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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-15 · Heft 1211 (15.6.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1211 (15.6.1922)
Date
1922-06-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite'2 Wien, Donnerstag MWWKOK- 15. Juni 1922 Malul drückend ist;. es givt?4Utfc' Me''.^o^d^W^e'fügte r-Baracke (Aus dem jüdischen Arbeiterleben'in Palästina.) S. Jaffa, Ende Mai. Auf dem „Wischen Kwisch", der Chaussee, die vor eknem Jahre jüdische Hände gebaut haben und die von Haifa nach Nazareth führt, läuft das Auto durch bas Tal des Kischon und steigt dann auf einen kleinert HLhestzng, der sich in die Ebene Jesreel hineinschiebt. Schon von weitem erblickt män von dort ans die kleinen weißen Punkte zweier Zeltlager. Tas sind Zeichen jüdischer' Pioniertätigkeit. Das eine zieht sich unweit der. Straße am Derghang hinauf, das andere liegt aus einer kleinen" Bodenschwelle, mitten in der Ebene, deren schwarze Erde, meist frisch geackert, kiinftige Fruchtbarkeit erwarten läßt/ Es ist .der eine Teil jerrer Terrains, die der jüdische Nätiö-' nalfonds im Vorjahre erworben hat. Wie eine Lagerstadft aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges nehmen sich dieserunden und viereckigen Zelte aus, die da gut aneinander-' geschlossen in das einsame Landschaftsbild Belebung bringen. Hier und dort guckt ein roter Fleck aus den weißen Pünktchen hervor und zeigt an, daß sich dort auch schon ein festeres Gebäude erhebt. DaS Automobil hält'unterhalb des Berglagers und setzt einige Passagiere ab. Es sind Bewohner oder Besucher der neuerstehenden Siedlung, die vorläufig nach dem biblischen Geländenamen „Nähalal" oder nach dem benachbarten arabischen Dorfe „Malul" genannt wird. Oben am Hang der galiläischen Berge, in die von hier/ die Straße führt, hat der „Kibuz" seine Zelte aüfgeschlagen. Der Kibuz ist die Vereinigung des „Haschomer Hazmr", der Jugendorganisation Galiziens und Polens, die Palästina eine. Arbeiterschar von ganz eigenartigem Typus: gesandt hat. Jetzt find sie hier, um die Straßenanlagen zur ueUen Niederlassung und in derselben herzustellen. An' 106 Menschen ist diese Arbeitergruppe stark. Sie haben sich ' eine eigene Bäckerei, eine kleine Schmiede,, eine Nähstube errichtet, UM ihre Bedürfnisse möglichst in der eigenen / Wiktschüst befriedigen zu'können. Hier wie in jeder jüdi-' scher: Arlcitcrsiedlung ist natürlich die Küche und der ' offene Speiftraum der Mittelpunkt des Lebens und auch der Wanderer wendet seine Schritte zuerst dorthin, weil ' er weiß, daß er jederzeit gerne empfangen und bewirtet / wird. Im Lager selbst sind am Vormittag nur wenig / Leute: dir Handwerker, die Mädchen, welche in der Küche / arbeiten, eirk paar Leute, welche auf den Arzt zu warten ' haben. Ganz oben am Hügel errichtet man jetzt eine Ba-- racke, welche ore Krankenstube der neuen Siedlung därsteller. und 12 Betten enthalten soll. Vom Lager des Kibuz führt die Straße schnurgerade zuM künftigen Dorf. Wie ein weißes Band hebt sie' sich von dem dunklen Erdreich ringsum ab. An der Abzwei-' gnng von der Hauptstraße steht die Walze. Die oberste■/ Sttäßerrüecke ist. noch Nicht fertiggestellt und' der Schottev-' . Lelsg noch klchidür; me Sieme' gewinnt' man tst emKn" nähen Steinvr,»ch. Die Arbeit des Straßenbaues-ist koMpltzrerter att der Laie glauben möchte,doch'derKibÜzhat sich schon Uebung erworben. . Ein Drahizaun umgibt die sonst ganz offen daliegeyde.. SiÄung. Durch ein breites Tor treten wir auf essten gxo- / ßen. freien Platz, auf dem die Fuhrwerke und die paar Maschinen, welche schon angeschafft werden /konnten, /in! guter Ordnung ausgestellt sind. Hier wie überall in diesem Lager muß man die peinliche Sauberkeit und Sorgfalt be-' wundern,. welche die unter so schweren Bedingungen arbeitenden Einwohner sich angelegen sein laffen.- Die Elite der palästinensischen Arbeiterschaft ist . hier vereinigt. Leute, die schon 12 und 15 Jahre in Erez Israel. das harte Brot des Arbeiters essen — sie hatten es alle nicht not gehabt, sondern waren Studenten, welche ihr' Ideal von Land und Arbeit hergetrieben hat — sind hier vereinigt, um die neue Form der palästinensischen Bauernsiedlnng zu schassen. Nicht Kolonisten sollen hier hausen und t wirtschaften, Leute, wdlche den Ertrag des Bodens durch die körperliche Arbeit anderer, — meistens arabischer Kräfte, — erwerben, sondern s e l b st schaffende Bauern, die durch das Werk Srr er zenen Hände und die Ärücke g eno:se nsch o sil ichen Zusammenschluss es von der eigenen Scholle der- Unterhalt für sich und ihre Fa- , nulie ziehen, wollen. Tas ist das Prinzip der Moschawe- Ost'dj«». das streng? auch aus die nichtbauerlichen Mitglieder der Siedlung angewendet wird, wie Arzt, Lehrer usw., dulen es nicht rrianb^ sein wird. Dienstboten zu halten. . Die Schwierigkeiten, mit denen die Siedlung zu ', kämpfen hat, sind sehr groß. Einer von den Ungezählten,, die an allem und jedem in Erez Israel und insbesondere/ an dem, was die zionistische Leitung tut, fortwährend Kritik üben, hat mir gesagt: „Da wird man 1090 Pfund hinauswerfen, um einen Bauer in Nahahal anzusiedeln und es wird doch nichts Helsen. Ruft einmal russische, oder, deutsche Bauern her und gebt ihnen 60 Pfund Und' sie" werden sich in die Erde eingräben, im ersten Jahr hungern und im zweiten Jahr schon ernten und sich langsam eine Wirtschaft zu bgiren anfangen!" Das ist ebenso unrichtig vom russischen oder deutschen Bauern wie'vön dem ) jüdischen geurteilt. Pie wird' jener anfangen können, eine Landwirtschaft zu betreiben ohne ausreichendes Zug-' Vieh, nie wird er „sich in die Erde eingrahe'n"j sondern er wird etwa ans Holz zu hauen beginnen, und das' kostet hier mehr Geld als drüben, - und stetswird er einer ge-' wissen Summe zur Lebenshaltung für sich und seine Fa-, milie bedürfen. Und wie leben jene Wischen Arbeiter, denen mau, natürlich auch.noch nicht Zeinen .entfernten.. Bruchteil. der für ihre.Ansiedlung berechneten Kosten zur.' Verfügung stellest konnte?, Ske .Hohstün; ausnahmslos. W? Zelten, durch die der hier Htsl. heftige Mmd weht,, währettd/ in den Mittagsstunden der Äüftstthalt, . .jm Zelte - recht' mst Zregeldach — der. Stall für die Trere; das rst/em genügesther Beweis für den. Ernstder Leute und für ihr 'Verasttwortlichkeitsgesi'chl. .-Mer..-wollte esjener - Nörgler . vielleicht. gär ühel nchmM - dast man > ei-M kyistzige^HMbude -gebaut hat für den Nächwüchs der?Siedltzng, .fur den K i ttijCi.tß ci/r ’| c xt$ Wer U' dresett klMU -Mtnß-WiliÄt -- hat. ustd sieht, wie mit. kleinen, Mitteln, Mit ein-paar hübschen "Biwetn, ein wenig- Spielzeug,- winzigen- Äobeln,. lein kultivierter Arbeiterstand hier für die Jugend...sorgt,, der..wird nicht.- mehr >.so -leicht seine Kritik an Wirtschaft--, lichen -und unwirtschaftlichen.,..Einrichtungen-übM. .-Die. Lebensführung ist mehr als -bescheiden. In der gemeinsanlen Küche wird wohlrkäum Mckhr gekocht,, gls. nötig ist, um.> die..Genossen bei. Kräftem-zu..erhalten..Genügsamer kann, auch ein anderer Arbeiter nicht leben. . Malul m u ß etwaspwerden. Picht'nur, weil NM. aus: die. hier , versammeltest Menschen - vertrauen .kann,, syndern well,/ein Versagen/der maßgehenden öffesttlichen Faktoren,, welche die junge Siedlung zu fördern haben- -den Zusastl- - menbruch vieler, vieler Hoffnungen bedeuten würde. Das 'kann nur der / ermessest-Äer.^nitgesühlt hat^äls es vor einigen Monaten hieß, die .Gründung der Arbeitersiedlung 'mllsse--.aus Geldmangel auft.>ein oder zwei Jahre zurückgesitellt Werden; eine Welle von Entmutigung.ging durch die /Schar -der palästinensischen- Landarbeiterschaft, -die : in / Malul das Symbol dev« eigenen Zukunft sieht. - / . ü .In dem - Speisezelt de.r Moshaw hängt, der von einem -! bedeutenden Architekten.. . Entworfene. Plan der fertigen /Siedlung. Er ist technisch interessant, weil er die moderne /Durcharbeitung eines . Uralten Siedlnngsprinzips. dar- / stellt, des sogenannten Hausendorses. Im Innersten des Dorfes liegen an den-zwei sich kreuzenden Hauptstraßen /die-Lffentlichen Institutionen, Gemeindehaus, Schule usw. Im Kreise unr diese gruppieren sich die Wohnhäuser der nichtbäuerlichen. Dorfi-nsassm,-wie Lehrer, Arzt und, der- - 'gleichen, .jedes mit einem -entsprechend - großen --Stück-- Gartenland, ausgestüttet. Eine kreisförmige Straße-scheidet diesen Kern von dem übrigen Teile: Jeder Bauer, hat vor seinem Gute Platz für einen kleinen Blumengarten, an Wohnhaus und Wirtschastsräume -schließt sich ein größer Gemüseustd' Dbftgärtest an.Und dänn folgt in Sektionen das Ackerland. Ein großer Streifen ist die Gemeindeweide. ' Die'Malul zunächst liegende Siedlung ist' Merck) a w j a h. Dort wurde vor etwa zehn Jahren der Versuchtmit der Oppenhe/im.erschen Siedlungsgenossenschaft gewacht/ Er ist im allgemeinen als mißglückt zu bezeichnen. Ustd' doch wird niemand, der die kleine ÄnsiMUng - dort auch mir / flüchtig betrachtet. — 'es befinden sich in Merchäwjcrh jetzt eine Kwuzah,/einige selbständige Wirtschafter und-eine-Versuchsstatidn des Keren Kajecketh behauptendaß die AnstrengüNgett von damüls sticht doch -zü mäg e^ mit Mälul;:jn# es sich vorstellft äbök Hhbrt^ heute ist'' es ' wieder eiM neue PösitiÄr'- -in-' -^t-'Mi-rchseWg "V8S LändeS mitjMfcheoArbeit.''- ' -"c - -; . : ■ ■.:/'/-' Oesterreich 7:;;," Rationarrat. - ‘ - Die nächste . Sitzmrg deS: Natjo/nalrates - findet - Mittwoch den 21. d., 3 - Uhr nachmittagsmit folgender Tagesordnung, statt) - 1> Antrag Wimmer , und ^Genossen betreffend die Einlösung her Pferde mit .,,H"-Btzzeichnung, 2. Antrag'der Äbgeordnetert Deutsch und.Genossen auf Erhöhung der Mittendes Bündes-Wyhn- und Sichlungsfynds/' 3. Antrag der. Abgeordneten Hanusch, Widholz, / Smitkä und ' Genossen. betreffend Gleichstellung der. Krankenversicherung der Landes- und Ge- ' i meindeangestellten mit der Krankenversicherüng der Büstdesanqcstelltcn. 4. Fortsetzung der Verhandlungen über das Gesetz -stressend den unlauteren Wettbewerb. D er Aemterabbau. Wie wir erführenhat der Bundesministdr füv s 0 zi al eV er w a linst g durch eisten Erlaßdie -Tätigkeit der Unterhaltsbezügkommissionen in. Hallein, Sw Johanni. P. - und Zell'am See eingestellt und/deren Geschäfte aus die Unterhaltsbezirkskommission Salzburg Umgebung übertragen. Gleichzeitig sind die Landesregierungen über Auftrag de8 Ministers neuerdings eingeladen worden, Vorschläge über die Aüfldssttng' weiterer UntrhaltskockmissioNen umgehend zu erstatten. Die in Wien bestehenden Kommisiionen sind bereits bis auf zwei abgebant, während von Niederösterreich Land von ursprünglich 19 KönnstjMkM stuv - mehr fünft bestehen. Es ist zu gewärtigen, daß inrtzer kürzestest Zeit die übrigen Uyterhaltskommissionen aufgelassen werden können^.,,. ^lMerausschüß des , ansfchüsies. In.her unter Vorsitz des Obmannes >Dr. R' e s ch gestern abgehaltenen Sitzung des Untewusschusses zur Beratung, eines- Gesetzes betreffend Abänderung des Kriegsgeschadigtenfondsgesetzes erstattete Abgeordneter Rieger auf Gnmdder -Negierüngsöorläge, des Antrages H ö Iz l und des JnNätivantrckges Dr. Resch'eist' neues Referat) ist dem' alle drev Entwürfe teilweise berücksichtigt find. Dieser Referentenantrag würde mit üNitzen- -Aenderungen -angestotstmen.' Das Sch«l»kse« ia Tirol. - Innsbruck, 14. Juni./. Der Landtag hat heute in . nyhPU/. -WOsind Mex, Abändernngen>. .hes - Laube s sch u l g.. e s.e tz. e ß ./oersttest, und zahlreiche' -Gesetz-! -nrtM U'Mi nesteni.ZsaMstg W-.Schulausschuffes. in Men sdMLesungenangenommen. Die von derM i-tt'd-eTh'ei.t- : heMM NNMrungMMMHurdM a b s-e.l eb M.. 7^.-.. - Tfchecho - Slowakei. Der neue ÄeMag der kleinen Entente London, li Junll (Wölft.).. Die „Times" veröfsentlichM eKe Untexhed'üng, die ihr Wiener Berichterstatter mit dem Ministerptäsidenten Dr, Benesch in Agram hatte. Danach erklärte Benes'ch: In meinen Gesprächen mit P asie und Nin cic'sind wir übereingekommen, den neuen Vertrag aus fester Grundlage zur Aufrechterhaltuttg des politischen Systenrs im südlichen Zentraleuropa abznschließen. Der Vertrag ist nur ein Bündnis.zur V erteid.igung des Vertrag e s v 0 n T r i a n 0 n. In einer, neuen Gestalt wird er allgemeinen Charakter haben und die gegenseitige Unterstützung in den-auswärtigen Beziehungen der drei Länder nach .allen Richtungen hin garantieren. .Alls diese Weise wird der Vertrag den Vorteil habest, daß. er nicht gegen ein bestimmtes Land gerichtet ist. Er soll für ' eine längere Periode, w a h r s ch e i n l i ch f ü r f ü n sz e h n I a h r e, abgeschlossen werden. Die Erneuerung des Vertrages mit Rumänien kommt erst im nächsten Jahre in Frage. Zweifellos wird auch dieser Vertrag auf derselben Grundlage errichtet werden. Angarn. DLe KabinektsbLldrmg. Budapest, 14. Juni. (Tel.-Komp.) Bezüglich der Zu» j sanltnensctzung des. neuen Kabinettsverlautet, daß .Stephan /: v. Rak 0 vsky das Portefeuille ftir Inneres und Jntlenminister Grüs K l e b e l 8 b e r g das Kultüsportesestille übernehmest wird. Der jetzige Kultusminister Dr. B a s 5! dürfte wahrscheinlich Volkswohlsahrtsminister werden. Der bisherige Handels- sowie Justizminister werden aus dem /Kabinett scheiden. Zum' Handelsminister dürfte Baton Lers ernannt werden. > BtzaMtenaSbau. Budapest, 1^.. Juni. (Tel.-Komft) Der Ministerrat wird sich noch im'Laufe dieser Woche mit der Frage der großzügigen Beamtenentlasfnnge'n befassen. Es handelt sich um den sofortigen Abbau von mehr äls 40.000 Staatsbeamten, die nach ihrer eigenen Wahl entweder pensioniert werden oder einmalige Abfertigung'erhalten, sollen. Die Staatskäsftn wurden bereits angewiesen,-'den. aus der EntlässuNgsliste befindlichen Beamtest am l. 'Juli/ bloß 60 Prozent ihrer bisherigen Bezüge auszubezählen und ' den Rest von der Pension, beziehungsweise der Abfertigung abzuziehen. / Polen. Der jüdische Klub und die Regierungs- - 7 7-7 Warschau, .13. Juni (Tel. d. „Wr. Morgenzmiurrg".)-. Der Staatschef empfing die Vertreter sämtlicher Sejm-. klrchs, um ihren Atändpunkt zur gegenwärtigen Staats- -, krise kennen zu lernen. In einer besonderen Audienz >mp-/ sing der Staatschef auch die Vertreter des jüdischen Sejm-, kluhs, die Abgeordneten Grünbaum, Hirschhorn, J a r b st e i n und'M e n d e'l s s 0 h n. Eiiigangs der. Konferenz erklärte Abg. G r ü nb a ü m /die'-Münde, warum vier Vertreter des'jüdischen Klubs erschienen sind. Der jüdische Klub repräsentiere verschiedene Pärteischäftie-/ rustgen, und aus diesem Grunde habe er es für notwendig'! erachtet, Vertreter sämtlicher durch ihn repräsentierter '! Parteischattierungen zu entsenden. HieraA bemerkte der Staatschef, es sei ihm bekannt, .daß der jüdische Klub in' mehrere Parteien zerfalle, ähnlich wie es so Manche wustscheu, daß auch er (der Staatschef) in 60 Teile geteilt werden soll Nach dieser witzigen Einleitung erklärte nun der. Staatschef die Grundewarum er die jüdischen Vertreter eingeladen habe. Er wolle sich nämlich bei allen Sejmklubs über die gegenwärtige Situation orientteren. Da im Sinne der kleinen Verfassung die Regierung dtlrch den Staatsches iM vollsten Einvernehmen mit dem Sejm geschaffen werden soll, wolle er erfahren, wer. von diesen, zwei Faktor m die Initiative ergreifen kann. Abg. Grün bäum > stellte fest, daß nach Ansicht des jüdischen Klubs der Staats- .! chef die Regierung einsetzen solle, die vor dem Sejm zu erscheinen und/..na.ch Klarlegung ihres Programms, das . Pe-rtrauensvotum zu. verlangen hatte. Die bisherige Praxis war eine ganz andere. Durch die /Einführung der oberwähnten Einrichtung würde vielleicht die Möglichkeit der Durchführung der Verfassung, geschaffen sein. Es wäre nberhaupt ratsam, wenn die Verfassimgsartikel, die am 17. März beschlossen würden, endlich einmal ins Leben tre-, test kostnsen. Im Verlaufe seiner weiteren Auseinandersetzungen auf die Frage des StaütsHefs, ob im Sejm die Möglichkeit Vorhänden sei, eine stabile RegieruNgsinajdrität im Falle der Schaffung eines parlamentarischen Kabinetts/ / zu schaffen, erklärte Abg. Grünbaum, daß ein wichtiges - Moment, welches die Schaffung einer Parlamentsmajorität behindere, in der.Ignorierung der Klubs der nationalen Minderheiten, insbesondere des jüdischen Klubs, zu suchen - sei. Da diese Klubs bei den Abstimmungen das Zünglein an der Wage Hilden, könne keine Regierung auf pine sichere Majorität rechnen. Im gegenwärtigen Moment sei die Schaffung einer Parlamentsmajorität zweifelhaft. Für jeden Fall erachte eZ der jüdische Klub für möglich, daß eine Negierung, die vor das Parlament mit einest: bestimn:- : ten Programm.kommen wird,, auf..eine -Konsolidierug.rech- / nen kann. Hieraufchemerkte der Staatschef, daß man gegen-, wgrtig an Ue /SHvffung eines 'Kabinetss /mit; eineck 'H,e-' stimmten PjZvgramck nicht denkest könne, da mam demnächst 1 in den Wablkamps tretest wird: .Es gehe nur um.dtz D/üM.'

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