Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1199 (2.6.1922)
- Date
- 1922-06-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag WienttMotgenzeitunz 2., Juni 1922 Nr. 1199 LU hoster Beifall. Der Bundespräsident stand auf und verneigte sich. Zu Mitgliedern der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse die Prof. Felix Exner (Wien), A. Handlirsch (Wien); zu korrespondierenden Mitgliedern der nrathematisch-natürwissenschaftlichen Klasse im Inland die Professoren K. Lins- - Lauer (Graz) Ficker (Graz), Brücke (Innsbruck), Koechlin (Wien); der philosophisch-historischen Klasse den Professor Reininger (Wien); zu Ehrenmitgliedern der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse im Ausland den Professor Planeck (Berlin); der philosophisch-historischen Klasse die Professoren Willamovitz (Berlin), Lenel (Freiburg). Zu korrespondierenden Mitgliedern der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse int Ausland die Professoren Kamerling-Omnes ((Leyden), Tamann (Göttingen), Weeber (Amsterdam); der philosophisch-historischen Klasse die Professoren Schwarz (München), Schulze (Berlin) Meyer v. Kronau (Zürich), Broch (Christiania). Mit lebhafter Befriedigung nahm die Versammlung zur Kenntnis, daß für drei Jahre wiedergewählt wurden: Hofrat Dr. Oswald Redlich zum Präsidenten, Hofrat Professor Wettstein zum Vizepräsidenten. Der Präsident gab sodann bekannt, daß folgende Preise zucrkannt wurden: Der Liebeu-Preis für Physik dem Professor an der Technischen Hochschule in Graz Dr Fritz Kohlrausch für seine Beiträge zur Farbenlehre; der Haitinger-Preis für Chemie wurde geteilt zwischen dem Professor an der Wiener Universität Dr. Anton Kailan für seine Arbeiten über chemische Wirkungen der ultravioletten und Radiumstrahlerc uno dem Privatdozenten Dr. Alois Zinke in Graz für seine Untersuchungen über Harzbestandteile. Mit einem Vortrag des Wiener Geographen Hofrates Dr. Eugen Oberhummer über Völkerpsychologie und Völkerkunde schloß die festliche Jahressitzung. * Wertvolle Geschenke an die jüdische Nationalbibliothek in Jerusalem. Die Jerusalemer Nationalbibliothek hat in der letzten Zeit wieder eine Reihe wertvoller Schenkungen erhalten. Dr. I. I a r ch o (New-Aork), der der Bibliothek eine ganze Sammlung neuer medizinischer Literatur gestiftet hat, hat diese Sammlung neuerlich vermehrt. Mrs. F. A. G o rdon, eine christliche Dame aus Khoto^ Japan, hat eine Reihe moderner wissenschaftlicher Bücher übersandt, der Schachverlag in Berlin stiftete eine Schachbibliothek. An Handschriften erhielt die Bibliothek unbekannte Briefe von R. Schmuel Mohilewer durch Herrn S. Raphaeli. Besonders wertvoll ist ein Geschenk, das die' Bibliothek durch Herrn Jizchak Goldberg (Tel-Awiw) erhielt: einen häbräifchen Briefwechsel Moses Mendelsohns mit Rabbi Hirsch S e g a l aus dem Jahre 1765, in der -Originalhand-1 schrrst. Der Briefwechsel, dem auch Briefe von R. Raphael- Haohen aus Hamburg augehören, betrifft religiös-rechtliche ' Fragen aus dem Gebiete der Geschästsgemeinschaft (schutfut), Von Herrn Salman Cotler erhielt die Bibliothek eine große Sammlung von Zeitungsausschnitten. (I. C. B.). * Registrierung der ukrainischen Flüchtlinge links des Dnjestrs. Nach dem Plan der jüdischen Welthilfskonferenz beginnt demnächst die Registrierung der jüdischen Flüchtlinge, die sich auf dem linken Dnjestr-Ufer auf ukrainischem Territorium aufhalten. Der Zweck der Registrierung ist, festzustellen, welche von den Flüchtlingen für die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten und anderen Ländern in Betracht kommen. Diesen soll nun materiell und rechtlich die Möglichkeit gegeben werden, die Reise nach den betreffenden Ländern über Rumänien zu bewerkstelligen. (I. C. B.). * Wetterbericht. Die erwartete Wetterverschlechterung ist nur in Skandinavien und Nordostdeutschland^eingetreten und ist ein Temperaturrückgang bis zu 7 Grad erfolgt. Bei uns in Oesterreich ist das Wetter schön geblieben, die Temperatur mittags über 25 Grad gestiegen. Da auch im Nordosten der Luftdruck wieder zugenommen hat, ist zunächst mit der Fortdauer des schönen Wetters zu rechnen. Voraussage: Vorwiegend heiter, leichet Gewitterneigung, wärmer. * Streik im KraukenhauS brr Kultusgemeinde. Gestern früh sind die Pflegerinnen, die Küchenangestellten und Diener des sogenannten Rothschild-Spitales wegen nicht erfüllter Lohnforderungen in den Streik getreten. Die Pflegerinnen verlangen einen Grundgehalt von 40.000 K. und 6000 K. Nachtmahlgeld. Da die Kultusgemeinde anfänglich nur eine Erhöhung von 80 Prozent zugestand, erfolgte die Streikerklärung. Der Ausftand wurde so ourchgeführt, daß in jeder Abteilung eine Pflegerin zurückblieb. Im Lause des Nachmittags wurde eine Einigung dahin erzielt, daß im Prinzip die gestellten Forderungen angenommen, in den Einzelheiten jedoch neuen Verhandlungen Vorbehalten werden, die am 8. d. stattfinden werden. Die Arbeit wurde abends in vollem Umfang ausgenommen. * Ueberleitung des Nahderkehres auf die Stadtbahn. Die einschneidenden Fahrplanänderungen find bereits in den nach dem Stande vom 1. Juni richtiggestellten „Eins-Zwei- Drei-Fahrplänen" enthalten. Dieses vorzügliche Lokalkursbuch mit allen Fernanschlüffen der direkten Züge, aus dem Verlage I. Rafael, Wien, 1. Bez., Graben 28, ist überall erhältlich. '* Schnellzugsverkehr nach Kärnten über Marburg. Die Betriebsdirektion der Südbahn teilt mit: Ab 1. Juni verkehrt zwischen Wien und Meran über Marburg ein neues Schnellzugspaar mit direkten Schlafwagen, welche in Oesterreich auch Schlafplätze zweiter Klasse führen, und mit direkten Personenwagen erster, zweiter und' dritter Klasse. Dieses Zugspaar stellt eine günstige Verbindung zwischen Wien und dem Wörthersee, sowie den übrigen Kärntner und Südtiroler Mationen dar. Die Abfahrt des Zuges von Wien erfolgt um 20 Uhr 15. Min., die -Ankunft in Klagenfurt um 6 Uhr 16 Min., m Meran um 14 Uhr 55 Min.; Abfahrt von Meran 14 Uhr 45 Min., Abfahrt von Klagenfurt 0 Uhr 10 Min., Ankunft in Wien 9 Uhr 50 Min. Ab Wien-Südbahnhof werden für Bestimmungsstationen südlich Bruck a. d. Mur Fahrkarten in Verbindung mit Platzkarten ausgegeben. * Touristenverkehr in Klagenfurt. Aus Klagenfurt wird gemeldet: Das in der letzten Tagung des Landtages an den Ausschuß rückverwiesene Gesetz über den freien Touristenverkehr würde nach Einfügung gewisser Kautelen für die privaten Besitzrechte zum Beschlüsse erhoben. * Jüdisches Jugendamt. Die für die Wanderung ins Bürgenland angemeldeten Gruppen wollen sich Sonntag früh um 6 Uhr gegenüber der Abfahrtseite des Ostbahnhofes einfinden. Proviant für zwei Tage, Läuten, Turnoreß mitnehmen. Ankunft in Eisenstadt 10 Uhr 28 Mm. Rückfahrt' entweder Montag nachmittags oder Dienstag früh. Die Führerder einzelnen Gruppen wollen sich heute um halb 4 Uhr nachmittags' im Jugendamte zu einer Besprechung einfinden. * Keren Kajemeth l'Jsrael (Jüdischer Nationalfonds). Mit Rücksicht auf das Schawuoth-Fest, das am Donnerstag äbdnds beginnt, wird die Sitzung der K. K. L.-Kommissäre auf den' 8. Juni, 6 Uhr abends verschoben. Die Sitzung findet im Bureau, 2. Vez., Taborstraße 59, Mezzanin, statt. * Eröffnung der Eheberatungsstelle. Heute wird im Stadtphysikat im Rathaus die Eheberatungsstelle eröffnet. Zum Leiter dieser Stelle wurde Dr. Karl K a n t s k h bestellt. Dr. Kautskh ist feit langem Leiter des Frauenlwspitales des Verbandes der Krankenkassen in Döbling. Die Eheberatungsstelle ist täglich von 8 Uhr früh bis 2 Uhr nachmittags -geöffnet. * Neue Einkronennoten in der Tschecho-Slowakek Seit letztem Mittwoch sind auf dem Gebiete der tschecho-slowakischen Republik neue Einkronennoten im Verkehr, welche nach dem Muster der Fünfzigbellerscheine hergestellt sind und nur größeres Format aufweifen. * Für die Erhaltung des jüdischen Schulwerkes! Sonntag den 18. d. um 3 Uhr nachmittags findet im ersten Kaffeehaus (Prater, Hauptallee 4) das große jüdische Gartenfest des Jüdischen Schulvereins mit originellem Programm und anschießendem Tanz statt. Namhafte jüdische. Kunstkräfte haben sich für dieses Fest dem Jüdischen Schulverein zur Verfügung gestellt. Außerdem werden die Schüler und Schülerinnen der jüdischen Volksschulen und anderer Unterrichtsanstalten des Jüdischen Schülvereins hebräische Kinderchöre und palästinensische Reigen aufführen. Das Reinerträgnis dieses Festes ist der. Erhaltung des notleidenden Wiener jüdischen Schulwerkes gewidmet. - Karten sind an folgenden Stellen erhältlich: Sekretariat des Jüdischen Schülvereins, 2. Bez., Zirkusgasse 33; Zionistisches Landeskomitee, 2. Bez., , Taborstraße 20 a; Administration der „Wiener Morgenzeitung", 2. Bez., Taborstraße 1—3,. bei sämtlichen zionistischen Korporationen in Wien sowie bei allen Mitgliedern des Vereins Erez Israel. * Bessere Tage für die Raucher. Vorgestern sprach eine Deputation des Reichsverbandes der Landestrafi kante n v e r e i n e Oesterreichs im Bundesministerium für Finanzen vor. Sektionsrat Dr.Habermann erklärte unter anderen, der Wunsch der Trafikantenschaft, das Verbot, das Schankgewerbetreibende keine Rauchwaren verkaufen dürfen, zurückzüziehen, werde im günstigsten Sinne erledigt. Die Freigabe des Verkaufes sei bereits gestattet. Im Monat Juli werden die Memphis-Zigaretten wieder in den Verschleiß kommen und ebenso ein feingeschnittener Pfeifentabak in 26 Gramm-Pakctchen, im Monat August die Drama-Zigärette. Die Tabakregie-werde, in .ganz kurzer Zeit die .Qualität der übrigen Zigaretten, insbesondere der Aegvptischen, wieder auf die Friedensqualität bringen. Der Wunsch der Trafikanten, - bessere "Zigarren und Zigaretten in Kleinpackungen zum Verschleiß -zu'bringen, werde berücksichtigt werden. * Beendigung des Kerrenfchnei-erftreiks. Der am 19. Mai begonnene Stre b der Kerrenschneiderbrancke wurde auf Grynd der zwischen der Vereinigung der Schneiderfirmen Wiens und dem Verband der Schneider und Schneiderinnen Oesterreichs gelroffenen^Vereinbaruliqen gestern abgebrochen und die Arbeit in allen Betrieben'wieder ausgenommen. Die Zuschneider, Stückarbeiter und Ltückmeister find infolge dessen wieder vollauf beschäftigt. * Das Ende des Mörders Haselstemer. Der Viehhändler Engelbert H a s e l st e i n e r, der vorgestern vom Schwurgericht wegen Ermordung und- Beraubung -der' 74jährigen Gemüse- Händlerin Franziska Wagner * zu lebenslänglichem, schwerem Kerker verurteilt wurde,'hat gestern nachts in der Zelle Selbstmord . begangen. Wie aus dsm Landesgericht 2,. wo HasMeiner in Hast war, gemeldet wird? hat er sich in der Nacht erhängt. Gestern nachmittags erschien eine Kommission des Landesgerichtes. 1, um den Lokalaugenschein in. der Zelle des, durch Selbstmord geendeten Raubmörders Haselsteiner vorzunehmen. Die Leiche des Selbstmörders war in derselben Lage belassen worden, in der sie am Morgen aufgefunden wurde. Sie hing in Hockender Stellung an dem kaum mannshoch angebrachten Hacken. Sie wurde abgenommen und schon bei flüchtiger Untersuchung durch den Gerichtsarzt wurde festgestellt, daß der Tod durch Ersticken infolge Drosselung eingetreten sei. Die Leiche wurde hierauf zur gerichtsärztlichen Obdnkion rn5" Allgemeine Krankenhaus gebracht. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Verein „E r e z - I s r a e l", 2. Bez., Zirkusgasse 83. Heute um 4 Uhr nachmittags im Veremslokale - Vortrag Dr. Adolf Taglichts. Gäste willkommen. — Führung durch d i e oft asiatische Ausstellung. Morgen Samstag um 4 Uhr nachmittags findet im Oesterreichischen Musepm, 1. Bez., .Stubenring 5, eine Führung durch die ostasiatische Ausstellung ' statt. Karten zu K. 200.— heim Portier, 1. Bez., Stubenring Nr. 5. — Bukowina er Z entr alv^erb and. Sonntag den 4. d. um 3 Uhr nachmittags Ausflug, zu welchem alle Mitglieder eingeladen werden. Treffpuncht: Endstation der Straßenbahnlinie „38", Grinzing. — I ü d i s ch e s I u g e n dheim, 9. Bez., Berggasse 7. Heute um halb 8 Uhr abends Seminar. Locker über die. jüdische Oekonomie, 'Gäste willkommen! — , Verband hebräischer Akademiker „T a r b u t h" '. übersiedelt. heute - ins Jugendheim, 9. Bez.,, Berggasse 7. Lesestünden: Sonntag, Montag und'Donnerstag von halb 6 bis halb-10 Uhr. -^-Jahresversammlung der Gastwirtegenossenschaft. Heute um 8 Uhr nachmittags findet in der Volkshalle die Jahresversammlung der Gastwirtegenoffenschaft statt. Urania. Heute Freitag: 5 Uhr (Großer Saal): Wild- - Afrika. Halb 6 Uhr ^Kurs-Saal): Dr. Reinyold Lorenz: Geschichte des Josefinismus: 2. Halb 8 Uhr (Großer Saal): Zum ersten Male: Unser Freund, der Hund. — Mariönettenkriea. Halb 8 Uhr (Kleiner Saal): Univ.-Prof. Dr. Robert Bartsch: Soziale Verhältnisse in alter und neuer t Zeit. 3. Halb 8 Uhr (Kurs-Saal): Univ.-Prof..Dr. Hans Vottelini: 'Recht, .und Kultur .der alteck Germanen. 6. Halb 8 Uhr (Klub-Saal): Univ.-Prof. Dr. Viktor Bibl: Die Novemberkataströphe sind ihre inneren Ursachen. 6.; ■; ' Volksbildung im Technischen M u s.e u m. Morgen Samstag um 8 Uhr nachmittags Führungsvortrag „Die Dampfmaschinen" von N. Boroevic. Sonntag den 4. d. lim* 10 Uhr vormittags.im, großen Hörsaal Lichtbildervortrag „Werner Siemens und sein Werk" von Ing.'Hugo.Fach.'.) 7. Kommunales. Gemeinderat. (Sitzung am 1. Juni.) Mlllionenkredite. , 7 Der Gemeinderat bewilligte gestern nach einem Referate Breityers einen mit 5 Prozent zu verzinsenden Vorschuß von 30^000.000 K. an die Donauregulierungskommissiou zur Fortführung der Arbeiten für den Umbau der Flöridsdorfer Brücket Auf Grund des Referats des Vizebürgermeisters Emmerling wurde für die Herstellung von Hochspannungs-Fernleitungsschlüsscn in Transsormatorenanlagen sowie fiir' den Einbau von Ueberspannungsschutzapparaten im Ueberlandnetze ein Sachkredit von 110,000.000 K., für den Ausbau "der Benzolanlage im Gaswerke Leopoldau em Kredit von 160,000.000 K. genehmigt. Ebenso wurde die Ausstellung einer Haftüngserklärung der Gemeinde Wien an das Bundesministrium für Finanzen zur Erlangung eines der Gemeinde Wien für die Lagern Häuser der Stadt Wien' beim Zolloberamt einzuräumenden Zollkredites im Betrage von 300,000.000 K. gegen Einziehung der gegenwärtig über den bisher bewilligten Zollkredw erliegenden Haftungserklärung vom 31. März 1921 'ohne Debatte bewilligt. Stadtrat Speiser referierte sodann über die Regelung der Pensionen der Pensionsparteien aus dem Stande der Kollektivvertragsbediensteten, über den Arbeitsvertrag mit dem Verbände der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter als Vertreter der in den Lagerhäusern der Stadt. Wien bedienstcten Arbeiter und Arbeiterinnen, über die Erhöhung der Ueberstundenentlohnung und sonstigen vertragsmäßigen Zulagen an die Kollektivvertragsbediensteteten des städtischen Lastkraftwagenbetriebes (Mehrerfordernis 17,000.000 K., das bedeckt ist) und über die Bezugsauszahlung an die aktiven Angestellten am 1. Juni 1922 sowie über« die Zuschüsse nach dem Wbautzesetze an die Aktiven und Pensionsparteien. Die diesbezüglich gestellten Anträge werden genehmigt und .die Sitzung sodann geschloffen. Ernährung. Der Marktbericht. Der Bauernkrieg gege« Wie«. Zurückhaltung -er Käufer. Die Märkte weisen vor den Feiertagen etwas mehr Leberr auf als in den vergangenen Tagen, doch beschränken, sich die Hausfrauen angesichts der beängstigenden Teuerung auf den Einkauf der allerdrtngendsten Artikel, so daß man eigentlich im Vergleich zu den früheren Zähren nicht recht gut von Pfingslmärkten im Sinne der Bedeutung des Wortes sprechen kann. Die Flelschmärkte weisen ganz geringfügige Zufuhren auf. was mii ^dem Ansteigen der Preise der fremden Zahlungsmittel zusammenhängt. Die Zufuhren aus dem Inland beschränken sich noch immer zum größten Teil aus Niederösterreich. Die Folge dieser Knappheit und künstlichen D r 0 s s e l u n gd e § W i e n c r Mnr k t e s .sind die -täglichen Preissteigerungen.: Auchngester.n haben sich im Großhandel weiter verteuert: Schweinefleisch um EO Ä., Kälber um 300 K., Kalbfleisch und Ziegen uni 400 K. pro Kilogramm. Ermäßigt haben sich wegen der Kitze und des geringen Absatzes'Fettschweine um 163 K., - englischer Braten m den extremen Sorten um 200 K. pro Kilogramm. Der Geflügelmarkt ist ganz belanglos beschick!, etwas bester der Fifchmarki, auf dem Seefische zu 900 K. das Kilogramm verkauft wurden. Die Grünwarenmärkte sind mit Gemüse aller Art reichlich b »schickt. Besonders stark war Käuptelsalat vertreien, so daß die Preise weiter um 600 bis 700 K. pro Nagel mrückgingen. 'Der höchst bezahlte Preis für Grünsalat betrug 400-tf. pro Nagel, für Mistbeetware 500 K. Der Preisrückgang halte zur Folge,- daß die Sendungen von Neusiedler Saiat gänzlich ausgebiieben waren, da sich angeblich die Zufuhrspesen höher stellen würden als der Erlös der Ware. Auch Kohlrabi haben sich in den besten Qualitäten um 2000 K., ln den minderen Qualitäten um 400 dis 1100 K. pro Nagel ermäßig:. Inländische Kartvfiel werden .bereits" um 140 K. pro Kilogramm angevoten. Zitronen sind trotz der reichlichen Zufuhren im Preise gestiegen, nas mit dem Steigen der ausländischen Zahlungsmittel begründet wird. Unangenehmer aber ist die Tatsache, daß ohne diese Begründung die tändtichen Produzenten die Preise für Eier täglich hmaussehen und die Not der Wiener Bevölkerung rücksichtslos ausnützen. Gestern waren auf dem Naschmarkt ingrößeren Mengen Ejer aus dem Burgenland, aus Steiermark. Ungarn und Polen zugesührt. Steirische und bupgenländische Eier stellten sich pro Stück auf 180 bis 190 K., ungarische aus 190 und polnische» die minderer Qualität waren, aus 175 K. Ein Laib Brot — 940 Kronen. Die Steigerung der Mehlpreise hat nunmehr eine abermalige Erhöhung der Br0t- und Gebäckst r e i s e mit sich gebracht. Ab 2. Juni soll, wie wir hören, der Preis des Einheitsbrotes von 126 Dekagramm auf 940 K. erhöht werden. Das sogenannte Extrabrot wird 840 K. per Kilogramm kosten. Der Preis der weißen Wecken wird auf 400 K. und der des Kleingebäcks auf 55 K. erhöht werden. Bühne und Knnft. Hauptmanns „Die Jungfern vom Bischofsberg". Neue Wiener Bühne. Die Jungfern vom Bischofsberg sind vier sonnigv Haimonskinder, vier Prachtmenschen, von guten Eltern stammend, auf einest herrlichen Weingut hausend, von einem gediegenen . Onkel betreut. Wenn diese Vier die Kopfe zusammenstecken, durchschweben zwei gute Geister das Theater: Anmut und herzhafte Mädchenlaüne. Jedes dieser vier Geschöpfe, die insgesamt ein gar liebenswertes Quartett ergeben, hat seine - Eigenart.- Mütterlich-sorgsam (aher.beileibe nicht altjüngferlich) - die älteste, adelig in , ihrem Mädchenschmerz die zweite, die sich einem Inge- ....... ...... . . rj3?i’:.-sar»assesajä*i h>.B MBK3M