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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-01 · Heft 1198 (1.6.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1198 (1.6.1922)
Date
1922-06-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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fr, w ggieit^ 'DWUMtViM»!» :1. 3tttti„1922-.;;- Seite, A. Der PoUzeischutz für de« „Neigen"^ JmEinlaüf zur gestrigen Sitzung des Nationalrates Leid W ' ' " " " " ' sich eine Erklärung . des gewesenen Dr.: S. ch. o b d r Mer die aus Anlaß der „Reigen"-Änffnhrungen getroffenen Maßnahmen. Es heißt darin: Das ^Birndesministerium des Innern hat bereits vor mehr als.Jahresfrist, seiner Ansicht über die' Unzweckmäßigkeit her öffentlichen, Auf- , führüu^.des- DühnenwerktzS. „Reigen" ÄüKdruiL gegeben. Gegenwärtig ist infolge der Erledigung des Rekurses des Theaterdirektors gegen die von der Polizeidirektion verfügte Einstellung der weiteren. Vorführungen, des „Reigchr" durch den Kerrn ln 8Ni,»n ... Ofwffü'immrt hl»s»s HerxnMlndeshausttmann in Wien die..Aufführung, dieses „Bühnenwerkes" gesetzlich zulässig.! Der Direktor der Kamnterspiele. hat bei Beginn der Aufführungen dieses Bühnenwerkes am 16. Marz l. -I. zur Ver- , Hinderung von gewaltsamen Störunge^ polizeilichen .Schutz erbeten: Diesem Begehren entsprechend wurden 60 Sicherheitswächbeamtesin Bereitschaft gestellt,, deren Zahl nach zehn Tagen auf 50 Mann herabgesetzt und in der Folge schrittweise immer mehr eingeschränkt wurde,' so daß der Stand dieser Bereitschaftsmannschast am 4. Mai d. I. nur niehr 15 Mann betrug. Die Gebühren, .^welche aus Anlaß dieser Dienstleistung bezahlt werden,'sind mit 1600 K. pro Mann und Abend bemessen und werden zur Gänze von der The ater direktion getragen. Ändere Bereitschaftskontingente würden aus Anlaß der -Ncigen"-Aüfführungen nicht in den Dienst gestellt. ' Durch diese Maßnahmen wurde somit weder der Bundesschatz in irgendeiner Weise belastet noch-auch wurden SicherheitSwachsrgawe ihrem gewöhnlichen Dienste entzogen oder die sonstigen. Sicherheitsvorkehrungen irgendwie beeinträchtigt^ Aus den Theatern. Im B ur.gth e a t e r gelangt morgen „D er ein g ee t e Kranke" und „Die Heirat wider Willen" zur Aufführung. Im Oper.ntheater geht morgen „Di^e Fledermaus" in Szene. k. In der Bolksoper geht heute „Toscä", mit Fräulein Räntzau in der Titelrolle, in Szene. In dieser Aufführung gastieren Herr Sigismondo 'Saleschi als Scarpia und Herr Anton Ludwig vom Nationaltheater in München als Cavaradossi. Dirigent: Herr de Stermich. Beginn halb 8 Uhr. Im D e u vsch.e n V o l k s t h e a t e r beginnt die heutige Aufführung von Shakespeares „Hamlet", mit Alexander Msissi in der Titelrolle, pünktlich um halb 7 Uhr. -7- Sonntag, gleichfalls nur halb 7 Uhr,' 'gelangen Schülers „R cru b e r" mit Herrn wtoissi als Franz zur Aufführung. Den Karl spielt Herr Klitsch, den alten Moor Herr Nowotny, den Spiegelberg Moissi als Schauspieler Henri und als.Wanderbursche, zur Aufführung.' Den Herzog im „Grünen Kakadu" spielt Herr v. Klinkowström a. G. ' In dien K am m e r s p i e l e n des Deutschen . Volksiheaters tritt Wau. graute. C ä rbsen nach ihrem Schweizer Gastfpieluvlaub heute' in Schnitzlers- „R e i.g e N^hneder' auf. Sie spielt die von ihr kreierte Rolle der jungen Frau. Im Wiener Stadttheater wird morgen Donnerstag ein Strindberg-Abend veranstaltet. Zur Aufführung gelangt, mit Josef Jarno in den Hauptrollen, „GespensteMfonate" und „Mit dem Feuer sPielen".Es ist dies die letzte Aufführung in dieser Spielzeit.. .' . . ' >. . In der R 0 l a nd - B ü hn e gelangt morgen abends um dreivrertel 8, Uhr «S ch.u h h'a u s Z e n ith" .eine Burleske aus der Lederbranche in drei Men von Emil Brüll und Oskar Friedman«, mt Ludwig Stärk in der Rolle des Petersiel alS Gast, zur Aufführung. In den übrigen Hauptrollen sind die Damen Hilde Lahuntz, Heli Rombach und Hela Berg, die Herren Hans Kurth, Adolf Lermer, Alfons Bolz- Feigl, Otto Essan, Emil Jänko, Konrad Skhba und . Hans Winterberg beschäftigt, welch letzterer auch die Regie führt. Der Vorverkauf für die Pfingstseiertage hat begonnen. Vortragsabend Ernst Ceitz. Im Zeremoniensaal der Hofburg zeigte Ernst Ceiß, ein junger Schauspieler, seine rez,tatarische Begabung. Er sprach zwei Szenen aus Arnolds Buddha-Legende, Balladen von Wildgans, Goethe, Herder; Heine, ferner Grotesken und Satiren von Meyrink und Lynkeüs. Die letzteren hätten in kleinerer Auswahl bessere Dienste getan, denn das literarisch interessante Programm erlitt durch sie eine ermüdende Verlängerung. Die erhabenen Lehren des Buddha wurden durch die wohlklingende, gut geschulte Stimme des Vortragenden zu ergreifender Wirkung gebrächt. Im Totentanz und in der Edward-Ballade erwies sich die starke dramatische. Begabung des. jungen Sprechers;, .er gehört, zu jenen, die ehrlich miterleben und ihre künstlerische Eigenart mutig bekennen. Die Balladen fanden auch den stärksten Beifall, ebenso die etwas zu sentimentale Geschichte von Edith Schwanenhals' Liebe. Den Prosavorträgen war die schlechte Akustik und kalte Pracht des Saales sticht, förderlich. Em gelungener Abend. Man lernte ein neues/ aufstrebendes Talent kennen. ' ■ -: , GerLchtssaal. Die FrauerrLeiche ohne Kopf. Haselsteiner zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Gestern wurde die Verhandlung gegen Haselsteiner zu Ende geführt.. Staatsanwalt Hofrat Dr. Hubinger führte in seinem Plaidoyer aus: Wir haben in diesem Saäle Angeklagte gesehen, die von Reue über .ihre Tat erfüllt waren, wir haben andere gesehen, die der Anklage ein. starres Nein entgegensetzten. Mer dieser Angeklagte hat nicht einen Kampf mir, seine Unschuld geführt, sondern einen Kampf um die Erüstung einetz Freispruches. Der Verteidiger will behaupten, daß die Tat des Haselsteiner unlogisch ist, im Gegenteil, sie >st klug und schlau gewesen. Denken Sie einmal, was geschehen väre, wenn die Leiche nicht ans Ufer geschwemmt worden väre und wenn Haselstemer nicht geplauscht hätte über seine kZeschäftignng bei der Verkehrsbank? Vielleicht wäre der Nord, nie entdeckt.worden! Haselstemer hätte erzählt, daß er ms Geschäft um. 30.000 K. gekauft hätte, daß die aste Frau u Verwandten gefahren ist, auf'dem Wege vielleicht beraMt md ermordet wurde. Sein Unolück > war es, daß er. die Leichenteila in ein Stauwasser warf, an einer, scchr-,schlecht gp- . Wählten /Stelle., -llsid dqs Glück'/ffür ' die). ' Gerechtigkeit, die, Justiz! Der Dieter sagt, ein Mord spreche mit wunderbaren Stimlüen) Hier hüben wir die' wunderbaren Stimwett-gehört. Mährend der. Verteidiget sich anschichst mit seinem'SAtutzäntrüg zu beginneu^ sieht'! der Angeklagte auf. und '• beginnt un-' sichÄ eine Red«!.'Er'vö^ der Sage, deren Zähne,nicht' Htten döM' Bült! gereinigt werden können, wie "die Gerichtsärzte angegeben haben, jeder Holzknecht müßte das wissest, daß bdS*- '-irtiäift'' sehr nschöpft/Miff sich ' wredöHolt, währestd 'er 'sprichi, an /die Stirst,^sstchl nach Worten', spricht dann von den Haaren der Ermordeten, die ihr. öffenhär beim Kämmen aüsgegängeü' sind und^ äufdie Säge^ geraten seiest. '-.Er' schweigt därnr Plötzlich' und ' schaut gedänkenlös vor'sich hin. ' ' ( 1 ■ _ . ' f ,Pors..: Null,.überlassen Sie doch das Wort Ihrem Verteidigers! .. Der,Verteidiger Dr. Fleischmänn.sucht die Beweisgründe des Staatsanwaltes.. zuentkräften und stellt dieMeweiskrast - der chemischen Untersuchung oer Blutspuren in Frage. Es sei auch keineswegs -nachgewiesen, daß die Spuren von Menschenblut, soweit sie mit Sicherheit -sestgestellt werden. konnten, nicht von dein Naserlbluten des Angeklagten herrührten. Der ^Verteidiger polemisiert sodann gegen das Grrtachten der Psychiater llnd sucht den Beweis zu.erbringen, daß der Angeklagte em,Wahnsinniger, ein'Paxr sei. . ..- Nach den Plaidoyers hielt Hofrat Dr. Bizistc eine eingehende Rechtsbelehrung, worauf slch' die.Geschwornen zur Beratung zurückzogen. . Um 2 Uhr erschienen die Geschwornen wieder/Das Verdikt wurde mit atemloser Spannung vernommen. Die Jury beantwortete beide Schuldfragen einstimmig m.ir J a. Der Angeklagte verhielt sich vollkommen apathisch. Kurze Zeit später erschien der Gerichtshof. Engelbert Haselstemer wurde des Raubmordes schuldig, erklärt und zu .lebenslangem, schweren Kerker, verschärft mit Dunkelhaft an jedem Tage der Tat, verurteilt.- Vorsitzender zum. Angeklagten: Haben Sie das Urteil verstanden? — Angekl. (ruhig): I nehm' die Strafe uet an. — Vors.: Sie können die Nichtigkeit oder die Berufllng anmelden, oder drei Tage Bedenkzeit verlangen. — Angekl.: I nimm drei Tage Bedenkzeit, die Strafe nehm' i net an. Volkswirt. Gestempelte Krone Auszahlung Wien Sn Zürich notierte die österreichische Kronr . . . t>ie. österr. gestempelte Krone-. die tschechische Krone . . . . die Mark . ... . . . . . Agram .. . . . . . . . . Sofia. —W5 Centimes. —.0475 Centimes- -.0475 (-.0475 —.05 -(:-r.05Vä (10.12 Warschau 10,05 1.91 1.88 3.87 -.64 —.13 (1.93 ( 1.90 (3.95 (-.65 (-.13 am 30. Mai) ym 30. Mai) am 30. Mai) am 30. Mai) 30. Mai) 30. Mai) 30. Mai) 30. Mai) am am qm am - Valutenkurse. Bei - Begikn des gestrigen Verkehres schien die fremden Zahlungsmittel zu t i e f e r e n K ü r f e n ein. Nach mehrfachen Schwankungen erfolgte der Schluß in ruhiger Lattung mit teil' weisen Besserungen, so daß die Einbußen geg.müber, dem lehtgenieldeten' Stand nicht allzu groß waren. Nachstehend die offiziellen Schlußkurse: VeröktenHiekunK äer Vevt8en2en1rale vom 31. Mai 1922. Devisen (Schecks und Aus- 7]n-_ Zahlungen) luL Geld Ware Kurs v, 30. Mai Geld Ware Amsterdam f. 1 hqll. Gulden Agram l jug. Kronen . . , Belgrad 1 Dinar -. . . . . Berlin i deutsche Reichsmark Brüssel 1 belgische Francs;. Budapest 1 ungarische Kronen 6 1 Lei Chfistiania l-nörweg. Kronen KopMbagciSvl. dänifeciie Kronor London 1 Pfund Sterling . . Madrid 1 Pesetas. Mailand 1 Lire . . . ... New York 1 Dollar. » , . », Paris 1 Francs . . . . . . , Prag -1 tschecho-slow, Kronen ,Sofia 1 Lewa . . . . . Stockholm 1 schwedlscheKronor Warschau 1 polnische Mark - . Zürich! schweizerische Francs ■>5 6 6?'• 4 '?'• 4375.- 38,47. 153.88 40.70 947.50 13.42 4380.- 38.53 154.12 40.80 948.50 13.48 4512.50 40.27 161.18 42.95 969.50 13.99 4517.50 40.33 161.42 43.05 97.0.50 14.05 1199.- 2421.25 49.775 J 748.75 581,70 4V» .11169.- 5 5?'■ 7 ‘ 37, 1022.- 216.40 82.95 2863.50 2.74 2153.75 2001.- 2423.75 49.825 1751.25 582.30 1118t.- 1023. -- 216.60 83.05 2866.50 2.78 2157.25 2084.- 2483.75 '50.775 1783.75 599.70 11.494 1049:50 219.15 . 84.95 2943.50 2.81' 2208.75 20,56.— 2486.25 50.825 1786.25 600.30 11.506 1050.50 21935 .85.05 2946.50 2.85 2211.25 Noten Amerikan. Noten v. 5 Dollar autw, „ , kleinere , . . Belgische Noten 100 Francs; , Bulgarische Noten zu 1000 Leva . a a » 100 » » , kleinere. . . DLnische Noten 100 KrOner . . Deutsche Noten zu 1000 Mark. . H r* n 100 „ , . , j,. . »... kleinere. , . . Engl; 'Noten von 5 Livrest; aulw. ' kleinere ,. . . . FratizSsisehe Noten 100 Francs .. ttoULndische Noten 100 Gulden . ItaNehische Noten v^lOO Lire autw. n n kleinere . . . fugosl. Noten ungest. zulOOODinar a » » « 100,,„- » n t .. kleinere . , Nomegischc Noten 100 Kroner . Polnische Nöten v. 500 Mark aufvr;. RumSnischöÄöten zu lOffilu.öOOLei n; kleinere . . . Russ, Noten (Roman.) Su 500 Rubel » » » ' ,* 100 H' . , kleineiv . . Schwedische Noten 100 Kröhor . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Nöten 100 Pesetas . .. Tschöcho-slotSr. Not. v.; 1000 äufw, „ n kleinere . . ' Ungar, Noten (neue’Etft.) ’zw lÖOOi Kr, » , zu 10.000 Kr, , * . » kleinere , , , , . 11094.- 11106.- 11.419 11.431 940*50 94l)50 963)50 964:50 - 84.45 84.85 24ÜL25 2403)75 2463)75 24k6)Ä 40:70 40.80 42.95 43,15 f 49^475 40)525 5oId75 50Ü525 50.475 50.525 1'019*.50 1020.50 1047.50 1048.50 4357.50 4362.50 4502.50 4507.50 577.70 578.30 595.70 596.30 153^58 153*62 IM 160)92 152,98 153.22 1979*.- 1981*— L0R.- 2.71 2.75 2.78 2.82 74*94 74)05 77.‘44 77)66 2243!50 2845)^ 2923*50 2926)50 2143.75 2146.25 2203.75 2206.25 1728.75 1731.25 1763.75 1766.25 215.70. 215.90 218.40 - 218.60 i 215.60 215.80 218-15 218.35 13:42 13.48 13.99 14:05 Die Steuereiuhett liie^ie Einkommen- Für 1922 1200 Kronen. Der Hauptaüsschutz zog gestern eine Verordnung deS Bundesministeriums für 'Finanzen betreffend ' die Festfchu'stg ' des Wertes der SteuereinlM zur Berechnung der Emkoimsteststeuer und Aenderung der Steuerabzugstabellen^ab 1. Jünr 1922: in Beratung. Die Verordnung, wurde einstimmig, genehmigr. In der Verordnung wird festgesetzt: - 1. Auf Grund .der Bestimmungen des - § 172, Absatz 1, der Personalsteuernövelle 1922 wird mit Zustimmung des Hauptausschiisses' des Nationalrates der Wert der Steuereinheit. zur Berechnung der Einkomensteuer für die Zeit ab 1. Juni 1922 mit 1200 Kronen festgesetzt. 2. Der Steuerabzug von Dienst-(Lohn-)Bezügen oetrckgt daher vom 1. Juni an bis auf weiteres:. . Bei Taglöhn von 1754 bis 6575 K. 1 Prozent, von 6576 bis 16.3^2 K. 2 Prozent, von f.ö.343 K. und darüber 3 Prozent; bei Wochenbezug Von 12.311 bis 46.156 K. 1 Prozent, von 46.157 bis 107:694 K. 2 Prozent, von 107.695 K, Und darüber 3 Prozent. Doppelwochenbezug von 24.621 bis 92.312 1 Prozent, von 92.313 bis 215.389 2 Prozent, von 216.390 und darüber 3 Prozent. * ■ ■ Die Steuereinheit ist, wie rrinnerlich, im Winter horigeit Jahres, eiugeführt worden, und hatte den Zweck, die Steuer-, eingänge in Einklang mit dem Kurs der Krone zu bringen und den Fiskus davor zu bewahren, schlechtere Kroney zu erhalten, als ihm nach dem Fälligkeitstermine der Steuern zukam. In dem Gesetze warausgesprochen worden, daß die Bestimmung der .Ste)lereinheit dprch den Finanzminister im Einvernehmen mit dem Hauptansschussd jeweils zu erfolgen habe^ Der seither eingetretene weitere Verfall der Krone machte eine neuerliche Festsetzung der Steuereinheit' notwendig. GerleralversamMLüng der Niederösterreich ischerr GskÄmpLegesellschaft. In ä>er gestern abgehaltenen ordentlichen Gesteralver» sammlung wurde der Geschäftsbericht pro 1921 vorgelegt und genehmigt. Der Bericht verweist auf oie verheerenden Folgeerscheinungen der fortschreitenden Ge l d ent wertu n g,- unter welcher sämtliche Proouktwnssaktoren außerordentlich zu leiden hatten.. Es bedurftet daher gaüz besonders bedeutender Geldmittel, um den.Bedürfnissen der Konzernindustrien der Escompte-Gesellschaft, wie auch der wirtschaftlichen Aufbautätigkeit, wöbe: die Ausgestaltung der Wasserkräfte eine besondere Rolle spielt, dienen zu können. Dieser Umstand hat dazu genötigt, das Aktienkapital im Laufe des Jahres zweimal zu vermehren, so daß die Gesellschaft am Ende des Berichtsjahres über ein Aktienkapital von Nominale 40V Millionen' Kronen, und ausgewiesene Reserven im Gesamtbetrags von rund 2,7^ Milliarden verfügt. Gelegentlich dieser Kavitalstränsaktionen sind Wößere Posten Aktien von, der Banque de Bruxelles in Brüssel und dem Comptoir d'Escompte de Geneve in "Genf übernommen ' worden/ die auch eine Vertretung im Verwaltungsrate erhielten. . - - , Nach. Genehmigungdes Berichtes . wurden die Anträge des Verwaltungsrates auf Verteilung einer ZOprozen« Ligen Dividende, d. s. K. 120.— pro Aktie,.ferner auf Dotierung des ordentlichen Reservefonds mit K. 12,835.468.50 sowie des außerordentlichen.Reservefonds mit K. 160,000.000 einstimmig angenommen. Die Kooptierung der'Herren Maurice' DesPret, William Thys, Leopold Ranscelot, Oskar G u ast a.l l a, Ernest Ch avannez, Rene, H ent s ch, Jacques K e l l e r. sowie der Herren Heinrich,' B ä ck st r.ö in und Wilhelm Schrantz in den Verwaltungsrat der .Gesellschaft wurde durch die Generalversammlung bestätigt'.. Der aus dem Berwaltungsrate turnusgemäß ausscheidende Präsident des Verwaltungsrates, Herr Max Feilchenfelo. wurde einstimmig wiedergewählt. Angebliche Zahlungsschwierigkeiten einer Wiener Chemischen Bank. Die gestrigen Abendblätter brachten die Nachricht, wonach das Aeroform-Werk Carl S. Trebitsch mit einem größeren Betrage in Zahlungsschwierigkeiten geraten, ist. Diese Meldung entspricht nicht den Tatsachen. Tatsächlich hat die Leitung der Preßburger Niederlassung dieser- Firma Verpflichtungen in tschechischen Kronen -in. der Höhe von zirka 1.75 Milliarden österreichischer Kronen ohne Genehmigung eingegangen, wodurch diese in vorübergehende Schwierigkeiten' geraten' ist. Diesen Verpflichtungen stehen Aktien im Werte -von 6.75 Milliarden gegenüber. Die Ordnung der Preßburger Angelegenheit ist im Zuge. Das hiesige Stammhaus als.auch alle mit demselben affilierten Unternehmungen und Betriebe sind hierdurch in keiner wie immer gearteten Weise "in Mit- ' leidenschast gezogen. Errichtung einer Banmesse in Wien. Anläßlich der Wiener Herbstmesse, die bekanntlich in der Woche vom 10. bis 18. Septenrber 1922 stattfindet; wird die Gruppe „Bauwesen", die bisher der technischen Messe ungegliedert war, zu einer in größerem Maßstabe angelegten Vaumeffe ausgestaltet. Sie wird alle Artikel umfassen, die der Fundierung, dem. Aufbau und Ausbau dienen. Sie soll Bauweisen aller Art und in jedem Material, insbesondere S p a r b a uweisen, zeigen, weiters Baustoffe aller Art, ferner alles; was zur. Bauausstattung gehört, also Bautischlerei, Bauschlosserei, Spenglerei, Glaserarbeiten, Installationusw. und schließlich Baumaschinen und b.antechnische Hilfsmittel, wie Bauaufzüge, Betonmischmaschinen, Maschinen zur Erzeugung von Kunststeinen, Gerüstungen, Baüschalungen, Werkzeuge u. dgl. mehr. Baufirmen,'die sich als Aussteller an dieser BäUinesse zu beteiligen beabsichtigen, wollen ihre Anmeldung spätestens am 30; Juni 1922 bei der Wiener Messe-A.-G., Wien, 7. Bez., Museumstraße 1, vornehmen. Jene Firmen; die an dem Wettbewerb terlnehmen wollen, erhalten alle Äüskünfte über die iBestimmungen des Wetbewerbes.und über die Begünstigungen^ »die. den Teilnehmern an diesem Wettbewerb seitens der Wiener Messe-A.Ä. gewährt werden, ab 6. Juni , bei dtzr. Bauleitung Rotunde der Wiener Mejse, TelMon S9M), i , ■'4. ■ :S / :';i ■ ■JiiüdBsäkataniL. 1 ai'Jl.. ■■ ■ - ■

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