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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-11 · Heft 1207 (11.6.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1207 (11.6.1922)
Date
1922-06-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Kr. 1207 "Wien, Toumag Wiener Morgenzeitung >-:-:-:---—------—----— durch bindende Beschlüsse des Zentralrates u n d d e 8. r a b b i n i s ch e n RateS längst über allen Zweifel hinaus festgelegt und kann durch noch so geistvolle Aphorismen eines unautorisierten agudistischen .Schriftstellers nicht erschüttert werden." Die Frankfurter Aguda-Leitung fühlt sich genötigt, von der Hetze des Wiener Aguda-Blattes abzurücken, die seit längster Zeit alles Maß vermissen läßt. Die positive Stellung der Aguda zur Balfour-Erklärung, die hier unterstrichen wird, sollte freilich auch zu einer Aenderung gewisser Methoden führen, welche der jüdischen Gesamtsache nur Schaden bringen! Ein Opfer des Antisemitismus. Der Antisemitismus, diese Pestwelle, die ihren vergiftenden Hauch über Europa wehen läßt, hat die Eigentümlichkeit,^ daß er nicht nur seinen eigentlichen Objekten, den Juden, moralischen und materiellen Schaden züfügt. Wenn sich — was selten genug der Fall ist — ein Nichtjude findet,, der den Mut aufbringt, der schmutzigen Hetze entgegenzutreten, so heftet sich bald Mißtrauen und Verleumdung mr seine Fersen, und es dauert nicht lange, bis er in seiner Gesellschaft geachtet ist. Der Antisemit' kann es nicht verstehen, daß ein „Arier" die Ueberzeugung und den Mut aufbringt, sich der Ehrabschneidung und Verfolgung entgegenzustellen und jener gilt bald als ,-Judenknecht" und bezahltes Subjekt. Uns wird heute ein besonders krasser Fall bekannt, der in dieses Kapitel gehört. Ein Nichtjude, Abkömmling eines altadeligen Geschlechtes, der sich seinerzeit den Ostpogromisten entgegenstellte und in zahlreichen Aufsätzen für jüdische Rechte eintrat, hat diesen Mut aufs schwerste zu büßen. In seiner Heimat verfolgt und verfemt, mit knapper Mühe einer längeren Internierung entgangen, hat ihn sein Philosem iirsmus um sein ganzes Hab und Gut gebracht, und der Mann, der als Sohn eines hohen Würdenträgers bessere Tage gesehen hat,, leidet mit seiner brustkranken Frau bittere Not. Cs fehlt am Allernötigsten, der Hunger ist ständiger Gast im Hause, und dazu gesellt sich Wohnungslosigkeit, um das .Bild komplett zu machen. Hier helfend einzugreisen, ist eine drängende jüdische Pflicht. Der Christ, der alles verloren,hat, weil er für jüdische Rechte einzutreten und den Pogrom - öffentlich zu verdammen gewagt hat, darf von den Juden im Elend nicht fallen gelassen werden! Die Persönlichkeit und die traurigen Umstände dieses Kämpfers für das jüdische Recht sind uns genau bekannt, und darum hoffen wir, daß unser Appell um Hilfe die erwarteten Erfolge zeitigen wird. ' Sammlungen und Spenden sind dringend erbeten; wir sind mit Vergnügen bereit, solche zu übernehmen und in unserem Blatte ausznweisen. Ausnahme 1» das hebrSische Pädagogium. Zu Beginn des Wintersemesters 1922—1928 werden in den zwei-, beziehungsweise dreijähriges Kurs zur Heranbildung von „Lehrern der hebräischen Sprache und Literatur" Schüler und Schülerinnen ausgenommen, die sich vorher einer Aufnahmsprüfung unterziehen müsien. Bei der Aufnahmsprüfung in den dreijährigen Kurs wird verlangt: Kenntnis des Pentateuchs, der ersten Propheten und der fünf Megilloth, ferner hebräische Sprache in dem Maße, um den im Pädagogium in dieser Sprache gehaltenen Vorträgen folgen zu können, und auch einige Kenntnisse in Talmud. Die Aufnahmsprüfung für die, welche nur 2 Jahre das Pädagogium besuchen wollen, besteht in: Tnach (ganz), Talmud: Lesen und Erklären einer nicht besonders schweren Stelle, Hebräisch: vollkommene Beherrschung in Wort und Schrift (Grannnatik, Sprachgebrauch usw.), jüdische Geschichte, ungefähr im Ausmaße der „Volkstümlichen Geschichte" von Grätz. Aufnahmsbewerber, die das 18. Lebensjahr überschritten haben, wollen sich bis zum 16. September 1922 anmelden und zu diesem Zwecke Gesuche samt Abschriften ihrer allfälligen Zeugnisse dem Sekretariat des Pädagogiums, 2. Bez., Obere Angartenstraße 81, einsenden. Der Tag der Aufnahms- Prüfungen, die im Oktober stattfinden werden, wird in der „Wiener Morgenzeitung" und am „schwarzen Brett" verlautbart werden. Neuberufungen an die rabbinische Hochschule in Ciucinatti. . Wie bereits gemeldet, wurde die durch den Tod des Professors Dr.. Gotthard Deutsch verwaiste Professur für jüdische Geschichte und Literatur an der Hebrew Union College in Cincinnati durch den bisherigen Professor an dem Hebrew College in Baltimore, Dr. Jakob Mann, besetzt. Gleichzeitig mit Dr. Mann wurden Dr. Israel B e t t a n als Professor für Homiletik und Midrasch an Stelle des verstorbenen Dr. K. Köhler, ferner Doktor Henry Sloniprsky als Professor für Pädagogik und Ethik, Dr. Abraham Cronbach aus Chicago zum Professor für Soziologie und der Professor der Universität von Wisconsin Dr. Louis,B. Wolfenson zum Professor für die hebräische und für verwandte Sprachen bestellt. Slönimsky und Bettan stammen aus Rußland. Durch diese Neubesetzungen wurde die Zahl der Professoren auf elf erhöht, so daß die Anstalt die größte Lehrerzahl unter den rabbinischen Hochschulen aufweist. Einigung zwischen den Straßenbahnern «nd -er Gemeinde. Acht Milliouendefizit der Straßenbahn. Nach langwierigen Verhandlungen; die bis zur Mitternachtsstunde vom Freitag auf Samstag dauerten, kam es endlich zwischen der Mehrheit der Vertrauensmänner der Straßenbahner und den Gemeindefunktionären im Favoritener Arbeiterheim zu einer Vereinbar n n g über den Kollektivvertrag. Danach bleiben die Bestimmungen des Kollektivvertrages über die Mehrdienstleistung aufrecht. Es bleibt auch bei der vorgesehenen, monatlichen Durchrechnung der Arbeitszeit, deren Folge wieder ist, daß in Zukunft der A ch t st u ndentag auf der Straßenbahn tatsächlich zur Durchführung kommt. Bei 26 Diensttagen wird sich die monatliche Arbeitsleistung auf 208, Stunden stellen. Ueber stunden über diese Zeit , hinaus, werden ebenfalls monatlich durchgerechnet, während bisher die Ueberstnnden täglich durchgerechnet wurden. Die Überstunden werden höher entlohnt als bisher. Die monatliche Durchrechnung bedingt eine Mehrdienstleistung des Personales, der gegenüber von der Gemeinde gewisse materielle Konzessionen gemacht werden. Das sich daraus ergebende Mehrerforde rnis für die Gemeinde wird auf drei Millionen Kronen geschätzt. Eine unmittelbare Rückwirkung auf den am Dienstag in Kraft tretenden 160 Kronen-Tarif ist „vorläufig" nicht zu befürchten, doch dürfte der neue Tarif nicht von langer Dauer fein, da das Defizit der Straßenbahn im Betrage von fünf Milliarden, wie es jetzt nach der Erhöhung noch besieht, dann auf acht Milliarden Kronen steigt. Keren Kajemeth l'Jsrael. Jüdischer Nalivnalsond«, II., Tabvrslraße 59. Telephon Nr. 40»3-16. Ausweis Nr. 8/2 vom 7. bis 8. Juni 1922 — K. 139.477.—. Im Fahre 1922 insgesamt K. 10,987.340.99. — Zentrale: A. B. 5000, S. K. 300; d. Dr. Ernst Kayek (Gayo) a. N. Erich Schönthal zur bteibcnden Erinnerung durch Freunde u. Bekannte 20,000; Goldbucheintr. Prof. Rosenfeld: Smlg. Dybert That 5250, Smlg. Aron Feischer 16C0, Smlg. L. Pmes 800, Smlg. Abr. Glück 1700. Smlg. A. Wiesen 700 Div. 200. — 1. Be'irk: Pollaczek. Funk & Grlinhut 601, B. Kauptmann 600. — 2. Bezirk: d. Ch, D. Meilen: Ang. durch Firma Brüder Schön 800. Div. $04; Erez Israel 1700; Beth. Tefilath-Ieschuron 15.750, Kermann Toni 1000, Kurt Klein 1010. —, 3.. Bezirk: M. Bernstein 2100. — 4./5. Bezirk: d. Ketzberg : Kemrich Offenberger 2000, Walke Demmer 1266, M. Kochslimm 5i6, E. Grübler 534, K. Nußbaum 500, Div. 2400; Iüd. Turnverein Makkabt X. 11.850. — 8. Bezirk: d. Verständig u. Bomze: Ludw. Kallergarten : d. Frl. Lola Djamantpein: Nüssenbaum, Mekl.tz 500; MMobooiecz 1000. Div., 1050; d. Adolf Bomze: Josef Kahaye 1000, Vogelbaum 500, I. Schwarz 1000, Äbr. Bomze lCOOi Div. 200; Karl Schwarz 1000, K. Weinstock 500. — 9. Bezirk: Dr. Gyldstem u. Dr. Vogelbaum 3000. — 10./11. Bezirk: Iüd. Turnverein Makkabi X. im Max und Berta Aosenkranzgarten 11.850. — 12./15. Bezirk: d. M. Gottdenker: Leo Stein 2500, Paul Stein 1000, Jakob Steiner 2000, Smlg. Kochzeit Wallach-Bäcker 2000, I. Schmidt als Ablöse für zwei Theaterkarten 1100. — 19. Bezirk: Ist. .Tempelverein Döblmg: M. Tauber 600, Dr. Rabbinowitsch 10L0, I. Löwenheim 600, Mor. Müller 4000, Johann Löff 5000, Dr. Jak. Kohn 1000, Dr. Jerusalem 1000, Eugen Frank 1000, Div. 350; d. Dr. Werner: Felix Lederer 1538; d. R. Thumim: R. Kaslner i5§8, Lolle Reiskin 1000, Tine Margulies 10OO. 20. Bezirk: Kitachduth d. I. Wachsmann: Dr. Chaim Tartadower 4000; Astenz: D. B. £0oo, G. D, 1000, gef. d. S. Bügeleisen: Else Löwenslein, Rudolf Brunner ä iooO. * Das Neueste ist-Das Neueste ist nämlich der anthroposophische Kongreß. Elf Eingeweihte wissen in Wien, was Anthroposophie ist, aber sie sagen es nicht. Die anderen haben den Anschlag in den Straßenbahnwagen gelesen. Das ist ebenso viel wert. Auf Grund dieser Kenntnisse kann inan zwar nicht immer verstehen, was Anthroposophie ist, aber man kann es-jedenfalls erklären. Man spricht von West-Ost (so verlockend cs wäre, gleich Nord-Süd daran zu schließen, und so eine profunde Kenntnis der Himmelsrichtungen zu zeigen, empfiehlt sich das nicht, weil es ja doch nicht weiter als bis Süd-Süd-Ost gehr und der Auklärungssnchende dann am Ende etwas merkt), von Buddhismus, Okkultismus, Einwirkung des mystischen Osten uuf den nüchternen Westen, von Verschmelzung, Höherstrebung, Kulturkreis, vom Musikvereinssaal und der 2er- Linie. Gründliche Denker fügen hinzu,, daß Anthropos „der Mensch" und Sophia „Weisheit" bedeute, sowie die wichtigsten Umstkigstellkn. Diese Ausrüstung genügt zum Kampfe mit der neuen Wissenschaft. Vorausgesetzt, daß sich die notwendige und richtige Valuta dazugesellt, umdas Abonnement für die Sitze zu' bezahlen. Aerzte, denen ein Vortrag über Anthroposophie und Medizin zuteil geworden war, behaupten, sie wüßten ja nun ziemlich genau, was Anthroposophie sei, allerdings seien sie dafür wieder ein bißchen unsicher geworden, was sie sich unter Medizin vorzustellen -hätten. Mann kann eben nicht alles a-rf einmal haben. Die Damen sind jedenfalls begeistert von der neuen Hellslehre. Und jeder galante Gatte, Bräutigam, Freund, Geliebter schwört zu jeglicher Stunde: Die Anthroposophie steht dir ausgezeichnet zu Gesicht. Kater Murr. * Der gewesene Minister Aiovgnetti gestorben. Der ehemalige Äckerbauminister im ersten Ministerium Körber, Karl Giovanelli, ist in St. Anton gestorben. * Vermählung. In Rodaun findet heule Sonntag die Trauung des Chefredakteurs des „Neuigkeits-Welt-Blattes", Herrn Hans Kersch bäum, mit Fräulein Tlsilk-e Otto statt. * Rektorswahl an der Hochschule für Bodrukuttur In der 1 Leitern, MM itattaefuudeuen Sitrimn bes* Vrofessorenkolle^..- 11. Juni 1922 Seite 7 , giums der Hochschule für Bodenkultur in Wien wurde der dev zeitige Rektor. dieser Hochschule, Dr. Robert Fische r, aberi mals c i n ft i nt tu t g zum Rektor Magn-sicus für das Stüdiem fahr 1922—1923 gewählt. Als Prorektor wttd der ordentliche Professor für landwirtschaftliche Buchführung Dr. Adolf O st er mayer fungieren. * veezlliÄe Praxis in Karlsbad. Kerr Tr. Louis K a r e i §. gew. Eekundirarzt im Wiener Rothichildspttal, ho! anfangs. Juni die ärztliche Tätigkeit in Karlsbad ausi genommen. Er ordiniert im Kaufe Comenius. Egersiraße. * Für die Opfer von Blumau. Wie die Politische Korrespondenz erfährt, hat der Schweizerische Gesandte Herr Bourc a r t dem Bundesminister für Aeußeres Dr. Grünberger den Betrag von einer Million Kronen für die Opfer von BluMau' übergeben. ' * Ein Flug über den Nordpol. Der.Flieger Omdal .teilt den Blättern mit, daß er im Laufe des Sommers vom Barrowcap in Alaska über das unbekannte Gebiet des Polar-, meeres und über den Nordpol zum Cap Columbia zu fliegen beabsichtige. Der Flug könne in 15 Stunden ausgeführt werden. Für den Fall eines Absturzes werde die nötige Ansrüstung mitgenommen werden. * Erhöhung der Mindestfahrpreise anf den Eisenbahnen. Im Haupiausschnsse gelangte ein Antrag der Bundesregierung zur Verhandlung mit Wirksamkeit vom 23. d. den Mindestfahrpreis für den Personenverkehr in der dritten Wagenklasse mit 140 K., in der zweiten mit 280 K. und in der ersten Magenklasse mit 840 K. festzusetzcn. Der Vorschlag der Negierung wurde mit dem Abändernngsanträg Kunsch'ak angenonuuen, dahingehend, daß der MindestfährprciS in der d r i tten Wagenklasse mit 130 Kronen, in der zweiten Wagenklasse mit 2 60 Kronen und in der ersten mit 7 80 Kronen festgesetzt werde. Die von der Regierung entsprochene Erhöhung des Fahrpreisminimums auf den Staatsbahnen von 72 auf 130 K. wurde hauptsächlich mit der Führung der Züge der Lokalstrecke über die Stadtbahn-- g-ürtei linie begründet. Maßgebend war vor allem,der Umstand, daß der billige Staatsbayntarif eine unverhältnismäßige Belastung des Stadtbahnverkehres, der für den Wiener Verkehr nicht in Aussicht genommen ist, herbeigeführt hätte. In Konsequenz dieses Beschlusses werden aber auch die Fahrpreise in die nächstgelegenen Ausflugsorte der Umgebung Wiens und zwischen einze-ncn Stationen der verschiedenen Bahnlinien, erheblich vertemrt. * Kriegsflüchttinge» Sie nackr Galizien Heimkehrer». Montag den 12. ö. haben sich zwischen V24 und 7,6 lll)t nachmittags im Bureau der Delegation des Jüdischen Nativna!- rates für Ostgalisien, U.. Taborstraße 20 a, Nr. 441 bis 470 zu melden. Sämtliche Personaldokumente, wie Meldezettel. Geburtsschein, Keimatschein, Trauungsschein, Oplionszettel ufw.. -ferner zwei Photographien pro Person sind unbedingt mitzubringen. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt.. Mittwoch, 14. d., um halb 8 Uhr abends im Sitzungssaale des^LandeLkomirees, Taborstraße 20 a, außerordentliche Generalversammlung, Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Die politische Lage des Zionrsmns und in Palästina. 3. Neuwahl deS Präsidiums ans vcs Ausschusses. 4. Eventuelles. Neferenren. Gcn:er,werar Dr. Ptaschkes und Dr. Gelber. Säurtliche Zionisten d«S Bezirkes (iukl. der- Sprengel) werden zum Erscheinen höflichst eingeladen. » Antizionistische Hetze. Seit einiger Zeit hat eine antizionistische Hetze von verschiedenen Seiten eingesetzt, welche die Presse mit den verdrehtesten und durchaus tendenziöserl Nachrichten bedient. Auch seriöse Blätter sitzen vielfach dieser Propaganda auf. So bringt die Turiner „Stampa" die größte Zeitung der Giolitti-Gruppe. eine längere Korrespondenz aus Jerusalem, mit Angriffen auf die Zionisten, die die andere Bevölkerung beherrschen wollen. England werde dre Balfoür- Deklaration niemals verwirklichen können und falls ja, werde der Zionismus davon nichts; profitieren. Der Korrespondent behauptet auch, daß die Krankheit Sir Herbert Samuels angeblich auf einen Der gistun gsv ersuch der Zionisten (!) zurückzuführen sei. * Ein jüdisches Gräberfeld in Köln. In Köln a. Rh. Wiwde auf jenem städtischen Gelände, das den Namen „Zum toten Juden" führt, die Begräbnisstätte der alten Kölner Judengemeinde aufgedeckt. Das Gräberfeld, das bis auf die Zeiten der Kreuzzüge zurückgeht, hat eine gewaltige Ausdehnung und umfaßt viele Tausende der im Laufe von Jahrhunderten dort Bestatteten. Die Märtyrer der Kreuzzuge und der Kölner, Zwangstaufen sind hier beerdigt, wohl auch die Gebeine aus der Zeit des Ellul 5109, da die Judengeincmde Köln, mehrere tausend Seelen zählend, sich selbst mit Frauen und Kindern zum Brandopfer gebracht, um der Taufe zu entgehen. Die Gräber der einzelnen Märtyrer werden sich anläßlich der Exhumierungsarbeiten, die gegenwärtig vor sich gehen, nicht feststetten lassen, da die Grabsteine nicht erhalten sind, sondern anläßlich der. wiederholten Judenverfolgungen zertrümmert oder als Baumaterial fiir Mauern und Festungswerke verwendet wurden. 1 * Die jüdischen Studenten in Bolen. In Warschau wurde vor kurzem ein Hilfskonütee für sie jüdische.yoch.'chulj-lgend gegründet. Nach einer vor ktrrzem dnrcbgeiü-nea Ätaristtk zählt man in Polen 8366 jüdische Slnd»«;cn, 3080 tv der Warschauer Universität, 680 un der Warschauer Polirrchnik, 1166.an der Krakauer, .1938 an der Lemberger llr.ifccrjiiäf, 294 an der Lemberger B»lir«chni: und 437 an der Wllrwer Uuiversitä: inskribiert sin'». Ha* drr Not oer Studenteu ^u Ürnern. veranstaltet das obgerunu'.'.e Korni:-:e in ganz Polen Sanünlunge:'. für cü'-v. .HÜfrsouds '.w: Unterstützung der jüdischen Studevl^oschüsi. Abonnenten für I die „Wiener s Morgenzeituna"^

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