Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1182 (16.5.1922)
- Date
- 1922-05-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Veite 4 Wien, Dienstag sind, sonst könnte er bis zn sechs Monaten im Arrest sitzen — das ist noch eine Kleinigkeit—und außerdem 20.000 Kronen Geldstrafe — das ist die Gebühr für'33 Sitzungen bezahlen, weil er uns zur Umgehung eines zwingenden Gesetzes veranlassen will. (Lebhafte Heiterkeit.) Aber Spatz beisefte: Wir können doch nicht hier im Gemeinderat etwas beschließen, was glatt gesetzwidrig ist und unsere Behörden dürfen solche Gesetzwidrigkeiten auch nicht fordern. Mau kann nicht rechtsgültig auf eine Begünstigung verzichten, deren Nichtgeltendmachung von derselben Behörde zu bestrafen ist, die zum Verzicht zwingt. Die Auswirkungen zeigen sich schon! Sie werden in den Zeitungen gelesen haben, daß der Wiener jüdische Sportklub Hakoah, der heute einen hochgeachteten Namen in ganz Europa, vielleicht sogar noch weit über Europa hinaus besitzt, unter den schwersten Opfern, unter den schwierigsten KänchfeU, nach Ueberwindung entsetzlicher Widerstände einen Sportplatz in der Krieau erworben hat. Der Verein hat für diesen Platz riesige Schulden gemacht und nur: kommt die Gemeinde und erklärt, über diesen Platz werde einmal die Engerthstraße gehen und die Hakoah müsse auf die Begünstigung des Spielplatzgesetzes verzichten, sonst erhalte sie keine Spielerlaubnis. Wenn wir einmal die Engerthstraße ausbauen, wird es wohl Mittel geben, den Verein zur Weiterrückung seines Sportplatzes zu vermögen. Aber gesetzwidrige Forderungen darf die Gemeinde nicht stellen. Dagegen mutz der schärfste Protest erhoben werden. Das lassen wir uns nicht gefallen! Ich nehme die Erklärungen des Referenten, daß man mit der Inanspruchnahme solcher Sportplätze gewiß nicht vor Vorgehen werde, zur Kenntnis. Das hindert mich aber nicht, den Vorgang, der diesem Antrag und der Geschäftsführung unseres Bauamtes zugrunde liegt, entschiedenst zu geißeln. Ich beantrage Streichung der Bedingung aus dem Antrag, damit wir uns nicht bis auf die Knochen blamieren. (Lebhafter Beifall.) Wie bereits gemeldet,' wurde der Rückverweisungsantrag des'Gemeinderates Dr. Plaschkes abgelehnt. Die Streikdrohrmg der Kultusgemein-eangestellten. 'Wie wir bereits gestern berichtet haben, ist der angcdrohte Streit der Kultusgemeindebeamten nicht zum Ausbruch gekommen, da eine Einigung erzielt wurde. Der Verzicht auf den Streik scheint vornehmlich darauf zurückzuführen sein, daß sich die Streikführer bewilßt wurden, daß ihr Vorgehen von der'jüdischen Oesfentlichkeit keineswegs gebilligt wird^ Der Kultusvorstand hat bereits vor vierzehn Tagen der Personalvertretnng durch den Vizepräsidenten Dr. Friedmann eine Zusicherung gegeben, welche mit der gestern mitgeteilten Vereinbarung gleichlautend ist. Obwohl den Führern der Beamten die traurige Finanzlage der Gemeinde bekannt ist, und sie wissen mußten, daß der Vorstand mit dieser Zusicherung bis aufs äußerste Maß seiner'Möglichkeiten gegangen ist, glaubten sie mit der Androhung des Streiks noch vor Beginn der vom Ministerium für soziale Verwaltung eingeleiteten Einigungsverhandlungen dadurch einen Druck ausüben zu können, daß sie durch Ansetzung des Streikbeginnes auf den Lag B'omer die für diesen Tag angesetzten Trauungen in Frage stellten und die Ausdehnung des Ausstandes auf das Begräbniswesen in Aussicht stellten. Der Kultusvorstand hatte alle Vorsorge getroffen, um die Abhaltung der Trauungen und die reguläre Durchführung der Begräbnisse zu sichern. Besonders auffällig ist es, daß es auch rituelle Funktionäre für gut fanden, vor Inanspruchnahme der letzten Mittel einer Verständigung sich dem Streik änzuschlteßen. Es muß insbesondere hervorgehoben werden, daß bei Bekanntwerden der Absicht, den Streik auch aufs Begräbniswesen auszudehnen, eine große Zahl jüdischer Mitbürger der Gemeinde ihre unentgeltlichen Dienste angeboten hat. , * Gestern abends fand im Sitzungssaale der Kultusgemeinde eine Vollversammlung sämtlicher Bezirkskommissionsmitglieder statt, bei welcher der Kultusvorstand den Vertrauensmännern über den Verlauf der Verhandlungen mit den Angestellten und die Lage der Gemeinde berichtete. Die Versammlung erhob nach Anhörung der Berichte einhellig die nachstehende Resolution zum Beschlüsse: „Unter dem Eindrücke der Schilderungen, welche die heute versammelten Mitglieder sämtlicher Bezirkskommissionen der israelitischen Kultusgemeinde über die finanzielle Situation der Gemeinde, aber auch über die nicht genüg zu verurteilende Haltung der Angestelltenschaft in den letzten Tagen, enrpfangen haben» erklären die Bezirkskommissionsmitglieder, mit allen Kräften im Interesse der finanziellen Sanierung der Kultusgemeinde wirken zu wollen, damit die Kultusgemeinde berechtigte Forderungen ihrer Angestelltenschaft erfüllen könne, sich äber auch voll und ganz der Kultusgemeinde als freiwillige Helfer zur Verfügung zu stellen, wenn sich wieder der Fall ereignen sollte, daß durch mutwillige und frivole Streikversuche die Kultusgemeinde in der Erfiillung ihrer hohen und heiligen. Ausgaben und damit in ihrem Bestände gefährdet werden sollte. Die Bezirkskommissiouen sprechen dem Präsidium, dem Kuliusvorstande und dem Sekretariat für die in schwerster Zeit geleistete hingebungsvolle Tätigkeit, die sie voll -und ganz billigen, den wärmsten Dank und die Anerkennung aus." Mißbrauchte Iudengelder. Daß eine Sängerin das Gold, das die Natur in einer verschwenderischen Laune in ihre Kehle legte, heutzutage lieber in Dollar als in österreichische Kronen münzen läßt, kann man begreifen und wird cs um so bereitwilliger verzeihen, wenn < von der Ausbeute dieser Müuzung ein ansehnlicher Betrag den öffentliche» Woüllahrtsaktionen maefiihxt jvird. Das batte J ' Wiener Morgenzemmg l v. Mar Nr. 1182 Mitteilungen mis dem Publikum. Cilli Olmerl Herrann Schäfer Yerlobte Wien, 15. Mai 1922 csn ]sse! Geller 9. frao Leop.taerii.fray Wien Bielitz «eigen biemit an, dass die TRAUUNG ihrer Kinder Friedl ** Ralf Dienstag den 16. Mai 1922, um halb 4 Ubr nachmittags im Pa?.raanitentempe\ in Wien, II., PazmamtengaBse, fltatifindet und laden alle Freunde und Bekannte aufs herzlichste ein. Wien-Bielitz, im Mai 192ä »AIMÄ KAygcmyc-MjATi UNERREICHT AN HALTBARKEIT UND PASSFORM, 1 wohl auch Frau Jeritza im Auge, als sie sich Landsleuten in der Stegreiftolle der Fortuna mit dem Füllhorn repräsentierte. Leider sind Stegreiftollen gerade solchen Künstlern, denen sonst gewissenhaftes Studium ihrer Rollen liebe Gewohnheit ist, stets gefährlich geworden. Das sonst so sichere Taktgefühl der Sängerin geht verloren, Äug' und Ohr sucht ängstlich nach dem Souffleur, und wenn dieser für ein solch verantwortungsvolles Amt keine andere Voraussetzung mitbringt als die zur Sühne für den Namen Popper stehend empfangene Taufe, dann ist das Malheur fertig und die Entgleisung unaufhaltsam. Auch Frau Jeritza hat sich eine solche beim Verteilen der Gelder, die sie von durchwegs jüdischen Amerikanern für wohltätige Zwecke erhalten hat, im höchsten Ausmaß zuschulden konunen lassen. Die erste Verwendung, die sie für die Iudengelder hatte, war die Neuausrüstung - einer christlichsozialen Jugendhortkapette mit Musikinstrumenten. Besagte Kapelle hatte bei einem mächngen Zusammenstoß mit sozialistischen Gegnern die große Trommel eingebüßt. Der so entstandenen Gefahr, daß das schöne Hakenkreuzlied mit dem Refrain „Judenblut muß fließen" bei der christlichen Jugenderziehung ansgeschaltet werden könnte, hat Frau Jeritza-Popper nun glücklich gesteuert... Von der immerhin noch stattlichen Restfumme hat sie ganze 250.000 K. der israelitischen Kultusgemeinde für' Kindersürsorgezwecke überlassen. Die übrigen in die Millionen gehenden Summen hat sie klerikalen und deutschnationalen „Wohlfahrtsinstituten" ausgeliefert. Wir wäreir die letzten, die daran etwas auszusetzen hätten, wenn es sich um wirklich humanitäre Institutionen handeln würde. Es befindet sich unter den Bedachten auch die Mensa academica, die ihren philanthropischen Charakter durch den Ausschluß der jüdischen Studenten dokumentiert hat. Die -notleidende jüdische Mensa, die von den deutschnationalen Helden einmal demoliert worden ist, hat von Frau Jeritza nichts bekommen! Daß auch die klerikalen Wohlfahrtsvereino im Wesen nur Kampfesorganisationen sind, hat' das christlichsoziale Organ selbst verraten, als es der aushorchenden Welt verkündete, die Liebe und das Mitleid der Katholiken sei — der Antisemitismus! Diese Liebe- und dieses Mitleid bemächtigt sich natürlich ganz gerne des jüdischen Geldes,, das auch in die deutschvölkischen Säckel unbehindert von Arier- Paragraphen Einlaß fand. Zit spät werden sich dann die antisemitischen Empfänger ihre Köpfe darüber zerbrechen, welch neuem, gefährlichen Anschläge Alludas sie bei der Annahme des Judengeldes wieder einmal angesessen sind. Und dann wird Frau Jeritza-Popper mit Betrübnis erfahren, was sie gleich hätte bedenken sollen: daß auch ihr schöner Sopran an der Tatsache nichts ändern kann: „politisch Lied — ein garstig Lied!" Aufgehobene Patzfabriken. Der Wiener Polizei ist es geltmgen, zwei „Unternehmungen" still zu legen, deren Geschäft in der Herstellung falscher Reisedokumente bestand, 'mit denen allerhand übelbelenmundete Personen die österreichische Grenze passieren konnten. Ursprünglich befaßten sich diese Bureaus mit der Beschaffung einwandfreier Pässe für Leute, die selbst Zeit und Mühe des Änstellens bei den verschiedenen Behörden Meuten, und sich die Abnahme solcher Unannehmlichkeiten gern etwas kosten ließen.. Erstspäter ging maw Dom AvffckenbandeL mit korrekten rur SeMeriemmm von gefälschten Pässen über. Die ganze Geschichte liest sich wie ein beißendes. Pasquill;auf die Anshebimg der Freizügigkeit, mit der bekanntlich das Morgenrot der neuen „Freiheit" für Europa nach dem Kriege aubrach. Air der tzänz zweck- und sinnlosen Schikanierung friedlicher Reisender au den Landes- und Staatsgrenzen hatte nur die Bureäükratie Interesse, die das neue Geschäft als eine willkommene. Sinekure für sonst beschäftigungslose Beamte zu stabilisieren bemüht war. Was' wunder, daß sich auch der durch die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse gehemmte Betätigungs- und Erwerbstrieb .von Privatmenschen dieser Branche zuwandte? Das Resltltat' war, daß die Grenzplackerei nur mehr für die anständige^und mittellose Menschheit besteht, während sich das lichtscheue Gesindel der ungehemmten Freizügigkeit erfreut. Aber diese paradoxe Tatsache paßt so gut zu dem Bilde unserer ganzen Zeit, daß wir fürchten, sie wird durch die Verhaftung etlicher findiger „Unternehmer" nicht aus der Welt geschafft werden. * Das zionistische Zenkrarkomikee kür die rfchechL slowakische Republik gibt stme neue Adresse bekannt, welche tautet: Zion'siilches Zentralkomitee für die ischecho-lloroakische Republik. Mährtsch-Ostrou. Bräuhaugaasse 18/UI. Telegrammadresse : Zioubureau, Morostrava. Telephon 716/VIII. * Das Ende Ser Schweizer KindrrhilfsalMon. Dos Schweizerische Kinderhilfskomiiee mit dem Sitz in Bern, welches seitLweieinholb Jahren an viele tausende Wiener Kinder Liebesgaben und zwar Kleider, Wäsche und Lebensmittel zur Der» teiiung brachte, bat gestern seine Aktion in Wien beendet. Weitere Anmeldungen zwecks Beteiiung können infolgedessen nicht mehr entgegengenommen werden. * Fürstin Tassilo Festeties, geh. Lady Hamilton, ge« schiedene Gattin des Fürsten Albert von Monako, ist gestern im Alter dorr 71 Jahren im Budapester Parksanatorinm gestorben. * Jüdische Kriegsflüchtlinge ans Galizien, welche in ihre Heimat zurückkehren wollen, mögen sich mit Personaldokumenten und Photographien (je zwei Stück pro Person) am 10., 17., 18. und 19. d. in der Zeit zwischen 9 und 11 11 hr vormittags im. Bureau des zionistischen Landeskomstecsi, 2. Bez., Taborstraße 20 a, Zimmer 8 (Delegation des Jüidschcn Aäticnalratcs für Ostgalizien), melden. Später erfolgende . Anmeldungen können keinesfalls berücksichtigt werden Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Personen, die sich vor dem 11. d. zum Heimkehrtransport angemeldet haben, sich abermals mit Dokumenten, Lichtbildern usw. zu melden haben. * Ein Opfer der Zeit. Wir werden auf einen Elendsfall aufmerksam gemacht, auf den wir die Aufmerksamkeit mildtättger Leser lenken. Eine seit vielen Jahren kranke Frau, die infolge ihres Leidens in hilflosem Zustände ist, befindet sich infolge ihrer -Bedürftigkeit in eurer Lage, welche das Eingreifen wohltätiger Menschen erforderlich, macht, da sich zn ihrem schweren Leiden eine starke Unterernährtheit gesellt, welche an den letzten Kräften der Kranken zehrt. Ihre Adresse ist: Fran Äjerese Müller, 16. Bez., Neulerchenselderstraße 03, 2. Stock, Tür 21. * Monarchisten und Kommunisten. Eine Gruppe von Anhängern der schwarzgelben Legitimisten, etwa 100 Personen, nahm am Sonntag vie 205. Wiederkehr des Geburtstages der Kaiserin Maria Theresia zum Anlaß, einen Demonstratiouszug zum Denkmal der Kaiserin zwischen den beiden Hosinuseeu zu veranstalten, um dort eilten Kranz niederzulegen. Sicherheitswache verhinderte jedoch die Kranzniederlegung und weitere Kundgebungen. Die Demonstranten zogest in kleineren Gruppen ab. In der Nähe des Denkmals hatten sich aber etwa 60 jugendliche Kommunisten angesammelt, die den monarchistischen Gruppen nachzogeil. In verschiedenen Straßen irr der Nähe der Burg kam es zu gegenseitigen Beschimpfungen und Tätlichkeiten. Die feindlichen Parteien mißhandelten emander mit Faustschlägen und Stockhieben. Sicherheitswache machte den Radauszenen ein-Ende. Die Monarchisten, die auf dent Wege wiederholt das Kaiserlied anstimmten, zogen dann' zur Kapuzinerkirche, wo nach einer kurzen Ansprache des Legitiinistenführers, Obersten Wolf, uub nach einer kurzen stillen Andacht am Sarkophag der Kaiserin Maria Theresia der Kranz nieder gelegt wurde. Bei den Zusammenstößen in der Umgebung der Kopuzinerkirche wurden zwölf Personen wegen Nichtfolgeleistung stellig gemacht. * Wetterbericht. Die Lüstscheide des europäischen Hochdruckgürtels liegt gegenwärtig über dem 50. Breilegrad. In höheren Breiten wird die Lustbewegung durch ein nordischem, in ntebercu durch ein mittelländisches Tief beherrscht. Int westlichen Teil der südlichen Zirkulation ist der Himmel ziemlich stark bedeckt, die Wolkendecke reicht bis Tirol. Im übrigen Mitteleuropa herrscht schönes Wetter. Voraussage: Wechselwolkig, etwas wärmer, östliche Winde. '"Einschreibungen in die jüdischen Volksschule», ä) Jüdische Volksschule, 2. Bez., Castellezgasse 36. Täglich — .mit Ausnahme der Santstage — von 12 bis halb 1 Uhr imtlags Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in die erste und zweite Klasse, b) Jüdische Volksschule, 20. Bez., Deuisgassc Nr 33. Täglich — mit Ausnahme der Samstage — von J.2 bis 1 Uhr mittags Ausnahme von Schülern und Schülerinnen in die exfiCj zweite und dritte Klasse. * Eine Neuerung Im Postoerkehr. Am 18. d. wird beim Pvstumte Wien. l.. Fiel dimarkt, eine Frankierungsmaschine in Betrieb gefetzt werden. Mit der Maschine wird auf die Sendungen gleichzeitig mit dem Orts- und Tagesstempel der Wertstempel (Posifreislempel) aufgeürucki. der die Poslmarke ersetzt. Der Absender ist dadurch der Beklebung der Sendung mit Marken überhoben und zahlt die Postgebühren bei der Ausgabe bar ein. Dadurch wird die Markengcbarung bei ihm vereiniacht und die Post erspart xie Herstellungskosten für die Marken. Die Maschine druckt Freistempel zu 5, 20 und 25 K. Die Sendungen müssen sich zur Abstempelung mit der Frankterungsmalchine eignen; es müssen minöestms 50 Sendungen auf einmal eingeliefert werden, die mit dem gleichen Stempel frei zu machen sind. Die näheren Bestimmungen enthält das Postverordnungsbiatt Nr. 85 und der Anschlag beim Postamts Wien 1. Zur Verein- . sachung der Freimachung hat die österreichische Vostverwaltung einen weiteren Frcmkierunasapparat Herstellen lassen» der aber nicht beim Postamie aufgestellt werden soll, sondern die Fr »i» stempeiung beim Absender selbst ermöglicht. Der Apparat (Freistempler zweiter Art. im Gegensätze zum oberwähnten Freistempler erster Art) ist vollständig inländisches Erzeugnis. Cr wurde vom Wiener Ingenieur Max Baum erfunden, unter Mitwirkung der österreichischen Postoerwaltung ausgebiiöet und von der österreichischen Telephon^Fabrikgakttengtzsellschaft, vormals L. Berliner in Wien, hergesiellt. Gr ist bereits tn Oesterreich und anderen Staaten pateuttert. Em Musterstück ist^kefttg und wird im Läuse dieser Woche einer Wiener Firma zur Erprobung übergeben werden Ein im Freistempler augedrachtes Zählwerk registriert jeden Ausdruck ' und blider die Grundlage für dre Abrechnung über die Postgebühren. Sobald der Freistempler voll-' ständig erprobt! ■ ist. w>xd die Erzeugung im glvken erfolgim,' : worauf solche Freistempler gegen eine entsprechmoir Meie an' unternedmmaev Mt MMem Brieiverkebr gtzMeben werden.-