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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-14 · Heft 1210 (14.6.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1210 (14.6.1922)
Date
1922-06-14
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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:>rvrr.p^^r^v -w .'..TT^^^^T« Nr. 1210 Wien, Mittwoch /»"•"■■■ - ■■.■"■'■"...'... "- ■''■ "•■■ ‘ ■' ' ~m " "'"rrr 'r 'r1'" fahrsmesse. werden a H »* WvK n u n a s i n h q h e r. die Teile ihrer Wohnung vorübergehend an Meffebeiucher abgeben wollen, ersucht, diese .Räumlichkeiten ehestens, iedenfalls noch vor der Abreise in die' Sommeririscke. beim Wohnungsnachweis der Wiener Messt. VH.. Museumstraße 1, anzumelden. * Klafsenlotterts. Samstag den 17. d. um 6 llbr vormiitaas findet im Ziehungssaale der GeneraldireKtlon der .Gtastslotterien in Wien, l!>. Mayercaiie 1, Parterre, die Bffert* liche Einzühlunq ter 16O.OOO Röllchen mit» den Nummern sämtlicher Aiaslenioie ins Rummemmd und der 3750 Röllcken mit den spielvlamnäßigrn Gewinnen der l. Klasse ins Gewinnrqd statt. ' * Oeskerretchlsche ZoNftellen in Karlsbad und Marleyhad. Das Bundesgesekblatt vom 14. d. veröffenltickt ein» Kundmachung des Rundesminisler'ums filr Fwan'en vom fl. d.,/betretsend die Errichtung ösiemichischer Zollstellen in Äoriebad ,ckd Marientwd sil, die Zeit vom 16. Juni Hislö-Sep» tember 19S8, die das nach österreichischen Bestimmunosiiaiionen autgegebene Rrisegepäck der Zollabsertigung zu unterziehen, bähen. , * Aeifevorscheilken t« das Vaud Baden. Die deMlcke Paßstelle teilt mit! Au-liwder. und Staatenlose, die sich in einem Orte'de« Landes Boden länger als drei * Tage ontholien wollen" bedürfen hiezu einer bezirk amtlichen Erlaubnis (Aufenihoit^bescheinifluna). Diese Erlaubnis ist bei einem Äuientbalt von über 14 Taaen vor der Einreise einuiboien. Im übrigen alsWd nach der Anbunst. Ztiüändig für die Erteilung dieser Erlaubnis ist reaelmäßiq dos Bezirb-äml des erben Rette,tteles und bei, späterem. Aufenthaltawechsel da« Bezirksamt des Aufenthattsorlrs. Ausländer und Staatenlose, die den vnrsiedenden Bestimmunaen -zumidrrbondeln, werden einem erheblichen Zuschläge zu der Taxe für die Aufenthaltserlaubnis unterworfen. * Das Sekretariat des kebriittchan VeßrervLr-- bandrs teilt mit, daß, wie alljährlich so auch Heuer den hehräischen Lehrern der volle Anterrichtsivlm für die Fertemeit von zwei Monaten zutteht. Das Sekrelariat hofft, das; die Interessenten diesen seit Jahren bestehenden Beschluß berückiichtiaen werden. In Anbeirocht der zunehmenden Teuckung sah sich das Sekretariat gezwungen, den Anlerrichtslohn aus 2000 Ä, samt Fahrtvergütung pro Person zu erhöhen * Jüdisches Realgymnasium. Die Aufnahmsvrüfungen für die erste Klasse beqinnnen Mittwoch d°n 14. d. um 4 Uhr nachmittags im Schuliokal, i.. Drahtgasse 4. Bis zu diesem Zeitpunkte mutz die Schülerbeschreibupg bei Direktion eingelanat sein- Dse Prüfugastaxe (20Y0 Kl.1 ist vor Beging der Prüfung zu erlegen. Fedechil. samt Feder sind mitzührmgen. * Keine Balulareviston an der tschecho-slowakischen Grenze» Wie das «Prager Taghlatl* mfldel. bat das Finanzministerium mit Rücksicht auf die kommende Reisesaison bie regelmäßige P a l u t a r e v i s i o n an der Grenze aufgehoben. Tine solche Revision soll in Kinkunft mir in außerordentlichen Fällen s'a'tfindrn. . * Die Warenabgabe nur gegen fremde Valuta. Amtlich wird mitgeteilt: Mehrfach wurde in der letzten Zeit die. Wahrnehmung gemacht,, daß Geschäftsleute in völlig gesetzwidriger Weise die Bezahlung, von Waren in österreichischer Währung ablehnen und von den Kunden Erlag des/Kaufpreises in einer ausländischen Valuta begehren. Da ein derartiges Verhalten, welches eine schwere Schädigung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation durch das Vorgehen einzelner gewissenloser Händler charstellt, den bestehenden Vorschriften . widerspricht, wurden die Bezirkspolizeikommissarrate angewiesen, diesen Erscheinungen besonderes Augenmerk zuzuwenden und ■■iw jedem einzelnen Falle sofort die Strafamtshandlung mitaller Entschiedenheit einzuleiten. Eingestellte jy-stche Zeitungen in Mauen. Die - jüdische Tageszeitung „91 a j es, das Organ der unparteiischen Demokraten, hat mangels an Mitteln ihr Erscheinen eingestellt. Dje „A r b e i t r r z e i 1 u n g", das Or an der linken Paole Zion in Liiauen. wurde infolge ihrer extremen Kaltung von den litauischen Behörden eingestellt. (3. E. B.i ' * Russische Palästinafahrer via Rumänien, Die Exekutive der jüdischen Welthilfskonferenz erhielt von ihrem Burarester Delegierten Dr, Hermann die Mitteilung, aß die rumänische Regierung die Einreisebewilligung für den ersten TraKvort einer größeren Gruppe von Palästinafahrern aus Rußland erteilt hat. Der Vertreter in der Ukraine Dr. Adler bemüht sich nun bei den Sowjetbehörden um die Ausreisebewilligung für diesen Transport, der nach kurzem Aufenthalt in Rumänien die . Weiterreise nach P a lästina antreten muß. (I. C. B.) * Ein Kinema für Unterrichiszwecke der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina. Mit Unterstützung des Palästine Jmmigrants Welfare Committee veranstaltet der' Knlturrat der jüdischen Arbeiterschaft seit mehreren Monaten Unterrichtskurse für die Arbeiter im Emer Iesreel und der unteren Galiläa. Der Unterricht wird von einem Wanderlehrer« erteilt,, sein Gegenstand ist Heimatkunde, Fauna upd Flora Palästinas. Nunmehr hat Dr. Artur Ruppin dem Palestine Jmmigrants Welfare Commitee ein Kino mit belehrenden Filmen für die Zwecke dieses Unterrichtes zur Verfügung gestellt. (I. C. B.) * VauiättgNejr in Pglüstina. Per bekannte Londoner Bauunternehmer Mr. A. D a v i s weilt feit einiger Zeit in Palästina und imeressiert sich fiir die Inangriffnahme großer Bauuniernehmungen im Laiche. Er schloß probeweise einen Katifvernag auf ein mittelgroßes Grundstück, um in T alpiot. - den Bau der ersten vier Käufer in den nächsten vier Monaten auszussihren. Er sicherte sich gleichzeitig eine Option auf ein groszes Grundstück zwecks ssrbquimg von 36 Käufern innerhalb der ngchhsn 18 Monaie. iI. E. B.) - . ^/Rumänischer Hilssverein. Am 10. d. fand in den Räunreg der rumänischen Gesandtschaft in Wim die konstitnicrende Generalversammlung des RnmänWen Hilfsvereins statt, der sich dle Aufgabe gestellt hat, hilfsbedürftige rumänische Staatsangehörige jn. Oesterreich ohne Unterschied .der Konfession mit Rat m;d Tat;u unterstützen. Aus dem von Generalkonsul Greeeanll erstattete» Bericht geht hervor, daß die bisherigen Sqmmlungen ein befriedigendes Resultat.ergeben haben./Herrn Generalkonsul Gxeceynu wnde für seine bisherige Tatigmt der Dank.ausgesprochen. Das Protektorat des Vereins übernahm der Gesanvte Prinz Cantacuzena. Zn das Ehrenpräsidium wurden berufen hie Herren: Moritz toon Auffenbera-Komarov, Konstantin von. Isopescul-Crecnl, Legatiousrat Georä von Grifercea, Geiwral-' konsul Sebastian Greceanu und Generalxqt Max von Anhauch. Znm Präsideuteu wurde gewählt Generaldirektor Ludwig Horch, zu > Vizepräsidenten Legationsjekretär Engem Päpiniu, upd Vjzewnsnl Paunel. Zu Schriftführern: Rechtsantvalt DoK-' tor Heinx. Schwamm und Direktor Friedrich Homm, Zu-SchatzmMery: Direktor Jacques Kahane und Kr. Cpston Stoiceseu. . * Ankunft eiues. chiuesischeu ttdelegierte» in Wien. Herr ■ Pau-Chqn-Kan-Chu, Vertreter des chiuestschen' TaWattes in Schanghai „Shun Pao", Chefsekretär des weltlichen Studentmveremes in. Schanghai, der als chinesischer BoWdelegierter, zu der vorige Woche in Prag abgehaltenen Versammlung des „Bolksbundes" entsendet worden war, ist gestern ans Prag hser angökommen. Er beabsichtigt,, hier verschiedene Einrichtungen des Schul-, Unterrichts- und'Handelsweftns kennen zu lernen, insbesondere aitch den Fragen des Exports nach China Aufmerksamkeit zu widmen» - / Wiener Mdrgenzrrt«nK * Die Strafgewolt über die Sicherheftswache. AuS dem Rathaus wird mitgeteilt: Durch eine Verordnung des Bundesministeriums für Inneres vom 7. April wurde.die Dienststrafgewalt über Sicherheitswache und Kriminalbeamte neu geregelt. Heute brächte nun m Stadsenat Stadtrat Spöiser diese Verordnung zur Sprache und wies darauf hin, daß die erwähnte Regelung laut Art. 21 der Bundesverfassung im Wege eines Gesetzes hätte stattfinden sollen. Daraufhin beschloß der Stadtsenat, die. genannte Verordnung beinr Verfassüngsgerichtshof wegen Gesetzwidrigkeit auf Aufhebung zu klagen. Im Antrag heißt es, daß nicht nur die Rechte des Bürgermeisters als Landeshauptmann, sondern auch die Rechte der Angestellten beeinträchtigt wurden, denen es nicht gleichgültig sein kann, ob ihre diszrplillären Angtlegenheiten im Gesetzes- oder Verordnungswege geregelt werden. Dieses Commüntque aus dem Rathaus bezieht sich auf jene Verordnung, durch welche die Wiener Sicherheitswache dem früheren Bundeskanzler Schober, unterstellt wurde. Die Gemeinde Wien wird also gegen diese -Lösung Stellung nehmen. ' * Eine Kaffeehausrazzia. Gestern abends wurde im Cafe Palast, Atserstraße 9, eine Razzia vorgenommen, bei der 68 Personen zur Answeisleistung verhälten wurden, darunter fünf Frauen. Beschlagnahmt wurden: 364.000 K. 1000 Mark, 100 Lei, 100 Dinar, verschiedene Effekten, sowie Korrespondenzen und Nechnungsdokumente, welche den Organen des Steueramtes wichtige Anhaltspunkte für die Steüerbemessung gaben. Unter beit Beanständeten sind zwei Rechtsanwälte, vier Private, sieben Geschäftsagenten, sechs Kaufleute, zwei Ingenieure, zwei Fleischhauer, zwei Kellner, acht Studenten und eine große Anzahl Handelsangestellter. . Vereine, Portrßge und Versammlungen. Der Verein T i k w a i h/2 chuha und die zio n i ft t f et) e n Sektion e n Vl, Vif, ViH teilen mit, daß der. heutige Vereinsabend mit Vortrag des Kerrn-Oberbaurät Stricker wegen dringender Abreise desseiben enisältt. Räckslen Miilmych VereinsabeNd im Vereinsheim. VUI,, Bennovlotz 1. -*• Jüdische T i s ck g e s e! l stck a s t L a v dst r es; e. Morgen (Feiertqg) kein Borlrag. Am 22. d. Scholem leschem-Abend. — 3 ü d i sch e V o l k s b i b l i o t k o k Zion. Donnerstag den lS. d, iit die Bibliothek von 10 bis 12 Uhr geöffnet. — 3 ü d i s ch e r M i t t e l s cb ü l e r b u n d i n Wien. Keute. präzise'/,8 Uhr abends, im Jugendheim. IX., Berggaffe 7, Versammlung mit folgender Tagesördnuna: l. Die Aufgaben der jüdischen Jugend fReserenlen: Dx. Wttbe'm Stein, Dr, Lothar Kosmgnn):. 2. Kpnstisuierung der Arbeitsgruppen; 3. Allfälliges^ Ura ntt a. Keute Mlstwoch. 5 Uhr (Großer Saal): Unser Freund, der Kund. Dlarionettenkrieg. V»8 Ubr (Großer Saal): Zum ersten Mal : Uranla-Film: Beherrscher der Lüste. »/,8 Uhr (Kleiner Saal): Dozmt Dr. Dskar Ewald: Leo Tolstoi. .Vk8.Ubr (Äurssgal): Kosrat Dr. Keinrich Zimmermann; Das Porträt in alter und neuer Zeit. I. 7,5 Uhr (Klubfggl): Opernsänger Leopold Stöge'r-i Lieder» und Balladen» abends. h EmöhruW. Der WarkLbepicht Leichte Entspannnng aus dem Flgrschmarkt. Rach .den - wahnsichHür ' Preissteigerungen devletzten Woche auf dem Fleis^mDt ist gestern eine leichte Entspannung zu.verzeichnen, die darin Hreir Grund, hat, haß der vorgestrige Auftrieb auf dem Markte in St. Marx fast zur Gänze aus dem Inland stainrilte/und eine, starke Stagnation m Fleischkonsum eingetreten war. Im Großhandel ermäßigten sich heute bereits' mindere. und mittlere Fleischsorten um 200 bis 300 Kronen pro Kjlograntm. Iw Detailhandel blieben die. Preise noch unverändert ans der Höhe des Vortages, doch sind auch '.im Detailherkauf für die nächsten Daßo k e i jt e S t e i g e r u n» gen zu erwarten,.da das Hinaufschnellen der fremden Zahlungsmittel bei dem aus hem Inland stammenden Fleisch aus die Preisbildung diesmal keinen Einfluß ausübt. Eher darf mit weitereu Preisnachlässen für frisches Fleisch gerechnet werden, da der Verkehr gestern ganz belanglos war. Etwas größer war die Nachfrage' nach amerikanischem Gefrierrindfleisch, das wieder im Preise gestiegen ist. Vorderes Geftjerrindftejsch mit Zuwage stellte sich auf 2660, hinteres mit Zuwage auf 2900 und Bratenfleisch ohne Züwage auf 3300 Kronen pro Kilogramm-. Von ailswärts waren gestern vier Waggons mit Gefrierrindfleisth^ für die amtliche Berteilungsstelle eingetroffen. ' Auf den Grünwareumärkten sind' reichliche Vorräte zngeführt, trotzdem konnten sich die Preise des letzten Markttages behaupten, Das Publikum üb', passive Resistenz angesichts der hohen Preise und beschränkt sich auf den Einkauf der dringcpdsten Artikel. Häuptelsalat ntußte unter dem Druck des starken Angebots und der geringen Nachfrage um 400 Kronen pry Nagel billiger abgegeben 'werden. Italienische Frühkartoffel haben infolge des Steigens der fremden Zahlungsmittel im Preise etwas an'gezogch. Die Beschickung des Marktes inst Eiern ist nicht bedarfdeAend. ' Bühne und Kunst. Theater Ui der Josefstadt. OpItlSiel KM»« Man hat noch Frau Kpnstanttn in der ^Schule/der Kokottenin Erinnerung,, was für Käthe Dorsch ebensowenig günffig ist. wie ihr dje frische Erinnerung an Fram Roland nicht günstig war. als sie iich in der „Flamme" dem Wiener Publikum vorffWe. Dir Komödie „K t M" des Andrä Picard ist ziemlich belanglos, jireckrMe'ie öde und von ' weit besseren, verflucht ähnlichen stanzösischen Stücken in den Schatten gestellt. Auch das derbnajürliche, eingözogemanmuttge Partset Mde! der Hasttn ist nicht überwältigend. 3hr Kumor ist mitunter recht gezwungen, ,\k mimt eher einen Küchen» trampet als ein entzückendrajjtges Pariser Kind. Einige ausgezeichnete Augenblicke können nicht darüber hinwegtänschen. daß diele M Me Polle!ijr hie Küthe Dorsch ist. Joses 3 q r n o ist der angenehme Partner der Berliner Künstlerin, die lür lebdatlen Beifall danken kpnnte. 0. L 14. Juni 1922 Seite 7 Aus den Theatern. 3m B u r a t h e o t e r wird.morgen abends 7 Uhr ,D e > D u m m k o p f" geaeben. 3m Oper n th e ater gehen morgen «DieMetster s i n g e r v o n N ü r n d e r g" in Szene. - In der Vo > ksoper gastieren mvraen ln Verdlr »Troubadour- Herr Kammersänger Rudolf Ritter ale Manrleo. Fr tu Alma Tollmann als Azueena und Kerr Dragk. Krzic als Luna. Die Leonore singt Frau Pfiffer-Lax. Dirigent' Kerr de Stermich. 3m D e u t s ch e n V o l k s t h e a t e r wird morge i n iame Mensch e n* mit Alexander M o i s s I als Johannes Bitcherat gegeben. — 3n Aenderung des Ssleb planes gelangt Samstag den 17. d. Tolstois Drama »Der l e b e n d e L e i ch n a m" mit Alexander M o i s \ t a!s Fedje zur Wiederholung. 3m Raimund-Theater gelangt heute, 7 Ahr. Restroys Posse .L i e b e s a e f ch i ch t e n u n d K e i r a t s- -sacke n" zur Därsiellung: Freitag wird .K e d d o G a h r $ %*< an den nächsten Abenden dieser und der nächsten Woche »Da- Vermächtnis" gögeben. 3n der Urania geben Leo B I r k e n f e l d (Klavier) und Philharmoniker Gustav K i n a e l morgen. '/»L Ubr abends, im kleinen Saale einen Konzerlabend, an welchem Werke vor Schubert («Deutsche Fänze"), R. Slrquß, Chopin, Liszt und Kubay zur Aufführung gelangen. Metropol-Theater. In. ausgeze'tchneter Besetzung und geschickter Jnszertierung gelangte die Operette- „Frühlingslüft" nach her Musik von Josef Strauß wieder zur Aufführung. Die heitere Musik und die. lustige Handlung eignen sich vortrefflich für die Bühne eines Sommertheaters, und ein sehr starker Premierenersolg stellte sich ein. Von den Darstellern nennen wir Herrn Josef König, der als alter Knickebein eine groteske Figur schuf, ferner die urwüchsige Mizzi F r e i h a r d t und ganz besonders Herrn Waldemar als Kellner Nazi. Auch die Damen Gribl, Schulz und Kraus und hie Herren Vietora, Nästlberger und^ Kotanyi sangen und spielten ganz vorzüglich. Fräulein Else Strohlendors von der Staatsoper tanzte mit viel* Liebreiz die „G'schichten aus dem Wienerwald". Die, temperamentvolle und umsichtige Leitung durch Kapellmeister Max H e l l m a n n verdient alles Lob.' - flb. .. „König David" in Zürich, Wie der „Fisiukurier" zu berichten weiß, soll von Peinhard Sorge, dem im Kriege gefallenen, deutschen jungen Dichter, dessen Schauspiel „Der Bettler" mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet worden ist und' das vor einigen Jahren Max Reinhardt Gelegenheit zu einer seiner genialsten Regieleistungen gegeben hat, ein neues Drama „König David", das sich im Nachlaß vorgefunden hat, im Herbst 1922 in Zürich zur Uraufführung gelangen. Die „Wallenstelys Lager"-Auffühxungen im Belvedere- Park. Morgen findet um 10 Uhr abends auf der Freilichtbühne im Belvedere-Park die erste der beiden Festaufführungen von „Wallensteins Lager" statt. Die zweite Aufführung würde für Sonntag''festgesetzt. Beide Vorstellungen sind dem Deutschösterreichischen Pühuenvereim gewidmet. Als Darsteller wurden Mitglieder des Burgtheaterß und des Deutschen. PolkstheaterS gewonnen. Für die Komparserie haben sich mehr als hundert Studenten zur Verfügung gestellt,. Die „Wallenstems Lagers- Aufführung bringt insgesamt mehr als 200 Mitwirkende auf die Bühne und wird die erste Freilichtaufführung dieses Stückes in Wien sein. Der Prozetz der Fra« Besiaraby In Paris hat die. Verhandlung eines sensationellen Pro» zesses begonnen. Frau Vessarabo M angeklagt, ihren zweiten Mann, einen rumänischen Staatsangehörigen namens Weißmann, vor zwei Jahren. ermordet, in einen Koffer gepackt uttb postlagernd nach Nancy spediert zu Haben. Auch ihr erster Mannein Herr Jacques, ist vor Jahren eines gewaltsamen Todes gestorben. Man fand ihn eines Morgens mit durch- 4 schosfener Schläfe auf und nahm zum Trost der jungen Witwe Selbstmord an. Fxcnt Jacques, dje sich Dichterin nennt, widmete dem Toten einegereimte Grabschrift, in der sie ihn bat, auch ihr eine Rithestätte unter den stillen Bäumen zu bereiten, «feie reiste jedoch mit der Erbschaft und ihren-zwei Töchtern ' »nach Mexiko, wo sie sich.ftüher schon cherumgetrieben und ihren I ersten Mann kennen gelernt hatte, Bald fand sie dort auch den zweiten, den bereits erwähnten Weißmann, der sich entsprechend seiner Heimat am Pruth Bessarabo Kannte. Sowohl er. wie sie wähnten eine ausgezeichrtete Partie einzugehen, wurden jedoch beide enttäuscht. Das war der Beginn des Zer- \ würsnisses. Die ältere Tochter der Frau verheiratete sich tu '! Mexiko. Die jüngere, Mademoiselle Paule Jacques, die ihre» Stiefvater von Anfang an haßte, kehrte im Jahre 1916 mit i dem Ehepaar nach Paris zurück. Es gelang Herrn Bessarabo durch einige Börsenmanöver seine Finanzlage zn verbessern,! während seine Frau als barmherzige „Marraine" ihren Salon > unö ihr Herz den jungen Poiltts, besonders denen, die für die j Dichtkunst Verständnis Zeigten, öffnete. Denn wie schon er-; strähnt, sattelte Frau Bessarabo den Pegasus, Unter dem Pseudonym Hera Mirtel hat sie folgend? Bücher geschrieben, . die von ihrem Talent zeugen, ein Drama: „Apres k Voile", Gedichte: „Fleurs d'Ombres", sowie zwei Essais: „Sur so vrai Taine" und „Auguste Eomte und Schopenhauer". , , ' j Dies alles hinderte sie jedoch nicht, im März 1918 zu perj suchen, ihren Mann zu exwürgen. Dies führte zn einer Scheidungsklage. Nach einiger Zeit wurde wieder Friede geschlossen. Am 31. Juli /1920 sollte Bessarabo eine Summe von 600.000 Franken als Kommission für ein Petroleumgeschäft m Mexiko einkassieren. Seine Fxart hatte davon Kenntnis, denn er hatte - ihr den sechsten Teil der Summe als Abfindung im Falle eiukr - Trennung versprochen. Am 80. Juli spät abends fuhr er int Auto nach Hause und. wurde seither vermißt. Als die Polizei ihn in seiner Wohnung suchte uud die beiden Frauen verhörte, hatte sie bald de» wahre» Sachverhalt ausfindig gemacht. Die Frau hatte ihren Mann mit dem Revolver getötet und mit Hilfe der Tochter die Leiche nach der Bahn gebracht. Außerdem »sdCAtU

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