Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-05-14 · Heft 1180 (14.5.1922) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1180 (14.5.1922)
Date
1922-05-14
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980260--11094-2997512
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 1180 Wien, 'GvMitsg Wiener Morgenzeiiung 14. Mai 1922 Seite 9^ da. recht freundliche Perspektiven. Vielleicht melden sich noch einige als Anwärter auf den zweiten Platz. Es wäre doch angezeigt, daß -er Verband in diese Angelegenheit endlich Licht, bringt. Etwas zum Koptzerbrecheri. Die Meisterschaftsregeln des Verbandes enthalten eine wichtige Bestimmung, die besagt, für die Placierung in der' Meisterschaft wirre nicht nur bei gleicher Punktanzahl das Verhältnis der gewonnenen zu den verlorenen Partien maßgebend,^ sondern die an Punkten führende Mannschaft müsse auch das bessere Partieverhöltnis rusweisen. Ist dies nicht der Fall, so entscheidet ein Stichkampf über' die Placierung iw. der Meisterschaft. Die Unfittnigkert dieser Bestimmung führt folgende kleine Aufgabe, die wir unseren Lesern stellen, klar vor Augen: „An' einer Meisterschaft sind sechs Mannschaften beteiligt. Es. ergibt 'sich folgender Schlnßstand: Mgnnjchaften '' A . B ti T> E F Siek,« llnent- Ichieden . Niederlage Partie» + - Differenz " * Punkte 4 '; i — 39V, 35'/,. + 6 9 4 — 1 42 33 •fr .9 8 3 — 2 43'/, 317, + 12 ' 6 2 — ■' 3 44 3l -f 13 4 1 i 3 37'/, 37V,‘ c ) 3" — — 5 18«/, 56‘/s ’ — 38 0 * Sieg 2 Punkte. Unentschieden — 1 Punlst. Man sieht: Mannschaft A, die keine einzige Niederlage aufzuweisen hat, aber ein schlechteres Partieverhältnis als zum Beispiel die Mannschaft D mit drei Niederlagen, hätte eventuell einen Stichkampf mit dieser auszutragen, aber um welchen Platz? Vielleicht um den ersten und vierten? ,Und was ist mit den anderen Mannschaften?. Sind Stichkänchfe anszutragen oder nicht, welche Mannschaften Haben diese aus-' zutragen und um welche Plätze.? Ernst Wahles. Literatur. ©afce! Seren Rabbiner Nobel zum ittrrszlgslsn Geburtstag. Frankfurt, bet F. Kaufmann. Die intimsten Schiller und.Freunde de-erst vor kurzem verstorbenen vorzügliche Predigers und außerordenttichen Menschen, ehrten den Meister anläßlich seines Fubiiüums durch das vorliegende Sammelbuch. Das Gemeinsame aller dieser Aufsätz° ist der Geist, der hinter ihnen steht, jener Geist, der in tiefster jüdischer Religiosilöt iiessten Sozial'snms. also wahren Mischen Nationalismus sucht. So wird dieses Buch zum Dekenninis einerSchar junfer Menschen, die, über alles analyiische .Denken hinausslrebend, innerstes jüdisches Menschentum als Leilstem einer Bahn Proklamiert, die in den gewaltigen Strom prophetischer Ethik mündet, dessen leise Ahnung die Körec. diests Mannes urnwehi haben mritz. Auf dem Boden einer Frankfurter Quäckerorthodvxis find diele Aufsätze entstanden: im Boden der Sehnsucht nach wahrer Religiosität ober wurzeln sie. Wenn auch mitunter der. Ausdruck mit dem Eefül'.l ringt oder das Literarische streift, ' ist doch der harte sehnellde Wille zu Mten, ' der Robert W e;l ß ln seinem kurzen aber programmatischen Aussatz sagen läßt : „Der Neubau in Erez jisrael wird zur r e l i g i.ö s e n Tat werden". . Höflich.; Srxualpsyrhologie. In den letzten zwei Jahren ist «wm Schriftsteller Dr. E. Blum eine Reihe von Büchern erschienen, die sich durch ihre realistiiche Wahrheit angenehm beme kbar machen. Me Werke weilen eme slellenweiie an starkem humoristischen GerichLssaal Bei zugewiesenen Wohnungen ist die Gemeinde Wien der „Hausherr,,. Dem Privatbeamten Heinrich Pins war vom Wohnungsomte in der Geblergasse im 19. Bezirk eine Wohnung Angewiesen worden. Für. die Instandsetzung der Oesen in den Zimmern hatte Pins^ 26.000 K. verausgabt,, aufdcren Nückersatz er den Hausbesitzer Dr. Alexander Bauer aus Genf, der dieses Haus käuflich erworben hatte, klagte.' Der Geklagte wendete ein, daß nicht er, sondern'die Gemeinde Wien zn klagen sei, weil nicht, er, sondern die Gemeinde Wien (Wohnnngsamt) dem Kläger ' die Wohnung vermietet habe, so daß die Gemeinde Wien als Bor Mieter in anzusehen sei. Außerdem wurde Unerschwinglichkeit der Leistung eingeweudet, weil er bei einem Gesamtnnetzins von 12.000 K., wovon ihm 6000 K. bleiben, nicht 26.000- K. für die Ausbesserung zweier Oesen bezahlen könne. Das Bezirksgericht Döbling verurteilte den Geklagten zur Zahlung des eingeklagten Betrages, weil nicht' die Gemeinde Wien, sondern der Hausbesitzer als Vermieter anzuseheü sei und dieser sich durch Mietzinsfteigerung für diese Ausgabe schadlos halten könne. Das Landesgericht Wien als Rekursgericht (Vorsitzender Hofrat Dr. Klang) hat gestern der Berufung des Geklagtenvertreters Dr. Trnka stattgegeben, das bezirksgerichtllche Urteil aufgehoben und das Klagebe gehren abgewiesen, weil bei einer vom Wohnungsamte zugewiesenen Wohnung der Mietvertrag nicht zwischen dem Hauseigentümer und dem Mieter, sondern zwischen der Genreiude Wien und dem Mieter zustande gekommen sei, so daß die Gemeinde als Vermieterin ünzüsehen ist. CONTINEN7ALE BANK Wien, l., Marc Aurelstraße 5-7 S iiiiiiimiiiiiiiiiimiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiii Tob,' Kr. 20-4*86.. 2Q-B«9t, iHS-ß-48, 22-5-76 "" Te!ec;ii>ainm * Adpoese: Continentalbank 133 B Wech8Qg$tube, r., Bösendorfersirasse Nr. 4 J Wegtiseistube, ^„TabQgsäPa 46 a. Tel. LS-4-2S « Bank unc8 Wechsefftiaus WIppBEngerstraBe 5. Wipiiilnjigretraßo 1, Talephoit 14-3-76, 12-5- Bi atsnäBDBEiB9BBBHBBaaDaBBcaBaiBHaoBa dbdbrbibD VolksWi-t. Gestempelte Krone Anszahlung Wien 3n Zürich notierle die österreichische Kronr . . . die österr. gestempelte Krone . die tschechische Krone .... . die Mark ......... . Agram ......... ... Bukarest . . . ... . . . Budapest .. Warschau... -.0587 Centimes. .0575 Centimes. rs0575 (—.06 am 12. Mai) —.0537 (—.0625 am 12. Mai) 10.- 1.30 1.90 ( 9.97 ( 1.81 ( 1.90 (- -.67 —.13 (-.67 (-.13 am 12. Mai) am 12. Mai) am 12. Mai) am 12. Mai) am 12. Mai) ,am 12. Mai) Das Erhe Dr, Gürtlers. .So folgte denn auch diesmal auf den Karneval der düstere Äschermittwoch und die.kürze Festzeit der Selbsthilfe, die die Anspannung aller Kräfte heischte itjtb fand, wird von der unvermeidlichen Erschlaffung mit all. ihren trübseligen Stimmungen und Aussichten, abgelöst.'In der Aera Gürtler hatte das S e l bst h i l f e p r o g r a ntm 'seine höchsten Triumphe gefeiert: der ersten heroischen Tat', der Beseitigung der Lebensmittelznschüsse, folgten die gewaltigen Steuern und die wieperholten. Versuche,, in 'den Einüahmen die Weltmarftparstal' zu ^xr'erchen,' unh. den Anstrengungen schien auch, dtzr Erfolgzu ' winken, . als nach so vielen wcchseldollen Ereignissen, hie ersten' Kreditvorschüsse eingelangt waren. ' . ' ' " Im. Nahmen des Selbsthilfeprogramms war d.eu Kresi diten/nur einebescherh^HoM ziWdacht,"bL sie nur als Stütze für. das/aus' Mener Mast auszurschtende ,.Säyiernngsgcbäüdebienen HlftLn/Aber je Mehr sich die Aüfstellung dieses'''aWM.DkutztzDerh' ' verlangsamte, desto luftiger ragte die W'eMMa rHMrsit a t in die Hohe; sie eilte den' Äsiediten sive'isi'Wtzsüs/ schien deren .Stütze entbehren M können'--- die'aktuelle Kraft der Selbsthilfe unerbittliche.G^setz^ d(tß. Menschen nicht in einem Zustande, andauernder s>?ervemnsPan.nÜW. verharren, können. Es zeigte sich, daß'die Weltmarktparität nicht nur mit, her Inflation pereüchar war,, sondern sie sogar voraussetzte. ' Trotz der Abschaffung^ der Lebensuiittelzuschüsse machte die Zersetzring des Geldwertes, vor der es' ohne ausreichende Kredite 'kein EtftriunW gab,/weitere 'Fortschritte. Früh schön hatten sich die BerWcher des Heroischen Selhsthilseprogramms getrennt: Dr. Ro.s'enHerg schied aus seiner o'ffiziell-inoMieÜhn Stellung im FiNanzministernün und widmete sich ctt'.sschliehlich der^^ Hreditfrgge,,indes der verantwortliche. Leiter des Finanzministeriums, Doktor G ü r t l e r, unermüdlich an.der Durchführüng des Selbsthilseprogramms arbeitete, bis er' in den Fluten der Weltmarktparität den.Untergang fan|r. .. Als Dr. Gürtler sein Auit übernahm, fand er einen Doll a r k n r s von 3000 vor. Er hinterläßt einen Dollar-, kurs von rund 9000 und den Zwang, eine Kreditermä chtignng v on 120 Milliärdün änzüfordern., Es ist' leicht,'Hergleiche zwischen!un.d"9..gnzüstellen,.mn. daraus persönliche Verantwortungen''abzuleiten. Aber es soll nicht vergessen werden,' daß der Kronenverfall auch unter jedem anderen Finä.nMmister, gekommen wäre,' daß aber ein anderer Vielleicht nicht bte nämliche Energie gegen den Dollarkurs von 10.000 aufgebracht haben würde.' Dr. Gürtlers ganze Kraft war auf den Kampf mit den hohen Valutenknrsen'ÄügesiW ein' Kämpf, in dein ihm zeitweilig asich der Sieg beschiirden war. Nicht.seine Schuld war es/dah die psychologischen Auswirkungen der Kredit- Hilfe der tschecho-slowakischen Republik durch die Deutschtürnler verestelt wurden, die nämlichen Deutschtümler, .die den Mann verhinderten, seinen schon einmal erfolgreich bestandenen Kampf, mit den höchsten Valutenkursen ne'uerdings'a'nsznsechten.' Sicherlich aber' wäre ihr Haß'besser beraten gchvesen, Wenn, es.'ihm nicht ach Verstände gefehlt hatte, zu Wartens daß Dr. Gürtler.selbst die ganz gewaltige' neue Kreditermächtigung .von 120 Milliarden im Nationalrat vertrete, und zuzusehen, welchen Gebrauch er davon machen werdet" ' ' \ Täuschen-wir uns nichtso wirb diese' Krediiermächtigung den Weg aller friiheren. wandeln und schließlich bei der Notendruckerei anlangen. Ob es kürzer oder länger I dauert/ diese Frage ntritt gegeniM^ der' unvermeidlichen Fruktlfizierilug in Banknotensorm in den Hintergrund wir können die 120 Milliarden.mit dem gegenwärtigen NotenunMlfe sümieren, und die halbe Billion Kronen, als eine TatsaM her nächsten Zukunft'ich voraus registrieren, Diese EntwiMng schien Dr. Gürtler vorauszüsehen, .als er sein' Au sich e rtn n g s p r oj e kt als organisches' Glied seiner Sanierungskette einfügte' und in den Mittelpunkt her. Börsendrskttssiou stellte. Die Aufwertung bedeutet nichts anderes als die W e l t m a r' k i p tr r i t ä t i n d e n A kt i e n k u rsi eit, den -endgültigen Bruch mit der Fiktion einer "Gleichwertigkeit der gegenwärtigen Krone mit der Krone des eingezahlien Aktienkapitals, bedeutet einen mächtigen Impuls fürsdie Mrsef'nicht der Billion bloß nachzuhinken, svüdörn gemäß ihrM Funktion, die kommenden Ereignisse 'zu eskomptierett, 'jener vorauszueilen. - Die Konturen einer solchen Einstellung der Aktienklcrse auf die Weltmarktparität wögest noch so sehr verschwommen sein, für dch' schärferen Blick 'treten sie jedoch mitten in' der neuen Teüeruttgsflut und dem Kronenverfall schon einigermaßen herüor. Eine Neihe bon Gesellschaften hat sich in dev letzten Zeit entschlössen, ihr Aktienkapital aufzustempeln, . und wenn auch die>Aufstem'Pelung nicht gemäß der Parität erfolgte, sondern sich in bescheidenen Grenzen hielt, so ist diese Tatsache immerhin charakteristisch, insofern Nämlich, als sie die. Ünhaltbarkeit der gegenwärtigen Aktienkurse gegenüber der forffchreitenden Geldentwertung anerkennt und dafür zeugt, daß sich die Gesellschaften der Erkenntnis , nicht verschließen, daß neue Wege der Dividendenpolitik beschnitten werden müssen. Es ist kein Zufall, daß gerade die eisenverarbeitenden! Industrien , in dieser Hinsicht an der Spitze marschieren. Die Greini tz^ A.-G. hat ausdrücklich erklärt, sich .von der Anfftempelnng vorläufig nur mit Rücksicht auf die.im-. Zuge befindlichenJufwertüngsbestrebungen zurückhalten zu wollen.- Die,F el-tenm. Guulleaume A.-G. hat erst vor kurzem ihr Nominale-, auf 1000 K. aufgestempelt und will auf-das Fünffache dieser Zahl hinaufgehen. Sch r a u- L'e n B r e v i l ti e r haben bereits vor Jahr und Tag ihr Aktjenkaprtasi ^äüfsi2^^Kaufgestempelt. J Schranbelr, Felten, Simineringör, Poldihütte, sie gehörten einst zu dem böhmischelk ÄrontankoNzern, der sich die Beherrschung der eisenverarbeitenden Industrien zur Aufgabe. stellte, um die Interessen der Eisenpröduktion desto entschiedener wahrnehmen zu können. Mn' machen sich Anzeichen bemerkbar, daß die alten Traditionen dieses Konzerns ihre Mederauferstehung feiern werdend da die Alpine Montangesellschaft,; in deren KHerrschung sich die Niederösterreichische. EskomptegeseMaftr Mit Stinnes teilt, das größte ^Interesse, öargu hat,' in ihrer Absatzpolitik keine Hindernisse bei.dev ... eisenverarbeitenden'Industrie zn finden. In den Inter-,j; essenkreis. dieser Gruppe gehören aber schon jetzt die Sim-. meringer und die-Felten u.. Guilleaume, und sie muß nm so ncehr auf eine Festigung ihres Einflusses bedacht sein,. als.' gerade anläßlich der. bevorstehenden.. Kapitalsvermehrnng i -i--. der Alpine Montangesellschaft die bei den eisenverarbeiten- - > den Industrien. vorhandene Mißstimmung gegen deren Absatzpolitik bei der Regierung Eingang fand, die den. ' Bedingungen der Neuemission nur dann zuzustimmen geneigt ist, wenn-die eiftuproduzierende Industrie in Zukunft mehr Rücksicht auf den heimischen Eisenkonsum nehmen wird. . -!-ll. Bank« und WeehseBsfuben-FiBiafle FraniS 4 Hytterer Wien, Bl«, HollandstraQe 7 (früh. Stephaniestraße) Tel. 44*2-82 Mitglied der d. ö. Devisenzentraie Tel. 44-2-82 ■ 9574 An- und Verkauf von Valuten und Devisen Kulanteste D u r c h f ü h r u n g sämtlicher Borsen- Transaktionen (auch während der Börsezeit) Der Effekten- und Valnienmarkt der abgelausenen -WochL zeigte eine feste Tendenz; besonders sin den letzten Tagen war . in den Westdevisen^ unb tH'echischen,Moneir eine energische Answärtsb^vegrng sestznstelleN. Bedeütende Steigerungen hat- \ ten ,Staatsbahnaktiei, zu : verzeichnen;-. chähräNd Südbahnp.riöritäten uawhaftcn' Schwankungen ausgesetzt wären.- Zuletzt waren infolge'desneuerlichen Rückganges der Krone in Zürich und där Kreditänford'ernng svon. 120 Milliarden, die größtenteils durch 'innen dlötLndruck gedeckt werden dürsten,).-.' Interesse für Wertpapiere und besonders für auswärtiges Zahlungsinitteb vorhandeir, die bedeutend höher notierten. Bei höheren Zinssätzen für Papiergeld wickelte sich die Versorgung schwieriger ab. Für Staatsbahn zahlte man ein Kostgeld bis ., zum nächsten Arrangement von 4000 bis 6000 K. - si A. E. G.-Unron Eleketrizitätsgesellschaft. Von den aus Grund des Beschlusses der ordentlichen Generalversammlung' ° TUNGSRAM ' , ’/ r- ME 4 . \;xLr . •> V V f 4; -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.