sago r j a, O s s i p o w k a, B e t o ch n a u. a. m. entsetzliche Pogrome angerichtet. In einzelnen Städten wurde die ganze jüdische Bevölkerung niedergemacht. In der Dnjeprgegend wurde eine Barke Mit jüdischen Passagieren angehalten, von denen keiner sein Leben retten konnte. Das „Jdgeskom" (Jüdisches gesellschaftliches Komitee) wendete sich mit einem besonderen Appell an Lenin und K a l i n i n um die unverzügliche Kommandierung von Milüärkräften in diese Gegend, damit sie dem scheußlichen Treiben ein Ende machen. Befreirmg der verhasLeteK Scföe Siuiu in - Aufwand. / ,; Moskau, 15. Juni. (I. C. B.) Me wir erfahren,' wuMn diL Delegierten der Zeite Zion-Partei,. , die unlängst wegen Teilnahme an einer Parteikonferenz in Kiew von den Sowjetbehorden verhaftet wurden, hör einigen Tagen wieder aüf freien Fuß gesetzt. Wie gemeldet, befanden sich unter den Verhafteten eine Schwester des Sowjetführers Sinöwjew und ihr Gatte. Die zionistische Oppositio». Berlin, 17. Juni. (I. C. B.) Hier fand eine Ver^ samnilung der zionffttschen opposittonellen Kreise statt. Herr N e h e m i a d e L i e m e aus Holland hielt einen Vortrag, in welchem er die Anwesenden zu einer Organisierung der Kräfte zwecks Bekämpfung des heutigen Systems der zionistischen Politik aufforderte. Vertreter der opposittonellen Kreise erklärten sich mit den Ansichten und Vorschlägen des Herm de Lieme solidarisch. Die Ei«ber«f»ng des jüdischen Welt» Kongresses. New-Iork, 17. Juni. (I. C. B.) Rabbi Dr. Stephen W i s e hat sich gestern' im Aufträge des K o n g r e s s e s der a m e r i k a n i s ch e n Juden nach Europa ' eingeschiffst um die jüdische Lage in Europa und in Palästina zu studieren und mit dem Komitee der jüdischen Delegation wegen der Einberufting eines jüdischen Weltkongresses-zu verhandeln. Dr. Wise wird zu diesem Zwecke England, Deutschland, Polen und Palästina besuchen. Die ‘ JimMg-raLiBn mach Wex-iks. New-Iork, 16. Juni. (I. C. B.) IM Zusammenhang mit den Zugeständnissen der mexikanischen Regierung -für die jüdische Immigration nach Mexiko veröffentlicht der Mexikanische Präsident Alvaro O b r e g o N eine Proklamatton, die dem New-Dorker Bureau des I. C. B. von dem mexikanischen Sekretär fiir auswärtige Angelegenheiten milgeteilt worden ist. In der Proklamation wurde!: alle mexikanischen Konsulate im Auslande instruiert, die nötige Propaganda zugunsten der Emigration 'nach Mexiko einzulejten. Die Konsulats sind befugt, allen Emigranten nach' Mexiko unentgeltliche Billets zweiter Klasse für die'Eisenbahnfahrt vom Hasen bis zum Reiseziel in Mexiko zu bewilligen, sowie auch einen Schein auszufolgen, der die Emigranten berechtigt, eine 50prozeütige Bergünsttgung. der Gepäckspesen zu erhalten. Die- Kosten' der Gepäckbeförderung können aber auch bei Erreichung des Reisezieles entrichtet werden. Ferner sind die Konsulate instruiert, jeden Emigranten, der eiu Einreffegesuch in spanffcher -oder in seiner Muttersprache einMeicht Hat, ein gebühtenfreieS Btsum zu - bewilligen. In' dev Instruktion wird ferner bestimmt, dast jeder mexikanische. Bürger oder Ausländer da? A n- ' f i e d l u n g s r e ch t überall in Mexiko' erhalten kaum wenn er ein dieöbezWjches Gesuch an den Sekretär für ' MdiviMD" : ‘ LS