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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-11 · Heft 1207 (11.6.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1207 (11.6.1922)
Date
1922-06-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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i\ t. r,.‘ I; : K u \i ■: > u. Juni 1922 Nr. 1207 beite 6_Men. Sonntag_ jüdischen Volkes für den Aufbau Palästinas.. 3. Mobilisierung der zionistischen Anstrengungen für Palästina. 4. Kolonisationsmethoden. 5. Die zionistische Kolonisation und Administration. 6. Die zionistische Stellung zu den Galuth-Problemen. (I. E. B.) Das jüdische Neliqionslehrerseminar i« Wien. Man schreibt uns: In einer Zeit, in welcher die Trümmer zerstörter btaatengebilde" und vernichteter Kulturwerte den vom Völkermorde aufgewühlten Boden Europas bedecken, ist in Wie n durch die Bemühungen des Wiener Obberrabbiners Dr. Chajes ein jüdisches Kulturwerk ersten Grades erstanden. Der Wiener Oberrabbiner erkannte, daß die gewaltsame Zerreißung der alten österreichisch-ungarischen Monarchie nicht ohne Einstich auf den Kulturzustand der in ■ den Sukzessionsstaaten lebenden Juden bleiben werde.' Wien war nicht nur die Reichshauptstadt der habsburgi-. schen Länder, es bildete feit langer Zeit die geistige Metropole der Juden Oesterreichs, Polens, der Balkanländer und zum Teile auch Rußlands. Der Ausgang des Krieges hatte zur Folge, daß das jüdische Wien den Kontakt mit den Brüdern, die in Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien und in der Bukowina leben, verloren hat und diese Isolierung der größten Gemeinde Mitteleuropas zeigte sich bald' in einem stihlbaren Mangel an Religionslehrern, welche man in früheren Jahren zum großen Teil aus den Provinzen des alten Reiches bezogen hatte. Oberrabbiner Dr. Ehajes errichtete, um dem genannten Uebelstande zu begegnen, im Herbst 1920 mit Unterstützung amerikanischer Juden ein jüdisches Religionslehrercminar welches die Aufgabe zu erffüllen hat, Wien und die Länder der ehemaligen österreichischen Monarchie, aber auch Polen und, da nunmehr die Lehrerseminare in H a nuover und Köln aufgelöst werden, auch Deutschland mit wissenschaftlich und pädagogisch ausgebildeten Religionslehrern zu verorgen, wobei auch das Ziel im Auge', behalten wurde, Profanlehrer für jüdiche Volksschulen heranzubilden. Das neu errichtete Seminar wurde im September 1920 mit zwei Abteilungen eröffnet. Die obere Abteilung nahm Hörer auf, welche ein Reifezeugnis einer höheren Schule oder eines Lyzeums aufweisen konnten; diese Hörer sollten ihre Ausbillmng in zwei Jahren vollenden, während die Zöglinge der unteren Abtellung, welche nur eine. Bürgerschule oder die.Untermittelschule absolviert haben, dasselbe Ziel, wie die Hörer des .Oberkurses in v i e r J a h r e n erreichen sollten. Die Hörer des Oberkurses erhielten Unterricht in theologischen und pädagogischen Fächern, diedes Unterrichtskurses in denselben Gegenständen und noch dazu in Profanfächern (Deutsch, Geschichte, Geographie, Mathematik,, Physik, Naturgeschichte und Gesang),, so daß alle Hörer nach - cd?*, saldiertem Studium am , Religiynslehrerseminar auch, noch die Reifeprüfung an einer staatlich en Lehrerbildungsanstalt ablegen könnem An die jüdischen Gemeinden Oesterreichs, der Tschecho-Slowakei, Polens und, Deutschland ergeht hierdurch die Aufforderung, der Wiener Anstalt ihr Augenmerk zuzuwenden und junge Leute, welche Lust haben, Religionslehrer zu werden, auf das jüdische Religionslehrerseminar in Wien aufmerksam zu machen. Vorkenntnisse werden nicht verlangt. Der zweijährige. Kursus, welcher in diesem Jahre zu Ende geht, wird nicht mehr wiederholt. Der Lehrplan umfaßt folgende Gegenstände: Hebräische Sprache, Bibelwissenschaft, exegetische Literatur, hebräische Grammatik, Aramäisch, Mischnah und Talmud, biblische und nachbiblische Geschichte, Palästinakunde, Ritualwesen, Religionskunde und Weltanschauüngslehre, Pädagogik und spezielle Methodik des Religionsunterrichtes und außerdem die oben genannten' weltlichen Fächer. (Kandidaten, welche das 18. Lebensjahr zurückgelegt und eine Bürgerschule oder die unteren Klassen der Mittelschule mit Erfolg absolviert haben, können sich beim Leiter Professor Dr. M. Rosenfeld, Wien, 2. Bez.^ Tempelgasse 3, 3. Stock, schriftlich jederzeit und mündlich Sonntag den 2. Juli und Sonntag den 17. September von 10 bis 12 Uhr vormittags melden.) Gibt es Opiumhöhlen in Wien? Aus einer Unterredung mit einem Kriminalbeamten. . Aus dem Großstadtsumpf. — Lasterhöhlen aller Art. — Opiumhöhlen. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen sich unsere Schulweisheit ebensowenig träumen läßt, wie der brave Durchschnittswiener, der aber in letzter Zeit eine ganz merkwürdige Wandlung erfahren hat und längst nicht mehr als Spießer gelten kann.. Wien ist. eine Lebestadt geworden und hat sich unter dem Einfluß der vielen freinden Elemente, der wirtschaftlichen Notlage und der weitherzigen Moralbegriffe der Nachkriegszeit zu einem modernen Babylon entwickelt. Der brave Bürger geht mit geschlossenen Augen durch die Straßen Wiens, sonst müßte' er aus Schritt und Tritt das unerhörte Treiben der Großstadt, den Morast bemerken, der sich immer schamloser ausbreitet und insbesondere nach dem ruhmvollen Stahlbad des Krieges einen Umfang angenommen ' hat', der in puncto Unsittlichkeit einen Vergleich mit Berlin oder Paris leicht bestehen läßt. Nur hie und da, wenn es einmal durch irgendeine Aufdeckung einen Skandal gibt, wenn die Zeitungen in. den Gerichlssaatrubriken über einen ausgehobenen Salon oder das. Treiben einer Masseuse zu berichten haben, Hortder biedere Mann aus dem .Volte etwas vondM Groß- '_Wiener MörgenzettuyA stadttzfuhl, schüttelt empört und voll Abscheu, den Kopf und geht über diese unerhörten Auswüchse zur Tägesordnung über. Eine Unterredung, die'unser'«.' st.-Mitarbeiter kürzlich mit einem höheren- Kriminalbeamten hatte, warft auf diese Dinge ein grelles Licht. Man erfährt aus autoritativem Munde, daß die bisweilen in den Zeitungen behandelten Skandalfälle nicht Ausnahmen, sondern nur . ein Ausschnitt aus dem dichten Netz der Kricgsfolgen sind/in. das die Polizei nur zu 'oft hineinzuleuchten Gelegenheit hat. Wenn die breite Oesfentlichkeit davon eigentlich wenig erfährt, so ist dies darauf zurückzuführen, daß die Polizei' sich erfreulicherweise einermodernen Anschauungsweise augeschlossen hat, und sich nicht mehr wie anno dazumal bemüssigt gefühlt, überall sofort einzugreifen,--w'o-.es'nach Oberlehreransicht Unmoral zu wittern gibt.. Wo-es sich um reine Privatangelegenheiten, handelt/ wird die Polizei ihre Hand aus dem Spiel lassen. Sie begnügt sich, , in den freilich recht zahlreichen Fällen eiuzugreifen, wo es gilt, Jugendliche zu schützen^ die Gesundheit und die moralische Integrität junger, leicht beeinflußbarer Leute schlechten Vorbildern zu entziehen. ' - Der Kriminalbeamte, der auf eine langjährige Praxis zurückblickt, weiß aus dieser Hochinteressantes zu erzählen. Man erfährt,, daß es-in Wien Homos exuelle in außerordentlich großer Zahl gibt, die teils in privaten Zirkeln,-in gewisser: Kaffeehäusern, aber auch'in öffentlichen Gärten und Parks nächtlicherweile zusammenkonunen und insbesondere, in. einigen Wiener Dampfbädern, in ziemlich ungenierter Weise ihren Neigungen huldigen. Das Augenmerk der Polizei muß angesichts dieser Tatsache, hauptsächlich darauf gerichtet seinzu ^verhindern, daß Jugendliche,, deren Veranlagung eine ganz normale ist, die aber nur durch Sucht nach Abenteuern oder gar aus Gründen des Gelderwerbes aus diese schiefe Bahn, getrieben werden, vor dem Treiben der Homosexuellen bewahrt werden. Man hört ferner, daß Wien eine Unmenge „Salons" und sogenannter Masseusen. beherbergt,' daß der Polizei alle Augenblicke anonyme Anzeigen zukömmen, in. betten in allen Teilen der Stadt, ja selbst in den äußeren Bezirken und Vorstädten auf derartige Etablissements aufmerksam gemacht wird, wo nicht, nur die?. Hausfrau Herrenbesuche empfängt, sondern auch die Zusammenkünfte von Liebespaaren vermittelt wird, . alten Lebemännern ganz jugendliche Mädchen, wenn es' sein' muß, .auch Knaben zugeführt und aus all diesen Dingen ein recht ansehnlicher Nutzen.heraüsgeschlagen wird. Unser Gewährsmann betonte, daß zu den Besuchern' derartiger Lokale ^Angehörige aller Stände zählen, baß Arbeiter und Beamfe Ebenso wie reiche Küüfteute wiederholt ''in', derartigen Lokalen betreten fvürden. Nicht selten kömmt es vordaß die Mässeüsey/MHbt - ÄbtiAnS. auch Männer, die' dieftzs liehdsbedürftigen Dame^ juW^HMönzuftihren/ Selbstverständlich kann die'Pol:^M'-Msn-Wfen' Fällen sticht vhüe weiteres gleich Vorgehen. Es 'müssen erst sorgfältige Untersuchungen geführt und'der richtige Moment abgewartet werden, bis der Aügenblrch zuür Einschreiten -gekommenist. - Auf die Frage/'ob es Men, die einst so gemütliche; jetzt solasterhafte Stadt,'auch so weit gebracht habe, O p i ü m h ö h l e n zu besitzen,- zuckt Unser Gewährsmann erst vielsagend - die Achseln: Schon während des Krieges, erfahren wir schließlich, hat eS eine - Zeitlang' geheißen, daß sich in Men eine Opiumhöhle etabliert habe, die von den auf Urlaub in Mett befindlichen - O f f i z irren' fleißig frequentiert worden fein soll. Sichere Feststellungen sind aber nicht erfolgt. Auch in jüngster Zeit sind neuerlich derartige Gerüchte ausgetaucht. Man erzählt sich von einem mit allem Raffinement und Luxus aus gestatteten Lokal in der Inneren Stadt, das dem Laien absolut-nicht als solches kenntlich, für den-Wissenden aber das Paradies der Wünsche, das seligkeitsbringende Opiumgift bereit hält. Wie weit diese Erzählungen, so meint unser Gewährsmann, auch den Tatsachen entsprechen, vermag ich im Augenblick wirklich nicht zu bestimmen. Aber wie dje Dinge liegen, ist Wien auch schon die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten geworden, und wie alle.anderen Laster in dieser Stadt üppig wuchern, ist es sehr leicht möglich, daß auch dieses, für uns noch ein wenig geheimnisvolle und sagenumwobene, gleichfalls eine Heimstätte und seine Diener, gefunden hat. Vielleicht wird., man, so schloß der Kriminalist, überdiesen letzteren Punkt schon in nächster Zeit mehr erfahren. Zwei Raubmordversuche. Zwei schwere, blutige Verbrechensind gestern, nachmittags innerhalb weniger Stunden , in Wien verübt worden, zwei Verbrechen aus Gewinnsucht, grausame Anschläge , auf das Leben alter wehrloser Leute. In beiden Fällen kommen junge Burschen als Täter in Betracht, und auch die Ausführung der beabsichtigten Morde zeigt Aehnlichkeit, da die, Opfer mit stumpfen Metallstücken. auf den Kopf geschlagen, schwer verletzt und bewußtlos gemacht. wurden. Der eine Uebersall ereignete sich im dritten Bezirk, Geusaugasse 10. Dort wurde die 67jährige Hausbesorgerin Rosalia Rath, als sie allein in ihrer .Wohnung war, von einem bisher unbekannten, Mann überfallen,-durch einen stumpfen Gegenstand am Kopfe schwer, verletzt, gewürgt, durch, Einpressung eines Knebels in den Münd am Schreien gehindert, und als sie ohnmächtig auf dem Boden lag, beraubt. Die unglückliche Frau wurde um halb .2 llbr nachmittags von ihrem Gatten, der zu jener Zeit von der Arbeit heimkehrte, aufgefunden, und die Unordnung im Zimmer, das Offenstehen der durchwühlten Kästen sagte dem . Eintretcudeu auf den erst'en Blick, 'was hier vorgefallen war'. Der Mann alarmierte Hausleute, Polizei und--Rettungsgesellschaft. Letztere brachte die Frau ins Rudolfsspital, wo die Bedauernswerte, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, ihren Verletzungen erlegen ist. Der als Täter in Betracht kommende Mann soll etwa 28 bis 30 Jahre alt sein, von mittlerer Statur, mit blondem Haar. Er trug einen braunen oder vielleicht auch grau gesprenkelten. Anzug und. eine Sportkappe derselben Art.. Was geraubt wurde, konnte noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Gewiß ist, daß' aus den Küsten, die der Täter nach Beute durchsucht hatte, außer, zwei, aus Georg und . Rosalia Rath lautenden Sparkassabücher mit einer Gesamteinlage von 50.000 Kronen, noch einige Geldnnd Schmuckstücke fehlen. So ein Ring und ein Ohrgehänge, beide mit blauem Stein, ein Dukaten und ein Zehnkronengoldstück. . . . . Das Opfer des zweiten Mordänschlages ist der 73jährige Uhrmacher Franz Hr d l i c k a, der sein' Geschäft und seine Wohnung im 6. Bezirk, Schönbrunnerstraße 99, hat. Er wurde gegen viertel 6 Uhr nachmittags in seinem Laden aufgefundm. Ein in Papier gehülltes kantiges Eisenstück war das Mordwerkzeug,' mit welchem der Täter den Greis auf -den Kopf geschlagen hatte. Man brachte ihn ins Wiedner Krankenhaus. Die Rationalrate im ArsenaL. . -Unter der Führung der Präsidenten Dr. Weiskirch* ner, Seitz und Dr. Dinghofer erschienen gestern, eine große Anzahl von Nationalräten aller drei Parteien, unter ihnen auch die Minister Kraft und Dr. Schneider, .im Arsenal, um die auf die Friedensproduktion umgestellten.Oesterreichischen Werke einer-eingehenden Besichtigung .zu unterziehen. Namens der Geschäftsleitung der ' Oestcrreichisch.cn Merke begrüßte der Präsident der Anstaltsversammlung ...,Seknonsches Dr. Wimmer-Wallburg die Gäste. In.seiner Antwort. sagte Präsident Dr. Weiskirchner, die Konstruktiv!: des Unternehmens entspreche einem modernen Gedanken, und wenn auch diese Form heute noch viel umstritten, sei,..so sei es für die Volksvertretung gerade darum von-besonderer . Wichigkeit, sich von dem Stand und den Fortschritten der im Arsenal geleisteten Arbeiten durch eigene Anschauung zü überzeugen. Der Vorsitzende-Stellvertreter der. Anstaltsversamm- Iitng Oberbaurat Ing. Ried berichtete, daß trotz aller Schwierigkeiten die Oesterreichifchen Werke als gemeinwirtschaftliche Anstalt, schon in ihrem ersten Jahre mit einem Reingewinn abschließen. Hierauf übernahmen mehrere Funktionäre die Führung durch die Fabriksräume, Die Nationalräte zeigten sich von dem Gesehenen und Gehörten sehr befriedigt. Erhöhung des Gaspreises? Auf 290 51. pro Kubikmeter. Wie ein christlichsoziales Blatt meldet, wird den gemeinde« rätlichen Unternehmungsausschuß am Montag eine Vorlage üjbee! die Erhöhung des Güspreises für die laufende Ablefeperiode, ogs - ist für den Monat 8. u.ui>.beschäftigen. Die Direktion hat vorläufig auf Grund des bisherigen Kurses der tschechischen Krone, der mit Rücksicht aus die fast ausschließliche Verwendung von Ostrauer Kohle zur. Gaserzeungung ausschlaggebend ist, einen G a § p. reis von 290 Kr oiteit errechnet, in welchen jedenfalls auch die erhöhten Personalkosten und die Verteuerung der Materialien inbegriffen sind.' Neuerliche Erhöhung der Kohlenpreise. Wie die Korrespondenz Herzog meldet, werden ab Montag den 12. d. die Preise für oberschlesische Kohle und Koks neuerlich erhöht. Die Ursache ist ausschließlich in der jüngsten sprunghaften Erhöhung des Kurses der tschechischen' Krone und der deutschen Mark gelegen. Von nächster Woche an kosten 100 Kilogramm Würfel¬ oder Nußkohle in offenen Fuhren ab Nordbahnhos 10.926 K., in Säcken 11.582 K., Koks in offenen Fuhren 100 Kilogramm loko Nordbahnhof 17.864 K., in Säcken 18.470 K. Die Zufuhr mitgerechnet wird sich daher ein Kilogramm Kohle , ans 121 K. 4 6 H., im Detail auf 123 bis auf 124 K. stellen. Die genannten. Preise sollen bis Monatsende. gelten. Es ist klar, daß die neuerlich erhöhten Kohlenpreise auf die Preise für Gas, elektrischen Strom, Fahrten auf der Straßenbahn und de:: Bundesbahnen, sowie aller Jndustrieartikel usw. rückwirken müssen. Der kommenden Dienstag in Kraft tretende neue Straßenüahnfahrpreis per 160 K. gilt schon heute als überholt, und es muß damit gerechnet werden, daß er kaum länger als einen Monat in Geltung bleiben wird, um dann aus zirka 180 K. erhöht zu werden. 1 Von heute an tritt für das Wiener Plätzfuhrwerk der erhöhte Tarif in Kraft. Derselbe beträgt beim Platzfuhrwerk mit Fahrpreisanzeiger (Autotaxi und Einspänner) die tausendfache Taxe 2 und Gepäckszuschlag von 600 K. für Einspänner und '1000 K. für' Autotaxis.beim Plätzfuhrwerk ohne Fahrpreisanzeiger (Fiaker) 1200 K. für die ersten zehn Minuten, 8000 K. für je weitere begonnene zehn Minuten und 800 K. Gepäckszuschlag. Die Agudas Iisroel und die Balfour-Deklaratiou. Der Frankfurter „Israelit" schreibt: „Mir sehen uns gezwungen, entschieden gegen einen Artikel der sonst trefflich geleiteten (!) Wiener „Jüdische,: Presse" Stellung zu nehmen, der eine m London stattfindcndo Besprechung der Äguda-Führer mit S:r Herbert Samuel mit; einem gänzlich unangebrachten journalistischen Aufputz verlieht und Vorschußlorbeeren, windet, die allen guten. Traditionen bescheidener orthodoxer Klall-Tätigkest widersprechen. Noch schlimmer ist, daß der Artikel Gedankengänge indie Politik der „AgudaS Iisroel" hmeinträgt,, die.ihr-durchaus fernliegen. Die positive Stellung der „Agudas Jisroel" zur Balsour-Erklärung ist, mpmj?

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