Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1199 (2.6.1922)
- Date
- 1922-06-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980279--11279-2997716- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- ifc'ÄM. - ^v/^i',N >vv-y;* *v -s''/ Wien^'Freitag ’* ■_^/‘_ ' Wlener Mo^Müug _ _ _ 2. Jum 1925 Seite 5 Mmsfahig/'Und so ist es nur allzu erklärlich', -aß gerade heute immer größere Massen der.Werbekraft deL.Fußballspieles unterliegen, ohne aber den Zweck und das Wesen deS Sports zur erkennen. Denn.der Fußballsport zeitigt . Ans» wüchse, denen jeder. Freund der. Jugend entgegentreten muß. Knaben und Mädchen kommen aus den lautersten Motiven zum Sport« Sie suchen die Lebensfreude in der körperlichen Uebung und ihr Wunsch geht, auch in Erfüllung. Die Organisationen, die sich Sportvereine nennen und die Jugend in sich vereinigen, verstehen es im allgemeinen nicht, das kostbarste Gut derMenschen, die Jugend, zu pflegen und zu veredeln. Der Jüngling und das Mädchen bekommen falsche Ideale, sie verkennen den Zweck des Lebens und sie betrachten die Geschehnisse aus falschem Gesichtswinkel, Die größten Ereignisse, die für den einzelnen die Familie, die Gemeinschaft, ja für ganze Völker von weittragendster Bedeutung sind, werden in irgend welchen Zusammenhang mit dem Sport gebracht, wobei das Ereignis als solches nur in zweiter Linie von Interesse ist. Es er-. scheint nicht als zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß das in der heutigen Form gepflegte Fußballspiel die Menschen verbildet, ja sogar verdummt. Aber nicht das Fußballspiel an sich, trägt die Schuld an diesem Uebelstande, sondert: die prominenten Persönlichkeiten, deren Stimme in der großen Fußballgemeinde von richtunggebender Bedeutung ist. Mit elementarer Kraft hat das Fußballspiel von der Masse Besitz ergriffen. Der wohltuende Einfluß dieser Leibesübung kann sich aber nur dann geltend machen, wenn man Mittel dorr Zweck unterscheidet und dem Sport den Weg vorzeichnet. Der Sport darf nie zum Selbstzweck werden, sondern er muß im Dienste einer Idee stehen, Die heutigen Sportbeflissenen, die allsonntäglich die Fußballplätze mit ihren Körpern itttb ihrem Geschrei füllen, kommen nur der Mot gehorchend. Sie suchen Zerstreuung und Ablenkung und haben sie gefunden. Aus welchen Gründen diese Massen sich in Bewegung gesetzt haben, ist nebensächlich, es handelt sich aber-jetzt darum, ihnen das Ziel zu zeigen.. Der Sport erfüllt nur dann seine Mission, wenn er ein allgemeines werktätiges Erziehungsmittel wird. Die Vereine, sportlichen und staatlichen Behörden müssen sich darüber klar sein, daß die Leibes Übung nur ein Mittel ist/ um die Menschen körperlich zu kräftigen und weiters ihnen ritterliche Gesinnung betzubringen. Der Sportverein soll als Erziehungsmstituüon Hand in Hand mit der Schule arbeiten. Neben der körperlichen Betätigung darf auch in den Sportklubs nicht die geistige Erziehung vergessen werden. Der gute Kern, der im Sport liegt, kann, nicht vernichtet, sondern nur verhüllt werden. Unter der unruhigen Oberfläche wächst und gedeiht der gute Kern. Vier Bilder schweben mir vor, die meiner vorherigen Behauptung recht geben. Die jüdischen.Turnvereine, der österreichischen Hauptstadt hieltenimWinter zahlreiche Schauturnen ab. Die- Säle waren von freudiggestimmten Zuschauern gefüllt, denen man die Genugtuung anmerkte, den Stolz auf die füll und ziemlich unbeachtet für die Idee der jüdischen Regeneration arbeitenden Turner. Nur einmal im Jahr haben diese Pioniere der jüdischen Leibesübung die Gelegenheit, sich einen größeren Forum bemerkbar zu machen, keine Zeitungen nennen ihre Namen und ihrer Eitelkeit wird niemals Genüge getan. -Trotzdem arbeiten sie unentwegt und es erfüllt sie mit Genugtuung, daß sie einem Bruchteil ihrer Stammesgenosseu die Segnungen der körperlichen Betätigung verschaffen und diese wenigen ihrem Volke näher bringen. Bon diesen Vorkämpfern der jüdischen Turnbewegung sind-mir nur die Namen Else Meininger, Trude Kraus, Felix Tauffig und Löw int Gedächtnis geblieben. Unauslöschlich hat sich der Reigen, der von zahlreichen jungen Mädchen ausgeführt wurde, mir ins Gedächtnis gegraben. In diesem Reigen spiegelte sich förmlich die Lebensfreude unserer Jugend wieder... - Ins Ferdinands-Kino lud die Touristiksektion der Hakoah die jüdischen Sportinteressenten. Ein Werbefilm wurde vorgeführt und man sah vorerst die Lernenden die ersten Uebungen auf Skiern machen. Die Bilder wechselten in bunter Folge und die Zuschauer machten einen Äufsttetz ins Hochgebirge nnt, wo sich ihnen die Reize und Schönheiten dev Winterlandschaft enthüllten: Dann demonstrierten die Briider Rauhitschek eine Kletterpartie bis an die höchste Spitze eines Alpenberges. Staunend begriffen die Zuschauer die Leistungsfähigkeit des Menschen und sie lernten den ewigen Jungbrunnen Sport aus eigener Anschauung kenneit. All die jüdischen Touristen stehen im Dienste der körperlichen Regeneration und obwohl sie wissen, daß sie nie mit dem Flitter des modernen Gladiatorentums umgeben sein werden, erfüllen sie um so lieber ihre Pflicht, als sie das Nützliche mit dem Schönen verbinden ... Und wieder schwebt mir eine andere Episode des-heurigen Frühjahrs vor. Gewaltige Menschenmassen erfüllten den neuen Hykaoh-Platz in der Krieau. Spannung lag in der Menge, da das Meisterschaftsspiel Hakoah—Sportklub bevorstand. In diese fast kriegerisch gestimmten Massen kam plötzlich Bewegung, als im harntonischen Gleichschritt Wohl an die hundert Leichtathleten, die mehreren jüdischen Vereinen angehörten, erschienen. Sie nahmen ihren Weg-um den ganzen Platz unb sie fesselten zumindest für eine kurze Spanne Zeit durch die harmonisch schönen Bewegungen die zutp Teil sensationslüsterne Menge« , Das vierte unb letzte Bild führt uns in einen Sitzungssaal, in dem der jüdische Sportverband das Licht der Welt erblickte. Nach, verschiedenen Worttiraben und phrasenreichen Reden vertraten kaum siebzehnjährige Jungen, die die Führung in den kleineu jüdischen Sportvereinen inne - haben», ihre Ansicht. Erfrischend wirkten diese klaren Reben und ich bekam dje -UeberzHUMug, daß die glückliche Zukunft.! des.jüdischen Sportes gesichert sei. 1 Das Wiener. Judentum ist aufgerAW. Die Jugend J füllt die Sportplätze, sie folgt gerne den gegebenen Anweisungen und ruft nach den geeigneten Führern. Blind leiM sie ihnen Gefolgschaft. Deshalb ist Mer auch die Verantwortung der Lenker der jüdischen Sportbewegung um so größer. ' ■: ' ' Die Jugend ergießt sich bereits stromgleich in ein falsches Bett. Solange es noch Zeit ist, sind Dämme zu. er- ..richten, damit unser wertvollstes Gut keinen unabsehbaren Schäden erleide. Eintagsintereflen haben in den Hintergruüp zu treten, wettn es sich darum handelt, die'Jugend, richtig zu sichren, und zu lenken. Fritz B a a r. /.! : . ’ , ‘ Brandkatastrophe in Kesmark. 28 ,Häuser vemichtet. . Aus Kes m a r k wird - uns. berichtet: Vorige Woche Mittwoch abends hätte in Festsaal des hiesigen Rathauses ein vom Redakteur des Budapester jüdischen Blattes „Mult es J ö v ö" Dr. Josef Patai veranstalteter jüdischer Kultur, abend stattfinden sollen. Äußer dem Portrag Patais hätten auch der jüdische Schauspieler Artur Feh er vom Budapester Lustspieltheater und der Geigenvirtuose Emil Mo Ina r Mitwirken sollen. Die Gäste waren bereits in Kesmark angekommen und aus der ganzen Umgebung waren Juden und Nichtjuden eingetroffen, um an dem Kulturabend teilzunehmen.; »Mittwoch vormittags entstand plötzlich aus bisher noch unbekanntem Grunde im RathäuS ein Feuer, welches so rasch um sich griff, daß das ganze'herrliche Gebäude binnen wenigen Minuten in Flammen gehüllt war: Das Feuer griff auch auf Jbic Nachbarhäuser über, erfaßte die Synagoge und das Wohnhaus des OberräbbinerS, dessen;wertvolle Bibliothek ein Raub der Flammen wurde. Trotz aller Anstrengungen der ans allen Nachbarorten herbeigeeilten Feüerwehrmannschasten fielen außer dein Rathaus 28 Häuser "dem Feuer zum Opfer, Bezeichnend ist, daß eine Gruppe von Menschen in der Nähe des Brandherdes stand und sich scheinbar deS furchtbaren Anblickes freute, so daß die tschechische Polizei gezwungen,war, diese, rohen Gesellen zur Hilfeleistung zu zwingen. Ein Drittel der Bevölkerung ist obdachlos geworden. Die Entstehuugß- Ursache des Brandeswurde bisher noch nicht aufgeklärt. Jüdische Nationalfondsarbeit im Zähre 1S21. Dem Keren Kajemeth l'Jsrael ist es auch in diesen Zeiten' der Geldentwertung und der inneren Kämpfe gelungen, seine Orgänisatton nicht nur unversehrt zu erhalten, sondern auch weiter auszubauen. Die Zahl der beitragenden Länder stieg von 46 auf 63, die Zahl der Ortskommisfionen von 4000 auf 6000." Die Zahl der freiwilligen ..MtaHefter^,-etrKgt- Vielfaches dev Kbmmissionetz« Die /Tendenz^. -HWbeiter auch Einfluß auf .die/ /-GÄdverwtztzdüng/ 'eichMtt,. hat zur Schaffung der Weltkonferenzen geführt, deren erste vor der» 12. Kongresse in Karlsbad stattfattd. Sie behandelte unter anderem zürn erstenmaleausfühmchdie Idee der landsmanttschaftlichett Kolonisation: Eine Form der Kolonisierung, die eine Aussöhnung zwischen den nationalen und demprivatwirtschaftlichen Prinzip anstrebt. ' Im Jähre 1921, wurde die längst überholte Bestimmung der Statuten, wonach der Nattonalfonds ein Viertel seiner Mittel unverwendet als Reserve in feinen Kassen Halten muß, aufgehoben und so die Möglichkeit gegeben, akle Mittel in Palästina zu. investieren. Im Berichtsjahre wurde zwischen dem. Direktorium Leider Fonds eine Vereinbarung getroffen, wonach Spenden dem K, K. L. zufließen, hingegen der M Nass er als Besteuerung ausschließlich dem K e r e n H a j e f s o d zugegeführt werden solle. Dieses Prinzip bürgert sich erst allmählich ein. ' Was die Propaganda betrifft, hat das Hauptbureau drei Flugschriften in zusammen 288.000 Exemplaren herausgegeben, die populär - wissenschaftliche Zeitschrift „Erez Israel" wurde durch einen französischen > Band bereichert, der unter anderem das Palästinawerk der „I. C. A." eingehend würdigt und so geeignet ist, den Palästinagedanken auch in die bisher gleichgültigen Kreise der romanischen Welt zu tragen. In Wien wurde eine. Lichtbil-erzetttralstelle geschaffen, - die alle Nationalfondsländer Mit- Lichtbildernversieht. Gin Palästina-Film wurde heränsgegeben, der in alle Länder versendet und dazu beitragen wird, die Liebe und die Kenntnis PalästtnaL in weite Kreise zu tragen. Seit Gründung des K. K. L. sind zirka 900.000 Pfund eingegangen. Das. Jahr 1931 weist im allgemeinen einen Rückgang von 20 Prozent auf, dev zum großen Teil in der Geldentwertung seine Ursache hat. Die Länder, in denen die polnische Mark vorherrscht, haben z. B. im Jahre 1920 7.6 Ml- . lionen, sind im Jahre 1931 6 7 M i l l i o ne n abgeführt, somit eine Steigerung um das achtfache; nach Umrechnung rn Pfundwährung, die ja für die Aufbauarbeit in Mz Israel die einzig m a ß g e b e n d e ist, ergibt sich ein Rückgang von 8790 auf 7600 Pfund.; Ebenso in Oe st e r- ' reich: 1920 ergaben die Sammlungen über 2.5 Millionen österreichischer Kronen. Im Jahre 1931 Über 7.5 Millionen österreichischer Kronen. Somit «in Plus von' 200 Prozent. Hingegen machten die Summen der Eingänge im Jahre 1920 2855 Pfund und itti Jahre 1931 2260 Pfund aus. Somit ein Rückgang von 21 Prozent. ES ist zu hoffen, daß allmählich, nachdem bas SteuerpMzipdeS Keren Kajessod sich allgemeine Geltung verschafft haben wird, der Keren Kajemeth durch Ausbau und" Intensivierung seiner Sammelinittel wieder, wie nach qAerr Krfferr, seine aüffteigeM Bewegung fortsetzen wird/ Wenn alle Juden in allen Ländern ihre-Verpflichtung, dem Keren Kajemeth gegenüber in gleicher Weise erfüllen würden wie die 500 Juden in den Strait Settlements, würde sich das Jahreseinkommen desselben auf 40 Mllronen Pfund stellen; würden es die Juden den 50.000 Jude» Südafrikas gleichtun, so ergäben die Eingänge jährlich eine Million Pfttnd. Würden sie dem Beispieleder' nrerst sehr armen Juden Rumäniens folgen, so wären die Einkünfte des Keren Kajmeth jährlich 320.000 Pfund. (Die Emgänge im Jahre 1921 betrugen 129.000 Pfund!) Zu bemerken ist, daß, um diese Summen zu erreichen, die Kopfquote des Volksopfers für die Erlösung des Heimatbodens fast überall weit unter dem Preise — einer Tramwayfahrt zu stehen käme. Bo d e n e r w e r b. Im Jahre 1921 sind seit der Begründung des Nationalfouds die größten Bodeukäufe realisiert worden, zugleich auch die größten seit Beginn - der zionistischen Kolonisation überhaupt. Der ländliche Bodenbesitz des Natiormlfonds hat sich int Jahre 1921 mehr , als verdreifacht: Während tu den Jahren 1902 bis . 1920 i tu ganzen rund 23.000 Dunam erworben wurden, erwarb der K. K. L. im Jahre 1921 allein rund 51.000 D.unam. Was nun den städtischen Grundbesitz anbelaugt, so hat der K. K. L. im Jahre 1921 eigentliche zum erstenmal regelrechte Käufe durchgeftihrt. Zwei Gesichtspunkte waren hierbei maßgebend: Der erste war die Absicht, einen wirklichen Schritt auf dem Wege zn machen,; der den K. Ä. L. zum Träger der jüdischen nationalen Bo-' denpolitik macht, zweitens die große Wohnungsnot in den Städten Erez Israels. So. kam es, daß während der K. St & in den Jahren 1902 bis 1920 nicht mehr als rund 34.000 Quadratpik <Ellen) besaß, er im Jahre 1921rund '560.000 Quadratpik neu erwarb. Der gesamte Grundbesitz des K. K. L. in Erez Israel beläuft sich, da ein Dunam! 1600 Quadratpik umfaßt, Ende 1921 a u f r ü n d 74.000 Dunam. Es nmß jedoch bemerkt werden, daß der Bodenbesitz des K. K. L. im Verhältnis zum gesamten Mandätsgebiet in Erez Israel nicht mehr wie ein Drittel Prozent ausmacht. (Der gesamte jüdische Bodenbesitz betragt 2 Prozent.) Hingegen macht er 15 P.rozent des gesa m t e n j ü d i s ch e n Besitzes a u s. Es zeigt sich hier, daß die Frage der Uederführung des jüdischen Grundbesitzes in Erez Israel in das Eigentum der gesamten Na- , tion nicht eine theorettsche Frage ist, sondern lediglich eine/ Frage der Aufbringung der nationalen Mittel, A u f f o r st u n g: An neun verschiedenen Orten des Landes ständen Ende 1921 insgesamt 400.000 Bäume, - was ungefähr der Zahl der gespendeten Bäume entspricht. ' Der K. K. L. hat somit seine diesbezügliche Verpflichtung gegenüber den Spendern erfüllt. Gesamt:ttv est:ttoiren d es Keren Kaje» Meth im Jahre 1981. Der' Keren Kajemeth hat im Berichtsjahre nach Erez Israel zirka 178.000 Pfund oder viereinhalb Mllionen Goldfrancs überwiesen, somit mehr M er im JahE 1921 eingenommen hat. Hiervon wurden; verausgabt: - Für Bodenerwerb rund . . . . . . 133.000 Pfund Antelioration . . . ... . . . . 17.000 >, Mfforstung . . .... . . . 9.000 „ / Sonstige Arbeiten auf dem K. K. L.- Boden über . .... . . . : 4.000 „ Darlehen usw. zirka . «... . .. 15.000 „ / Der Keren Kajemeth hat somit auf Bodenerwerb.und Amelioration 84 Prozent seiner Investitionen verwendet. - Die Latze der Nationalfondsböden muß in verkehrstechnischer Hinsicht geradezu als glänzend "bezeichnet werden. Die meisten Böden liegen direkt an den wichtigsten ] Eisenbahnlinien oder sogar Eisenbahnknotenpurttten; es gibt keine Besitzung des jüdischen Nattonalfonds, von der man nicht hx spätestens einer Stunde per Wagen die ttächste , Eisenbahnstation erreichen könnte. Werdet: die Juden dem Keren Kajemeth ihre Liebe Le-; wahren und sie auch fernechtu, und zwar i n e r h ö h t e tu Maße betätigen, so wird er fein Ziel erreichen: Der Träger der Bodenpolitik des jüdischen Volkes in Stadt und Land zu sein. Dr. CH. Tartakower. * Für die Opfer von Bkumau.'In der gestrigen-Sitzung der niederösterreichischen Landesregierung wurde beschlossen, von der Bundesregierungdie Einleitung entsprechender Fürsorgemaßnahmen zugunsten der Hinterbliebenen zu verlangen und zu diesem Zwecke aus dem Landesfonds 5,000.000 K. zu widmen. Ferner sei alles vorzukehren, damit in Hinkunft der-. , artige SchadenSereignisse unmöglich werden. Die Landesregierung fordert daher von der Bundesregierung, daß durch Chemiker und Sachverständige die auf dem Steinfeld lagernden Materialien auf ihre Explosionsgefahr geprüft und gegebenenfalls durch Pionierabteilungen entfernt werden. ^Akademie der Wissenschaften in Wien. Vorgestem fand die Jabressitzung der Akävemie der Wissenschafen, die heuer das 75jährige BestandeSjubiläum feiert, statt. Der Präsi- ■ dent Hofrat Dr. Redlich vröffnete oic Sitzung mit einer Ansprache über den CntwtZlungsgang der Akademie. Der Generalsekretär Dr. Becke berichtete über die Wirksamkeit der Gesamtakademie und der mathematifch-naturwissenschast- - lichen Klasse im abgelaufenen Jahre sowie über die in der letzteren seit 1. Juni 1921. voraegangenen Veränderungen. Der Sekretär derpbllosoPhts'ch-WorisMN Klasse Prof. Dr. Rademacher erstattete Bericht über die Wirksamkeit dieser Klasse und über die während desselben Zeitraumes in ihr vorgegangenen Beranderungen. Hierauf verkündete der Präsident die > stattgehabten Wahlen in'vie Akademie: Gewählt wnroeU: zum Ehrenmitglied der Gesamtakademie Bundesprasident Dr. Michael H a t n i s ch. Bet Perkündigung dieser Wahl ertönte leb- »me»*-!»* «fv Mm/*#süaa&ae*: