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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-18 · Heft 1214 (18.6.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1214 (18.6.1922)
Date
1922-06-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seile,2> «len, Tonmag Wer wird schwarzer Peter? 3 Das ist seit dem Börsenkrach vom Jahre 1873 ein geflügeltes, jedermann verständliches Wort. Man fragte' sich damals, wer die Kosten der schwindelhaften Gründer- . Periode bezahlen, wer nach dem Abebben'der Hausse aus!den wertlosen Effekten sitzen bleiben wird, ohne für sie auch! nur einen Heller erzielen zu können. Schwarzer Peter wird seither jeder genannt, der zu den höchsten Kursen in ein emporgewirbeltes Effekt hineingestiegen ist, den Anschluß - an die Rückwärtskonzentrierung der Börse versäumt hat, und beim Krach zur Strecke gebracht wird. | Das Zauberwort von,der neuen Notenbank, die uns eine gute, weil stablle, Krone bringen , wird, hat Wunder verrichtet. Es hat die furchtbar erregten Wogen der Valuten- und Effektensee besänftigt — die Börse zeigt alle Merkmale der Ernüchterung nach hochgepciffchten Leidenschaften. Und die Massen, die auf dem Sprunge gewesen sein mochten, ein Exempel an denjenigen zu statuieren,-die nach ihrer urteilslosen Meinung die Schuld trugen an -der Vernichtung der Kaufkraft des Geldes, sind mit dieser düsteren Zeit aüsgesöhvt, denn sie ahnen eine bessere Zukunft und wappnen sich mit der für die Übergangszeit notwendigen Geduld, da die gegenwärttgen Uebel - doch' nicht mehr allzu lange anhalten könnten. So ist allen Genüge getan, und das liebe Oesterreich ist nahe daranunisono in den Ruf einzusttmmen: Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern . . Eine wundervolle Jllusiion, die.stets Großes zu fördern vermochte und auch diesmal in diesem kleinen, früher alle Welt mit seinen Jammerrufen belästigenden Oesterreich ungeahnte Kräfte an den Tag gebracht hat. Auf einmal ist der Mangel an Valuten, mit dem man. früher so viel Staat machte, um alle unsere Not und die schönen himmelstürmenden Kurse zu rechtfertigen, einer schwerfälligen Ueppigkeit gewichen. Alles drangt sich jetzt an die Schalter der Banken, um die ängstlich gehüteten Valutenschätzeloszuschlagen und sie gegen die verschmähte, geschändete Krone zu tauschen. Eine altneue Liebe ist erwacht, und man hegt und pflegt sie mit zärtlicher Sorgfalt. Die Banken haben ihre eisernen Tresors weit geöffnet' und sind bereit, daraus den Sanierungsfonds zu holen, sich selbst zu Nutzen, der Krone zu Ehren, dem Staate zum Wohlgefallen. Früher las man's anders — da hieß es, daß man ihnen .die 'Valuten unbedingt belassen müsse für die Schuldenzählungen, da sie sonst bankrott werden würden. Und Man beließ sie ihnen gerne, denn welches Gemeinwesen konnte es auf sich nehmen, daß seine Finanz-in den üblen Ruf eines vermeinllichen und die noch üblere Lage eines wirklichen - Bankrotteurs geriete? Und es hieß auch (allerdings nicht ganz ohne Widerspruch mit dem obigen), daß sie die Valuten eigentlich nicht hätten, da diese ihnen von der Buda- Pester, Berliner und Prager Arbitrage im'Laufe der Jahreentführt worden wären. Und weil sie nun die.Flüchtigen: mit schlechten, sehr schlecht gewordenen Kronen zurückkaufenmüßten, sei die Krone noch schlechter geworden und dirVa-. luten teuer, so sündhaft teuer, daß es nun für die Massen, schon geradezu unmöglich geworden ist, - ein Leben -mit. Licht, Kohle, Bier und Zucker zu'führen. ,, So hatte sich die Situation derart gestaltet, daß man fraj entscheiden mußte, zwischen einer schwachen- Börse und einer starken Revolution zu-wäh-, len. Sicherlich war die schwache Börse das minder Gefähr- - lich, sonst hätten wir noch immer feste,, sehr feste. Börsen.? Niemand sonst außer der Börse spürt derzeit die Wehender Notenbankgeburt, aber jeder freut sich' auf das Kind, das uns die Gabe des guten Geldes bescheren'wird. Manwird also die Krone in Zukunft gerne im Ausland nehmen d und uns dafür Kohle, Mehl und Zucker schicken. Der ge- , meine (und so mancher nicht gemeine) Mann stellt sich ungefähr so die Zukunft vor — und es wird eine Freude sein zu leben. Denn wir werden saniert sein und unsere Währung, der stablle Kurs der Krone wird uns die Ge-, sundheit bestätigen. Eine nützliche aber auch gefährliche Jllusio.n. Nützlich, well sie uns nicht mehk mit verschränkten Armen auf' die ‘ Hilfe von außen warten läßt, indes wir immer Mehr in' den Abgrund der Geldzerstörung hinabr'ollten. Wir habend uns aufgerafst, das Sanierungswerk aus eigener Kraft zu vollbringen, wir wollen die Notenpresse einstellen und das Zehren vom Kapital aufgeben. Aber man gibt sich in den' weitesten Kreisen der Bevölkerung anscheinend keine Röchenschaft darüber, was es bedeutetauf den Behelf der Notenpresse zu verzichten und vom Ertrag derArbeit, vom Einkommen selbst zu leben. Die tägliche Vermehrung des Banknotenumlaufes um soundso' viele Milliarden bedeutete in Wirklichkeit nichts anderes als eine Ergänzung des Einkommens der arbeitenden Klassen durch einen Zuschuß von Noten, soferne das Arbeitseinkommen nicht ausreichte, um ihnen das Minimum an Lebensgütern zu verschaffen. Das Problem bestand dann für jeden nur darin, wie man den Strom der Notenpröduktion, aus das eigene Feld lenken konnte, um daraus so viel als möglich zu schöpfen — das Problem ist auch gelöst worden durch die gleitende Skala auf Basis der Indexziffern, die nach der Beseitigung der Lebensmittelzuschüsse des Staates, deren Funktion erfüllte, so daß, was der Staat von sich abgewälzt, auf die anderen Faktoren der Wirffchaft überwälzt wurde. Durch die Einstellung der Lebensmittelzuschüsse ist in Wirklichkeit nichts erspart worden, und darum durfte man auch nicht in Staunen versetzt werdendaß die Krone noch tiefer gesunken war als unter dem Regime der staatlichen Lebensmittelsubventionen., Die Indexziffern boten der überwiegenden Masse'der' Bevölkerung Garantien einer auskömmlichen Existenz, ohne Rücksicht darauf, ob die Wirtschaft aktiv.öder'passiv war.. War sie passiv — und dafür sprach die fortschreitende Entwertung des. Geldes —, fe wurde das. MaM scheinbar ' Tsmwct MorgsrizettlMK .....— --- -i.:.. :^—u.., 7.^-- Eine drohende Krise m Deutschland. . D e r l i t», 17. Juni (Privat)^ Wie gemeldet wird, ist eine latents Negierungskrise artsgebrochen, die man gegenwärtig beiznlegen versucht. Die Sozialdemokraten! erkläre«, sie seien verpflichtet, die Interessen der konsumierenden Bevölkern ng zn wahren «nd drohen für den Fall, -atz die bürgerlichen Parteien das Gesetz über die Getreidenyrlage ablehnen, es zu einer Auslösung des Reichstages und zu Neuwahlen kommen zu lasten. Es besteht mithin kein Zweifel, baß die Sozialdemokraten das von ihnen gestellte Ultimatum völlig ernst nehme«, da sie glaube«, daß eine auf Grund Des Scheiterns der Getreideumlage erfolgte Auflösung des Reichstages und die hiedurch notwendig werdende» Neuwahlen ihnen große Wahlerfolge bringen würden. Diesen Umstand scheinen die anderen Parteien sehr ernsthaft in den Bereich ihrer Entschließungen zu ziehen, denn Demokraten und Zentrum werden heute und in den nächsten Tagen zu der schwebenden Krise Stellung nehmen. durch neue Noten ausgeglichen und es entwickelte sich' ein Wettrennen, um mit Hilfe dieser durch die Notenproduktton gelieferten zusätzlichen Kaufkraftdie zur Verfügung stehenden Güter zu erraffen. Da aber diese immer teurer wurden — so war der schwarze Peter der Inflation derjenige, der im Vertrauen aus die Krone-sich nicht beeilt hatte, die Preise von heute, wenn sie auch noch sündhaft teuer waren, zu bezahlen, sondern auf eine Senkung der Preise und Besserung der Krone gewartet hatte. Trotzdem war der Beweis, daß die Wirffchaft passiv, -Unheilbar paffiv war, noch nicht zwingend erbracht worden. Durch Erfahrung, klug geworden und von dem der .menschlichen Natur eigentümlichen Spartrieb bestimmt, suchte der schwarze Peter der Inflation alsbald einen Teil, seiner Noten in sicheren Wertemanzulegen und wurde schnell ein. hellstrahlender Jnflationsgewinner. Je nach der..finanziellen Potenz wählte der eine Häuser, Gold und. Juwelerff der andere Effekten oder Valuten. Der Geschäftsmann, der irrs.Ausland geliefert-hatte und in fremder Valuta bezahlt wurde, verzichtete, darauf, -seine Auslandsguthaben Herein- : zunehmen, um'sie in Momn umzuwandeln wozu denn auch, wenn sie,, her. Entwertung, rettungslos preisgegeben - waren! , — der UnteruehnM Unterließ die notwendigenJnvestitionen, tat.er es doch, so. nicht mit erarbeiteten Gelde, sondern, versuchte es lieber mit dem Bankkredit,. Wohl wissend, .daß ihm Lei dem Verfall der Währung die Abtragung der Bankschuld sehr leicht, gemacht.ist. Das Vertrauen in die Kxone war. so. - sehr geschwunden, daß der Schriftsteller, der Advokat,, der -Arzt sein Honorar, das er . durch Leistungen an das Ausland erhielt, sich dort gut- '; schreiben.und es dort liegen, ließ. . All die-unzähligen und pn-. gezählten Valuten, die sich .im Jnlande befinden und: die. das: Äüsland den Oesterreichern schuldet,, all die über-- i flüssigen Teppiche- Schmuckgegenstände und 'der Krimsi kraws, der für die Krone erworben'worden war,-das alles sind-rastende* und röstende Kapitalien,' die,' wenn man "sie erfässen und statistisch berechnen könnte, sicherlich unser. Wirtschaftsdesizit als uln vieles geringer erweisen würden,, als" mgn. anzunehmen/gechillt ist. Aber all, die "Strassänktionen des Staates gegen die Valutenhamsterei sind dsr ganze Steuerfiskalismus könnten nicht dgzü führen, diese Flucht'vor der Krone zu hemmen, Müd sie waren'ein ungeeignetes Mittel, den. unerfaßbaren Ziffern der Zahlungsbilanz beizukomwen. Da nun die Notenbank mit ihrem stqbilen Gelde den Stillstand der Nötenpresse bedeutet,.und da sie die Krone bei einem Kurse stabilisieren wird, der üm einiges über die gegenwärttgen Wertverhältnisse der fremden Zahlungsmittel zür Krone hinaüsgehen soll, wird erst eine r i ch t i g e B i l a u z -ü.nserer'Wirts.ch.ftf 1. geschaffen. Der günstigere'Stal bÜffierungskürs müß. gewählt werden, um did rastenden Kapitalien aus den Schlupfwinkeln .herauszuholen, und deren Neigung, sich in Krönen umwandeln zu lassen, zu verstärken, da die Besitzer sonst einen empfindlicheü Verlust 'zu gewärttgen hättest. DenStillstand der Notenpresse ist ’ aber eine Grundbedingung der Sanierung, ohne die sie unrettbar scheitern würde. Daher wird die Notenbank als' eine unabhängige Privatbank errichtet, darum wird dem Staate die Jngerenz auf die Nötenpresse entzogen, darum werden : ganz besondere Garantien dafür geschaffen werden, daß er : den Kredit ier Bank nur dann ansprechen kann, wenn er wie jeder Privatmann, sichere Unterlagen, wirkliche, greifbare Werte, nicht aber Schätzscheine, Schuldverschreibungen, Wechsel ohne Deckung zu bieten vermag. Die Errichtung der Notenbank mit solchen Garantien bedeutet aber das Aufhören jenes Ausströmens von zusätzlicher Kaufkraft, womit jedermann auf 'den Markt gehen konnte, um in Wettbewerb um die.dort vorhandenen Güter zu treten. Das A r L ö i t s e i n k o mmen allein muß inJukunst ausreichen, den Lebensunterhalt des Schaffenden zu bestreitest;-', reicht es .nicht .aus, sei es, weil der'Wirtschaftsprozeß sticht so', viel .abwerfen kann, sei es, weil zu viele Bewerbermst hid Arbeit .da sind, so daß sie sich gegenseitig unterbietest, dann erst wird, sich herausgestellt haben, daß wir. taffächlich Mist 18. Juni 1923 Rr7l314' -i sind; dann aber fft Oesterreich nicht imstande, all seine Bewohner zu ernähren, dann wird eine Regulierjkng der Bevölkerung so erfolgen, wie sie stets vor dem Kriege, ehe man auf das Auskunftsmittel der Notenproduktion zurückzugreifen gelernt hat, stattgefunden hat und wie dies auch jetzt noch in den Ländern mit stabiler Währung geschieht. Die Regulierung erfolgt durch Abwanderung, und diese Regulierung findet sogar auch noch-heute in den östlichen Ländern Mt zerrütteter Währung statt, die mit der Notenpresse sehr wohl vertraut sirw, wo. aber trotzdem für eine bestimmte Klasse Menschen — die Juden — sich der unerbittliche Zwang ergibt, abzuwandern. Ergibt die Sanierung, dgß Oesterreich alle seine Bewohner nicht zu ernähren vermag, so wird ein Teil weichen müssen. Dieser Teil, wenn es ihm trotz Robotens und Schuftens und Sparens und Plagens nichtgelingen sollte,. sich, das Lebensminimum zu verdienen — wird der schwarze Peter der Sanierung sein. Wer es sein wird, das ist eine Frage an das Schicksal, dessen Antwort jeder, nicht in Dulliähstimmung (wir kriegen gutes Geld), sondern in Ernst und bangem Erschauern entgegensehen müßte. .. . —ll. Das Rudervolk. Von Pierre Mae Orlan. Als die Sonne des Nordens mit ihrem ersten Strahl die Reede matt vergoldete, mochte man glauben, Zwitschern von Nachtigallen zu vernehmen. Solchermaßen weckten die Kommandopfeifen der geschäftigten Vögte das Rudervolk, da§ auf den sechs Galeeren von Dünkirchen untergebracht war. Ein Tau in Händen, liefen sie das Verdeck auf und nieder, Befehle und Schimpfreden austeilend. Weit draußen schrien die Möven, auf die Wasserfläche niedergelaffen gleich sanften Vögeln aus Porzellan, irgendwelchem Beutestück zu Ehren. Mit dem erwachenden Tag kam ein dumpfes Geräusch vom Lande her Und die Strafgefangenen spitzten die Ohren nach jenem geheimnisvoll-beunruhigenden Geräusch hin: es war dfts Knirschen der Achsen eines Wägelchens, das zum Markt fuhr. Bisweilen drang das Lachen der Fischhändlerinntzn bis zu dem Rudervolk, das aufmerksam lauschte, erregt von Vergangenheitserinnerungen. Einer der Leute sang etwas in der Sprache der Gasse. „Daß dich der Gottseibeiuns verschleppe in sein höllisch' Loch!", brüllte der' Untervogt. „Kein Sterbenswörtchen mehr will ich hören!" , . > Der Mann verlor sich unter den anderen. Nackte Rücken stießen aneinander.. Meerwasser klaffchte über die Bänke bis zu den Füßen der Soldaten hin, die, entlang der Rotte sitzend, ihre Waffen sorgfältig putzten. Abends zuvor war Befehl, gekommen, „Wirbel" zu machen: das heißt. Groß- Reinemachen der. Galeere. Das Gerücht ging um: eine Persönlichkeit von Stand, die auf dem. Wege, nach Flandern war, hätte den Ofsizieren gegenüber den Wunsch, geäußert, eine Galeere zu besuchen. Die schönste, von diesen, die Herr de Marigot de Maure befehligte, war ausersehen worden,, die Honneurs zu erweisen. Die Sonne schien es nicht schlimm zu meinen, und das Rudervolk ergab sich in sein Geschickmattgeschunden, vom ersten Aufwachen an. Um acht Uhr stieg der Kapitän Marigot de Maure an Bord der Galeere, ließ die Vögte kommen- und kündigte an,- daß der Gouverneur selbst die vornehmen Fremden geleiten würde,!unter welchen sich eine. Dame befände, der!zu Ehren das.Rudervolk „Königsgruß" zu exekutteren haben werde.' Ein prächMes^ Mahl, bei dem die^Kapüäns uM Leutnants der Galeeren'die'Wirte machten, würde die festliche VerftnstalMng beschließen. - * ' Det. Kommandant, der auf eigene Rechnung..ein schönes Orchester-unterhielt — zwölf Oboen- und Flötenspieler, lauter Galeerensträflinge —.hieß die Musikanten ihr Feierkleid anlegen: einen gelb eingefaßten roten Rock und ein goldbordierte .Samtkappe mach polnischer Mode. Der Kapellmeister war einer der 24 Kammermusiei des Königs gewesen: er war wegen Diebstahls auf . die Galeeren geschickt worden. Er war einer der geschicktesten. Tonkünstler im Königreich. Sein Talent trug dem Rudervolk häufige Besuche ein, die dieses arg verdroßen. Um zehn Uhr, als sämtlichen Sträflingen Kopf un! Bart rasiert worden war und alle ihren roten Kittel angezogen und die vorgeschriebene Mütze von gleicher Farbe aufgesetzt hatten, sah ma, wie gegenüber dem Arsenal eine Barke vom Hafenkai abstieß. Sie war überspannt mit einem Baldachin von grünest Samt und inmitten der tiefen ' Stille der Rede vernahm man das rhithmische Anschlägen der Ruder an den Ruderpflöcken. Nachdem die Barke angelegt hatte, ivarf man eine Leiter aus und drei prächtige Herren mit stolzen Perücken halfen dem entzückendsten Geschöpf der Welt, die Füßchen auf das Deck der Galeere zu setzen. Herr de Marigot de Maure lächelte, als er, sich tief verbeugend vor dem hübschen Mädchen, das Verdeck mit der Feder seines Hutes fegte. Und, indes die Oboen die zärtlichsten Weisen nach der Mode des Tages bliesen, brüllte das Rudervolk zweimal seinen rauhen' und und traurigen Willkommschrei. Die Möven unterbrachen erschreckt ihren Flug, die Dame aber wandte sich gegen die Hinterdeckkajüte mit dem Rufe: „O wie hübsch!" In ihrem vollen Glanze, geschmückt wie eine Prinzessin von königlichem Blut, wie e8 sich die Galeere dem neugierigen Blick der fremden Dame. Der Seewind blähte die Wimpel, die Oboen wischten ihre, harmonisches Klageweisen darein, und das gesamte Rudervost beugte leuchtenden Blicks die Köpfe vor der Besucherin. Die Ruder, lies gehalten in den Bänken und nach außen Flügeln gleich höchgehöben, warteten nur auf den Signalpfiff, um ins Wasser niederzuklatschen und das bebänderte Schiff den Inseln zuzütreiben, welche ihrem Fahrgast zu bestimmen

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