Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1207 (11.6.1922)
- Date
- 1922-06-11
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980287--11367-2997812- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
SlU '1207 - Mm, -VvAnrag MettekMorgmzettttng 11. Junl 1022 .; . Seite 11 \ U ' Hebräischer -Theaterabend. 1 Araufsührung eines Dramas von Perez srirfchvein. , Der akademische Kullurverband 3abne veransiallet in o r g e n M o n t a g. 1/i8 Uhr abends, im F c ft saa 1 c des Kaufmännischen D e reine s. I.. 3ohannesgasje 4. seinen zweiien Theaterabend. Zur Ausführung gelangt „M irja m", Drama in vier Akten von Perez K i r s chbein. Regie: Kerr Leo Kalpern. Restliche Karlen beim Schalter 'der „Wiener Morgenzeitung" und an der Abendkasse. Aus den Theatern. 3m Vurgtheater geht Dienstag „(E. o r i o*‘ Io n us" mit Äugo T h i m i g als Wnenius Ärguppa in Szene. 3m Operntheater wird Dienslag „C a r n e> v a l" und ,.3 o s e s s l e g e n d e" aufgeführt. 3n der D o iksoper beginnt heute Kerr Kammersänger Rudolf Ritter sein meorabendliches Gastspiel ,n der Titelrolle von „T a n n h ä u s e r". Elisabeth — Frau Reich» Dölich, Venus — Fräulein Schimon. Dirigent: Kerr Doktor Meirich. Beginn 7 Uhr. — Dienstag gastiert Rudolf Ritter a's L o h e n g r i n. 3m Deutschen Volkstheater wird Tolstois Drama „D e-r l e b e n d e Leichna m" mit Alexander Moi s.s r als Fedja heute wiederholt. — Für Donnerstag den 15. d. ist Serhorl Kauptmanns Drama „Einsame Mensch e n" mit Alexander Moissi als Johannes angesehi. 3n der R o l a n d -- B ü h n e acht die Burleske ..Sch u h h a u s Z e n i t h" ihrer 25. Aufführung entgegen. Karl Blasel. Altmeister Karl Blaset hat. wie uns milgeteilt wird, ernste SuMchemfälle zu überstehen, die bei dem hohen Alter des Künstlers leider zu d»n ernsiesien Besorgnissen Anlatz geben. Er steht in Behandlung des Dr. Kersch. Kousiliarus ist Prof. Dr. Ehwoslek. Germaine Schnitzer ha! sich nach Europa e-lngkschifft, um eine mehrere Monate umfassende Tournee zu absolvieren. Die Künstlerin wird auch in Wien im Oktober Klavierabende geben und bat der Konzertdirektion Georg Kugl ihre Mitwirkung als Solistin in einem der Tiiiel-Konzerte zügesichert. ' Die Fürsoegeabgabe. Die dem Direktor Erich Müller vom 3 ohann Strautz- Theater infolge eines Derrechnungsirriums bei der Ablieferung der Fürsorgeabgabe auferlegte Leistung an dm Wiener allgemeinen Versorgungssonds wurde vom Bürgermeister als Landeshauptmann um 200.000 K. h e r a b g e s e h t, weil sestgeslelll wurde, datz die ausgewiesenen Diff renzen nur die von der Bemessungsgrundlage in Abzug gebrachten ZwangsversicherungS" und Einkommenfieuerbelräge betreffen, sonst jedoch die gelegt e n A b r e ch n u n g e n in Ordnung waren. Ein Altwiener Liederabend („Der Wiener im Spiegel seines Liedes") findet Dienstag den 13. d., halb 8 Uhr, im großen Saale der Urania statt. Die alten Weisen wird Anton Amon vom Deutschen Volkstheater singen, Professor Fritz Lange, der auch den erläuternden Vortrag verfaßt hat, ihn begleiten. - - Jüdische Lyrik. Marek Scherlag, Heimaterde (20 Mk.) Beer-Hosmann, - Schlaflied für Mirjam (2 Mk. 50 Pf.). — Eugen Höflich, Der rote Mond (20 Mk.). — Birnbaunr, In Gottes Krieg (120 Mk.). — Jchuda Halewi, Diwan (25 Mk.). — Lasker Schüler, Jüdische Valladen (brosch. 80 Mk>, geb. 60 Mk.) zu beziehen durch die Buchhandlung R. Löwit (Doktor Präger), 1. Bez., Rotentnrnlstraße 22. Literatur. Zettfremde Kunst. Der Zeit jhre Kunst — das ist einmal ein Programm gewesen. Sogar eines von denen, die durchgeführt wurden. Jetzt hat es sich überlebt, ist zur Seite geschoben, vergessen, überrannt worden: Ein sonderbarer, oft genug befremdend wirkender Gegensatz trennt heute Kunst und Leben. Die Wirklichkeit ist erfüllt von Ereignissen, eine Sturmflut braust durch die Lande, oben wird unten, unten wird oben, die Grundlagen unseres sozialen Daseins zittern und beben, unsere Nerven sind zumZerreißen gespannt, das Heute ist durch Jahrhunderte vom Gestern getrennt, und wird vielleicht vom Morgen um Jahrtausende überholt sein. Da gibt es keinen, dessen Leben vom Aufruhr verschont bleibt, wie es im Brausen des Orkans keinen gibt, der friedlich und gelassen seinem Tagewerk nachgehen mag. Und diese wilde, tolle, zügellose Zeit spiegelt sich in leisen, versonnenen Büchern, in Büchern, die von Weltabkehr und stiller Kontemplation erzählen. Nie. gab es vielleicht eine Zeit, da die Begierden heißer die Welt bürchbrausten, da die Menschen rücksichtsloser begehrten, heroischer forderten. Und die Bücher, die gelesen und die.geschrieben werden, wissen nur von stiller Entsagung, von gottgefälligem Verzicht. Draußen schrillt das Leben, drinnen murmelt sanft und leise das Buch von Träumen, von Gesichten, von nebelhaft weichem Erlebnis. Unsere Selbstsucht, unsere brutale Gier nach Genuß spiegelt sich in kristallklarer Beschaulichkeit opferbereiter Seelen. Oder das Buch führt uns in längst vergangene Zeiten, vertieft sich in die seelischen Erlebnisse von Menschen, die in anderen Himmelsstrichen leben, erzählt von Landsknechten oder indischen Fürsten. Hellauf lodern die Flammen des Aufruhrs, des Aufruhrs in Staat und Familie, unser Leben ist ein toller Wirbeltrmz geworden. Und wir lesen einfältig-schlichte Bücher, versenken uns in die Weisheit des fernen Ostens und dämmern sanft in weichen Stimmungen absoluter Ereignislosigkeit dahin. Gewiß muß das Buch, das uns fesselt, nicht an das Erlebnis der Stunde anknüpfen, noch weniger muß es mit dem Geschick des einzelnen geradezu verbunden sein, ja selbst das Milieu uub die Wesens wert der handelnden Personen mag dem Leser, fremd sein. Man denke an Storm, an Dick.ens, an Balzac, zu wenigen ihrer Gestalten sichren vor uns offen daliegende Fäden. Und wenn >Fo n t a n o, wie er es launig selbst erzählt, g e r a d e b e i d e n I u d e n so - warme Anerkennung M,id Bewunderung gefunden, so üe-' sagt das sclbstverstär.blich nicht, daß diese Juden mit den' märkischen Junkern aus Du und Du .standen. Aber in'dev. Darstellung dieser 'Junker stecken Menschheitswerie, da steckt das Fühlen euicr großen Seele, da atmet das Erlebnis der Zeit. Wer unsere Zeit aus Büchern — namentlich auSdeutschcil Büchern kennen lernen,wollte, bekäme ein tu«, rivs verzogenes Spug.'lbiid zu sehen. Ein paar Dramatiker' haben sich c>n das große G.schehnis unserer Tage gewagt, sonst aherist auf diö Flut der Kriegsbücher eine völlige Ebbe an Büchern vom Tgge gefolgt. Seitdem man nicht mehr.Heldenjünglinge schildern kann, die stramm treu, deutsch', und allerwegen,im Stechschritt in den Schützengraben marschieren, seither beschäftigen,sich unsere Literaten mit zarten, weichen Seelenerlebnissen, - liegen auf der Lauer nach Stimmungen und züchten Philosophie. 'Von dem ungeheueren'sozialen Geschehen, von dem Ausruhr der Gemüter, von der Angst, der Sehnsucht, der Verzweiflung, von der Wirklichkeit, die an -ihnen vorüberrast, weiß .man anscheinend nicht allzu viel im Dichterwalde. Es ist von da zu den Stätten in denen das Volk arbeitet, leidet,, hungert, sehr weit, und mit jedem Tage wächst die Entfernung und Entfremdung. Die große Zeit, in der wir nun leben, die nicht durch Kriegstaten und Schlachtenlärm, gekennzeichnet ist, diese „große Zeit" hat ihre Dichter nicht gefunden. ’ ■ : ' K. M. * Jüdische Verlagsgründungen ln Berlin. Die vom Nimon-Verlag vorbereiteten Zeitschriften „Nimon" und „Milgroim" beginnen im Juni zu erscheinen. „Rimon" erscheint in hebräischer, „Mlgroim" in jiddischer Sprache. Die Zeitschriften werden sich mit allen bedeutungsvolle'.! Erscheinungen der bildenden Kunst, der Musik.. und des Theaters befassen. Der literarische Teil soll Belletristik, Kritik, Philosophie, Kulturgeschichtliches, Pädagogisches nsw. bringen. An „Nimon" wirken mit:.S. Agnon,. Dr. M. Balaban, Ben Zion, Eh. N. Biülik, I. Fichmann, Dr. D. A. Friedmann, Dr. M. Gaster, Dr. S. A. Horodetzki, S. Hurwitz, A. Z. Jdelson, I. Katzenelson, Doktor I. Klatzkin, Leo Simon, Jakob Steinberg, Prof. E. Täubler, Dr. M. Wischnitzer n. a. m. An „Milgroim" wirken mit: D. Bergelson, D. Hofftein, M. Kulbak, L. Kwitkom, W. Latzki- Bertoldi, der Nistor, I. Opatoschu, S. Rubaschow, Dr. I. Schipper, Dr. R. Seligmann, Baal Dimjon (Nahum Stif) u. a. m. Der künstlerische Teil -beider Zeitschriften wird Beiträge von Prof. Fr. Landsberger, Dr. G. Marzynski, I. Meier-' Gräfe u. a. sowie Werke bedeutender Künstler in Reproduktion bringen. tomimmALE s BANK 'S'fen’Marc ■ Aurelsiraße S-7 Tel. -Hp. 88-4 88. 2G-G-8I, 20-6-48, 22-5-78 H TeSegpareim - Adresse s Contlnentalbank 133 B Wechselstube, l., Bfisendorfersfrasse Nr« 4 * Wechselstube, U.^TaboystP. 46 a. Tel, 4S-4-2S " Bank und Wechselhaus Wlppllntjerstraße J p E. Wlapllngerstraßa 1. Teiepfion 14-3-76, 12-5-09 ■ BBB IS K B B ■ 0 Hfl * ■ B B fl B B JS B C D ■ 9 B B H B ■ ■ B B H H ■ B B Volkswirt. Die Seeschlange der Generalpfandrechte . Nagender Neid, was höhnst du uns mit gemächlichen Tagen, ffagst wegwerfend, Meteorologie und Zeichendeuterei seien nur müßiges Spiel! Es ist dafür gesorgt, daß wir ausreichend Beschäftigung finden und ein ganzes Volk hängt an unseren Lippen. Denn die Augen aller Oesterreicher sind unverwandt auf den Kredithimmel gerichtet, ob ihnen nicht von dort Errettung aus dumpfer Geldqual komme und nur die Meteorologen wissen um das Wetter Bescheid. ... Nachdem die G e n e r a l p f a n d r e ch t e als aufgehoben erklärt worden waren, hellte sich der Kredithorizont auf und es erschien die Silhouette des Heilbringers Morgan, des schweren Milliardärs (in Dollar), ftir den es eine Kleinigkeit wäre, ganz Oesterreich mit allen Aktiven und Passiven zu übernehmen, geschweige denn ihm den Bettel von Kredit vorzustrecken, dessen es als Stütze für seine Existenz bedarf. Festlich gerüstet war das Heim des Oesterreichers zum Empfange der Abgesandten des Allgewaltigen, der Finanzexperten, und es war nicht Rücksicht auf die Unkosten, die daraus dem armen Gastgeber erwachsen konnten, daß der große Empfang unterbleiben mußte und nur ein einziger Vertreter Morgans erschienen ist; es war nur das fatale Geschick Oesterreichs, dessen Frage so sehr mit allen europäischen und außereuropäischen Fragen verquickt ist, daß die Anleihe an Oesterreich von der Lösung des deutschen Reparations- Gestempelte Krone ----- — -.»SV- Centimes. Auszahlung Wien ----- — -.037. Centimes. 3n Zürich notierte die öslerreichische Krön» . . . -.0374 (-.037 , am 9. 3uni) die ösierr. gestempelte Krone. -.037, (-.03t am 9. 3uni) die tschechische Krone .... 10.10 (10.10 am 9. 3uni) die Mark. 1.76 t 1.79 am 9. 3itni) Agram. 1.90 ( 1.90 am 9. 3um) Sofia.. 2.67 ( 3.85 am 9. 3unl) Budapest ......... -.60 (-.58 am 9. Suni) Warschau. (-.13' am 9. 3uni) Problems nicht zu trennen ist. Die Hauptdelegkerien, so hieß es, müßten noch rine-Zeitlang in Paris verweilen, ehe. sie einen Lokalaugenschein .der Nöte des kleinen. Mannes, aufnehmen könnten. Nun fügte es der harte Wille Frankreichs, daß das deutsche Anleiheproblem auf drei: Monate vertagt - wurde-. Diese Wendung war fast über. Nacht gekommen und so stünde eigentlich nichts mehr im. . Wege, daß die Morgan-Kommission den, übrigens offiziell niemals abgesagten, Besuch. doch noch abstatte. Wird sie nach Wien'kommen? Längst schon waren uns die Krediie versprochen, und jedesmal, wenn im vergeblichen Harren auf die Erfüllung des Versprechens die ungestümen Valutonkursein Raserei gerieten, wurdensie von den Lenkern Oesterreichs mit dem Hinweis auf die bevorstehende Aushebung der Generalpsandrechte besänftigt. Das Ministerium Schober-Gürtler war unermüdlich in dem Kampfe gegen die Generalpfandrechte, es war ein furchtbarer Kampf,, denn es stellte sich heraus, daß sie eine vielgestaltige Hydra vor sich hatten; so oft ihr ein Kopf abgeschlagen würde — der Einspruch irgendeines Staates, der Ansprüche an uns hatte — .tat sich ein neuer Nachen gierig ans, um das Wiegenkmd der Kredite zu verschlingen. Aber schließlich ist auch die letzte Gefaht abgewendet worden und Schober brachte von seiner Expedition nach Genua die Zusage der rumänischen und jugoslawischen Minister, daß sie gegen das Kreditkinö nichts mehr unternehmen wollen. Das war das Erbe, das das abgetretene Ministerium der - jetzigen Regierung. hmterlassen hatte und diese hat denn auch nicht, gezögert, mit, der Versicherung herauszurücken, daß die Kreditaussichten günstig stünden. Wird' doch mit Morgans Vertreter (wenn auch nicht mit der ganzen Delegation), über das Anleiheprojekt verhandelt' und die Situation konnte sogar als günstiger denn'je angesehen werden, da Schober seinerzeit sich weder über die Aufhebung der Generalpfandrechte ausweisen könnte,; noch einen Anwärter auf die Kreditgeberrolle gefunden hatte. Nur daß es leider nicht jedermanns Sache ist,'den'. Kampf als Drachentöter zu bestehen; Schober-Gürtler mochten die Hydra vertrieben haben, sie. lebt, unter Seipel- Waber wieder auf, , und so erfahren wir, daß am Kredithimmel eine Trübung dadurch eingetreten sei, daß Rumänien und Jugoslawien ihre Neparationsansprüche neuerdings geltend machten. Die Generalpfandrechte wachsen sich nun nachgerade zu einer gewaltigen Seeschlange aus. Die Valutendämonen haben ihren Tanz wieder auszuführen begonnen und sind durch den Hinweis auf die bevorstehende'Auchebüng der Generalpfandrechte gar nicht mehr zu besänftigen. Im Gegenteil, jetzt sind diese Rechte sogar sehr notwendig, wenn man die Ungeduld der Oesterreicher äuf eine Beschleunigung der Kreditaktionen einigermaßen dämpfeusolh jetzt müssen die Generalpfandrechte dazu herhalteu, um die 'CH'äneen der Kredite zu verhüllen Und "den Meteorologen Gründe wegen der. Trübung des Kredithorizonts zu liefern. > ' Was ist es nun in Wirklichkeit mit den Generalpfandrechten? Nicht Meteorologie und' Zeichendeüterei, nur klares Aussprechen dessen, was ist, kann als» gut gelten.- Und so sagen wir (und es wäre besser, wenn es die Verantwortlichen sagen wollten): Wenn Morgan und die- Bank von England entschlössen sind, Oesterreich eine Anleihe zu gewähren, so möchten wir sehen, wer es wagen wollte, sich ihnen entgegenzustellen, ob Rumäien und Iugö-' slawien, die auf den Kredit jener Gruppe angewiesen' sind, ein Geschäft dieser selben Gruppe mit Oesterreich' hinterireiben könnten. Gewiß ist die Flüssigmachung eines Kredites an Oesterreich von der Z u st i m mm n g der Reparatiouskommiffsion abhängig und in dieser sind auch Rumänien und Jugoslawien vertreten; aber es. ist nicht wahr, daß die Reparatiouskommission im Falle- Oesterreichs mit Stimmenmehrheit beschließen müsse und die kleinen Gegner nicht überstimmt werden könnten. Sie würden eben überstimmt werden, wenn sie es. darauf ankommen lassen wollten, daß man abstimmte. Die General- Pfandrechte haben die Reparationskommission / nicht gehindert, Oesterreich die Verwertung der Gobelins zu er-, laubcn, die Generalpfandrechte hinderten nicht die tschecho- ' sloivakische Republik, Oesterreich den ersten Kreditvorschuß zu gewähren, für die Flüssigmachung des. italienischen und^ französischen Kreditvorschllssts gibt es kein Hindernis sagenhafter Generalpfandrechte,, ebensowenig wie für' jedes Finanzkonsortium im Range Morgans und der Bank von England, vorausgesetzt, daß es ernstlich entschlossen ist, Oesterreich Leizuspringen. Für jeden Kreditgeber sind allerdings die Generalpfandrechte eine gute.Ansrede und sie bleiben auch ein unentbehrliches und jederzeit brauchbares Requisit österreichischer Regierungskunst. Ob sie nun als aufgehoben hingestellt werden können oder es tatsächlich waren, wie. am Ende der Laufbahn Schober-Gürtlers, oder es nicht mehr sind, wie bei Beginn des Seipel- Waber-Regimes. —ll. Handels-u«d Zsllpolirik. Ein Rundschreiben des Handelsministers Kraft. Der Handelsm'rnister Kraft hat an die Präsidien der Wirtschaftsorganisationen Oeste'."» eichs ein Rundschreiben gerichtet, dem wir folgendes entnehmen: „Oesterreich wird nur dann seine wirischastliche' Höhe, seinen Kulturgrad und seine Bevölkcnrnasz..hl an-' nähernd auftecht erhalten können, war:: cs nickst nur alle seine Kräfte, sejne ruhenden und lebenden Energien, seien Produktiousfähigkeit aufö änßersie anspanm, sondern auch, die durch seine geographische Lage zugewiesene Funttwu als Mittler zw isch en Nord u n d Süd, Ost un o West in Europa vollstäudg auSübt. Es getckgi übrr l.uU )'H ■ I■ ii»Wir-'iT 1-' ~~nr > "11 Ml.. IUI«,