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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-19 · Heft 1185 (19.5.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1185 (19.5.1922)
Date
1922-05-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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.‘ - '"'" V ' T Seite 6 Wien, ftreitflfl BibeLsöe^d Oskar Beregi. Am Vortragstisch zeigt Oskar Beregi Qualitäten, die auf -er 'Bühne zu entfalten, ihm allzufelteu Gelegenheit geboten wird. Der Schauspieler mit dem herrlichen Organ ist ein denkender, tief schürfender Künstler. Wir haben manche schöne Bibelabende in Erinnerung. Lia Rosen rezitiert im ekstatischen Proph^tentou, Schildkraut setzt sich breit hin und liest uns mit kerngesunder Einfachheit, mit wenig Pathos und viel Humor gleichsam aus einem Bauernbüchel vor, Egon Brecher disponiert mit vorbildlicher Klarheit, auch der orgelnde, dunkelwehmütige Ton Harry Waldens, wenn er Psalmen und aus dem Buche Hiob sprach, klingen uns noch im Ohr. — Beregi hingegen dramatisiert die Bibel und wählt vornehmlich Stellen, die Rollenverteilung gestatten. Die gewaltige Stimme Gottes aus den Höhen, die schwere Zunge seines Kyechtes Moses, den die Last der Sendung niederdrückt, die ruhig-erwägende, dann überlegen-sachliche Rede des königlichen Richters Salomo, die plump-naive, furchtlose des Riesen Samson, die lauernde, girrende der Dalila charakterisiert er mit bezwingender Plastik, und ganz meisterlich stellt er die beiden Weiber nebeneinander, die Salomos Urteil heischen. Aber dieses Ausziehen vieler Register kann sich nur ein Vortragender erlauben, der in den Geist der Bibel so eingedrungen ist, wie Beregi. Alles wird lebendig — weil es in ihm lebt. Vor Nachahmung wird gewarnt. Der Erfolg des intimen Abends war außerordentlich. Aus den Theatern. Im B u r g t h e a t e r wird morgen ,D erlebende 2 eichna m" aufgeführt. Im Operntheater geht morgen „D i e I ü d i n" in Szene. In der Volksoper wird morgen „T i e f l a n d" wiederholt. ImDeutfchenVolkstheater gelangt morgen .Professor Bernhard i". Moniag Grillparzers Lustspiel „Weh dem der lügt" mit Frl. Wesiely und ren Kerren Kutschern, S.ma, Ehrte, Schreiber und Kommauf;ur Aufführung. Für letztere Vorstellung gellen volkstümliche Preise ohne Vormerkgebühr. Zn Fen K a m m e r s p i e 1 e n des Deutschen - Volksihealers werden die Nachtvorstellungen Samstag den 20. d. um 10 Uhr wieder ausgenommen. Es gelangt das Lustspiel »Fräulein Mama" von Louis Derneüil zur Aufführung. Im Wiener Stadttheater feiert „Die Wary", Vier Bilder aus der auten Gesellschaft von Siegfried 8eyer heute das Jubiläum der 100. Aufführung. In Kauptrollen ßnd beschäftigt die Damen: .Valerie Martens als Gast. Magda Karmen und die Herren: Berstl, Kofoauer, Mahr, Strehlen, Ahoden, Volker. . In der Renaissance-Bühne gelangt bis einschließlich Donnerstag den 25. d. „D e r Unbekannt e" M Darstellung. Freitag den 26. d. findet die Premiere des Lustspiels von Hermann Bahr „D a s P r i n z i p" statt. Im A k a d e in i e t h e a t e r gelangt Sonniag, J/*8 Uhr die Tragikomödie . „K a n z l i st K r e h l e r" 'mit Karl forest, Robert Marlitz. Louis Böhm, Cmmy Förster und Ilse Liebau zur, Wiederholung. Die Freie jüdische Volksbühne bringt morgen in der Rolandbühne „S ch m cr i e s" zur Darstellung. Frankfurter Theater. Unser Frankfurter Korrespondent schreibt uns: Die Uraufführung des Einakters „Herzog Blaubarts Burg" sowie des Tanzspiels „Der holzgeschnitzte Prinz" im Opernhaus erwies, daß beide Werke des ungarischen Komponisten Bela Bartole ber Inszenierung im üblichen überkommenen Stil nicht jene innere .Anteilnahme anslösen können, die sonst die Zartheit, Behütfimkei: und Klans.ner'de der Bartoleschen Musik erwirken müßte. Die Partitur von „Herzog Blaubarts Burg" ist symphonisch gebalrenc, remc Programmusik, die spärlichen Bühne-:- Vorgänge stören und lcnken ab, erst eine Konzertau'ff'brong könnte den vcrbo:x>.ne:: Schönheiten des Wcrk's gerecht werden, Dorumer litten auch die VerdienstBemUnng'u darauffolgende, viel zu breit gehaltene Tanzspiel schwächte der wenigen Mitwirkenden (Scheidt, Gerntner-Fischer). Das mit seinem belanglosen Inhalt den ohn^'n nicht besonders günstigen Eindruck deS Abends, wozu noch der i! ückfall in d> n Dekorationsstil des Jahres 1890 das Seinige tat. Als flotte Schattenspiele und mit vielen Partiturstreichungen, würde der „Holzgeschnitze Prinz" sich dennoch behaupten können. Jedenfalls hat die Musik, dank den Bemühungen Dr. Berts und Eugen Szenhars, eine Gemeinde gefunden, welche weiteren Werken Partiks mit Interesse entgegen sieht. — Die Gastspiele Emmy W e r a n a und Klara Z e l l e r rfreutcn durch gesangliches und darstellerisches Können, was vom Don Jose des Herrn Thums nicht behauptet werden kann. Preisausschreiben des Haruach. Der Vorstand der Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler Haruach in Wien hat infolge des Sinkens des Geldwertes beschlossen, die ausgesetzten Preise durchwegs zu verdoppeln, so daß die Preise für den deutschen und den hebräischen Roman sowie das historische Werk je 2000 Reichsmark, der Preis für die jiddische- Komödie 1500 Reichsmark beträgt. Gleichzeitig wurde der Einsendungstermin, Wünschen aus dem Ausland Folge gebend, bis auf oen 1. September b. I. hinausgeschoben. Anfragen, das Preisausschreiben betreffend, wollen an das Sekretariat des Haruach, Wien, 1. Bez., Himmelpfortgasse 20, gerichtet werden. Die volkstümliche Geschichte der Juden von Graetz, das Standard jüdischer Geschichtsschreibung, ist soeben in neuer Vkerrer MorMMM Auslage erschienen. Jede Beschäftigung mit jüdischer V-llüik setzt die Kenntnis jüdischer Geschichte, voraus. Das Werk von Graetz muß daher der Ausgangspunkt jedes jüdisch-polnischen Bemühens sein. (3 Bde. Vappb. Mk. 800.-, Leinen Mk. 360.—.) Erhältlich: R. Löwit, Buchhandlung (Dr. Präger), 1. Bez., Rotenturmstraße 22. 'WAS®®* ijv'v ■TW’v' , 1 ,■ v j ’5''s / h v ™ “ . ' - ‘ ~ < '' * i'i > / 19...«-1982 Dir. 1188 Volkswirt. Gestempelte Krone Auszahlung Wien -.0660 Centimes. -.0850 Centimes. In Zürich notlerie die österreichische Krone . . . -.0550 (-.0550 am 17. Mai) die österr. gestempelte Krone . -.0550 (-.0550 am 17. Maidie tschechische Krone .... 10.- (10.— am 17. Mai) die Mark .. 1.77 ( 1.83 am 17. Mai) Agram .. 1.90 ( 1.90 am 17. Mai) Bukarest ......... —.— am 17. Mai) Budapest. -.67 (—.68 am 17. Mai) Marschau . . . . . . . . . -.13 (-.13 am 17. Mai) Valutenkurse. Gegen den lehigemeldeien Stand erfuhren die fremden Iahlungsmiiicl nur geringe Veränderunaen. Bloß P f u n d» Noten lagen etwas. höher. Das Geschäft war gering. Nachstehend die offiziellen Schlußkurse: . VerAkenllieliunZ cier Vevi8en2entra!e vom 18. Mai 1922. Devisen (Schecks und Aus- Zing. Zahlungen) fuß Amsterdam f. 1 holl. Gulden Agram 1 jug. Kronen . . , Belgrad 1 Dinar ..... Berlin 1 deutsche Reichsmark Brüssel 1 belgische Francs - . Budapest 1 ungarische Kronen Bukarest 1 Lei ...... Christiania 1 norweg. Kronen Kopenhagen 1 dänische Kronor London 1 Pfund Sterling . , Madrid l Pesetas . . . » » Mailand 1 Lire.. New York I Dollar ...... Paris 1 Francs., Prag 1 tschecho-slow. Kronen Sofia 1 Lewa . Stockholm 1 schwedischeKronor Warschau 1 polnische Mark . Zürich 1 schweizerische Francs t1- 6 5 6 6 5Va 5 4 5 6 5 ®Vi 5 7 3V, Noten Amerlkan. Noten v. 5 Dollar aulvv. - » » kleinere . . . Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva . . « 100 . . „ „ kleinere. . . Dänische Noten 100 KrOner . . Deutsche Noten zu 1000 Mark. . ff ob 100 , » , » „ kleinere.... Engl. Noten von 5 Ltvrest. aufw. » , kleinere . . . . . Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten. 100 Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw. „ . , kleinere . . . Jugosl. Noten ungest. zu 1009 Dinar » ■ » » 100 „ » « » kleinere , . Norwegische Noten 100 Kroaer . Polnische Noten v. 500 Mark aufw. . » „ kleinere .... Rumänische Noten zu lOOO u. 500Lei ». » kleinere . . . Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rubel » ff ff n 100 ff' » » . kleinere . . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Noten 100 Pesetas . , Tschccho-slov/. Not. v. 1000 aufw. » ' „ kleinere . . Ungar. Noten (neue Ein.) zu 1000 Kr. , , zu 10.000 Kr. . . . » , kleinere ..... Kurs v. 16. Mai Geld Ware Geld Ware 3753.50 3758.50 3747.50 3752.50 34.72 34.78 34.52 34.58 138.58 138.82 137.88 138.12 32.825 32.925 34.325 34.425 803.50 804.50 809.50 810.50 12.15 12.21 12.465 12.525 1809!- 181L- 18141— 1816*.— 2088.75 2091.25 2048.75 2051.25 -43.125 43.175 43.175 43.225 1498.75 1501.25. 506.70 . 507.30 559.70 510.30 9694.- 9706.- 9706.50 9718.50 882.50 883.50 881.50 885.50 185.15 185.35 184.90 185.10 72.45 72.55 68.95 69.05 2458.50 2461.50 2483.50 2480.50 2.355 2.395 2.3775 2.417b 1853.75 1856.25 1848.75 1851.25 9644.- 9556.- 9656.50 9663.50 79d!.*50 sooiöo 803!50 804.50 70.95 71.05 67.95 68.05 70.45 70.55 2068.75 207L25 202&75 203K25 33.075 33.175 34.575 34.675 43.125 43.1*75 42875 42.925 . 882.50 88s!50- 88n!s0 89L50 3743.50 3748.50 3737.50 3742.50 50470 505.30 506.20 506.80 lis.18 133.42 137:43 137.*72 — .— 136.88 137.12 1789.'- 1791.'— 1794*. ~ 1796!- 2.325 2.365 2.34 2.38 6ö!54 G6Ü36 64Ä4 67!06 243s!.50 2441 ‘.m 2453!50 2406! 50 1848 75 1851.25 1838.75. 1841.25 1498.75 1501.25 1478.75 1481.25 185.15 185.35 184.65 184.85 I 185. — 185.20 184.55 184.75 . 12.15 12.21 12.45/ 12.51 —!- -!- -!- Der russische Rubel. Der russische Mitarbeiter des „Manchester Guardian" schildert in dem folgenden bemerkenswerten - Artikel die Entwicklung des russischen Rubels in den letzten Jahren. Im gegenwärtigen Augenblick dürften diese Ausführungen auch bei uns besonderes Interesse finden. In dem Augenblick, in den: ich diese Worte schreibe (im März 1922), steht der Rubel in Wirklichkeit im Gegensatz zum offiziellen Börsenkurs auf ungefähr sechs Millionen Rubel für das Pfund Sterling, während vor dem Kriege das Pfund Sterling weniger als zehn Rubel betrug. Auch andere Währungen sind entwertet worden, aber keine bis zu einem so erstaunlichen Grade. Es gab viele Gründe für die Entwertung, und zwar die wirtschaftliche Schwäche Rußlands, die Dauer des Krieges, die ungeheure Umwälzung der Revolution. Aber ihre bedeutendste und interessanteste Ursache ist die Haltung der russischen Regierung, die eine Zeitlang wohl die einzige Regierung der Welt, war, die, anstatt einen Sturz des Wertes ihrer Währung zu verhindern, mit großer Freude diese natürliche Entwicklung ermutigte und in bestimmter Absicht sie auf den abschüssigen Weg zwang. Die Revolution vom November 1917 legalisierte die Konfiskation des Landbesitzes, die bereits in Rußland im Gange war. Die wirtschafliche Macht der Großgrundbesitzer wurde zerstört. Die wirtschaftliche Macht derjenigen, die ein Kapital besaßen, blieb jedoch bestehen., Nicht ohne Grund daher war die erste Tat der Revolution die Erfassung der Staatsbank. In vielen Ländern würde diese Tat eine viel weitgreifendere Wirkung gehabt haben, als in Rußland, wo die Menschen an den Gebrauch der Schecks nicht gewöhnt waren, den Banken nicht trauten und die Matratzen 'vorzogen, um ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Die Beschlagnahme des Bargeldes war eine plumpe und unwirksame revolutionäre Methode, die auf Vermutungen aufgebaut war, eine große Anzahl zweckloser ’ Verhaftungen, von Menschen, die nicht zahlen konnten oder wollten, zur Folg? hatte und im allgemeinen unliebsame Reibungen verursachte. Aber bald begriff man, daß es möglich war, der Macht der Geldbesitzer durch die einfache Tatsache der Geldentwertung zi: begegnen. Dies wurde vollkommen durch die Entwertung des Rubels erreicht. Ein Mann, der 100.009 Rubel ersparte, hatte früher ein bescheidenes ’ Auskommen. Er konnte von seinem Kapital leben und brauchte auf seine alten Tage den Hungertod nicht fürchten. Heute wäre er vielleicht imstande, mit seinem ganzen Vermögen eine kurze Droschkenfahrt zu bezahlen. In ganz Rußland wurden dadurch die-rein finanziellen Gründe für eine Gegenrevolution erledigt.. Eine Zeitlang.grub man.die alten Rubel ein, und außerhalb Rußlands wurden die Zaren- und Kerenski-Rubel notiert, während man die Sowjetwährung nicht in Betracht zog. Es war eine bloße Spekulation auf den Erfolg einer Gegenrevolution, von der man die Annullierung aller anderen Währungen erwartete. Aber jetzt wurde das Risiko so groß, daß, wenn man 100.000 neue Rubel für 100 alte zahlt, es ein bloßes Umwechseln eines Blattes Papier auf ein anderes mit einer geringeren Kaufkraft bleibt, nur um einer romantischen und historischen Erinnerung willen. Außerdem sind die alten Rubel durch so viele Hände gewandert, daß ihre Wiedereinstellung durch eine Gegenrevolution kein Gerechtigkeitsakt gegenüber ihrem früheren Inhaber wäre. Diese Menschen haben nicht mehr viel von einer Gegenrevolution zu erwarten. Selbst die Wiederherstellung der Banknoten, wie sie zur Zeit der Revolution standen, würde nur in wenigen Fällen eine Händvoll Menschen mit mehr als einer Mahlzeit versorgen. Die Entwertung des Rubels ist außerdem so weit gegangen, daß lußland heute seine inneren Schulden anerkennen und sie alle mit dem Ertrag einer einzigen Vorstellung in den Staatstheatern bezahlen könnte. Bis März 1921 bestand die' Finanzpolitik der russischen Regierung in einer allmählichen Unterbindung des Geldverkehrs und dem langsamen Tod des Rubels. Zum Schluß fand' man, wenn man am Lande etwas kaufen wollte, daß ein kleines Salzpäckchen die willkommenere Art der Währung war. Als diese Zustände ihren Gipfel erreichten, bedeutete dies in den Städten freie Fahrt, freie Eisenbahn, freie Kost und Logis, zu gleicher Zeit hörten die Verbindungen infolge des Brennstoffmangels fast vollkommen auf; es war ungeheuer schwer, die Reiseerlaubnis zu bekommen, der Postbote kümmerte sich wenig um die genaue Verteilung der Briefe und die Regierung war trotz aller Anstrengungen nicht imstande, die Lebensmittel in genügenden Mengen herbeizuschaffen. Der ungesetzliche Handel war zwar vorhanden, aber die Bauern brachten meistens nichts nach der Stadt, und es war sehr schwierig, etwas für Geld zu bekommen. Charakteristisch für diese Zeit ist die Tatsache, daß Schaljapin, das Geld verachtend, es vorzog, für ein Honorar in Mehl oder Tee zu singen. Der erneute Kontakt mit der Außenwelt, die offensichtliche Tatsache, daß die Weltrevolution ihren Anschluß verpaßt hatte, sowie der ständige Druck der Bauernschaft vereinigten, sich zur. Herbeiführung einer vollkommenen Umwandlung der Finanzpolitik. An ihrer Vollkommenheit kann kein Zweifel bestehen, obwohl es bereits ersichtlich ist,, daß es leichter war, den Rubel herünterzndrncken, als ihn zu heben. Dieser plötzliche Wechsel führte eine vollkommene Veränderung in Rußland herbei. Der Rubel, statt ein geschmähtes Ueberbleibsel des alten Regimes zu sein, das man ins Grab zu jagen sich bemühte, wurde noch einmal zu einem Patienten von Bedeutung für die Gemeinschaft. Das Geld wurde schleunigst selbst in die Bollwerke wieder eingesetzt, aus denen es vertrieben gewesen war. Man mußte die Eisenbahn und die Elektrische bezahlen, die Briefmarken kämen wieder aus. Die Wohnung hörte auf, kostenfrei zu sein und mußte dem Raum nach bezahlt werden. Die Geschäfte wurden wieder eröffnet. Die Restaurants und Cafes' wurden genehmigt. Die Anzeigen erschienen in den Zeitungen und mußten, wie die Zeitungen selbst, bezahlt werden. Der Rubel, noch furchtbar anämisch und geschwächt, richtet sich in seinem Bette auf. Allerlei Arzneien wurden angewandt, um die galoppierende Schwindsucht, an der er heute noch leidet, äuszuhälten und die Folgen seiner Krankheit zu lindern. Aber der Rubel sinkt weiter, vielleicht jedoch nicht so unaufhaltsam, wie man gedacht hatte. Die zunehmende Zahl der Fremden in Rußland bringt eine gewisse Nachfrage nach russischer Währung und nur die Konsumgenossenschaften haben, einen dringenden, Bedarf nach ausländischen Devisen. In Moskau, „als die Konsumgenossenschaften nicht einkauften", fiel der Kurs aus drei Millionen Rubel für das Pfund, während eine Woche früher das Pfund ans 3,400.000 stand und eine Woche später vier Millionen Rubel betrug. Zu dieser Zeit war der offizielle Kurs 2,250.000 Rubel. Es gibt jetzt außerhalb Rußlands einen Kurs in den Banken der umgebenden Länder, die sich bis vor kurzem nicht getränt hatten, mit einer Ware von so schwankenden: Werte zu handeln. Jetzt, ist es möglich, die Rubel fast überall zu erstehen, obwohl es viel billiger ist, sie in Moskau^ tri Jener Der ist IM ■faaü

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