Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-06-13 · Heft 1209 (13.6.1922) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1209 (13.6.1922)
Date
1922-06-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980289--11381-2997828
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

_ Een, Dienswg Bulgariens Reparationen. Sofia, 12. Juni. (Bulg. Tel.-Ag.) Der Bevollmächtigte dcr bulgarischen Regierung bei der interalliierten Kommission in Sofia, Minister Daskalow, hat dem Präsidenten der Kommission die Antwort der bulgarischen Regierung auf die. Note überreicht, die sich arzf die Sicherung der Wiedergutmachungszahlungen bezieht. Die Antwort besagt: Die bulgarische Nation würde zur Verzweiflung getrieben, und ihre Existenzbedingungungen würden unerträglich erschwert, wenn der Staatshaushalt mit dem Wiedergutmachungsbetrag belastet tvürde. Die ohnehin entwertete bulgarische Valuta würde einen katastrophalen Sturz erleiden, im Lande könnten ernste Wirrest entstehen und die Bevölkerung könnte sich zu unbedachten Handlungen hinreißen lassen. Darum ersucht die bulgarische Regierung die interalliierte Kommission um die Gewährung eines dreijährigen A u fch r, des der Zahlung der Wiedergutmachungsbeträge. Schweizer Forderungen an Rußland. Paris, 12. Juni. (Tel.-Komp.) Nachrichten aus Genf Zufolge verlangen die'vor dem Kriege in Rußland seßhaft gewesenen Schweizer Bürger und Geschäftsleute.von der Sowjedregierung insgesamt ,630 Millionen Zarenrnbel, 170 Millionen Schweizer Franken und 30 Millionen Reichsmark. Ein Völkerbundbureau für Flüchtlingswesen. Genf, 7. Juni. (I. C. B.) In der Schlußsitzung des Beratungskomitees des Oberkommissariats für Flüchtlingswesen beim Völkerbunde verwies der jüdische Vertreter Herr 8l b e r s o n auf die unsichere Lage der jüdischen Flüchtlinge in Pole n, die wiederholt aus den Grenzgegenden evakuiert oder einfach über die sogenannte „grüne Grenze" nach Rußland zu rück geschickt werden. Durch'diese administrativen Schikanen sei es unmöglich, die Lage der jüdischen Heimlosen in Polen zu stabilisieren und sie mit Arbeit und Beschäftigung zu versehen. Aberson stellte eine Reihe von Anträgen zur Verbesserung der Lage der Flüchtlinge in Polen und schlägt die Aufnahme diesbezüglicher. Verhandlungen mit der polnischen Regierung vor, die dem Bestreben des Völkerbundes, die rechtliche. Lage der Heimlosen zu regeln, ohne Zweifel wohlwollend gegenüberstehe. In diesem Zusammenhang, wurde ein weiterer Antrag Abersons auf Errichtung eines Völkerbundbureans für Flüchtlings- Wesen in Polen ynt der Aufgabe, die gesame Tätigkeit der dortigen Hilfsorganisationen für russische Flüchtlinge zusammenzufassen, einstimmig angenommen. Tagesbericht. Zionistische Versammlung. Der zionistische Sprengel links der Tatzorstraße veranstaltet h e u t e um halb 8 Uhr abends in den Sälen des R e st a u r a n t s B a r s ch a k, 2. Bez., Große Schiffgasse. 3, eine g r o ß e V e rs a m m l u n g mit der Tagesordnung: Die gegenwärtige Lage im I u d e n t u m. Referenten: Ing. Robert Stricker und Dr. N. N. Gelbe r. Jüdische Bürger! Erscheinet in Massen! Die Daukatastrophe in Lemberg. Lemberg, 10. Juni. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Infolge der Indolenz der städtischen Baubehörde sind die Trümmer des vor einer Woche eingestürzteu Hauses noch immer nicht weggeräumt und man muß leider annehmen, daß die genaue Ziffer der Todesopfer noch immer nicht festgestellt ist. Bisher wurden 21 Tote und 30 V e rwundcte geborgen. Geradezu katastrophal wird sich die Lage der Bewohner der Nachbarhäuser gestalten, die jetzt baukommissionell untersucht und im Falle festgestellter Einsturzgefahr demoliert werden sollen. Angesichts der Wohnungsnot droht dann hunderten jüdischen Familien vollständige Obdachlosigkeit. Der Gemeinderat ist an die Militärbehörde mit der Forderung herangetreten, zu diesem Zwecke einige militärische. Baracken abzutreten. Die Baukaiastrophe fand in . der gestrigen. Gemeinderatskitzung lebhaften Widerhall. Erhöhung des Gaspreifes. Ein Kubikmeter 220 K. Die Befürchtung, daß der Gaspreis für einen Kubikmeter auf 300 K. erhöht werden wird, wird nicht irr Erfüllrmg gehen. Wohl hatte die Direktion der städtischen Gaswerke auf Grund von Berechnungen, die sich aus den Kosten für Materialien, Kohle und Personallasten zusamrnenfttzen, einen Preis von 300 K. für den Kubikmeter, und zwar für derr sechsten Verrechnungsabschnitt,. das ist für den Monat Juni, vorgeschlagen, aber der Urrternehmungsausschuß entschied sich nur für einen Preis von 220 Kronen, der auch tatsächlich festgesetzt wurde. , Es ist dies seit dem Monat Jänner 1922 die erste Erhöhung des Gaspreises, weil die Gemeinde keinen Anlaß zu einer neuen Teuerungswelle geben wollte. Das Hinaufschnellen der tschechischen Krone hat nun die Gemeinde- Dien«r. Morgenzcikuig Verwaltung gezwungen, eine Regulierung des Gaspreises vorzunehmen, wenn auch nicht in dem Ausmaße, wie die Direktion der Gaswerke es gewünscht hat. Die Lohnbewegung. Die Sonntag stattgehabten Schlußverhandlungen mit den Arbeitern der S p e diteurbranche hatten das Ergebnis, daß sich diese für die Zeit vom 22. Mai bis Pfingsten mit den bereits vorschrrßweise ausbezahlten 3000 K. pro Woche zufrieden gaben. Dagegen wurde für die Zeit nach Pfiügsten auf der ursprünglich verlangten 25prozentigen Aufbesserung, also auf einer Lohnzulage von rund 6750 K. Pro Arbeiter und Woche, bestanden. Doch erklärten die Delegierten des Verbandes der Handels- und Transportarbeiter,'baß diese Löhne nur bis zum 19. d. in Kraft bleiben könnten, weil dann auf Grund der Indexziffer Pro Juni eine weitere Aufbesserung für die Arbeiter notwendig sei. Es stellen sich demnach die Löhne samt Teuerungszulage für.die Zeit vom 4. d. bis inkl. 18. d. wie folgt: Magazinsmeister, Chauffeure 34.720 K., Magazinsvorarbeiter 34.390 K., Ausleger und Kutscher 34.060 K., Magazinsarbeiter, Portiere 33.730 K., Tag- . und Nachtwächter 33.730 K. Der in der Wiener Zahntechnik beschäftigten Gehilfenschaft wurden in der letzthin stattgefundenen Versammlung des Reichsverbandes der befugten Zahntechniker Oesterreichs erhöhte Löhne bewilligt. Die Monatsbezüge belaufen sich für Assistenten auf 92.000 K>, erste Zahntechniker 72.000 K. und zweite Zahntechniker 58.000 K., Lehrlinge erhalten,, je nach der Dauer der Lehrzeit, 8000 K. bis 10.000 K. monatlich, und Ordinalionsgehilfinnen eine zehnprozentige Zulage vom letzten Monatsbezug. * Das Neueste ist: Das Neueste ist nämlich das große Wettklettern der Ausländer. Natürlich nicht der Herren und Damen, die unsere Stadt nach wie vor mit ihrer erlauchten Gegenwart beehren, sonderll ihrer Valuten. Das Pfund stemmt seine knochigen Knie fest ein und übt den Klimmzug auf den Hunderttausender, der-flinke Dollar folgt in respektvoller Entfernung, darauf der Troß der'Franken, Lewa, Lei, Lire. Alle kennen nur ein aufwärts. Zu den Sternen! ist die Devise. Auch die Krone steigt gewaltig, leider nur die tschechische, dänische, schwedische und norwegische. Die Wiener Bevölkerung ist über diese Ereignisse nicht ganz so betrübt, wie man erwarten sollte, denn in jeder besseren Familie — Wien ist bekannlich ausschließlich aus besseren Familien zusammengesetzt, was vermutlich daher kommt, weil es keine guten gibt — nennt ein Mitglied elf Mark achtzig oder dreißig Lire sein eigen. Da es nun der Tant' Rest oder dem Onkel Edi sehr wohl zu gönnen ist, sich des Anwachsens ihres Besitzes durch die Kletterübungen zu erfreuen, fühlt sich die getreue Familie für alle Währnngsunhill dadurch entschädigt, dah^die elf Mark achtzig jetzt schon bald hundert Gulden sind. Dix Frau Professor packt die sechs Lirestücke (von denen mindestens drei falsch sind), Andenken von ihrer Hochzeitsreise, in Watta ein und erschrickt, wenn ihr der sündhafte Gedanke kommt, auszurechnen, wieviel Kronen das heute sind. Ueberhaupt ist man mit Umrechnen zu eifrig beschäftigt, um. zu bemerken, daß das Fleisch sich zwischen 7 und 8 bewegt (Tausender natürlich) und die Butter bei uns ein exotisches Genußmittel geworden ist. Bis man darauf kommt, wird unsere Kraue wahrscheinlich schon so weit heruntergerutscht sein, daß man sie überhaupt nicht mehr findet. Aber der Onkel Edi—-- Kater Murr. * Gesellschaft für Sammlnng und Konservierung von Kunst- «nd historischen Denkmälern des Judentums. (Jüdisches Museum.) In der am 29. Mai in den Räumen der B'nai B'rith stattgehabten 14. ordentlichen Generalversannnlung, in welcher der statutarische Teil vom Präsidenten Hofra: Doktor Frankfurter, dem Kasseverwalter Ban-anekror Lemberg e r und dem Schriftführer Dr. K n ö p f m acher als Proponenten einer Statutenänderung erledigt wurde, hielt Rabbiner Dr. Feuchtwang den diesjährigen letzten Vortrag über „Das Buch Ruth". Ausgehend von einer Inhaltsangabe dieses ans 86 Versen in ( Kapiteln im Rahmen der biblischen Bücher uns erhaltenen „lieblichsten kleinen Ganzen" (Goethe in den Noten zum ftWestöstlicheu Divan), gab der Redner eine treffliche Charakteristik der Dichtung, die uns nach Goethes Worten „episch und idyllisch überliefert worden ist". Danach-ist das Büchlein einerseits tendenziös, um .König „David anständige und vornehme Eltern geben" (Goethe), andererseits tendenzlos, einfach ein Stück palästinensischer Kultur mit der anschaulichen Schilderung al'.;ü-ischer Sitten. Wir erfahren dadurch interessante und längst r.cr,'choüene Dinge, wie in altjüdischer Zeit das verfallene Erbe an Grund und Boden durch die Heirat mit der Erbtochter wieder an die zuständige Familie znrückkehrte. Die Rolle, die dabei das Schuhansziehen spielte, beleuchtete der Vortragende unter Anführung zahlreicher Stellen aus Bibel- und Agadahliteratur mit Beziehung auf noch heute geltende arabische Volkssitten besonders eingehend und interessant, wobei zuletzt noch die Behandlung des im letzten Kapitel (4, 18 ff.) gegebenen Stammbaumxs in eine fesselnde Parallele, zu dem in den Evangelien Lukas und Matthäus ansgeführten Geschichtsregister des christlichen Messias gebracht wurde. — Der Vortrag fand viel Beifall. ' Dr. Br. * Diamantene Hochzeit. Vorige Woche überbrachte Stadtrat Speiser in .Vertretung des Bürgermeisters dem diamantenen Hochzeitspaar David und Rosa Färber, 13. Bez., Penzingerstraße 66, die Ehrengabe der Gemeinde Wien. _13. Junl -155,2 Seite? * Personalnachrieht. Unser ßmuiö.Serr Sigmund Löu? und seine Gattin, Fräst Adele Löwy, feiern, heute das Fest d' silbernen Kochzeit. * Ein großes Legat für den jüdisch» Ratiönälfonds. An! Schanghai wird berichtet: Ein hier verstorbener-Hervorragender jüdischer Bürger namens Chaim Zimmermann hinterließ in seinem Vermächtnis u. a. ein Legat von 50.000 Dollar für den jüdischen Nationalfonds. * Der österreichische Konsul in Temesvar. Der Bundespräsident Dr. Hämisch hat den Rechtsanwalt Dr. Johann Behawetz in Temesvar zum Honorarkonsul der Re- ' publik Oesterreich in Temesvar mit Amtswirksamkeit in den- Distrikten Timis, Torontal, Arad, Hunedvara und Caras-Severin bestellt. * Die Keren Kajessod-Kampagne in Amerika. Die Keren Kaiessod-^ampagne jn Amerika schreitet erfolgreich vorwärts. Die Sammlung in New-Bork wurde b's Milte Juni verlängert. Dis Kampagne in Philadelphia ergab in der ersten Woche 75.000 Dollar. Nun setzte die Aktion auch in allen Staaten Südamertkes mit gutem Erfolg ein, wo die Kampagne von den Mitgliedern der zionistischen Delegation Dr. Goldstein und Colonel Patterson geleitet wird. * Fürforgeberalung für Siedler und KleingSelner. Der österreichische Verband für Siedlungs- und Kleingartenwefen bat sich entschlossen, eine Fürsorgeberatung einzunchten. die den Siedlern und Kleingärtnern Aufschluß über alle hygienischen Fragen geben soll, welche mit dem Siedlungs- und Kleingarlenwesen zu ammmhängen. Abgesehen von den individuellen Auskünften. ob jemand gesund genug ist, um zu siedeln oder 31t schrebergärtnern. wird es Ausgabe dieser Fürorgeberalung sein, in erster Lime den Kampf gegen die Volkskronkheiten, Tuberkuloie, Alkohölismus usw. zu führen. Die Fürsorgebrratung erfolgt jeden Montag im V e r b a n d s h e i m, XV., M 0 e r i n g gaffe Nr. 7. von 5 b i s 7 U l) r abends. Erster Beratungslag 19. Juni. * Jüdisches Realgymnasium. Die Aufnahmsprüfungen - für die erste Klasse beginnen Mittwoch den 14. d. um .4.Uhr nachmittags im . Schullokas, Wien, 1. Bez., Drahlgasse4. Bis zu diesem Zeitpunkt muß die Schülerbeschreibung bei der ' Direktion eingelangt sein. Die Prüsungstaxe (2000 Kronen) ist vor Beginn der Prüfung zu erlegen. Federstiel samt Feder sind mitzubringen. , * Facharzt für Berufsberatung. Für das Bernfsberatungsamt der Stadt Wien gelangt die Stelle eines Facharztes zur Besetzung. Gesuche sind bis 19. d., 12 Uhr mittags, beim städtischen Gesundheitsamt einzubringeu, wa auch die näheren Bedingungen zu erfahren sind. Die.Bewerber müsse,; Doktoren der gesamten Heilkunde und ■ österreichische Staatsbürger sein sowie Erfahrungen über Berufsberatung und. Eignungsprüfung, besitzen. : * Telephonverkehr. Beim Postamt in K a t b t h u r m (Buraenland) wurde der Fernsprechdirust ausgenommen. Dis dort errittete öffentliche Sprochsielle ist auch zur Aus- und Abgabe von Telegrammen am Fernsorecher ermächtigt. Die Gebühr für die Einheit des gewöhnlichen Gespräches zwilchen Wien und Kalbthurm belr'gt 540 .n. — Vom 15. Juni 1922 an wird zwischen den Fernsprechnetzen Wien und K e c s k e m e t der Sprechverkehr zugelassen. Cr bleibt- bis 31. Dezember auf. die Nachtstunden von 2l bis 6 Uhr und in der Zeit vom 1. Jänner bis: 3;. Mai auf die Nachtstunden von 21 bis 24 Uhr eingeschränkt. Die Sprechgebühr für dir Einheit eines gewöhnlichen'Gespräches wird mit 150 Centimes in Gold (nach dem derzeitigen Umrechnungskurse 2760 K) berechnst. , * Elektrizität und Lebewesen. Die in den Organismen aufretenden.elektrischen Potentialdifferenzen, die unter geeigneten Umständen zur Entstehung elektrischer Ströme führen können, die „elektrischen Lebenserscheinungen", die durch die Untersuchungen der letzten Jahre wieder in den Vordergrund des Interesses getreten sind, wird Ferd. S ch e m i n z k y, Assistent am Physiologischen Institut der 'Universität, in drei zusammenhängenden, ittu halb 8 Uhr im kleinen Saale der Urania stattfindenden' Vorträgen mit Lichtbildern und Experimenten behandeln, und zwar „Die Lebewesen als Elektrizitätserzeuger" (Freitag den 16. d.), „Die Er''" >u' * wesen durch elektrische Impulse" (Samstag den 24. d.) und „Das Berhalteit der Lebewesen bei dauernder elektrischer Beeinflussung" (Freitag den 30. d.) * Eine Massenversammlung der Zahntechniker. Am Sonntag fand im Jndustriehans unter dem Vorsitze des Ehrenpräsidenten Kommerzialrat Anton. Bulin und des Verbandspräsidenten Otto Busch eine zahlreich besuchte Versammlung des Reichsverbandes der befugten Zahntechniker Oesterreichs statt, in der der Beschluß gefaßt wurde, ab 15. Juli 1922 alle bei der Krankenkasse der Bundesangestellien Versicherten nach dem jeweiligen Tarif dieses größten Krankenvelsicherungsinstittttes Oesterreichs zahntechnisch zu behandeln. Dieser Beschluß wurde ,roch dahin erlveiteri, daß kein Zahntechniker in Oesterreich Sonderveriräae mit Krankenkassen aoschtießen darf und daß alle befugten Zahntechniker das System des „Wahl-Zahntechnikers" anerkentten. * Streik der Markthelser. Die Markthelfer auf' den Wiener Lebensinittelmärkten sind gestern in den Streik getreten. Die Arbeitseiitstellung wurde später sistiert, da die Wiederaufnahme dort Verhandlungen beschlossen wurde. Am Mittwoch soll die Entscheidung über die Forderungen der Markthelfer fallen. * Jüdifche EiNVanderer nach Kanada. Torvuloec -Zeitungen melden, daß unter 11.585 Immigranten, die während der letzten Wochen über Quebec in Kanada eingelroffen sind, nur 263 Juden waren. Die Zahl der jüdischen Einwanderer hat sich gegenüber der gleichen Zeitperivde des vergangenen Jahres stark' vermindert. (I. C B.> * Ein betrügerischer Zahntechniker. Der 24jährige Zahntechniker Hans Roth, 12. Bez.- Ratschkygasse 15 wohnhaft, stellte sich am 9. d. der Polizei mit dem Geständnis, er habe eine. Anzahl seiner Kunden dadurch geschädigt, daß er ihnerr Brücken aus Goldersatz anfertigtc, während sie Goldbrücken bestellt hatten und bezahlten. Den Schaden durch diesen Betrug schätzt er ans anderthalb Atillionen Kronen. Von einer Wäschewarenerzenaerin in Rudolfsheim erhielt er eine Goldbrücke zur Umarbeitung. Er verkaufte das Stück, das einen Wert von 320.000 Kronen hat, erhielt bei der Goldeinlösestelle Scheidt in der Gumpendorserstraße. dafür 40.000 K. und inachte der Frau eine wertlose.Neue Brücke. Ueberdies hat er cinciu Bekannten eine Gitarre im Werte von 600.000 K. veruntreut und mehrere Pfandscheine, auf Schmuck lautend, verkauft. Roth, der wegen ähnlicher Delikte schon, im vorigen Jahre mit vier Monaten Kerker bestraft wurde, hat das erbeutete Geld teils in leichtsinniger Gesellschaft vergeudet, teils im Hasardspiel verloren. Er wurde dem Landesgerichte übergeben. hoch' engl. Stoffe, Herren- und Damenfiffifrlfll Wäsche, Leinen-und Strickwaren, Kl IIIIP alles erstklassig und billigst bei UlUlluI il:, Taborstraße 48 Telephon 47-1-79 En gros En detail

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.