Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1164 (27.4.1922)
- Date
- 1922-04-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Donnerstag um eine Namensheirat zu tun war, können Sie es ruhig zugeben. — Geklagte; Auch das. — V o-r* sitzender; Es wäre von Wichtigkeit, den Text der Annonce zu kennen. — Kf agevertr eter: Ich habe ihn notiert: »Unabhängige Dame, nicht den Schieber«, oder Kriegsgewinnerkreisen angehörend, wünscht einen Aristo^ kraten, katholischen Gentlemen, kennen zu lernen,“ —? G eklagte: Das stimmt nicht ganz. Von »Schieberkreisen* kam in meiner Annonce nichts vor, auch das Wort »katholisch* nicht. Es gibt ja keine jüdischen Aristokraten. — Klagevertreter; Warum nicht? Es gibt auch jüdische Aristokraten. — Der als Zeuge vernommene Notar, welcher das Uebereinkommeu zwischen den Eheleuten aufgenommen hat, bestätigt auf Beifragen des Vorsitzenden, er habe den Eindruck ' gewonnen, daß e$ sich um eine Namensheirat handelte und daß die materiellen Zuwendungen der Gattin au den Gatten als Entgelt für die Erlangung des Adelstitels aufzutassen waren. Vorsitzender: Allerdings eine bescheidene Summe: K 90.000 für einen so hochtrabenden Titel! — Klage vertreter; Die Geklagte hat den Herrn Marquis auch gesellschaftlich in Anspruch genommen. Er mußte mit ihr Unterhaltungen bß-> suchen und mußte sich auf ihr Verlangen glattrasieren und ein Monokel tragen. — Geklagte: Ich war es picht, die das verlangt, hat. Meine . Schwester hat zq dem Herrn Marquis gesagt: »Sie schauen aber gar nicht aristokratisch aus, tragen Sie doch eia Monokel.* (Heiterkeit,) gur persönlichen Vorladung des Klägers und eines anderen Zeugen wurde schließlich die Verhandlung vertagt. Hinter den Kulissen der Sachdemobilisierung, Chrisilächsoziale GenoZeenschaktsvorsteher schwer kompromittiert. Eine auf zwei Tage anberaumte Verhandlung des Schöffengerichtes leuchtet in das Dunkel der Sachdemobiltsierung hinein, die der Bevölkerung seit jeher ein Gegeiv* stand des größten Mißtrauens gewesen ist. Auf der Anklagebank sitzen sieben Herren, darunter drei christlichsoziale Genossenschaftsvorsteher; Thomas Grill, Vinzenz Prohaska und Karl Z e s e w i t z. Sie sind des Verbrechens der Preistreiberei angeklagt,' weil sie Waren, die sie als „Bevorzugte* aus der Sachdemobilisierung waggonweise bezogen hatten, den Kaufleuten'Josef F r i s c h und Fritz Schüller überließen und dafür hohe Preise verlangt und erhalten haben. Frisch und Schüller machten diese Geschäfte in Kompagnie mit der Firma Schüller und Eyermann in Brunn am Gebirge. Hiezu waren sie von dem Sekretär der Lederverwertungsstelle in der Hauptanstalt für Sachdemobilisierung, Dr. Hugo Groß, verpflichtet worden. Dieser hatte die einläufenden Gesuche zu übernehmen, mißbrauchte aber sein Amt, uyi seinen Bruder Max Groß gegen Fixum und Provision bei der Firma Schfilier und Eyermann anstellen zu lassen, um mit ihr ia Geschäftsverbindung zu bleiben. r Durch das Zusammenwirken dieser sieben Angeklagten wurden, der Anklageschrift zufolge, dem heimischen, Gewerbe dringend nötige Rohmaterialien entzogen, .Mißtrauen gegen die Sachdemobilisierung genährt und die Valuta schwer geschädigt, weil die Ausfuhr von Demobilisieruiigsgütern nur im Kompensationswege und nicht gegen Barverkauf beabsichtigt war. ' Aus der Höhe der Provisionen, die 1920 viele hunderttausende Kronen ausmachten, und die die Angeklagten untereinander teilten, läßt sich der Umfang der Schiebungen ahnen. * CONT1NENTALE BANK Wien, I., Marc; AurelstraB« 5-7 S lllllll)i!Ulsmil!MIIII(fI!IJIIIII!l!!IUIIIIt!l B Tel. Hi*. 20-4-86. 20-5-31, 20-8-46, 22-5-76 ■ Telegramm - Adresse: Contlnenfalbanh ' 133 ■ Wechselstube» II., Taborstr. 46 a. Tel« 49-4-28 S ■ Bank und Wechselhaus Wlppüngerstraße > I I. WlppHngeratraBe 1. Telephon 14-3-76, 12-5-08 ® ■ ■HBB9RBflBBSBBBaflBeueBfllBHBl|B ■■ DnilBBB Volkswirt. Gestempelte Krone ----- —.0687 Centimes. Auszahlung Wien ---- —.0675 Centimes. In Zürich notierte: die österreichische Krone —.0675 (—.0675 am 25. April) die österr. gest. Krone . . —.0687 (—.0687 am. 25. April) die tschechische Krone. . 10.05 (10.05 am 25. April) die Mark ..1.86 ( 2.— am 25. April) Agram ........ 1.95 ( 2.07 am 25. April) Bukarest ....... am 25. April) Budapest ....... —.66 (—.70 am 25. April) Warschau.—.13 (—.14 am 25. April) Herabsetzung des Zinsfusses in der Tschecho-Slowakei. Prag, 26. April. (Tschecho-slow. Preßbur.) Der Bankausschuß beim Finanzministerium hielt gestern unter Vorsitz des Finanzministers seine ordentliche Monatssitzuiig ab. Der Geschäftsbericht für die Zeit vom 13, März jb|s 15. April, in dem eine weitere Verminderung der an das Bank* amt gestellten Kreditansprüche festgestellt wird, wurde zur Kenntnis genommen, ebenso die Mitteilung, daß der Staätsnotenumlauf in dieser Periode sich um 350 Millionen Kronen vermindert hat. Der Bestand an Edelmetallen stieg infolge weiterer Ankäufe um 33 Millionen, im Hinblick auf die Verhältnisse auf dem Geldmarkt wurde der Antrag auf Herabsetzung des Zinsfusses für den Wechseleskompte von 5'/9 auf 5% angenommen, was eine wesentliche Erleichterung für die inländische Industrie schaffen wird. WIENER MOBGENZEITWÖ.27. April 1922 Nr. 1164 — .--- ■- ■ ■■ ■„ » --„ Sfidbahn. »Dic Börse* erhält von verläßlicher Seit* die Mitteilung:, daß die italienische Gesandtschaft in Wien, i m N a m e n Ihrer Regierung der Südbahnverwaltung offiziell die Mitteilung ztikoipmen ließ, daß die A b s chiu K- Verhandlungen wegen definitiver RegelungalisrdiebüdbLhnbs t r e ff ß nden Rechtsverhältnisse demnächst! n R o m beginnen sollen. Die italienische Regierung erklärt in dieser Zuschrift^ daß ein Arrangement mit den Prioritäten auf Grund der Gleichstellung all er Titres erfolgen wird, sie ist daher geneigt, die österreichischen Prioritäre ebenso zu behandeln wie die französischen und italienischen, ja der Zuschrift der italienischen Gesandtschaft wird a 1 8 V e r h a ß. d 1 u n g s b a s. i s, e i n Ein lög q n g s w e r t d er Prioritäten von 110 französischen Francs genannt Jede derzeit umlaufende Priorität, dkr die italienische Annuität als finanzieller Stützpunkt zur Seite steht, wird demnach nach Finalisierung der Verhandlungen einen Titre von 110 französischen Francs darstellen,? u dessen. Verzinsung u n d Tilgung sich die italienische Regiert! ng rechtsgültig verpflich tea will. Die wirtschaftliche Krise in der Tschecho-Slowakei. Prag, 25. April. In einer Sitzung des tscheche-slowakischen Industriellenverbandes berichtete Generalsekretär Hodac über die Verschärfung der wirtschaftlichen Krise in der Tschecho-Slowakei. Demnach seien im Monate März 29 Konkurse angemeldet werden, also ebensoviel wie in acht Monaten des Jahres 1920. im März 1922 seien 120 Ausgleichs verfahren eröffnet worden, das sind ungefähr viermal so viel wie im ganzen Jahre 1920. Die Zahl'der Arbeitslosen habe Mitte März 59.700 betragen. Von Dezember 1921 bis Ende März 1922 sei der Export yoq ,8*/» Millionen Meterzentnerifauf 41/* Millionen Meterzentner gesunken, während der Export in denselben drei Monaten .des vorigen Jahres kaum eine merkliche Veränderung gezeigt habe. Die Herabsetzung der Löhne sei im Ausmaß von 5 bis 30% erfolgt, in der Kohlenförderung und in der Eisen- und Maschiqeniqdugtrie stehe man vor der Gefahr einer Prpdyküouseinschränkung und Entlassung von Arbeitern. , " per Wiederaufbau von Petersburg. Aus Moskau wird gefunkt; in Petersburg wurde mit einer großen deutschen B a u g e s e Ilse h a f t ein Vertrag zum Wiederaufbau von Petersburg abgeschlossen. Die deutsche Firma, hat die Verpflichtung übernommen, alle unvollendet gebliebenen Bauten auszuführen und die Straßenbahn, die Wasserleitung und die Kanalisierung zu reparieren usw. Baumaterial, Ingenieure und Techniker werden nach Ejeginn der Schiffahrt aus Deutschland eintreffeo. Die Ge* Seilschaft soll das Recht zur-Ausbeutung von Tonlagern und Wäldern sowie zur Errichtung von Ziegeleien erkalten. Gegen .die Berechnung des dreifachen Lagerstandgeldes auf der Südbahn, Die Südbahngesellschaft berechnet dieses enorme Lagerstandgeld, welches den Wert der Waren in vielen Fällen um ein Vielfaches übersteigt, trotzdem hiekür keine tarifrechtfiche Grundlage besteht Das Gremium der Wiener Kaufmannschaft hat sich daher ay, das Bundesministerium für Verkehrswesen mit dem Ersuchen gewendet, die Südbahngesellschaft zu beauftragen, in Hinkunft nur die tarifarischen Gebühren zu berechnen und die zu Unrecht eingehobenen Mehrgebühren ehestens zurflkzuerstatten. Neue Einfuhrgebühren in der Tschecho-Slowakei. Wie das Handeisnjusjeum. mitteilt, werden in der Tschechoslowakei bei der Einfuhr von Sattlerwaren (P.-Nr. 338), Taschnerwaren (P.-Nr. 339) und nicht besonders benannten Lederwaren (P.-Nr. 342) 3% vom Werte, bei der Einfuhr von künstlichen Schleif- und Wetzsteinen (P.-Nr. 404) 5% vomf Werte als Mauipulationsgebühr eingehoben. Lieferungsausschreibung für einen Balkanstaat. Unter Zahl 46507 können heimische Interessenten:in der. Exportabteilung der Handelskammer in Wien, I., Stubenring 8/10, Einsicht nehmen in die in französischer Sprache abgetaßten Bedingungen für die Lieferung nachstehender Artikel' an ein staatliches Kohlenbergwerk: Wellblech, Winkeieisen, T-Eisen, Benzinreservoirs, Transformatoren, Elektromotoren, elektrisches Installationsmaterial und Instrumente, Krankippen, Schaufelbagger, Brikettanlagen und WerkzeuAUer Art. Geänderte Verzollung von Motorfahrrädern iiy der Tschecho-Slowakei. Wie das Handelsmuseum mitteilt, werden Motocycles und Fahrräder mit Hilfsmotoren nicht mehr als Automobile mit 65% vom Werte, sondern nach ihren Bestandteilen verzollt (Der Motor mit tschech. K 6000 per 100 kg, das Fahrrad als solches tschech. K 420 per Stück.) _ . Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der .Wiener Morgenzeitung*.) Zum öffentlichen Verkauf gelangten gemäß Artikel 343 des H.-G.-B. 1002*8 kg Bankazinn zu K 5850 per Kilogramm. * O e f f e n 11 c h e V e r fc ä ti f e finden statt am 28. April, %1 Uhr, zwei Waggons Feigen und am 3. Mai Holz, Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der »Wiener Morgenzeitung*») An der gestrigen Holzbörse sprach sich die Tendenz Infolge andauernder Nachfrage aus Deutschland fest aus. Die Produktion hier ist zurückhaltend und nur wenige Abschlüsse sind zu verzeichnen. Nur von Nadelholz-Schnittmaterial wurden 33- und 40-mm-Bretter von 20 cm aufwärts zu K 44.000 und 45 mm von 20 cm aufwärts zu K 48.000 ab Wien verkauft Ausgeboten wurden von Nadelholz-Rundholz Langholz von ly cm aufwärts, 4 bis 10 mm zu K 18.500 ab niederösterreichischer Station, von Nadelholz-Schnittinaterial 8 bis 9 cm Spaltware von 18 bis 39 cm zu K 82.000 Wien (für 6 nim Bretter von 16 cm aufwärts legte man K 45.000 ab Salzburg Stadt Geld). Latten, gebündelt 26 : 52 zu K 46-000 Wien, von Laubholz- Rundholz Buche 25 bis 50 cm zu K 25.000 ab niederösterreichischer Station, Ulme (Rüste) zu K 32.000 Wien,; von Laubholz-Schnittmaterial Buche ungedämpft, inländisch 50 rpm zu K 50.000 Wien, hartes Breimhoi? trocken zu K 250.000 Wien, frisches gemischt zu ic 175.000 ab nfederösterreichischer. Station sowie Holzkohle, Buche per Kilogramm zu K 140-, Wien. Börse für landwirtschaftliche Produkte? (Eigenbericht, der «Wiener Morgenzeitung*.) , Der leise Niedergang der ausländischen Valuten be* wirkte zum Teil eine Besserung der Geschäftsumsätze, doch beschränkte sich der Verkehr In Mehlen auf ungarische 'ErzsuWsse, da das jugoslawische Produkt der» zeit eine Bezugsmögiichkelt nicht bietet Ungarisches W ei z e n m e h I wurde zu ung. K 68 bis 69 und R o g g e n m e h I 75- bis 78%iger Vermahlung zu ung. K 54 abgesetzt Das heimische Produkt ist in Nullerqualität zu etwa K 700 erhältlich. Weizen erzielte K 515 ab burgenländlschen Stationen. Qesterreichische Gerste wurde zu K 375 und slowakische zu K 400 Wiey gehandelt in Mai s war das. Geschäft etwas schleppender, prömpte Ware Ist zu K 340. bis 345 Wiep absetzbar, Rumänischer Mais wurde angeblich zu 5*62'/» Lei ex Schlepp Wien gehandelt. Außerordentlich umfangreich gestaltet sich der Verkehr in M a l z, da nebst dem Wiener Konsum auch die .Provinz große Käufe tätigen Konnte. Der Preis für rumänische Ware beziffert sich auf;K 500 bis 550 und für ungarische auf K 610 bis 62Y Wien. In Hülsen? rächten ist der Verkehr der Stagnation nahe, auch in Reis Ist der Umsatz spärlich, nachdem der Handel nicht über die Mittel verfügt um größere Zu«? Züge dem Konsum prompt zur Verfügung zq stellen. Durch das Ausbleiben von burgenländischen Zuzügen spricht sich die Stimmung für Heu freundlicher Aua, , Die Preise sind sowohl in Heu wie in $ t r o h nur geringen Aenderunge« unterworfen. Kartoffeln sind bei genügenden KqfMtzN preishaltend. PrkAyr Mrsss. ' v Prag, 20. April. Die zu Beginn der Woche ef«? getretene bessere Tendenz wurde an der heutigen Börse unter dem Einfluß zahlreicher Arbitrage- und Entlastungs- Verkäufe unterbrochen. 'Einige Werte setzten, Ihre Aufwärtsbewegung fort, doch der größere Teil' derselben wurde zu bedeutend abgeschwächten Kursen aus dem Markt genommen. Auch auf dem Anlagemarkt konnte« größere Realisationen bemerkt werden, die einen .ungünstigen Einfluß "auch .auf Staatspapiere ausübtent die. V« bis %%• im Kurse nachgaben. Am Barikäktienmarkt hielten sich Rückgänge und Besserungen die Wage. Auf dem Industrieaktienmarkt' haben sieh Eisen- und Papier-. fabriks-Aktien, etwas befestigt. InwaldrAktien verlöre« nach Eröffnung K 20. Nach Verkehrsaktien, bestand bis. zum Schluß Nachfrage. Das Geschäft!y Exoten war lebhaft. Die Schlußtendenz war kaum behauptet. Auf-dem Devisenmarkt haben sich die Westdevisen leicht befestigt während im freien Verkehr eine allgemeine Abschwächung:. Platz griff. Budapester BSrae. Budapest, 26. April. Die Börse beobachtete zu Begina Zurückhaltung und die Arbitrage betätigte sich mit Rück»* sicht auf den Ausfall der heutigen Wiener Börse ebenfalls nicht Infolgedessen war das Geschäft heute im allgemeinen sehr gering. In der Kulisse waren ‘Hungarb-ltällano-Aktieij lebhaft -gefragt StaatsbaÜhiA'ktien sprachen sich gegen Schluß fester aus und auch Rima-Aktien waren gesucht Vyn Eisenwerten waren Ungarische Stahl-Aktien weiter - bevorzugt. Auf dem gemischten Märkte, der gegen Schluß eine festere Haltung zeigte,1 würden Ungarische Eisenbahnverkehrs-Aktien zu anziehenden Kursen umgesetef. Holzwerte waren vernachlässigt nur ‘Neuschldß-Lichtig-Aktie« verzeichnefen einige Umsätze.; Auf dem, Valutenmarkt wa^ eine gewisse Unsicherheit zu verzeiChneiS. Anfang war. die Tendenz fest, nur Dollar neigten zur Schwäche, konnten sich jedoch später wieder bis 782 befestigen. Die deutsche Mark erfuhr, keine1 bemerkenswerte Veränderung. Dip Valuten der Nachfolgestaaten blieben vernachlässigt^wogegen die westlichen gegen Schluß eine feste Haltung einnahmen. Auf dem Devisenmarkt waren die Kurse be* ' hauptet Die Festigkeit der Wiener Auszahlung veranläßt«? die Arbitrage zur Zurückhaltung. , Berliner Börse. * Berlin, 26. April. Die schon gestern nachmittags b©»» gönnene und heute vormittags unverändert andauernde Scharfe Steigerung der Devisenpreise hat lebhafte Kauflust für Industriewerte veranlaßt. Infolgedessen stellten sich’ die Kurse für diese Werte bei Beginn bedeutend, höher. Ara Montanmarkte gewannen Essener Steinkohlen-, Kattowitzer-, Köln-Neuessener-, Laurahütte-, Rheinstahl- und Rhönix- Aktien 100®/», beziehungsweise mehr als 100%.' Auf den. anderen Gebieten war ebenfalls äine Höherbewertung zu-,; verzeichnen, so Theodor Goldschmidt un? 152; Akkumulatoren um 200, Gebrüder Körting um 95, Deutsche Waffen um 68 und Deutsche Maschinen-Aktien um 1329/0, sonst bewegten sich die Besserungen durchschnittlich?m Rahmen von 20 bis 70®j0. Bank-Aktien erfuhren pur geringfügige Veränderungen. Schiffahrts-Aktfen stellten sich ansehnlich höher, so Hansa-Aktien um mehr als 30%. Die Aufwärtä- - bewegung am Industrie-Aktienmärkte erwies sieh aber im späteren Verläufe nicht sIs nachhaltig, da mit Beginn des offiziellen Verkehrs die . Devisenkurse etwas ins Weichen gekommen waren. Bei schleppendem Geschäft konnten deshalb die anfänglichen Gewinne zum Teil nicht aüfrechterhalten werde«. Der' Anlagemarkt verkehrte im, allgemeinen in fester Haltung, von der such deutsche Anleihen durch kleine Kursgewinne Nützen' zogen.' Valutäpapiere' waren entsprechend deft. Steigerungen der Devisenkurse höher bewertet, , ■t Die Devisenkurse. Zürich, 26. April. (Devisenkurse. -- Mitgeteilt voa der Schweizerischen Kreditanstalt;) ‘ Berlin 1.86 (2.-), Holland 195.45 (195.35), New York 514;- (514.t), London 22.74 (22.75), Paris 47.65 (47.95), Mailand 27.65 (27,92), - Brüssel 43.90 (44.10), ' Kopenhagen 109.- (109.30), Stockholm 133.80 (133.75), Christiania 96.37 (97.-=-), Madrid 80.r- (80.15), Buenos Aires 183.25 (184.50),; Prag 10.05 (10:05), Budapest -.66 (-.70), Agram 1.95 (2.07), Bukarest ■«.— (—.—), Warschau— .13(—.14), Wien Geld 0.0675 (0.0675). Wien Ware (-.-), Öesterr, gesfr . Kronen Geld --.0687 (—.0687), Oesterr. gest Kronen Ware (-.-). Prag, 26. April. (Devisenkurse. —- Mitgeteüt vom Bankamte des töchecho-slowakischen Finanzministeriums.) Berlin 18.30 (19.80), Zürich 993.- (988.-), Belgrad. 73.— (81.50), Bukarest Wien 0.56 (0.5625). Warschau 1.2025 (1.24), Agram —(—•—), Budapest 6.1750 (7.1750), Jugoslawische Noten 73.- (81.50), Oesterr,. gestemp. Kronen 0.61;(0.61), 'Pol’n. Nöten 1.2030 (1.24), Ungar. Noten 6.1750 (7.1750). yerli«, 26. April. (Devisenkurse.) Wien altes Wien abgestempelt 3.5550 (3.18). Prag 548.30 (498.35), Budapest 36.20 (34.65), Berlin, 26, April. (Kurse der Devisenzentra’*.) Noten: Dollar 284.20 (250.-), Pfund 1240.75(1116.75)/ Italienische - 1540.75 (1358.50), Polnische 7.10 (6.30), Tschccho-slovvairische 543.25 (490.50), Alte österreichische (—*—J» Oesterr. srestemDelte 3.70 (3.40).