Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1185 (19.5.1922)
- Date
- 1922-05-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1185 tzmrner Vette.s" iv. Dcat. ISLL ZMsrhe KrregsWchtMge ans Galizien, - welche ln ihre Keimat zurückkehreii wollen, können sich mit; Personaldokumenten und Photographien (je zwei Stück pro Person) noch heute in der Zeit zwischen 9 und 11 Uhr vormittags im Bureau des zionistischen Landeskomilees, II.. Taborstratze 20 a, Zimmer 8 (Delegation des Jüdischen Nationalrotes für Ostgalizien), melden. Spüler, erfolgende Anmeldungen können keinesfalls berücksichtigt werden. Cs wird darauf auf-' merksam gemacht, daß auch alle, die sich vor dem il. d. zum Keim- Kehrtransport angemelöet haben, sich abermals mit Dokumenten, Lichtbildern usw. zu melden haben. * Richtigstellung. Der Preis des Beim Jüdischen Verlag, Berlin, neu erschienenen großen H er zl-Bilde s beträgt Mk. 100.— und nicht wie im Inserat her hiesige» Auslieferungsstelle (2. Bez., Taborstraße 1—3) irrtümlicherweise angegeben, Mk. 300.—. Druckfehler. Im Bericht über die Tätigkeit, des Wiener Palästina-Amtes (vergleiche unsere Ausgabe vom 18. Mai) ist irrtümlich angegeben worden, daß das Chaluzheim in K l o st e r n c u b it t g über 16 Betten verftlgt. Es liegt ein Druckfehler vor und es muß richtig heißen, daß im Klosteriwubnrger Heim 160 Betten ausgestellt sind. ' * Die Abrüstung . .. Aus Rio de Janeiro wird gemeldet, daß die brasilianische Flotte durch fünf Zerstörer von je 1800 Tonnen und fünf Unterseeboote von je 1200 . Tonne^ verstärkt werden soll. Die Zerstöret werden in England, die Unterseeboote in Italien gevaut werden. ■ * Brand eines Spitales in Rom. Aus Rom wird gelnelbct: Am 18. d. brach im Hospital zum heiligen Geist ein Brand aus^ der sehr großen Umfang angenbmmen hat. In dem Gebäude war im Waschranm Feiler zum Ausbruch gekommen, das in kurzer Zeit den größten Teil des Gebändes, in dem sich ungefähr 40 Kranke befanden, erfaßte. Ein Saal, in dem wüstere 20 Kranke untörgebracht toareit, brach ins untere Stockwerk durch. B!sl,er wurden aus den noch rauchenden Trümmern und dem n-'ch brennenden Gebäude ungefähr 80 verkohlte Leichen geborgen. * In England billiger. Aus London wird gemeldet: Im Avril haben sich die Kosten der Lebenshaltung in Großbritannien um ein Prozent gegenüber dem Vormonat verbilligt. Die Indexziffer weist heute eine Verteuerung von 81 Prozent gegen Juli 1911, auf. . * Die Volkszijhzima irr PsZüstino. Einem Jerusalemer . Bericht der „W orntngPo |l“ zufolge ist das Resultat der im Jänner d. 6. durchgesührten Volkszählung in Palästina wie folgt: 585.315 Mohamedanrr, 88.049 Christen, 8 1.16 9 Juden. Auf Distrikte verteilt» leben in L e r u s a t e m 33.784 Juden, im Jaffa dislrikt 25.378 Juden, im Distrikt Gaza 311 Juden, im Distrikt Galiläa 11.920 Juden, im Distrikt Pbönizra^ 9738 Juden, im Distrikt Veer-Schewa 33 Juden und im Distrikt Somarl a kein einziger Jude. Allerdings scheinen die Ziffern Zer antisemitischen „Morning Pos!" nicht besonders verläßlich du sein. (I. C. B.) * Der Kopf als Kinderwiege. Man rennt die vielfach noch heute vorhandene Sitte, daß Frauen allerlei Lasten auf dem' Kopfe tragen, und die Geschicklichkeit, mit der dies geschieht, verdient wirklich Vewunderuung. Der Fall, daß eine solche Last, die zuweilen beträchtlich sein kann, einmal ins Wanken gerät und von ihrem etwas hohen Standort herunterfällt,, kommt so gut wie gar nicht vor. Natürlich verlangt das Tragen auf dem Kopfe, eine sehr gute Haltung der Trägerin, und man glaubtt ja, daß die bemerkenswert stattliche Erscheinung der Römerin dem Umstande züzuschreiben sei, daß sie Wassergefäße aus ihrem Kopf trägt. Das Merkwürdigste auf diesen: Gebiete leisten aber wohl die Peruanerinnen. Sie tragen ihre kleinen Kinder in hübscher: Körben ans ihrem Haupte spa- ■ zieren. Mit einem unfehlbaren Gefühl für das Gleichgewicht auf ihrem Kopfe ausgeitattet, bringt die peruanische Mutter, ihr Kind niemals in Gefahr. Die wiegenden Bewegungen der Mutter, hie ihr Kind auf ihren: Kopfe trägt, mögen in gewissem Sinne die einlulleude Wirkung ausüben, für die der komplizierte Kultnrnrensch sich einer Wiege zu bedienen pflegt. * Geüeralversammlung des Haruach. An: 9. d. fand int Saale der „Jüdischen Kinderfreunde" die ordentliche Generalversammlung des Haruach statt. Vizepräsident H o e f» lich erstattete den Bericht über das verflossene Vereinsjahr, das eine bedeutende Ertveiterung der Tätigkeit auf allen Gebieten des Jnteressenschnhes und der kulturellen Arbeit gebracht hat, und dankte insbesondere den Mitgliedern-Obrrabbiner Dr. C h a j e s, Frau Federn -- Lips chütz und Maler Dario Rappaport für die besondere Förderung der Vereinszwecke. Frau Schnabel-Hoeflich berichtete über die Wirschaftsaktionen, Herr Bato iiber die Kassagebarung, worauf dem Vorstand das Absolutorium erteilt und der' Dank .für seine Tätigkeit cmsgesvrochcn wurde. Der neue Vor-i stand seht sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Präsident: Maler Lazav Krestin; Vize-Präsident: Schriftsteller Engen Hoeflich; Schatzmeister: Schr:ftsteller Ludw:g Bato; Ausschußmitglieder Dozent , Dr. Baron, Professor S. Braslavsky, Maler Israel Edelmann, Malern: Frau Blanka Federn- Lipschütz, Schriftsteller Dr. Z. F. Finkelstein, Maler Arch. Fritz Groß Frau Mirjam Schnabel-Hoeflich (Wirtschaftsrefrentin), Bildhauer Jakob Löw, Maler Wilhelm Wachtel, Professor Juliusz Wolfssohn. * Wetterbericht. Die Wetterlage ist unverändert. Das Wetter m Mitteleuropa Ist vorwiegend heiter, doch vielfach lokal gestört unv gewitterig. Voraussage: Vorwiegend heiter mit Störungen, Temperatur abnehmend. * Lohnerhöhungen im TapezterergewerSe. Brr den letzten Lohnverhandlungen mußte der Gehilfenschaft eme,25prozentige Lohnerhöhung, auf die bestandenen Lohne, ab 15. Mai, zahlbar am 20. Mai; bewilligt werden, so daß die Regiestnnde 1650 K. beträgt. * AeZne Höchstpreise mehr für Leuchtpeiroleum. Wie das Gremium der' Wiener Kaufmannschaft nritteilt, rst in Hinkunft die Preisbestimmung für Leuchtpetroleum dem freien Handel überlassen und hinsichtlich der Preisbildung lediglich an die Besttmmungen des Preistreibereigesetzes gebunden. * Jüdisches- Realgymnasium. Anmeldungen für die erste Klasse werden, bis Ende Mai täglich (außer. Samstag und Sonntag), zwischen 12 und I Uhr " in oer Direktionskanzlei, Wien, 1. Bez.,, Drahtgässe 4, 4. Stocks enigegengenomnreü. * Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene. .Am. 30. d. endetdie A u m e l d e f r Ist für Ansprüche' nach dem österreichischest Jnyalidenentschädiguttgsgesoh. Wer vis dahin fetrtcit Anspruch ancht an'pMrsdel.hat. erhält keine Heute; äüsgenowmen hiervon sind nur die in: Bur genland wohnenden und hei:natsberechligten Kriegsopfer. Der Landesverband UiedeMerrM fordert deshalb M Kv^GefchMckeu üyd. Krieaerhiuterbliebenen, welche dies'noch nicht getan haben, auf, sich beim nächsten Jnvalidenamte auf die Rente anzumelden. Ebenso haben sich die Angehörigen der noch unfreiwillig in Gefangenschaft befindlichen Kriegsteilnehmer und alle-Personen zu melden, welche aus irgendeinem Grunde noch, Unterhaltsbeitrag beziehen. Alle diese haben Anspruch auf d:e Rente nach dem Jnvalioenentschädigmrgsgesetz. Wer den Unterhaltsbeitrag nur deshalb, bezieht, weil sein anaemeldeter Anspruch noch nicht erledigt ist, braucht sich natürlich nicht neu melden. Die Anmeldung kann auch bei persönlicher Verhinderung schriftlich mit rekommandierter Korrespondenzkarte an die zuständige Jnvalidenentschädigungskommission erfolgen., * Heimkehrer nach der Bukowina. Der. Bukowinaer ZentralverbaNd in Wien fordert alle jene Bukowinaer und deren Familienangehörige, welche r:ach der Bukowina mit asten ihren Mobilien die Heimreise, anzutreten sich entschlossen haben, auf, sich zwecks Zusammenstellung eines Sonder-Heimkehrerzuges ehestens bei den an jedem Sonntag ab 9 Uhr vormittags stattfindenden Verbandsdiskussionen im Cafe Edison, 1. Bez., Franz Josefs-Kai 13,1. Stock, bei der Heimkehrersektion anzumelden. Geburts- und Heimatsdokumente find mitzubringen. * Teilverkehr auf der Wiener Stadtbahn. Das bereits zwei Jahren ins Auge gefaßte Projekt, ,mr Entlastung Fernbahnhöfe den Lokalverkehr der Westbahn - und Franz Josefs-Bahn-Strecke mit Ausschaltung dieser Bahnhöfe über die Gürtellinie der Stadtbahn zu leiten, kommt am 1. Juni zur Ausführung. Lediglich vier Nähzüge, die Post mit sich führen, werden noch' vom Westbahnhof abgehen, aste übrigen werden von den Stadtbahnstationen der Gürtellmie sowohl in der Richtung. Neulengbach als auch Tulln zu erreichen sein. Gesperrt bleiben vorläufig noch die Bahnhöfe: Ober-St. Beit, Braunschweiggasse, Burggasse. Josefstädterstraße und Alserstraße, doch dürften auch diese Einsteigstellen in absehbarer Zeit, vielleicht schon in einem Monat, dem reisenden Publikum zur Verfügung stehen. Der Tarif für die Stadtbahnbenützung dürfte voraussich liich 80 K. betragen. Lokomotiven- und Leutemangel verwehren vorläufige noch Re Wiedereröffnung der Wientallinie. Doch ist nach Behebung dieser Mängel, die kaum vor einem Jahr geschehen dürfte, mit Bestimmtheit damit zu rechnen, daß der Kreisverkehr über die Wientallinie wieder ausgenommen wird. Der Kohlenmehrverbrauch, der durch die Ueberleitung des Nahverkehrs über die. Gürtellinie entsteht, verschlingt monatlich eine Milliarde Kronen. An die Elektrifizierung der Stadtbahn kann erst nach Fertigstellung eines der großen Wasserkraftwerke gedacht werden. * Avfrrgenöe Derhaftungszene» aus Sem Franz Jofsfs-Äa!. Am 10. d. haben d>e Kriminalbeamlea-Inspektoren Kehrrr, üeckenihaler, Lenz und Merlh durch Zufall auf dem' Franz Jostfs-Kcn eine Gmppe von Männern gesehen, in deren einem sie aus den ersten Biick den gefürchteten und lange vergeblich gesuchten Einbrecher Rudolf König erkannten. Eie, wußten gleich, daß es auf Tod und Leben ging; zum Glücke hatte König sie nicht bemerkt; fo war ihr Plan rasch gefaßt: Blitzartig mutzien alle drei Männer von hinten gepackt und unschädlich gemacht worden, ehe sie an Widerstand auch nur denken konnten. Der Plan wurde a>sbald in die Tat umgesttzh Mitten im Trubel des Straßenverkehrs stürzten sich Inspektor.Kehrer und die Kriminalbeamten auf König und jeine'beiden Begleiter, die unwillkürlich nach der Tasche greifen wolllen; doch ehe sie sich noch besinnen konnten, waren sie schon unschädlich gemacht. Aus der Tasche des einen zog man einen Revolver mit scharfen Patrone::, aus der Tasche Königs ein haarscharses Vexirmeffer. Diese Ileberrumpslung der Verbrecher erregte auf dem Kai riesiges Aufsehen. Die Einbrecher wurden gesiern dem Landesgerichte eingelieserl. Vereine, VorLrtzge und VersaMmümgerr. I ü d : i ch e s I u g e n d h e i m. Das Seminar von V. Locker üb».r die „Probleme der jüdischen Arbeiierbewegung" findet heute, 7 Ahr ab.nds, im jüdischen Jugendheim, IX., Berggasse 7 sialt. Vereinigung jüdischer A k a d e m i M r. Morgen Samstag 2 Xtijr 30 Min. nachmittags, Ii., Im Werd 13, Mensalokal, Kurs: »Brachvth". Vortragender: Rabbiner Wundrrmaun. „Kn t a ch d u t [)•'. Morgen, 4 Uhr nachmittags, Glockengasse 30, Sitzung des Waad. Akademischer Verein jüdischer Mediziner, Wien. Samstag 7 Uhr abends im Körsaale der II. anatomischen Lehrkanzel Prof. Kochslädter (!X., Währingcrstraße 13) Vorlrag des Kerrn Dr. Kilkooich, Vertreters der amerikanischen Aerztevereinigung für den Aufbau und Erhaltung der Universität in Jerusalem. Thema : Aufbau der Universität in Jerusalem. , Urania. Keute Freitag. 5 Uhr (Großer Saai): Der Kampf mit dem Berge. I. In Sturm und Eis. '/-6 Uhr (Kursfaal): Kochschulprofessor Lng. Artur Budau: Die Wasserkrast im Dienste der Menschheit. 1. ‘/56 Uhr: (Klubsaal): Akad. Maler und. Landeskonservaior Emmerich Schoffran: Das schöne alte Perchtoldsdorf. 8 Uhr (Großer Saal): Dr. Friedrich Kronfeder: .Alte und neue Theosophle. */aS Uhr (Kleiner Saal): Univ.-Prof. Dr. Robert Bartich: Soziale Derhältnissö in aller und neuer :Zeit. >/,8'1lhr (Kleiner Saal): Univ.-Prof. Dr. Kans Voltelini: Recht und Kultur der alten Germanen, llf.^ Uhr (Klubsaal): Univ.'Prof. Dr. Viktor Bibi: Die Novemberkatastrophe und ihreiMerenUrsachsn.M. , Volksbildung i m. ö it e r r e i ch i s ch e n M use um. Sonntag den 2l. d.. V411 Uhr Führung-vortrag: „Möbel der Gotik und Rena ssance", erläutert an Objekten dw Museums. Versammlung: 1., Slubrnnng 5 (Säulenhof). Einlriti frei. Sammlungen, Ausstellungen, Bibliojhek und Leiesäle sind an diesem Tage von 9 bis 1 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Volksbildung im Technischen Museum. Morgen 3 Uhr nachmittags Führung: „Wasserkrast- Maschinen" von N. Doroevie. Sonntag 10 Uhr vormitlags im großen Körsaal Lichibildervorlrag: „Das Aluminium" vou Dr. In g. R. Püringer. EmDrMg. Der Marktbericht. - Ste?geirde Fleischprslse. Die Teuerung kommt noch immer nicht zum Siillstand und Kmacht Mglich?, weitorch erschreckende Fortschritte. Ln cher Groß > Markthalle , verteuerten sich gestern im. Großhonde! Feltschweine weiter uch 180. Kl. Fleischschweine um LOO K.» Speck um 200 K., Kalbfileisch sim 8OV K>>l Kälber üm 100 U.j Kitze um 300 K.. :.ZieüekLuM40O K.; Merdefleisch /'um':.öS K. pro Kitögrainm. ' - Diese Sieigerlmgen ansfen auch /auf denI)etai1verkehr Ger und so.erhöhten.'sich Kalbfleischum 4OO K., Speck .und Fitt nust 2O0K. . ' pro Mxgrämm. Merkwürdigerweise herrschte trotz dieser PreikcrhöyUiigcN wbhcisterer Verkehr." Beiörld'ere Nachfrage war nach amerikanischem Eesriersieisch zu beobachten. Die Kauftusiigen MD sich in IMtzt We bWm an. Dje Zufuvfta'waren' knapp : es waren im Ganzen zwei Waggons mit verschiedenen: Flrischgattungen eingetroffen, und zwar einer aus Lugo-l slawien und einer aus Steiermark. i In der Großmarkihalle gallen im Detailhandel folgende' Preise für ein Kilogramm: Geftierrindfleisch 1460, beziehungsweise 1600 und I9c:0 K„ vorderes Rindfleisch 1800 bis 3OV0 K.»! hinteres 2000 bis 3700 K.» Bratsnfleisch 2400 bis 3600 K.. Kalbfleisch 24OO bis 4000 K., Schlögel und Schnitzelfleisch 4200 bis 4600 K.. Schweinefleisch 3400 bis 44OO K.» Speck 4200 bis 4400 K.. Selchflersch 3600 bis 4400 K., Schmalz 3000 bis 3600 K., Fil; 4300 bis 4600 & Auf den Grünwarenmärkien war die Beschickung gut aus-i gefallen, namentlich Neusiedler Salat ist in großen Mengen eini getroffen. Er wurde so lebhaft hegehrt, daß sich auf dem Naschi markt lange Anstellreihen bildeten. Die Preise blieben im allgemeinen unverändert. Aegyptischer Zwiebel hat sich im Groß- -. Handel von 650 auf 740 K. pro Kilogramm erhöht. Begründet wird diese Erhöhung mit der Steigerung der fremden Zahlungsmittel. Eier waren genügend vorhanden. Ihr Preis hat niit Rücksicht darauf, daß viele Eier eingelegt werden, etwas ongezogen. Der Stückpreis betrug auf dem Nafchmarkt im: Detailhandel 145 bis 150 K. Freie jüdische Volksbühne Gastspiel in der Roland«Bühne 4280 Heute ff Ä/f41 tt Schauspiel in 4 Akten */,8 Uhr abends: J CtÄCSitt aCüll \iUll von David Pinski BÄhNermd Kunst. Wiener SLKÄLthesrter. („Die Mary". Vier Bilder aus der guten Gesellschaft vosic Siegfried Geyer.) (Gastspiel Valerie MartenS.) Vermutlich ist schon bei der Erstaufführung der „Mary^? (das Stadttheater brachte nur eine Neuinszenierung) alles: gesagt worden, was sich für und wider die Szenenfolge sagen: läßt, liegen doch Mängel wie Vorzüge sonneklar zutage. Für! das Stück spricht der geistreiche, pointierte, flüssige Dialog, die 1 gute Beobachtung der Typen, die glatte Technik. Den Haupt-! einwand gegen das Stück nimmt einem der Autor wohl aus der Hand, indem er es „Vier Bilder" nennt. Damit ist er der! ersten Forderung an das dramatische. Werk ledig: HanÄung) zu bringen. Es sind lose Szenen ohne dramatischen Impuls, gut! beobachtet, scharf'gekantet) aber doch nur eine Art Essay über; das moderne junge Mädchen, Las von der Bühne aus vorgetragen wird. Ob es klug war, durch den Titel des dritten Bildes den Schatten der- „Demi-vierge", der ohnehin unverkennbar' über der Hauptgeftalt schwebt, zu verdichten, mag dahingestellt' bleiben. Die erzählende Form erlaubt in der Sitienschilderuug eine um so vieles feinere Nuancierung, reichere psychologische Durcharbeitung, und diskreteren Motiveyschmuck, daß der Vergleich kaum zugunsten des Bühnenwerkes ausfallev kann. Ein zwingender Grund zur dramatischen Behandlung des Stoffes ivar aber hier nicht gegeben und die Leere, im Sinne szenischer Bewegtheit konnte durch einige, Psychologische Feinheiten nicht ausgeglichen werden. Zum Dramatiker gehört eben doch noch ein bißchen mehr, als die Fähigkeit, einen prickelnden. .Dialog zu schreiben. Valerie Martens führte die sensationslüsterne, ' freche, illusionslofe Wiener Demi-vierge mit allen Pervers:-^ täten und Launen vor und traf den Ton des,zwischen Hysterie,-, Lüsternheit und praktischer Klugheit schwankenden.Jour-girl vorzüglich. Sic fand in den Herren Rhoden und Mahr verständnisvolle Partu.er, wie denn der Aufführung überhaupt volles Lob geführt. Wenn der Gastspiel-Abend trotzdem wenig Befriedigung zurückließ, so lag das an der Wahl des Stückes, das bei allen Vorzügen unersrenlich wirken muß. Der äußere Erfolg des Gastes war — besonders im Hinblick auf deu herrlichen Maiabend und seine Anziehungskraft — von respektabler Stärke. ' K. M. VorLragssrSerrd 2ia Assen - D. IarssiaWSky. Lia Rosen hat sich, seit sie aufgehört hatte, eine Hoffnung des Theaters zu fein, auf dem Bortragspodium heimisch eingerichtet und sich die Gunst eines zahlreichen Publikums er-, obert, das sie auch bei ihren: letzten Lluftreten mit Beifall überschüttete. Die suggestive Wirkung ihres senoren Organs ist unvermindert geblieben, aber im. übrigen hat Lia Rosen ein Startun: entwickelt, das manche Bedenke:: hervortust. Die Technik ihrer Darbietung ist vollendet. und klug, aber hier ist Kunstverstand viel stärker am Werke als der zündende Funke der Inspiration, uüd ihre Leidenschaft wirkt wie kaltes Feuer. Der Rkonolog Johannes ans der „Jungftau von Orleans^ geriet recht farblos und bei der Wiedergabe eines Kapitels aus Dostojewskis „Bruder Karamasow" — ein fragwürdiger Versuch im Großen Kouzerthaussaal — wollte sich der innere Kontakt nicht einstellerr. In Poes „Glvckenballade" konnte Lia s)!osen das ganze Blendwerk. ihrer Virtuosität entfallen, am stärksten wirkte sie in der Wiedergabe schlichter, melancholischer Lyrik, so der empsindungsvollen Verse Werfels und in Rückerts „Als ich. wiederkam". Herr Jaroslawsky ist bereits als Opersänger großen Stils rühmlichst bekannt, Nur sollte er nicht, deutsche. Lieder (in russicher Sprache singen, wofür in Wien weder ein - Bedürf-nis besteht noch feine Art geeignet ist. Die prachtvolle Wiedergabe seiner Opernarren erweckte berechtigte Be-! geifterungsstürme. — (Ein Wort erfordert noch die für diesen' Abend entfaltete Reklame. Während die Litfaßsäulen das un-. gefähre Programm des Abends verlautbarten, wurde dass jüdisch bewußte Publikum dyrch eine Ankündigung getäuscht^ die ihnen hebräische Lieder.(mit Harfe und Orgel) sowie das/ „Hohe Litzd", vorgetragen von Lia. Rosen, in Aussicht stellte, ' Etliche Zuschriften an. uüs erheben gegen diese originelle Aie-c thode begründeten'^ Protest. Man kann Lia Rosen und. Jaro< släwsky gerr: hören, braucht: effhäüer nicht hiazunehmen. daß man einer solchen Reklame aufsitze!) A, F, ■jr - ' -"' -