Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1174 (8.5.1922)
- Date
- 1922-05-08
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980254--11031-2997443- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2 Wien, Montag Wiener Morgelizeitung 8. Mai 1922 Nr. 1174 Gestempelte Krone Auszahlung Wien. In Zürich notierie: Li« österreichische Krön; ... die österr. gestempelte Kröne . die tschechische Krone .... die Mark. Agram. Bukarest ......... Budapest.. Warschau. —.0050 Centimes. — .063/8 Centimes. —.0650 (—.0625 am 6. Mai) —.06»'s (—.0650 am 6. M<ch 9.95 (10.— am 6. Mai) 1.75 ( 1.79 am 6. Mai) 1.90 ( 1.85 am 6. Mai) —. - (—.— am 6. Mai) —.68 (—.67 am 6. Mai) —.13 (-.13 . am 6. Mai) Tagesbericht. Erhöhung der städtischen Tarife. Gas, Licht und Straßenbahn. Heute nachmittags tritt der gemeinderälliche Unternehmungsailsschuß zusammen, um in einer Sitzung über die Gas- und Strompreise zu beraten. In allernächster Zeit dürfte eine Erhöhung dieser Tarife nicht eintreten, oder wenigstens nur in einem bescheidener erhöhten Maße, was mit den.Kohlenpreisen in Zusammenhang siebt. Wohl aber wird für Ende Mai eine durchgreifende Revision der G a s-, E! e k t r i z i t ä t s- und der S traßenbahntarife angedroht. Im Augenblicke läßt sich noch nicht sagen, in welchem Ausmaß dieser Preisaufschlag eintreten wird. Man spricht in gemeinderätlichen Kreisen davon, daß eine Fahrt auf den Straßenbahnen nach der Revision der Tarife sich auf 10V bis 120 Kronen stellen werde. Wahrscheinlich werden die Preise für Gas und Elektrizität Ende Mai oder anfangs Juni eine Erhöhung um 50 Prozen t erfahren. Alles dies hängt von der . Höhe der Gehaltsforder uu gen der städtischen B eamten und A n g e st e l l t e n ab. Eine zweifelhafte Existenz. Zum zweitenmal hat, nachdem er im italienischen^ Südtirol Schiffbruch gelitten, ein Mann, dessen ganzes Wesen zu Verdacht Aulaß gibt, und dessen Tun und Lassen während mehrerer Jahre erst von der Kriminalpolizei verschiedener Großstädte aufgedeckt werden nmß, Wien mit •feinet Anwesenheit beglückt. Er ist hier unter dem Namen Karl Kaiser, Ingenieur, am 27. Juni 1888 zu Pornrnersheimm Preußen geboren, deutscher Reichsangehöriger, ^ausgetreten und hat sich im März laufenden Jahres, als er .rat Hotel Rainer wohnte, so viel mit jungen, hübschen! Mädchen herumgetrieben, daß er in den Verdacht des Mädchenhandels kam und am 10. März verhaftet wurde. •Man forschte wohl eingehend, doch der Mann war zu jschtau, als daß man ihm einwandfrei das schmutzige Gei werbe hätte Nachweisen können. Er ging damals wohl frei, 'wurde aber als unwillkommener Fremder einfür allemal iüber die engen Grenzen des Bundes geschafft. \ Als er schon über die Berge war, erstattete der Jnjgenreur Simon Stadler-Schinutzer im Sicherheitsbureau idie Anzeige, daß ihm Kaiser als Deckung für eine Schuld sin betrügerischer Absicht „kostbaren" Schmuck gegeben habe, jden Stapler nachher schätzen ließ und der sich als reinstes ,Äalmi erwies. Die Wiener Polizei hat beim Polizeipräsidium in Berlin nach Kaiser nachgefragt und bekam die Auskunft, daß der Mann schon im Jahre 1912 in Frankfurt a. M. wegen Diebstahls in Untersuchung'war und' Idort zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden ist, daß er jtnt Jahre 1918 vom Schöffengericht Frankfurt a. M. wegen «Betruges mit einem Monat Gefängnis bestraft worden ist.' 'Später war der Mann in Berlin bei der Reinhard- Truppe eingetreten, wurde als Hilfsbeayrter im Reichs-.!verwertungsamt verwendet, aber wegen Unzuverlässigkeit! entlassen. Nach seiner Ausweisung aus Oesterreich hatte sich iKaiser nach Südtirol gewendet und in Meran in einer Spielbank die Stelle eines Croupiers gesunden. Auch! diese Herrlichkeit währte nicht lange; denn Kaiser wurde lauch aus Italien als lästiger Ausländer ausgewiesen. Seit-!her ist er wieder in Wien aufgetaucht. Hier hat er dem Uhr- Macher Vinzenz Narzowsky und seiner Tochter Baby Schmuck im Werte von 200.000 K. entlockt. Auch in Linz hat!er sich aufgehalten und dort einer Hotelbesitzerin aus Hall Geld entlockt. Auch in Meran hat Kaiser einen großangelegten Schwindel verübt. Laut Anzeige des Direktors Baron Paul Kober der Filiale Meran der Tiroler Vereinsbank hat er dieser Bank die Summe von 175.000 Lire entlockt. Hier war er lange Zeit unauffindbar. Er trieb sich unter den falschen Namen Alois Mach und Karl König in verschiedenen kleinen Hotels herum, bis er schließlich dieser Tage doch verhaftet wurde. Er war zuletzt Geschäftsführer eines Delikatessengeschäftes im dritten Bezirk. Daß er den Schmuck und der Bank das Geld entlockt hat, gab er zu, doch bestreitet er die Schädigungsabsicht. Er wurde dem Landesgericht eingeliefert und das Sicherheitsbureau ist bemüht, zu erfahren, was Kaiser sonst noch angcstellt hat. _ Wegen Wohnungsnot. Die Schwester erstochen. Heute früh gegen 6 Uhr wurde in ihrer Wohnung, 9. Bezirk, Pramergaffe 12, die 26jährige Private Marie Danek, von ihrem Bruder, mit dem sie in steter Zwistigkeit lebte, im Verlaufe eines Wortwechsels durch Stiche mit einem Messer derart schwer verletzt, daß sie noch vor Eintreffen der Rettungsgesellschaft ihren Verletzungen erlegen ist. Die polizeilichen Erhebungen wurden eingeleitet und der Täter in Haft genommen-- T ‘“"r " Freie jüdische Volksbühne Gasispiel in der Roland>Bilhnc 4280 ■« SK hmm. Schausp. In 3 Akt. , V»8Uhrabepds: B#©H ® 1BBQbSW von GORDIN D an e k, am 1. März 18P1 z r Wien geborenj Hilfsarbeiter, wohnte früher bei den Eltern. Als dann seine zwanzigjährige Schwester Marie im. Elttzrnhause auch.Wohnung finden sollte, war zu wenig Raum für den Sohn, und die Eltern mußten ihn ersuchen, sich anderswo Quartier zu verschaffen. Darüber hat sich Danek furchtbar aufgeregt. Cr war iü erster Linie gegen seine Schwester von Haß erfüllt, weil sie ihn aus dem Elternhause verjagt habe. Heute früh kam er in die Wohnung, um mit per Schwester abzurechnen. Er begann gleich bei seinem Eintritt Streit mit ihr und stieß ihr das Messer in den Bauch. Als die Schwester sterbend zusammenbrach, lief er aus dem Hause und stellte sich selbst im Polizeigefangenenhause. Er wurde zum Kommissariat Alsergrund gebracht. Dort hat Danek ein reumütiges Geständnis abgelegt. Der Jude und die Natur. Von allen Errungenschaften und Erfolgen, die uns die moderne Zeit gebracht hat, ist das die größte und die höchste die Eroberung der Natur. Jahrhundertelang war der Jude der Natur förmlich planmäßig entfremdet worden. Wald und Feld, Wiese und Strauch, Fluß und Berg, das alles kümmerte den Juden nicht. Vogel fängen jubelnd den Frühling ein, Sommerpracht zog durch die Lande und goldenes Herbstlaub glühte von Bäumen und Hecken — der Jude wugte kaum davon. Wohl sagte man mechanisch mit den Wösten des Gebetes alles, was sich auf das Keimen, Werden und Hergehen der Natur bezog, aber unser Volk, das einst in grauen Zeiten ein Hirten- und Nckerbauvolk gewesen, hatte jede innere Beziehung zur Natur verloren. Wenn die jetzt lebenden alten Leute ihrer Jugend gedenken, dann wissen sie nichts von Vogelgefang und Maienpracht. Die Welt des Juden war das Geschäft, die Familie, das Buch, Erholung hieß für ihn ein Gespräch mit Freunden oder Verwandten, Karten- oder Schachspiel, Lesen in heiligen, später auch in profanen Büchern. U.'.er die Kombination von Gedanken oder Zahlen ka-n der Jude selten hinaus. In Städte eingeschlossen betrat er freies Feld nur dann, wenn ihn Geschäfte dazu zwangen, und wenn er Aecker und Wiesen besuchte, tat er es als Handelsmann und war zu allem eher gestimmt, denn zum Burschen auf Vogelvieh, zum Einatmen der süßen Düste, zum Glücke des Sonnenscheines. Und die Großstadtjuden konnten ruhig achtzig Jahre alt werden, ohne ein einzigesmal über eine blühende Sommerwiese gegangen zu sein. Was aber. in früheren Zeiten allgemein galt, das gilt noch heute vielfach von den kleinen Judeustädtchen Galizens und Polens. Da konnte es Vorkommen, daß freundliche Offiziersfrauen, die zu Besuch kamen, den jüdischen Mädchen und Frauen von den Schönheiten des großen Forstes erzählten, der zwanzig Minuten vor dem Städtchen lag, odr ■: vom Ausblick, den es von einem nahen Hügel gab und den die Fremden rstets sogleich' besichtigten, die Einheimischen aber immer nur dem Namen nach kannten. Das ist bei uns anders geworden. Wenn sich ein Wiener Schriftsteller einmal -beklagt hat, daß im Mai hinter jedem Busch des Kahlenberges ein jüdischer Dichterjüngling liegt und ansprobiert, was sich außer „Renz" wohl sonst noch aus „Lenz" reime, so ist das natürlich liebevolle Uebertreibung. Wer die jüdische Jugend und das reife Alter, sie alle stürmen hinaus, wenn der erste Sonnenstrahl des Sonntagsmorgens über die kahlen Bäume huscht, sie steigen auf die Berge, sie durchstreifen die Wälder, sie können nicht genug bekommen im Jubel des Wiederfindens mit der Allmutter Natur. : :u kleinen Geschmacklosigkeiten, die dabei unterlaufen, die wilde Dirndlerei, der Trachtenunfug und Bergjargonunfug, die allzu; ausgedehnten Sonnenbäder, die Nacktgeherei und alle ähnlichen Ungeschicklichkeiten sind 'auf. den Taumel, auf den ersten Ueberschwang zurückzuführen. Jahrhundertelang waren die Juden von der Natur abgesperrt — ist es wirklich ein Wunder, wenn sie. nicht gleich den richtigen Umgangston treffen? Wer das Glück des Wiederfindens ist von anderen Fremden begleitet. Da ist die'Freude an Blumen. Auch früher haben sich Judenmädchen eine Rose ins Haar gesteckt, c;&c das zärtliche Belauschen der ersten Veilchen im grünen Hag, das Sprießen der Schneeglöckchen am Rand der beschneite.'. Wiese, das Hegen und Pflegen zarter Pflänzchen am Fensterbrett — das hat man nicht gekannt, Der Jude ist in seine Hechte an der Mutter Natur wieder eingesetzt. Man kann die sittliche Bedeutung dieser Wandlung kaum überschätzen, Nach Jahrhunderten des Irrens hat sich uns der rechte Weg wieder erschlossen, der Weg, der heimsührt zur Quelle aller Kraft und aller Seligkeit, der Weg, der heimsührt zur Natur. K. M, * (Opcrntheater.) Infolge Indisposition des Herrn Oestvig wird heute im Operntheater statt die „Tote Stadt" „Cavalleria rnsticana" mit Frau Jeritza und Herrn Piccaver gegeben. Hierauf folgt „Bajazzo" mit Frau Schumann und den Herren Hofer, Weil, Thicmer. Anfang 7 Uhr, * fttmgev in -en jüdischen Kolonien Süörußlonds. ..Lswestia" veröffentlichen erschütternde Ziffern über die Lage der jüdischen Kolonien in Südrußland. Zn den kehlen zwei Wochen starben an Kunger in Zngulee 22 Luden» in Norvopodolsk 37 uud in Aanienka 117. Die Zahl der vor Äunger geschwollenen und in Agonie liegenden jüdischen Kolonisten belrügt 167. (F.C.B.) Briefkasten der Redaktion. A. Trembowler» Czorkkorv. Wenden Sie sich mit einer genauen Anfrage an die Dertreterschaft der Wiener Esperantovereine, Wien, XVI, Äubergaffe 1/16, wo Sie genaue Auskunft erhalten dürsten. — Eheeuih. Frau Weidt gilt als bel!e Aerlrelerin dieser Rolle. — Jzydor Oberhard. Wir haben die Not'Z einem anderen Blalle entnommen, die gewiinjchle Adresse, 'in uns nicht bekannt. Wegen des dortigen Derkaufsvx^ses HeresBlalks haben wir das Nötige.unlernymme^"— > Der Hausarzt. .. Redigiert von Dr.,Sanel Beer. Pas Gechndheitsspiel der Schüler. ■; Der Kämpft um die Erhaltung der Gesundheit delt Menschen kann nicht frühzeitig genug begonnen werden. Die Sorge um die Gesüudheit übernehmen die' Eltern, so gut si» es verstehen, bis man erwachsen ist. Hernach soll man selbst st viele Kenntnisse sich, erworben haben, um die Zeichen des ge-' snnden und kranken Körpers zu deuten. Wir wissen aber leider zu gut, wie schwach es mit den hygienischen Kenntnissen unserer Eltern und Erzieher bestes ist. selbst in den besser situierten und gebildeten Kreisen. Gat zu traurig steht es m, dieser Hinsicht in der breiten Masse des Volkes. In der Schule hat man bisher alles mögliche gelernt, nur nicht die Kenntnisse, die wir am allerdringeüdsten für das Leben benötigen. Bichl erlebt es, daß aus der Schule'entlassene Kinder nicht einmal über die.Lage der wichtigsten menschlichen Organe im eigenen Körper informiert sind, geschweige denn, daß man sie zu einem hygienischen Leben angeyülten hat. Wenn auch vieles in den ersten sechs Lebensjahren von seiten der unvernünftigen, ^ungebildeten Eltern züm Schaden der Kinder geschehen ist, viele lebenslängliches Siechtum Md lebenslängliche Verkrüppelung der Einsichtslosigkeit der Eltern zu verdanken haben, so könnte die Sache anders werden, wenn die Kinder der Schule anvertraut werden. Bisher hat man der Erstellung zur Gesundheit wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Die Einführung der Schularzteinrichtung ist wohl ein Fortschritt auf diesem lang unbeachteten Gebiet, doch solange der Schularzt nur statistische Aufgaben zu lösen hat, wieviele Kinder etwa mit Kröpfen oder Wirbelsäulenverkrümmungen belastet sind,, werden-die Menschen wenig Nutzen von dieser Tätigkeit haben. Diese Einrichtung mußte so ausgebaut werden, daß die Aerzte vernachlässigte, verwahrloste oder kranke Kinder, die zu Hause infolge der schlechten sozialen Verhältnisse oder aus Unverstand reicht gehörig betreut werden, in entsprechend geleitete Heime unterbringen könnten. Nun ist aus Amerika durch die Jngendliga des Roten Kreuzes eine neue Form der Volksaufklarung über den Kamps um die Gesundheit zu uns herübergekommen. Diese neue Form ist ein Gesundheitsspiel, an dem alle Kinder teilnehmen können. Es wird den Schülern ein Bogen überreicht, in den vom Kinde durch vier Wochen hindurch täglich Eintragungen in Form eines Strichels oder Kreuzes zu machen sind, wenn es die dort bezeichneten Verrichtungen durchgeführt hat. Der eine Bogen enthält z. B. folgende Notizen : 1. Ich habe mir heute früh das Gesicht, die Ohren und den Hals gewaschen. 2. Ich habe mir früh und abends die Zähne geputzt. 3. Ich habe durch acht Stunden bei offenem Fenster ge schlafen. 4. Ich habe mir heute die Fingernägel gereinigt. 5. Ich habe ein Vollbad genommen oder eine ganztz Körperwaschung dnrchgeführt. 6. Ich habe heute ein gutes Werk getan oder jemand eilte; Gefälligkeit erwiesen. Tte Eintragungen sollen des Abends unter Aufsicht der Eltern geschehen. Der Lehrer hat die Möglichkeit der Kon«! trolle, indem er einen Schüler, der sich etwa bei der Rubrik: Reinigung der Fingernägel einen Abstrich gemacht hat, aber schmutzige Nägel zeigt, infolge falscher Eintragungen das Blatt wegzuneymen droht oder wegnimmt, wodurch er an der Beteiligung im Gesundheitsspiele ausscheidet und um den etwaiger Gewinst kommt.. Es wird dadurch gewissermaßen einen Wettbewerb um die Erhaltung und Förderung der. Reinlichkeit der Kinder geschaffen, welche Tatsache für die Vorbeugung von Krankheiten von uiffchätzbarem Werte ist. Diese Art der hygienischen Aufklärung und - fyr-. Gewöhnung zum hygienischen Leben wird auch ihren, erzieherischen Einfluß auf die indolentesten Eltern ausüben. Es wäre nur zn wünschen, daß die wohl vielseitig beschäftigten Lehrer gerade dieser Sache sich annehmen und die Kinder zur Teilnahme an dem Gesnndheitsspiele anregen, weil damit meiner Ansicht nach mehr getan ist, als wenn sie die Zeit zum Beschreiben des Schülerbogens verwenden. Auf solche einfache Weise kann im Volk der Sinn für Reinlichkeit und Ordnung geweckt und sozialer Gemeiusiun verbreitet werden, welche Eigenschaften bei der Menschheit dcrzeit nicht vorhanden zu sein scheinen. Das verkannte Krätzeleiden. Eine Reihe von Krankheiten weisen nach dem Kriegs eine bedeutende Zunahme auf. Insbesondere sind es die Hauterkrankungen, die den Aerzten viel zu schaffen geben. Das hat seinen Grund in der mangelhaften Körperpflege, die eine Folge einzelner schlechter sozialen Verhältnisse ist. Ein Bad ist heuzutage ein Luxus geworden, auch der Wechsel: der Körper- und Bettwäsche wird nicht so häufig vorgenommen, die beengten Wohnungsverhältmsse bedingen ein Zusammenrnckcn und Zusammenliegen der Mitbewohner, welcher Umstand die Übertragung der Hautlciden verschuldet. . Nie gab es so viele an Krähe erkrankte Kinder, die infolge falscher Behandlung ein wahres Martyrium ob des Hautleidens mitnrachten. Die Erkrankung der Krätze ist scheinbar leicht und eigentlich doch sehr schwierig. Jucken allein an bestimmten Stellen entscheidet noch nicht die Diagnose, sondern man muß stets die Milbengänae finden, welche für die Erkrankung charakteristisch sind. Das sind seine graue, gebogene Lnien in der Hant, an deren Ende das Weibchen der Mübe liegt, die der Erreger der Krätze ist. Infolge der durch das Jucken erzeugten Kratzeffekte entstehen Eiterpusteln. Ekzeme und Furunkeln, die das Krankheitsbild verwischen und so tritt die eigentliche Krätze in den . Httltergrund. * . Wird aber die Behandlung bloß wegen der Folgezustände eingeleitet, dann heilt die Krätze nicht, schleppt sich laußc hin und wird auf andere übertragen. Die Kinoer kommen unter diesem Hautleiden völlig herab, weshalb die Erkennung der Krätze von großer Bedeutung ist. Die Behandlung, für die es sehr viele Mittel gibt,/besteht in der Hauptsache in der Abtötutlg der Milbe. Dce verwendete Salbe sott die Niere nicht reizen, geruchlos sein und die Wäsche nicht beschmutzen. Die vielfach durch die Reklainc augepriesenen 'Mittel sind wegen etwaiger Schädigungen abzulehnen. Stets sind alle Familienangehörigen gleichzeitig ztl behandeln, sonst gelingt die Ausrottung dieses hartnäckiger Leidens rücht. . Aerztlicher Fragekasten. Chaluz. Die Injektionen sind unschädlich, schmerzlos und bei dem Zustand zu empfehlen. — Unschuldig. Die Berhi'iluug der Geschlcchskrankheilcn erfolgt am besten durch Selbstschutz. — Gutmann. In der Schwangerschaft treten häufig Zahnschmerzen und Zahnfäule, auf. Ein Zahnarzt nürd die gewünschte Auskunft erteilen. — Zuckerkrankheit.- Wieso die Mineralwafferkur hilft, ist wissenschaftlich noch nicht erforscht. fhif'ft hnA IthmiMTiffmv hfi'+rt+tfrfci' itnS WhhinVho VRrtrJ schwere, lebensgefährliche Zustände " herbeifiihren 'können. 4. Bezirk..Die skrophülöse AligeuentzizMM stellt sich.gteist^be^