Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1209 (13.6.1922)
- Date
- 1922-06-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Öfltt 4 rsven, siensiag MÄ?ti,vi»0ettöttö 13. Juni 1922 Nr. 1209 * Das Wetter. Amtlicher Bericht r Gestern früh herrschte in Oesterreich trübes, kühles Wetter. Die Nicderfchlüge waren m »inzelnen Stationen eigiebiq, im allgemeinen aber gering. In« zwischen hat es sich teilweise a rsgeheitert. doch «st es noch ziemlich kühl aeblieben. Deutschland hat trübes Weiter bei nühlen nordwestlichen Winden. Voraussage: Veränderliche Bewölkung. zeitweise sonnig, etwas wärmer. * Diebstahl eines Rembranök-DemLldeS aus einem Museum« In der Nackt?um Pfinaslionnlaa wurde in dem württembergischem Museum der bildenden Künste m Stuttgart ein Einbruch verübt und aus der Galerie alter Meister das Gemälde «Paulus im Gefängnis« von Rembrandt gestohlen. Das gestohlene Gemälde, eines der wertvollsten der Gemäldegalerie. ist in Oel aus Eichenholz gemalt. 72'8 Zlm. hoch und S0 3 Ztm. breit Auf der linken unteren Seite. an der Sleindonk, tragt es d e Signierung „R. f. i» 37', aus d'M Blait Rembrandt fecrt". Sein Wert wird auf 5 Millionen Mark geschätzt. D«e Erbebvn'cn fir»h einpeleitet. * Die beiden Raubmorde in Men. Die Polizei hat beide Mörder ausgeforscht und verhaftet. Die Hausbesorgerin Rath wurde das Opfer des 25jährigen Schuhmachergehilfen Johann Latz, der Uhrmacher Hrdlicka, der ebenfalls feinen Verletzungen bereits erlegen ist, eines gewissen Schüller. Beide Täter sind geständig und wurden dem Landesgerichte emgeliefert. * Der jüdische Verein Dord-Ost veranstaltet Samstag den 17. d um 8 Uhr abends eine Festakademie im S'ale des Kötels Continental anläßlich des löjähr'gen Bestandes des Vereines. Bedeutende Kunslkräste haben ihre Mitwirkung Zugesagt. __ Keren Kajerneth l'Israel. «Mischer Nalionalfonds, II., Taborstratze 59. Telephon 4tr. 40-3-16. Ausweis Nr. 8/3 vom 9. bis 11. Juni 1922 K. 96.172.20. Zm Jahre 1922 insgesamt K. 11,083.513.19.— 1. Bezirk: Dr. Io'ef Löwy 1000.— 2. Bezirk: Beth. .Belh Israel' (abzgl. 1970 für Inkasso): Birken 10.000. A. Luft, Wikler, Reich je 3000, I. Stein 2000, K. Drüber 1500, Goldderg, Goldklong. V. Seinfeld. Barschak, Nutzbaum, M. Kohn, G. Kelwmg, Grüner, Goldfeld, Ampel, König je 1000, Kleiner, M. Eisenklamm, Kerzberg, Dr. I. Landmann jun., Metzger, Weizenbaum, Feil, M. Singer, Weinberger, Kerzhof! je 500, Div. 800, Div. 100, B. Dislenseld 60>>, D. Londmann 700, M. Müller 2491, Ignaz Sinnreich 1000, Josef Teilelbaum 1400. David Markscheid 5089, S. D. Albach^ry 1041. Richard K'üger 1600, S. Grünberg 500, S. Kaufmann 2000, Dw. 3775 20; 4. und b. DM: Verein „Machsika Thora" 4620; 9. D.'irk: Hugo Brunner 15L0, E. Federer 500, Div. 126, M. N. Korow'tz a. N. Mirjam E. Brawer 1000: Misrachi: Sammlung D. Landau-Tauber auf Hochzeit Rabbiner T^aersky Draller: Sora Friedmann 5000, Deisel Friedmann 2000, SHir^ Friedmann 1CC0, Sara Friedmann (Bojan), Frau Twersky Beile Keichel je 1000, G. Friedmann, Susi Friedmann je 500' Simon Draller, Gedalje Draller je 5000, Div. 4000 : Gmunden - I. Es.'smann 700; Kaltenleugeben: A. Weerowiich (Keilanstalt Winiernih) 2000. , Vereine, Vorträge und Versammlungen. Iüdischer Iugendchor. Keule, 7 Uhr abends Etimmprüfsng für den von Prof. Ehrlich geleiteten Chor des „Jüdischen Jugendheims' in der Sozialen Kilfsgemeinschafj Aniila Müller, IX^ Derggaffe 7. Insbesondere Männerstimmen erwünscht. — Bereinigung jüdischer Akade. m i d e r, Wien II., Im Werd 13. Keule, 7 Uhr abenb?. Kurs. Gegenstand: Jesaja, Kap. 7. Vortragender: Rabbiner Wundermonn. — Am 15. d.. 11 Uhr vormittags, findet im Verein der bürgerlichen Kous- und Setmwärter Oesterreichs, t., Grünongergaffe 1, 1 Stock, eine Beipreckung stellenloser Kaus¬ und Keimwärter statt. Zutritt nur für Derernsmitgiieder. — Menschenfreunde. Unter dem Titel .Humanitärer Verein Menschenfreunde' ha! sich zur Unterftühunq verschämier Armer ein Verein mit dem Sitze. IX., Berggasse 33 sCafL Auto), konstituiert» dessen einziger Zweck es ist. würdigen Notleidenden jüdischen Glaubens Kille angedeihen zu lassen. Obmann des Vereines ist Kerr Fabrikant Max L a n tz a u, Obmannstellverlreter Ken Kaufmann Audo'f M a r ch f e! d. — Z t o n r st >- Icker Sprengel links der Tabor st ratze. Keuie, 7 Uhr abends, im Restaurant Bmschak, II., Große Schiffgaste 3. dringende Ausschußsihung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Urania. Keule Dienstag, 5 Uhr (Grotzer Saal): In den Felswänden Tirols. V,6 (Kurssaai): Dr. phr'. u. med. Fritz Schulhof: Lernen. Ul. ^^8 Uhr (Grotzer Saal): Altwiener Liederabend. lJa8 Uhr (Kleiner Saal): Ilniv -Prof. Dr. Franz N e r r e r: Die T'erwelt Österreichs. I. V,8 Uhr (Kurssaal): Oberrechnungsrat Robert Baller: Einführung in die photographische Praxis, ll. '/,8 Uhr (Kluvfaal): Dr. Richard Korn: Charakter und Intelligent. I. 7 Uhr (Mikroskopiersaa>): Univ.- Assiftent Dr. Aisred Limberger: Fortpflanzungsorgane der Pflanzen. XI. D a s T e ch n i f ch e M u f e um ist am 15. d. von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Um 10 Uhr im Festsaale Vorführungen techni cher Fstmausnahmen. Am Tage vorher, Mittwoch den 14 d, 5 Uhr nachmittags. Lichibilderoorirag für die Wiener Lehrerschaft: Bild- und Buchdruck' von Prof. Karl Broum. Der Bukowinaer Zentralverband ln Wien, Geschäftsstelle in der österreichisch-rumänischen Kammer (ehemaliges Marmeminislerium). Ul., Marxergasse 2, gibt den Bukowinaer Industriellen, Kaufleulen und Gewerbetreibenden in Wien bekannt, daß an jedem Mittwoch von 7—8 Uhr abends im Cafe .Edison', I., Kai!3» 1 Stock, permanent allwöchentlich der .Bukowinaer Treffiag" nur für gewerbeberechiigte Verbandsmitglieder fiaitfindet, ebenso der Sprechabend um 8 Uhr abends für alle Mitglieder im selben Klublokal. Eintritt nm gegen Vorweisung der M'igiiedskarte und der Gewelbedokumrntr. Ernährung. Der Marktbericht. Preissteigerungen ohne Ende. Obwohl gestern auf den Grünwarenmärkten nur sehr geringe Nachfrage nach Gemüsen bestand, sind doch die Preise für Kohlrüben und Häuptelsalat weiter erhöht worden. Im Großhandel wurden für 80 Stück Kohlrüben um 200 K. und für Häuptelsalat sogar um 800 K. mehr verlangt, so daß sich , gestern ein Nagel Kohlrüben auf 1400 bis 2400 und Häuptel- Miiteilnngen aus dem Publikum. Mania Wolfinger Heinrich Apter Wien, IX. Tepiitz-Schönau Verlobte M37 Wien, im Juni 1922 Meinen verehrten Freunden Ftnanzrat Dr. Benedikt, Direktor Duschinsky und J. Bauer, Dr. Alfred Loewy Dank K 10.000 Keren Kajemet K 10.000 Chaluzim-Fürsörgc K 10.000 Kinderfreunde K 10.000 Pressefond 64io Z Levanon ~ Dem Ehepaar Herrn Sigmund und Frau Adele Löwy entbietet anlässlich der Feier ihrer silbernen Hochzeit die herzlichsten Glückwünsche Moses Vortrefflich, Fürsorgerat, Wien II.; Jud, Verein „Nord-Ost“, ll.Jabarstrasse 21a Samstag den 17. Juni 1922, anlässlich des 15 jährigen Bestandes des Vereines im Festsaale des Hotel Continental, unter Mitwirkung bedeutender Kunstkräfte Beginn 8 Uhr abends Vorverkaufskarten ä K 6C0 bei: A. Hecht, XV., Mariahilferstrasse 138 (Tel. 30-5-65), W. Kreindler, II., Obere Donaustrasse 69 (Tel. 48-442) und M. Singer, II., Kleine Sperlgssse 8 (Tel. 40-0-71) si?8 falat auf 1600 bis 2000 K. für 80 Stück stellte. Sehr lebhaft war die Nachfrage nach Eiern und Butter inländischer Herkunft. Von einer regelmäßigen Marktbeschickung mit diesen Erzeugnissen ist aber leider keine Rede, weil hie Produzenten noch immer den Verkauf au hie Hamsterer bevorzugen. Inländische Kochbutter kostete 7000, Tafelbutter 7600 K. pro Kilogramm. In der Großmarkthalle gab* es fast gar keinen Verkehr. Bühne mW Kunst. Raimund-Theater. Den Sittlich-Entrüsteten, die Schnitzler einen Volksverderber schimpfen, dürste sein Schauspiel „Das Vermach t n i s" kaum in den Kram passen. Das süße Mädel ist hier geradezu das Sinnbild weiblicher Treue. Toni Weber gehört nur. ihrem Geliebten. Auch über seinen Tod hinaus. Und Anatol, jung, schön, elegant, umworben, genießt bei Toni und bei dem Buben, den sie von ihm hat, reinste Liebes-, Vater-, Familiensreuden, kann nicht sterben, bevor seine Geliebte und sein Kind im Hause seiner Eltern ausgenommen und versorgt sind. Das Kind stirbt, Toni ist aller Fesseln ledig, eine reiche Abfertigung winkt — sie aber geht dem Einzig-Geliebten in den Tod nach. Gattentreue der Ungetrauten, höchstes Pflichtgefühl Anatols, seiner Geliebten gegenüber, vorbildlicher Familiensinn im „Verhältnis". Nein. Die Sittlich-Entrüsteten, die Schnitzler zu seinem sechzigsten Geburtstag mit einer Schweinekarikatür aufwarteten, wissen mit diesem Opus bestimmt nichts anzusangen. Leider auch die Kunstfreunde und Schnitzler-Verehrer nicht allzuviel. Daß der Vorwurf des Stückes veraltet, überholt ist, macht es nicht aus. Aber das Drama wird manchmal recht süßlich, ja kitschig. Ein überaus bösartiger Intrigant spinnt dunkle Ränke, ein Kind stirbt, weil sein Tod die Handlung vorwärts treibt, das allmähliche Abrücken aller von Toni Weber ist nicht bei allen begründet, und die Heldin selbst ist zu passiver, romanhaft-tränenseliger Sentimentalität verurteilt. Trotzdem ist Schnitzlers Dichterhand an vielen feinen Szenen und an der prachtvolldramatischen Kraft des ersten Aktes zu erkennen. Die Sensation des Abends: Der Operettensprühteufel Luise K a r t o u s ch gab das Mädchen mit der strengen Lebensauffassung, das Fräulein Mutter, welches ein hoheitsvolles, nur der Erinnerung an den Geliebten und seinem Kinde lebendes Fräulein Witwe wird. Sie spielte mit delikatester Zurückhaltung, mied; mit rührender Behutsamkeit jedes „Aufträgen" und erwids sich als feinfühlige, verantwortungsvolle Darstellerin. Sonst gute Durchschnittsleistungen, aber das Milieu der vornehmen, gutangezogeneir, anmutig-lässigen, in Aeußerung ihrer Gefühle spar-, samen Nobelleute aus der Welt Schnitzlers wurde nicht immer getroffen. Wolf H. K ersten siel wieder durch köstliche Frische auf und man freute sich, nach längerer Pause dem trefflichen Kurt Lessen zu begegnen. Nach fymletzten Akt dankte Direktor Beer im Namen Schnitzlers für den stürmischen Beifall. O. A. Aus den Theatern. - Im Burgtheater wird morgen „Der junge M e d a r d u s" gegeben. Im Operntheater geht morgen „Rigoletto^ m Szene. In der Volksoper geht heute „Lohengrin" mit Herrn Kammersänger Rudolf Ritter-in der Titelrolle a. G. in Szene, als Telramund gastiert Herr Adolf Harbich aus Graz. Dirigent: Herr Schwarz. Beginn viertel 7 Uhr. — Morgen wird „Die Fledermaus" gegeben. Die Rosalinde singt Frau Starek, den Alfred Herr Ientsch, beide vom Theater an der Wien, die Adele singt Frau Pola a. G. In der Konzertemlage des zweiten Aktes: Iosma Selim Dr. Ralph Benatzky. — Montag den 19. d. gelangt „D e r Z i g e u n e r b a r o n" zur Aufführung: ™ ,ßm Deutschen Volkstheater gastiert Alexander Mvlpr morgen im „Lebenden Leichnam". In der Renaissance-Bühne findet heute die Erstaufführung des dreiaktigen Schwankes „Der Liebestrank" von Frank Wedekind statt. Die Besetzung ist folgeude: Fürst Iwan — Max Liebel a. G.; Lisaweta —Cmmy Schleinitz o. G.; Enjuscha — Grete Pauly; Aliescha — Erika Dambacher; Gräfin Tetzky — Traute Carlsen a. G.; Fritz Schwiaerling — Ernst Stahl-Nachbaur a. G,; Cölestin — Jens Friedrich; Tatjana — Lola Urban- Kneidinger; Kolia — Oskar Hugelmann. Beginn präzise dreiviertel 8 Uhr. Im Raimundtheater gelangt heute und morgen Schlüßlers „Das Vermächtnis" mit Luise Kartousch zur Wiederholung. ^xm wiener ^omoorenyaus gelaugt ab Freitag dm 16.^d., halb 8 Uhr abends, die erfolgreiche'Wiener Posse „Die Parlamentskathi" in.neuer Besetzung, mit Otto Glaser, M:zzi Freihardt und Turl Wiener als Gäste, zur Auffuhrmlg. btc altmdrsche Dichtung „Vasantasena", des sagenhaften Königs Sundraka, neu bearbeitet. Das poesievolle, ebenso nachdenkliche wie schalkhaft-anmutige Schauspiel handett von einer Bajadere, die trotz ihres Reichtums den armen Kaufmann liebt imd den Prinzen verschmäht. Dieser überliefert dann, den Nebenbuhler als.angeblichen Mörder dem Galgen, er wird aber kurz vor der Hinrichtung von der Geliebten befreit und den Prinzen ereilt sein Schicksal. Die dichterisch wertvolle Bearbeitung gelangte im Leipziger Schauspielhaus zur Aufführung und errang starken Erfolg. „Erez Israel und sein Volk" ist der Titel eines soeben erschienenen Mappenwerkes von E. M. Lilien, das hundert Bilder und Typen aus Palästina enthält. Das von Eugen Höflich emgeleitete, vornehm ausgestattete Werk ist durch die Buchhandlung R. Löwit (Dr. M. Präger), 1. Bez., Rotenturn^tze 22, zu beziehen. Preis jeder der drei Mappen Jüdischer Verlag. Die hiesige Auslieserungsstelle macht darauf aufmerksam, daß die Subskriptionssrist für Theodor Herzls Tagebücher, 1. Band, am 16. d. Mäuft. Subjknptioneii bis zu diesem Zeitpunkt nimmt die Auslicferuiigsstelle, Wien, 2.. Bez., Taborstratze 1—3, entgegen. Gerichtssaät. Der Betrug an der ameriLanischen Kinderhilssaktion. Der Oberste Gerichtshof unter Vorsitz des Senatspräsidenten Dr. Spath hatte gestern in ganztägiger Verhandlung das Urteil zu überprüfen, mit welchem der Beamte der Amerikanischen Kinderhilssaktion in Wien Otto Wondrak wegen des an dieser Aktion verübten Betruges in der Höhe voii angeblich mehr als sechs Millionen Kronen vom Wiener Schöffengerichte zu zweieinhalb Jahren, die Kaufleute Franz Winkler und Albert C a p e k wegen Mitschirld zu je zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt wurden. Das Urteil legte dem Angeklagten Wondrak zur Last, im Dezember 1921 durch Verfertigen und Vorweisen eines ans die Lehranstalten Mödling, Traiskirchen und Wiener-Neustadt lautenden Aussolgescheines, „somit einer falschen Privatilrkunde", und durch Entrichtung eines von vier Gemeindeämtern bezahlten Regiebeitrages von 176.000 K. die Amerikanische Kinderhilssaktion in Irrtum geführt und zur Ausfolgung von 700 Paar Schuhen und 700 Paar Strümpfen veranlaßt zu haben, wodurch die Llinderhilssaktion einen Schaden von mehr als sechs Millionen Kronen erlitten habe. Die Schuhe und Strümpfe habe er mit Hilfe der Mitangeklagten verkauft. Bei der gestrigen Kaffationsverhandlung wurde von den Verteidigern Dr. Lampel, Dr. Preß bürg er, Dr. Lorenz und Dr. Z ö r n l a i b die Nichtigkeitsbeschwerde insbesondere damit begründet, daß die Ausfolgcscheine nicht als Privatnrkmrden anzusehen, daß die Schadenshöhe von mehr als sechs Millionen Kronen eine viel zu hohe und nicht begründete sei und daß keine Geschädigten vorhanden seien, weil die an die Kinder zu verteilenden Schuhe- und Strümpfe von unbekannten, anonyme,: Spendern herrühren. Der Oberste Gerichtshof verwarf die Nichtigkeitsbeschwerde und gab in der Begründung zu, daß die Aussolgescheine nicht als Privaturknnden anzusehen seien, was aber an dem Tatbestände des Betruges nichts ändere. Zugegeben sei, daß der Schade von mehr als sechs Millionen Kronen nicht ausreichend begründet sei; allein auch dies ssi gleichgültig, weil es genügt, daß der Schade den Betrag von 600.000 K. übersteigt. Endlich seien zum Tatbestand des Betruges nicht notwendig, die geschädigten Personen zu kennen, eS genügt, daß der Schade zugefügt wurde. In nichtöffentlicher Sitzung wurde hierauf über die Berufungen^ gegen das Strafausmaß beraten. Vor wenigen Tagen erst wurde vor einem Schöffen» senat des Landesgrichtes 1 ein Betrugsprozeß gegen die beiden „Jilmunternehmer" Franz Bruckmüller und Fer- Kaufen Sie letzt Winterrock-, Dlcterstoffe, HantelveDmre, Anzng- und Kostfimstoffe zn nie wiederkehrenden biiUnen Preisen Ui., ‘ zeile 40. im Hofe üUttis 43