Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-06-01 · Heft 1198 (1.6.1922) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1198 (1.6.1922)
Date
1922-06-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980278--11269-2997705
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

sGM 4 Wieü/'Dontterstüfl .*,1 r> \ j, .i" ,» iw < pr-'Hifnw-M ,",. s-)lYiVCVr'vr.Tr>"ui>.'‘^C’V W1.lSX#\r>'’^^*.!^Vl®RSE®SfSJ»'}ll|W * * * «' I t V..‘ . ... ‘ ’ ’.'ti l"*VvLii.v'. '|”t I , . ' l’ <r .. iVu‘--jS3 v*Ä v ■ •■ cimU'-r &w. F l?v 7i\ K ■■ ß' *■' r Arzt und Minister. Aus Btt d a Pest wird NUS vö- Tichtetr' Bofiswoylsahrtsminister Dr. Ferdmänd 'B e'it n'oss a k' wollte vorigen Mittwoch dein Bezirksamt von Be8zPrctir Dr. Max Ga n d o r f i, der seit Hdhizchnten im- Dienste -der' Oeffcntlichkeit steht, das Diplom seiner Erneüüüng zttm Sanitätsrat überreichen. Der ÄusgezeichMej der in hohem Alter steht, konnte wegen Unpäßlichkeit an der Feier nicht teilnehmen, weshalb sein ältester Sohn imch der' Begrüßungsansprache des Ministers — die Feier fand im 'Obergespansamte statt — ein Dankschreiben des greisen Arztes -VMas,' in welchem es u. a. heißt: „Ich bin ein Sprößlmg einer mehrere Jahrhunderte alten ungarischen Familie des Gebietes jenseits der Donau, von jüdischer Konsession. -Bon meinem Graßvater habe ich gehört, daß auch mein Urgroßvater und' Ururgroßvater ungarisch gesprochen haben. Mein verewigter guter Vater hat Ende der dreißiger Jahre Und anfangs der vierziger Jahre aus' dem damals erschienenen Schulbuchs Moriz Blochk, des späteren (getauften'. Anm. d.Red.) Moriz Balagi die'kleinen jüdischen Kinder "in der ungarischen Sprachlehre unterrichtet.' Von meinem Großvater und' Vater habe ich die Liebefür mein Vaterland > und für die ungarische Nation ohne Unterschied der Konfession gelernt. Diese Liebe war die .Triebfeder all meiner Handlungen^- Der Brief schließt mit Segenswünschen für Ungarn. Run antwortete Minister Bernolak, der offenbar durch diesen Hinweis auf,die Tatsache, daß der Gefeierte ein Jude ist und daß Juden schon seit Jahrhunderten in Ungarn wohnenbetreten war, daß er vorsätzlich nicht erwähnt habe, daß der Gefeierte jüdischer Konfession ist, um zu vermeiden, daß seinen Worten eine politische Tendenz beigelegi werde. Wenn, aber bas, Wort Jude schon gebraucht worden ist,, wolle er daraus Hinweisen, dgtz er während des Karolyi-Regnnes in Dr. Sqndorfi - als. Arzt seiner Tochter den jüdischen Arzt schätzen gelernt habe. Als VolkswohlfahrtöNlinisrer habe er die große LeistungsfWgleit der jüdischen Aerzte aus dem Gebiete .des ofsentfichen. Saintätsweserts wahrgmommen uubim jüdischen Brndyspital nrch dem Alice Weitzschen WLchttß-iinnen-- he i rn .in Budapest hervorragende sanitäre Institutionen, kertnen gelernt, die den Mauken ohne Unterschied der Konse ssj o n zur Verfügung stehen. Das währe Christentum, schloß, der Minister, verkündet keinen -^Antisemitismus. Das har, allerdings den Herrn. Volkswohlfahrtsminister nicht gehindert, die jüdischen Aerzte aus den öffentlichen Stellungen zu verdrängen, den Numerus clausus im Apothekerwesen mst aller Strenge durchzuführen und es /bleibt äbzuwarteir, ob er diese Heillehre, die den Antisemitismus v i e r Da-ge vor d-er Wahl in Transdanubien, dem Hauptherd der Morde des. christlichen Kurses, verkündete, auch nach den Wahlen praktisch betätigen , wird. amte« *Die Liga der britischen Juden und die Besiedlung von Palästina. In der Jahresversammlung der Liga der britischen Juden wies der Präsident der Liga Mr. Lionel de R o t h s ch ild, darauf hin, daß die Idee der Mederbesiedelrmg Palästinas msteiner möglichst.großenAnzahlvou'JudLw .in W 'Ligä stnmer stÄkere Verbreitung finde. 'Er '-verwies ferner auf die schreckliche Notlage der Juden in Osteuropa' und appellierte an die Mitglieder der Liga, ihr möglichsteSzü tun, um ihren Brüdern - zu Hilfe zu kommen. Mr.' Leonard L. Cohen berichtete über das Streben der Liga, die britische Regierung in ihrer rekonstrnkiiven Politik in'Palästina zu unterstützen. Mr. Claude G. Möutrftore betonte den Stand«' Punkt der Liga, daß die Juden eine religiöse Brüderschaft und sticht eine Politische Nätioftalität bilden. (I: B. C.). — ES ist jedenfalls erfreulich, daß der Palästina-Gedanke auch auf die assimilierten Schichten der englischen Großjuden zn wirken beginnt. . Reljgionslehrerstellen. Der Vorstand der israelitischen Kulrusgemeinde in Wien beabsichtigt, akademisch gebildete Religionslehrer, welche an Mittelschulen (Gymnasien und Realschulen), aber auch an Volks- und Bürgerschulen Religionsunterricht zu erteilen befähigt sind, mit den gegenwärtig sür die staatlichen Mittelschullehrer gesetzlich geregelten Bezügen zu bestellen. Lehrverpflichtung, wöchentlich 20 Stunden an Mittelschulen oder 24 Stunden an Volks- und Bürgerschulen. Bei gemischter Verwendung wird die Lehrtätigkeit nachdem Schlüssel 4:5 berechnet. Bewerber wollen ihre mit den Studien- und Verwendungszeugmssen Md currieulum Vitae belegten Gesuche an.ji^s'Oektetcker«ck"<H^' HMtischen Kultusgemeinde, Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, einsenden. Im Falle der Berufung werden die Reisespesen von der Kultusgemeinde vergütet. *Wer daS eigene Nest beschmutzt Wir berichteten vor kurzem von einem empörenden Zwischenfall, der sich neulich irr der Bukowina zutrug. Ein jüdischer Steueramtskanzlist, der Brave heißt Samuel Berger, hat nach einem Rechtsstreit zwischen ausschließlich jüdischen Parteien, den ein jüdischer Richter zü entscheiden hatte,, in seinem und seines Schwiegervaters Namen eine Beschwerde gegen - den Richter überreicht, in der er diesem Parteilichkeit vorwarf und an das christliche Rechtsgefühl appellierte, da Richter mosaischen. Glaubens überhaupt nicht objektiv sein könnten. Die Beschwerde hatte einen ungeahnten Erfolg: die zuständige Staatsanwaltschaft hat gegen die Beschwerdeführer die Strafuntersuchung wegen „Aufteizung zu Feindseligkeiten gegen Rationalitäten und Religiönsgesellschasten" emgeleHet.' Eiste ausgiebige Bestrafung wäre diesen Ghettogewächsen vom Herzen zu gönnen! .. Ausstellung. Auf mehrfache Anfragen teilt die Direktion des Oesterr. Museums für Kunst und Industrie mit, daß die Ausstellung ostasiatischer. Mnstwerke-nicht, länger als bis zum 14. Juni geöffnet bleiben kann. Die.letzten. Führungen finden am Samstag den 8. und.10. Juni l. I. um 4 Ähr nachmittags statt« . nur im bekannt soliden ll erre nlckEKNttkG' HEINRICH WEINBERGER, I., SINGERSTRASSE »in«. der HERSEMW10iS£iÄBTESL18MG ■ - :; .... (HuMiaus) Um meinen P. T. .Künden Gelegenheit zu. geben, ihren Bedarf in Sämtlichen llch reModeärtlkeln, KrLvtztten,'' f ’ Stöcken, Schienen tzdMVÄ mir 'MUMM' zu decken, -gewähre ich in , der Zeif; volri . 29. Mai* bis 40. Juni-H von den normalen Preisen 10 Prosent Rabatt Kn HMKVMiKrchLrKPMtz.tzM AleinGsM>tz - Landes^ ^chulMWatUoz.^M.MEMaüWr BWfsbeMÄMLVjS Avr lKurssaül): Oberrechnungstat Robert Baller: Einführung in die «MotogxapMz.-Kraris. V. V»8 Uhr (Großer Saal): Ludwig pzepapubG fim Ihr (Kleiner Saal): Elsa Brezina: Ein DWMch hemWsserreichischer Kunst. V28 Uhr (Knrssaal) : Ing. Dr. Franz" Krunes: Elektrisches Heizen und Kochen. 7,8 Uhr (Klubsaal): Dr...KeinM.Keller^Das nervöse^Kind und seine LrMung. st a/|8 (Ldhriäal' 1l): Ing. Baurat Ferdinand Wieland: Das Wiener.automatische Telephon. . > B 0 r t r ä g e de s L e ch n i.scheu Nu s e u mss ü t: d i e W i e n e r L ehr e r s ch a f t. Heuiä, 5 Uhr nächmitlägs. 'fünfter Lichtbildervoritagt -.Die Erzeugung der geist'gen Getränke", Kofrak'!'Dr. Franz- F r e y er« Aieraufä Führung durch die Gruppe «Nabrungs- und. Genußmittel^ Für die Wiener L^brerschast frei zugängig.. Gälte willkommen, - C i n Bor t x a g des R e.g i 4 r u n g s r a t e f. D r. W ein b e r.g,e r. In der Sozialistischen Gesellschaft filt Rechls -und'Slaaiswissenschasten hält Morgen Freitag um 7'Ul)k abends im Körfaai XXV der Wiener Univerlttät der Vorstand .des S'stenamles der. Wener Polißeidireklion, /Regisnmgtzrai -Dr. Hugo Wemberger, -einen Vortrag üher .Die»Prostitution und die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten". " ''' ungariechff Vollbncho, Iransit,. vom Transport beschädigt, per.Zimmar . ' ' , K l25.dÖÖ, nur prompt ' - ' "äs«* Vö^a«a«Bir5©üniS'i; Besichtigung liMJte und inorgen von. 8 bis 5‘Uhr boi 6408 SPEDITION MITTLER & Öb , >Yieii, XX , Mnrchfeldy. 14 Jugendwanderung ins Burgenland. Das jüdische ligen jüdischerl^Jugendlichen istjHühlnng/ zu treten .und -einige^ Tage gemeiniam zu verleben. Die Judenschaft. E i s e n st a.d t s hatsich in MgWnMrmettdsteö Weise bereit erklärt, für Unterkunft 'Sorge zu 'wägen.'. Die' Wiener jüdischen Jugendgruppen wollen MlltwoH. den 31. p. in-der Lest zwischen IT und 1 Uhr vormittags oder,.4..b.i^ ^MrMchmütags die Listen ihrer Teilnehmer dem Juaendamt. abäevesr '(2.' Bez., Taborstraße 20 a). Nähere Bekanntmachilstgen 'folgest. ' * Mnserenz der jüdWen ^KneBwäjsenkomfteeD in Polen. AELemberg wird'uns.-gemeldet: Düs Zentralkomitee für Wische Kriegswesen hat für den 4. rtüd 5: Juni eine Konferenz aller ihm unterstehenden, Ortskämitees für. jüdische Kriegswaisen einberusen, Hjebep Men aus Grund , des von der ZentrW ünd den O)WomftEZEefer.t.en MäteriäM. die Re»^. .^MgteJdN:' biSheüae^.-.MK^WH^^Ne^KHtWm'MDAri-iAu- - Mfl sesigDW werden: "Dm VöMreitung der Konferestz wurde einer Kommission überwiesen,- der Universitätsprofessor Dr: Schorr und Frau Dr. Cecilie Klasten angehören. An den Beratungen wird sich auch.-daS. Jpint Distribunon Commite offiziell beteiligen. ' ' * Msfpeisüng für. rekonvaleszentzr ,Midle» WSgemeinfchäft^ Änitta Müller"..! e Kinder der a die Zähl, der Schützlinge 'diesÄ Mfiön wieder ergänzt' und-' erhöht wird, findet Donnerstag den .8. Juni um'3 Uhr nachmittags im Gebäude,^. Bez., Augmftenstraße 35, eine Untersuchung statt, bei der alle, indrschen Kinder schulpftichtigett Mter^. welche, von chnl- oder 'Spitalsarzt. zugewmsen werden, Berückeinem "Sc * Die jüdische Einwanderung in Süd-Afrika. An Beantworkustg mehrerer Anfragen, betreffend die Benachteiligung der Juden än der Ausführung der neuen Jmmigrationsvorschristen in- Süd-Afrika gibt der Minister des Innern bekannt, daß das neue, Des'chränkungsgesetz in gleicher Weise für Ass Europäer' Geltttng hat. Nur infolge der bedeutend Juden än der Aus in- Süd-Afrika gi “ Tiatcit und en Ar beit'slosigkeCt im Lflüde muß'die Immigration aus Rußland und Zentraleuwpa derzeit mit besonderer Strenge überwacht werden. Jedoch sind die Juden.in dieser Hinsicht ven änderen Völkern gegenüber nicht benachteiligt. (I. C, B.) ./; * Die jüdische Hilfsarbeit in der Ukraine. Nach einer vom 19. Mai datierten telegraphischen Meldung, die die Berliner Abteilüng der ,,Ort"-Organisation' (Gesellschaft zur Förderung der Landwirtschaft unter den Juden Rußlands), von ihtem Delegierten aus Charkow, Herrn J o f ße,. erhalten hgt, .hat sich rn der letzten »Zeit die Lage der indischen Kolonisten in . den Gegenden von" Märiupol und Guleipole in vielfacher Beziehung gebessert. Äuch ist-die Stimmung unter den Kolonisten bedeutend zuversichtlicher geworden, dank der Verteilung des unlängst , eingetroffenen. S a a t g e t r e i d e s. Das ..Joint- Komitee"-Woß m Lodz-einen Kaufvertrag.auf Kleider und S't ofse aller Art im Werte von 100 Millionen Mark ab, die teilweise unter den ukrainischen Flüchtlingen in Polönirnd teil» kraina verteilt werden-soll Der Marktbericht. Die-Fleischpreise steigen weiter. - - Auch gestern' haben die Fleischproise weiker aMzyWck Sowohl tm Großhandel, als auch im Dstailvsrkquf-Mteuerlen sich e nzelne Sorten weiter, trotz.. des. geringen Vetkehrs.. der in der Großmarkthalle herrschte' und trotz des g-ringen'Ahfätzes in den Bezirksgeschakteir. Von auswärts wären-übechäHt Keine 'Zufuhren angekommen, doch konnte mit den Vorräten üäs Aus-- langen gesunden werden. Im Cngros-Verkehr erhöhien stch.im Preise : Rindslessch um 100 K.. Primaiorten von Bratenfleisch um 400 K.. Kalbfleisch um 100 K.. Kälber um 200 Teilfckweine' um 100 K.,' Fleischschweine uni 100 K., Speck um 100 K. pro Kilogramm. Rur minderwertiges Schweinefleisch hat sich um 2.00 K. ermäßigt. Im Detailverkaus wurtzen-5 in. der -. Grotzmakkihalle teuerer : Rindfleisch um 200. K.. Äinds.brüten um 2oÖ K.. Kälbfleiich um 400 K., Schnihelfleiich um SOT' Ä.l- Schweinefleisch in den besten Sorten um 100 K.'-pro KilptzraNm. Alle übrigen Presse und die Preise der Feitstoffe blieben - unverändert. , . 7. -I./ ... In der Großmarklhalle notierten im Kleinverkäuf pro KilogrammRindfleisch 2600. bis LOOO K.. . Bratenfleisch 3600 b>S 5209 K..' Kalbsleish 2600 bis .4800 K., Schlögel und Schnihelfleisch 48Ä) . bis 5500 K., Schweinefleisch 8400 ' bis 4800 K., Speck 4200 bis 4800 K., Bauchfilz 4600 bis .5200 -K., Schmalz 3800 bis 3?L0 K., ' Auf den Gtünwarenmärktsn,-. die sehr, gut beschickt waren, war Käuptelsalat besonders, stärk zugesührt. Daraus ergab, ssch ein Preisrückgang um 300 bis 800 K. pro Naget (30 Stück), so daß sich Gärtnersalat auf 400'bis 1000 K. pro Nagel stellte. Auw für Kohl und Kohlrabi muhten die Preise um durchschnittlich 500 & pro , Nagel heruntergejetzt werden. Kohl kostete 1802 bis 3500 K., Kohlrabi 3000 bis 6500 K, pro Nägel. Neu», fiedler. Salat und Spinat, die schwächer vertreten waren, haben int Preise etv.'as'angezogem Auf dem Naichmarkt gab es dos erste Mal in dieser Saison ilaiienssche Paradeiser, die im Großhandel zu 2000 K, pro Kilogramm verkauft wurden., Eier-waren aus. , dem Burgenlaa.d und Steiermark in bescheidenen Mekäen 1 aus ' detw NasÄmarkt angekommen. .Der Stückpre.!.:- HMfi-MMf 178 ,'ds^l8v^K:'". - - -- Bühne M-d Kunst. 7 Naimunütheater. Zum ersten Male:' „Evchen Hum brecht", Schauspiel in fünf Akten von Hi L. Wagner. Eine Ausgrabung, die'nicht wegen-des recht unerheblichen literarischen Wertes: sondernwegen gewisser Aeüßerlichkeiten interessant ist. Der Dichter, ein Studienkollege Goethes, läßt den ersten Akt in einem Bordell spielen, beginnt mit. einer Berführuugsszene, weise in der Ukraina verteilt werdensollen. (I. C. B.) * Die Einwanöerung ans dem Osten stach Amerika. Aus W ä r f ch a u schreibt' man uns: Nach hier emäelan'gten zuverlässigen InformÄion.'n sind in der- Immigralionsbill Amerikas die a.us den östlichen <F e b i e t e n P nl e n s stammenden Immigranten nach. Amerika nicht, in der. polnischen, sondern in der r u s s i s ck e n Quote inbegrissen. Nach wie vor umfaßt die polnssche Quote erst die Emigranten von der "CurM- Linte westwärts. -Alle Emigranten aus W o t h y n i e n. W i.l n 0, M i t t eil i t a u e y und W e i ß r u h l a n d werden, auch fernerhin der russischen Quote zugerechnet. De^eiye, Boxträge untz VersammlÄnge«> . Zion isst iss ch C D e ,z i r k s s e k t i 0 n . X/Xl. Die heutige Vorstandssihung eittsällt. .. Iü d t sch e Ti schg ess e l 11 ch ä s t 2 a n d st r ä tz e. Leute des Feiertages wegen keine Zusammenkunft. Z 10 n t st t s ch e B e z ir k §- f e Ul i y'N L a n d.ft rast e. Alle Mitglieder >und. Gchnnungsgenpffm? des III. Bezirkes werden darauf aufmerksam gemacht,, däst'ab heute täglich vok 6 bis 7 Ahr im Lokale der Sektion, M., Untere Viaduktgasse 13, Schekel abgehott und verrechne; werden können. , die eher als Vergewaltigung zu bezeichnen ist, die Mutter, des Mädchens wird vom Verführer geschlechtlich , erregt und also kirre gemacht (später auch noch mit einem Schlaftrunk betäubt) jenes erst jüngst wieder Lühnenfähig gewordene Wort, welches jahrzehntelang durch „Dirne" ersetzt wntde, hat fast jeder'Mitspieler emigemale auszusprechen — kurz, es geht in diesen Belangen hypermodern zu. Ein Backfisch wurde, als ditz schwülste Szene des ersten Aktes vor -sich ging, von Mäma, ostentativ aus dem Parkett an die frische Luft geführt. Schade, Weiterhin wird nämlich das Schauspiel eine'überaus moralische Angelegenheit. Das vergewaltigte Evchen bezwingt durch sein adeliges Wesen -den Verführer. Leutnant " von Gröningseck, lein. Clavigo, geht in sich, und hält das Versprechen, die Geliebte zn ehelichen. Ein Regimentskamerad.spinnt zwgr teuf-- lische Ränke, aber Liebe. siegt über. Kabale. . Zunächst muß Evchen allerdings Gretchens Leid erfahren, in der Kellerwohnung einer Lohnwäscherei eittbinden und auch die Affäre im verrufenen Hause in Gegenwart der Mama wird ruchbar. Schließlich geht alles gut aus. In der Aufführung des Naimundtheaters gibt es noch einen Epilog, der mutmaßlich nicht von H. L. Wagner ist. Ein Akteur tritt vor und belehrt launig Mütter, Frauen und (mit. einem, bekümmert, durchs Haus schweifenden Blick)-Jungfrauen stets aus der Hut zu sein, damit'ihnen Evchens Humorechts -Seelenpein erspart bleibe. Gerte Witz mann spielt die. Titelrolle,. und man entdeckt an diesem .Abend' eine Künstlerin von ungewöhnlicher jragischer Kraft. Der Mangel an blendenden äußeren Mittelil wird, diesem Mädchen zum Segen. Jede Geste, , jeder Tonfall ist verinnerlicht, schamhafte Hingabe, Herzensnot, Berzjvoislung und Erlösung werden mit lautersten Mitteln ergreifend dargestellt. Neben ihr Emmy Förster, als gutmütig-kupplerische Mutter außerordentlich, Hermann Wailssst als Verführer und robuster Weihermensch wenig glaubwürdig, als ehrenhafter Liebhaber und sühnender Sünder von guter Haltung. Poll Verdienst alle anderen Mitwirkellden des von Willy Schmieder trefflich geleiteten7literarhistorischen Abends. O. A. ' ID cmCowercoat^, ¥ 011 r»B ia ä - /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.