Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1177 (11.5.1922)
- Date
- 1922-05-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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11. Mai 1922 Nr. 1177 Seite 6 Wien» Donnerstag Wiener Morgenzetirmg * Bedeutende Entdeckung eines jüdischen Gelehrten. Wie aus Teras gemeldet wird, hat der Leiter der Abteilung für Pflanzenpalhologie bei der Versuchsstation der Kochschul? für Bodenkultur in Texas, Prof. Taubenhaus, ein gebürtiger P o l S ft i n e n s e r, ein Mittel gegen die ©iirjc 1f ä ul n i s entdeckt, unter welcher gewisse Getreidearlen in Texas außerordentlich leiden. Nach fachmännischen Sckätzunaen soll' die von Pros. Taubenhaus anaewendete erfolgreiche Bekämpfung dieser Krankheit eine Ernlezuncchme im Werte von 25 Millionen Dollar ermöglichen. (S. C. B.) * Die zionistischen Ausgaben für Aufforftlmas- «nd AmetioralionsarSeiten in Palästina. Ln einem Bericht von L. Oejtinge r, dem Leiter des Zionistischen Kolonisationsdeparlemenls in Palästina, werden die von 1919 bis 192i für A isiorslung und Ameliorationen ausgegebenen Summen mitgeteilt. Aus der Reberfi^t ergibt sich, daß für A u f f o r st u n q auf zwölf verschiedenen Punkten, für 2l Meliorationen und Drainage von Silmvfen von der zionist'ichen Organjsaiion rund 34.5 2 2 ägvviische Pfund, vom Jüdischen Noiionalfonds 3 2.3 3 8 ägyptische Pfund, zusammen also 6 6.8 6 9 ägypli'cke Pfund verausgabt wurden. Die Gefomizahl der gepflanzten Baume in diesem Lahre betrug 7 5 1.5 2 7, darunler iiber zwei Dritte! Eukalyptusbäume. * Kerberl Samuel über die amerikanifÄ-jÜ-tkcke» Farmer. Aus New-Pork wird uns berichtet: Dis Kolonisakionsvsreimauna Ackula A in Nkw-Pork erhielt von ihrem Vertreter in Palästina, Ingenieur L a r ch o. das folgende Telegramm: Lck wurde vom Oberkommiffär Sir Kerbert Samuel in Audienz empfangen. Zweck meiner Vorlprache war die Regierung zu erlichen» daß sie sobald als möglich die Chaussee -wischen unserer Kolonie und Lassa baue und benützbar mache. Der Oberkommiffär bekundete aufrichtige Freude für die Pläne unserer Unternehmung und sprach seine Befriedigung und Genugtuung darüber aus, das; die amerikanischen Luden an dem Aufbau einer neuen indischen Kolonie schritten. Er betonte ganz besonders, daß es für Palästina und für die jüdischen Interessen im Lande ein sehr groszer Gewinn wäre, wenn iüdischeKausleute und in allereriler Reihe jüdische F a r m e r aus Amerika in größerer Zahl nach Paläsiina kämen und sich hier ansiedelten, als dies bisher der Fall war. * Begräbnisse am lheuttgen Tage. Zentralf r i e d h o f: 10 Uhr Kutterer Friedericke, 11 Rhr Dr. Trost Johann, ii Rhr 45 Min. Popper Danie'. 12 Rhr Zy Min. Roih Lanoz. — Neuer Friedhof: 9 Rhr 30 Min. Keskia Nathan, 10 'Xltjr Goldlust Johanna, 10 Rhr 30 Min. Smger David, N Rhr Kchn Anna. * Jüdische Kriegsslüchllinge aus Galizien, welche in ihre Keimat zurücklrehren wollen, mögen sich mit Personaldokumenten und Plwivgraphien (je zwei Siück pro Person) am ll., 12., 15., 16., 17., 18. und 19. d. in der Zeit zwischen 9 und 11 Rhr vormitiogs im Bureau des zionistischen Landeskomitees, 2. Bez.. Taborsireße 2va, Zimmer 8 (Delegation des Jüdischen Nationalraies für Oslgaltzien), melden. * Gin gewesener russisch-jüdischer Abgeordneter steslorben. Aus Paris wird uns geschrieben: Am 28. April ist hier der bekannte jüdische Philanthrop Michael S ch e s t e l geslorben. Der Verslorbene nahm bis Lohre 1S06 einen regen Anteil am jüdisch-poliiischen und gesellschaftlichen Leben. Als einer der besten russischen Adovkalen nahm er regen Anteil an den Aechtsschutzarbciten zugunsten der verfolgten Luden. Lm Lahre 1L0Z wurde er von Lekaterinostaw^ als A b g e v r dueter in die ersteDuma gewählt. Kier trat er oft gegen di? B o g r o m t ä t i g k e i t der Regierungsbehörden auf. Als Mitglied der Kadettenpartet zahlte er zu den tätigsten Führern der M.i n a.w e r Volksgruppe. Nach der Auflösung der ersten Duma unterfertigte er den Wyborger Aufruf, wofür er dann zu einer längeren Gefängnisstrafe verurterlt wuroe. * „Oftjüdifche Wenfchon". Unter diesem Titel wird Otto A b e l e s heute als Gast ter zionistischen Bezirkslektion Landstraße im Saale des Eaf4 „Gartenbau" eine Vorlesung halten. Beginn 8 Rhr. Einiritt frei. * Jüdische Lnsvlide aus Polen» Der Verband der j ü d i f ch e n K r i e g s i n v a l i d e n im Wien teilt uns mit. daß sich die polnische Gesandtschaft in Wien bereit erklärt hat, den rack Polen zuständigen Kriegsiiwaliden, Witwe n und Waisen Vorschüsse aus die noch zu bemessende Rente unverzüglich auszuzahlen. Alle noch Polen zuständigen Kriegsbeschädigten mögen sich mit ihren Liwalidrläts- und Zuflondigkeitsdokumenten in der Kanzlei des genannten Verbandes, 11., Obere Donouslraße 65, ab Montag den 15. d. zwischen 3 und 5 Rhr melden. * Gevenlissler zu Ehs.'en Karl Faulmanns. Zur Ehrung des hervorragend?'.' Wnkens Korl F a u l m a n n s auf stenogrciphisck-Iilerorifchem Gebiet fand kürzlich die Rebergabe des vom Zenlralveiein für Faulmann-Stenographie gesammelten Faulmaim-Archivs m die Verwaltung der staatlichen Prüfungskommission für das Lehramt der Stenographie statt. Die gesamten Werke?.aulmanns — etwa 300 — wurden der Biblivihek die er Krmmi'sicn einverleibt. An der Ferer nahm eine große Zahl der Vertreter der Gabelsberger- und Faulmann- Schule teil. * Vertreter jüdischer Institutionen von Triest Lei Sir Kerbert Samuel. Aus T r \ e st schreibt man uns: Line Deputation, bestehend aus Len Vertretern des hiesigen Palästinaomtes, des Kitfskomiiees si'ir jüdische Auswanderer und dem Oberrabbiner Dr. Z v i l s r benützte die Gelegenheit des kurzen Aufenthaltes von Eir Kerbert Samuel, dem britijuen Oberkommissär von Paläsiina, welcher auf seiner Reise nach England hier anlangre. um ihm aus dem Dampfer ihre Aufwarlung zu machen, lltochdem vberrabbimer Dr. Z o l l e r den Oberkommissär und seme Gemahlin mir einer hebräischen Ansprache begrüßt und aus die rühmenswerte Tätigkeit des Palästinaamtes und des Kiljskomilees verwiesen Halle, setzte Kerr R. E p p i n p e r, der Präsident des Kltfkomitees» dem Oberkommissär die Schwierigkeiten auseinander, welche diesem durch die Einwonöerungserschwepungen in Paläsiina erwachsen und die geradezu unüberwindlich sind in jenen Fällen, wo Chatuzim m Palästina zvrückgewiesen werden, welche das Recht der Rückkehr in stre Kerkunflslönder verwirkt haben. Kerbert Samuel zeigte sich von dem Beiuch sehr besriediAl und versprach bei seiner Rückreise noch Palästina die Triester Synagoge aus suchen zu wollen. * Schülerfahrpreisermägigungen aus der Straken- Lahn. Cs empfiehlt sich, die Ansuchen um Schülersahrpreiscrmotzigungen aus Len Straßenbahnen schon im letzten Monat des laufenden Schuljahres für das kommende Schuljahr 1922/23 einzudringen. Sie wereen während der Ferienmonate erledigt. * Einbruch am Semmering. In der Zeit vom 29. April bis 3. d. wurde im Semmeringgebiet die Billa einer hervorragenden Persönlichkeit erbrochen. Gestohlen wurden unter anderem eine Messingstanduhr mit Glassturz, die ein volles Jahr geht, eine Standuhr in Rechteäform, oben abgerundet, aus Kirschbaumholz mit Aquarell, das alte Burgtheater darstellend, eine Standuhr ans grünlichem Stein, oben abgerundet, ein Mitteilungen ans dem Publikum. Ernährung. misatamna wwirwirniMWiwiiriiriiMJBBBWMagg« MASS ASS AAA Bf aufwürts, auch aus mitgebrachten von W 1» Stoßen, gegen mäßige Fassonpreise Stadtarbeit2 963 QroGe Auswahl! _JOSEF TAUBER, Vfl., WEBGASSE 2 RHHII Ecke GimpnioM J8b, M.139/H1. StiaBenbatinlinifin8.15,57.Ein Versuch überzeugt Sie für Herren und Damen wo Richard Sorer,!., Rotenturmstr.SKNi™) W.aSäl£Regenmäntel Für neminden alten Herrn wird bei kleiner Familie (Parterre oder 1. Stock) volle, beoohetdene Pension gesucht! Zuschriften unter „Gut bürgerlich 6338" an die Administration d. Bl. Dolch mit Horngriff, in der Mitte ein Halbmond mit rotem Stein, ein vergoldeter Rasierapparat, Wäsche, Lebensmittel und ein Opernglas, zusammen 100.000 bis 500.000 Kronen wert. Die Einbrecher drangen von der Stirnseite des Gebäudes ein, öffneten Türen mit Sperrhaken und versperrten bei ihrer Flucht die Speisezimmertür wieder. Der Hausbesorgerin stahlen sie vom Boden zwei Schinken. Nach den Tälern wird eisrigst gefahndet. * Auch die Meldezettel werden teurer. Wie wir erfahren, werden die Preise der Meldezettel von jetzt ab erhöht. Ein Stück Meldezettel wird acht Kronen und das Meldekuvert zehn Kronen kosten. Kierbei fei erwähnt, daß für Oesterreickec bei der polizeilichen Meldung zwei Meldescheine und für Nichlösterreicher und Ausländer drei Stück Meldescheine und das Meldekuvert ausgefüllt werden müssen. * Wetterbericht. Ln Oesterreich war geslern es stärker bewölkt, die Temperaturen blieben dis zu 5° niedriger als geslern. Ln Wien begann es abends zu regnen. Ln Deutschland war die Abkühlung noch wirksamer. Die Mittagstemperaturen blieben unter 10*. Nach der herrschenden Wetterlage ist mit einer Reihe kühler, stärker bewölkter Tage zu rechnen. Voraussage: Echlechtwetter, meist trübe, mäßiger Regen, kühl. * Diebstahl auf einem Motorboot. Die bei der Stesaniebrücke verankerten Motorboote sind seit langem Gegenstand liebevollster Aufmerksamkeit der Passanten. Nun hat diese Liebe greifbare Formen angenommen: der Polizeidericht meldet, daß von einem der Boote ein Alagnet und 200 bis 300 Liter Benzin im Werte von 3LO.000 Kronen gestohlen wurden. * Diebstahl «n der Akademie. Aus dem Vortrayssaal der Akademie der bildenden Künste wurde gestern ein Objektiv eines Skioptikonapparates mit Stellschraube im Werte von 300.000 Kronen gestohlen. * Ein Fiinfzehnmttttone«etnbr«ch. Frau Cugenie Merkt verwendete ein in ihrem Kaule, Eiebensterngasse 25» befindliches ebenerdiges Magazin zur Aufbewahrung von Kisten, Körben und Koffern mit sehr wertvollem Inhalt. Ende April machte die Besitzerin die Entdeckung, daß das Magazin erbrochen und Waren im Werte von lünfzehn Millionen gestohlen worden waren. Der KaupttÜter, der 25jührige frühere Kausbeforger Franz Wandamann, wurde samt einigen Komplicen * verhaktet und dem Landesgerichte eingetiesert. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Zjonistsche Sektion Ottakring- Kern als. Keule. 8 Rhr abends, Bezirksratsjihung im neuen Kludheim, VIII., Bennoplah 1. — Zukunft, Verein zur Förderung schulentwachsener, verlassener Kinder. Sonntag den 14. Mai 1922 um ys3 Rhr nachmittags im Keime, XIII., Linzeiftraße 299, Bracke 27, Zöglings-Feier. Programm: Vß bis >/<6 Uhr: Fußballmatch unserer Sportvereine S. E. Baumgartner Kakvah gegen L. A. C. Baumgarten, und verschiedene leichtathletische Veranstaltungen. */,6 Rhr: Festrede, Kerr Rabbiner Dr. Feuchtwong. 6 dis 8 Uhr: Theatervorstellung a) „A Doktor" von Schalom Alechjem b) „Die beiden Sekretäre" von Bitlner. Straßenbahnlinien: 51 und 52 bis Baumgartner-Kafino. — Zionistische Bezirksfeklion Land st ratze. Keuie, Donnerstag, im Saale des Casä Gartenbau, Vorlesung Dr. Oflo Abeles: „OWöische Menschen." Beginn 8 Rhr. Gäste willkommen. — Zionistische Bezrrkssektion Brigittenau. Am 15. April 1922 fand in der Toynbee- Kalle, XX., Denisgasse 23, die Generalversammlung der Bezirksorganisation Brigittenau statt. Kerr Dr. Löwenherz hielt ein längeres Referat über die Wichtigkeit dtzr Scheketaktion und forderte alle Anwesenden zur Mittatlgkeit auf. Der Vorsitzende Kerr Nimhouser erstattete einen ausführlichen Täiigkeits- und Kasjen-Bericht, nach erfolgter Kenntnisnahme und Erteilung des Abfoluloriums. wurden die Neuwahlen in den Ausschuß vor« genommen. Es wurden gewählt: als Obmann Kerr Emil Nimhäuser; als Obmannstellvertreter die Kerren B. Watdmann, V. Lebenschuß und M. Mehler; als Schrififührer die Kerren P. Wuht und L. Gvldberg; als Kassierer die Kerren B. Schöndelg und K. Lmmergut; als Kontrollore die Kerren G. Ellbogen, M. Kühl, L. M. Lustig und Dr. 2. Schwarzbrot; als Referenten (Politik) die Kerren S. Diwjteln. Keren für Kajssod, M. Zipper, Nationatsond Kerr M. Mehler, Lugendreserent B. Lebensschuß, als Kulturreferent Kerr Löw-Vogel K., als Veranstattungsreserent Kerr W. Grünfeld, als Prejfereferent Kerr Z. Trompeter; als Ausichußmitglieder die Kerren S. Blumeniiock, P. Brill, M. Ehrlich, L. Eftreicher» L. Glaser, A. Graflmann. M. Kojda, M. Lmber, N. Klanser. M. Min, R. Klumak, M. Lustig, M. Mayer. L. Oppenheim. W. Peijan. E. Sabarskr, S. Setinger, P. Spritzer, W. Wallach, S. Wittels und die Frauen K. Frtedmonn» E. Ungar. E. Weiß und Fräulein M. Waldmann. — Kebräitcher Klub, Taborstraße 1, Mezzanin. 8 Uhr, Kurs für jüdisches Recht (Baba mezta) unter Leitung des Kerrn Dr. Nathan Goldstein. Urania. Keute, S Rhr (Großer Saat): Witd-Äfrika. */,6 Uhr (Kleiner Saal): Landesschulmspektor Dozent Dr. Robert Kauer: Berufsberatung. IR. llß Uhr (Kursfast): Oberrechnungsrat Rodert Baller: Einführung in die photographische Praxis. Ul. >/,8 Uhr (Großer Saal): KeiteresQuartett des Wiener Atännergelangveretnes. 'Iß Uhr (Klemer Saal): Manuskriptenabend Egon Stuart W i l l. f o r t. 788 Uhr (Kürssoal): Dr. Rudolf Wagner: Die Vegetation des Lochgebirges. V. 'Jß Uhr (Kluvsa^l): Dr. Ernst Müll er: Mathemalt,che Experimente. V,8 Uhr (Lehrsaai II.): Kofrat Prof. Dr. Theodor Panzer: Lnduslrte und Tiersülterung. Der Marktbericht. Weitere Steigerungen auf dem Fleischmarkt. — Erschöpfte Kaufkraft -er Konsumenten. Die Situation auf dem Fleischmarkt hat sich neuerlich verschärft. Die ausfallend geringe Beschickung' des vorgestrigen Borstenviehmaiktes in St. Marx halle ein Emporschnellen der Preise für lebende Ware zur Folge. Gestern lrat dies bereits in der Großmarklhalle in Erscheinung, indem sich Schweinefleisch und Fett weiler erheblich verteuerten. Seit Samstag hat sich Bauchfilz unr nicht iveniger als um 400 K. pro Kilogramm verteuert. so daß gestern. im Delailverkaus ein Kilogramm Bauchfilz bis auf 4000 K. zu sieben kam. Lm Engrosverkehr erhöhten sich die Preise ttlr Schweinefleisch neuerdings um 50 K.. für Fettschweine, Speck und Kälber um je 100 A., für Schafe um 150 K. per Kilogramm. Lm Kleinverkauf wurden die Preise für Schweinefleisch um 200 K., für Bauchfilz, wie erwähnt, um 400 K. beim Kilogramm in die Köhe gesetzt. Die Detailpreise blieben ionst bis auf.Schweinesieiich und Fcttprodukte unverändert. Lnfolg.e der horrenden Preise ist der Verkehr im allgemeinen schwach, das Animo der Käufer sehr gering. Die Zufuhren von auswärts umfaßten gestern bloß drei Waggonladungen, von denen zwei aus Lugostawlen stammten und Pferdesteiich brachten, während der dritte. Waggon aus Steiermark mit Kälbern gekommen war. Lm Detailverkauf gatten gestern in der Großmarklhalle folgende Preise für ein Kilogramm: Schweineslleisch 3000 bis 40Ö0 K.. Speck «3100 bis 3600 K.. Bauchsilz 3700 bis 4000 K. Rindfleisch 1800 bis 36CO K., Bratenfleisch 2000 bis 3600 K.. Kalbfleisch 1800 bis 3400 K., Schnitzetfleifch und Schlögel 3600 bis 4200 K. Etwas erfreulicher entwickelt sich die Lage aus den Grünwarenmärkten. Auch hier ist die Nachfrage infolge der hohen Preise und der vollkommen erschöpften Kaufkraft der Bevölkerung gering, so daß die Preise trotz der verhältnismäßig geringeren Beschickung für einzelne Artikel ermäßigt werdek mußten. Besonders reichlich sind die Zufuhren an Spinat, der neuerdings einen erheblichen Preisrückgang erfuhr. In einzelnen Fällen war B l ä t t e r s p i n a t um 5 0 K. d a sK i togram m auf dem Naschmarkt zu haben. Auch Neusiedler Salat mußte im Preise heruntergesetzt werden. Die anfängliche Notierung betrug 2500 K. pro Nagel (30 Stück). Sie ermäßigte sich im im Verlaufe des Markt s auf 1500 K. doch war die Mare nicht anzudringen, da auch dieser Preis zweifellos noch viel zu hoch ist. Keurige Karioffeln gingen gleichfalls im Preise zurück, da begreiflicherweise die Preise von der großen Masse der Bevölkerung — ein Kilogramm stellte sich auf 700 bis 800 K. — nicht bezahlt werden - können. Ebenso verhält es sich mit dem Spargel, der gleichfalls einen Preisrückgang auf 600 bis 900 K. in schönsten Ouatitäten auszuweifen hatte. Eier waren aenügend angeboten. Der Naschmorkt verfügle über ungefähr 48.000 Stück, die aus Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Lugvstawien und Polen stammten. Der Stückpreis betrug je nach Kerkunfi und Größe 135 bis 145 K. Freie jüdische Volksbühne Gastspiel ln der Roland'BQhne 4280 wcfiai&t Ziseit in zispreit Komödie in 3 Akten v. Schalom Alejchetn Bühne und Kunst. Sezession. (Frühjahrsausftellung 1922.) Ohne Sensation, ohne Erschütterung und auch ohne Er» Nüchterung kann man durch die drei Räume schreiten, in denen sich das Schaffen der Sezesiionsgruppe Wien repräsentiert: bescheiden im Rmfang, nichts, das staunen macht, aber auch nichts kitschiges, im ganzen und großen brave Arbeit, sowie sie dem Temperament des einzelnen Künstlers entspricht. Das Feuer der Lugend, die erobern will, scheint längst erloschen: Käupb wie Bacher, Kellmer, Letlmar, Sloiizner fehlen ganz; hier scheint eine Nachfolge über das Mittelmaß hinauswachsen zu wollen. Namen anzuführen wäre zwecklos. Der Erwähnung Wertes im Vorbeigehen zu notieren, scheint Sache des Deferenten zu fein. Wenn man nun den Gesamteindruck in eine Formel pressen will, die ihn restlos wtedergidt, muß man doch wieder zu Einzelnem zurück: ein paar gute Landschaften von Qirüon Novak; kräftige von den alten Niederländern herkommende Früchte-Stilleben Z e rl a ch e r s; ein paar Porträts von G a ß l e r» der mehr will als er kann; originell, kräftig, losgängerisch und der Schablone ausweichend Dachauers Landschaftsromantik (Zersplitterter Baum! Windbruch l), die man nicht jo leicht vergibt; Gustav Schütt, der Landschajten zu komponieren versteht, bringt exolische Kulissen; ein Zyklus Radierungen des Leipzigers Alois Kolb; der Radierer, „unser" Schmutze r, hat sich in einer Reihe von Landschaften und Lnierieurs ausgelebt, die zum Gaierieton hin ausgearbeiiei find. Die Plastik lendenlahm rv^ immer: eine sogenannte gute Arbeit und nicht mehr, die mit dem Reichelpreis „versehene" Marmorgruppe „Mutier und Kind" , des ehrlich ringenden D r o b l l. Insgesamt 162 Nummern, die sogar der gewisjenhajte Spektalor in einer Knappen Stunde absolvieren kann. Eine Pinski-Premiere der Freien jüdischem Volksbühne. Als nächste Premiere der Freien jüdischen Volksbühne! (Roland-Bühne) gelangt am Freilag den 12. d. um 7Rhr abends »Jedem sein Go tt", Schauspiel in vier Akten von David P i n s k i, zur Aufführung. Regie Dr. Siegfried Schmitz. Mitwirkend die Damen Markow, Weintraub-Graf, Weißberg, die Kerren Baratoff (Ben Zwt), Deutsch, Lablvnskt, Pretß. Aus den Theater«. Im B u r g t h e a t e r gibt man morgen „E a n ü i d a". Kein Kartenverkauf! Fm Operntheater wird morgen »Die Frau ohne Schatten* gespielt. Herren-iB. Damen* ■ am ■ ■ Schuhe, Wäsche, Stoffe u. Leinen« IlliiHSHllHSlBlTOi waren zu Wiens billigsten Preisen VI., Linke Wienzeile 44 bol der Kettenbrücke T9S i