Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1207 (11.6.1922)
- Date
- 1922-06-11
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. Men. Sonntag * Entfall des jugoslawischen Vatzvllums Vekm Schnell- «ugSverkehr Wien—Atzling—Triest. Es wnd austnerksanr gemacht, daß für Reisende, die mit dem Schnellzug 103 (Wien- Südbahnhof ab 8 Uhr 35 Min.) oder mit dem Schnellzug D 109 (Wien-Südbahnhof ab 21 Uhr 60 Min.) npch^ Triest fahren, die Durchreise über die jugoslawische Strecke Aßling— Piedicolle ohne jugoslawisches Paßvisum zulässig ist. Die Durchzugsreisenden haben sich gegenüber den den Zug begleitenden jugoslawischen Polizeiorganen lediglich durch Vorzeigung ihres Reisepasses oder einer Jdentitätslegitimatjon oder eines von einer Behörde ausgestellten Transitscheines auszuweisen. Eine zollamtliche Revision des Handgepäcks und des aufgegebenen Reisegepäcks im Durchzuge über das jugoslawische Gebiet findet schon seit dem Vorjahre nicht mehr statt. * Dalafiina-Amt. I., Bauernmarkt 24. Fürsoraefonds für Palästina-Emigranten. II., Zirkusgasse 33. Spenden« o ü s w e i s Nr. 4 vom 25. Mai b s 7. Juni 1922. Brüder Klein. Fabrik .Beka« Mödling 100.000 K.. Dir. Kemrich Bronner 50.000 Li., durch Ina. Insel Z. B. S. X 26.600 §.. Z. D. S. XX. Sammlg. I. C. Letzter. Triest 4000 K.. Mendel Körowitz 1060 K.. Z. B. S. lV./V. Sammle. Samuel Oberländer: Insp. Krakauer 1000 «.» A'per 1000 K.. Frl. ©or» funket 100) K.. - oerse 1000 Frau Rosa Cxaezkes 3000 &. Zusammen 187.000 Ä. Seit April 1922 eikgegangen 623.196 K. * Namhafte Spenden für die notleidenden jüdischen Studenlen in Oesterreich. Zur Linderung der Not der jüdischen Studenten überwiesen dem Jüdischen Kochschul a u s s ch u tz. IX., Zimmetmannplak 8: Israelitischer Kum. Verein .Wahrheit" B. B. 500.000 A.. Bankhaus Gebrüder © ukmann 200.000 Sammlung M. ß a fobera Nachf.. Emitio Stock. Trirst (Rate pro Juni) je 100.000 K.. Sammlung Paul Stark im Bankbauie K u x. B 1 o ch L L o. 67 0 0 A.. Oskar Rosner. Kom.-Ral. Alex. Z i r n e r. .F. B.'. Tri-ste. Dr. Paul K a m m e r s ch l a g. Ignaz Kochberger. Generakdirektor Alfred A o h n, Oester» reichliche Liereinkauf? stelle. Ignaz B i k t m a n n, Sammlung Ing. Karl M e y e r je 50.000 K., Julius Priester 30.600 W o l f © r o tz. Steinhaus und S a l. Kirschen 25:000 K.. © e r f o n. Boehm & Rosenthat. KerzLStrautz, Bankgeschäft Smmerich © r o h je 20000 Marie Frei 16.000 K.. Moritz Schnabel 15.000»Ä.. Anoelika Iawetz. Marianne Rotholz. Ina. Max E n st e i n, Verein .Tikwath Iehuda", Bankhaus Ig. R o s n e r. Iacqu-s Weiner, Ig. Grotzmann sen.. Bankhaus Mag ' dL To.. Iakod 2 i e b l i ch, Baiel. Friedmann. Kolonrea, Sammlung Dr. Phöbus T u 1 t m a n n. Eisenu n d S 1 a h t - A. ©.. A. © e r n g r o tz A. ©.. Alexander Fischer, Richard K r o n st e i n. Dr. B'erthold <31 an z. Kermann Oe h l g i e tz e r. ,ß. W." je 10.C00 K. * Vom Triester Palästina-Amt. Pom Palästina-Amt und Larcuamt der zionistischen £ .ganisation, Zentralamt Triest, erhalten wir folgendes Sck'ribeu' „Im „Doar Hajom" vom 23. April, Nr. 155, lasen wir in einem.Isaak Salz gezeichneten Briese einen verleumderischen Angriff gegen uns. Die Beschuldigungen, die in dem von, oberwähnter Zeitung mit solcher Leichtfertigkeit ausgenommen Schreiben enthalten sind, stammen wahrscheinlich aus intereflierter Quelle. Wir glauben nicht, dem Verleumder die Ehre einer Polemik zu schulden. Vielmehr beschränken wir uns darauf, den ehrlichen Menschen zu erklären, daß uns weder eine Drohung noch eine Beschuldigung daran hindern können wird, unser Werk zur Verteidigung mib Beschützung des . Auswanderers fortzuführen. Dir kleine Msirrmami, ein zwölfjähriges Mädchen, siegt seit längere Zeit im Karolinen-Kinderspital. Vor einem Jahr wurde in der Nähe Moskaus bei einem Pogrom ihr Vater erschlagen, sie selbst wurde mit Petroleum begossen und' augezündet. Instinktiv verhielt sie sich das Gesicht mit Heiden Händen, und so ist dieses verschont geblieben, obzwar der ganze Körper, insbesondere der Hinterkopf, mit schweren Brandwunden bedeckt ist. Bisher ist der „Erste österr. Hilfsverein für arme kranke Juden", der bisher „Verein zur Unterstützung zugereister jüdischer Kranker" hieß, für die Spitalskosten aufgekommen, doch nun vermag er dieses nicht mehr zu bestreiten. Gegenwärtig ist die ganze Kopfhaut des armen Qpsers blindwütigen Judenhasses schwer vereitert, auf der Klinik Professor E h r m a n n könnte ihr Hilfe gebracht werden, aber nur 15.000 K. sind bisher vorhanden. Hier muß die Judenschaft helfend eingreifen, bevor ein neuer Fall Wahgensperg erstehen kann. Die Administration unseres Blattes ist bereit, Spenden entgegenzunehmen. * Zionistische Dezirkssebkron Seopvlöstaük. Mittwoch den 14. d., V?8 Uhr abends, im Sihunnssacste des Landeskomitees. Taborürotze 20a, außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1 Beucht. 2. Die poliliicks Lage des Zionismus in Palästina. 3. Neuwahl des Präsidiums und des Ausschusses. 4. Evenlualia. Referenten: G-meinderat Dr. Plalchkes und Dr. Gelber Sämtliche Zionisten' des Bezirkes (inklusive der Sprengel "erden zum Erscheinen höslichst eingeladen. * Privatrstenprüsrmgen aus israelitischer Religion für Schüler an Mittelschulen im zweiten Semester des Schuljahres 1921—1922 werden Donnerstag den 22.d. von 3 bis 6 Uhr nachmittags, 1, Bez., Seitenstettengasse 2, 2. Stock (Rabbinatskanzlei), von Herrn Schulrat Professor Dr. Heinrich Pollak abgehalten. Die Prüfungstaxe beträgt 1000 K. pro Semester und ist im vorhinein an der Kasse der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu entrichten. * Jüdisches Realgymnasium. Die Aufnahmsprüfungen für die erste Klasse beginnen Mittwoch den 14. d. um 4 Uhr nachmittags im Schulwkal, Wien, 1. Bez.. Drahtgaste 4. Bis zu diesem Zeitpunkt muß die Schülerbeschreibung bei der Direktion eingelangt sein. Die Prüfungstaxe (2000 Kronen) ist vor Beginn der Prüfung zu erlegen. Federstiel samt Feder sind mitzubrmgen. * Vom Keren Hajessod. Für die Bankkommissäre des K. H. Auf mehrfaches Verlangen ist das K. H.-Bureau vom 14. d. an' jeden Mittwoch bis Halb 9 Uhr abends zwecks Abrechnung und Auskunftserteilung geöffnet. * Hebräisch als unobligater Gegenstand an tschechoslowakischen Mittel- und Bürgerschulen. Das Ministerium für Schulwesen und Volkskultur für die Tschecho-Slowakei hat dem jüdischen Nationalrat mitgeteilt, daß es unter gewissen Bedingungen die Einführung des Hebräischen als unobligaten Faches an Mittel- und Bürgerschulen gestattet. Ter jüdische Nationalrat hat sich an alle Stellen, ber denen er ein aktuelles Interesse voraussetzt, gewendet, damit für das kommende Schuljahr die nötigen Vorbereitungen getroffen vierden können. * Frühlingszauber im Bolksgarten Für die neue Kinderheimstätte spitalsbedürstiaer Eltern im ehemaligen Offiziers¬ Dttim MorMMiMA * II. Illtii '* Nr. 1207 spital in der Währmgerstraße veranstaltet das Fürsyrgeilrstitut des 9. Bezirkes am Mittwoch den 14. d. im BolkSgartenrestaurant ein großes Gartenfest „Frühlingszrm'er im. Bolksgarten". Es konzertiert das Orchester Andre Hummer. Daraus folgt eine Sommermodeschau mit Wiener, französischen und englischen Originalmodellen. Um 9 Uhr Bal champetre und mu 10 Uhr im Saale eine^ große Kunstakademie. Das Entree zum Feste beträgt 600 K., zur Akademie 1600 K. Klub der jüdischnattonale» Wandnlare» Leopoldstadk. Dienstag den 13. d. 7 Udr abends, findet II., Taborstrotze 30 a. eme Kludsitzung der jüdttchnalionalen Mandatare der Leop ldstadt statt. Sämtliche Mandatare werden ersucht, bestimmt zu erscheinen und die in Empfang genommenen oder per Post erhaltenen Schekelblocks zu verrechnen. * Ermätzigung dir Fremdenzimmerobgabe. Der Finanzausschuß des Geineinderates wird sich am Montag mit einer Eimätzigung der Fremdenzimmerabgabe beschäftigen, um die das Gremium der'Hoteliers mit der Begründung eines erheblichen Frequenzrückganges angesucht hak. Der Fremdenzimmerabgabe bient derzeit als Bemestunas» grundloge das gesamte Entgelt abzüglich von fünf Prolent. Die Ermätzigung soll nun darin bestehen, datz für die Monate Juni, Juli und August der abgabesteie Teil mit zehn Prozent festgesetzt werden soll. * Die Einreise nach Deutschland. Aus Berlin wird berichtet: Bei der Erteilung von Sichtvermerken zur Einreise nach Deutschland wird in Zukunft, wie die Blätter mitteilen, die Notwendigkeit der Reise nicht mehr geprüft werden. Das Reichsministerrum des Innern hat mit dieser Regelung einem wiederholt geäußerten dringenden Wunsche der Industrie- und Haudelskreise Rechnung getragen. Die Einreise nach Deutfchlaud kann aber verweigert werden, wenn der Zweck der Reise mtb die Persönlichkeit des Reisenden eine Gefahr für Deutschlands Sicherheit oder für die deutsche Volkswirtschaft bilden. * Drohende Anssperrung von 200.080 Textilarbeitern. Der Arbeitgeberverband der deutschen Textilindustrie hat an seine Mitglieder ein Rundschreiben gerichtet, das die Einführung der 48 Stunden-Woche fordert. Im Falle der Ablehnung sei mit Aussperrung vorzugehen. Von dieser würden 200.000 Textilarbeiter betroffen. * Flecktyphus In Wien. Das Volksgesrmdhettsamt gibt bekannt, daß in ver Woche vom 21. bis zum 27. Mai eine Erkrankung an Flecktyphus in Wien bei einem Heimkehrer aus Rußland eingetreten ist. * Autorundfahrten durch Wien. Der Ausschuß 7 beschäftigte üch mtter dem Vorsitz des Stadtrates Richter mir l'nenl K'.mzkssionsansuchen zum Betriebe oon Autnrundfahrteu n'.i.relü Autogesellschastswagen. Die Rundwhrten sollen u» Wells von der Over ibrcn Ausgang nehmen uub folgende Linien umfassen: Eine Rundfahrt durch Wien nach Schönbrunn Fahrt auf den Kobenzl in die Freudenau-Winterhafen und zum Gänsehäufel; weiter Ausflugstouren nach Laxenburg, auf die Burg Kreuzenstein und nach Heiliqenkreuz-Mayerling. Die Autowagen sind große offene Gesellschaftswagen mit 22 Sitzen. Der Ausschuß beschloß, gegen die Konzessionserteilung keine Einwendung zu erheben. * Erplofion Währen- «lyer Dra»-es. Aus Wiener- Neustadt wird uns gemeldet: Gestern oormiltaas enislond im Walde neben der MunitionsfabM^in Wöllersdvrf. wadrschemtick insölge dchch .die herrlckende Dürre reichliche Nahrung faiio und M raich ausbreilele. Während der Lö'charbelt erko>a1e plötzlich eine Explosion, hervorgerufen durch einen Verschlag Werndlpatronen, welche rradrschemlich von unbekannten Tälern gestohlen und im Walde versieckt worden waren. Die Feuerwehren von Wiener-Neustadt. Wöllersdvrf und Umgebung hätten bis vier Uhr nachmittags an der Bewältigung des, großen Schaden verursachenden Brandes zu arbeiten. * Streik -er Gast-, «n- Kasteehansangestellten. Aus Wiener-Neustadt wird gemeldet: Seit Gestern früh stehen die Gastwirte- und Koffeehausangesiellien in Wi"ner-Neustaot im Streik und find sämtliche ©ast- und Kaffeehäuser geschlossen. Die Ursache des Streiks liegt darin, datz die hiesigen Gehilfen die Anerkennung des Wiener Kollektiovertrages verlangen, was bisher von den hiesigen Unternehmern abgelehnt wurde. Vorläufig hoben die Verhandlungen zu Keinem Ergebnis geführt. * Lynchjustiz in der Leopoldstadt. Gestern gegen 10 Uhr vormittags entstand eine große Menschenansammlung in und vor dem Lätzen des Schuhmachermeisters Johann Brucha, Rueppgasse 22. Es kamen vor das Geschäft etwa 800 Personen, in der Mehrzahl Frauen, demonstrierten mit Schmährufen gegen den Jrihaber des Ladens, drangen ein, holten den Schuhmacher auf die Straße, überhäuften ihn mit Vorwürfen und Schmähungen und mißhandelten ihn. Erst einem größerer Wacheaufgebot gelang es, chen Mann, der zahlreiche Verletzungen im Gesicht hatte, weiteren Angriffen der drohenden Menge zu entziehen und ihn auf die Wachstube fortzuführen. Als Grund der Aufregung wird angegeben, daß Bruchä in Unfrieden mit seiner Frau lebt und sie unverdient schlecht behandle. Insbesondere erregte es bei den Frauen Aergernis, daß er sein Gehaben auch in. den letzten Tagen fortsetzte, obgleich seine Gattin vor ganz kurzer Zeit Mutter geworden war Und jetzt noch leidend schien. * Beim Einbruch ertappt. Drei junge Burschen wurden gestern um 6 Uhr morgens im Hause, Gredlerstraße 4, dabei betreten, als sie zu dieser ungewöhnlichen Stunde aus dem Geschäft der Spediteure Leb und Schwarz kamen. Zwei wurden festgenommen, und zwar der wiederholt vorbestrafte beschäftigungslose 22iährige Hilfsarbeiter Franz Wessely und oer 17jährige Mechanikergehilfe Julius Rosenberger. Sie hatten ln dem Speditionsgeschäft drei Kisten erbrochen, die Schuhmacherzugehör, Arzneistoffe und Thermometer enthielten, hatten Waren im Werte von 600.000 Kronen zum Wegschaffen bereitgelegt^ und und wollten, wie sie selbst im Verhör beim PolizeikoNunissariat Leopoldstadt angaben, die Beute nach dem Oeffnen des Haustores wegschaffen, als sie durch das Nahen der Hcursbesorgerin verscheucht wurden. Die beiden Einbrecher wurden dem Landesgericht eingeliefert. Nach ihrem flüchtigen Genossen, den sie angeblich nicht näher kennen, und den sie der Verleitung zu diesem Einbruch beschuldigen, wird geforscht. * Schreibmaschinendiebe. In der Nacht zum 29. Mai wurde in den Räumen der Firma Josef Noty, 20. Bez., Universumstraße 88, ein Einbruch verübt^ bei dem die Täter eine Schreibmaschine sowie Gummiseidenbänder und Baumwolle im Werte von 1,250.000 Kronen erbeuteten. Durch die Erhebl'.ngen des Polizeikommissariats Brigittenau gelang es nun, die Diebe ind der Person des im Nebenbause wohnhaften 32jährigen Eisendrehers Paul Letinsky, 20. Bez., Universumstraße 40; des 22jäyrigen Kutschers Stephan Pancochar, zuletzt Universumstraße 68 wohnhaft gewesen, der sich, derzeit wegen Verbrechens der boshaften Sachbeschädigung in landcsgerichtlicher Untersuchungshaft befindet, und des 31jährigen Hilfsarbeiter Johann Matejka, 20. Bez., Wintergasse 88, auszuforschen. Dw Genannten wurden dem Landesgericht eingeliefert, der größte Teil ihrer Beute samt der Schreibmaschine zustande gebracht» * Abkühlimg und Regen in Sicht. Die Wetterlage Hat fick wesentlich verschlechtert. Ueber der Mitte Europas hat' sich eir Tief ausgebildet, auf dessen Rückseite eine kalte Luftmusse. voo dringt. Vorattssage: Zunächst trüb, Frontgelritter. Tenchera> tursturz und stürinische Böen, später vorübergehendes Aufklären bei starken westlichen Winden. * Lohnforderungen der Markthelser. Die Genossenschaft der Markt- und Viktualienhändler teilt uns mit: Gestern fanden zwischen dem Zentralverbande der Lebens- und Genußmittelarbeiter und der Vertretung der Großhänolrr 'Lohnverhandlungen statt. Diese zerschlugen sich hmchtsächlich wegen der Forderung der lizenzierten Markthelser, daß das Auf- und Abladcn der cingetroffencn Waren bloß dni'ch sie durchgeführt werden dürfe. Diesem Verlangen konnten die Grvßhärrdler nicht entsprechen, da sie dadurch gezwungen wären, ihre bei ihnen jahrelang stabil angestellten, gut ei.ugearbeiteten und vertrauenswürdigen Hilfskräfte zu entlasset, wodurch sich das zugcführto Obst und Gemüse stark verteuern würde. Bezüglich der anderen Forderungen bestanden nur unschwer übrrbrückbare Meinungsverschiedenheiten. Die Großhändler haben beschlossen, unverzüglich eine Depiltation zum Bürgermeister zu entsenden, und ihn auf die der konsunliereuden Bevölkerung drohende Gefahr aufmerksam zu machen. * Rückgang der Arbeitslosen in Italien. Nach dem offiziellen Ausweis betrug die Zahl der Arbeitslosen in Italien am 1. März 576.000, um 30.000 weniger als am 1. Februar. Diese Vermiudeung ist auf die Arbeitsvermehrung beim Ackerbau und in der Textiliirdustrie zurückzuführen. * Mttlionenkasseneinbruch. Gestern nachts wurden die Bureauräume der Firma Julius Gr avem, 1. Bez., Wollzeile 6, von unbekannten Tätern erbrochen und zwei Kassen aufgespreugt. Die Täter erbeuteten Bargeld in der Höhe von einundeinhalb Millionen Kronen und Spitzen, Leinenbatist sowie Baumwolltaschentücher im Gesamtwerte von 20 Millionen Kronen. * Verhafteter Auslageneinbrecher. Im Bankhause Fritz Dörge, 1. Bez., Kärntnerstraße 43, wollte am 5. v. M. ein Mann eine 1000 Lire-Note einwechseln. Die Note wurde jedoch. als falsch erkannt und der Mann zur Legitimierung aufgefordcrt. Er wies sich mit einem Grenzübertrittsschein, auf den Namen Ladislaus Ferenczy lautend, aus und ergriff, als er sah, daß man die Polizei holen wollte, die Flucht. Wie erhoben wurde, stammt die Banknote aus dem Bankhause Dr. Juer, 6. Bez., Mariahilferstraße 3, wo am gleichen Vormittage ein Auslageneinbruch verübt und mehrere ausländische Banknoten, darunter auch die falsche Lirenote, entwendet wurden. An Hand des Verbrecheralbums wurde festgestellt, daß der angebliche Ferenczy mit dem 23jährigen Handelsangestellten Ladislaus Ferenczy identisch ist, der wiederholt wegen Diebstahls vorbestraft. und landesverwiesen ist. Den Kriminalbeamten gelang es nun, den flüchtigen Dieb zu verhaften. Seit seiner letzten Entlassung im März d. I. hat er noch zahlreiche Auslageneinbrüche in Wien, Baden, Villach, Salzburg, Graz und in Linz verübt. Die Beute hat er fast ausschließlich an das Ehepaar Artur und Anna Sommer, 2. Bez., Ausstellungsstraße 63, verkauft, das über die Herkunft der Sachen nicht unaufgeklärt war. Ferenczy und das Ehepaar Sommer wurden dem Lantzesgerichte eingeliefert. Die Schadenssumme dürfte sich auf mehrere Millionen Kronen belaufen. * Speditionen und Äommisslonru, internationale Transporte aller Art, Vergottungen. 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