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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-14 · Heft 1180 (14.5.1922) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1180 (14.5.1922)
Date
1922-05-14
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 SJien. 0onit’<n nachlässigt ihn? iVton wird sich schon wieder hinausarbeiten und Dobe wird ihm zugetan sein wie einst. Aber Faunliensorgen zerbrechen ihn. Seine in New-Aork wohnende Schwiegertochter wird lungenkrank. Seine Nichte, die einst Hochschülerin und Revolutionärin war, jetzt Blusen näht, Fatalistin geworden ist und auf Grund von Zeitungsinseraten heiraten will, seine geliebte, ihm wesensverwandte Schifte ist gefährdet und bedarf seiner rettenden Stütze, und die Gattin ist von einem Halunken von Literaten unilauert. Er, der immer geholfen hat, allen Stütze und Hort zu sein gewohnt war, ist ein hilfloser Bettler. Da faßt er den Plan, sich unter die Elektrische zu werfen und eine Unfallsrente zu erzielen, um sich aufrichten und andere retten, zu können. (Der Ausweg war weder ihn:, noch Pinski znzumnten.) Er verliert einer: Arm, verzichtet, weil er wieder ins Gleichgewicht kommt und einer unlauteren Handlung nicht fähig ist, aus Schadenersatz, wird von der Frau verlassen, auch die Kinder sind sehr enttäuscht, aber ein junger Mensch, der im versinkenden jüdischer: Menschentum Amerikas das Ideal reinen Strebens für die Menschheit hochhält, richtet ihn auf, und die beglückende Erkenntnis, daß er sich selbst treu geblieben ist, erfüllt den' Knüppel mit Zuversicht und Frohmut. Paul Baratoff in der Rolle des Helden ist der Lichtpunkt, das Erlebnis des Abends. Die humorvolle Frische des Wesens im Anfang, die leisen Schauer der Herzensbangigkeit, wenn die Not wächst, die Kraft, mit der er die Verzweiflung abschüttclt, bis ne ihn aushöhlt, der milde Schimmer der Verklärung in der letzten Szene — alles gleich meisterhaft. Sonst ist diesmal nicht diel Erfteuliches zu melden. Frau Weintraub-Graf in oer interessanten Rolle des unglücklichen, gescheiterten Mädchens ist bloß tüchtig, Isaak Deutsch d§® charakterloser Literat vergreift sich im Ton, der wichtigen Rolle des Idealisten ist Herr Preis nicht gewachsen, und die sehr schwierige Figur der Dobe, einer kalt-herrischen Schönheit, die sich nicht preisgibt, wird von einer scheinbar intelligenten und recht temperamentvollen jungen Kraft, Fräulein Markow, im ersten Mt gut, dann dilettantisch gespielt. Die interessante, eigcnberrliche Frau verschwindet, ein hübscher Trotzkopf bleibt. Der Erfolg der Novität war sehr stark. Die Darsteller,, vor allem Baratoff, und mit dem Ensemble der Spielleiter des Abends, Herr Dr. Siegfried Schmitz, wurden nach Schluß der Vorstellung immer wieder gerufen. ' 0. A. Wiener („Die Gespenstersonate". — „Mit den: Feuer spielen".) Anläßlich des zehnten Todestages von August Strindberg. Wahn und Wirklichkeit, Gefühl und Erlebnis, glatter Alltag und tiefstes Mysterium des Seins — seltsam sind sie verwebt und verwirrt in diesem Stück des Grauens und Hasses. Keiner hat den Haß in allen Arten und Abschattierungen darzustellen versucht wie Strindberg. Auch in diesem, von mancherlei Motiven durchzogenen Stücke ist der Haß die stärkste Note. In der unheimlichen Gestalt des Direktor Hummel find unendliche Möglichkeiten des Bösen aufgespeichert. Er haßt mit dem Haß des Krüppels gegen die Gesunden, mit den: Haß des Betrogenen gegen die Betrüger, mit dem Haß des Alters gegen die Jugend, mit dem Hatz des Dunklen gegen die Hellen. Vernichten will er, wenn er nicht herrschen kann, vernichten aus Wut, daß er, der ein langes, langes Leben nur darauf bedacht geween, den Menschen zu nehmen, nun mit seinen achtzig Jahren keinen findet, dem er geben kann. Er hat den „Haß der Dankbarkeit" erfahren und kennt keine Schonung. Da er den großen Schatten unbarmherzig näher rücken sieht, da ihn das Schreckgespenst seiner Verbrechen mit atembeklemmender Angst erfiillt, will er von der Jugend Wärme und Kraft empfangen, will, seine kalten Hände in den jungen des „Sonntagskindes" wärmen. Aber ehe dieser Dämon seinen Erdenweg beschließt, sucht er doch noch ' die Abrechnung, er will „bezahlt werden" aus die eine oder andere Weise. Da sitzen sie um den runden Tisch, die Gespenster einer vergangenen Zeit — eine Szene von wilder Schaurigkeit, die an I. A. Hosfmann gemahnt — und „alle Masken müssen herunter". Mit dämonischer Wildheit bringt der Me alles vor, was er von den anderen an Schandtaten und Verbrechen weiß. Un^er weiß viel. Hat doch sein Haß durch Jahrzehnte kein anderes Ziel gehabt als diese Wunde. Er erzählt dem Oberst, daß sein Adelstitel und sein Offiziersrang erlogen und gestohlen sind, daß sein Weib ihn betrogen hat und die Tochter, die er als sein Kind aufgezogen hat, das Kind des wilden Rächers ist. Er erzählt der weißhaarigen Wen, seiner einstigen Braut, von ihrem Verrat und der „Mumie" von ihrer Schande. Der „vornehme Herr" ist ein Juwelendieb, der Diener ein dem Zuchthaus entlaufener Verbrecher. Nur die „Jugend soll geschont" werden, alle anderen müssen zerbrechen, zerknickt, in den Staub getteten werden wie ekles Gewürm. Aber die Gespenster, die da steif und starr um den Tisch gesesien, beginnen sich zu rühren, die Mumie enthüllt die Schandtaten, die der Rächer selbst auf sich geladen, und sie befiehlt ihm, in den Tod zu gehen, dort hinter jenem Wandschirm zu sterben von eigener Hand. Lautlos schleppt sich der Krüppel zum Strick, ohne Regung sitzen die Gespenster... Den Sinn dieses grausen Spiels klar zu erkennen, wird nicht allzu vielen gegeben sein. Und es bleibt schließlich nur eine Temperaments, frage, ob man dann Deutungen und Auslegungen versucht oder bescheiden sagt: ich vermag nicht zu folgen. Die „Gespenstersonate" bot Josef Jarno Gelegenheit zu einer Meisterleistung, deren Gewalt und Kraft sich wohl kein Zuschauer entziehen konnte. Er hielt das Publikum in seinem Bann. Da wurde nicht „gespielt" auf der Bühne. Grauenvoll und hart wie die lebendige Wirklichkeit sah man ein Leben sich auftollen, mit Eiseskälte im Herzen fühlte man das Schicksal, die Rache, den Tod näherschleichen. Ueber der großen Szene um den Teetisch, der Szene zwischen Narren, Heuchlern'und Verbrechern, wehte der Atem der Ewigkeit. Auch die' anderen „Gespenster" in ihrer geisterhaften Starrheit boten vortreffliche Leisimmen. namentlich Frau Zeller als Mumie und Herr Wiener Morgenzekümg 14. Mm 1922 Nr. 1180 J'-nsei: als Oberst. — „Mit den: Feuer spielen" ist gleich falls nicht jenes Lustspielchen, als das cs sich^auSgibt und als das cs vom größeren Teile des Publikums aufgefäßt wurde. In; der kleinen Frau Christine, die so gerne etwas Besonderes erleben möchte, zum Beispiel eine Seuche oder den D'd ihres Kindes, die so gerne ein bißchen verführt werden möchte, nur um es einmal auszuproben, in dieser dreisten, leichtfertigen, sensationsdürstigen kleinen Frau da steckt der Weibdämon, den Strindberg wieder und immer wieder gezeichnet hat. Auch das Familienleben, das hier angedeutet ist, gewährt Ausblicke in jene Hölle, die der Dichter mit quälender Deutlichkeit zu schildern wußte. So ward man des anscheinend so harmlosen Spieles nicht ftoh, trotzdem Herr Jarnch auch hier seine überlegene Kunst glänzen ließ und Frau Sjoem als temperamentvolle und kluge Partnerin dem Stücke zu vielen Beifall verhcklf. Mit Beifall ward überhaupt nicht gekargt, so daß der Abend in jedem Belange festliches Gepräge K.-M. „Frasqrritta". (Erstaufführung in: Theater an der Wien.), Als nationaler Opernkomponist ha: Franz Lehar mit der russischen Oper „Kuknska" im Jahre 1886 "eine Komponisten^ laufbahn begonnen. Später wurde dieses Werk zur Oper „Tatjana" umgearbeitet, zahlreiche nationale Operetten »folgten nach, der" Balkan und Polen wurden in der Operette M'de, ( und nun hat Lehar in seiner neuen Operette den Schaup'atz nach Spanien verlegt, dem Lände der Carmen, mit der das >Zigeunerk:nd „Frasquitta" manche Züge gemeinsam hat. Auch sie n:ächt mit ihrer Liebe, die sie ftei ver'chenkt, glücklich und unglücklich, sie fragt nicht nach Recht, Gesetz und Macht. Sie trägt das Messer locker im Strumpfband, ebenso fest betont sie bei.jeher Gelegenheit ihre Moral, die sie fteilich nicht hinder:, die Männer zu baycxen und in der Alhambra als Nackttänzer, n .äuszutreten. StoH wie eine Königin läßt sie ihren Hampelmann drei Akte lang im Netze zappeln, um schließlich die,Seine zu werden. :.Stäf-:Hexe.'Higeünerin ist natürlich Betty Fischer, i'w Geliebter Hubert Marischka. Betty Fischer siegt wie immer durch.ihre prächtige Erscheinung, durch ihre schöne Stimme, durch ihre noch schöneren Toiletten, deren Herkunft aus dem Theaterzctel gewissenhaft vermerkt ist. Lebhafteres Operettenfpiel und stärkere Tanzbegabung sind der schönen Frau versagt. Unwiderstehlich ist Herr Marischka. trotz, bürgerlicher Kleidung ein strahlender Operettenheld r.ttt seinen berückenden Spielmanieren und seinem schmachtenden Terror. — Das komische Element ist in der Operette recht spärlich vertreien: Der junge Hans Thimig vom Burgth.'awr spielt einen ganz unmöglichen Privatgelehrten viel zu dezent für seine robuste Umgebung., Er ist kein Säuger und kein ( atz für Toutenhayn, Auch Fräulein Hennh Hilmar vermag die Erinnerung an, die Kartousch nicht zu bannen. Munter und ergötzlich i\t Oberregisseur Emil Guttmann als älter Lebeknabe. — Dieiprunktzdlle' Ausstattung war in ein Meer von Farbe und Licht getüncht. Als Kontrast wirkte magisches Halbdunkel, ui dem entzückende Nackttänzerinnen auftraten. — Erotik in Reinkultur.;■ Mt'her neuer: Operette haben die Textdichter Dp. A. W i l llNje r und Heinz Reichert keine glückliche Hand und | nach, weniger heiteren Smn bekundet, wie denn überhaupt Ü:e 1 gute Äte Operettenheiterkeit allmählich cusstirlt, Pössenderbhe:t,.H^tal:tät und schwüle Erotik an ihre . Stelle tritt. Dem Komponisten, dem schon so oft der große Wurf gelungen ist, wyMn wohl durch das dürftige Buch die Schwingen gelähmt. Em -zärflicher Walzer steht auch diesmal in der Mitte der Opetetftstkem Shimmy, kein Jazz, Foxtrott oder Tango hebt am.Der'Grundton ist ernst, ja, trotz des angedeuteten Kärucvclltreiöens,- düster. Man bewundert das national spanische .Kolorit, .das Lehars Künstlerhand unter Beimischung slawischer Tönfarben geschaffen hat, man freut sich der hübschen Zigeunerlieder' und -chöre, der raffinierten Instrumentation, der meisterhaften Finales. Wohl entbehrt die Musik der starken Schlager und des natürlichen Frohsinns, doch wahrt sie stets Kultur Md vornehme Haltung und blickt sehnsüchtig nach Lehars Jugendliebe, der Spieloper, zurück. — Tosender Beifall, der nicht enden wollte, dankte dem Komponisten für das neue Werk, rief ihn und alle Mitwirkenden immer wieder auf die Rampe. flb. Aus de« Theatern. 3m B u r q i f> e'a i e r und morgen und Dienstag der 60. Geburtstag Artur Schnitzlers durch d'e Aufführung »D e r ) u n g e M e d a r d u s" gefeiert. 3m Opcrnlheater geht morgen .Der § reischütz" in Szene. 3m Deutschen Volkstlieater wird morgen »P r o f elsvrVernhardi" gespielt. — Für den. 24. d. wird das Ludiläam der 40jährigen Bühnenwirksamkeit Cornelius K i r s ch n e r s vorbereitet, der se>t einer längeren Reihe von Lqhken. zu den beliediesten Künstlern dieserTühne gehört. Zur Aufführung gelangt in neuer Einstudierung Nestroys Posse i n e il Iuxwillersichmachen". 3n der Volksoper gelangt heute „Tiefland" in der Premierenbesöhung zur ersten Wiederholung. — Es ist der Direktion d er Volksoper geümgen, den italienischen Baritvnisten Sigtsmondo Sale-cht für Dienstag.als Aigoletto und für Donnerstaq in Gounods „Faust" als Mephisto zu gewinnen. — Mittwoch den 24. d. (7 Uhr), zum 1. Mal:: „De sieben Schwaben". Veranstaltet vom Journalisten- und Echriftskllervnein Cvncordia zugunsten seiner Wühisahriseinrichiungen. .OSkar Beregi rezitiert im Rahmen der literarischen Abende, die der Verein Tikwath Jehuda veranstaltet,' Mittwoch den 17. d. im Saale des Klubheims, 8. Bez., Bennoplatz 1, jüdische Dichtungen. Milwirkend Dr. Otto Abeles. Anfang Präzise 8 Uhr. - Kunstauktion im Dorotheum. Bilder, Plastiken, Graphik, wertvolles altes Porzellan. Die am 19. und 20. Mai von der Kunstaüteilüng des Dorotheums veranstaltete Auktion bringt, eine größere Anrabl von Objekten. die besonders für die d e u t-- sthe Sammlerwelt und den deutschen Kunst- Handel von Interesse sein dürften. An Bildern von Malern , moderner Schulen werden besonderes Interesse einige feine Aquarelle von Rudolf und Frauz Alt und von Ludwtg Hqns Fischer erregen. Ein seltener Gast ist der öfterreichische Polarforscher I. Payer mit einer brett gemalten Skizze, die den „Tegetthoff" int Packeis unweit von Franz Josefs-Land darstellt. Von. ganz hervorragender Bedeutung ist das in dieser Auktion enthaltene Porzellan. Zum Schluffe sei noch darauf hingewiesen, daß in dieser Auktion auch einzelne Gegenstände aus dem Nachlasse dex Dichterin Karoline Pichler zur Versteigerung gelangen. Die Schaustellung findet vom 14. bis 18. Mai statt. , Tanzabend Ina Mary Plender. Gegen Tanzabende von Kindern oder halben Kindern läßt sich sicherttch so manch gewichtiger Einwand Vorbringen. Hat man aber diesen päda- (iomschen Bedenken Raun: gewährt, dann darf man auch geteyen, daß das Tanzen eines Mädchenkindes entzückend ausieht. Wenigstens wenn dieses Kind sene Sache so gut macht wie „little Imp", die kleine englische Naturtänzerin. S:e flatterte zierlich als „Schmetterling" von Blume zu Blume, ge-Z siel besonders als Frühlingssee und niedliche „stierelle" und2 fand für ihre Leistungen reichlichen, wohlverdienten Beifall. Da Dr. Felix Rosenthal seine Kunst in den Dienst der kleinen . Tänzerin gestellt hatte, gab es neben der Augenfreude so manchen erlesenen Genuß fürs Ohr. Ob es notwendig gewesen, aus dem neckischen,' zierlrchen Jaschingsschwank-Scherzino eine Hanswurstiade zu machen, damit little Imp sich als taumelnder, Polternder Harlekin in einer burlesken Szene zeigen konnte, mag dahingestellt bleiben. Auch die Umläufe der jedem Klavierspieler als erste Schmnann-Motive wohlbekannten „Arabeske" hätte füglich unterbleiben können. Wird das Stückchen aber so fein und reizend gespielt wie von Meister Rosenthal und schwebt ein anmutiges Kind zu den weichen Klängen zierlich über den Boden, dann — schwinden alle „Schatten" und die „Sonne" allein bleibt übrig. K. M. Kammersänger Dmitrij Smyrnow (Große Oper Petersburg), der gefeierte russische Caruso, kommt am 28. Mai nach Wien, um hier cm einziges Konzert mit Orchester im großen Konzerthaussaal zu geben. Karten an der Konzerthauskasse, bei Guttmann und in der Buchhandlung Szelinski. (Int. Verlag „Renaissance", Erdtracht.) Konzert Lia Rosen—Dawid Jaroslawskij (Dienstag den 16. Mai im Großen Konzerthaussaal, halb 8 Uhr abends) ist bis auf eingeschobene Sitze ausverkauft. Die berühmten Künstler haben :n chr Programm .zwei prachtvolle Werke der hebräischen Lyr:k ausgenommen, die mit Orgel- und Harfenoegleitung vorgetragen werden. Urania. Nach längerer Pause werden Elsa, Bertha und Martha Wiesenthal am Mittwoch den 17. d. um halb 6 Uhr wieder im Großen Saale der Urania einen Kammer- Tanzabend (mit teilweise geändertem Programm) geben. Mitwirkend: Das Urania-Orchester. Jüdische Memoiren und Biographie«. Soeben erschienen die Erinnerungen aus meinem Leben von Dr. I. S. Bloch, die, weit über den Rahmen persönlicher Erinnerungen hinausschreitend, interessante Beiträge zur Judenftage im altösterreichischen Parlament geben. (Brosch. Mk. 80.—, geb. Mk. 100.—.) Siegmund Mayer: Die W:ener 1700—1900. (Brosch. Mk. 50.-, geb. Mk. 60.—.) — A. Robinsohn: David Wolffsohn. Ein Beitrag zur Geschichte des Zionismus. (Soeben erschienen.) (Brosch. Mk. 28.75, geb. Mk. 42.50.) — Th. Zloeisti: Moses Heß. (Brosch. M. 60.-, geb. Mk. 80.—.) — Denkwürdigkeiten der Glücke! v. Hameln. (Geb. Mk. 37.50.) — S. Hensel: ‘ -Familie Mendelssohn 1729—1847. Nach Briefen und Tagebüchern. (Geb. Mk. 60.—.) — Prof. Dr. Leon Kellner: Theodor HerzlS Lehrjahre. (Pp. Mk. 20.—, Halbldr. Mk. 60.-). Sämtliche Bücher erhältlich in der Buchhandlung R. Löwit, 1. Bez., Notenturmstraße 22. _ / chach-Chronik. Problem Nr. 4 Rudolf L a m x e l (K a k o a h). Weiß setzt mit dem dritten Zuge matt. Weißkt 6; 7'h2; Lb6, L e 8; Sei; B c 5, f* ■ h 5. (8). M—MB MM ■mm. mm mm. a b c d e f g h Schwarz: K d 5; Baß, c 2, c 3, e 4-, g 4, g 5, li 6. (8). Sabotage. Wie allgemein bekannt hat die Hakoah, ebenso wie Landstraße, in fünf Wettkämpfen vier Siege errungen und eine Niederlage erlitten. Nur dadurch, daß Landstraße aus 75 gespielten Partien um einen Zähler mehr herausholte, konnte sie sich vor Hakoah placieren. Nun hat der Arbeiterschachklub, der drei Siege und zwei Niederlagen aufzuweisen hat, seinen Kampf gegen Sudost 16:0 gewonnen (Südost trat zu diesem Wettkampf mit nur acht Spielern an) und so einen halben Partiezähler mehr erreicht als Hakoah. Das „Neue Wiener Abendblatt" (Verbandsorgan!) meint, somit schreiben zu dürfen, Hakoah teile den zweiten und - dritten Platz mit dem Arbeiterschachklub, obwohl doch nach den Satzungen des Verbandes, beileibe nicht «ach jenen der Vernunft, zwischen den beiden. Vereinen zumindest ein Stichkampf um die Plätze auszutragen wäre. Herr L. Z. gcht in der „Arbeiterzeitung" schon einen Schritt weiter. Er schreibt am 28. April wörtlich: „Den Beweis, daß auch die Spielstärke des Arbeiters nicht geringzuschätzen ist, hat der Verein in dem in der Vorwoche beendeten Wettkampf, um die Meisterschaft des! Oesterreichi- .scheu Schachverbandes erbracht, wo er den zweiten Platz besetzte, nur anderthalb Punkte hinter dem ersten." Also Herr L. Z. vergißt bereits ganz und gar auf die „Hakoah" und aüf die zwei Niederlagen des Arbeiterschachklubs! Es eröffnen sich

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