Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-05-11 · Heft 1177 (11.5.1922) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1177 (11.5.1922)
Date
1922-05-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980257--11059-2997474
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Inr. 1177 Wien, Donnerstag Wiener Morgcnzeitung 11. Mai 1622 Seite 7 In -er V ö l k s o p e r gelaiiqt heule „T o s k a" mit Frl. Rantzau in der Titelrolle zur AufführUnnq. Als Ccarpia wurde Sigismondo SalesKiv gewonnen, den Cavaradosji fingt Kerr Neumann. Dirigent: Kerr Dr. Meirich. Beginn }IS Uhr. . '.Im Deutschen V olkstff ea t e r' wird morgen ».Das Blumenboott' 'dargesiM. Samstag findet die Erstaufführung der vleraktigen! Komödie;-,D e r C l o w n" von Äsnry B a t a i l l e, für die Deutsche. Bühne bearbeitet von Ernst Kuldschinsky und Artur Rundt, statt. — Zerr Ferdinand O n'n o scheidet mit 1. -Juni aus dem Verbände des Deutschen Völkstheaters. > -, Sm R a i m u n d - T h e a t e r .wurde.. die Aufführung 2er Komödie vdn Karl K'ü u p t m au n „Tobt a s B u n dl ch u h" mit Max Pallenberg auf die kommende Spielzeit verschoben, da der Künsiler infolge seines außerordentlichen Erfolges bis zur Beendigung feines Gaftrpieles, . das ist bis zum 24. Mat, allabendlich die Titelrolle in ,.W auwa u" spielt. Sm A k a d e m i e t h e a t e.r findet Sonntag den 14. d. eine Wiederholung der Tragikomödie von Georg Kaiser „K a n z l i st K r e h l e r" statt.. - ' Die N e u e W i e n e r B ü h n e bringt Montag den 14. d. die Erstaufführung des Lustspiels »D i e L i e b e w a ch t* (L'amour veille) von Fiers und Ca'llavet in folgönder Besetzung: Jacqueline — Carole Torlik als Gast, Auguste — Max Guistvrff als Galt, Carteret — Lovric, Alib6 -— Iliberacker, Ursula -- Lach, Baronin — Lewinsky, Solange — Lvonsky. Christiane — Onöra. — Für die Marquise wurde Eminy Förster, für den Andrö Robert Dalberg und. für die Lueienne Marielle Weber verpflichtet. Regie: Dr. Emil Geyer. * Sn der R e n ä i ssance ° Bühn e wirallabendlich, 7' Uhr, »D e r U u b e k a n n t e" äüfgefühtt. — Sonntag den 14. d. geht «Der W er wo l s«. Sonntag den 21. ö. ,G e ft ä n d n t s" als Nachmittagsvorstellung, in Szene. Sn der Freien j ü d i s ch e n Vol K T b ü h n e beginnt die morgen staltfindende Erstaufführung von David P i n s k t s vierakiigem Schauspiel «J e dem sein G o t [u präzise 7 Uhr abends. Eine Ehrung Professor Kar! Stieglers. Am 3. d. fand im Operntheater nach dem" zweiten Akt „Siegfried" eine hübsche inierne Feier statt.' Die Äaldhornisten des Orchesters ehrten ihren Führer Professor Karl Sliegler^ der an diesem Tage zum fünfzigsten Mal den Sieasriedstus geblasen hat. Zur Erinnerung daran wurde dem Pcosossor Eiiegler als Ehrung von seiten seiner Kollegen eine lederne Brieftasche und ein Bild überreicht. das, ' vom akademischen Maler Kolbinaec gemalt, Iüng-- Siegfried ick tiefen Walde, das Korn zum Rufe erhoben, Larftellt. Direkivr Schalk wohnte dieser Feier bei und überreichte Professor Stiegler 'nebst einem schnieichrlhaften Schreiben der Direktion ein Ehrengeschenk. Kerr Mark! als Vorstand der Philharmoniker überreichte die Glückwünsche der Körperschaft. Der Schweizer Opernkomporrift Kar! Fritterer aus Basel ist in Wien emgelroffen, um der Uraufführung seines neuen Werkes „D ieFalkenjag d" beizuwohnen. Kar! Sternheim von Exkaiser Wilhelm geklagt. Sn seinem neuen Buche, den «Memoiren des Lsibrosses Libuffa", hat sich Karl Sternheim auch mit dem Besitzer des edlen Pferdes, dem ebemaltgenKaifer Wilhelm beschäftigt. Exkaiser Wilhelm fühlt sich durch mehrere Stellen des Buches beleidigt und hat. wie aus Berlin gemeldet wird, -gegen Mrt Sternheim den Slrafanirag gestellt. Grabbes „Napoleon oder die hundert Tage". Main schreibt uns aus B e r lin: Grabbes „Napoleon" wurde durch eins Aufführung des Berliner Staatslheaters, die dem Spielleiter Seffner zu danken ist, zu,neuem Leben erweckt. Es ist jedoch fraglich, ob das Werk nicht bald wieder vom Spielplan verichwinden wird, denn trotz der glänzenden Aufführung kann der Dichtung Grabbes, die schourWig und b>s aus die Volksszenen leer ist. nur mehr historische Bedeutung zuMlanden werden. .. , Johann Slrarrtz-Musikses!. Donnerstag den 25. d. (Feiertag) findet zugunsten des Ersten österreichischen Bl'ndmvereins in Weigls Drehs«park und Katharlnenhalle, ,Xll., Schönbrunnerstrahe. ein Sohann Strautz-Mufikfeft (Reminiszenz an.die Tage von M-Wien) statt. Ilm S Nhr im Freien: Großes Johann Strauß-Konzert, um 7 Uhr in der Kaiharinenhalle: Sohann Strauß- AK ademie. Mitwirkende: Fejicie Mih ac fek. Kammersänger Georg M a i k l, Klara Musil, Burgschauspieler Karl Z e s k.a, Keinrich d e C a r r o,. Prof. Roderich Bä ff und andere hervorragende Wiener Künstler. Das Fest wird bei jeder Witterung abgehalten. Karten zu 800, 1200 und 1600 Kronen find zu haben in den bekannten Kartenbureaus und in der Kanzlei des Ersten oster reichischen Blindenvereins, VIII., Floriqnigaffe 41. Ditz InvaliöUäisunü . Attevsversortzung Lev ThealerangeslslUen. Die im Pensivnsinstitute für die Bühnen- und Orchesterangehörigen Oesterreichs versicherten Angestellten haben an den Ausschuff für soziale Verwaltung die Petition gerichtet, die Pensionsv e r f i ch e r n u g d e r T h e a t e ra n g e st e l 1 t e n im Rahmen des TheniergesetzeL zu, regeln. Diese Regelung soll in der Weise erfolgen, das; das Pensionsinstitut, für die Bühnen- und Orchesteravgehörigen Oesterreichs als gesetzlicher Versicherungsträger für dis Theaierangehörigen bestimmt wird. Keuie hält der Unierausschüff zur-Behandlung der Theaterangelegenheiien eine Sitzung. ab, in her diese Forderungen oertrelen werden. Da sich Über die Forderungen der Bühnenangestellten die Vertreter aller drei grötzen parlamentarischen Parteien in zusiimmendem Sinne geäußert haben, dürften die Wünsche der Theaterangestellien in vollem- Maße befriedigt werden. -Neue PalSsNna-Si!erari/r. Ses. P r e ff, Palästina und Südsyrien, Reisehandbuch (Kaibleinen 100 Mark, Ganzleinen 120 Mark). C a 1 v a r y, Bildet von Land und Leuten 'lkarioniert 30 Mark, Leinen 45 Mark). — Stern borg, Die Süden als Träger einer neuen Wirtschaft. in Palästina, (50 Mark). — Auppi n, Aufbau des Landes Ssrael (Neuauflage 25 Mark). — Tunis. Der jüdische Pionier in Erez Israel. — Sch. Klein, Erez Israel (hebräisch) mit Landkarte [4 Mark). — Sämtliche Bücher erhältlich: Buchhandlung R. Löwit, l. Rotenturmstraffe 22. stäube itub an einer Reihe öffentlicher Volks- und Bürgerschulen Religion ünterrichtett'Surfte, war nicht' geeigM/ ihn von seinem Irrtumzü ibefxeien. Erst im' Jahre -1917wurbe er unsanft , aus feinest Träumen gerissen. Er oblag damals feiner patriotischen Pflicht als . Soldat und diest'v - Ümständ gab den .Gewaltigen der Kultusvertretnng-den- Anläß, sein Dienstverhältnis zu revidieren., Und da sie darauf kamen-, der- Mann noch , immer kein Dekret, hatte, stellten sie einfach die Zahlung seines Gehalts ein und verweigerten ihm nach, seiner. Abrüststnxs die Wieder^ anstellung,' obwohl er'sich' weder als 'Mensih','yoch als Lehrer, auch nurdas geringste hatte zuschulden kommen lassen. Sein einziger. Fehler-war, daß . er das . mosaische-. Sitiengesetz besser kennt als das österreichische Zivilgeseh. Dadurch geriet er - juristisch/in. Nachteil gegen -die Vertreter der 5kultusgemeinde, die -es umgekehrt^halten. Der' etwas weltfremde Neligionslehrer glaubte, ..wenn Moses einem 'Sklaven .nach siebenjähriger. Fron die'Freiheit zubillrgt, daß die israelitische Kultusgemeinde einem Ängestellten, der zwei Dezennien in ihren Diensten^ gerobotet, das Defimtivum zubilligen müsst und brachte, da er auf gütlichem Wege nichts ausrichtete, die Klage ein. Bei der gej trigest Verhandlung legte der Vertreter der Kultüsgemeinde Dr. Ticho dem Richter/eine erkleckliche Anzahl von Paragraphen aus dem Gemeindestatut vor, die die juristische Unhalibarkeit der Klage erweisest. Wir finden es ganz' in der^ Ordnung, daß die Aufnahmsmodalitäten der Gemeindeangestellten so fein, säuberlich regstmeutiert finb, glauben aber, daß solche Gesetze nur zum Schutze der Angestellten dienen dürfen,-nicht aber däzu/um ihnen, nach jahrzehntelanger Arbeit einen StriÄ zu. drehen. Wenn die Kultusgemeinde nur Angestellte mit Dekret * anerkonntdann hätte Muschel eben bei der Aufnahme oder wenigsteuc, in der langen Zeit,, -die seither verstrichen ist, ein solches Dekret erhalten müssen. Der Richter' schien' auch dieseMeinung zu fein, denn auf seinen-^Vorschlag hin wurde das Verfahren vorläufig'eingestellt, um den beiden Parteien- Zeit zur - gütlichen Deremigung des skandalöserr Falles zu geben. - Die Vertreter ■ der Kultusgemeinde, die in der Gewißheit, das formgle Recht auf ihrer Aeite zu habcil, anfangs sehr siegessicher ,und - unzugänglich aufgetreten waren, ließen sich unter dem beschämenden Eindrücke der richterlichen Ermahnung, schließlich zu dem Rate herbei, Muschel möge sein Glück, nochmals.mit, .einem' Bittgesuch an.den Kultusprasidenten versuchen. Wir sind sehr meugierig, was er ausrichteu wird, und. werden den Fall im Auge behalten. So viel sagen wir den Herren schon heute: für den Lehrer, der zwanzig Iahte lang zur vollen Züftie- : > oenheit tätig war, muß eine Beschäftigung gefunden werden, die ihm nicht nur dauerüd den Lebensunterhalt sichert, sondern auch ^Genügtuung für die ersticene Unbill ver- 'I schafft. w durch die groben Arbeiten, die sie verrichten müßte, leicht zu erklären. Die Behauptung, daß sie sich nur an jedem dritten Tag das Gesicht gewaschen, sei nicht erwiesen. „boshaftes" Verlassen liege nicht vor, weil die Wohnverhältnisse für die Frau unerträglich waren. Die Scheidung aus dem Verschulden des Mannes'sei in dem zugestandenen - ,..-rnch begründet. Gegest dieses Urteil brachte der Kläger die Berufung an das Oberlündesgericht ein, die sich darauf stützte, da,- eine Frau, die ihren-Mmn Zerlassen hat, o»e ei/..'.che Treu" von demselben zu verlangen nicht berechtigt sei. Man dürfe, hob der Berufungsvertreter hervor, die Augen vor der Wirklichkeit nicht verschließen, und eiueur 22jährigen jungen Menschen/ dessen Frau sich-aus dem Staube machte, weil ihr die Wohnverhältnisse nicht'gefielen — sie gefallen auch vielen anderen nicht —, nicht zumuten, keusch wie ein Ordenspriester - dahinzulebeu, Gegen den Vorwurfdes Erstrichters, der Mann habe sich „wie eine-Drohne-ausfüttern lassen", müsse sich der Kläger verwahreü. Es sei gar nichts dabei, wenn ein Ehemann sechs Ä.- --chen lang, die Kost von' den seiner Frau erhält. Die Ersparnisse, die er dabei gemacht, um sich ^'e kostligen Q...rnmente für seinen Oeruf »n'-sHessen, wärest auch seiner Fran zugffte gekommen. ^eklagtenv-Ureier be-- stritt, das; sich ein Recht des Mannes auf Ehebruch konstruieren lasse. Ein Verschulden des Klägers sei schon vor der Eheschließung Vorgelegen, weil er zugegebenermaßen eine-„Fräst, vom' Lande" nur deshalb geheiratet hatte, damit sie Lebens-' . mittel und Geld ins Haus bringe. Der Bcrusungssenat (Bprsitzender Hofrat Dr..Mraczek) hat nach einstLndiger Beratung die Berusicng des Klägers als nnbegründet abgewiesen. Volkswirt. Gestempelte Krone Auszahlung Wien -.0837 Centimes. -.0625 Centimes. In Zürich notierte: die österretchische Ärour ... -.0625 (-.0625 am 9. Mai) die öfterr. gestempelte Krone . —.0637 (-.0650 am 9. Mai) die tschechische Krone .... 9.85 ( 9.90 aut 9. Mai) die Mark 1.80 ( 1.78 am 9. Mail Agram ....... ... 1.85 ( 1.90 am 9., Mai) Bukarest .. am 9. Mai) Budapest ......... —.67 (-.67 am 9. Mai) Warschau . . . . . . . . —.13 (-.13 Gilt 9. Mai) davon- Gerichtssaal. lNl Das soziale Empfinde» der Kultus gemeinde. Der Volksschullehrcr Julius Muschel legte Fähre 1903 die Religionslehrerprnfüng mit Auszeichnung ab. Der Vorsitzende der Prüfungskommission, der. damalige Vizepräsiderst der Wiener Kultusgeweinde Dr. Gustav K'o h n, bestellte ihn sofort zum Lehrer der Kultusgemeinde. Obwohl Muschel kein Dekret erhielt, glaubte-er im Vertrauen auf die mündliche Zusage seither verstorbenen Dr. Kohru daß seine Anstellung eitle definitive init Pensionsberechtiguilg sei. Der Umstand, däß-er zwanzig Jahre lüM nnangefochten an der FiMpd-TLpräschule alle Gegen- „Drohnen^ im EheleSen." 'Das Recht auf Ehebruch? Ms „Drohnen" bezeichnet ein Urteil des Zivillandes- -gerichies jene Ehemänner, die nur des Geldes'wegen geheiratet haben und sich von der Frau oder ihren Angehörigen „ausfüttern" lassen.-'Der-Zähmechttiker Räimürst --^ brachtegegen seine Gattin Anna, die er im Alter von 22 Jahren nach vierzehntägiger Bekanntschaft gehermlet harre, eme Ehescheidungsklage ein, in welcher er als 'Tlrsache 'seiner, unüberwindlichen Abneigung anführte, daß seine Frau immer in schmutzigen Kleidern und mitnrnreineu-Händen dahergehe und sich nur an jedem dritten 'Tage das Gesicht wasche. Ferner könne sie nich t kocy en. Seine Frmr .habe ihn empsitrdlich gekränkt, indem sie sich vor , Zeugen geäutzert habe, sie wäre mit einem Ranchfangkehrer besser daran als mit ihrein Atanne. Endlich wird boshaftes Berlaffenals Scheidüngsgrund geltend gemacht, weil seine- Frau ' nach sechswöchiger Ehe dgegangen sei. . , Die Geklagte erwiderte, ihre-schmutzigen Kleider und Hände lassen sich einwandfret daräus erklären, daß sie die gange Hauswirtschaft und dre. gröbsten Dienstbotenarbeiten, Wie Fußbobenwaschen uftv., allein verrichtenmußte. Das Gesicht habe sie sich täglich gewaschen, und-wenn ihr Mann , dies nur an jedem dritten Tage wahrnahm, so sei dies seine Sache. Ihr Mann habe sich. Mnßer^' - ep'hahtz-.six Mp ' wegen -Ihrer Mitgift von 200.000 K->, die nach' dem'damaligen Geldwerte noch ein sehr -namhafter Betrag war,-geheiratet, und er sei sehr enttäuscht gewesen, als ihre Elterst die Sicherstellung der Mitgift veranlaßten. Die Aeußernüg, sie1 wäre: init einem Rauchfangkehrer besser daran als mit, ihrem Manne, habe, sie deshalb gemacht,, weil ihr Mann gar nichts' ^um Haushalt Leigetragen habe!. Alle Lebensrnittel seien, von 'ihren/am Lande lebenden Eltern -beigestellt wördey..-Ssä.habe'.ZME^M^irn verlasien und sei! zu ihrsn .Eltern' .zurückgekehrt,!vieff'!sie! mit, den Schwiegereltern in. einem Zimer schsafMstms/e ^-vier -Personen in zwei'Betten. Die Wvhnüng bestand näckl'h ünr aus Zimmer und Küche. W'sokH ÄZöhNVerhäWsse/,se» sieusichst gewöhnt rmd sie habe dieselbenmicht ausgehalten. Sie verlangt die Scheidung aus dem alleinigen Verschulden des. Mannes, weil dieser ein intimes Verhältnis mit.einem-Mädchen' unterhalte. Der Kläger gab diesen Ehebruch zu/ erklärte sich aber dazu berechtigt, weil seine Frau ihm Das Zivittandesgericht'sprach die Scheidung-der Ehe aus dem Alleinverschulden des Manstes ans.-- In der ' Begründung. wurde hervorgehoben, dieser W^habEwie jeder ohne ausreichende vorherige Bekanntschaft, geschloffenen Ehe, jede Grundlage gefehlt, Der Kläger.habe seine.- Fraunur des Geldes wegen geheiratet und sich vön,ihren Angehörigen wie - e'in c D vohnc attsfi'tttern lassen, ohne seinerseits etwas zum Haushalt beizutragen. Deshalb^ sei „die Frau zu der allerdings «mps.,^.la)en Kränkung, sie wäre .mit eincnstAanch.'aug- . kehrer besser daran-, als mu ihrem Manne, v e. r c ch sti'g t gewesen. Die schmntzigen Mttde. ünp- Wider."hex. -Drau Die LaHe der tschecho-slowakrschen Papierindustrie. (Von-unserem Brunner L.-S.-Berrchterstaiter.) -! Die Lage -! der tschecho-slowakischen Papierindustrie'- ist^Äübä-wie M 'ällev''Industrien unseres Staates, bic auf den Export angewiesen sind, und durch die politische und wirtschaftliche Entwicklung ausihren Absatzmärkten mehr odev weniger verdrängt wurden: Durch die Zerstücklung dtzs-l Wirtschaftsgebietes der österreichischen IndustriehahÄl'--'die-'-'inrÄeWU'-'mcht' unbedeutenden inneren Absatz-' - Möglichkeiten eine Reduzierung aus nahezu Null erfahren; für die Papierindustrie, die sich mit 75 Prozent der Erzeugung Altösterreichs aus dem Boden der tschecho-slowakischen Republikbefinde^ ist das Staatsgebiet nur mehr mit 5 Prozent ihrer Kapazität aufnahmsfähig. Hierzu kommt, daß die auf ungarischem Gebiete erbauten' Fabriken teils! an die' Slowakei, teils an Rumänien gefallen sind, welch letzterer Staat -- früher ein starker Verbraucher unserer Papierprodukte — seinen Bedarf nunmehr selbst erzeugt und auf die-Einfuhr nicht mehr angewiesen ist. Am schwersten wird die Ausfuhr durch, die schwedische und reichsdeutsche Konkurrenz getroffen. . (Schweden.erzeugt heute das beste, Deutschlanddas billigste Papier der Welt.) Ein derartiger Wettbewerb macht für uns den Absatz . in h.ochvalutarische Länder nahezu unmöglich. -Daher; kommen, wir auch bei Vergebung der großen internationalen Orders nicht in Frage. Daß die Länder mit schlechter Valuta für uns unerreichbar sind, ist selbstverständlich. So z.„B. kann Oesterreich von Schweden billiger mit, Papiererzeugnissen beliefert werden als von uns. War. unsere Papierindustrie durch Lieferung von Qualitätsware srüyer wettbewerbsfähig — österreichisches Papier war vor dem Kriege irr der ganzen Welt bekannt und beliebt — so hat sie durch die'wirtschaftspolitischen Maßnahmen schwere Stoffe erlitten. .Die fortwährenden Schwankungerr^ der tschechischen Krone machen Preiskalkulationen unmöglich und lasseir diese ohnehin schwergeprüfte Industrie nicht zur ruhigen Entwicklung kommen. Die Prod.ukti o n ist derart gtoß, daß wir sämtlichen Papierproduktionsländern. der Erde ruhig an die Seite stellen können. Die meisten Werke beschäftigen sich mit der,Erzeugung von Braunholz-, Zellulose- und Fein Pa Pier, welche Genres für Pack-, Emballagermd .anzleizwecke geeignet sind, einige fast ausschtterzüch, mit der. Z i g a r e t t e u p a.p i e r.f a b r i k a t i o n (vereinigte Prägev. ^ierfabriksn, - Ott^chaiuer Papierwerke).f Aber auch die P äp'.i e rk ö n s e k,t i o n (Herstellung vöü' Kuverts, Kappen) nimmt eine hervorragende Stellung ein. Im ganzen beschäftigen sich ungefähr 200 Fabriken (70 Großbetriebe), an denen fast ausschließlich deutsches^ Kapital beteiligt ist, mit der Papiererzeugung. Die enormen Preise aller Rohmaterialien (Schleisholz, Zellulose, Hadern, Altpapier) bllden eine wesentliche Belastung dieser Industrie. Trotz der Schwierigkeiten der Einfuhr muß die inländische Papierindustrie Hadern aus dem Auslände beziehen, iveil das Inland die. vorhandenen Mengenzu ungleich höheren Preisen offeriert. Auch bei Papierabfällen' (für die Pappendeckelsabri- .. für u>.are fMudMer Provenienz Untz

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.