Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1194 (28.5.1922)
- Date
- 1922-05-28
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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' Mindestgehalte der,, NechtSanwaltsgehilfen Kr Mai. k^urch M Hachtratzsstberemkommtzn vom 18. .d.,hUpr geltenden ÄollMüvertzüg' wird bchinimt, daß hie monatlichen^ Mindest-, gHasteM Hilfe -döv amtlichen Indexziffer des laufenden Monates zu. berechnen sind. Da die amtliche Indexziffer für Mai 2028 ift, betragen im 'Monate Mai die in alten Rechtsanwaltskanzleiesi MiettS zu zahlenden Mindestgehalte im' ersten Jähr der Berufspraxis 20.800 K-, nach einjähriger. Berufspraxis L8.4G K, nach zweijähriger 84.600 K., nach dreijähriger <12.600 K., nach fünfjähriger 48.700 K., nach achtjähriger 54.800 und nach ILjähriger Berufspraxis SO.tzOO K. Besitzer'Wer Beglaubigungsurkunde haben ohne Rücksicht auf die Dauer der Berufspraxis mindestens 40.600 K. zu bekominen.' dlußer diesen Wundestgehalten ist noch der gesetzlich festgesetzte Lebensmitelzuschuß zu bezahlen. Die Vollversammlung der niederöstereichischen Rechtsanwaltskammer vom 17. d. hat außerdem in einer Resolution die Zahlung von Urlaubsgeldern' riachdrücklichst empfohlen. ' * Das Neueste ist... Das Neueste ist nämlich, daß wir Kredirs bekommen. In der Geschichte der dcutschösterreichischen Republik ist eine neue Woche angebrochen.'Aus das Altertum der ersten versprochenen Kredite vom Jahre 1919, folgte das Mitelalter der römischen Kredite und nun die Neuzeit der, internationalen Kredite — eine andere Einteilung der Geschichte Deutschösterreichs wäre sinnwidrig' und muß daher abgelehrt werden. Ebenso wie die andere Neuzeit hat auch die österreichische mit einer Entdeckung Amerikas begonnn. Pierpont. Morgan hat nämlich Wien entdeckt, ja Vienna in Austria oder Australien ganz genau wußte man es zunächst nicht. Aber kühne Pfadfinder drangen doch bis zu uns durch und Lehmen uns jetzt in Augenschein. Sie beklopfen uns den Hals und wenn wir ihnen zur Inspektion die Zähne weisest, müssen wir, um Mißverständnissen vorzuLeugen, bis zu den Ohren grinsen. Die Generalpfandrechte sind aufgehoben, was das Herz, jedes Wieners mit'Jubel erfüllt, weil ihn die ganze Zeit der Gedanke bedrückt hat, wie man wohl den Stephansturm ins Dorotheum bringen würde. Jetzt sind wir diese Sorge lps, und wenn wir erst wüßten, wie maN Pierpont Morgan ausspricht, würde unsere Seligkeit keine Grenzen kennen. Denn jetzt kommen die Kredite, sie kommen zum unwiderruflich drittvorletztenmal, sie kommen mit Riesenschritten, jeden Tag ein Achtel Kilometer auf dem Weg von dem Unaussprechlichen. Die Wirkungen dieser Kredite sind schon deutlich fühlbar, die gestempelte Krone ist von 0.0525 auf 0.0526zweielstel gestiegen. Na, wem das nicht genug 'ist, dem ist ganz-einfach nicht zu helfen. Kater Murr, > * Franz Oppenheimer nach Tokio berufen. Prof. Franz Openheimerhat, wie aus Berlin gemeldet., wird, eine Berufung an die Universität von Tokio angenommen. * Jüdisches Jugendheim in der Sozialen Hilfsgemeinschaft Anitta Müller. Unter den mehr als 160 jugendlichen MWiedern dieser neuen Institution fandensich'bald 'Gruppen gleichen Interesses zusammen und so ergab sich von selbst ein Provisorisches Programm, das erst im Herbst vom Normalprogramm abgelöst Werden soll. Regelmäßig wird ein BuchbiqderkurS, ein Kurs über Wandern und erste Hilfe, über Psychologie der Jugend, ein soziologisches Seininär, ein Elementarkurs für fremdsprachige Lehrjungen abgehülten, regelmäßig finden Besprechungen und Heimabende einzelner Gruppen statt. Die meisten dieser Veranstaltungen der Gruppen sind allen Mitgliedern des Heimes zugänglich. Gegenwärtig werden Anmeldungen von jugendlichen Sängern für einen von Herrn Prof. Hermann Ehrlich geleiteten gemischten Chor, von Erzieherinnen für einen höheren Handfertigkeitskurs, hauptsächlich Bastarbeit, entgegengenommen. Außerdem soll sich aus der Anzahl vön Anmeldungen ergeben, ob gemeinsame Ausflüge unternommen werden. Die Bibliothek kann nunmehr von 3 Uhr nachmittags bis halb 10 Uhr abends benützt werden. * Prof. Gothard Deutsch' Nachfolger. Zum Nachfolger des verstorbenen jüdischen Gelehrten Gotthard Deutsch wurde Dr. Jakob Mann bestimmt und mit der Leitung der Lehrkanzel für jüdische Geschichte und Literatur an der jüdischen Lehr-, anstalt in Cincinatti betraut. Dr. Mann wurde im Jahre 1882 in Galizien geboren, besuchte die Universität und die jüdische Lehranstalt in London. Professor Mann hat sich speziell mit den Schätzen der ägyptischen „Genizah" beschäftigt und auf diesem Gebiete eine Reihe wertvoller Monographien, ferner Studien zur'Geschichte der „Gaonini" veröffentlicht. *Die Epidemien in Rußland. Der Nachrichtendienst, den dar Hygienische Komitee des Völkerbundes geschaffen hat, veröffentlicht soeben ein zweites Heft, das eine Spezialstudie über die Epidemien in Rußland seit denr Jahre 1914 in Form , eines Berichtes des Moskauer Professors Tarassewitsch an das Hygienische Komitee deS Völkerbundes enthält. Die Zahl der Flecktyphus fälle in den letzten vier Jahren muß auf 25 bis 30 Millionen geschätzt werden, d. h. 20 bis 26 . Prozent der Bevölkerung Rußlands und die Sterblichkeit ans zweieinhalb bis drei Millionen Fälle, Im Jahre 1919 ist ein Drittel der Armeeärzte Rußlands erkrankt gewesen. Die Sterblichkeit betrug 19.67 Prozent. Die seit dem'Monat Februar eingegangenen Mitteilungen zeigen, daß die Lage sowohl im Hinblick auf die Epidemien wie auf die Hungersnot eine Tendenz zur Verschlimmerung aufweift.. Im Gebiet von Sowjetrußland macht der Typhus besonders in den östlichen und nördlichen Gebieten, wo die Hungersnot mit größter Kraft wütet, und in Mittelrußland Fortschritte. Da8 Rückfallfieber breitet sich in verschiedenen Gouvernements des Hungergebietes aus. Die Cholera ist neu ausgetreten. In Moskau sind zwar Banchsieber und Dysenterie in der Abnahme, dafür werden aber . einige Cholerafälle gemeldet, und der Flecktyphus greift plötzlich um sich. In der Ukraine' zeigt der -Typhus ein fürchterliches Anschwellen: 4340 Fälle im Növeürber 1921, 6996 im Dezembers 11.675 im Jäner 1922. In Weißrußland ist bei der ansteckenden Darmentzündungvon der zahlreiche Falle gemeldet sind, eine Sterblichkeit von 100 Prozent fest'gestellt. Die Pest ist amt« derS. ernsten Fall wurde Mitteilung gemacht: In Weißrußland haben sich ungeheure Mengen von Flüchtlingen in den Wäl- ’ dem längs der Grenze versteckt undbewegen sich in der' Richtung auf Polen zu. Man weiß von ihnen nichts Näheres, chtzdev ihre Zahl noch ihren GesundHeitszustand; * wfl* polnische Slsnographen-KonMß. .Für den 5. und 6.' Juli wurde der erste polnische Steriogryphen- Kongreß einberusen. Der Kongreß wird sich unter anderem mit der.Forderung nach Einführung des Stenographieulitmtchltzs den Ä i t te l f d) ulen beschäftigen. * Zionistische Landaskvns-renz ln Lemberg. Die Zionistische. Exekutive für Ostgalizien hat in ihrer letzten Sitzung , beschlossen.' die diesjährigr Laydeskonferen auf den 2. und;3, 8 u l i nach L e m b e r g einzuberufen. Die Wahlen werden atzf Grund des Proporlioüalwahlrechtes Mitte 3unt durchgeföhrt. die Tagesordnung demnächst publiziert werden. — Der Verlauf der Konferenz bürste sich auch diesmal im Hinblick aus die durch das Ausscheiden der A i d ach dut h-Dtttgtieder aus. der Exekutive verschärften Gegensätze zwischen dieser Grupps und den sogenannten allgemeinen Zionisten sehr bewegt gestalten. ~ UcverlettuNg d«S Westüah^oerkehrs Nuf Pie Siadk ' bahnstrecke.. Amtlich wird gemeldet: Um' den Wiener Westbahnhos und den Wiener Franz Josefs-Bahnhof zu entlastM, werden vom 1. In nt cm die meisten Züge, dle nach' Neulengbach und nach Tulln gehen, und vie Züge, die von dort' kommen, »richt mehr die beiden großen'Wiener Bahnhöfe berühren, sondern sie werben über di- Wiener Stadtbühnstrecke geleitet. Sie werden die WestbahNstr^cke rn HÜtteldors verlassen, alßo Baumgarten und Penjig nicht.,mehr berühren, dafür aber in d^n Stadtbahnstationen Hretzing, Meidlinger .Hauptstraße, Gumpendorserftraße, Westbahnhvsi Währingerstpaße uno Nußdorferstraße halten. Diese Züge, die von der Westbahn gekommen sind, werden bank von dev Nußdorferstraße (chhne Berührung des Franz Josess-BahnhossZ) nach Heiltgenst'M fahren um von hier nach Tulln. Es werden' also Züge von Neulengbach übe« die Wiener Stadtbahn nach Tulln gehen und umgekehrte Wer aber von dev Westbahnstrecke koMmt und über die 'Stadtbahnhaltestelle Westbahnhof hinMssährt, hat «inen Ausschlag zu zahlen, eben so, wer von der Franz Josefs-Bahnstrecke kommt - wn& über die Station Wahringerstraße hinaus fahren will. Mit den Monatskarten, den ermäßigten StreckLUMteN für. Angestellte und Arbeiter sowie mit den Schülerkarten wud. man über öre Stadtbahnhaltestelle- Westbahnhys und Währingerstraße hinaus nicht fahren' können. Ein Stadtbahn verbehr zwischen Hemgenstadt md Hütteldors wird damit nicht eingerichtet. Man kann nur Katt^r. lösen, dieüber 'eins dieser belohn ■ Stationen hinEsgehen. Bei dieser GeleSenhelt werden auch' die Fahrpreise, auf der Vorortetinie und Der BerbindungsbaW erhöht, und zwar von 60 auf >72 Kronen, -für Kirider von 19. auf 36 Kronen. ' - - . . . Gewitterschäden M Wierr. Die Polizeikorrespondenz. meldet: Nach einem Dag voll Arbeit ber dev Explosion in Vlumau 'hat d«r viyrgestvigsTag wieder -an dis Wiener Berufsfenerwehr die schwersten Aufocherungen^- -gestellt. -Jir der Zeit von 9 LiA '3 Uk>r nachmittags folgten ununterbrochen Anzeigen Über Wasserschäden, bi>L-'d«s Gewitter mit'Mem wolkenbrnchqrtigen Regen verursacht hattt» Es gab ' kurze Augenblicke,;wo fast kein WtymoM in. dar Zentvabr stand, ^5^ AnM-gerr über WasserschLdeÄ'sind in der kurzen Frist an dir' Mlerwehr »«L, um Wfe bÄngen. Hm Hms« 2. Mz., Hochodlingeraass<> 1" war infolge Morschheit' des GebälV Wässerdurch die Decke % die Wohnungen gedrungen. Auch ber orer Blitzschlägen, die wenig Wirkung übten, fuhr die Feuerwehr aus. sJmi Hansa TuchAuhen 6. war der Blitz-in die Lichtlettung gefahren E hatte Feuerschein h^vorgerufen. der an einen Brand glauben ließ. Im Vergnügungspark im'Prater fuhr der Blitz tu die Sicherung, des Feuerautomaten, so daß em Feuer signalis'lert wurde^ was der Feuerwehr Anlaß zur Tülsrückung, gleichfalls mit starker Kräften, 'gab. Endlich entstand in - einem Zimmer des Haerses. Dalmgaffe 2 huM b^t Blitz Kurzschluß und starke RaucheNtwi'ckstMg,' -bis einan Brand vyrtäuschte- J>r der Floriösdorfer LokoMtivsahÄk in der Brünnerstraße schlug der Blitz in einen Waggon, der in Arbeit war. Dadurch eEtten der 26jährige Hmsarbeiter Anton B'rnek Verbrennungen am Kopf und an dar Brust und' der 31jährige Schlosser Leopold Lang aus Süßenbrunn Kopfschmerzen und Schwindel. Das. Unwetter hat serrrer bewirkt,' daß um 2/14 Uhr nachmittags eine aus dein ■ Dache des' Hauses Berggasse 21 angebrachte, sechs Kilogramm schwere Äufsatzfigur aus Zement auf die Straß« fiel urch «m vor dem Hause' stehendes Autotaxi, A VII 607, traf. Das' Dach und bi« Windschutzscheiben wurden zertrümmert, Personen wurden zum Gluck nicht verletzt, Üjk Rauferei. Die Pö-ftzeWrrespondenz meldet: Gestern Nachmittags hat der Ravonsinspekbor der Sicherheitswache Josef Sammer dxn 28jährigen Ferdinand' Kästner beanständet, wett er tvegen Uebertrxttmg des Diebstahls gesucht wich und ein 18 Monate altes Kind mißhandelt hät. Kästner, der leicht alkoholisiert war, nahm gegen Sammer sofort eine drohende Stellung an, und er und seine Freunde drängten, ihn im Hose-in eine Ecke und versuchten, ihm den Säbel, den er zu seiner» Schütz« gezogen hatte, zu entwinden. Dabei bogsu. sie^ihm-. vAt' -Wbe^-'fast rm rechten Winkel ab. Sanlmer konnte aus bern Hause flüchten undschickt» um Hilfe. Eh«, sie kam, entkleidete sich Kästner bis aus Rock und Hose und' nahm «in großes Küchenmeffer an sich'- quleein w.ldes Tier'sprang er Sammer an und zwischen beiden entspann sich ein Kamps auf Tod und Leben. Sammer erhielt mehrere Stiche leichter Art, während Kästner am Kops, am Arnr und aN de» Händen schwer verletzt wurde. -- Lötliche Brmrdwundcn. Di« 39jährige Gäsarbeiters? gattin Agnes Fuzik wollte am 25. d. in rhrer Wohnung irr den brennenden SchUellsied^r Spiritus Nachg»eßen. Der Schnellsieder explodierte, und ihre Kleider singen Feuer. Zwei Nachbarimren löschte« den Brand, doch' hatte di« Frau derart schwere Brandwunden erlitten, daß sie ihnen gestern früh im Allgemeinen Krankenhaus erlegen ist. * Privaüstenpriifungen aus Religion. Die israelitische Kultusgejneinde teilt mit: Für jüdische Schüler und Schülerinnen der'Volks- und Bürgerschulen für das zweite Semester laufenden Jahres finden statt: Für Schulkinder der Bezirke 1, 2, 11 und 20 om 30. Mai, 7., 16., 23. und 30, .Inn; von 10 bis 11 Uhr vornüttags»: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, Parterre; der Bezirke 3 bis inklusive 10 und 19 am 1., 6., 9. und 16. Juni von 2 bis 4 Uhr nachmittags, 1. Bez., Seitenstettengasse 2, 2. Stock, .Rabbinatskanzlek; für Künder der Bezirke 12 bis 15 am 25. Juni von 10 bis M Uhr, 15. Bez., Turnergasse-22, Gemeindehaus; der Bezirke 16 und 17 am 82! Juni von 11 bis 12 Uhr, 16. Bez., Hubergasse 8, Gemeindehaus; fiir Schulkinder des 18. Be- ,Nr. 1194 1 Wien, Sonntag im Gouvernement Saratow gemeldet. Bon einem beson- 28. Mai 1922 - Seite 9 zirkes am 29. Juni von 10 bis 12 Uhr, 18. Bez., Schopem Hauerstraße 39, Gemeindehaus, und für Kinder des, 81. Bezirkes am 25. Juni von 9 bis 10 Uhr, 21. Bez., Holzmeistergqsse 12, Gemeindehaus, Die Prüfungstaxe beträgt lOQO K. und ist im vorhinein an der Kassa der Israelitischen Shtftu§>» gemeinde oder bei der entsprechenden Amtsleitung zwischen 9 und 12 Uhr zu entrichten, die Quittung ist dem Examinator vörzulegen. * Mysteriöse Bahndiebstähle. Aus der Südbahnstrecke ist in der letzten Zeit eine Reihe von Diebstählen an Fahrgästen begangen worden. Fast immer handelt es sich um hohe Werte und die Diebstähle waren dadurch bemerkenswert, daß mitunter der Fahrgast sich gar nicht.erklärey konnte, wie in dem Coupe, in dem er allein saß und vielleicht"für kurze Zeit eingenickt war, eine fremde Hand in seine Tasche oder nach seinem geifert konnte. In der! 'acht zu-- v. M. tour'.e Nun der Rechtsanwaltsgattin Frau Helene Boxer, Teinfaltstraße Nr. 8 wohnhaft, a^rf^der Bahnfahrt zwischen Bruck ä. d. Mur und Gloggnitz eine Damenhandtasche, die eine Perlenschnur aus 107 Perlen, einen Platinrtng mit Perlen, ein Schildpattzigarettenetui und eine Börse mit 2200 Lire im Gesamtwerte von 18 Millionen Kronen enthielt, gestohlen. Am 8. d. meldete fr\ Gendarmerieposten Schottwien, daß die Handtasche mit Sacktüchern, einer Schachtel Zündhölzer u. s. w. am 3. d. nächst der Station 'Klamm-Schottwim in einem Wassergraben gesunden worden sei. Im Cafe Dianabad haben am 17. d. Kriminalbeamte einen Mann angehalten, der bedenklich erschien, da er eine Perlenkette und einen Perlenring veräußern wollte. Er legitimierte sich als der 26jährige Postoffiziak des Postamtes Franz Josefsbahn Josef Di mm el, Döblinger Hauptstraße Nr. 88 wohnhaft. Heber die Art befragt, wie er in den Besitz des Schmuckes gekommen, erzählte 'er eine ganz unwahrscheinliche Geschichte von einem rätselhaften Kuvert, das er auf fchtem Schreibtisch gefunden und das die Perlen enthalten habe. Da der Verdacht nicht von der Hand zü weisen ist, daß Vr-stoffizial Dimmel mit diesem und vielleicht auch mit anderen Bahndiebstählen, in Zusamenhang steht, wurde er gestern dem Landesgerichte eingeliefert. * DrlHaftürrs eines Millionenbekrükers. Aus Zell a. Z i l l e r wird gemeldet, daß dort ein gewisser Dr. S ch S V feld aus München verhaftet wurde» der wegen Millioneubetrügereien In der Köhe von 18 Millionen Mark steckbrieflich verfolgt wurde. ' * * Sitzungen im Aalhaufe. Der Stadifenat hält am Dienstag vormittags eins Sitzung ab. — Der Gemeinderat als Landtag tritt am D 0 n n e r s't a g um 3 Uhr nachmittags zu einer Sitzung zusammen. Daran schließt sich eine Sitzunxs des Gemeinderates. * ErttsaUends Sprechstunden. Wegen dienstlicher Verhinderung entfallen Montag die Sprechstunden bet Vizsbürgermeister Emmerling und den omtssührenden Stadträten Breitner, Siegel und Professor Tandler. * Ferinlhonornre für die Mrrsiblehrer. Zn der dieser Tage abgehattenen außerordentlichen Generalversammlung. des Vereines der Musiklehrerinnen wurde einstimmig beschlossen, Heuer und auch in Zukunft an der Forderung nach Bezahlung der Unternchtshonorare während -er zwei Ferialmonate unbedingt festzuhalten und diese Forderung auch in die Satzungen beireffend die Konorarbedwgungen für Musiklehrerinnen aufzunehmen. * Haarfarbo »nd Ehescheidung. Welche .Frauen ueiger mehr zur Ehescheidung, die Blondinen oder die Brünetten? Eine westamerikanische Zeitung hat unlängst darüber eine Rundfrage veranstaltet und im Anschluß daran tiefgründige' Untersuchungen angestellt. Innerhalb eines Monats mußten in Los Angeles vom Gerichtshof 94 Ehen für geschieden erklärt werden, bei 71 auf Antrag der Frau und 23 auf Antrag des Mannes. Und von diesen 71 ehemüden Frauen waren nur fünf blond, alle übrigen hatten dunkles Haar, woraus folgt... * Der Mars nähert sich der Erde. In der „Daily Mail" berichtet der Assistent der Sternwarte von Greenwich Doktor Crömmelin, daß sich der in so vielen Belangen interessante Stern Mars mit einer Geschwindigkeit von 1,000.000 Meilen pro Tag der Erde nähere. Am 18. Juni dieses Jahres wird er sich bloß sn einer Entfernung von 42,6 Millionen Meilen zur Erde befinden. Er wird um diese Zeit in Europa am südlichen Horizont sehr deutlich sichtbar sein, er fällt durch seinen lebhaften rötlichen Schimmer aus. Die Frage, ob der Mars bewohnt sei, wird wieder aktuell und insbesondere die nordamerikanischen Sternwarten treffen umfassend^ Vorbereitungen, um in dieser Hinsicht zu neuen Ergebnissen zu gelangen. Eine britische Kommission begibt sich zur Marsbeobachtung nach Neuseeland, während eine private Gesellschaft bereits auf den Kanarischen Inseln eingelangt ist', und dort mit Hilfe allersenrster optischer und photographischer Apparate, insbesondere von Aeroplanen aus, die Struktur der Marskanäl'e des Näheren erforschen will. Eine noch günstigere Beobachtungsmöglichkeit als heuer wird sich im Jahre 1924 ergeben, da um diese Zeit der Mars bis auf eine Enffernung von 34,6 Millionen Meilen an die Erde heranrückt. * Zukunftsmusik. Wir lesen m der Berliner „Natwual- Zeitung": Es scheint, als ob wir einer neuen Aera auf dem Gebiete der. drahtlosen Telephon.ie entgehen, nämlich ihrer Verallgemeinerung. Die drahtlose Telephonie fürs Haus ist augenblicklich in Amerika die große Mode. Iseber 760.000 Hausaperate sind bereits zur Aufft'ellung gelangt, und die Fabriken, die den neuen Artikel Herstellen, können der Nachfrage kann; genügen. Ein einziges Werk kündigt in seiner Bilanz an, daß es einen Halbjahrs-Reinnettoüberschuß von-fünf Millionen Dollar durch Herstellung und Lieferung von drahtlosen Telephon- Aufnahmeapparaten fürs Haus erzielt habe. Denn nur Ausnahmeapparate, nicht aber Sender kommen vorläufig in Betracht.. Es gibt noch kein drahtloses Telephoniesystem, .das dem einzelnen Teilnehmer gestatten würde, mit ,1 \