Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1198 (1.6.1922)
- Date
- 1922-06-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Bette 2 Weü. LonnkMa^ krasikön 'Mi den christlichen gleichgestellt werden, sehen sich'die jüdischen Abgeordneten bereits durch die in Ga- ^iinHeMchten Erfährüngen, wo die. Polnische Behörde )en jüdischen Traffkänten systematisch die Konzessionen lvegnilmnt, gezwungen, zum Schutze der jüdischen Ingressen g e gen den Entwurf zu sttmmen. So wird die Verwaltungspraxis in Galizien noch^ vyr dem Kriege -r Wir erinnern an die massenhafte Entziehung üon jüdischen Schankkonzessionen, wie auch die letzthin geübten Schikanen, gegen die jüdischen Trafttänkest das groteske Bild einer Abstimmung verursachen und die Vertreter der. jüdischen -Interessen werden zusannnen mit den Antisemiten abstimmen., / MAMerarW Warschau beherbergt jetzt ist seiner- Mitte die zwei bedeutendsten Schriftsteller der küdiMn Modärne; Schal o m. .Aff.ch.nnd J.o sie f O P a t o s ch u. Josef Opatoschu gehört gegenwärtig zu )cn besten Romanschriftstellern der modernen jüdischen and hebräischen Literatur. Pör.17 Jahren ist er als, Student der Technik nach ÄwerW äu^Avandert 'NNd hat dort seine erste Erzählung „Der Pferdedieb" veröffentlicht, die von. der Kritik lebhaft beMßt wurde. An -'.seinen bedeutendsten literarischen Schöpfungen Le^ HM sM vor ttlrMM in hebräischer und jüdischer Sprache tzeröffeNtlichter Röntan „In Polens Wäldern", )er erste Band einer von ihm in Angriff, genommenen Trilogie, die das Leben der polnischen Jüdenheit schildert. Der zweite Teil dieser Trilogie erscheint gegenvärtig 'in Mt hebräischen Sammelschrift H a t e k ufah llNd führt den. Stamen „Das Jahr 1863". Beide Teile behandeln das jüdisch-polnische Leben vor und in der Zeit des letzten polnischen Aufstandes. Opatoschu MM Menwärttg in Polen Materialien für den dritten Band seiner Trilogie zu sammeln und alle Ortschaften, wo sich die Hauptphasen des letzten polnischen AufstaNdes abgespielt haben, zu besuchen.; Oesterreich. Ote Berhan-r«Agen mit Ungarn. Sie' Politische Korrespondenz schreibt: Die ungarische ReZierüng-hat «ffuchtdje Fortsetzung der VerhaNdlüngen Wer das Warenäu stau schabkommen nnt Rücksicht auf die Jnansprüchnähme dev' nngattschen Regierung durch die Wahlen auf den Anfang der nächsten Woche anzüberanrnen. Die Verhandlungen werden daher am 7. Juni wieder ausgenommen werden. Ws DoruM-StatirL. . »Dem Nationalrät ist gestern eine Regierungsvorlage «cher die Jnternationalisierung der Donau zugegangen. Die Vorlage gibt den Te^t eines Mschett Belgien,' Frank-' reiche /England, Griechenland, Italien; Rumänien,- Jügo^ skawien und der Tchecho-Slowakei am 23.' Juli 1921 abgeschlossenen AeLereinkommens wieder, bei dessen Feststellung Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien durch Bevollmächtigte ihre Wünsche vortragen durften. Während Belgien, Frankreich, England,- Griechenland und Italien, die keine Donaustaäten sind, in'dem Vertrag aktiv austreten. sind die Donauländer, insoweit sie besiegt wurden, nur angehört worden. Und das im "Juli 1921, also n ach Unterfertigung der Friedensverträge! Internationalisiert wetden nach dem Vertrag das Fluß netz der Donau von Ulm bis zum Schwarzen Meer, also die March und Thcchaösterreichisch-tschechischen' Grenzstrecke, die Drau vön Batcfan, die Theiß von der Mündung der Szamos, sie Maros vömÄrad an und'die Seitenkanäle. Die Freiheit der Schiffahrt wird durch zwei Kommissionen gesichert. Oesterreich War bei den Verhandlungen ourch den Sektions chef im Verkehrsministerinm Dr. Viktor O ndraezek vertreten. Der SahburZer Larrdtag für de» Anschluß an Deutschland. Salzburg, 31. Mai. Der Landtag ist heute wieder zusamrnengetreten.' Abg. C H r i st o p H (großdeutsch) erstattete den' Schlußbericht des anläßlich der im Vorjahre durchgekühxten. Volksabstimmung über; den Anschluß an -Deutschland eingesetzten Abstimmungsausschusses. Der Abstnttnmngsausschuß beantragt, der Landtag möge den Bericht zur Kenntnis nehmen und aussprechen, daß er sich nach wst. vor zu dem vom Salzburger Volk am 29. Mar 1921 geforderten Anschluß an Deutschland bekenne und die Verwirklichung desselben mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln, anstrebe. Landeshauptmann-Stellvertreter Preußler (Sozittldenwkrat) führt aus. daß es zum Einschluß kommen werde. Er werde von dm Sozialdemokraten dadurch vorbereitet, daß sie die internationale Annäherung der Arbeiter der ganzen Welt immer mehr fördern. Abg. Prochinger- (Nationalsozialist) verweist daraus, daß der Anschluß an Deutschland stets den obersten Grundsatz der Nationalsozialistischen Partei bilde. Abg.' P r e i s (christlichsoziäl) betont, Her Anschlußgedanke dürfe nicht leeres Strohseuer. bleiben,; sondern wüste in allen Volksklassen ausgebaüt und vertieft werden. Sämtliche Anträge wurden einstimmig angenommen. Overüsterreichischer Landtag. Lmz, 31. Mai. Im Landtag wurde' heute eine Novellierung des Gesetzes betreffend die Eiuhebung einer G em ijud e a b gäb e von .bestimmten Erwerbsunterneh- WM;.Lji_L 1. ^7,; ' ‘ . 5-. / mnngen (KonzessionSaWRHWttchckneN.- Mur Gemeinde- - rat wurde die 0)enLh!Mchrg ^Darlehen von! 150 Millionen Kronen sowie einen Betriebsktedit in der Höhe^on 130 Millionen Kronen für städtische Unternehmungen aufznnchmen. - AuStritt der KsmmünOM »D'PM- )'f . ArMtetzräk | Die Spiinguiltz der BeMer sozialiftiMn konrmifsionMW) di^KomMnHtzst HWtN mM UKesteW reich ihre Wirkung gezeitigt. Die KommüstiMn sind aus ° denk Arbeitertai ä ns g e t r e t e n und Wen beschlösset'.,^ den Wahlen zum Arbeiterrat fernznbleiben. Sst. beWnöcn 'dies mit denr von Mteti' der SozialdtzmÄrateü - geübten-Terrorismus. ■' . .•• * TWU*! Tschecho - Slowakei. Pertrqg Mt Mttzland. ' " 'PkEÄ. Mai. Me BrünNer „Lidove Noviny" erfahren S.W>ttchecho?flowakis<tz-r»Mchey'. Vertrag folgende Einzelheiten: Der Vertrag hat den'Titel--,Vorläufiges Äbkömmen" und enthält, einleitend die Klausel')'über die: Neutralität 'zwischen den beiden. Staaten und über die Einstellung der Prppaggnda^ Unberührt bleiben ausdrücklich die Frage der de jure-Auerkennung Rußlands, Fragen '1>er -Rechts- und Eigetttuinsverhaltnisse der tschecho-slowakischen Staatsangehörigen und an« dere Fragendie der Konferenz vom Haag-Vorbehalten sind. Es werden g e g e n seit! ge Bert re t u n g e n in Prag,Moslau und eventuell in Charkow errichtet. Das; Prinzip der Meistbegünsiigung wird,tn zahlreichen Fällen, angewendell Weiters enthält 'der. Vertrag - Bestimmungen, die die lmrtschastlichen: Beziehungen, zu, Rußland ermöglichen^ > Ein gleichlautender Vertrag wurde mit der Ukraine paraphiert. ' ireinen Rassen gehe^W 'haß. die Uttgärn chd'!stMnsten-Pei- ,spi--le für die Nässswüischuug seinen VortragDmitz, Hß, KtMMsL gleich AM fcbb Mensch von NM iaW'MeM. Dies habe er von Heine ,übkMMmeu.- MMHivO-tzK VöMK'MWwchn. MKrü.^Wr DlMen gesenktesi; Hauptes und ^desMmi'HngeMen,rM.!s^zwLiernhaLb.--'Jichvett in Un- WaHtzeiMjudWMdM RWnng Mvfchi, üttd' die. hoch- Zum Schluffe ergreift, auch, der Angeklatzte däs -Wort zu einer längeren Verteidigungsrede, -.M 'dMi'BUärtfe c-r sei, jette": Zustand ein Ende zu berettest^MW UttterschHdö; Livischen Staatsbürgern und Staatsbürgern Mfftkuich^d'U höchstens dazugut fei>/W einMie Menfchewm^ nannten Theorie der r e i n e n 1 u r a i fch e n B q^s s e zu -,iv-, -TV-ro.';—« «Hin ganze Berge religiöser Schriften den: Scheiterhaufen über WiiIvKaM IKuiirt ^Äri^liiWa 1* ■. »ngsirn. Ein Prozeß wegen der Indenfragt. Zoltan Szäsz frejgeprqchen. Aus B u dcrp e st wird ups berichtet: Dieystag hatte sich^W: Publizist Zoltan S z ä-s-z wegen Auf r itiz ü n g geigen die chrrstl Ich e Ko ns efsion vor dem hiesigen Gerichtshöfe zu verantworten. Die AnKs-ge grsiudote sich' auf mehrere Redewendungen die Szasz in seinen im Rv- VeMber 1920 im Festfaale 'der Musikakadeuüe in Budapest gehaltene:: Veitrag Mer..,A n g a r n u n d d i e Jude n" geklägten zur Lost, daß'er'.in diesem freien Vor ffäg über Las Chrisientmn und über das ''Kreüz verle'^nde- Ausdrücke gebraucht.habe., Zoltan Szasz verantwortete sich -dahist>Haß^^SorträMch., in. erster RMeMegest Me- -.Per« .föMng dtt' Jüdert^^ geMRhhkHalle/fdäß^'^ev^^ luttg mich Öffi^icre, MMffche GMffche, sogar bekärittte Mitglieder des Verbandes der >,Erwachenden Ungärn" anwesend gewesen seien, die, es sicherlich nicht, ruhig hingenommen hätten, wenn er sich über das Christentum oder über das - Ungartum in verletzender Weise geäußert hätte. .Er -habe' bloß sestgestellt, daß die Verfolgung der I u d e N und - ihre Unterdrückung ungerecht? sei,: und. habe sich hierbei auf die hfftorische Tatsache berufen, daß unter bcu Stämmen, die bei öer Landnahme nach Ungarn kamen, auch ein € h a s ä r e n ft a min war, dessen, Mitgliedes Juden gewesen sind. Er habe auch auf eine von dem . großen Orientalisten Armin V.a m b e r y vertretene Auffassung! hingewiesen,' daß Arpad - keine in der Tat existierende Person geroesen sei, weil das Wort Argad ln d. r ältungarischcn Slruche knn Personenname, sondern vrr Ausdruck für dey allgemeinen Begriff des Fürsten, war. Im Lause des Bew'i^^crsährcns verwickelt sich, dw PoUz»'ibeainie. der toahrend jenes Vortrages die pollz?iliche Inspektion hatte und c.uf dessen Bericht die Äullag» ansgebaut mar, in wiederholte Widersprüche. . Die jüdischen Zeugen geben an, da!; Szasz in seinem Vortrag sich wüderboit' gegen das konsirvativc Judentum richtete <nd auch g e g'ö n. d c n Z i o n i's in Üs polemisierte. StaatSgnwalt Acszmer sühn in seinem Pläidoher aus, daß Zoltan Szasz in einer Zeit seinen"Vortrag hielt, da die Erregung gegen die Inden eine allgemeine war und die Absicht hes Szasz sei-gewesen, den Häß der Juden gegen das Christentum zu schüren. ' - ' Der Verttidiger-Dr." Rüstern Va.mb erh führt-u. a. ans: El, sei ganz sonderbar, daß der Staatsanwalt auch heute noch bi: im. Herbst 1920 in die Tat umgesetzte Denkungsart als eine llieaktion gegen die Proletarierdiitätur hinstetten will. Er WM es öffeübar nicht einsehen, daß jene Vorgänge aus ganz anderen Ursachen entstanden'sind. Der Staatsanwält stelle das.'Vergehen Zoltan Szasz so hin, als hätte er Erwachende Inden gegen die christlichen Ungarn^ aushetzen »vollen. Diese Auffassung sei eines juristischen Schädel?- unwürdig!; denn es sei kein' nnziger Fall betännt, daß Erwachende Juden christliche Ungarn aus den Dörfern verjagt und. verfolgt hätten, däß Erwachende Juden die - christlichen Ungarn ihrer Apotheker-, Trasik- und' Kinokonzessionen oder ihres Gewerberechtes beraubt hatten. Auch sei nicht bekannt,'daß man das KlubloM der christlichen Vereinigung in. die Luft gesprengt hatte, oder daß ähnliche Dinge vorgefällen wären. Zoltan. Szasz hatte recht, als er in seinem 'PoPuUr-wistenschastlichrn Vortrag auSsützrte, daß ch im gegenwäjttlgsn Ungarn' keine.reinen Häffen gebe. Viele große SchrMeller Wen es schon , vor Zoltan Szasz gesagt, -daß es Heute in ganz Europa keine vorgebracht, und wenn sich durch jeiN'ckNd verletzt nnt gehobener Stimme gegen emzelne 'AirssiMUNgeji des Staatsanwaltes Stellung nimmt; und es als ein unerhörtes Unterfangen bezeichnet, daß die Staatsgewalt eine ganze Reihe von Verbrechen nngefühnt gelassen hat', wird er'vvm Vorsitzenden üttterbröchen,/.Mch^.^äügerer.'Beratung verkündete der Vorsitzende den Fr e i s P r n ch. des Angeklagten. / ' . Die ÄZützlen. Budapest, 31. 'Mai. (Uug. Tel.-Korr.-Bnr.) Durch eine Regierungsverordnung ist der Termin für die Stich- . wählen zur Nattonalversammlung aus den 5., beziehungsweise auf den.11. Juni anberamnt worden. - Budapest, 31^ Mai. (Ung. Tel.-Korv.-Bur.) Im ersten Wahlbezirk von Szegedin wurde Graf Paul Teltti (parteilos) gegen Stephan Barczh (Nationaldemokrat) gewählt. * In OedeNb u r g kommt es zu einer Stichwahl zwischen dem sozialdemokratischen Kandidaten Prof. Dr.. Hebelt und dem Grasen Andrassh. Gras Klebelsberg blieb in der Minderheit. Im zweiten Bezirk der Stadt Szeged würde der Sozialdeniokrat P e i d el gegen den Angehörigen der RcgiMntzspärtei Pälffy gewählt. - - Bei den morgen stattfindenden Wahlen wird m 101 Wählhezirlen, darunter itt sämtlichen Budapester Bk-' zirM^ Wählt. In Hüdapesh - sind ungefähr 350W9 / Wähler sü'nffMrechtigt. -' - / ' ' - ' Die Aeher»ahM OberschkesLe»s. Warschau, 31. Mai. (Tel. der „Wiener Morgen« . zeitung".) Infolge ßer Schwierigkeiten, die sich aus den Verhandlungen Über den Zeitpunkt der ilebernahnre Oberschlesiens durch Polen unverhofft ergeben haben, werden die polnischen Truppen erst in der zweiten/Hälfte Juni in Oberschlesien einmarschieren.; Die östgaliztsche Frage Warschau, 31.: Mai. (Tel.. der „Wiener Morgen» zeitung".) Wie in den Couloirs'verlautet, dürfte der Dringlichkeitsantrag der Sozialdenwkraien in Ange- . legenheit einer territorialen Au Io n o m i e für Ostgalizi^en abgelehnt und der Antrag selbst. der V e r f a s s u n g s k o m m i s s i o n überwiesen werden. Gegen die Dringlichkeit dieses Antrages wird im Aufträge der Nationaldemokraten Abg.' Glombinski sprechen. . . / Neue Steuern.. / Berpachtuug der Staatsvahuen. Warschau,. 31. -Mar. (Tel.-Konrp.) NnalrZmilüsteÄ Dr M i ch a l s k i erklärte in der letzten-Sitzung des -Finanzbeirates, er beabsichtige nach Erledigung der Fräge des Täbakmonopols dem Landtag ein Projekt betreffend - die V er p ach tu n g d e r S t äa t s b a h n e n vorzulegen. Auch das Einbringen n e u e r. S t e N e r p r vj e k t e sei mit Rücksicht auf die wachsenden Staatsausgaben nnabweislich geworden. ' RMdschau. Eine jüdische AhorÄmrng nach Sowjet» rntzland. '' Berlin, 30. Mai.'(I. C. B.) Das hiesige Zetstralbureau des jüdischen EmigratioMonntees hat soeben die telegraphische Mitteilung aus Moskau erhalten, daß di: Sowjetregierung zwei Vertretern des Komitees, Adolf Held aus New-Nork ünd I. Esfrolkin' aus Paris, die Einreiseerlaubnis nach Rußland .epteilt hat, damit sic dort mit den maßgebenden Stellen Verhandlungen nbei die A u s w a n d er ün-g v o u -I ü den tyu 3 S o W j e't°. . r u ß l a u b pflegen und die vorläufigen ersten, Vorbereitungen für eine Emigration treffen können,; enxl. 8t6tte,'tter^en^ üaÄ vsiuenwä8cne,Leinert‘-t!ndStrlckw'äi'en, alles'erstk es^ig tmd^bilHgst hei Ü.,Tal»prsiräl5ß 4f En gros En dein 2