Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1194 (28.5.1922)
- Date
- 1922-05-28
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980274--11231-2997663- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
es rsren, Dvumaq 1. I"Mi <;»» tiimiIM MörZettzeitung ‘ 28. Mai 1922 •'■' Nr. 1194 ..laey.Jty.pii;,1 ji>iu;.iiii'^^i »Mb» ,W„ iiiiiu« ■'——wt' Gedenket des Schekels der die Stärkung unserer nationalen mmm Me, die ihn kannten. wird sein MMchex Tod aufs schmerzlichste berühren. Mit ihm ist ein Monn dahin gegangen, der Hervorragendes für die zionistische Sache geleistet hat, m Uebenswmdigeer Mensch, der Mv Freunde haste. Metzer einmal, iyie so oft, verliert die zionistische Bewegung einen ihrer Besten, im Momente, wo sie ihn .am notwendigsten brauchte. Doch das Dauernde, das er geschaffen, wird stets Zeugnis gehen, van seinem erfolgreichen Wirken Kr den Zionismus. Me großen internationalen Box» .V Mmpfe. In Erwartung spannender Boxkämpfe umsäumten ge« siern viele Tausende von Zuschauern den herrlichen Hütteldorser Sportplatz und kamen vollauf mrfihre Rechnung. Das schsne Wetter, die klaglose AbwMung der Käuchfe durch den Bexhavd österreichischer Faufikämpstt und der ge« - botene .Sport ließ nichts zu Würstchen übrig. Dieser Spart gewinnt, immer mehr Anhänger und dis Vorurteile schwinden durch den Klassenansstieg und die faste Karupftsweise der österreichischen Boxer. . Als erstes Paar betraten Wi l (Bayern) und Pavl icet (Oesterreich) den Ring. Wil siegte in ber zweiten Runde durch knock out. Im Kamps des österreichische» Schwergewichts«. Meisters Glanz gegen Sy ko ra (Tschecho-Slowakei) wurde Sylvia wegen Tiefschlagens disqualifiziert, der, Sieg Glanz zugesprochen. . I Peter Hana (Oesterreich) besiegte Liyhüber (Bayern) in der sechsten Runde durch Kinnhacken. Ein sehr schöner Kampf, von Hana besonders fair, geführt. Der Hauptkampf des Tages, der tschechische Meister Willy Spork gegen den dänischen Meister Chick Nelson zeigte zwei Boxer von Routine und Härte. In der achten Runde gab Spörl aus. Das setzte Treffen, Kudernatsch gegen Jörgensen (Dänemark) zeigte Kudernatsch nach Punktwertung als Sieger, F8r Las Wiener jüdische Schulwerk I GaMrstest des Mische» Schulye^eins am 18« J««t 192?. , Zugunsten tzes notleidenden jüdischen Schulwerkes in Vien veranstaltet der Jüdische SchulMein Sonnlqg den 18. Juni 19?I in dem srstzrn Gatten und den FeMenhes Ersfen Kaffeehauüs (Prater, Hstivtallee 4) ein grotzes jüdisches Garfeufest. für rvelches bedeweyde jWjche Kuns! Kräfte (Sänger, VgtistäWnftler usy.) bereitz gewonnen find. , Pep AMnvrrkyus beginnt an sytßentz.rn Stellen: Sehrstgrigf des Mischen Schul v e r eine % Is„ Zirkußgssse 33 (Tel. Nr. M.6W), Zionipistzch L a n h e s k 6 M i t e e, U., Moc* strgtze Ms, Ähministrolien hex „Wiener f or^ e nzeit» n if'. U.. Taborslratze!/& und bei sämtlichen zionistischen Bezirkssekkionen und Vekeiniguvgen. Preisbewegung i« Oesterreich und anderwärts. Die Londoner „Lqtzour Gazette^ berichtet, daß am t. Mai der Durchschnittsstand der Detailpreise aller in Betracht gezogenen Artikel (darunter Nahrungsmittel, Miete, Kleidung, Heizmaterial, Licht usw.) in England 61 Pro« zent über dem Stand vom Juli 1914 betrug. Der höchste Punkt mit 176 Prozent über dem Vorkriegsstand wurde inr November 1920 erreicht. Abgesehen von einer kleinen Unterbrechung inr Sommer 1921 fand ein fort gesetzt, ter Rückgang -statt, und hie jetzt erzielte Ziffer ist kleiner als an irgend einem Datum seit Oktober 1917. In der Schweiz beträgt die Indexziffer 162 für April $.22, womit gegenüber April 1921 eine Ernie« drigung um 25 Prozent emgetreien ist. Die Nahrungs* mittelausgaben für die Gruppe der gelernten Arbeiter stell« ten sich am 1, April 1922 auf 1510,8 Francs Pegeu 931,6 Francs im Juni 1914. ' Die letzten Mitteilungen des österreichischen Bundesamtes für Statistik berichten: In der Zeit von 'Mitte April bis Mitte^Mai hat sich der Kurs der österreichischen Zahlungsmittel in Zürich umzirka 15" Prozent abgeschwächt; wesentlich mehr beträgt dje Verteuerung der lebenswichtigsten Artikel inr Inlands. So ist nach den Preisfestsetzungen der paritätischen Kommission das Mehl von 650 K. auf 800 K., dev Sjoft Brot, für den nunmehr vom Staate keinerlei Zuschuß geleistet wird, von 610 K. auf 610 K., der Zucker von 950 K. auf 1080 K. gestiegen. Einer besonders starken Preissteigerung unterlag auch in dieser Periode wiederum das Fleisch, dessen Preis von 1860 K. auf 2800 K., also um 50 Prozent gestiegen ist. Bessere Qualitäten haben bereits Preise über 4000 K. erreicht. Hierzu ist zu bemerken, daß infolge des täglichen Preiswirbels die hier gebotenen Angaben schon wieder stark. überholt sind.; >, Die Kosten des Ernährungsaufwandes haben sich ge* ' genüber dem Vormonat um 25 Prozent erhöht und füh« >ren auf der Basis hon Jänner 1921 zu einer JpdeA!Ziffer von 2028; die Kaufkraft des Geldes.G gHeM . : an.tzW Kosten des LchtznsmMaMarM, \j ner 1921 auf den z w a n z i g st e n.Teil aesnmen- «G.IOlIllgT Snroz. der Bundeshauptstadt Wien! vs»LWt:-I!ko»Lddtrs.N 3000 iVIUlionea RUokßahlbar innerhalb 60 Jahren Eäündeleicher Steuerfrei Z^lcllinürigüprels «so d.-ö. E100 güzüglich 5®/o Stückzinsen vom 1. April 1922 Ws zum Zahlungstagv für jo K10Q Nominale ZeiohnuagflfSrlat bis einschliesslich 24, AnmÄäanSßa übernehmen allo Banken, Bankiers und Wechselstuben'. Die färßieSic&erfaeittlieserÄaleitie SöTOTZTYOR EßMöDUNG SlöSesibepgep EmllienatiraßsQ u, Tolephon ötz (internrhan) ab 25, ^ai geöffnet! 939Q sahös«, 0tavl)frel0 Lag«! Oute Kftohe bei zivilen preisenI Auskunft |m pestaueant Ropenbepgez Telephon BjJö/VI Wien,VI.lEBterlie,zygas8e 30 Telpphon Ö66/VI S KUR-JI. WAS SERJäEJLAMSTAI.T S Jl W L. t * J % fc . a a a i : ■ i a « ■ B a LMZr an »er Dopu 9m Fbw« des PSslHngberees gelegen, njüWarn^ ünd KaHbehandliUjg, Sonnenbäder« Elektrotherapie, eigene Schwimmschute Einbettige Zimmer von K 780 biß 1040, Zweibettigc Zimmer von K 1560 bis 2600, ohne Zuschläge. Bei längerem Aufenthalt 30 Perzent Ermässigung, Für Kur V/ochenpr6ls K 7W0. “ Üofl Verpflegung in der eigenen Restauration S603 nach Wunsch. ■ H a ■ ■ a H B H a aapa«BaaaaBaaa«BB'aBBa.Bapa.aaaaaaaB'BBBB TEPPICHHAUS * MÖBELHAUS 8. SCHEIN WIEN, U BAUERNMARKT 12-14 KOKOSLÄUFER ln Allen ßr§lten,prImuQualUHt,BETT¬ VORLEGER in reichster Auswahl, ABGEPASSTE TEPPICHE z» günstigsten Preisen. Große ÖkkaSion irt leichten, echten SOMMER-DAUNEN. STEPPDECKEN, FLANELLDECKEN, waschbare TISCHDECKEN 174 KEINE FILIALEN ■mwnn.ii! (KORITSCHAN) WIEN, l, KOHEMARKT 5 KARLSBAD, AOT WIESE, HAUS Df. MAYER KOMFEETTB BRAUTAUSSTATTUNGEN VORNEHMSTEN GENRES 1 J Prämiiert; pA]^IS, J^ONPQN 1901 . m TE& E * Ende der Musikspsrre. Gestern-erschien eine Abordnung der Inhaber der Konzertlokale sowie die Leitung der Musikerorganisation beim Finanzreserentm der.Gemeinde Wien, .um die durch die Musiksperre geschaffene Lage zu erörtern.. Es wurde vereinbart, daß am Montag die Festsetzung der Lustbarkeitsabgabe für die Monate Juni und Juli erfolgen soll. Stadtrat Breitner erklärte, daß der Magistrat sich bemühen werde, eine mittlere Linie zu finden. Die Musik wurde berckts gestern in allen Lokalen wieder aufgenanunen. * Auch dich hat der Hatz ins Grab gelegt... Bor einigen Tagen wurde in der Gemeinde Tapolea unter der Teilnahme der ganzen Ortschaft Gmil Pollak, der bis zum Ein-; tritt des christlichen Kurses Offizial des Oberstuhlrichtetamtes vom Tapolea war, zu Grade getragen. Jahrzehnte hindurch oblag er feinem Amte mit aufopfernder Gewissenhaftigkeit, - denn er lebe nur seinem Amte, ohne sich um die Politik zu kümntern. Gleich in den ersten Tagen des antisemitischen Kurses entließ der Oberstuhlrichter Franz Polgar seinen langjährigen Beamten, weil er angeblich Kommunist gewesen sei. Gegen Pollak wurde das Verfahren eingeleitet, aber has G e r i ch t s p r a ch i h n f r e i, denn die gegen ihn vorgebrachten Ankündigungen erwiesen sich als haltlos und« es konnte ihm kein anderes Vergehen nachgewiesm werden, als daß er . während der Kommune im- Amte gebliehen sei. Sein Thes, Oberstnhlrichter Polgar, diente gleichfalls während der ganzen kommunistischen Aera weiter, das hielt ihn jedoch nicht ab, ‘ seinen Mitarbeiter während der - Kommune, E m i l Pollak, - zu internieren. Vox einigen Monaten kam Pollak seelisch und physisch gebrochen aus dem, Internierungslager heim. Eine Stellung konnte er nicht finden, die Schande, die ihm angetan'wurde, hatte, ihn verbittert^ die Not zermürbt. So erlöste ihn der Tod An seiner Bahre, an welcher die ganz Stadtgemeinde trcllterto, schilderte der Rabbiner in seinem Nachrufe das ganze Martyrium des Heimgegangenen und sagte: „Auch dich hat der ^>aß ins Grab gelegt, man hat dich zugrunde gerichtet, weil du In " warst. Du hattest kein anderes Verschulden, als daß du Während der Kommune um des,kümmerlichen Brotes wegen auf deinem Posten bliebst, genau so, wie jener, , der dich zugrttnde richtete, der dich deiner Stelle beraubte, dich in den Tod trieb, nur deshalb, weil — du Jude warst." PerfonMachrichi. - Oberinspektor Rudolf Paul Spitzer der Nordbahndirektion und Gemahlin begehen am ' 61. d. das Fest der Mernen Hochzeit. * Ein verschwundenes Mädchen. Dieser Tage erstattete das Ehepaar Vläch, 8. Bez., Keinergasse 86, im Sicherheiisburean die Anzeige, daß seit Donnerstag den 18. d. ihre 16jährige Tochter Minna Vlach, Handelsschülerin, abgängig ist. * Für die jüdischen Kinderfreunde. Wir erhielten von Herrn M. Fischer (Streitfall mit S. Josef Goldberg) K. 83.600 zugunsten der jüdischen Kinderfreunde.. * Konstituierung der zionistischen Ortsgruppe Baden. Am 7. d. hat sich in Baden die zionistische Ortsgruppe konsti-. tuiert. Es wurden nachstehend genannte Gesinnungsgenossen in den Ausschuß'gewählt: Obmann: Dr. Kraus; Obmann- ©ieUbcil'^tec: Gustav Seidemann und Leo K 0 f f l e r; Schriftführer:'Dr. Bloch, Frl. Grete Engel; Kassier: Frau Klara Liebermann. Als außerordentliche Ausschußmitglieder: Ludwig Grün Wald, S. Dulitzky, Dr. Trieher, Dr. Deutsch; Ersatzmänner: .Siegmund Reich und Anton Stern. * Von der JnvalidettentschLdigungskommiffion. Infolge der Reorganisierung einiger Geschäftsabteilungkn findet von Montag den 29. d. bis Samstag den 3. Juni bei der. Jnvalidenentschädigungskommission kein Parteienverkehr in Inda-' lidenrenten-und Schnlungsangelegenheiten statt. * Aetterbericht. Die vorgestrigen Gewitter haben hu den Westlichen Teilen Oesterreichs trübes, verhältnismäßig kühles Wetter hinterlassen. In Wien war die Bewölkung im ällge-. meinen gering. Die Temperatur stieg bis 26 Grad. Nachmittags machte sich ein ftischerer Nordwestwind bemerkbare Voraussage: Zunächst Regen, später abnehmende Bewölkung, E kühle, westliche Winde. * Die Hotelpreise in Oesterreich. De.r Landesverband für Fremdenverkehr in Wien und Niederösterreich wendet sich in einer Zuschrift an..uns -'egen die im Ausland verbreiteten Gerüchte, daß die österreichischen Hoteliers von Fremden Bezahlung in der Valuta ihres Heimatlandes verlangen. Diese Gerüchte beruhen entweder auf einem Mißverständnisse oder sie sind tendenziöse Konkurrenzmanöver ausländischer Sommer-- frischen: - v * Selbsthöschuldigung. Am 29, Marz v. I. wurde in Mailand ein Bombenattentat verübt, bei dem mehrere Per. sonen getötet oder schwer verwundet wurden. Unter dem Ver- . dachte der Täterschaft wurde damals der Bürgermeister. Giovanni Forloni verhaftet und zu 16 Jahrdn, 8 Monaten Gefängnis' verurteilt. Später hat sich in Wien der 21jährige Anarchist Ernst Bi rag. selbst der Täterschaft beschuldigt., Die italienischen Behörden haben gegen ihn einen Haftbefehl er-! lassen, hoch konnte Ä^HitzM;'Pslizei:-WÄ Pcht.' mehr'.Hab-\ Mt werden^, da er inzwischen flüchtig geworhen..js^ Angeblich? Hai er sich mü einem PaMinätransporte'nach Jaffa gegeben, 7 ■t 5