Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1201 (4.6.1922)
- Date
- 1922-06-04
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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T ... Nr. 120t Men, ©wwtftfl X iiljfc'M1rV-!'%J J ... J , 4. Juki 1922 Seite 9 * DleWetterqussichien für -die Feierlage., sind Keine besonders guten. Wenn auch eine Besserung wahrscheinlich ist, - so wird sie nur von kurzem Bestand.sein. Eine länger dauernde- Besserung ist erst nach stärkerem Druckanstieg zu erwarten, der ' aber mit Regen und. mit westlichen und nyrdwestlichen Winden erfolgen wird. * Leopoldstüdker TempeN Ab'heule, 8. Uhr. stach» mittags, finden wieder Trauunoen im großen neurenvoierten LeopotdstSdter Tempel, Tempelgasse 3, statt. * Erhöhte Preise in den Kaffeehäusern. Die morgen Montag in Kraft tretenden Lohnerhöhungen im Kaffeesiedergewerbe tm Ausmaße von 7t)'/, auf die jehk'bestehenden Löhne, die Erhöhung der Preise. für elektrischen Strom, Brennmaterial und aller Reg en in' Verbindung mit den täglich steigenden Warenpreisen bedingen eine durcksckniritiche Erhöhung der Preise in-den Kaffeehäusern um 70 bis 80'/, siir die Konsumtionen. * Der Pizepräfident der Vereinigten Staaten Mr den »ttren Hajessod. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten Co o lob ge übermittelte dem amerikanischen Keren Hajessod-Bureau ein Schreiben, in welchem er dem Keren Hajessod vollen Erfolg wünscht und die Hoffnung ausspricht, daß das amerikanische Volk dem Keren Hajessod eine ernste und wesentliche Hilfe angedeihen lassen wird. (J. C. B.) * Die jüdische Einwanderung nach Amerika. Einer Mitteilung, der „Hias" zufolge, sind im letzten Jahre 107.300 Juden nach den Vereinigten Staaten eingewandert. Der Großteil der Eingewanderten sind nächste Verwandte amerikanischer Staatsbürger. (I. C. B.) * Wo bekomme» Sie »och ein Schlafzimmer aus gutem Kolz (hakt oder weich) in gediegendster Ausführung mit Tisch und Sesseln um 158,000 K.? Nur bei E. Stiätzny, Wien, XX., Kannovergüsse 5. .; * Ernst sehen die Zeiten aus und schwer die Lebensweise, willst du ein gutes Kleid fürs Kau«, so schau dir an die Preise bei E r n st S e e. Damenkonfektion, Wien, XX.; Wallensteinplah 1. (Siehe Inserat). * QaaliMsmöhel aller Kotz- und Stilarien kaufen Sie äußerst .preiswert' im Möbelhaus' Max. Bergmann, II., Praterstraße,33 (Weintraubengasse L). * Qualitätsware zu mäßigen Preisen im Möbelhaus 3. M a n n e. Men.' VU., Scholtenfeldgasse 24 (Tel. 39*1*08). Große Auswahl von Luxus- und Stilmöbetn, gebogenen Seffeln in gediegenster Ausführung. * Für Ihre Lanöwohnung. Bettvorleger, reine Ware, 3900 K... 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Jüdische Lügendliche, die/ diesem in Gründung begriffenen. von Kerrn Professor Ehrlich geleitetm gemischien .Chor des jüdischen Jugendheimes in der Sozialen Kilfsgemeinschaft Anitta Müller beitreien wollen, werden geladen, sich- Dienstag den 6. d.. 7 Ilhr abends, IX.j Berggasse 7» zur Stimmprüsung einzufinden. K i t a ch d u t h.. Mittwoch den 7.'d.; V?8 Uhr abends,! II.. Glockengüsse 30. ^Vollversammlung./ Erscheinen '.sämtlicher Miiglieder wegen Neuregistrieruna er-' forderlich! . Nichterscheinende wollen.sich vei sonstiger Streichung an'den foloenden . brci Tagen Zwischen 8 und 3 Uhr abendsim/ Vereinslokal einfinhen. — Z i o n,Sekt»ion s ü r d i e.,w c fl« 1 i ch e n' Be z i r K e. Tikw a thJeh u d a h. Dienstag den 6. d.. VIII., Bennopiak 1. Vortrag des Redakteurs Fritz Baar über „Die Luden und der Sport". Anschließend jüdische Tljrner- und Wanderlieder, gesungen von der Lügendvereiyigüng Menorah. - ' U ra n i a. Keüte. Sonnlag. 723 Uhr (Großer Saal)'- Wiener..Kümor aus vergangener Zeit. VANf)? ' (KlsjnerSqal) •* Der Großglockner undc fein .Gebier. VzL Uhr (Klemer Süül): Opernftägmdn!^ XXl. Margarete. 5. Uyr (Großer .Saat)': Wfer Freunöj-.MKünd. Märionetjenkrieg. V,8 Ahr- (Großer Saal): Aüs der Glänzreit der heiteren Wiener Musik. V-8 Uhr (Kleiner Saal): Wiener*Quarteti-Abend.-'/?8 Uhr (Kurssaal) i- Dr. Gustav Korkers: Die chronische Verstopfung und Darmschwäche. */$ Uhr (Klubsant): Kompositionsabend Leopold. Kallinsky. — Morgen Montag. V,3 Uhr (Großer Saal).: . Aus der Glanzzeit der heiteren Wiener -Muvk* ykS Uhr (Kleiner Saal): Wilhelm Bufchz ein^ Meister deutschen Kumors. V26 Uhr (Kleiner Saal): Opernkonzerte. XXiVt Mariha. 5 Ilhr (Großer Saal): Ln den Felswänden Tiro's. Uhr (Großer Saal): Das schöne Land Salzburg. i/i8 Abr (Kleiner Saal): Vorlesung Karl Läger. V,8 Ahr (Kurssaal): Dr. Richard Korn.' Friedrich Nietzsches „Also sprach Zaraiustra". V-8 Uhr (Klubsaal):' Otlö Diamant: Melodramen. .« :; Schach-Chrmük. ' Mitteilüfi gen SchÄchsMlv n „Aükvah". WM: ' Schwarz : S.A. Wolf (Landstraße).; Dr. K. V. Klein (Schlechter). 1. 02 TiÄ . e7 ~ e5; 2. S gl 7f8 Sb8 — c6 3. L'fl —- b5 . a7 — aß 4. Lb5Xc6 d7 X c6 5. ck2-Ä4 e5*X cl4 6' J) dl X d4 D d8Xd4 7. SfSX di1) L c8 — d7 8. b2 r— b3 0 — 0 — 0 9. L cl — b22) T d8 — e81 10. S bl — d2 17-15 11: 12 — fS .15X64») 12. 13X14 ' ' 8 g8 — 16 13. 0 — 04) 816 X e4 14. T al — dl T h8 — g8») 16. T11-14 ' Se4Xd2 16. T dl X d2 g7 — g6!. 17. T14-17 L18 — 1x6 13. T d2 — d3 Lh6 - e3t 19. Kgl-fl«) c6c5! 20. 8 34 — 13 L 37 -151 7) 21; T d3 — c3 h? — h5 22. b3 — b4?.8) Lf5 — 37! 83. 117 X37») Kc8Xd7 24. b4 X c5 25. T c3 - 33 26. h2 -L4 27. L b2 — a3 28. La3X c5 29. Ivfl — fl 30. Td3 -d7 31. 7? 37 - 33 32. K12— g3 33. L gZ - llZ ^4. g2 — g3 35.313 — g5 36; c2 — c3 K37 — c6 T g8 —18 ' T18 —15 . Le3X c5 Kc6Xc5 155-.14 K c5 — c6 b7 — b5 Tf4 — g4f; K c6b6 t c8 — c6 T e6 — c6 1 c4 — et Weiß gibt. auf. ") W/M WM a b c d e f g h Stellung nach dem 22. Zug von Weiß. *) Theoretisch ist Weiß jetzt im Vorteil, weil es im Zentrum einen Bauern haß aber damit ist die Partie noch ■ lange nicht gewonnen. Wie man so eine Slellüng gewinnt, hat Dr. Lasker in feiner berühmten Partie gegen Capablanea in Petersburg 1914 gezeigt. - ' ■ ‘ , *) Ein Fehlzug, der den e-Bauern kostet; besser war vorerst 8 b2, zum Beispiel: 9. ...Lb4, 10. Lb2, Te8, 11. c3 nebst großer Rochade. . Besser als 8g8 —16,. worauf. 8 34—e2 folgen könnte. *) Vorzuziehen war die lange Rochade, wo der König viel sicherer stand. 5) A n mit dem Läufer 18 ziehen , zu'können, doch wäre auch die Oeffnung der g-Linie für Schwarz vorteilhaft gewesen. 6) Erzwungen, denn auf K hl geht der Springer verloren. Nun beherrschen' die schwarzen Lauser' das ganze Breit.. Schwarz steht überlegen. 8) Weiß übersieht die dem Schwarzen zu Gebote stehende kräftige Erwiderung; besser war La3, um den Springer frei zu bekommen, auf L 37 konnte dann 8 ei folgen, jedoch Weiß stand auch so schon schlecht. ») Weiß hat nichts Besseres; 8cl würde sofort verlieren: Die weiße Partie ist nicht mehr zu Hallen. Der endgüllige Verlust kann nur um Züge hinaüsgeschoben werden. SLwarz hat den im neuylen Zuge von Weiß begangenen Fehler konsequent ausgenützt, den errungenen Vorteil festgehalten und bis zum Gewinn verdichtet. 'Eine lehrreiche Partie. Anmerkungen von Kermann W e i ß. West-östliches Schachpanorama. Vortrag von Dr. Larlaßower. Obiges Thema hat der Großmeister für seinen am Samstag den 10. d., 7 Ahr abends, im neuen. Klubiokal der Schachsektion der „Kakoah", Cafö Lägerhof»!X., Porzellangasse, stattfindenden Vortrag gewählt und er dürfte damit den Geschmack der Wiener Schachsreünde getroffen haben. Mit Rücksicht ans das rege Lntereffe» dem diese Veranstaltung in Schachkreisen begegnet, empfiehlt es sich, Eintritts arten rechtzeitig im Vorverkaufe zu besorg;». Der Vorverkauf findet an folgenden Stellen statt: Sekrelariak des Sportklubs > „Kakoah", Cais Aklashof, I., Wiesingerstraße; SchachseKlion „Kakoah", Taft Lägerhof, IX.» Porzellangasse; Sekretariat des Sportklubs „Ostmark'^ XX.. Keinzelmannfiraße 1-3; Buchhandlung A. Baue«.!., Wipplingerstraße 25.; . * - :V Der Anmeld»iermin zu den Käupt- und Vorrunden« turnieren 'des österreichischen Schachverbandes wurde bis zum 12. d. verschoben. . Mitgtisder der Schachsektion „Kakoah" höben zum Vor« trage Dr. Tartakowers freien Zutritt. Spielabende: Montag. Mittwoch und Freitag ab 7- Uhl abends» Sonntag ob 9 Ahr vormittags. Zuschristen sind an Ernst Wahle, II., Obere Donau« straße 67, zu richten. Er«WrWg. Der MarkLbericht. Der Fleischwucher in Permanenz. Am bezeichnendsten dafür, wie schlecht es durch die Preiserhöhungen der letzten Wochen wreder. um die Ernährung der Wiener Bevölkerung bestellt ist, ist wohl der Umstand, daß gestern in der Großmarkthälle beim Verkaufe von b e s ch ä d i gle m- S e l ch f l e i sch Anstellungen bis zur Mittägstunde staü^ fanden. Dieses Selchfleisch kostete, obwohl es auch nach dem Kochen einen stark salzigen Geschmack haben wird, 2700 K, pro Kilogramm. Auch vor den Verkaussftänden von ämerikanischem Schweinefett zu 3400 K. standen die Käufer bis zur Mittagsstunde in langen Reiben, Frischer Speck kostet schon 4600 bis 4800 K., Filz 5000 bis 5600 K. für das Kilogramm. Die iw Laufe dieser Woche für alle Fleischgattungen eingetretenen Preiserhöhungen sind ganz enorme. Im Vergleiche zum Samst'aMarkt der Vorwoche betragen die Preiserhöhungen: bei Rindfleisch 600 K., bei Rindsbraten 700 K., bei Kalbfleisch 600 K., bei Schaffleisch und Kitzfleisch 600 K., bei Schweinefleisch, Filz und Rauchfleisch 400 K. und. bei Schweinesett - 280 K. pro Kilogramm. In oer Großmarkthalle kostete gestern: Vorderes Rindfleisch mit Zuwage 2800 bis 4000 K., ohne Zuwage 3200 bis 4600 K.,'. hinteres Rindfleisch mit Zuwage 3000 bis; 4500 M.t ohne Znwage 3500 bis 5200 K., Bratenfleisch 3800 bis 5500 K., Mlbfleisch 3200 bis 6000 K., Schnitzelfleisch 6600 bis 6000 K., Schaffleisch 1900 bis 2700 K., Kitzflersch 2200 bis 3300 K., Schweinefleisch 3400 bis 5000 Rauchfleisch 3200 bis 5200 K., alles pro Kilogramm. Die Grünwarenmärkte waren'sehr reichlich beschickt, trotzdem reichte der Vorrat an Salat nur knapp zur Deckung des Bedarfes; Dieser Umstand wurde sofort zu einer Preiserhöhung ausgenutzt. Gestern kostete Gärtnersalat 30 bis. 40 K., besonders schöne Ware auch 50 bis 60 K. für das StüT. Kartoffeln, Zwiebeln und Orangen waren aus den Vortagen, noch genügend vorhanden. Aus' dem Burgenlande kamen Heuer-zuin ersten'Male Mrschen, die im Großhandel m 1300 K. verkauft wurden, und Ananaserdbeeren, die rm großen 4000 K-. für das Kilogramm erzielten. Der Preisaufschlag soll im Kleinhandel auf den Märkten nicht mehr als 10 Prozent, in den Bezirks? Handlungen 15 Prozent betragen. Es ist bloß deshalb anzunehmen, daß diese Preise nicht noch weiter überschritten werden, weil das Obst zu den jetzigen Preisen sowohl im Großhandel als auch im Kleinhandel nahezu unverkäuflich ist. KondensMlchabgabe der Sozislen HiLfsgeMeirlschafL Arritta MMer. Die Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller beabsichtigt, den noch verbliebenen Rest von Kondensmilch ausschließlich an Mittelstandsangehörige der geistigen Berufe zum Preise von 450 K. pro Dose abzugeben. Ausmaß für Einzelpersonen 4 Dosen,' für Familien (Gatte, Gattin, Kinder) 6 vis 8 Dosen. Di.e Ausgabe erfolgt anr 8. Juni für Parteien A—G, 9. Juni H—O, 12. Juni P—Z, am 13. Juni für alle Nachzügler im Bureau, 9. Bez., Berggasse 7, 1. Stock, in der Zeit von 2 bis 5 Uhr nachmittags ausschließlich gegen persönliches Erscheinen mit Legitimationsdokumenten'. Bühne und Kunst. Pariser Theater. Im Odeon, im Theatre Edouard 7., werden Schauspielerstücke gegeben, Stücke, die sichrem Darsteller „auf den Leib geschnitten" hat. Sie lassen an Zügigkeit -nichts zu wünschen übrig; der Mime'weiß am besten, was „zieht". Die Kritik läßt sich diesen einseitigen Vorzug, der oft mehr der Theaterkasse als der Kunst dient, meist schweigend gefallen. In dem Dreiakter „Une Danseuse est. worte" aus der Feder des begabten Schauspielers Le Bargh entdeckte, sie doch ein Zuviel an theatralischen Effekten. Die Inhaltsangabe zeigt, was alles in drei Men die Nerven des Publikums erschüttern kann. Der Advokat Barsange, sozialistischer Deputierter und große politische Persönlichkeit, hat eine kleine Freundin, von der niemand nichts weiß. Eines Abends ertappte er sie auf einer Untreue, ein Wortwechsel folgt, die kleine Tänzerin, enthüllt dem großen Politiker chre schlimmere Vergangenheit; Barsange erdrosselt sie in einem Wutanfall. Er entflieht vor seiner Tat in dem Augenblick, da. Fred, der Geliebte, an die Tür klopft. Aktschluß. Fred wird allein bei der Leiche gefunden und in Untersuchungshaft gesetzt. Barsange zweifelt, ob er sich dem Gesetz ausliefern soll; seine Schwester sucht ihn zu überreden, daß ein unersetzlicher - Politiker wie 'er, sich dem offentlicheU Leben ethälte'n müsse. Leider überzeugt Fräulein Barsange nur den Bruder und nicht den Zuschauer von der Notwendigkeit dieser doppelten Moral flrr einen mehr pathologisch als überlegend anmutenden Deputierten. Und nun erscheint gar bei dem Advokaten Freds Vater, .ein treues Parteimitglied, um ihm die Verteidigung des Angeklagten zü übertragen. Barsange nimmt sie an, verfällt aber nach all diesen Erschütterungen am Ende des Chiffons," " ' , Ws», M, IM« noch «r«M Vi., Winämühlaast« Nr. 2 v. 0691