Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1195 (29.5.1922)
- Date
- 1922-05-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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KW Seite 2 Muß gefaßt, die H a m m e r b r o t w e r k e in Aktiengesellschaft umzuwandeln. Die Hammerbrotwerke haben im Jahre 1910 ein Darlehen von anderthalb Millionen holländischen Gulden aufgenommen. Die Rückzahlung dieser Schuld hat die Gesellschaft setzt in eine schwierige Situation gebracht. Wie aus..dem Bericht des Nationalrates Eldersch hervorgeht, hat der (Sfef eines Wiener Großhandlungshauses, Kommerzialrat Basel, den zur Ablöse der Schuld erforderlichen Betrag von 650.000 holländischen Gulden zur Verfügung gestellt und dadurch die Sanierung ermöglicht. Die Hammerbrotwerke werden nunmehr in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Aktien durch fünf Jahre vollständig gesperrt sind. Die Gesellschaft hat an diesen Aktien 62 Prozent, Kommerzialrat Bosel 38 Prozent Anteil. Wie die Korrespondenz' Herzog hiezu von unterrichteter Seite erfährt, dürfte sich das Kapital der neuen Hammerbrot-Aktiengesellschaft zwischen 300 und 500 Millionen Kronen bewegen. Die Gemeinde Wien wird nach dem Sozialisiernngsgesetz einen Sprozeutigcn Anteil an der Gesellschaft -für sich in Anspruch nehmen, so daß der Aktienbesitz sich auf die sozialdemokratischen Organisationen, die Gemeinde- -Wien und Herrn Kommerzialrat Bosel verteilen wird. - Das . Statut wird demnächst dem kompetenten Ministerium vorgelegt - und auch die Verhandlungen mit der -Gemeinde. Wieu über deren Beteiligung werden baldigstzum -Abschluß gebracht werden. .... DLua Weygensberg. Wie die »Wiener Sonn- und Montags- Zeitung" erfährt, hat die vom. Ministerium für soziale Verwaltung einaeleitete Prüfung über den Fall der Dina Weygensberg, festgeftellt, daß das Vorgehen des Hofrates Professors Dr. Ewald absolut einwandfrei war und die in der Oesfentlichkeit erhobenen Anwürfe gegen deu Gelehrten jeder tatsächlichen Grundlage entbehren. Es wäre von Wert, zu erfahren, wer diese Prüfung durchgesührt hat, die den Hofrat Ewald rehabilitieren soll. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe berufen vor allem darauf, daß er das arme Kind um 9 Uhr abends auf die Straße hat werfen lassen. Diese Vorwürfe können durch keine Prüfung entkräftet werden, auch nicht wenn sie von dem Ministerium durchgeführt wird, in dem das Gesetz ausgearbeitet wurde, das staatsfremde Kinder von der amerikanischen Ausspeisung ausschließen wollte. Magyarischer Andrmk. Wir berichteten über die in wissenschaftliches Gewand gehüllte antisemitische Hetzrede des Mitgliedes der Budapests Akademie der Wissenschaften Ludwig Mehelh. Nun veröffentlicht ein anderes Mitglied der Akademie, Prof. Dr. Aladar Richter, zu diesem Vortrag, der in Gelehrtenkreisen allgemeine Mißbilligung gefunden hatte, die folgende interessante Erklärung: „Klastische Beispiele der Durchschlagsfähigkeit jüdischen Blutes sitzen in den Universitäten und in den Akademien nicht nur in Ungarn, sondern an den führenden Hochschulen der ersten Nationen der wissenschaftlichen Bestrebungen. Wollen wir nun demgegenüber den Jndifserentismus der Arsttokratie, der aus viel früherer Zeit als die Räteherrschaft in Ungarn stammt und bis zum heutigen Tage in unveränderter Hartnäckigkeit anhält, einer Prüfung unterziehen. Dieser Jndifferentismus gibt sich in der Vernachlässigung der ungarischen Nationälkultur kund, in allererster Reihe an der Akademie der Wissenschaften, zu einer Zeit, als von einer „Kreuzung" des Juden mit dem Magyaren noch lange keine Rede war. Von unseren Grafen haben mit Ausnahme Stephan Szechenyis und seines Sohnes Bela und noch - einiger weniger die Akademie niemals ernst genommen, hingegen beschäftigte sich mit ihr, und beschäftigt sich auch heute noch sehr ernst mit ihr dasunga risch eJudent u m. Seit dem Fürstprimas H a y n a l d schillert bei akademischen Festlichkeiten hier und da ein kirchenfürstliches Ornat auf, aber auf dem Altar der ungarischen Nationalkültur wird ihr Obolus nur sehr selten sichtbar. Der Jude Frankl (F r a k n o i) hat auch als katholischer Bischof sowie als Geschichtsschreiber von glänzendem Stil und auch als Mäzen des ungarischen wissenschaftlichen und kunsthistorischen Instituts in Rom mehr geleistet. als mancher reiner Rastentheoretiker. Das Präsidium der Akademie hat sich während des Vortrages Mehelys ostentativ entfernt, weil es mit Recht befürchten mußte, daß die finanzielle Unterstützung der ungarischen Akademie der Wissenschaften durch die Juden ausbleiben könnte. Wegen unserer Oligarchen könnten wir Akademiker Hungers sterben. Und was sollen wir erst zu der Spende des Magnatenkasinos im Betrag von 2000 K. sagen, während erst vor wenigen Tagen am ungarischen Grafentisch Millionen i m .Kartenspiel verloren wurden? Wenn im Palast der ungarischen Akademie der Wissenschaften das Judentum verletzt wird, da erschrickt der Präsident, erschrickt der Generalsekretär und erschrecken die meisten der in der Sitzung anwesenden und abwesenden Akademiker, denn wir alle wen und wissen es, daß die Mehrzahl der in Rcichtümern wühlenden kleinen und großen Grundbesitzer, die Nichtjuden sind) einmütig der höchsten Kulturstätte des Landes, der Akademie der Wissenschaften vergessen, während die Juden ihr liebevoll zur Seite stehen. * KückkrM Dr. Mageres. Der Vorsitzende des Exekutivkomitees der jüdischen Gemeinde in N e w-V o r k. Doktor M a g n e s ist mit Rücksicht aus seine beabsichtigte Studienreise durch Mittel- und Oltrurava wm deinem _ Posten .uirilckgetroten. — Zwecks Neugestaltung der Täkigkei der jüdischen Gemeinde wurde ein Rat von 70 Personen'emigeseht, der die Geschäsie bis zum nächsten Delegierlentag zu Mren hat. (2. C. B.) "Ärvisehessoll an Ser „Neuen Wiener BNme. 2n der gesmgen Nachmitlagsvorstellung an der »N e u e n W i e n er D L t) n e" kam es zu lärmenden Kundgebungen einiger Thealerbewcher. die ikren Grund in folgenden Umständen halten; Der Verband der Mrtaltarbelter. Ortsgruppe XI. halte für gestern naci mittags das Theater liemieiet, und es hälte das S'ück „2 m D a m e n c o u p 6" aufgeführt werden sollen: Nach Angabe eines Vereinsstmkiirmärs soll jedoch Direktor Geyer diese .Vereinbarung vergessen haben, und es wurde das Lust'piel „G e.n e r a l G o l d s ch e i n" angeseht. Als nun die Vereins- Mitglieder in das Theater kamen, waren sie mit. dem in Aussicht genommenen Stück unzufrieden, zumal, da viele von ihnen dieses Stück schon gesehen hasten. Die Vereinsfunktionäre ersuchten nun die Direktion um Abänderung des Programmes, und es kam schließlich eine Vereinbarung zustande, daß statt des „General Goldschein" der Einakter „Sexuell» A u f h I ö r u n g" und einige humoristische Verträge gegeben werden foltten. Das Publikum hörte auch das Lustspiel ü«d den Vorlrag des Schauspielers Fritz S ch r e ck e r mit Beifall an. Als aber der Schauspieler Karl Farkas vorzrilragen begann, störten im Parkelt sitzende Theaterbesucher drirch Trampeln und mit den Rufen: „Wir sind kerne Kinder! Spielen Sie, was angsfekt war!" den Vortrag. Ein Teil des Publikums, das anderer Meinung war, appltaudierte. und durch die, gegenseitigen Kundgebungen wurde für einige Minuten eine kritische Situation geschaffen, der einige improvisierte Wort: des Kerrn Farkas ein Ende bereiteten. Er rechtfertigt nämlich die Schauspieler .mit dem Kinwe-.s darauf, daß sie ja an der Progrommänderung schuldlos seien. Danach beruhigten sich die Gemüter, und Serr Farkas konnte seinen Vortrag ungestört sortsehen. Auch weiterhin ergab sich kein Zwischenfall. Einige unzufriedene Theaterbesucher verlangten das Eintrittsgeld zurück. Briefkasten der Redaktion. D. K. Das b?ste wird fein, wenn Sie d i r e k t bei der. Kurverwaltuug in Gleichenberg Nachfragen. — Rußland. Sprechen Sie bei der polnischen Gesandtschaft, 3. Bez., Aennweg 1. vor. Sie können sich auch bei der hiesigen Sowjetoertretnug informieren, 4. Bez., Beloederegasse 3*. Gerichtssaal. Die Frarrenleiche ohne Kopf. Ein dreitägiger Schwurgerichtsprozetz. Vor dem Schwurgericht des Landesgerichtes 2 begann heute unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Hofrat Dr. Biziste der auf drei Tage anberaumte Prozeß gegen den 40jährigen Viehhändler Engelbert Haselsteiner wegen des Verbrechens des Raubmordes. Am.19. November, mittags, wurde oberhalb der Bahnstation Greifenstein auf einem in den Strom hineingebauten Steinriegel die Leiche einer älteren Frau, gräßlich verstiimmelt aufgefimden. Beine und: Kopf waren abgetrennt. Zweihundert Schritte weiter fand man einen zugenagelten schwarzen Holzkoffer, dessen Holzstücke sich - voneinander gelöst hatten. Eine Wagenspur, vermutlich von einem Handwagen herrührend, führte zum Bahndurchlaß. Zwei Tage später wurde vom Gendarmerieposten St. Andrä-Wördern erhoben, daß am 18. November ein Mann mit dem in Altenburg wohnhaften Kutscher Ferdinand Homer von Wien nach Altenburg gefahren war. An dessen Fuhrwerk hatte ein Handwagen gehängt, auf dem ein schwarzer Holzkoffer und ein Paket lag. Leute hatten den Mann später nächst dem Bahndurchlaß gesehen. Der Altenberger Ortsinsasse Leopold Mühl wies ihm den Weg stach der Ortschaft. Derselbe Mann mit seinem Wagen wurde von Leopold Ohnewas und Josefa Hundsdorfer um halb 11 Uhr nachts beim Gemeindebrunnen in Altenberg getroffen. Der Unbekannte hatte vorher im Gasthause Aigner in Klosterneuburg, wo er eingekehrt war, erzählt, er sei vor Jahren in der Filiale der Berkehrsbank angestellt gewesen, und so konnte eruiert werden, daß er mit einem gewissen Engelbert Haselstciner identisch sei. Nun konnten auch polizeiliche Erhebungen fcststellen, daß Haselsteiner seit 30. Juni bei der Hausbesorgerin Berta Kainz, Alserstraße 34, wohnte, und in Gasthäusern erzählt hatte, daß er von einer älteren Frau ein Greislergeschäst in Ottakring, Stöberplatz 8, gekauft habe. In diesem Hause nun betrieb, die 74jährige Franziska Wagner eine Greislerei mit Grünwarenhandel. Sie war seit 16. November nicht mehr gesehen worden. Am 24. November wurde der verschlossene Laden polizeilich geöffnet und man machte eine gräßliche Entdeckung. In dem an den Laden anstoßenden Kabinett herrschte große Unordnung, ausgedehnte Blutspuren führten zu dem Diwan hin, und es war fraglos, daß hier ein Verbrechen vorliegen mußte. Geld und Schmuck waren überhaupt nicht vorhanden. Der Zusammenhang mit dem Holzkoffer und Haselsteiner wurde offenbar. Die Polizei verfolgte ihn und noch am selben Tage konnte er bei seiner Mutter in Hochkogel bei Dresden ausgeforscht und verhaftet werden. Nachträglich wurde auch noch am 29. November der Kopf der Wagner und der rechte Unterarm am Donauufer aufgefunden. Der Arm schien vom Körper äbgesägt ivorden zu sein. Haselsteiner leugnete bei den Verhören deu Mord. , Der Hausarzt. Redigiert von. Dr. Sanel Beer. Wohin schicken wir: unsere Kinder? Schon lange vor Ende' des Schuljahres beschäftigt die Eltern die . Frage: Wohin sollen wir unsere Kinder während der kommenden Ferien zur Erholitng schicken? Wenn man längst alle Für und Wider der aufgetauchten Pläne besprochen hat, wird meist noch der Arzt zu Rate gezogen, der daun zu d e m Vorschläge Ja und Anteil zu sagen hat, zu welchem er die Mutter — um ihre geheimen Wünsche handelt es sich meist — Hinneigen sieht. Nur selten erscheinen die Ellern zuerst beim Arzt, um auf Grund der von dies?::: entsprechend dem. Gesundheitszustand der Kinder gemachter: Vorschläge endgültige Beschlüsse 1ÄÄ Wien, Montag Wiener Morgeuzeitung eine _29. Mai 1922 _ Nr. 1195 '> ider Erholungsorte für die Kinder rächt sich bisweilen sehr bitter, indem die Kleinen nicht allein die erhoffte: Gewichtszunahme und den Blutansatz nicht erzielen, sondern oft genug von vermiedenen. Krankheiten heimgesücht werden, so daß die großen Opfer an. Geld und Mühen verloren gehen. Ist schon die entsprechende Auswahl einer Sommerfrische für einen gefunden Erwachsenen von großer Wich-. tigkeit, so kommen bei einer Reife mit Kindern aufs Land noch viele besondere Umstände in Betracht. Da ist vor allem die Ernährungsfrage. Während der Erwachsene seinen Magen ruhig einem Gasthause anvertrauen kann, sind gerade, Kinder, derenthalben man aufs Land geht, in bezug auf die Kost sehr verschiedentlich und vertragen die in den verschiedenen Ländern übliche deM Nahrung nicht. Es ist deshalb anzuraten, ftir solche Kinder die eigene gewohnte Küche zu führen. Gewiß möchte die Mutter arlch einige Wochen buw den aufreibenden Sorgen um die Küchenführung befreit werden, doch muß sie das Opfer bringen, falls das Wohl der Kinder es erheischt. Für den Säugling an der Brust führt ja die Mutter die Restauration stets mit sich, für das künstlich genährte Kiltd ergeben sich auf dem Lande , meist günstigere Gelegenheiten zur Beschaffung von guter und frischer Milch, welcher Umstand ja heutzutage allein eine Uebersiedlung auf das Land notwendig macht. Für diese ganz Kleinen und die größeren Schulkinder, die an den Folgen der unvernünftigen Lebensweise während des Schuljahres, der unzweckmäßigen Einteilung des Unterrichtes, .der mangelnden Bewegungsfreiheit, des ungenügenden Schlafes und der Vernachlässigung der körperlichen Erziehung, an B l u tarmut und UeberarbeitungsNervosität leiden, ist die Wahl eines Erholungsortes leicht. Es genügt jeder Ort mit waldiger Umgebung, möglichst entfernt vom Fabriksdunst, mit milder Luft und ohne jähe Temperaturstürze. Für ältere Kinder wird man auch auf eine Gelegenheit zum Baden und Schwimmen achten. Solcher Gegenden gibt es in unserem schönen Heimatlande genug. In den weiten Tälern, an den herrlichen Seeufern, in der Voralpengegend des reichen Salzkammergutes können unsere Kinder in freier Natur und gesunder Luft Erholung von Körper und Geist finden. Handelt es sich um sehr blutarme, rhachitische oder an Drüsenschwellungen leidende Kinder, kann durch einen gut gewählten Sommeraufenthalt vieles gebessert werden. Solche Kinder bedürfen einer sehr milden Luft, viel Sonne und Wärme und ebenes Terrain. Für sie eignet sich nicht die Gebirgsgegend mit ihren reichen Niederschlägen, wie sie besonders im Salzkammergut Vorkommen. Solche Kinder gehören an die O st s e e. Die zwei- bis dreijährigen Kleinen badet man im lauwarmen Seewasser, läßt sie am Strande spielen, wo sie Luft-, Sonnen- und Sandbäder gleichzeitig nehmen. Aeltere Kinder läßt man nach einer Vorbereitung durch allmählich abgekühlte Wannenbäder ins Meerwasser, steigen. Der übliche vierwöchige Aufenthalt genügt aber für die schwächlichen- Kinder meist nicht. Einen bleibenden Erfolg für die Gesundheit der Schutzbefohlenen darf man nur von einem mehrmonatigen Aufenthalt an der Ostsee erwarten, welchen wohl die klimatischen, aber leider seltener die materiellen Verhältnisse erlauben. Die schweren Rhachitiker und Skrophulösen wird man nach' Möglichkeit in die Bäder des Adriatischen Meeres, nach Abbazia, Grado oder Venedig schicken, ansonsten mit den Sool- oder Jodbädern in Aussee und Hall vorlieb nehmen müssen. > Ein schädliches Experiment für blutarme Kinder ist die Nordsee. Heuer, wo so viele Wiener an die deutschen Gestade gravitieren, ist diese Beobachtung besonders wichtig. Die auf den Jvseln gelegerren, unter rauhem Klima stehenden, windreichen Bäder der Nordsee sind für Kinder ungeeignet. Außerdem sind unsere Kinder im allgemeinen auf die deutsche Küche nicht sehr gut eingestellt. Was die Höhenkurorte betrifft, worunter man über 1000 Meter hoch gelegene Stellen zu verstehen hat, so eignen sie sich gleichfalls für die Kinder nicht, da sie dort eben infolge des geringen ebenen Terrains zu wenig Bewegungsfreiheit haben, in diesen Höhen auch schlecht schlafen und einer individuellen Ernährung ermangeln. Schon zählt die Schuljugend die Tage und Stunden, um den dumpfen Schulräumen zu entfliehen. Nur ein sehr geringer Teil der Kinder wird sich der freien Natur erfreuen können. Selbst die große Aktion der Gemeinde Wien die etwa 10.000 Kinder in ihre Heime aufs Land bringen will, genügt nicht, um all die der Erholung' Bedürftigen fortzubringen. Besonders schlecht bestellt ist es um die jüdischen unterernährten, blutarmen und nervösen Schulkinder. Die Auslandsaktionen sind eingestellt, die kleineren, durch private Vereine unternommenen und infolge mangelnder Geldmittel zur Ohnmacht verurteilt. Vielleicht finden sich doch ein Paar jüdische Menschenfreunde, die ihre eigenen Kinder in schöner Sommerfrische gut behütet wissen, um einige hundert arme jüdische Kinder der staubigen, Leib und Seele vergiftenden Wiener Straße für einige Wochen zu entreißen. Aerztlicher Fragekasten. Joses K. 2m Alter von 80 2ahren läßt sich mit drr Wirbelsäulenverkrümmung leider nicht viel mehr machen. Mittellose werden an der Klinik behandelt. — Ständiger Abonnent. Die läfüaen Kaare werden, wenn in geringerer Zahl, am besten elektrolytisch, entfernt. Die käuflichen Pasten sind nicht zu empfehlen. —Keuchhusten. Leider besitzen wir in Oesterreich keine Kindersanatorien für Infektionskrankheiten. Das Kind könnte. im 2ubi!äumsspitale Ausnahme finden. — Deutsche Bäder. Die Oslseebäder sind eiwas weniger salzhaltig. Durchschnittliche Wärme 16 bis 22° 6. — Oesterreich. Bei Lungenkaiarrben käme bei uns Gleichenberg in Betracht.—B. Kluger. Am Gänsehäufel läßt es sich doch ausgezeichet Lust» und Sonnenbäder nehmen. Vorsicht beim Beginn, nicht übertreiben. Am -heüMLäjitz» zuerst &■» oirit^