Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1209 (13.6.1922)
- Date
- 1922-06-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 120V Wien, Dienstag Wiener Morgenzeltung 13. Juni 1922 Seite 5 kinand Mezülianik durchgeführt, der mit der Verurteilung der Angeklagten wegen Betruges endete. Gestern standen unter der gleichen Anklage vor einem Schöffensenat des Landesgerichtes 2, Vorsitzender Oderlarldesgerichtsrat Doktor Korn, zwei andere Filmunternehmer: Leopold Feßler, ein 26jähriger Mann, der sich Filmerzeuger nennt, und der angebliche Theaterdirektor Rudolf Z ambau er, der 44 Jahre alt ist. Auch diese beiden verlegten sich nach dem Umsturz auf die Filmindustrie. Doch, wie sich, später zeigte, nur zu dem Zwecke, um sich auf bequeme, mühelose Art in den Besitz von Geldmitteln zu setzen, Nach dem Beispiel, das Bruckmiiller und Mezülianik gegeben, gründeten sie Film schulen und Scheinunternehmungen, denen sie hochtrabende Titel gaben, lockten für ihre Schule::, die natürlich dem angegebenen Zweck in keiner Weise entsprachen, junge Leute an, denen sie Geld abnahmen, für das sie so viel wie nichts boten. Einen größeren Prosit warfen ihre Filmunternehmungen ab, für die sie nicht nur in Wien, sondern auch in der Provinz „stille Teilhaber" mit möglichst großen Geschäftseinlagen suchten. Es fände:: sich auch genug Leichtgläubige, die ihnen Geld anvertrauten.. $te Verhandlung ist für drei Tage anberaumt. Nicht weniger als vierzig Geschädigte sind vorgeladen. In der gestrigen Verhandlung erklärten sich beide Angeklagte für nichtschuldig. ' Das Zeugenverhör erbrachte bisher keine besonders belastenden Momente. Der Puzap-Prozetz in Lemberg. Lemberg, 12. Juni. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung"). Die sensationelle Affäre der unter dem Namen „Puzap" bekannten Wirtschaftsgenossenschaft, in der eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten kompromittiert erscheint, wird in der nächsten Zeit zum Abschluß gelangen. Die heute begonnene S ch l u ß v e r h a n d l u:: g dürfte drei Wochen dauern. Die 159 Bogen Schreibmaschinendruck umfassende Anklageschrift lautet auf das Verbrechen des Kriegs to n chers und Ketten Hände lls, wobei die öffentliche Stellung der Angeklagten ins Gewicht fällt. Als Hauptangeklagtev erscheint der gewesene Richter und Direktor des „Puzap", Ladislaus M i n d o w i c z,. einer der führenden Faktoren der durch ihre Untersuchungen in jüdischen Häusern berüchtigten Bürgergarde aus den: Jahre 1919, außerdem der zweite Direktor, Eduard Nowak, der gewesene Bahnbeamte Konstantin Rubel und der Hausbesitzer Bernhard Jonas. Die Verhandlung wird Kreisrichter Dworzak leiten, die Anklage vertritt Staatsanwalt S y w ü l a k, die Verteidigung haben, vier Advokaten, darunter der bekannte Dr. Grek, übernommen. Der bevorstehende Strafprozeß ruft selbstredend in hiesigen Kreisen die lebhafteste Sensation hervor. porolbcnm Verwdöngsabkilang Wien, I.. Rauhensteiiiß-nKse 8 Verwertung der NGsnMer “ MM 8M1ÄW Oescli'lllsslunckeii von 9 bis 1 Uhr 22 Volkswirt Gestempelte Krone --- — .03Vs Centimes Auszahlung Wien — —.03 Centimes. In Zürich notierte Die österreichische Krön.' . . . -.03 (-.C3i 4 am 10. Juni) die österr. gestempelte Krone. —.03'/, (-.03'/« am 10. Sunt) öle tschechische Krone .... 10.07 Ve (10.10 an: 10 Fünf) die Mark. . . .. ( 1.78 am 10. Suri) Aqram. ( 1.90 am 10. Juni) Sofia.. 3.52 ( 3 67 an: 10. Juni) Budapest.. . —.59 (-.60 am 10. Juni) Warschau. —.13 (-.13 am 10. Juni) Valutenkmse. Der schleppende Gang der Kreditverhandiungen und der Pessimismus hmpchtlich der allgemeinen europäischen Lage^ der durch den Abbruch - der Pariser Verhandlungen der Morgan- Grrnppe über die deutsche Anleihe gerechiferiigt stier, und die bei sieigenden Devisenkursen zunehmenden A n g si d e ck u n g e n der kommerziellen und industr eilen Kreise, ferner deutsche, und ungarische Nachfrage hoben im gestrigen Verkehr die Kurse der fremden Zahlungsmittel zu schwindelnden Köhen emporgewirbeit. Es find wahrhaftig Z u s a m m e n b r u ch s k u r s e zum Vorschein gekommen. DolIckr stiegen von 19.800 bis 22.000 K„ P f u n d von 89.00) bis 67.000 K-, Schweizer Franken von Z800 bis 4iOO tschechische Krön eit von 395 bis .420 K.» u n g a r i s ch e K r o n e von 21 bis 25 K., p o l n i s ch e M a r k von 450 bis 570 K.» französische Francs von 1750 bis 1900 K., Lire von 1065 bis 1100 K., Lei von 130 bis 140. Die höchsten Tageskurse konnten zwar nicht behauptet werden, die Steigerungen gegenüber dem letzten Börsenlage waren jedoch so bedeutend, daß sich die Finanzkreise eine außerordentlich deprimiertest imin ung bemächtigte, diebis zum Schlüsse anhielt. Nachstehend die oifiziellen Kurie: Veröffentlichung der Devisenzentrale vom 12. Juni 1922. Devisen (Schecks und Auszahlungen) Amsterdam f. 1 holl, dulden . Agram 1 jug. Kronen . . . . Belgrad 1 Dinar ..... . Berlin I deutsche Reichsmark . Brüssel 1 belgische Francs . . Budapest 1 ungarische Kronen . Bukarest 1 Lei. Christinnla 1 nonveg. Kronen . Kopenhagen 1 dänische Kronor . London 1 Pfund Sterling . ,. . Madrid l Pesetas ...... Mailand 1 Lire. New York 1 Dollar. Paris 1 Francs '. . Prag 1 tschecho-fllow. Kronen . Sofia 1 Lewa. . Stockholm 1 schwedlscheKronor . Warschau 1 polnische Mark . . Zürich 1 schweizerische Francs . Noten Amerika». Noten v. 5 Dollar auiw. kleinere , , , Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva . . . Iw . . , kleinere; . . Dänische Noten 100 Kroner . . Deutsche Noten zu 1000 Mark. . v „ „ 100 „ '. . , ' „ kleinere. . . . Engl. Noten von 5 Llvrest. auiw. „ „ kleinere . . . . . Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten 100 Dulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw. „ « kleinere . . . lugosl. Noten ungest. zu 1000 Dinar » » » » i(® « fr h m kleinere Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten v. 500 Mark aufw. „ n kleinere . . . . Rumänische Noten zu 1000 u. 500 Lei „ , kleinere . . . Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rubel . , ff H 100 , » ff ff kleinere . . Schwedische .Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Noten 100-Pesetas i Tschecho-slow. Not. v. lüOOatifw.. » kleinere . Ungar. Noten (neue Em.) zu 1000 Kr „ , zu 10.000 Kr. . . . « , kleinere . . . . . Zinsfuß Oeid Ware Kurs v. Geld 9. Jan* Ware 4'/. 8397.50 8402.59 6147.50 6152.50 6 74.97 75/3 56.97 57.03 6 299.48 299.72 227.58 227.82 5 63.20 68.30 53.95 54.05 5 1799.50 1800.50 1319.50 1320.50 fl . 22.97 23.13 17.67 17.73 6 57» 3949.- ,3851.— 2824.- 2826.- 5 4723.75 4726.25 3508.75 3511.25 4 97.175 97.225 70.975 71.025 57» 3498.75 3501.25 2498.75 2501.25 c 1079.70 1080.30 818.70 819.30 4V» 21.594 21.606 15.794 15.806 5 1931.50 1935.50 1444.50 1445.50 5 419.90 420.10 309.40 3o9.60 67, 144.95 145.05 110.20 110.30 5 5623.50 5620.50 4138.50 4141.50 7 5/8 5.12 3.91 3.05 3V, 4123.75 4126.25 3008.75 3041.25 21494.- 21506..- 15694.- 15706.- . 1789.50 143.95 1790/0 144.05 . 131 i *.50 107.93 1312/0 108.05 4698J5 4701.25 3488J5 54.05 349L25 54.15 7M75 70/25 1924/0 8197.50 1071.70 1925/9 8202.50 1072.30 1437.50 . 813.70 1438.50 814/0 299^48 299.72 22?!ö3 227.82 3824!- 5.04 3825*- 5.08 2790!^ 3.8f 280l! — 3.91 144/4 145.00 100.94 101.06 5623.50 ■5826.59 4108.50 4111.50 4108.75 4111.25 3023 75 3026.25 3463.75 3171.75 419.90 420.10 308.90 309.10 308.65 308.85 23.02 23.03 17-72 17.78 Die Kursrasereien. Aeuherungen eines Devisenfachmannes. Es gehörte keine allzu große Prophezeiungsgabe dazu, um vorauszusagen, daß, Wenn es so weiter geht, wie es seit etwa zwei Wochen der Fall ist, ein Dollar alsbald bei einem Stande von K. 20.000 angelangt sein werde. Denn jedermann sah eben. daß. es so weiter ging, und fast je:ni sind ne am Samstag m Umlauf befindlichen K usschätzurgea der'für Lev Wiener Platz wichtigsten Devisen bekannt geworden; jeder erwartete,-daß am Montag ein Doll arkurs" von 20.000 zustande kommen werde. So zeigte es sich dann, baß angekündigte Balutenstürme, sich von angesagten Revolutionen nur darin unterscheiden, daß diese auszubleiben pflegen, jene aber leider bisher noch immer hereingebrochen sind. Wir stehen einem Elementarereignis gegenüber, das durch allerlei, zwar mit Schuld und Untüchtigkeit verknüpften, aber auchvon: menschlichen Willen unabhängigen Ursachen heraufbeschworen wurde. Es ist das Elementarereignis des panischen Sch.reckens, demgegenüber jede nüchterne Erwägung versagt. Es nützt nichts, dagegen mit dem Argumente anzukämpfen, daß, wenn die Kursraserei nicht baldigst zum Stillstände kommt, wir unbedingt zugrunde gehen und alle Bande der sozialen Ordnung reißen müssen — man hat es eben mit Gefühlen und Leidenschaften zu tun. Wer aber wollte Gefühle messen und ihnen mit dem Argumente beikommen, daß sie nur überspannt seien? Bei Fiebert emperaiuren kamt es eben auf ein paar Grade nicht mehr an. Wer Baluten zu decken hat, wer dies vielleicht in einem späteren Zeitpunkt tun Müßte, verliert angesichts der zu schwindelnder Höhe emporgewirbelten Devisenkurse die Nerven — er macht den Amoklauf mit, um nicht später noch mehr daraufzahlen zu müssen. Das ist eine alte Erfahrung der M a s s e n P s h ch o l og i e und ihre Gesetze erwiesen sich auch in den letzten Wochen als eherne Gesetze. Es fragt sich, nur, warum es so weit gekommen ist, es fragt sich, welche Ursachen die gegenwärtige Lage in entscheidenden: Maße beeinflußten. Der Devisenhunger wäre niemals so groß geworden, wenn er leicht befriedigt werden könnte — er ist nicht zu befriedigen, weil es sich immer wieder zeigte, daß wir an einem empfindlichen M a ngel leiden. Die Kursraserei ist nur der Ausdruck dafür, daß der Wettbewerb um die Devisen so groß geworden ist,, daß jeder den anderen überbietet, um das Wenige, was auf den Markt kommt, an sich zu reißen. Das Problem ist und bleibt, wie führen wir den: Markt Devisemnaterial zu, wie alimeutiert man ihn, um durch gesteigertes Angebot Beruhigung zu schassen und die Nachftage sich nicht an einem Tage zusammendrängen zu lassen. Die Lösung dieses Problems ist wegen der Passivität unserer Zahlungsbilanz, deren Ausdruck gerade die drängende Nachfrage nach Devisen und die Kursraserei ist, auf die Kreditaktiv:: gestellt worden..Der organische Mangel' läßt sich nun allerdings nicht beheben, dazu wäre eine vollständige Umstellung unserer Wirtschaft notwendig, was aJhre erfordert, während deren die Lücken durch ausreichende Kredite gefüllt werden müßten. Das ist nun freilich nicht von uns, sondern von den: Willen der Kreditgeberabhängig. Es gibt aber auch eine Verschärfung des Devisenmangels durch technische Mittel. Die Spekulation hat man ausgeschaltet, weil man sie prinzipiell nur als eine Baissespekulation gegen die Kronx auffaßte und nicht einsehen will, daß es der Spekulation ganz gleichgültig ist, wie die Valuten stehen. — ihr handelt es sich doch nur darum, zu v e rdienen, und sie würde sich auch gegen die Valuten orientieren sobald die Möglichkeit hiefiir vorhanden wäre. Die Spekulation, so verwerflich sie auch an sich ist, hätte jedenfalls den Vorteil, daß sie Baluten hereinbringt und wenn sie sich saturiert glaubt, sich auch für die Krone orientieren möchte. Jedenfalls aber war es ein furchtbarer Fehler, die Spekulation umzubringen, die Arbitrage aber frei zu lasten. Die Arbitrage hat die Rolle der verpönten Valntenspekulation, der Baissespekulation gegen die Krone übernommen. Die Arbitrage verschärft den Devisenmangel, und die jetzige Kursraserei ist nur eine Folge der Halbheiten, die sich, wie immer, auch jetzt gerächt haben. In Devisensachen gibt es nur ein Entweder — Oder. Entweder vollständige Freiheit oder vollständige Drosselung. Generalversammlung der Allgemeinen österreichischen Boden-Credit-Anstalt. Unter den: Vorsitze des Präsidenten Dr. Rudolf Sieghart hat gestern die 57. ordentliche Generalversammlung der Boden-Credit-Anstalt stattgefunden. Bon der Verlesung des Berichtes des Vorstandes wurde auf Antrag des Aktionärs Dr. Ludwig Weiß Umgang genommen. Generaldirektor Alexander Weiner brachte die in diesem Bericht enthaltener: Anträge des Verwaltungsrates zur Verlesung, woraus Zensor Dr. Adolf Stein den Bericht der Zensoren verlas, der in dem Antrag gipfelte, die Generalversammlung wolle die vorgelegten Rechnungsabschlüsse für das Jahr 1921 genehmigen und dem Verwaltungsrate das Absolutorium erteilen. Die Debatte. In der sodann folgenden Debatte sprach Aktionär Josef Franz Grün bäum der Verwaltung den Dank dafür aus, daß sie :mter allen Institutionen als erste den Beschluß gefaßt habe, eine erhebliche Erhöhung der Dividende sowie die Aufwertung der Aktien im Wege der Aufstempelung vorzunehmen. Aktionär Dr. Sicking er schloß sich diesen Ausführungen an, betont jedoch die Notwendigkeit einer durchgreifenden Sparpolitik hinsichtlich der Verwendung des Reingewinnes per (einschließlich des Gewinnvortrages) 3-13,3 Millionen und Ausschüttung einer Dividende von K. 210 pro Aktie, während Aktionär Erwin P e n d l zwar die Intentionen, von welchen sich die Anstalt bei ihrem Vorschläge wegen Festsetzung der Dividende habe leiten lassen, anerkannte, aber seinem Bedauern Ausdruck gab, daß die erhöhte Dividende durch die inzwischen eingetretene weitere Geldentwertung in ihrer Wirkung sebr beeinträchtigt worden sei. Dr. Sieghart über die finanzielle Lage. Präsident Dr. Rudolf Sieghart dankt zunächst für da? Vertrauen, das in den Reden aller drei Herren Vorredner gegenüber der Boden-Credit-Anstalt und ihrem Vorstande zum Ausdrucke gekommen ist und verweist gegenüber den Bemerkungen des AktionärsP e n d l. auf das wertvolle B e z u g sr ech t, welches die Aktionäre erhalten haben, und das eine wesentliche Erhöhung ihres Einkommens bedeutet. Ich möchte, fährt der Redner fort, angesichts der ernsten Situation und mit Beziehung auf die Bemerkungen, die der Vorredner über das Sparen gemacht hat, mit einigen Worten hier die Läge kennzeichnen, weil ich glaube, daß es auch für das Ausland nicht ohne Interesse sein dürste, zu vernehmen, wie man in den Kreisen eines Institutes, das einen gewaltigen finanziellen und ökonomisch-volkswirtschaftlichen Konzern vertritt, die allgemeine Lage Oesterreichs auffaßt. Die großen Mächte haben im Friedensvertrage aus mau» gelnder Kenntnis der mitteleuropäischen Verhältnisse, aber auch gewissen Ratschlägen folgend,' hier int Herzen Europas einen lebenden Leichnam geschaffen. Es.scheinen bereits bei den: Schöpstmgsakte gewisse Zweifel an der Lebensfähigkeit dieses Gebildes aufgetaucht zu sein, Beweis dessen die Verheißungen zusätzlicher Lebenskraft, die uns von der Mantelnote des Friedensvertrages angcsangen in regelmäßigen Intervallen gemacht worden sind. Wir sind für alle Beweise des Wohlwollens, es gab und gibt deren sehr viele, von Herzen dankbar- Aber die Wahrheit gebietet es, ausznsprechen, daß die Hilfe des Auslandes bisher unzureichend ' war und n i ch t rechtzeitig eingesetzt hat. Nun habe ich von hervorragender. Ententeseile sagen hören, daß wir uns eine.weitere Kredithilfe verdienen müssen durch die Herstellung der finanziellen. Ordnung im Innern. Was die Erhöhung der Steuern, Abgaben und Gebühren anbelangt, so stehen wir gewiß nicht ohne Verdienst da. (Heiterkeit.) Regierungen und Parteien sind bisher leider der gewiß sehr unvolkstümlichcn Maßregel einer radikalen Verringerung des Persona b u u d Sachau swan.des wie einem brennenden Dornbusch aus dem Wege gegangen. Aber. selbst mit einem noch so cuergischen Spar-- system und einer weiteren Erhöhung der Einnahmen,- wo dies überhaupt noch möglich ist, kommen wir aus dem verwünsch t e n Z a u b e rk r e i s e, in den wir jetzt gebannt sind, nicht heraus. Es muß eben offen ausgesprochen werden, daß ohne eine mehrere Jahre hindurch zu gewährende ausreichende auswärtige Kredithilfe eine Wiederaufrichiung der österreichischen Volkswirtschaft nicht möglich i st. Nur durch das Zusammenwirken aller dieser Maßnahmen, auswärtige Hilfe, Verringerung der Ausgaben, Reform der Einnahmen, ist eine Beseitigung des Defizits im Staatshaushalte, des Defizits der Zahlungsbilanz und — last not least — des Defizits au öffentlichem Vertraue u möglich. Die Lage ist ernst und große Eile tut not. Es bedarf keiner weiteren Studien; was wir brauchen, ist rasche, auswärtige Hilfe. Wenn noch ein Rest von Menschheitsgewissen bei den Lenkern der großen Mächte vorhanden ist, wem: das Gefühl der Solidarität der Völkersamilie dieses Weltteils nicht vollständig erstorben ist, danil: darf cs nicht geschehen, das; ein hochkultiviertes, ohne ]*n in Mi l! it t I ■i ■i mm* iMjaimrtVm Li.'