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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-11 · Heft 1177 (11.5.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1177 (11.5.1922)
Date
1922-05-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1177 11. Mai 1922 Wien, Donnerstag Wiener Morgi-uzeitnng her Bühne gegenüber zum guten Ton gehört. Soweit hat das Blatt ganz recht und es ist gar nichts gegen diese Zumutung, an die alt- und neugebackenen Dandys einzuwenden, daß sie zur Abwesllmg einmal statt bloß für die Sorrpers etlicher junger auch für das tägliche Brot einer, alten Schauspielerin aufkommen sollen. , Weniger einleuchtend, aber charakteristisch erscheint es uns, daß das Blatt ans der zahlreichen Verehrerschar der einstigen Diva gerade einen I u d e n namentlich herausgreift, um ihn an eine Humanitären Pslichen zu erinnern. Es liegt uns fern, den Betreffenden in Schutz zu nehmen. Auch sind wir Jüdischnationalen die letzten, die mitden gut jüdischen Traditionen aufräumen wollen. Wir wissen, daß die von keinerlei nationalen und konfessionellen Schranken begrenzte Wohltätigkeit die jüdische Erscheinungsform jener Eigenschaften ist, deren katholischer Ausdruck, nach der Behandlung des führenden christlichsozialen Organs, der — Antisemitismus ist, nämlich der Liebe und des Mitleids. Aber wir müssen einmal die merkwürdige Selbstverständlichkeit ablehnen, mit der man dem Juden die Rolle des gutmütigen Onkels oktroyiert, . der die guten Zuckerl verteilt und zum Danke dafür, wenn in der Kinderstube Krieg gespielt wird, den J-eiud markieren darf, der die Prügel bekommt. Die drolligsten Witze über die Zudringlichkeit jüdischer Schnorrer verblassen angesichts der. grotesken Tatsache, daß das führende christlichsoziale Organ Wiens an dem Tage, an welchem das Etu.langen einer großen jüdischen, Spende aus Amerika bekannt.wurde, sofort mit der „bescheide- - nen" Frage zur Stelle war: „Was bekommt der christlichsoziale Mittelstand?" In derselben Nummer, in der es die befriedigende Antwort ans diese Frage wiedergeben konnte, unterhielt es dann seine Leser mit einer Betrachtung über die Gefährlichkeit jüdischer Spendem und die heimtückischen Pläne, welche die Juden verfolgen, wenn sie Christen billiges Fleisch und Schnaps ins Haus liefern. Das großdeursche Organ Wiens ist seit einiger Zeit damit beschäftigt, der studierenden. Jugend, einen, verruchten Anschlag Alljndas in seiner ganzen Schändlichkeit zu enthüllen. Dieser Anschlag bestand in dem Plan einer — übrigens getauften — Jüdin, ein deutsches Stuventenasyl in der Sonnenfelsgasse zu' errichten. Zur Gründung kam es wohl, aber dann wurde die entlarvte Schergin der Weisen von Zio'n einfach enteignet. Schließlich fanden sich das christlich soziale und das großdeutsche Organ'in der Auffassring, daß eine große Spende der B'nai B'rith-Logen zugunsten der Wiener Universität nur -den Zweck haben tonne, ein großes jüdisches Unglück abzuwenden. Dieses große Unglück soll nämlich in der Verpflichtung zur Veröffentlichung der Mitgliederverzeichnisse des Vereins bestehen. Diese Proben, die beliebig fortgesetzt werden könnten, werden die jüdischen Wohltäter hoffentlich doch einmal nachdenklich» stimmen und zur Revidierung ihrer Spendenliste veranlassen. Cs kann unmöglich -ihrer humanen Absicht entsprechen, mit ihren Gaben nur Angst und Sorgen ringsum zu erwecken und die arische Menschheit in eine ständige qualvolle und nerventötende Abwehrposition, zu drängen. Die jüdische Gebefteudigkeit braucht deshalb nicht gleich zu verdorren. 'Es gibt ja leider auch genug jüdisches Elend ans der Welt! Tschecho-slonmkische Chalrrzim in PalnstiNK. Aus I e r u f a l c m wird uns berichtet: Unter den Chaluzim,. welche irr letzter Zeit nach Palästina kämen, befindet sich auch Ist ne Gruppe aus der'Tschecho-Slowalei. Die Kwiizah besteht vorläufig aus zdhn jungen Leuten beiderlch' Geschlechts, Absolventen der Lertmeritze'r An sta l t fit r Sa«dwiwtfch a ft. Die für den Ackerbau erforderlichen Gerätschaften, wie Pflug- und Säemaschlnen, verschiedene Arbeitswert zeuge und Wohnungseinrichtungen hat die Gruppe mit* gebracht. Nach den Verhandln gen ‘mit dem Kolonisationsdeparteinent der zionistischen Organisation in Palästina hat sich die Kwnzah mit Hilfe einer ihr bewilligten kleinen Anleihe in der Kolonie Ein G anim niedergelassen. Hier bearbeitet ein Teil Gartenland, während der andere Teil in den Orangerien von Petach- Tikwah beschäftigt ist. Die Frauen widmen sich der Gemüsekultur und der Geflügelzucht. Die ganze Gruppe ist voll Zuversicht, daß sie auf diese Weise binnen kurzem die praktischen Kenntnisse für die Landarbeit in Palästina, die ihr vorläufig noch mangeln, erworben haben wird, um daun zur ständigen Kolonisationsarbeit übergehen zu können. f Boxabe«- der Faustkampfervcreinigirng. Der gestrige vom Verband österreichischer Faustkampftr veranstaltete Vorabend nahm ebenso wie'sein Vorgänger einen durchaus beledigenden Verlauf. Die Leistungen der Kämpfer und das Verhalten des Publikums, daß den Sophiensaal bis auf den letzten Platz füllie, entsprachen allen Anforderungen. Als erstes Paar kletterten Bergest 64-5 Kilogramm, unö Etiedl» 65 Kilogramm, durch die Seile. Berger hielt feinen Gegner sicher und siegte in der zweiten Runde durch Niederschlag. Der nächste Kamps fand als Ausscheidung für die Leicht« gewichismeisterschaft statt. Schwarz führte ganz klar nach Punklen, als er in der 8. Runde einen Tiefschlag erhielt, der die Disqualifikation von Weis; nach sich zog. Das folgende Treffen zwischen unserem Weliergewichts- Meifter Kanna, 66-5 Kilogramm, und dem in Wien als tapferen Fighter bereits wohlbekannlen Deutschen Kapitzki. war eines der schönsten, die je auf Wiener Boden ausgetragen wurden. Kanna hat sich ganz überraschend verbessert und ist sehr hart geworden. In der sechsten Runde müßte er." in drr neunten Kapitzki bis neun Sekunden zu Boden. Kanna feierte einen vielbejubelten /Kudernatsch 'trat, 76 Kilogramm schwer an. Wesselitsch, 70'/r Kilogramm, hatte das Mittelgewicht eingehalteN. so daß der Meisterliiel von Kaus aus ihm zusiel. Im folgenden Kamps mußte.Wesselitsch bald nach Beginn sür neun Sekunden zu Boden,, doch batte Kuöernatsch das Pech, in der zweiten Runde einen unbeabsichtigten Tieffchiag zu führen, und wurde das erstemal in seiner langen Boxlausbahn disqualifiziert. Für den nicht erschienenen Böger trat Kröger, 85 Kilogramm, Berlin, Glanz. 83 Kilogramm» gegenüber. Der Deulsche ließ sich nach wenigen Sekunden Kampf» als er den ersten Kieb * erhielt auszählem Sammlrmge« der „Wiener Morgenzettnng." Indisches B l i n d e n i n si i t u t, XIX. Bezirk. (Bisher K. 58.356). L. Bourla K. 1000. Palästina-Emigranten. (Bisher K. 9200). §.. Bourla K. 500. Po g r o m w e i s e n. (Bisher K. 165.027.70,5 Schweizer Franken. .400 ischech. Kronen). , Brand. X, 1000. Dr. Jakob Braun, Piesting, 35, Ein Neder 5000, 2. Bourla 1000. Jüdische Studenten in Not und Mensa acaderaica. (Bisher K. 219.232 und £0 D. Mark). Z. O. Löwenihal Wv0, Bernhard Goldstern 50.000. Ernst Schuschny 5000, Olga Keller, Leitmeritz» 1000, Kart Keller, Wien, U. Bezirk 10Q0, S. Sl 10.000, Zacharias Katz, Vtt. Bezirk, 2000, Peler Edelmann. \1I. Bezirk liOO, Os Kar Begleiter, D. Mark 50» S. T. 300. F. Bourla 1000. Jüdische K r i e g e r w i t w e n und -Waisen. (Bisher K. 12.L00). - I. Bourla 500. Dina Weygen sberg ad Notiz vom 30. April 1922 * (Bisher K. 48.568). Sammlung Gg. Jakob Reißmann und Kermann Stein bei einem Teile der Beamtenschaft der Bersicherungsgeselljchast Phönix K. 7268, Lev Böhm VI. Bezirk!000, Ernst Schuschny VIII. Bezirk 5000. Marie 20.000, Julie 5000. Verein Tomche ubikur Ctjaülim XX. Bezirk 10.000, S. T. 300. Einsame Frauen ad Notiz vom 26. April 1922. (Bisher K. 29.500 Und 10 tschech. K.) 6. S. 10.000, Rachmiet Keifer 1000, Laues 3000, Bruder Klein. Mödling 10.000, Leopold Straßny, Zttn w ischech. K.. Gedenken am 3. Aiat 2000, Leonore Smolensky 1000, Weidenfeld 1000, Frl. Berger 500, Keinrich Kurz 1000. Rasche K i i f e. (Bisher K. 24.186.) Gisela Schnurr 300/ Fritz Neuländer wo, Gedenken am 3.-Mat 4000. Jüdische Blinde. (Bisher K 229.620 und 15 Dinar.) Rudolf Reis. Zigarrenspende 1100, Fr. u. I. R. 1000, Gedenken am 3. Mai 1922 2000. F. L. 1000. Für r u s s i f ch e. u n d u k r a i n i f ch e hungernde . Juden. (Bisher K. 23.700, 10 Dollar und 500 tschech. K.) Abraham Zchler, XV; Bezirk 1000, Alta Padawer. II. Bezick 10 Dollar, Flora Bauer, Innsbruck, 5000. Austritte aus dem Judentum. . Panzer Fritz, geboren 22. Dezember 1893 in Wien, 20. Bez.. Wallensteinstraße 13. K r u m b o t z Jakob, geboren 3. Dezember 1874 in Russisch-Moldova Wien, 3. Bez., Beauix» aafte i6a. Glaser Franziska, geboren 8. September 1898 in Gatgocz,. Lomvtoiriftin. Wien, 20. Bez.. Bäuertegasse 21. P i l t er. Eduard, geboren 24. Jänner in Wiener-Neustadt, Kaufmann» Wien, 14. Bez.. Deindvrfgasfe 7. M o h 1 Emanuel. geboren 26. Juli in Dobkowitz. Wien. 3. Bez.. Löwengolfe Ir. F e t l i n e K Kurt, geboren 6. September 1903 in Wien» Gymnasiast. Wien, 1. Bez., Schwarzenderggosse 3. Kurtander Ernestine, geboren 18. Oktober 1857 in Berlin, Wien. 15. Bez.» Soulhingaise 18. Kaufmann Alice, geboren 12. Dezember 1899 in Wien, Schauspielerin, Wien. 4. Bez.. Mozartgasse 3. Spitz Marianne, geboren 9. November 1895 in Wien, Wien, 3. Bez.. Aadetzkystraße 27. S e i n f e l d Nalhan, geboren 9. Oktober 1860 in Oswiecim. Wien. 1. Bez.. Doblyofgasse 3. B e r n Vskar, geboren 12. November 1890 in Wien, Architekt, Wien. 7. Bez., Neustiftgasse 131. 2 u ft i g Gertruds, geboren 18. Jänner 1899, Wien, l.Bez., Bösendorferstrake 9. Dr. L e n g sseid Rudolf, geboren 28. September 1880 in Vimburg. Rechtsanwait. Wien, 1. Bez.» Drachengaffe 3. Detzlex geb. Kendl Kerma. Wien. i9. Bez.. Gymnastumftraße 58. . Dr. S a n d er Ernst, geboren 17. Oktober in Kgl. Weinberge. Wien. 18. Bez.. Sterwarttftraße 47. Aoienbaum Paula, geboren 26.Iännrr 1891 in Wien.Wien. 19. Dez.»Amaigergafse4.R u d Charlotte, geboren 6. April 1897 in Zürich» Wien. 4. Bez. Belvedergasse 10. W e h j e iy Carola, geboren 7. August 1896 tn Wien, Wien. 5. Bez.» Ziegelosengasse 20. Petersitka Lojesine. geboren 10. März 1881 in Trtetsch. Wien. 17. Bez.. Rosensteingasse 39. P e t e r i i t k a Rudolf, geboren 10. März 1831 . tn Wien, Wien. 17. Bez.» Rosenfteingasfe 39. Ävh n Olga, geboren 23. März 1885 in Men. Wien. 7. Dez., Zreg ergask.25. W i n i tz k y geb. Krztzek, geb. 2. Februar 1891 in Wien. Wien. 16. Bez., Wurlitzergafse 13. G r ü n h u t. Kermine, geboren 23. April 1894, Kellnerin, Wien, 16. Bez.» Abelegasse 32. Neuer Keinrich» geboren 11. Februar 1888 in Krakau, Beamter. Wien, 9. Bez., Liechtenstemstraße 92. P r ck IütMna, geboren 26. September 1893 in Wien. Bankbeamtm, Wien, 9. Bez., Kebragasse 1. K e r e n t i n Ludwig August» geboren 9. September 1892, Kaufmann. Wien» 9. Dez., Schlickplak 9. Fleischer Emil, geboren 10. Jänner 1885, GeMgelhändler, Graz, Auerjtraße 56. Seite 5 * Das Neueste ist... Das Neueste ist ncimljtf;, daß' es mit bei Großstadt ernst zu werden droht. Wien nimmt wieder einmal einen Anlauf, und eine Stadt, die einen Anlauf nimmt, ist sicherlich etwas Schönes. Diesmal kaufen wir geradewegs dem „Kehricht" in die Arme. Denn solange der Staub, Schmutz, Abfall, die Asche und die Scherben vom Mistbauer abgeholt iverd'en, solange kann man sie getrost als Mist bezeichnen. In dem Augenblicke jedoch, in dem diese edlen Stoffe in festverschloffenen Kästen anfbewahrt und in raffiniert gebauten Wagen davongeführt werden, in diesen! Augenblick avanciert der Mist zum Kehricht und wir sind voll berechigt, nicht nur . bon „Hausmüllabfichr", wie der Berliner, sondern stolz und beglückt von Kehrichtabfuhr zu sprechen. Vorüber sind die Zeiten, da sorgenvolle Gesicher Weiblicherl Geschlechtes vom: hohen Söller in die quatschige Straße spähten, holde Jungfrauen bei Schneewetter bange an den Knöpfen abzählten: er kommt — er kommt nicht --und edle Frauen schwermuts-. voll sangen: „Seht ihr zwei Rosse vor dem Wagen — - Die Rosse werden bald ausgewiehert haben, denn 'schon mit' - " Rücksicht auf unsere Nasen, die die gewohnten Genüsse nicht, entbehren können, muß der Kehrichtwagen ein Automobil sein, natürlich ein echtes, reines Petroleum-Automobil. Aber wenn: wir so auch ein Aequivalent sür Gestank rmd Staub schaffen können, unwiederbringlich geht die Poesie verloren, die die Szene beim „Mistbauer" mit. ihrem Strahlenglanz umschloß, jene Szenen, .in denen der Hausbesorger den Kehrichtmann einen rot-blau-weißtupften Malesizafsen taufte n.nd von ihm als „g'scheckater, Schlnsselhaken" bezeichnet wurde. Hygienisch, sauber, nüchtern und geräuschlos kommt unter ohrenbetäubendem Gerassel ein Automobil in einer Wolke von Staub und Gestank dahergerattert, eilig und schweigend holen die Angestellten deck Kehrichtbehälter, der wir ein besseres Briefkastel, ohne Einwnrfspalte aussieht, entfernen' sich wortlos, eilen weiter — Kehrichtabfuhr ohne Poesie! Aber — klingklingling. Lieblich - läutet launig die Läuterin. Der Mist'bauer kommt. Gott sei' Dank, sind wir ja leider noch nicht in allen Straßen so weit,! eine Großstadt zu sein Kater Murr. * Palästina-Arbeit der zionistischen Opposition, itt Frankreich. Aus Paris meldet I. C. B.r Die Oppositwnsgruppe der französischen Zionisten hat eine Gesell-;- schaft für Bodenverkehr mrd Hypothekar-^ Lredit in Palästina begründet. Das Aktienkapital im Betrage von 200.000 Franken ist in 800 Aktien zrr 250' Francs zerlegt. Der Verwcütungsrat der Gesellschaft wird nicht entlohnt. Die erzielten Gewinne sollen nach Abzug von 5 Prozent für gesetzlich vorgesehene Reserve und fünf Prozent für Dividenden gemein ivirtschaftlichen Anstallen in Palästina zugewendet werden. (Jedeirfalls ist diese so. wie jede positive Unternehmung wertvoller als kleinliche und vielfach gehässige Kritik!) * Eine Versammlung jüdischer Frontsoldaten in Berlin. Am vergangenen Dienstag fand im ehemaligen preußischen .Herrenhaus eine vom Reichsbnnd jüdischer Frorcksoldaten einberusene Versammlung statt, in der Oberstleutnant v. Albert (Gotha) das Hauptreserat hielt, Vom Reichswehrmiuisterinnr waren zwei offizielle Vertreter Erschienen. Vor den Eingängen zum Saal und ans den Treppen hatte sich eine große Anzahl dentschvölkischer Demonstranten eingefnnden> die die Versammlungsteilnehmer beschimpften und den Versuch machten, in den Saal einzndringen und die Versammlung zu stören. Herbeigerufene Schutzpolizisten stellten die Ordnung her. Oberstleut^ nant v. Albert sprach über das Rassenproblem in Deutschland , und wies nach, daß der jüdische Einschlag im deutschen Volk sehr stark sei. Eine Reihe deutscher Heerführer des letzten Krieges, darunter einer der größten, waren zweifellos jüdischer Abstammung. Der Redner sprach dann über die das deutsche Volk schädigende antisemitische Propaganda. Es seren 'übergenug Beweise vorhanden, daß die jüdischen Soldaten im Weltkriege samt und sonders ihre Pflicht getan haben, Nach einer Reihe anderer jüdischer und christlicher Redner ergriff Sav'tätsroi Dr. Golds ch m i d t vom Vorstand des Ordens B'n a i B'r i t h das Wort zu einer Polemik gegen General Ludendorsf, der die Behauptung aufgestellt hat, die B'nai B'rith-Logen hätten zusammen mit der Alliance Jsraelite die Ziele der Enterrte gefördert. Schriftsteller Harnisch erwiderte,- Lndendmsf habe diese Angriffe in der neuen Auslage seines! Bnöns zurückgezogen. Der Redner wendete sich dagegen, daß man dem Vorsitzenden des Verbandes nationaldeutscher Inden Dr. Max Naumann den Zutritt zur Versammlung verweigert habe. Dr. Paul Nathan begründete den Ausschl v.tz Dr. Naumauit§ damit, daß dieser die Mehrzahl der deutschen Juden de§ Mangels an Patriotismus beschuldigt, * Die Bautätigkeit in Jerusalem. Wie aus einem amtlichen Bericht hervorgeht, wurden in den letzten drei Jahrevr in Jerusalem alleür 2000 Bougenehmigungen erteilt. Dabei ist zu beachten, daß in der Altstadt neues Baumaterial zwecks Erhaltung des Stadtbildes /von der Verwendung ausgeschlossen war. In der Neustadt durfte neues Material nur gebracht werden, wenn es behördlicherseits auf seine Haltbarkeit und Güte geprüft worden war. * Jüdisches Gymnasium in Debreezin. Wie uns aus Budap.'st berichtet wird, hat der Mürister sür Kuilus und Ilnterricht der ersten Klasse des iüdischen Gymnasiums inDebreczin für das laufende Schuliahr das Oeffenktichkeit«rscht verliehen. Die Tatsache, daß in Debreczin, dem „kalvinischen Rvm", sich die Notwendigkeit der Errichtung eines jüdischen Gymnasiums zeigte, beweist, daß auch in dieser Stadt, m welche selbst der 'liberale Bischof Balthazar den ärgsten Verfolgungen ausgesetzt und selbst an seinem Leben bedroht wurde, dw Luden in den den dortigen Mittelschulen, weiche , durchweg konfessionelle Anstalten sind» infolge des Numsrus clausus und des Ileberhandnehmsns der Erwachenden Ungarn nur im beschränkten Maße Ausnahme finden. Regenmäntel K14.9Q0 aesaawGweun c Msmmmewnmsst engl. Stoffe, Herren- und Damenwäsche, Leinen- und Strickwaren, alles erstklassig und billigst bei ifeSchiffmann ii., Taborstraße 48 TeBopSion 47-1-7S En S'Pös En defaii DOS

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