Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1212 (16.6.1922)
- Date
- 1922-06-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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' Seite 2 Wien- Frellag WieM Myrgertzeltuttden 250 Millionen französischen Franken hat dann die Regierung das * Budget zu reorganisieren uüd das Defizit zum Verschwinden zu bringen, In den gestrigen Beratungen wurde über die Unterlagen,'die einer solchen Anleihe als Garantie dienen sollen, beraten. Unter der Voraussetzung eines Notenumlaufes von 50Ö Milliarden Kronen und eines Stabilisierungskurses von 1 französischen Franken, ist gleich 1OOO Kronen, sind also folgende Summen in französischen Franken auszubringen: - Millionen französische Franken Aktienkapital . 100 Notenumlauf abzüglich der als gedeckt angesehenen 13O-Milliarden, die für Kom- ' merzzwecke gegen Wechsel ausgegeben- - wurden . 370 Hür Budgetsanierung. . . ... . . 250 720 ‘ Ills gesichert im Inland gelten: ' Aktienkapital ............ 100 Für die Notenbedeckung stehen zur Verfügung: 35 Millionen Gold aus der Liquidation der österreichisch-ungarischen Bank, 48 Millionen französische Franken französischer Kredit, 100 Millionen Lire italienischer Kredit ........ 180 50 Millionen französische Franken (Wert der Devisenbestände der Devisenzentrale) 50 Fehlen znr Bedeckung des Notenumlaufes 140 Millionen; diese werden von den Großbanken, Mittelbanken, Bank- und Kommissionsfirmen ausgebracht durch eine im Inland aufzulegende Valutaanleihe . . . . ..... . . 140 ' 470~^ Die Aufbringung der Mittel zur Budget s a n i er u n g in der Höhe von 250 Millionen sind der auswärtigen Valuta-Anleihe Vorbehalten. Das Statut den neuen Notenbank tuird sicki im Wesen an das der Oestrreichisch-ungarischen Bank anlehnen, es werden jedoch Garantien geschaffen werden, daß die Regierung ihren Kredit bei der Notenbank nicht mißbraucht. Das bequeme Auskunftsmittel durch Hinterlegung von Schatzscheinen Geld zu bekommen und Noten drucken zu lassest, wird nicht mehr angewendet werden können. Die Notenbank wird eine Privatbank fein und der Regierung nur den Einfluß zustehen, auf best sie lediglich als Aufsichtsbehörde -und als Großaktionarm Anspruch erheben darf. : Für die Zeichner der Vülüta-Anleihe sind 'weitgehende Begünstigungen, unter anderem Steueramnestie usw., vorgesehen. Prager BlatterstiMMen. Prag, 15. Juni. Die Blätter besprechen die Lage in Oesterreich und begrüßen die Gründung der Notenbank als einen Mi der Selbsthilfe. „Narodni Politika" schreibt u. a.: „Gestern kam jene große Ueberraschung, die Tat des Kanzlers Seipel. Die Mitteilung von einer Sanierungsaktion wirkte mit voller Ueberraschung. Dieser Plan hat in Wien wie ein Wunder gewirkt; der Pessimismus der letzten Tage ist einem hoffnungsvollen Optimismus gewichen. Mrliche Sachverständige haben immer behauptet, Oesterreich fei wirtschaftlich eines normalen Lebens fähig, es bedürfe bloß des Willens zu unvermeidlichen Opferst und hauptsächlich der Kraft der Bevölkerung, vorübergehend auch schwere Opfer zur Erreichung des späteren Gemeinwohles zu tragen. Was Dr. Seipel unternimmt, ist ein Versuch,- dessen Erfolg nicht verbürgt ist, aber jedenfalls bedeutet er eine Wendung, eine achtunggebietende Tat, die' neuerlich beweist, welcher Führer die Staaten bedürfen, wenn sie erfolgreich regiert werden sollen. Der „Venkov" schreibt, daß die Gründung der Notenbank nach Ablehnung des Anschlusses als letztes Mittel notwendig wurde. Die.Wendung in der-Lage Oesterreichs könnte sehr viel für die Vereinfachung der mitteleuropäischen Situation bedeuten. Die „P.r a g e r Presse" weist auf die Wichtigkeit des Beamtendbbaues hin, der erfolgen müsse, wenn die Frage der Währung gelöst werden solle. Die fortgesetzten Rufe nach auswärtiger Hilfe werden die zur Hilfe bereiten Staaten und auch die Tschecho-Slowakei nicht aus der Reserve hervorlocken, solange noch die Möglichkeit zur Selbsthilfe besteht. Der „Sozialdemokrat" betont die Wichtigkeit deö österreichischen Problems für die Tschecho-Slowakei, deren' Machthaber nun endlich erkennen müssen, daß das frivole verbrecherische Spiel der Mächte der Welt mit Oesterreich auch einen Frevel an der Tschecho-Slowakei selbst bedeute und daß der Ruin Oesterreichs nicht ohne die furchtbarsten Folgen fiir die Wirtschaft und das Volk der Tschecho-Slowakei bleiben könnte. Die tschecho-slowakische Mrtschafts- und Finanzpolitik sei nicht unschuldig an dem gegenwärtigen Schicksal Oesterreichs. Morgan bei LLoyd George. Erörterung der Welt-Finanzlage. Paris, 15. Juni. Der Londoner Berichterstatter der „Chicago Tribüne" berichtet, der amerikanische Bankier M o r g a n sei von Lloyd G e o r g e eingeladen worden, Ende der-Woche mit ihm die F ln a n z l a g e d e r W e l t zu erörtern. Llyod George wünsche, die Ansicht der amerikanischen Bankiers über die europäischen Angelegenheiten im allgemeine«' kennen zu lernen. AeSer die Zuden Südafrikas. Interview mit Dr. Schmarja Lewin. Dr. Schmarja Lews n, der eben von einer . - . .erfolgreichen, fünf Monate lqngem Reise für den ' . ' Keren Hajessod auZ /Südafrika .zurück- ‘ v :v ' gekehrt ist, hat dem Londoner. J.-Korrespondenten der I. P, Z. folgende Schilderung seiner- - Eindrücke von den Juden Südafrikas gegeben: Es. gibt 'in' Südafrikä auf einen: ungeheuren' Territo^ rinnt ungefähr 45.000 Juden. Sie leben fast alle ist den Städten, und. größere Gemeinden findet n:an nur in Transvaal und .her.Kapckolonie. Fast 90 Prozent der Juden Südafrikas sind Nachkommen von russischen, insbesondere von litauischest Juden. Es gibt nur Wenige tausende englischer und -detttscher Juden- Man kann hier die gleiche Erscheinung'beobachten wie in Amerika. Die Elemente aus Osteuropa-trügen in sich noch eiste'abgerundete jüdische Welt und'M' Sehnsucht nach' ihrer Verwirklichung; die anderen sind fast ganz taub für den Ruf nach nationaler Wiedergeburt. Während z. B. in Deutschland in den letzten 30 Jahren-M jüdischen Bewußtsein eine ungeheure Revolution vor sich, gegangen ist und die Jugend immer ntehr dem Judentum zustrebt, sind die deutschen Juden in Südafrika von dieser Erscheinung völlig unberührt und auf jenem Standpunkt geblieben, auf dem sie zur Zeit der Einwanderung vor 40 oder 50 Jahren gestanden haben, nstr daß hier alle Farben.blasser und lebloser sind. Die ojteuropäischen Inden iw, Südafrika fühlet:' dagegen noch immer jüdischnational. Sie begreifen die zionistische Idee in ihrem Wesen und sind gerne bereit, an ihr aktiven Anteil zu nehmen. Vielleicht trägt dazu auch die Jugend.Südafrikas bei, das heute ein Land ist, das erst im Aushau begriffen ist und an dessen, Gestaltung verschiedene Elemente und Nassen teilnehmen. Vor ihren eigenen Augen, wird eit: Beispiel lebendig, wie eine Wüste in verhältnismäßig kurzer Zeit in ein blühendes Land verwandelt wird. Da sie bei. diesen: Aublnhen mitgeholfen,. da auch sie zu den . Eletnenten gehören, die es geschaffen haben, gewinnen sie Vertrauen zu ihrer eigenen.Kraft. Und weil die weiße Bevölkerung Südafrikas noch keine eigene starke Kultur hervorgebracht hat, fehlt ihnen auch, das Objekt einer begeisterungsvöllen Assimilation. Ich wollte diesen Zweig des jüdischen Volkes, der sich abgerissen hat -vom Stamm und über weite Meere sortgetrieben ist, das Bewußtsein bringendaß sie nicht abgerissen sind. Ich sprach über 'die Größe der jüdischen Ideen und Güter, .die alle unsere Generationen und alle unsere Volksteile' verbinden und versuchte das Ewige im Judentum zu berühren, woran wir alle gleichen Anteil haben. Denn wer den Wert des Judentums an sich innerlich erlebt, wer weiß, daß es in ihm lebendig ist und in ihm erhalten werden muß, der begreift auch., phnbtptziters, daßmaterielle Opfer nötig sind, um es zu erhalten/' und ich glaube, die Juden Südafrikas habe«-Mich, vexstquden. Auch mit den materiellen Erfolgen kann die Zionistische Organisation sehr zufrieden sein. Wenn man die Zahl der südafrikanischen' Juden in Betracht zieht, so känn man die Beteiligung dieser kleinen Gruppe mit 100.000 Pfund Sterling jährlich am Keren Hajessod ein führendes Beispiel nettnen. Aber in der gleichen Zeit haben dieselben Leute, die für den Keren Hajessod gearbeitet haben, eine „South Afriean Palestine EnteHmse Co." mit einem Kapital von 100.Ö00: Pfund Sterling gegründet und bereits registriert. Die Hälfte ber Aktien ist schon abgesetzt, und bis Ende dieses Jahres wird sicherlich das ganze Aktienkapital aufgebracht sein. Brief aus Lemberg. (Von unserem Korrespondenten.) - . , Lemberg, 12. $um;4922. Asfimilauten unter sich. — Einweihung des Genesungsheimes für jüdische Kriegerwaisen. Hilfsaktion - für die russischen Inden. — Nichtannahme einer Ordensauszeichnuug. . Es braucht" nicht erst weiterer Beweise dafür, daß. die ganze Weisheit der assimilatorischen Politik einem Kartenhaus gleichtwelches beim leisesten Anstoß in sich selbst zusammensältt. Einige hohle, patriotisch angehauchte' -Phrasen für die Gasse, recht viel SerVilisMüs .gegenüber Nichtjuden, vor allem aber die ungezügelte Ambition; siecht viele Ehrenämter 'ans leichte Weise zu ergattern, das sind die äußeren Merkmale, denen unsere „Israeliten" treüi bleiben. War man aber bisher gewöhnt, die Herrschaften wenigstens nach außen hin taktisch geeinigt auftreten zu sehen- ' so 'hat ' sich gegenwärtig dieses Bild auch in dieser' Hinsicht ' gründlich geändert. In den letzten-Monaten spielen sich im Lager/ dieser „Politiker" Vorgänge ab, die äus den unbeteiligten Beobachter einen ekelerregenden Eindruck Aachen müssen. -Man scheut dort'vor keiner Intrige,- ja,-vor feiner Denunziation zurück, uw -nur-seinen unbequenwn Nebenbuhler recht' gründlich zn Falle zu bringen. Einige Geschichtchen aus der letzten Zeit, -die recht ergötzlich klängen, wenn sie leider nicht gleichzeitigdie .jüdischen Interessen arg in Mitleidenschaft ziehen würden,bilden ein anschauliches Kommentar zn obiger Schilderung. Es sind zunächst mehrere Vorkommnissedie sich in Lemberg selbst abgespielt haben. . . , . '/.Vor allem die Angelegenheit der Knltus'gemefnde. Im Hinblick auf die Unmöglichkeit der Durchführung von Wahlen im gegenwärtigen Zeitpunkte bestrebte sich der Re gierüygskommissär, die Kultusrepräsentanz durch Berufung einer Reihe von geeigneten Personen lebensfähig zu machen und /auf . diese Weise, die desolaten Gemeindezustände zu sanieren. Es gelang ihm, dieprinzipielle Genehmigung des Stadtpräsidenten-zu erwirken, ' der sich auch eine Liste der zn Berufenden vorlegen ließ. ' /.'/"/ .-,/. Im letzten Augenblick kaMn die Wortführer.' des' jüdi schon Bürgerklnbs, der/sich,' ohne das; irgend jelnänß hinter -rhU-Mnött die Pertrewnü diir jüdischen Interessen urtögterte, 16. Juni'1922 Nr. 1212X und beeinflußten den Stadtpräsidenten, diese Liste ' nicht zu bestätigen, dg sonst die Gemeinde den Zionisten ausgeliefert würde. Kurz darauf wurde der jüdische Vizebürgermeister von der Regierung nach Warschau berufen, um dort als ständiger Beirat in wichtigen lvirtschaftlichen Angelegenheiten zu fungieret!. Ohne eine desipitive Antwort zu geben, tritt er dar .nt provisorisch qn, wobei er jedoch einen Teil der Woche in Lemberg verbringt: Kaum daß ein Tag verstrichen ist und schon meldeten sich die - verschiedensten. Assimilanten beim. Stadtpräsidenten als' Anwärter auf den angeblich erledigten Posten eines Bizebürgermeisters, und zwar solche Herren, die mit dem' bisherigen Mandatar in engster politischer und gesellschaftlicher Fühlung standen. ' ' Der Stadtpräsident teilte dies seinem jüdischen Kollegen mit uüd" unterließ es. nicht, seiner Verwunderung über da3 Vorgefallene Ausdruck zn geben. Nun die nächste Episode. Da/der hiesige Gemeinderat nicht aus Wahlen hervorgegangen ist, werden im Todesfälle neue Mitglieder kooptiert, wobei im Sinne einer Vereinbarung die. betreffenden politischen Gruppen das Vorschlagsrccht ausüben. Letzthin starb nun ein jüdischer Gemeinderat und wieder drängte sich dieser, Bürgerklnb ans den Plan, ohne daß wenigstens pro foro. interno Einigkeit bezüglich des Kandidaten herrschte. Als endlich ein unter den gegebenen Verhältnissen annehmbarer Kandidat von der Majorität der Klubmitgliedcr designiert war, fand sich einer aus der Gesellschaft, der sich beeilte, den..Betreffenden, der seit jeher im Dienste dxr Assimilation stand und den Zionismus stets bekämpft hat, an maßgebender Stelle als politisch verdächtig zn denunzieren. Er warf ihm vor/ zur Zeit der polnisch-ukrainischen Kämpfe im November 1918 den Ausruf des Lemberger jüdischen Bürgerkomitees in Angelegenheit der jüdischen Neutralität mitnnierschrieben zn haben.; Die Sejmwahlen stehen vor der Tür, es sind also gewisser-' * maßen Vorpostengefechte, die sich vor unseren Augen abspielen, sie lassen uns jedoch voraussehen, in welchen. Formen sich die Wahlagitation dieser Idealisten abspielen wird. Eine kleine, aber nette Gesellschaft wird sich da auf jeden Fäll zusatnMen- ' finden. > - * In den: in der Nachbarschaft bonSkole inmitten vonWäldern - malerisch gelegenen Gebirgsdorfe Debina würde am 11. Juni" ein Erholungsheim für jüdische Kriegerwaiseu, die ■ von ihren Eltern nicht nur das traditionelle Judenleid, sondern. ' auch, die Disposition zur Tuberkulose ererbt haben, eröffnet. Die. Anstalt befindet in dem vor Kriegsbeginn errichteten Ferien-/ ' heim des Lemberger jüdischen Ferienheimvereins, das von- -den; durchziehenden russischen und u n g a r i s ch e n T r u p-; p en mehrmals gründlich ausgeplündert wurde und seit jener : Zeit unbenutzt dastand. Im Einvernehmen mit dem Verein -beschloß das Zentralkomitee für jüdische Kriegerwaisen, den! Neubau.des Gebäudes, auf seine Kosten durchzuführen, wogegen j erfterer das ,Ferienheim zwecks/Errichtung einer Lungercheil,, j statte' für längere Zeit/ zur Verfügung 'stellte. Nun beherbergt. die nach den modernsten Prinzipien errichtete Institution seit, mehreren Monaten, 50 Kinder aus verschiedenen Waisenhäusern. - Ostgaliziens und die in dieser Zeit erzielten Resultate dürfen läüt'. ärztlichem Gutachten als überatls erfreulich bezeichnet werden. Dank der. entsprechenden Behandlung, wobei vor allcni die Fr eili e geh allen in Betracht kommen, wurde hei allen Kindern eine namhafte Besserung erzielt und fast alle Patienten sind fieberfrei. Der Aufenthalt im Crholungsheiin dauert drei bis sechs Monate, nach Bedarf länger. Die Leitung der Anstalt wurde einem auf diesem Gebiete sehr erfahrenen ' :Pädagogen, Phil. Dr. Werber, übertragen, dem eine gexschulte Krankenschwester, Fräulein Feßler, zur Sette steht. .-Um das Zustandekommen des Werkes haben sich nebst dem leider zu früh, verstorbenen Sekretär des Zentralkomitees ^David Rubenzahl die Präsideniin des Kuratoriums, Frau Emma Lilien, der Leiter der sanitären Aktion des Joint, 'Doktor K ö h n, und der Sekretär Dr. Jmmerdauer, verdient - gemacht. Zur Einweihnngsfeier hatte sich außer dem Kura- -torium eine Reihe von Gästen aus Lemberg, Stryj und Skole emgefnnden. - * - Die vor einigen Wochen hier in Angriff genommene -Rettungsaktion für die notleidenden Juden Ruß- Alands hat in den letzten Tagen einen sehr erfreulichen Aufschwung genommen. Es. hat sich eine Reihe von neuen Mitarbeitern in den Dienst der Aktion gestellt, und das unter der! Leitung des Prof. Dr. Hau s n e r, der Frau B a r n ch i n und Frau Prof. Scho r r stehende Arbeitskomitee' umfaßt Vertreter fast sämtlicher politischer Gruppierungen. Die Aktion hat .auch außerhalb Lembergs große Popularität gewonnen und täglich laufen aus verschiedenen Städten Ostgalizie'ns größere :Geldüberweisungen ein. Sehr schöne Resultate wurden bisher in Stanislan, Buczacz, Czortkov, Uscie Zielone, Tluste, Stryj und Tarnopol erzielt.. Eine sehr verdienstvolle Propaganda ientfalten die jüdischen Blatter „Chwila" und „Tagblatt", auch die Zionistische Exekutive hat einen Aufruf veröffentlicht. Am Schebontfeste wurden in vielen Synagogen hier und anderwärts entsprechende Ansprachen gehalten, die einen bedeutender: Erfolg erzielten. Letzthin gaben die hier weilenden Künstler Mali Pieon und Jakob Kalich im jüdischen Theater eine Benefizvorstellung zugunsten dieser Aktion, die ein namhaftes Erträgnis lieferte. Dr., Hausner hielt dann von der Bühne ,eine die Wichtigkeit der Sache beleuchtende Ansprache und forderte das Publikum auf, dem Komitee werktätig zur Seite zu stehen. Bisher wttrd.en von hier aus etwa 100 Lebensmittel- -Pakete durch Vermittlung des amerikanischen Roten Kreuzes an.. notleidende jüdische Familien überwiesen. . * Vor einiger Zöit lM der polnische StaatSchef eine größere Zahl Ordensauszeichnungen für besondere Verdienste um die Neuaufrichtltng des.pofmschelt /Staates Perliehen. Wie bekannt, hät der Fürstbischof von Krckkan die ihm vUliehcne Auszeich- - .rm'ng als seinem Range Nicht' enisprechend' -nrnckäeivMm Mn-