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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-15 · Heft 1211 (15.6.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1211 (15.6.1922)
Date
1922-06-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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‘‘C’').,1 ff Seite 6 Wien/DoynerStag ssienxr. ^MeMerr>ttri) ■jfe t. ■A fvienstag (mit Ausnahme von Feiertagen) zwischen 9 üriO 12 Uhr vinntzttgs für Parteien zu sprechen. T ■ * Sitzungen Im Rathaus. Vor -er am Freitag ftöfis» lfind-n-en Sitzung des Gemeinderates findet um 4 Uhr nach» mistkagseme Sitzung des Gemeinderates als Landtag statt.' Fi * Skrahenbahnkarif. Keute, Donnerstag, gilt auf den itqdlijchen Straßenbahnen der Sonntags tarif. Es haben die Früh-, Kin» und Rückfahrscheine und Wochenkarten keine Gültigkeit. 1 * Die Verhandlungen mit den Straßenvahnvedlensteten. Wie wir gestern mitgeteilt haben, ist Mischen einer Gruppe der Straßenbahnbediensteten, den Fahrbediensteten nämlich, und -er Gemeinde ein Konflikt ausgebrochen, weil diese Gruppe den mit. dem Verband der Handels- und Transportarbeiter, den: sie selbst angehört, neu abgeschlossenen Kollektivvertrag mit der Begründung abgelehnt hat, daß er für sie eine ganz bedeutende Arbeitsbelastung bedeutet. Gestern erschien nun die ant Montag gewählte Abordnung der Opposition der -Straßenbahner beim Stadtrar Speiser im Rathaus und ersuchte ihy, mit ihr in Verhandlungen zu treten. Stadtrat Speiser machte die Delegierten auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die sich aus der Ablehnung des Kollektivvertrages.ergeben -würden, da die Straßenbahn trotz des erst vor einigen Tagen beschlossenen 15Ö Kronen-Tarifes einen Abgang von fünf Milliarden Kronen aufzuweisen haben wird, was auf die Zugeständnisse int neuen Kollektivvertrag und auf die inzwischen erfolgten Steigerungen aller Materialien zurückzuführcn ist. Die Abordnung begründet ihre ablehnende Haltung mit den schwieriges materiellen Verhältnissen und erklärte, daß die neue Arbeitsbelastung, die sich aus dem Vertrag ergebe, bei den Bediensteten auf den stärksten Widerstand stoße und deshalb neue Verhandlungen eingeleitet werden müssen. Unter Festhaltung des. prinzipiellen Standunktes der Gemeinde lud, hierauf Stadrat Speiser die Abordnung für heute vormittags, 10 Uhr, zu einer Besprechung ein, in welcher er sowohl den Standpunkt der Gemeinde als auch den neuen Kollektivvertrag eingehend erörtern wird. Von den heutigen Verhandlungen durste es abhängen, ob wir vor einem Streik der Fahrbediensteten stehen, aber auch — die vielleicht schon im Juli staitfindende neuerliche Erhöhung des Straßenbahntarifes. * Ein Kunstrat der Gemeinde Wien. Die Genossenschaft der bildenden Künstler, die Sezession und der Haaenbund haben eine gemeinsame Eingabe an die Gemeinde gerichtet, in der die künstlerische Entwicklung der Gemeinde Wien, vor allem die Herstellung eines Bebauungs- und Generalregulierüngsplanes, erörtert wird. Es wird vorgeschlageü, daß zu diesem Zwecke der Gemeinde ein Kunstrat beigegeben werdem-soll. Der Gemeinderatsausschuß für technische Angelegenheiten beschloß gestern« nach einem Referat des amtsführenden Stadtrates Siegel, daß dem Gemeinderat eine Vorlage unterbreitet werden soll, wonach ein solcher Kunstbeirat und die notwendigen Satzungen zu schaffen sind. Der zu schaffende Kunstbeiruat wird im Herbst seine Tätigkeit beginnen können. * Ende des Tramwaystreiks irr Innsbruck. Zwischen der Verwaltung und dem streikenden Personal der Lokalbahn Innsbruck ist ein Aeberejn kommen zustande gekommen, das *m großen und ganzen den Forderungen der Angesjelltenkta!t ReL» nung tragt. Seit gestern verkehren nc«ch nahezu zweiwöchiger Anlerbrechung wiederum die elektrische Slratzendakn sowie dieKungerburgbahn und die elektrische Tramway nach Kall und die Dampfträtnway nach Igls. Mil der Eröffnung des Verkehrs ist auch' eine.d e de u t e n ü e Preiserhöhung eingetceten. * Die neuen Telephynnummern deS Bundesministeriums stir Aenßeres sind 64.520 bis 61.525. * Wetterbericht. In den westlichen Eeilep Oesterreichs hat es sich teilweise ausgeheitert. Die Temperatur stieg,mittags über 20 Grad. In Wien und in den östlichen Teilen Oesterreichs blieb es meist bewölkt und ziemlich kühl. Wien hatte gestern frühmorgens etwas, Regen. Auch m Deutschland hält ziemlich kühles Wetter an. Voraussage: Meist bewölkt,/ zeitweise leichter Regen, kühl, mäßige oder lebhafte westliche Zhinde. * Ein wutverdachtiger Hund. Am 13. d. würde von Wachvrganen in der Kundmanngasse um 4 Uhr nachmittags ein rvüwerdächtiger Hund, sechs bis neun Monate alt, mit gelben Haaren, ohne Maulkorb und Leine, aufgegriffen und getötet. Leute, die von diesem Hunde gebissen öder deren Hunde-von ihm verletzt. wurden, werden in ihrem eigenen Interesse er-. sucht, sich beim Polizeikommissariat Landstraße zu melden. * Die Arm 2}ocftet Sturmkakastrophs. Die Londoner Blätter melden aus New Bork, daß dem letzten Sturme 75 Personen zum Opfer gefallen seien.- - * Flrrgrekord. Aus Dayton iOhio) wird gemeldet: Der Fssegerbauplmann Stevens ist. mittels-? Fallschirm aus einer Köhe von 7000 Metern unversehrt gelandet und hat damit alle bisherigen Rekords geschlagen. * Das Garlensest -es jüdischen Schuloerereins. Für das Sonntag den 18 d. um 3 Ahr nachmittags im I. Kaffeehaus, Prater Hauptallee 4, zugunsten des notleidenden jüdischen Schulwerkes staitfindende Gartenlest des S.üpischen ''K.ck uloereins haben sich namhafte jüdische Kuiis.'kwfte in selbstloser Weise zur Verfügung gestellt. Oberkantor Gerson .Margu li e s. von Prof. B r a s l a v s k y am Klavier begleitet, fingt, jüdische und hebräiscke Volkslieder. Opernfängeriy Fräulein Kannah S ch w atz wird drei hebräische Arien von Artur Wolf vortragen. Äul-usz Wolfsohns .Zwei Paraphrasen über altjüdische Volksweisen", die in Wien mit Begeisterung ausgenommen wurden, werden von der Klavier- Künstlerin: Fräulein Zofia Spatz gespielt. Auch der Vivlinvirtuose Rudolf L antpel (Kakoah-Orchefter) wirkt mit. Am 9 Ahr abends Tanz im Kasinosaal des 1. Kaffeehauses. Außerdem 'verschiedene originelle humoristische Arrangements. Besonders interessant/ dürste das palästincnsische Tomb o l a'-S p i ei '.Zud Dagim" werden. 'Verlosung einer reichhaltigen modernen hebräischen Bibliothek und Versteigerung von künstlerischen Wertgegenständen. Während der ganzen Dauer des Festes (Ende 12 Ahr nachts) großes Orchefierkonzert im Gatten. (Kapellmeister Kart Josef Nicht e r.) Restliche Karten im Sekretariat des Jüdischen Schuloeteins, H., Zirkusgasse 33, Zionistisches Landeskomitee, II., Taborstraße 20a, Administration der' „Wiener Morgenzeitung". U.. Taborstraße 1/3, der sämtlichen Wiener zionistischen Korporationen sowie bei allrn Mitgliedern des Vereines Erez Israel. * Spedttionen und Kommissionen» internationale -Lransporte aller Ar.^ Verzollungen, Einlagerungen, ' Streifungen sowie alle speditionsgeschäftlichen Transaktionen besorgen: Sie am besten durch die bekannte kulante Speditions- >vnd KommMonsfirma „Maawirim" Transport A.-G.. Zentrale : Men, I., Bauernmarkt 24 (Telephon Nr. 62-3-40). ,Das Unternehmen wurde in der letzten Zeit reorganisiert und den ,Erfordernissen dev Neuzeit in jeder Äwficht .angepaßt. Die!,Maawirim", welche sich schon über ganz Europa ausgedehnt hat, nahm bereits Fühlung mit Rußland, so daß demnächst : auch nach dieser Relation Speditionen zur Aufnahme gelangen werden/ Pas Unternehmen gewährt a u f Wunsch Warenbevor s ch N s s u n g>e NtvFÜr den Orient und Balkan unterhält das Unternehmen leiiLchren einen be!ttiwtchow«eöben Spezjalverkebr. ' « Dev jlldifchr Verein Aörd-Ost peränCaffe^ Samsi.ai den 17. d.. um 8 Ahr öbepjPs eitfc f^eilahabemir |m ©äaje -bes Kötels Continental anläßlich des 1.5jährigen Bestandes des Vereines. Bedeutende KUnftkräfe haben ihre Mitwirkung zugesagt. , . * Schulnachriehten. O essentllche K'a n d e l ss ch u l e A i l i n a. Prospekte und Ausnahme der Schüler und . Schülerinnen tn die zwei-, und einjährigen. Tageskurse und in die Sonderkurte des 75; Schüljahrrs 1922/23 in der Schul- Kanzlei. I,. Rauhensteingasle 5: Telephon 6075. — O e s l e n tlichesReformrealgymnasium für, M ä dch e n, ,A.,Kollandstrahe 4, staatlich fubpentionievf. 7. .. Vereine, Vorträge und Versammlungen. . . A r a n i a. Keute, Donnerstag. 5 Abr (Größer Saal): Be- . Herrscher der Lüft». 5 Ahr (Kleiner Saal): Aus der Wunder» wett der Elektrizilät. V-8 Abr (Großer Saal): Aus der Glanzzeit der heiteren Wiener Musik. V-8 Ahr (Kleiner Saal):. Konzertabtnd. Austührende: Leo B t r k e n f e l'k (Klavier), Pbilhalmoniker Gustav K i n z l (Violine^ lltS Uhr (Kurssaql): Sckritsteller Dr. Raul S i, f a n : E. T. A. Koffmann. Der Dichter. Und Mufiker. l/S Uhr (Klubsaal): Kanns N e ug e d a u e r: Artur Schnitzler. Keren Kajemeth l'Israel. Jüdischer Nalionalsonds, ^aborstraße 59. T'Iephon Nr.' 40.3*16. Spcnd^nausweis Nr. 8/4 vom 12. bis 13. Juni 1922" K. 81029.-. Zm Lahre 1922 insgesamt K. 11,165.542.19. — Zentrale: Gold. Buch Prof. Rosenfeld: Sammlung Slavko Käufer 6000, Sammlung S. Mayer 800, Sammlung Adolf Weiler 1250, Sammlung Algdar Berger 1300, Div. 200. Än^ätzlich Vermahlung Jonas und Chana Drestner tKuty) 1000; Ernst Zucker (Parsch) '2000. Os. Waschih lTriksl) 2159 : 2. Bezirk: Fami.lie Fanni und Salo Kohl, anläßlich Kochzeit Kohl-Preis 5000; 3. Bezirk : Tempels. Veth-Kakneset 1l,100. , Tschernjakov 1000; 6. Bezirk •. Julius Ehrlich 3Q00; 7. Bezirk: Dr. Rosa Dlaustein 4000; 8. Bezirk d. -Z. G. V. Jord.mia: Paul Bachrach (Landshut in Bayern) 12.000» Ei Rosner 750 : 9. Bezirk: M. Appel: Teileibaüm. Lubecchy & Co. 10.300,. Cilli Mader a. N. Josef Groß, Oswiczim ant. Geb. Tag 3000; 19. Bezirk: d. Kostal Dr. Werner: Georg Lang 3000; Poale Zion : Nolhan Groß-Kain: S. Rubaschoff 5000; Seph. Gemeinde: Verein Iehuda Kaleni: San:st>. am 8. Jnüi 1922 8170, Cäsar Danon 1000. ' und 8300 K. für ein Mlo' Beiried,' Lungen- und. Rostbräien ,betragen/ verkauft' werden darf. Das Marktamt ’ üitd > das Kriegs-, wücheramt wurden angewiesen,' die Einhaltung dieser Preise strengstens zu überwachen und insbesondere darauf, zu achten, daß daS amtlich zugewiesene Fleisch nicht etwa zu den höheren .Preisen des im freien Verkehr beschafften Gefrierfleisches, verkauft werde. Der Marktbericht Neue Preiserhöhungen für einzelne Fleisch- und Fcttsorten. , Gegen alle Erwartungen sind' gestern die Preise für einzelne Fleisch- und Fettsorten weiter in die Höhe. gegangen.« Schon die Erhöhungen auf dem vorgestrigen Borstenviehmarkt mußten als nicht gerechtfertigt., bezeichnet, werden, da ebenso wie auf dem letzten RilchermgrA nuch...fluf dem Schweinemarkt der gryßte Teil des Austriebes ausd ehr Jul an de stammte und die in den letzten Tagen. eingetretene 'Steigerung der, fremden Zahlungsmittel u i'ch t als Grund für hie Preiserhöhuugen angeführt werden konnte. Im gestrigen Engrosverkehr in der Großmarkthalle verteuerten sich Schweinefleisch ' um 6st0 K., Schweine um 400 bis W K., - Selchfleisch >üm- 600 , K.,-Ziegen, um 100 K., Schafe, um 400 K. pro Kilyhräjum... Mllitzer /notierten. PrimasqrM Rindfleisch um 100 'Kalhfleisch um 200, K. pro Kilogramm. Im Kleinverkauf verbilligte.. sich''Rindfleisch (mindere, ,und mittlere. Sorten) um 200. bis 300. K. pro. Kilogramm. Dagegen verteuerten sich weiter extreme^ Sorten Kalbfleisch um.200. K.,. Schnitzclfleisch um den gleichen Betrag, Schweinefleisch um ,'600 K., Selchfleisch um. 600. Ä., ' Schmalz um 200 K. pro Kilogramm. Im Vergleich zur Vor-. Woche hat sich Speck und Filz um nicht weniger als um.190,0. bis 2200 Kbeim Kilogramm'im Preise erhöht. In der Groß-' Markthalle herrschte überaus starker Verkehr, die größte Nachfrage herrschte nach „billigeren" Sorten.'Von auswärts waren vier Waggons mit verschiedcuen Fleischgattungen angekommen, von denen drei aus Steiermark und einer gps Tirol stammten. In. der Großmarkthalle galten im Detailverköuf folgende Preise -für ein Kilograinni: Rindfleisch 3800 bis 6100'K., Bra-' ten. 4800 bis 7600 K., Kalbfleisch 4000 bis 6200 K.. Schriitzelfleisch. 7000 .bis'8000 Kh Schweinefleisch 4600 .bis- 7200/K., Speck 8000 bis 8200 K., Bauchfilz 8500 K., Selchfleisch 6000 bis 7600 K., Pferdefleisch 3000 bis 3200 K., Schmalz 5600 K., Gefrierrindfleisch: vorderes 2660 K., hinteres. 2900 K., Bratenfleisch 33Ül) K. Auf den Grünwarenmärften bewirkten-die reichlichen Zufuhren -leichte Preisrückgänge bei einzelnen Artikeln. - Namentlich Salat, .Kohlrabi und Spinat mußten billiger abgegeben Werden. Trotz der Preisnachlässe und .trotz des Feiertages, gestältete sich, der Absatz schleppend, das Publikum übte -chei'ter p as'siv e- R e s i st e-n z und man konnte, beobachten, wie eine Häüs.ftau. die andere zu überreden versuchte,, nur - die. allerdringendsten Artikel zu kaufen, da nur so der ersehnte. Preisabbau endlich beginnen könne. Besonders groß wardie Erregung über die weitere Hinaussetzung der Eierprei.se. Auf ' dem 'Näschmarkt' standen ^inländische' und ungarische'--Eier..in größeren Mengen zur Verfügung'.,Für inländische Eier sorberte man-einen Stückpreis von 230 bis 240 St,, für ungarische mit der Begründung der Va'.lut.enhausse der letzten.TTage. so- ' gär bis 295. K^Begreislicherwelse .blieb, der größte. Teil, der' Eser zu.diesen Preisen unanbringlich. Man erwartks,. däßrssch in ' den allernächsten Tagen - die .Maßnahmen der. Regsthung auch.auf.dem Lebensmitielmarft wirksam machen müssend7/.■*, PrM vpn MfrierrindflDM .' Amtlich wird verlautbart:' Aus -Anlaßverschiedener -Äst-- - fragen - wird ausdrücklich aufmerksam. gemacht, daß -das ^Mti-. 'lW-'-gusgegebene' Geftier-Rindfleisch unbedingt nur .zü..dtM^! amtlich .ftstgesetztssn. Preisep, die ab. 14., d.^26M, .K«, Hr,'das- KflygLamm Vordere/ 2W.& für ein Kilogramm '.Hinteres.. .,0oi8cnelr 8cnvi.veirei»i. wien. Sonntag den 18. Juni 1922 im I. Caf61ia'us, Präter Hauptallee 4 (Garten und Kasinösaäl) rosses mit originellem künstlerischen Programm u. Tarn Mitwirkung hervorragender jüdischer Kansikrfifte, Orchedier* konzert and Tanzkapelle. Jüdische Cat-enn Mormiline Volkslieder gesungen v, Oberkantor; "örSUIItlldiyUlicS} am Klavier:. Dnoolatfolrt/ Hebräische Kinderchöre, palä- Professor «tinensischeReigen, Aufführung des biblischen Kinderspieles „David w’Goliath“, Vorlosung einer reichhaltigen hehrlischen Bibliothek and anderer Wertgegenstände, Vergntignngehütten, Joxpost n. 's. w. Beginn : 3 Uhr nachm. Ende: 12 Uhr nachts. Karten ä K 600.— im Vorverkauf: Sekretariat des Jüdischen Schnlvereins, II., Zlrknsgasse 83, Zionistisches Landeskotnitee, II., Tnborstrasso Sflft, Administration der „Wiener Morgonzeiinng“, II., Tabörstrasse 1/3,.sowie hei sämtlichen zionistischen Korporationen nnd bei den Mitgliedern des Vereines Erez Israel. An der Kassa K 800.— Im Falle ungünstiger Witterung behalten die gelösten -Kalten ihre Gültigkeit für.Sonniag den LS., bezw. Donnerstag den 29. Juni 1922 (Feiertag). -9574 Bühne und Kunst. Neue Wiener Bühne. Gastspiel Max Gülstorfs. Diese AuMhrung der Neuen Wiener Bühne zeigfl daß auch unter den schwierigsten Verhältnissen gutes Theater hnöglich ist. Die. Mitglieder der Neuen Wiener. Bühne pti< einigen sich mit dein geschätzten Gaste zu einem wirklich mustergültigen Ensemble. Alle sind vortrefflich und Ernst W urms er erweist sich sogar als Darsteller ersten Ranges^ Eourteline, Gogol und Tschechow ergeben einen erquicklichen Dreiklang. Die ingrimmige Satire auf die „Aufrechterhaltung der-öffentlichen Ordnung", Courtelines Groteske „Der unerbittliche Wachmann", eröffnet den: Reigen. Max Gülstorfs gibt, den Baron, der das Opfer des amtsbeflissenen, größenwahnsinnigen, von seiner Sendung durchdrungenen Wachmannes wird. Dieser außerordentliche Charakterkomiker formt eine merkwürdige Gestalt. Mau begegnet einem äußerlich steifen, innerlich mimosenhaften alten Herrn, der sich gar nicht sträubt, lächerlich zn sein, weil er selbst die Lächerlichkeiten der Gesellschaft gründlich kennt. Wenn er von seinem Hündchen spricht und einen : Sommerabend schildert, weiß man, daß er Kultur hat und., sehr überlegen ist, ' der geschniegelte/ dämliche Bürou Larade. Diese Figur bleibt haften, man vergißt sie nicht/ weil sie^ eine Schöpfung ist. Ernst W u r m s e r, der den Wachmann so spielt, daß die gesamte hochlöbliche Polizei.dem frechen Spott ihrer Schutzbefohlenen rettungslos verfallen ist, und Fritz S ch r e ck e r stehen dem Künstler vollwertig zur Seite.' Wer Gogols Komödie „D i e S Pie l e x" -ftn- Burgtheater, sah, lernt sie erst hier kennen. Gülstorfs-stellt sich als erstrangiger Spielleiter vor.'Jedes Mitglied der^Spitz- L'ubengesellschaft ist scharf Umrissen, alle heiteren Möglichkeiten des Stückes (z. B. jene, die sich aus der Figur des hlnmp verschmitzten Dieners . ergeben) sind genützt,. und auch. dex Einfallden Kellner Alexej zu einer jüdischen Charge zu machen, bereichert das Spiä um eine amüsante Nuance. Ein Obergauner mit Bauchansätz und . Spießerallüren, mit dem Brustton her Ueberzdugung und breiter,' warmer Gemütlichkeit — so sieht G ü l st o r f f s Ansührex der Spielerbande aus. Die Herren L o v r i c, H e n drichs, Uiberacker, Smhtt, Schrecker,. Farkas und R u d o l ph.müssen alle als durchaus trefflich hervorgehoben werden. Ernst Wurmser aber, der den alten Glow unvergleichlich spielt, läßt in Augenblicken'das ganze ausgezeichnete Enseylble vergessen. Zum iSchlüß Tschechows „Heiratsantrag". Hier spielt Gülstorfs seintzU höchsten Trumps aus. Sein H'eiratswerber'Ivan — .schon in der äußeren Erscheinung zwerchfellerschütternd — ist eine unerhörte Mischung von Pedanterie und hlonder Sentinrentälität, von putziger Mondscheinmilde und cholerischer Streiffucht, von starrem Selhstvewuhtsein und. knieweicher. Unterwürfigkeit. Man.lacht Kranen. : M a r i a Ei s, die: einzige Dame, die an diesem löblichen Herrenabend der Neuen Wiener Bühne mittat, ist ihm:-eine Partnerin von Rang, und auch Ernst; Wurmser wieder vorzüglich. Es war ein literarischer-Abend, der,- nach der Aufnahme zu schließm, hoffentlich trotzdem, daß er auch künstlerisch wertvoll ist, emschlagen wird. O. A. . Renaissance-Bühne. h,Der Liebestrank." Von Frank Wedekiüd.) ' ' ' Warum diese Burleske oder Groteske» dieses tolle Wirbel.: spiel die bieder-sanfte Bezeichnung „Schwank"-trägt,, ist schwer einzusehen. Aber, in und an diesem Stück ist gar wianches nicht einzusehen. Es geht wild und närrisch zu. Der alte-Fürst Roposchin — die Handlung spielt im zarischen Rußlandhat. sich, in. die. Tochter seines verstorbenen Kriegßrqmerfldeü, die in sei?- nem. Hause, Schujz gesucht, heftig. verliebt u,nh h'estellt .einen-. Zirküskünstler als '^Hhüslehrer" ,;für seine .'Söhne,' weit dieser Abenteurer Zigennerblnt in sich hat, und Fürst Rppvschliß genau , weiß, daß die Zigeuner einen unfehlbar, wirkenden Liebestrank; brauen können. Durch Drohungen und -Kesterhaft nsürhe. ge-, '/macht,':kocht,der. zum Zauberer eviiamite, Allnstxeiter einen . Hankr' erklärt sijn'tz Wirkung' aber, dar aN. WünVe'M. daß' M

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