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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-20 · Heft 1186 (20.5.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1186 (20.5.1922)
Date
1922-05-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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, . SV ' ' ' Nr. 1186 Men, Samstag da8 nächste Jahr infolge der geringen zu erwartenden Ernteerträge, Das Hauptgewicht legte er auf den Nachweis der folgenden Thesen: Die Bekämpfung der Hungersnot sowie der daraus entstehenden Epidemien.ist die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Rußlands wirtschaftlicher Wiederaufbau ist seinerseits die unbedingte Baraussetzung für den Aufbau Europas. Nansens Ansführungen, die an dielen Stellen ernste Kritik an der Genueser Konferenz übten und zu einem beredten Plaidohe r für das russische. Volk wurden, erregten das lebhafteste - Aufsehen. „Mein Antrag", sagte Nansen u. a., „sowie das frühere Hilfswerk für die russischen Flüchtlinge sind nur zwei Seiten eines einzigen großen Problems, nämlich des Wiederaufbaues Rußlands. Diese beiden Seiten des Probleins verdienen eine ernste und gründliche Prüfung. Die Rolle des großen russischen Volkes in der Geschichte der Zivilisation ist. noch nicht, beendet. Meine Regierung verfolgt mit ihren: Antrag keine politischen Zwecke, sondern ein rein wirtschaftliches Ziel, das nichts zu tun hat mit den diplomatischen Beziehungen und juristischen Formell;. , sondern nur den grundlegenden Wirtschaftstatsachen der europäischen Lage und des heutigen Rußlands gilt. Die. von den einzelnen Regierurigen bisher befolgten Methoden der Hilfeleistirngen haben sich zersplittert und nicht dem Gesichtspunkt Rechnung getragen, daß das russische. Problem ein Problem des wirtschaftlichen Gedeihens Gefaurtcuropas ist. Dieses wirtschaftliche Gedeihen aber hängt von: internationalen Handel ab. Die Arbeiter Nor»- Uiegens sind ohne Beschäftigung, weil die Fabriken geschlossen sind. Die Fischer sind müßig, weil die Schiffe untätig im Hafen liegen und sie keinen Absatz für ihre Fische finden. Norwegen erlebt gegenwärtig eine der schwersten Krisen und das gleiche gilt für ganz Europa. Nach Ansicht meiner Regierung ist aber diese Krise nur darauf zurückzuführen, daß Rußland aufgeyört hat, tvirtschaftlich qifticrcit Wir müssen deshalb Rußland für das Wirtschaftsleben des Kontinents zurückgewinnen. Alle großen Bolkswirtschastlcr, deren Urteile - ich einholte, sind darin einig, daß das Durchschnittsniveau unserer europäischen Lel-ensbedingungcn nur deshalb so tief steht, weil Rußland heute isoliert steht. Wenn die im Völkerbund verire< jenen Regierungen nicht auf Grund unseres Antrages ihr^ Bemühungen zusammenschließen, um die wirkliche Lage zu prüfen, ihre. Folger: zu erkennen und . Maßnahmen zur Abhilfe zu suchen, so werden sie in einer der wichtigsten Ausgaben einer jeden Regierung versagen; dieses Versagen aber, so finde ich, wird i h r e V o l k e r u n d L ä n d e r len er zu st e h e n komme n!" . Gegen die von verschiedenen Seiten erhobene Forderung, die Angelegenheit der Konferenz von Genua zu überweisen, erhob Nansen entschiedenen Protest, da dies einem Begräbnis gleichkämc. Angesichis des allgemeinen Widerstandes forderte Nansen schließlich, daß,, falls die Genueser Konferenz oder eine ihrer Kommissionen der: Antrag nicht erledigen würde, der Völkerbundrat ihn wenigstens später wieder aufnehmen nröge. Der Rat erklärte sich damit einverstanden und nahm dann die von Balfour vorge- , schlagene Resolution über die Verweisung des Antrages an die Genueser Konferenz einstimmig an. Die Greuel in KLeiAasien. London, 19. Mai. (Reuter.) Die italienische Regierung Nimmt den englischen Vorschlag an, einen Ausschuß zur Untersuchung der derr Türken zur Last gelegten Greueltateu nach Kleinasien zu entsenden. Die französische Regierung weist in ihrer zustimmenden Antwort dararrf hin, daß es nur gerecht sei, auch den Türken Gerrrrgtuung zu geben, die über griechischerseits verübte Greueltaten berichten. So soll zrrm Beispiel eine Moschee in Brand gesteckt worden sein, in der sich Türken eingeschlossen hatten. Aufruhr in Syrien gegen die Franzosen. . Washington, 19. Mai. (Funkspruch.) Aus D a m a sf u s wird gemeldet: Die Unzufriedenheit der Bevölkerung Syriens wegen der unerträglichen Steuerlasten nimmt zu. Die Bewegung nähert sich einem offenen Aufruhr. Die syrische Bevölkerung fordert das Recht der eigenen Steuerhoheit, die Befreiung der von den Franzosen verhafteten syrischen Führer und schließlich die Uebernahme der Schutzherrschaft durch die Vereinigten Staaten. Der private Orientllongreß. Genua, 19. Mai. (Tel.-Komp.) Die Verhandlungen der Vertreter der orientalischen Völker sind beendigt. Es wurde beschlossen, Linnen drei Monaten einen Kongreß aller Orientvölker einzuberufen. Erst Amerika, dann Europa. Washington, 19. Mai. (Reuter.) Präsident H a rd r n g, der dieser Tage in der Handelskammer eine Rede hielt, sagte, die Regierung wolle nicht die Zerstörung der amerikanischen Industrie durch die Entwicklung des Handels in den anderen Ländern. Die Vereinigten Staaten, fügte er hinzu, wollen sich nicht abseits vom Wege halten, aber es muß e r st - l l e s b e i uns g u t g e h e n, bevor wir uns zu den übrigen Ländern begeben, um mit ihnen die großen Probleme zu erörtern. Demrssion des griechischen Kabinetts. Athen, 19. Mai. Das Kabinett Stratos, das in. der Kammer in der Minderheit geblieben war, hat demissioniert. Man spricht von der bevorstehenden Auflösung der Kammer und der Ausschreibung von Neuwahlen. Der König hat Gunaris zu.sich berufen. ' •’T,''! Wiener Mörgönzeitung 20. Mai 1922 .—..—.•.■■■ . .....;.. .... .. >» Tagesbericht. Der wwndsste Punkt. Während die Arrtisemitenblätter die moralischen Züchtigungen,. die wir den christlichsozialen und deutschnationalen Volksverhetzern ,. wegen des Zwiespalts zwischen ihrerr Worten und Taten zuteil werden lassen, schweigend einzustecken pflegen, kann sich die „Reichspost" über nufere Aufklärung der jüdischen Wohltäter, wie unrecht sie daran tun, antisemitische Fonds mit Judengeldern zu verseuchen, gar nicht beruhigen. Zwar sucht sie ihren Verdruß uub die Tatsache, daß wir ihren empfindlichsten Nerv getroffen haben, gestern durch die hochnäsige Bemerkung zu verschleiern, daß eine Polemik gegen uns Raum und Zeit bergenden hieße, aber leider kam ihr diese weise . Erkenntnis erst im Abendblatt;.in ihrer Morgenausgabe widmet sie nicht weniger als anderthalb Spalten an leitender/Stelle dem rührenden Nachweis, wenn etwas auf der Welt, müßte doch die. Sorge um die Notleidenden, welchem Bevölkerungskreise sie auch än-- geh.ören möge n, vom. sachlichen, Gesichts- Punkt aus geregelt werden.. Wohlfährt.und bestmöglrche Hilfeleistung sei die einzige Zweckmäßigkeit, die dabei in Betracht kommen darf. Das klingt natürlich in: Leitartikel sehr schön, wie aber die' christliche Charitas für alle Notleidenden in Wirklichkeit aussicht, haben wir erfahren, als die arischen Studenten die jüdische Mensa heimsuchten. „Anstatt alle Kräfte der öffentlichen und privaten Fürsorge für die vom Schicksal Enterbter: zusa:nmenzr:fassen und sie in ihrer» Wirken zu unterstützen", wie es die „Reichspost" in dem besagten Leitartikel fordert, hat sich der Furor teutonicus damals unter, dem Beifall der christlichsozialen und deutschnationalen Presse an den Lebensmittelvorräten, dem Mobiliar und dem — weiblichen Bedienungspersonal ausgetobt. Von „sachlichen Gesichtspunkten" konnte man damals in den Besprechungen des aufreizender: Terroraktes in den Antisemitenblättern nichts bemerken. Um so größer ist die Kühnheit, mit der sie solche Gesichtspunkte von den Gegnern verlangen. Das christlichsoziale Organ beschwert sich über die Einstellung der komrnunalen Subventionen an die klerikalen JuKndhorte. In diesen Hörten wird die Jugend zur Einstudierung antisemitischer Tendenzstücke ungehalten, . und. die Früchte solcher Erziehung kann man im Gerichtssaal studierest, wo mar: vor kurzem erbauliche Dinge über das feierlich geübte Ausspucken vor Judenftiedhöfen und das Absingen van Pogromliedern beim Zuge , durch die Straßen der Hauptstadt vernahm. Einem so beschaffenen „Samaritertum" in den . Arm zn fallen, > bedeutet wahrlich keinen Terror,, sondern im Gegenteil ein Präventivmittel gegen künftige Terrorakte, -die das, pädagogische Prinzip, selbst aus der Not der Armen und der Jugend Kapital für egoistische P a r t e i z w e ck e zu schlagen, unfehlbar zeitigen muß. Diesem von der „Reichspost" gebrandmarkten Prinzip huldigen die klerikalen und deutschvölkischen Jugendorganisationen im höchsten Grade. - Darum werden wir in unserem Eifer, die jüdischen Wohltäter vor der Unterstützung solcher Vereine zu ' warnen, nicht mehr erlahmen und hoffen nur, daß dadurch die Zuversicht der „Reichspost" auf die „ewigen Quellen" däc christlichen Charitas nicht gar zu grausam erschüttert ftfab... ’ . Die agudistische Hetze gegen die Knltusgemeinde. Man; schreibt unS: Die Bezirkskommission der Kullusgemeinde für den 9. Bezirk hat sich in der Sitzung vom 17. d. altch mit den Anschuldigungen von trennungsorthodoxer Seite besaßt, wonach die orthodoxe Judenschaft höher besteuert wird. Diese Anwürfe wurden von allen Kommissionsmitgliedern als böswillige Verleumdungen mit Entrüstung zurückgewiesen. Hierbei wurde, festgestellt, daß die von der orthodoxen Partei eütsendeten Mitglieder sich von den Beratungen der Bezirkskollegien überhaupt absentieren und an deren Arbeiten gar nicht teilhaben wollen. Es wurde der Antrag Schmerler genehmigt, sich dem in der Bezirkskommissw» - für den 1. Bezirk angenommenen Proteste anzuschließen und diesen Beschluß durch Veröffentlichung zur allgemeinen Kenntnis zn bringen. Das Schicksal dev Dina Weygersberg. Das Schicksal der kleinen Dina Weygersberg, welche als ein Opfer antisemitischer Brutalität hilflos -und krank in dunkler Nacht aus dem Spital ans die Straße gesetzt wurde, hat in den weitesten Kreisen- Interesse hervorgerufen, das . sich auch erfreulicherweise in einer werktätigen Teilnahme kund- : gibt. Bezeichnenderweise bemühen -sich, wie uns mitgeteilt ' wird, gewisse den an jenem Vorfälle Verantwortlichen nahestehende Personen in einer etwas merkwürdigen Weise, Herrn Misionschnik, der sich des unglücklichen Mädchens angenommen hat und es hier zur Modistin ausbilden zu lassen be-' absichtigt, dazu zu bewegen, daßpie Arme möglichst rasch in ' ihre Heimat geschickt werde, damit auf solche Weift die ihnen - leidige Affäre aus der Welt geschasst sei. *; ' , - Der Verein Machsike Hadath veranstaltet aus Anregung des Herrn- Josef M i s i o n sch n i k am 27;b* M., 8 Uhr abends, im Hotel Continental ein Wohltätigkeitsfest mir an-' schließendem Tanz, dessen Reinertrag Dina- Weygersberg sowie sonstigen Wohltätigkeitszwecken zngewendet wirrden -füllst Verschiedene Kunstkräfte haben ihre freundliche Mitwirkung zügesagt. Eintrittskarten (Vorverkauf 609 K., ' Abendkasse 1000 K.) bei Herrn Josef Misionschnik, 2. Bez., Rembrandt-.; straße 6, in allen KartenbureauS»' ferner bei' der: Schaltern '• . der -„Wiener Margenzeitung" / - 'st- ' < * "st v:; Seite 5 Eisig Weinstock gestorben. Ans Lemberg schreibt man uns: Der bekannte jüdisch- -Journalist und langjährige Mitredakteur des „Tagblatt" Eisig Wein stock ist im 32. Lebensjahre gestorben. Der Verstorbene war Korrespondet des New-Yorker jüdischen Tagblaites „Vorwärts" und hat vor kurzem zwei von der jüdisch-literarischen Kritik günstig aufgenommenes Dramen „Der Versöhnungstag" und „Die schreckliche Beichte" veröffentlicht. (Weinstock .hat auch in der „Wiener Morgenzeitun^ etliche interessante Aufsätze veröffentlicht.) ElternversammLrmg. Dienstag den 23. ö.. 7 Ilhr abends, findet eine Volk» Versammlung der Eltern d e r S ch ü l e r des I ü d if ch e:: R e a l g y m n a j i u ms:m Sitzungssaale des Zionistischen Lanüeskomitees, ll., Taborslratze 20 a, statt, in der der Direktor des Iüdijchen Realgymnasiums und der Sekretär des Jüdischen Schulvereines über aktuelle pädagogische und materielle Fragen der Schule sprechen werden. Die Elternschaft wird dringend ausgesordert, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Für -ie Hungernden in Rußland. ' Wir erhalten den folgenden Aufruf: Wir wenden uns an das Gewissen der jüdischen Oeffentlichkeit, insbesondere an das Gewissen der jüdischen geistigen Arbeiter: Millionen Menschen hungern in Rußland, Tausende gehen zugrunde und 'unter ihnen eine große Anzahl jüdischer geistiger Arbeiter. Täglich kommen neue, in ihren Details grauenhafte Nachrichten über das grenzenlose Elend unserer Brüder, Nachrichten, die. crfciuten lasse::, daß die gewaltigsten geistigen Energie:: unseres Volkes aus dem Spiele stehen, geistige Potenzen von höchstem Werte fallen Hunger und Seuchen zum Opfer; »kiuJ) folgen ihnen wertvollejüdische Menschen auf den: Wege des Todes, so daß das einst unerschöpfliche Reservoir jüdischer Geisägkcit .in Rußland vor der Erschöpfung steht. Wir appellieren daher an das jüdiche Herz, an die jüdische Hilfsbereitschaft: helft unseren Brüdern in Rußland, helft den jüdischen Menschen in ihrer höchsten Not! Welcher Partei immer, wir angehören, welche Idee immer die Hungernden vertraten, sie sind Menschen und unsere Brüder. Wenn wir auch selbst elend sind, dürfen wir nicht vergessen, daß ihr Elend das ungleich größere, das Elend der Hoffnungslosigkeit ist; Helfe nun jeder nach seinen Kräften, die - sein Gewissen messe! Für die Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künst ler H aruach in Wien. Dozent Dr. S. Baron, Ludwig Bato, Professor S. Braslavsky, Israel Edelmann, Blanko Federn- Lipschütz, Dr. Z. F. Finkelstein, Fritz Groß, Eugen H o e f li ch, Lazar K r e st i n, Jakob L ö w, Wilhelm W a ch- -tel,-.Professor Julmsz Wolfsohn. - (Spenden übernimmt Dr. O. Karbach, 1. Bez., Hnnmelpsortgasse 20, sowie die Administration der „Wiener Morgenzeitung".) > * Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien. An: 10. d. fand im Lesesaale der.jüdischen Gemeindebibliothek die zweite ordentliche Generalversammlung dieses Vereins statt. Aus dem vom Schriftführer erstatteten Tätigkeitsbericht ist zn entuehn:en, daß der Verein zwölf Vorträge, aus verschiedenen Gebieten der jüdischen Wissenschaft in: abgelaufenen Jahre veranstaltet hat; ferner fanden Exkursionen auf den alten Judensriedhof in -der Seegasse und in das Jüdische Musen:::, Malzgosse 16, statt. Die Mtgliederzahl ist in stetem Wachsen begriffe». . Die Neuwahlen in die Vereinsleitung ergaben folgendes Resultat: Präsident: Professor Dr. Samuel Krauß: Äize-Vräs:de::te.u: Oberbibliothekar Dr. Bernhard Wachsteiu, Ludwig Bato; Schriftführer: Bernhard Grünhut, Rudolf Weinberg; Kassiere: Alfted May, Dr. Sanel Beer; Bibliothekare: Konnnerzialrat Atax Strauß, Josef Perlberger; Beisitzer: Rabbiner Dr. David Feuchtwang, Alexander Wolf; Revisoren: Maria Gläßner,- Dr. Paul Diamant, Hans Heller. Oberrabbiner Dr. Cbajes wurde zum Ehrenpräsidenten des Vereins ernannt.. Die neue Leitung beabsichtigt,^ eine rege Tätigkeit zu entfalten, insbesondere volkstümliche Vortrage, Vorlesungen und Unterrichtskurse abzuhalten, sowie eine Bibliothek und Lesehalle zn errichten, und apelliert an alle gebildeten Juden und Jüdinnen, dem Vereine böizutreten. Zuschriften sind zu richten an die Adresse des derzeitigen Präsidenten Professor Dr. Samuel Krauß, Wien, 2/Bez., Ferdinandstraße 23. .! * Gold. Aus London wird gemeldet: 300 Meilen nordwestlich von Sidney (Australien) ist man auf eine neue, sehr ergiebige. Goldader gestoßen. Nur Wassermangel hindert einen gewaltigen Zuzug von Goldgräbern. * Boxkämpfegegen Alkoholiker. In New-York hat sich die große Obstzucht- und Schiffahrtsgesellschaft „Atlantic" gcu.ötigt gesehen, Boxrämpfer anzuwerben, um ihre Wersten und Schiffsanlegeplätze gegen den Zudrana^- der AsLoholschmugglcr zn schützen, die die Matrosen eines jeden ankommeuden Schiffes umschwärMen,-nm von ihnen Branntwein zn erhalten. N » Nsunslun-enlag irr Frankreich. Aus Paris wird gemeldetDie Arbeiter von Roubaix baben nach Bewilligung von tzvbersn Löhnen den Neunstundeu-Arbeitstag angenommeul * Dringender Kilferuf! Stellenloser, aus rusiischrr Internierung zurückgekehrler 66 Lahre alter Buchhalter mit. kranker Frau und infolge von Unterernährung erwerbsunfähiger Tochter, bittet edle Menschenfreunde, ihm die Unterbringung seiner Tochter in einem Rekonvalesze^tenheim zu ermöglichen! (Wir erhielten zu disiem Zweck von Dr. Ludwig Rieß durch Rabbiner Fischer b000 K. Weitere Spenden nehmen wir -gerne entgegen.) — Ein Äochsiapler. Unter dem Namen. Dr. Paul Becker. Musikkritiker, der. »Frankjurter Zeitung" hat sich ein Gauner an mehrere Wiener Bühnenkünstlerinnen herangemacht und ihnen unter Erweckung trügerischer Koffnungen auf einträgliche Gastspielen gagements Geldbeträge entlockt. Der- Betrüger wird gesucht. y . . * Was Bettler HMe verdienen. Gestern, vormittags wurde in .der Hochedlingergasse in. der Leopoldstadt die-58jährige Therese L. wegen Bettelns arretiert. Ln ihrem Besitze wurden 80.000 gefunden, die sie von Passanten erhalten hätte. ' ♦ 100,000 Kronen Almosen. Die Fabriksdirekiorsgattin Frau Iosefine L i e b e r m a n n aus Oswiecim hat gestern der Polizeibehörde angezeigt, daß sie iam 16.» d. auf dem Freiheltsplatz äner Bettlerin als Almosen irrlüsnlich zwei Banknoten Zu je 50.000 Ai. gegeben hat. Sie stellte das Ersuchen,' der Bettlerin Lmd^tokn au belasten und ibr den Rest MückMellen.

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