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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-18 · Heft 1184 (18.5.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1184 (18.5.1922)
Date
1922-05-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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' >1 . e * - Nr. 1184 Wien, Donnerstag " Wiener Morgenzettnyg Die Tätigkeit des Wiener PalLstina- Amtes. i Im Berichte der Zionistischen Exekutive an den 12. Zionsstenkongreß in Karlsbad ist die Tätigkeit des Wiener Palä« ' stina-Amtes, das Ende November 1918 gegründet wurde, ausführlich behandelt worden. Im Nachstehenden soll dieser Bericht (insbesondere durch einige statistische Angaben) ergänzt werden. . N Bis zum 1. April 1922 haben mehr als 10.00 0 Palästinafahrer, für die Wien entweder den Ausgangs- oder' einen Durchgangspunkt ihrer Reise nach Palästina bildete, das Amt ' beansprucht. 6579 Palästinafahrevn, die das englische Visum an anderen Orten erhalten Haltens wurde das italienische Durchreisevisum in Wien besorgt. DaS englische Einreisevisum nach Palästina verschaffte das Amt in der Zeit vom 1. Jänner 1920 bis 31. März 1922 für insgesamt 2977 Personen. Davon waren 24-20 Einzelpersonen. und 164 FaNMen mit 557 Köpfen. - Auf das männliche Geschlecht entfielen 2327 Personen, das weibliche 650, Personen; zusammen 2977 Personen. Dem Alter nach waren: bis zu 15 Jahren 170 Personen/ bis zu 20 Jahren 588, bis zu 30 Jahren 1717, bis zu 50 Jahren 407, über 50 Jahre 96. Nach der Staatsangehörigkeit entfielen aus: Palästina 473.Personen, Oesterreich 109, Tschecho-Slowakei 95, Ungarn 101',. Polen 1899, Ukraiye 107, Rumänien 68, Rußland 82, andere Staaten (Deutschland, Türkei, Bulgarien, Jugoslawien, England, Frankreich, Holland, Italien, Amerika) 43. Nach den bisherigen (bezw. für Palästina beabsichtigten) Berufen waren: Landwirte und Landarbeiter 928 (1370), Handwerker 783 (748), Kaufleute und Industrielle 409 (239), Freie Berufe (Aerzte, Rechtsanwälte, Rabbiner, Künst- - ler) 439 (302), Ohne Beruf (einschließlich Frauen und Kinder) 418 (318). .Nach den Vermögensverhältnissen besaßen: Unter 20 Pfund 1854 Personen (einschließlich aller Familienangehörigen ohne eigenes' Vermögen), von 20—40 Pfund 473, von 40—100 Pfund 342, von 100—200 Pfund 277, von 200—500 Pfund 21,-von-600—1000 Pfund 5, über 1000 Pfund 6. Der Prozentsatz der Hebräisch sprechenden betrug 56 Prozent. Das Palästina-Amt Wien fungierte also als Ausgangspunkt für zirka 3000, als Durchgangspunkt für mehr als 7000 Palästinafahrer. Alten diesen Palästinafahreren hat das Amt während ihres Aufenthaltes in Wien die einschlägigen Informationen erteilt, ihnen — wo es not tat — R e ch t s f ch u l| gewährt und war ihnen bei der Ordnung ihrer finanziellen Angelegenheiten (Ueberweisung von und nach Palästina, Geldwechsel usw.) behilflich. Während ihres Aufenthaltes in Wien, der normalerweise zurzeit 8 bis 10 Tage dauert (weil die Sanitätsbehörden in Triest die Einschiffung von Palästinasahrern erst am zwölften Tage nach Ueberschreitung der polnischen Grenze gestatten),, findet der größte Teil der'Palästinafahrer in den Heimen Untctf unf't; nur wenige wohnen aus eigens Kosten in Privatlogis oder Hotels. Das Amt verfügt zurzeit über drei Heime: Ein Männerheim mit 90 Betten und ein F r a u c n h e im mit 40 Betten in der Stadt', sowie ein großes nrucl Landheim mit getrennten Räumen für Männer unti Frauen (zusammen 15 Betten) in der Umgebung Wiens. Das letztere wurde im Laufe der letzten Monate mit großen, t ürch Sammlungen im In- und Auslande aufgebrachten Geldi Mitteln eingerichtet und wird, nachdem es auch bisher schon provisorisch benützt wurde, in nächster Zeit voll in Betrieb gefetzt werden. ' , Bei ihrer Ankunft in Wien werden die Palästinafahrer von den Beamten des Bahnhofdienstes erwartet, wob-ü ihnen insbesondere bei der zollamtlichen Behandlung und de.» Transport ihrer Gepäckstücke Beistand geleistet wird. Sie wee- -wn dann, bevor sie Aufnahme in den Heimen finden, zur Desinfektion in die städtische Desinsekti'wS-nstalt geführt, wo sie 24 Stunden verbleiben, und dürfen erst danach die Heime beziehen. * Vor ihrer Abreise aus Wien werden alle Palästinafahrer durch den vom Palästina-Amte eingerichteten Sanitätsdienst ärztlich untersucht. Die Aufgaben des Sanitätsdienstes sind: 1. Allgemein-Hygienische. a) In bezug aus die Unterkunft; b) Desinfektion von Menschen und Material; c) Untersuchung der Palästinafahrer aus ihre Eignung zur Einreise und Arbeitsfähigkeit in Palästina. 2. Individual-Hygienische, d. h. ärztliche Hilfeleistung bei Erkrankungen.- Die ärztliche Behandlung der erkrankten Chaluzim wurde, sofern es leichte Fälle betraf, im Stadtheim vorgenonlmen, wo ein Krankenzimmer zur Verfügung steht. Schwere Fälle wurden der Spitalsbehandlung zu geführt, wobei ein Teil der Patienten die Kosten selbst trug, für andere die Kosten aus den Füxsorgemitteln bestritten werden mußten, einige endlich durch Bemühungen des Sanitätsdienstes unentgeltlich untergebracht werden konnten. Von durchwandernden Palästinasahrern wurden insgesamt 20 der Spitalsbehandlung zugeführt, davon wurden acht operiert. Außerdem wurden an zionistische Aerzte zirka 60 Chaluzim der ambulatorischen Spezialbehandlung zugewiesen, die ihnen im allgemeinen unentgeltlich, in einigen Fällen zu ermäßigten Honorarsätzen zuteil wurde. In letzter Zeit hat sich der Sanitätsdienst auch mit einer Reihe von Chaluzim beschäftigt, die bei den Unruhen in Jerusalem und Jaffa im vorigen Jahr verwundet waren und nach Wien gekommen sind, um hier Genesung zu finden. Darunter befanden sich 7 schwere Fälle, von denen 4 operative Behandlung erforderten. Verköstigung wurde nur dann gewährt, wenn die Palästinafahrer durch unverschuldeten längeren Aufenthalt in Wien ihr Bargeld aufgezehrt und daher auf Unterstützung unbedingt angewiesen waren. (Ueber die durch -die Jmmigrationssperre im Mäi 1921 hcrvorgernfene katastrophale Lage in Wien, wo infolge des Landungsverbotes. Palästinawänderer mehrere Monate festgehaltcn .wurden, ist im Bericht der Zionistischen Exekutive bereits ausführlich berichtet worden. In jener Zeit mußte natürlich Hunderten von Personen monatelang gratis Kost und Verpflegung geboten werden). . Reisezuschüsse wurden vüm 1. Jänner 1921 bis 91. März 1922 an 669 Personen gewährt. Die Bewilligung der Reisezuschüsse erfolgte in der Form von Darlehen, die den Palästinafahrern gegen Schuloscheine gewährt werden- Palästinafahrer,- für die Wien nicht der Ausgangspunkt, sondern ein Dnrchgangsort ihrer Wanderung ist, erhalten einen Reisezuschuß nur in ganz besonderen Ansnahrnefällen. Im allgemeinen muß daraus bestanden werden, daß Palästinasahrer, die von einem anderen Palästina-Amt nach Wien abgefertigt werden, sich im vollen Besitz der Reiscfpesen befinden. Mit reger Anteilnahme und mit tatkräftiger Unterstützung' begleitet, das Palästina-Amt die Bemühungen der „Chaluz-Organisation ftir Oesterreich", gewerbliche und landwirtschaftliche Ausbildungsmöglichkeiten für Palästinafahrer in Wien und in der Umgebung Wiens zu schaffen. So wurde ein Telegraphistenknrs mit 32 Teilnehmern im Rahmen der staatlichen Telegraphenfchule ins Leben gerufen., Außerdem besteht ein elektrotechnischer Kurs mit Lehrwerkstätte (20 Teilnehmer), sowie eine Schloss er gruppe (12 Teilnehmer), die theoretichen Unterricht in einem von der „Chaluz-Organisation für Oesterreich" eingerichteten Kurs genießt und ihre praktische Ausbildung teils in Privatunternehmungen, teils in der Schlosserwerkstätte des „Jüdischen Gewerbeförderungs'amtes" erhält. 25 Chaluzim werden von der „Chaluz- Organisation für Oesterreich" zurzeit in drei landwirtschaftlichen Gruppen in der Umgebung Wiens ansgebildet. Der in Wien domizilierende Weltverband des „Hechalnz" hat einen fiir 40 Personen bestimmten B a u f a ch k n r s eröffuct, dessen Teilnehmern in den Heimen des Palästina-Amtes Unterkunft gewährt wird. Mit dem aus Vertretern der zionistischen Arbeiterorganisationen, der Chaluz-Verbände und, der Palästinafahrer bestehenden „Komitee für die Einwanderung arbeitender Elemente nach Erez Israel" (Waad- I' alijath owdinl) arbeitet das Amt im besten Einvernehmen. In der letzten. Zeit wurde aus Grund von Kaufaufträgen oder vpn Anfragen des Departements für Handel und Industrie bei der Zionistichen Exekutive in Palästina begonnen, Handelsbeziehungen zwischen hiesigen und palästinensichen Firmen herzustellen; eine Tätigkeit, die weiter anszubauen sein wird. ‘ j Die Mittel für die Fürsorgetätigkeit zugunsten der Chaluzim (Unterkunft, sanitäre Fürsorge, in Einzelfällen Verköstigung, Reisezuschüsse) müssen durch eigene Aktionen im In- und Anslande aufgebracht werden. Da nicht die ganze finanzielle Last, die das Fürsorgewerk mir sich bringt, von den österreichischen.Zionisten allein' getragen werden kann, hat sich das Amt schon im Dezember v. I. an jüdische Hilfsorganisationen sowie an eine Reihe zionistischer Landesverbände, und zwar insbesondere an solche, die von derPalästiuawanderung.nicht oder nur in sehr geringen: Maße berührt werden, andrerseits in wirtschaftlich und valutarisch viel besseren Verhältnissen sich befinden, mit der dringenden Bitte gewandt, Mittel zur Erhaltung des Fürsorgewerkes in Wien für die durchreise::- den Chaluzim zur Verfügung zu stellen. Es ist leider festzuftellen, daß bisher nur wenige Organisationen diesem Ersuchen entsprochen haben, .so daß sich das Amt genötigt sieht, seinen Appell an dieser Stelle zu, w i e d e r h o l e n. ■ (Ueberweisungen zugunsten des Fürsorgefonds sind unter der Bezeichnung „Fürsorgefonds für jüdische Palästina-Emigranten" an die Allgemeine Depositenbank, Fiale Wien, 2. Bez., Taborstraße 7, oder direkt an Palästina-Amt, Wien, 1. Bez., Bauernmarkt 24, zu adressieren.) » Professor Adolf Strauß' siebzigster Geburtstag. Aus Budapest wird uns geschrieben: Am 15. d. beging Prof. Adolf Strauß seinen siebzigsten Geburtstag. Prof. Strauß, welcher seit langen Jahren als Lehrer an der nunmehr der Universität angegliederten „Orientalischen Akademie" tätig ist, ist ein allgemein anerkannter Ethnograph, zu dessen besonderem Forschungsgebiet die Kultur der ottomänischen und der Balkanländer gehört. Strauß verfügt über ein vielseitiges Wissen und eine genaue Kenntnis des Orients, wohin er zahlreiche Forschungsreisen unternommen hat. Er' hat eine reiche literarische Tätigkeit entfaltet und zählt in Kleinasien und Syrien eine Reihe der hervorragendsten Türken und Arabern zu seinen Schülern und Freunden. Er weilte wiederholt am Hofe des Sultans Abd ul Hamid und Ferdinands des Zweiten von Bulgarien. Um die Hebung Bulgariens und die Verbreitung der Kenntnisse von Bulgarien im europäischen Westen hat er sich, die größten Verdienste erworben und die bedeutendsten Werke der bulgarischen Literatur ins Deutsche übersetzt. Prof. Strauß ist seit langem ein Anhänger des zionistischen Gedankens und war Präsident des, zionistischen Vereins in Budapest. Strauß Bemühungen galten der Schaf» sung friedlicher Beziehungen zwischen den beiden, stammverwandten Völkern in Palästina, welchem Ziele auch seine vor kurzem unternommene Reise nach Palästina diente. Obrrkantor Morgensteraaus Palästina zuriickgekrhrt. Der Wiener Oberkantor. Äerr Josef M org e n st e r n, ist gestern aus Palästina zurückgekehrt und wird morgen seine Funktionen wleder aufnehmen. Äerr Morgenstern hat, wie berichtet, wiederholt in den Synagogen von Palästina fungiert und allenthalben die reichste Anerkennung geerntet. Er hat unter anderem vor dem Oberkvinmissar L e r b e r t Samuel gesungen, der ihm sein Bild mit Anierlcbrisi widmete, und aanr Palästina herein, Auch 18. Mai 1922 Seite 6 --—;----- ’■ , I Gouverneur Storrs n-oßnie dein von ihn: abgehaltrnm' Gottesdienst bei und übctschickle Kenn Morgenslern einhebräisches Anerkennungsschreiben. __ Die Masche Gemeinde niM-Ehanghsr?. In Shanghai wohnen gegenwärtig ungefähr 2000? Inden, von denen der Großteil in bcu letzten Jahren a:H R u-ß l a n d eingcwcrndert ist Die Juden beschäftigen sich hier! zumeist mit Export- und Jiuporthandel. Tie Shanghaier jüdische Gemeinde weist auch mehrere -reiche Judenfamilien auf, die von der britischen Regierung die Konzession erhalten haben, Opium z-ü medizinischen Zw" len zu .verkaufen. Die -Juden besitzen mehrere jüdische Schul"-,, eine Tälnmd-Thora und recht. zahlreiche jüdische Wöhltätigteitsvereine, zwei Rabbiner und eigene Schächter. In der letzten Zeit wurde sogar ein jiddisches und ein englisches Journal begründet. Eine besondere Rolle spielt die zionistische Organisation Kadimal), die auf dem Gebiete der Emigrantenfürsorge Bedeutendes leistet, indem sie den zahlreichen jüdischen Turchreifen-eu aus Rußland und Sibirien beisteht, die in der letzten Zeit Shanghai passieren. Die Judenschaft wohnr>: Shanghai nicht.in.geschlossenen .Massen,- sondern zerstreut in der ganzen Stadt. In, wiri- 'schaftlicher Hinsicht sind die Juden 'inehr mir der: Chinesen als den Engländern verbunden. Tie offizielle Sprache ist die englische, als Umgangssprache lebt jedoch noo) die juwsche.Volkssprache. Die tremmNgsörLhoLsxen WühlereiM gegen, die Wiener KnLLusgemeinde. In der sonntägigen Sitzung des K ult u § st'e u c rbezirk ß f otleg i n m s für de n 1. B'e z i r k besprach der Vorsitzende Herr I. H. Walt u ch den in dem Blatte , der Wiener Trennungsorthodoxie veröffentlichten Aufruf, in welchem der KultuSgerneinde, respektive den Kultus-. sreuerkollegien der Vorwurf gemacht wird, die gesetzestreuen. In den stärker zur Steuerleistung heranzuziehen als stie anderen. Herr'Waltnch wies diese ganz grundloseBerdächtigung, die von seiten derjenigen Gruppe erhoben wird, welche die Zertrümmerung der Einheit der Knlülsgemeinde anstrebt, mit aller Entschied e n h e ist zurück und stellte fest, daß die Steuerkollegien vollkon:men objektiv und streng sachlich Vorgehen und daß statutengemäß nur diejenigen Steuerzahler besonders berücksichtigt würden, die freiwillig die Wohltätigkeitsinstitute der Gemeinde unterstützen. Diese Erklärrmg wurde unter allgemeiner Zustimmung ausgenommen und der Vorsitzende ernmchtigt, sie zur Kenntnis der Oeffentlichkeit zu bringen. , Ein Beschluß in gleichem Sinne wurde in: Knltussteuerbezirkskolleginn: für den 3: und'11. Bezirk gefaßt. ■ Ern Zirdtscher Dichter. ' In ihrer Rezension der „Medardus"-Aufführüng hak die „Reichspost" angekündigt, daß auch die Ehristlichsozialen den 60., Geburtstag Schnitzlers mitzufeiern — freilich in ihrer Art — nicht versäumen dürfen. Schon am Nächsten Tag hat das Blatt fein Wort eingelöft und , in seiner Abendausgabe bildlich dargestellt, wie einige — S ch w e i n e dem Siebter v. ät der Huldigung nahen: „Wir winden dir den Lorbeersrnn;." Die Vortrötähnlichkeit ist auf beiden Seiten feingrüß miö man muß zugeben, - wenn die Stinkboi,cbenlverfer und deren klerikale Anstifter, auch dem Wesen Schnitzlers nick)' im'.ner gerecht zu werden verstanden — in der schönen Kunst der Selbst- Erkenntnis haben sie es dafür umso weitergebrocht. In e: n e -n Punkte haben -die Antisemiten übrigens auch die Persönlichkeit des Poeten richtig erfaßt. Ihre Behauptung, Schnitzler sei 'ein spezifisch jüdischer Literat, wurde von dem Geburtskind selbst unwiderleglich bestätigt. Der Gefeierte hat feinen Ehrentag durch eine Millionenspende fiir wohltätige Zwecke begangen, Man muß gestehen: diese Art, seine Feste zu feiern, ist spezifisch jüdisch. Keine Anstrudeluugeu — Schmtzlex hat sich ihnen durch eine Auslandreis entzogen — gaben dem Tag sein Gepräge und bei der Festgabe, die auf einen: Geburtstagstische nun einmal nicht fehlen darf, figuriert der Dichter nicht als. Enlpfänger, sondern als Spender. Das ist jüdisch m: edelstcn Sinne. An den Spenden partipizieren solche Organisationen^ mit denen Schnitzler beruflich in Ko.lltakt geriet: ärztliche, schriftstellerische und studentische. Was die letzteren betrifft, konstatieren wir mit besonderer Genugtuung, daß die Spende der jüdischen und nicht der allgemeinen, lies: antisemtischen Mensa zufloß. Wir nehmen dies als ein Verdienst unserer aufklärenden Tätigkeit in Anspruch und hoffen es noch so weit zu bringen, daß jüdische Spenden fortab immer nur das richtige Ziel finden und so groteske Falfchadressiernngen, lvie sie die amerikanischen Judengelder durch Frau I e r i tz a erfahren haben, in Hinkunft ganz vermieden werden — selbst auf die Gefahr hin, daß die Antisemiten jüdischen Jubilaren keine Lorveerkränze mehr winden. Hilfsaktion zugunsten der hnngernden Jude« in Nntzland. Die Israelitische Allianz zu Wien,-2. .Bez., Untere Donausträße 33, hat eine Hilfsaktion für die hungernden Juden eingeleitet und sich mit einem Betrag von 1,500.000 K, an die Spitze einer Sammlung in Oesterreich und in den Sukzessionsstaaten gestellt. Es ist eine Sendung von Leben smittelpaketen in großem Umfange Jedes 10 Dollar- Paket stellt sich jetzt leider auf zirka 100.000 K.) und die Errichtung vom Küchen und 'F ü r s o r g e w e r k c n iit verschiedenen Städten der Ukraine in Aussicht genommen, wobei die Allianz niit änderen großen jüdischen Hilfskomitees in Westeuropa in engem Kontakt steht. Hochherzige Zuwendungen für das RiutnugsiverL tvcrdeu durch das Postsparkassenkonto. der Allianz 8152 oder durch ,Üen .Wiener .Ban kV ex.er 8 mebr als 900 ft.v’.yjA. Y

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