Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1207 (11.6.1922)
- Date
- 1922-06-11
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Wien, Sonntag >) e5 X f4 war entschieden besser: Schwarz hätte dadurch feinem Köntgsläufer Bewegungsfteideit verschafft und gleichzeitig den folgenden Zug des Weihen verhindert, mit dem dieser dem Ichworzen Dammläufer den Zugang zum weihen Königsflügel ,'perrf. Sn beengter Stellung muh man trachten, feinen Figuren Zugsirahen zu öffnen und darf sich nicht noch mehr einschnüren lassen. ') Schwarz muh das Vorgehen des k-Bauern stoppen. »*) Da Schwarz nicht mehr rochieren kann, ist dies die beste Art, die Turmverbindung herzuflellen. *0 Um auf L g5, T a8 — g8 zu spielen. ») Um mit dem Springer c3 ziehen zu können. Aus b6 X s5 folgt l al. m) Kier konnte Weih durch ab X bk sofort einen Bauern gewinnen, zieht es aber vor, vorerst seinen Bauern c4 vor einem eventuellen Springerangriff zu decken,' um dem Schwarzen keine Gegenchanee zu geben. 14) Damit kommt Weih in den entscheidenden Vorteil. lt) Auf 33. ... U X 63. 34. 0 X 63, d X c5. 35. D a3, S c4. 36. T X b8, D X b8. 37. I) X c5 f nebst D X a5 wäre die schwarze Stellung irostios. Schwarz versucht deshalb, sich durch ein Opfer zu retten, wozu ihm sein Bauer auf b3 Mut gibt. Weih ist aber auf seiner Kut. ,6) Mach! jedem weiteren Widerstand ein Ende. Eine sehr schöne Partie. Anmerkungen von Kermann Weih. Für -ie nächste Heil ist ein Weitkampf Dr. Tartakower gegen Grünfeld geplant, d r geeignet wäre, interessante Ausschlüsse über das derzeitige Kräfteverhältnis der Wiener Großmeister zu geben. Spielaberr-e Montag, Mittwoch und Fritag ab 7 Uhr abends. Sonntag ab 9 Uhr vormittags im Cafe Jäger- Hof, IX.. Porzsllangasie', _ Zuschriften sind zu richten an Ernst Wahle, II., Obere Donaustraße 67. j Ernährung. Die Fleischhaüsse der letzten Woche. Line Frau wegen avfreizenüer Reben im Stadtpark verhaftet. Zn der Nahe der Lrohmarkthalle spiettr sich gestern vormittags ein Zwischenfall ab, der das Einschreiten der Wache notwendig machte. Sm Stadtpartc versuchte eine Frau eine Versammlung zu improvisieren - und begann unier dem Zulauf Hunderter Menschen Reden gegen die Lebensmiltelleuerung zu Hallen. Da man fürchten , mutzte, dah die Menge e i n e n S t u rm äuf die G r o h m a r k t h a l l e unternehmen könnte, schritt die Wache ein» zerstreute ~ die Leute undnahm die: Frau fest. Es soll sich um eiste reichsdeutsche Kommunistin namens Stratzrr handeln. Der Verkehr in der Großmarkthalle wickelte sich ohne Zwischenfall ab. Die Beteiligung der Käufer war infolge der hohen Preise viel schwächer als tonst an Samstagen. Besondere Nachfrage herrschte nach dem billigeren Gefrierfleisch. Die Preise blieben unverändert. Gegenüber der Vorrroche sind die Preise für alle Fleischsorlen gewaltig in die Höhe gegangen. Es verteuerten sich vorderes Rindfleisch um 1200 K., hinteres um 900 K., Bratenfleisch um 1609 K., Lungenbraten um 2000 K., Kalbfleisch um 1000 bis 1802 K., .Schweinesieifch u m1600 K., Speck und Fett um 1200 K. pro Kilogramm. Im Detailhandel notierten gestern in der Grohmarkthalle pro Kilogramm: Rindfleisch mit Zuwoge 3800 bis 5200 K., hinteres 4000 bis 64(0 K., Bratenfleisch49L0 bis 7000 K„ Lungendraien 5000 bis 7600 K., . Kalbfleisch 3600 bis 6200 K., Schnihelsiesich 7000 bis 7800 K., Schaffleisch 2600 bis 4500 K.» Schweinefleisch 4500 bis 6600 K., Schweinefett 5200 bis 5400 K., Speck 5400 bis (,000 S. Von auswärts trqien zwei Waggonladungen Fleisch angekommen, von denen eine aus Gefrierrindfleisch bestand. Die Grünwarenmärkie wiesen' reichliche Beschickung auf. Infolge der andauernden Trockenheit verteuerte sich heute Köuplelsalat um 800 K. per Nagel. Kochsalat und Kohlrabi ermähiglen sich um eine Kleinigkeit. Die Preise der übrigen Gemüsesorien blieben so ziemlich unverändert aus der Köhe des Voriages. An Kartoffeln heirscht kein Mangel. Frühkartoffeln kosteten gestern im Großhandel auf dem Naschmarkt 640 bis 650 K., alte inländische Kartoffeln 130 bis 150 K. pro Kilogramm. Die Kirfchenzustchren waren günstig ausgefallen. Burgenländische Kirschen notierten mit 850 bis 950 K.. Ananaserdbeeren haben sich von 2300 aus 3000 K. pro Kilogramm im Preise erhöht. Die steigende Tendenz der Eierpreise hält weiter an. Der Preis eines Eies betrug gestern auf dem Naschmarkt bereits 216 bis 220 K. . . Ein Laib Brot — 1230 Kronen. Unter Kinweis auf die fortschreitende Teuerung haben die Bäckerarbeiter Lohnforderungen gestellt, die durch einen am 7. d. zwischen der Genossenschaft und Gehilfenschaft abgeschlossenen Vertrag ihre Erledigung fanden, wonach den Bäckerarbeitern ab 1j. d. in Kraft tretende Lohnerhöhungen bis zu 25 Prozent bewilligt werden mußten.. Zu dieser Erhöhung d?r Produktionskosten kommt die infolge der Steigerung der fremden Valuten eintretende Verteuerung der Rohprodukte. Ans diesen Gründen ist eine Erhöhung der bisherigen Brolpreife beschlossen worden, die sich ab Montag den 12. d. folgendermaßen stellen: Ein Lack Brot 1230 K.. ein Erlrawecken. 1130 K., ein weißer Wecken 500 K., ein Stück Kleingebäck 70 K. \ Wiener Morgerizeiknrg Kon-erismilchabgabe der Sozialen Äilfsgemeinchafl Anilla Müller. Tie Soziale Kil'soemeinfchaft Anitta Müller beabsichtigt, den noch verbliebenen Rest von Kondensmilch an Mitielstandsangehörige zum Pieise i on 450 K. pro Dose abzugeben. Ausmaß für Einzelpersonen vier Dose', für Familien (Galle. Gattin und Kinder) sechs bis acht Dosen. Die Ausgabe erfolgt am 12. und 13. d. im Bureau» IX., Berggasse 7,1. Stock, in der Zell von 2 bis 5 Uhr nachmittags ousfchliehlich gegen persönliches Erscheinen mit Lkgilimaiionsdokumenlen. .l0vi8ctterr Sonntag den 18. Juni 1922 im I. Caf£haus, Prater Hauptallee 4 (Garten und Kasinosaa]) Grosses Gartenfest mit originellem künstlerischen Programm u. Tanz Mitwirkung hervorragender jüdischer Knnstkräfte, Orchesterkonzert und Tanzkapelle. Jiidischo Capcnn Mor>nnliao Volkslieder gesungen v. Oberkantor ÜcrbU« MÄFgUUVS, am Klavier: RpaclavcIfV HebrSischa Kinderchöre, palä- Professor OOlttsol'j« »tinsns'mcheReigen, Aufführung des biblischen Kinderspieles «David w’Goliath“, Verlosung einer reichhaltigen hebräischen Bibliothek and anderer Wertgejenslände, Vergnügungshütten, Jnxpost u. *. w. Beginn: 3 Uhr nachm. Ende: 12 Uhr nachts. Karlen a K 600.— im Vorverkauf: Sekretariat des Jüdischen Schnlvereins, II.. Zirkussasse 33, Zionistisches Landeskomitee, II.', Tnborstrasso 20 a, Administration der „Wi-ner Mnrgonzeitung“, II.. Taborstrass. 1/3, sowie hoi sämtlichen zionistischen Korporationen nnd hei den Mitrlipd»rn d»s Vereines Erez Israel. An der Kassa K 800.— Im Falle ungünstiger Witterung behalten die. gelösten Karten ihre Gü'tigkeit für Sonntag den 25., bezw. Donnerstag den 29. Juni 1982 (Feiertag), 9574 Bühne und Kunst. Deutsches Volkstheater. (Gastspiel Alexander Moisii.) Wenn Moisii den Fedja im „Lebenden Leichnam" spielt, klingt Publikumsbeisall wie Mißverständnis. In dieser Dichtung (und vielleicht noch mehr in dem Bekenntnisdrama „Und das Licht leuchtet in der Finsternis") ist Moisii nicht mehr Darsteller, sondern nbrünstiger Verkünder der Tolstoi- Lehren. Sein Spiel wirkt in der Zwiesprache mit dem Untersuchungsrichter und in der Szene, da der trunksüchtige verträumte Schwächling gesteht, daß er nicht lügen kann, wie eine große sittliche Tat. Bewundernswert, wie der Künstler an jedem Abend, an dem wir ihn als Fedja sehen durften, mit größerem Erfolg nach schlichtester und eindringlichster Lösung' seiner Aufgabe rang. Jede Möglichkeit zur Bravour, wie sie beispielsweise Treßler in der Szene bei den Zigeunern in seiner Art glücklich ausnützt, wird, von Moisii peinlich gemieden und der MMsvieke^ckichpi-eraiMae Selbstmordversuch Weinen in der Sterbeszene förWUch hie ganze leidende Menschheit in unendlicher Liebe. ■ „ Die Aufführung des Deutschen Volkstheaters hat gute Ansätze und könnte bei einigem Fleiß ausreifen. Die Bühnenbilder sind geschmackvoll gestellt. Maria Gutmann ist ein rassiges, eigenartiges, wenn auch merkwürdig mondänes Zigeünermädchen und in ihrer letzten Szene mit Fedja von starker dramatischer Kraft. Ganz hervorragend Aurel Nowotny als Fürst Abreskow. An diesem Charakterdarsteller wird man noch seine Freude erleben. Else Schilling war wieder den ganzen Abend vom-Krampf befallen. Jedes Wort wird herausgepreßt und . dreifach unterstrichen. Ueber die Anna Dimitrijewna der Frau Alice H e t s e Y sei mit Fedja-Milde hinweggegangen. Eine Fehlbesetzung, für die die Darstellerin niä)t zur Verantwortung zu ziehen ist. Vortrefflich Jenny Werner sowie die Herren Rudolf Täubler und Alfred Schreiber. Es gab schöne Augenblicke, auch wenn Moisii nicht auf den Brettern stand — nnd man schämt sich eines Publikums, das nach jenen Bildern, in denen der Gast nicht auftritt, den Beifall versagt. O. A. Wiener Stadttheater. „Das Licht", Schauspiel von George D uh mal (Gastspiel Ferdinand Onno). ' Wenn ein Franzose sentimental ist, ist er cs gründlich. Düsen alten Grundsatz bestätigt auch das Schauspiel von George Duhamel. Man wird den Saccharin- Geschmack tagelang nicht los. Die Handlung — wenn das Wort gestattet ist — ist simpel genug, um leicht erzählt zu sein. Der blind geborne Bernard hat einen Vater, dessen einziges Lebensziel des Sohnes Genesung ist. Daher ruft er einen berühmten Arzt nach dem anderen. Als der erste Akt anhebt, wird just Berühmtheit Nummer neun erwartet. Es ist übrigens, in Parenthese gesagt, erstaunlich, daß der Arzt im Drama fast immer ein Idiot ist, während wir alle im Leben schließlich eine ganc- Anzahl mit leidlicher Intelligenz begabter Aerzte kennen. Bernard wehrt sich zunächst leidenschaftlich gegen die Berühmtheit mit der Begründung, er vermisse nichts und sehne sich nicht nach dem „Licht". Als er jedoch erfährt, daß die junge Blanche, die zur Erholung im Hause weilt, auch ihr Augenlicht verlieren soll, willigt er ein, sich einer Behandlung zu unterziehen. Die Zärtlichkeit für Blanche hindert allerdings nicht, daß der Blinde von .ihr eine ausführliche Schilderung des Sonnenunterganges fordert, wobei sie geblendet wird. (Für die medizinischen Gereimfheiten oder Ungereimtheiten der Vorfälle kann die Berichterstattung nicht verantwortlich gemacht iderden.) Im dritten Akt erfahren wir, daß der Schaden nur vorübergehend ist und Blanche, wenn sie geduldig acht Tage die Binde über den Augen trägt, wieder sehen wird. Aber ach! Da wird die freundliche Cäterine abberusen und da kommt, ach! das Gewitter daber und Blanche reißt, ach! die Binde ab-und * ll. Juni 1922 Nr. 1207 wird nun durch den grellen Blitz endgültig und definitiv ihres Augenlichtes beraubt. Der geängstigte Zuschauer fürchtet, haß die Unglückliche noch ein drittes Mal erblinden wird, aber dem ist nicht so. Vielmehr sind die beiden Blinden in eine neue Gefahr geraten — sie haben sich im Walde verirrt. Statt sich nun freudig vorbeikommenden Freunden anzuschließen, - verstecken sie sich, nähern sich dann bedenklich dem schaurigen Mgrnnd, finden aber bete „rechten Weg", nachdem Bernard seine Liebe gestanden. Zu dieser Handlung ohne jeden, auch den schwächsten.dramatischen Impuls, kommt eine Sprache voll aufdringlicher Getragenheit. Die guten Leute reden in unterdrückten Alexandrinern, sie befinden sich unaufhörlich an den äußersten Enden ihrer Persönlichkeit und in den vier langen, sehr langen Akten gibt es auch nicht eine einzige Szene, auch nicht einen noch so flüchtig vorbeihuschenden Augenblick der Heiterkeit oder nur des Gleichmaßes. Dazu kommt noch eine sehr gewissenhafte, sich streng an die künstlerischen Vorbilder in Ploetz' Lehrbuch der französischen Sprache anlehnende Uebersetzung, der Vater spricht von der „Weisheit", des Sohnes — bitte sehr, alles in Ordnung, sagesse heißt „Weisheit", siehe S. 234 — und aus den Partizipsätzen findet man oft nur mit Mühe heraus. Dasalles muß man über sich ergehen lassen, um Herrn Onno in einer, allerdings ausgezeichneten Leistung bewundern zu können. Da war jedes, auch das kleinste Detail, sorgsam beack)tet. Von der vortrefflichen Maske bis zum steifen Gang, der charakteristischen Kopfhaltung und dem absonderlichen Mienenspiel fehlte kein Kennzeichen des Blinden. Bei den Verzwciflungsausbrücken Bernards steigerte sich die wohlbemessene Leistung zu ungewöhnlicher Kraft, aber im ganzen war das Pathologische der Gestalt doch stärker heraugearbeitet als das Menschlich-Ergreifende. Der Künstler, der sich dem reichen Beifall gegenüber durchaus spröde verhielt, fand in Nore Gregor eine verständnisvolle und feinfühlige Partnerin. Aber beider und der übrigen Mitwirkenden Bemühen konnte nicht hindern, daß der Gesamteindruck der Aufführung leere und öde Langweile war. Ja, wenn man noch sicher wüßte, daß Stücke dieser Art als ein Teil der Bußen angerechnet werden, die den Besiegten auferlegt werden. Sollte daK aber nicht so gemeint sein, so wäre es doch besser, wenn Paris seine Tränensuppen allein anslöffelt. K. M, Johann Strauß-Theater. Richard Heubergers „Opernball" hätte. Wohl nie das Rampenlicht erblickt, wenn nicht vorher Johann Strauß seine „Fledermaus" geschaffen hätte. Aehnlichkeiten im Libretto, mannigfache -Reminiszenzen in der Musik verweisen auf das geniale Vorbild, beiden Werken gemeinsam ist die meisterhafte Technik und die musikalische Distinktion, die billige Effekte verweidet. Der „Opernball" verlangt stimmbegabte Sänger, wie sie die Volksoper vor einigen Jahren für eine gediegene Aufführung besaß und wie sie heute dem Johann Strauß-Theater nicht in vollem Ausmaß zur Verfügung stehen. In der Inszenierung, die sich aus valutarischen Gründen Zurückhaltung auferlegcn mußte, gab es Sünden gegen den guten Geschmack und auch der Stil der Operette gelang nicht recht. Manch schweres Geschütz wurde losgelassen, das sich-für die feine Musik nicht eignet, und das flotte Tempo fehlte. Gleichwohl tat die unverwüstliche Musik beim Publikum ihre Schuldigkeit und die Hauptdarsteller Mimi K ö t t, Rosy W e r g i n z und die Herren Brod und Jmhoff bekamen ihren großen Operettenapplaus. Mit ihnen teilten sich die Danien K o ch h a n n, Kien bürg und Macha sowie die gastierenden Tänzerinnen des Opcrnballetts in den Beifall des Abends. slb Ein jüdisches Museum in Frankfurt. (Im Bankhans Rothschild. — Eine Sammlung von Brautringen. — Heines Gebetmantel. — Das historische Comptoir der zankenden Chefs.) Seit kurzer Zeit besitzt die alte große Judengemcinde Frankfurt ein eigenes jüdisches Museum, das allerdings an Umfang und Bedeutung . dem Wiener jüdischen Museum nicht gleick-komnit, aber immerhin viel des Interessanten bietet. Es ist im ehemaligen Geschäftshause der Bankfirma M. A. v. Rothschild u. Söhne in der Fahrgasse 146 untergebracht, unweit jenes historisck)en Hauses, in welck)em die „Fünf Frankfurter" zur Welt kamen. Es enthält unter anderem eine einzigartige Sammlung jüdischer Brautringe. Von Einzell' stücken ist besonders zu erwähnen: Ein seidener Gebetmantel Heinrich Heines, ein Reisepaß der Stadt Frankfurt für Ludwig Börne nnd ein Gesetzeskompendium des Maimonides, das mit außerordentlich wertvollen Miniaturen verziert ist. Auch Sederschüsseln und Gewürzbüchschen aus Silber, Messing nnd Zinn, ferner Chanukahleuchter und Sabbatlampen in eigenartigen Ausführungen sind künstlerisch bedeutend. In Glasschränken befinden sich besonders schön gestickte jüdische Brautgürftel, herrlicher Thoraschmuck und neben Mnnuftrlpien kostbare Megillah-Rollen. Merkwürdig berührt den Besucher, daß diesem jüdischen Museum fast vollständig die Frankfurter Note fehlt, was darauf zurückzuführen ist, daß wiederholte große Brände in der. Judenstayt alles vernichtet haben. An dieses Museum schließen sich die historischen C o m p t o i r r ä u m e d er Rothschilds. Die zwei Schreibtische der beiden Chefs sind durch grüne Schutzschirme voneinander getrennt. Der Volksmnnd behauptet, daß die beiden Brüder sich mitunter nicht zu sehen wünschten. Dieses Motiv der zankenden Chefs ist bekanntlich in mehreren Genreschwänken verwendet worden. Auch ein Äild der berühmten Ahnin der Rothschilds, Frau Gudnlas Oelgemälde, ist in wunderschöner Ausführung in diesem Comptoir zu sehen. Jüdische Besucher Frankfurts werden nicht versäumen, das interessante Museum zu besichtigen, welches, ursprünglich dem Frankfurter städtischen Historischen Museum hätte angegliedert werden sollen, jetzt aber selbständig eröffnet wurde, .weil dtzr geplante Erweiterungsbau des städtischen Museums infolge des KricaeS unterbleiben mußt.Lr