Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1212 (16.6.1922)
- Date
- 1922-06-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag_ Vereine, VortrLge und Versammlungen. Der Duko w'i-n.a er Zentralverband in Wien ladet alle Bukowinaer zu den Verbandsdiskussionen ein. welche jeden Sonntag. Punkt 9 Uhr vormittags, im Cafö Edison, l.. Franz Iosesskai. I. Stock, und jeden Mittwoch. Punkt 7 Uhr abends, ebendortselbst staitfinden. Im genannten Lokale finden Neuaufnahmen.statt ,und liegen Czernomitzer Tagesblätter auf. Anmeldungen dck für die Mitglieder von der American Relief Administration zügewiesenen Kondensmilch werden ebendaseihst eytgegengenomm.en.. E s n e r d e r h e r v o r r a gend ftenDertreter der reichsdeutichen Volksbildungsbe'wegung. Drktor Anton K eine nfMünchen-Gl^dbach).. spricht -über Einladung des Vereines Volks h e,i m Dienstag den 20^ d.. 6. Uhr abends, im Ottakringer Bolksbeiin über. ^Die Berufsfreude und ihre Bedeutung für das völkische Gemeinschaftsleben". Eintritt frei. Gäste Herztichst willkommen. Urani a. Keule, Freiläg. 5 Uhr (Großer Saal): In den Felswänden'Tiro.s. %8 Uhr (Großer Saal): Shackletons Südpolexper-ttion. %8 Uhr (Kleiner Saal): Ferdinand . S ch em i n z k n : Elektrizität und Lebewesen, l. Die Lebewesen als Eiekkrizilätserzeu-'er. 7,8 Xlbr iKürssaal): Prof. Dr. Margarete Streicher: Ueber koroertiche Hebungen und körperliche Erftehung. If. 7,8 Uhr (Kludsaal): Robert Fried mann: Doelhe als Denker und der ,Begriff des Lebens, l. Bühne und Kunst. Nlsred Grürrfeld — Festkonzert. Sie der Wanderer, wenn er die Höhe des Berges erklommen hat, sich kurze Rast gonnk und hinabschaut auf das Tal zu seinen Füßen, so mag Alfred Grünfeld, der nunmehr den Gipfel des' „Siebziger" erreicht hat, zurückblicken auf die lachenden Gefilde der Jugend, so'mag er an seinem Festabend erhobenen Sinnes vom'Podium auf die Tausende von Zuhörern gesehen haben, bie ihm unter allen Zeichen herzlicher Verehrung zujubelten wie eine Familie ihrem geliebten Oberhaupt. Wieder legte Grünfeld sein künstlerisches Bekenntnis ab: „Ich glaube an Mozart, an Schubert und Johann Strauß, an Jugend, Schönheit und .Lebensfreude." Diesen Glauben empfand man aus dem Vortrage, des Larghetto aus Mozarts Krönungskonzert, bei den.Klängen eines Schubert-Impromptus, einer Straußschen .Walzerreihe. Auch in den zahlreichen Draufgaben waren Schubert und Strauß vorherrschend. Einen erlesenen Kunstgenuß bot Strauß' Frühlingsstimmenwalzer, von Selma Kurz gesungen, vom Jubilar am Flügel begleitet: Die süßesten Kopftöne und der süßeste Klavierton fanden sich hier zusammen. Hans D u h a n sang mit vornehmster Distinktion zwei Schubert-Lieder, Alfred.Pi c c a v e r mit unvergleichlichem Wohlklang ein. reizvolles Lied von Alfred Grünfeld, „Wie schön, bist dw". Dw stürmische ^Applaus nötigte ihy zur Wiederholung. Auch eine dankbare Arie aus Grünfelds Oper „Die Schönen von Fogaras", von Frau E l i z z a mit inniger Empfindung gesungen, fand lebhaften Beifall. Hier wie auch in Orchesterstücken aus der gleichen Oper, die von Philharmonikern unter Zeitung von Rudolf Nilrus mit beschwingtem Rhythmus gespielt wurden, offenbarte sich Grünfeld als fruchtbarer Melodiker, als gewandter Rhythmiker, als dankbarer Schüler von Schubert und Johann Strauß. Seine leicht dahinfließende Musik sinnt' nicht nach Problemen und birgt keine Ewigkeitswerte; sie wiederholt nur in schlichten und herzlichen Tönen, die sich lediglich ans Gemüt wenden, sein Glaubensbekenntnis: „Jugend, Schönheit und Lebensfreude." flb. Aus den Theatern. Im D u r g t h e a t e r wird morgen „Rosenmonl a g" gegeben. Im Operntheaker gelangt am Samstaa den 17. d. zu erhöhten Prettm ,.D e r M a s k e n b a l!" mit den Damen Pirckhof, Bauer-Pilccka, Kiurino. den Kerren Piccaver. Groenen, Stehmann. Beletlo, Madin. Wern ick, Muzzarelli zur Ausführung. Dirigent Kerr Alwin, An'.cmg 7 Uhr. In der B o l k s o p e r g.'ht Moniag den 19. nach lönoerer Pause „D e r Z i g e u n e r b u r o n" mit Kerrn Rittersheim. der an diesem Abend zum letzten Mole m der Sai'on au stritt, als Barmkay in Szene. Als Gaste wirken mtt Frl. Paula Beck als Arfona und Kerr F. Schönhvff als „Zupan". Dirigent Herr Dr. Wettrch. Im Raimund-Theater gelangt morgen Scknihlers »D a s V e r m ä ch 1 N i s" zur Aufführuno. Luise K a r t o u s ch spielt zum letzten Male darin di; Rolle der Tom Weber. — Sonntag dcn 18. d. debütiert das Mitglied des Frankrurler Schaulp-.e Kaufes. Frl. Elly Reijhofer, in dieser Rolle. — Donner slag dm 22. d. findet die Urauiführuna d-r Posse mit Gesang von Robert Bodansky und Bruno Kardt-Warden, ,D i e L i e b e g e h t" mit der Musik von Robert Stolz' statt. Pepi Glöckner, die seit längerer Zeit wieder zum ersten Male eine Rolle kreiert und Franz D l a w a t s ch, der diesen Winter in München und Berlin gastiert Hot. eröffnen in den beiden Hauptrollen ihr Gastspiel. Auch die übrigen Rollen find mit den ersten Kräften des Raimur d-Thealers be,eht, und zwar Pen. Damen Förster, Getzner, Liedermann und den Kerren Böhm, Komolka. Loivner, Neugebauer und Slepqnek. Die Inszenierung leitet Dr. Rudolf Peer. Die musikalische Einstudierung besorgt Robert Stolz und der Kapellmeister Fritz'Bahnfeld. Die Tänze arrangiert Aydcr! Nästiderger. •'! „Nathan der Weise" in holländischen Schulen verboten. -ilus dem Haag meldet-man uns: Der Abgordnete van Deren st eyn richtete an den Unterrichtsminister d e Visser die Frage, wie es konünt. daß Lessings Drama „N a t h a n b c r W e i,s e" im Aufträge des Ministers von der Bücherliste der höheren Bürgerschule in Amersfoort gestrichen wurde, so daß die Lehrer dieses Werk mit den Schülern nicht durchnehmen dürfen. Der Minister erwiderte: „Diese Maßregel, wurde getroffen^ weil Lessings „Nathan der Weise" für die Amcrsföorter Schule, die von Schülern verschiedener Glaubensbekenntnisse bestzcht wird, als nicht geeignet befunden wurde. In dem Buche Lessings wird eine Lehre verkündet, die mit einer positiven christlichen Glaube n s ü b e r z e u g u n g. schwer zu vereinigen ist, abgesehen von der, speziell von Katholiken unangenehm empfunden »'«'Figur des Patriarchen." — Die liberale Tageszeitung „Her Vaderland" meint, daß man nach solchen Gefichtsvunkteu awt den ..Komlet" verbieten müßte, ehenso Wiener Morgenzeitung Shakesspeares „Kaufmann von Venedig", in welchem Drama ein nnsympathischcr Jude auftritt, der von den jüdischen .Schülern unangenehm empfunden werde^ könnte. — Auch einige andere Zeitungen wenden'sich gegen diese einseitige Auffassung des Ministers. Ein interessanter Opernabend fand, wie uns aus Münch e n berichtet wird, aus der Buhne des Residenztheaters statt. Händels Pastorale „Acis und Galathea", das solch nur als Oratorium gehört wurde, ging auf dieser Bühne unter Leitung Bruno Walters in Szene, und der Versuch gelang außerordentlich. Das feine, wirksame Bühnenbild, von Prof. Pretorius entworfen, die einheitliche musikalische Stimmung des Abends und die wohlgebauten Arien und Chöre übten größte Wirkung, zumal die Wiedergabe vollkommen war. Außerdem gab es noch zwei delikate Erneuerungen alter Operneinakter: Die Buffo-Oper „La s e r v a p a t r o n a" von P e r g o l e s i und das Singspiel „Der Dorfbarbier" von Johann Schenk. Bruno Walter, dem dieser interessante und künstlerisch wertvolle Musikabend zu danken ist, war Gegenstand großer Ovationen. Neuerliche Verschiebung der Bahreuther Festspiele. Die Wiedereröffnung des Bahreuther Festspielhauses, die nach neunjähriger Unterbrechung im nächsten Jahre geplant war, wird erst im Jahre 1924 erfolgen können. In Bayreuth fand dieser Tage zwischen Siegfried Wagner, 'dem Verwaltungsrat der Deutschen Festspielstiftung Bayreuth, dem, Vertreter der Stadt Bayreuth und Sachverständigen der Festspielleitung die entscheidende Besprechung statt. Nach genauer Prüfung der technischen Einrichtungen stellten sich viel größere Schwierigkeiten heraus, als man angenomnren hatte. Es sind langwierige Arbeiten an der Ausgestaltung des Bühnenhauses nötig. - ' 16. Juni 1922 , _Rr. 12 iz , unter dem Zigeunertum der Fran, die einen literari» schen Salon hielt, mit jungen Dichtern schwärmerische Briefe wechselte, und berühmten Schriftstellern mit ihren schlechten Romanen -lästig wurde. Dadurch scheint Hera Mst)'r't l,'wie sich damals Frau Vessarcibo'narmte,'bei ihren Bekannten einen gewissen Reiz cmsgcübt z° haben. Heute ist sie eine'ältere, hagere^ Dame, die sich'mit großer Wortgewandtheit verteidigt. Auf eine Frage des Staatsanwalts nach i ihrer ehelichen Treue, antwortete sie: „Ich habe niemals mit fremden Mannern verkehrt." Bedenklich für die Angeklagte ist das Verhör über ihre zweite Ehe. Die Tochter sucht die'Mutter zu entlasten. Zeugen sind vorläufig noch nicht bernommen worden. Der Vorsitzende Gilbert, der auch im Prozeß L a n d r u präsidierte, hat diesmal Vorkehrungen; gegen den Andrang der, Neugierigen getroffen; Photographen werden nicht zngelassen; die Zahl der Zuhörer ist' beschränkt. Auf einem Seitcntische steht der Koffer,, 'in dem der blutige Körper des Toten cmfgeftmden wurde. Die Angeklagte scheint durch den Anblick dieses Beweisstückes nicht. besonders erschüttert zu sein. ra 0 wwmiitip Wien, s. Ranl’f'n*-'ieinsra<;«f' J Gesell"fisstunden von 9 bis 1 Uhr mm Gerhart Hauptmann und die Goethe-Gesellschaft. Aus Berlin wird uns mitgeteilt, daß Gerhart Haupt mann die Bitte der Berliner Ortsgruppe der Goethe-Gesellschaft, in die Vorstehung'dieser Gesellschaft einzutreten, mit Bestimmtheit abgeschlagen habe. Die Ablehnung ist darauf zurückzuführen, daß die Goethe-Gesellschaft gegenwärtig Einflüssen unterliegt, die Hauptmann nicht billigt. Der Kunstbeirat der Gemeinde Wie«. In der nächsten Sitzung des Gemeinderatsausschusses für allgemeine Angelegenheiten, der auch die st ä d t i s ch e n Sammlungen zu verwalten hat, kommt ein ‘für. Wien als Kunststadt sehr wichtiger Gegenstand zur Beratung. Die Wiener großen Kunstvereinigungen (Genossenschaft der bildenden Künstler, Sezession und Hagcnbund) haben nämlich angeregt, die Gemeinde möge unter Zuziehung eines K.unstrates einen Bebauungs- und Generalreguliernngsplan Herstellen, der sich aus Mitgliedern der genannten Körperschaften, ferner hervorragenden Kunstfreunden und. Kunstsammlern züsammensetzen soll. — Ein solcher Kunstrat würde gewiß Gewähr dafür bieten, daß bei Regulierungen, Zubairtey, Neubauten keine Stilwidrigkeiten unterkaufen, daß die Wiener Sammlungen auf der Höhe bleiben, daß bestimmte Plätze, Straßen und Einzelgebäude ihr charakteristisches Gepräge behalten und daß vor allem di.e köstlichen Kleinodien Altwiens nach Tunlichkeit erhalten bleiben. Es ist in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten in Wien viel gesündigt worden. Man braucht nur an die Abtragung des herrlichen alten Kriegsministeriums und an den verunglückten .Bau des neuen zu erinnern.— Die Schaffung des gedachten Kunstbeirates ist für die künstlerische Entwicklung Wiens von großer Bedeutung. Ein amerikanisches Künstvermächtnis. Aus Los Angelos in Kalifornien wird dem „Künstwanderer" gemeldet, daß der amerikanische Finanzmagnat und Kunstliebhaber Henry E. Huntington der amerikanischen Nation eine wundervolle Kunstsammlung zu vermachen gedenkt, die auf 15 Millionen Dollar eingeschätzt wird. Die Schenkung schließt auch die berühmte Huntingtonsche Bibliothek ein, die für die Vereinigten Staaten einen besonderen Wert hat, da sie das Original derj Autobiographie Benjamin Franklins enthält. Kunstsammlung und Bibliothek werden noch im Laufe des Sommers der Nation zugänglich gemacht. Bereiy Freie jüdische Volksbühne. Die vierte ordentliche Generalversammlung findet Sonntag den 16. d. um halb 10 Uhr vormittags im Augarten-Kino, 2.' Bez., Untere Augartenstraße 28, mit folgender. Tagesordnung statt: 1. Eröffnung (Obmann Dr. F. St-ernberg). 2. Berichte: q) Tätigkeitsbericht (Sekretär I. B a l t u ch); b) Kassabericht (Kassier M. G o l d s ch m i d t); c) Revisionsbericht. 4. Statutenabänderung. 4. Referat: Das jüdische Theaterproblem (M. Singer). 6. Neuwaylen. Jüdische Zeitschriften, geschmackvoll gebunden: „Der Jude", herausgegeben von.Dr. M. Buber; 1. Jahrg. kompl. geb. 375 Mark, 2. Jahrg. 225 Mark, 3. bis 6. Jahrg. je 150 Mark. — „Jerubbaal", eine Zeitschrift der jüdischen Jugend, herausgegeben von Dr. S. Bernfeld. 1. Jahrg. kompl, geb. 100 Mark. Erhältlich in der Buchhandlung R. Löwit (Dr. Präger), 1. Bez., Rotenturmstraße 22. Gerichtssaal. Der Pariser Gatteumordprozeß. Aus Paris Wird uns gemeldet: Der Prozeß gegen Frau Bessärabo wegen Gattenmordes ^^gann nicht mit so sensationellen Enthüllungen, wie es die Neugier erwartet, hat. Die Angeklagte wurde zunächst sehr ausführlich über ihre e r st e' E h e befragt, da der Staatsanwalt die Absicht zu haben scheint, daS Schuldkonto der Fratz Befsarabo auch mit dem Tode, ihresersten Mannes zu belasten.,-Bisher ist ein Bewis - für. diese Annahme micht erchcachtworlyckc- ÄnS den vorgelesenen. Briefen läßt - sich mur folgern, daß/ Frau Befsarabo - eine energische .und geschäftsgewandte Frau gewesen ist, während ihr erster Mann ein unglücklichor Nenrastheniker war. Gegenseitige Beschuldignr:2'.l führten zu Zerwürfnissen, die dann wieder Mt Berlöbnmw endeten. Der Magn . litt Gestempelte Krone — —63 Centimes. Auszahlung Wien — — .02Vr Centimes. In Zürich notierte die österreichische Krön: . . . -.02-'/, (—.0H«4 om 14. Juni), die lsterr. gerempelte Krone. —.03 (--.C33/4 am 14. Juni) die tschechische Krone . ... i0ö5 (lC.Oj am 14. Juni) die Mark. ........ l.68'/, ( 1.70 am 14. Juni) Agram . . . . .. l.so (1.83 am 14. Juni) Sofia.. 3.67 ( 3.60 am 14. Juni) Budapest. . —.52 (-.50 am 14. Juni) Warschau.. —.12'/, (-.12 am 14. Juni) Berliner Börse. Berlin, 15. 5uni. Geringe Schrrankungen am Devi'en*' rnarkle konnlen der. Essektenbörse keine Anregung für eine b'ewndere Tendenzrichtung geben. Infolgedessen beherrschte große Lustlosigkcit den Markt und das wenige Angebot, das auf Realisalionen von der Spekulation herrührie, fand nur zu niedrigen Kursen Ausnahme. Im allgemeinen beliefen sich, die Veiluste auf 10 b s 40% Erheblicher, gedrückt waren Stettiner Vulkan», Kammersm-, Stöhr-, Laurahiitte- und deutschen Waffen- Aklien. Schifichrls- und Bank-Aktien ve^änderten sich nur wenig. Kans,-Aktien büßten etwa 15% ein. Auf dem Rentenm^rkt bestand lediglich für ungarische Papiere Interesse die: von spekulativer Seite zu weiter anziehenden Kursen gekauft wurden, namenil'ch ungarische Goldrenten. Oesierreichische Werte wiesen nur geringsügige Aen'erringen aus. Deusche Anleihen behaupteten ihren Preisstand. _ Serabfetzrmg des Dankdiskonks in England. Aus L o n d o n den 15. Sum wird berichtet: Die Bank von England har den Diskont von 4% auf 3l/2°/o Hera b g e f e h t. Dar »ft bereits die zweite Ermäßigung des Diskonts in diesem Jahre und ist als Zeichen der G.'lhflüisigkeit. in England anzusehen. Die industrielle Krise in England hat. die Nachfrage nach Geld stark reduziert, es besteht kein so großer Bedarf, wie er sich in Zeilen gesteig'erier Produktion für Investitionen und Erweiterung von industriellen Anlagen geltend macht. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint das Interesse Englands und des englischen Finanzkapitals an der russischen und mitteleuropäischen Sanirrung als durch eine gesunde Geschäsispolitik dikiieri. Im übrigen war die nach dem Kriege vorgenommene wiederholte Erhöhung des Bankdiskonls eine Maßnahme im Kampfe gegen die Inflation. Die Kerabfetzung des Diskonts tjt als ein Beweis dafür anzusehen, daß jener Zweck erreicht wurde, umsomehr als der Pfund- Kurs von der alten Partial zum Dollar (4.86'6) nicht mehr weit entfernt ist. _ Die Devisenkurse. Hlirtch, 15. Juni. (Devisenkurse. — Miigeteilt von der Schweizerischen Kreditanstalt.) Berlin 1.68% (1.70). Lolland 204.65 (204.50). N.'w°Nork 524.75 (525.50), London 23.51 (23.51), Paris 46.40 (46.17), Mailand 26.60 (26.10), Brüssel 43.40 (43.15), Kopenhagen 114.50 (115.60), Stockholm 136.25 (136.-), Christicmia 90.50 (90.70), Madrid 82.65 (82.75), Buenos Aires 190.— (190.—), Prag 10.05 (10.05), Budapest —.52 (—.50), Agram 1.80(1.8$), Sofia 3.67 (3.60), Warschau —.12% (—.13), Wien Geld --.02% (-.03). Wien Ware —(—.—), Oesterr. gest. Kronen Geld —.03% (—.03*/4), Oesterr. gest. Kronen Ware . ( Berlin» 15. Juni. (Devisenkurse.) Wien altes Wien . abgestempelt 1.73 (1.77), Prag 597.25 (598.75). Budapest 30.71 (30.79).' Berlin» 15. Juni. (Kurse der Devisenzen lrale.) Noten: Doll ir 309.65 (310.35), Pfund 1393.50 (1396.50), Italienische 1568.25 (1571.75), Polnische 7.20 (7.20). Tschecho). slowakische 595.25 (596.75), Alte österreichische — Oesterr. gestempelte 2.02 (2.15). Amsterdam» 15. Juni. (Devisenkurse.) . London 11.50 (11.49), Berlin 0.83 (0.82%), Paris 2->.73 (22.55), Schweiz 48.90 (49-), Wien 0.0152 (0.014V). Kopenhngsn 56.10 (56.15). Stockholm 66.60 (66.50), Christianja 44.10(4450), New-York 257.-(257.-). Brüssel 21.20(21.50) Madrid 40.50 (40,50), Italien 12.90 (12.90). Budapest 0.83 0»26)..