Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1157 (20.4.1922)
- Date
- 1922-04-20
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 3 Wreti, Donnerstag- Schilderte der Großindustrielle Dn B a f o z y a s k i die r gegenwärtige ..wirtschaftliche Lage .und wies daran! hin, daß dank des Steigens der tschechischen Krone Polen mene Absatzgebiete in 0 es t e .r 'r e i c h, Ungarn «rrd ia den Balkaufändern gewönnen habe. Polen und in erster; Linie Lodz exportiere' gegenwärtig große Quantitäten Kammgarn- und Baum wollw aren. Der Export nach Rumänien sei atich im Aufieben begriffen, Seide jedoch unter dem Umstande, daß der Seim den polnisch-rumänischen Handelsvertrag noch nicht ratifiziert, habe. _' ■ ... . -- - Ausgabe des Effektenkursblattes. Das. Effekte nkursblatt der Wiener Börse von heute wird voraUssichflidli erst im Laufe des Freitag (Vormittag) zur Versendung gelangen. . Das ungarische Gold- und Silb-eratisfchf verbot. Aus Buo'apest wird gemeldet: Der Finanzminister hat eine j Verordnung erlasse«, derzufotge von dem G o 1 du n d $ilberausfuhf verbot'' bis auf weiteres .in .folgendes Fällen Ausnahme n gestattet werden:: ä. Wenn die Partei um die Ausfuhrbewilligung ansucht,' imn eine in ausländischer Valuta, zd.zahlende, bis zum 31. Dezember 1921 entstandene Schuld zu tilgen. 2. Wenn idie Partei sich verpflichtet, den aus der Verwertung des Sn das Ausland exportierten Goldes oder Silbers cin- ■fließenden vollen Gegenwert, der nicht geringer als der ■ Londoner Marktpreis sein darf, der Budapester Haupt-, anstatt des staatlichen Noteninstituts in Londoner, Amsterdamer, Züricher oder New Yorker Auszahlung anzunieten.; jW-eun Gold- und Silbergegenstände, die aus Erbschaften her rühren oder Heiratsaussfattungs- oder Uebersiedlungsgüter darstellen, äusgeführt werden. Von dem auf Grund . der Ausiuhrbewilligung zu exportierenden Gold und Silber ist 1% des. Goldes und 29/® des Silbers an Ausfuhr- : gebühren zu entrichten.-Dies hat in der Weise zu .'geschehen,-daß die Partei verpflichtet ist,'den Pfuhd-Gegen- : wert der Ausfuhrgebühr nach der letzten Londoner Märkwotierung der Budapester Hauptanstalt des Königlichungarischer. Noteninstituls ejhzuzahlen. ■**-'. ’; Freihaadelsiendenz in Polen. Durch Freigabe der Kolilcnwirtsc h a f t. .(wie schon früher der Petroieumbewirtschaftung) hofft man, das polnische. Wirt-; «chaftsleben intensiver zu gestalte»; auch Import und Ex- ■■ port werden mit der Zeit gänzlich vom Bevsilliguügsvcrfahreu befreit. Von der,Einf uhr ati s g e s c H Tpss eh : bleibt mir mehr eine geringere Anzahl-von Waren, darunter Zigarren, Zigaretten, Papier, Zucker und Zuckerwaren, Marmeladen, Gbstsäffe mit Ätkohölzusatz, Rum, Kognak, Weintrauben, Käse, . Hummeln: und Parfümeriewaren, .Die; Vertragsmäßig festgelegten Kontingente werden von diesem Verbot überhaupt nicht betroffen. Rußlands Außenhandel. InTLaufe der letzten neun iMonate des verflossenen Jahres sind in England für 67 Mil-. lionen Goldrubel Waren eingefcauft worden, was 38®/* der EFriedevseinfuhr ansmacht. Ungefähr drei Viertel der ge- Ikauften Waren befinden sich schon in Rußland. Die,russische Ausfuhr nach England beträgt in dieser Zeit 3'/, Mil- . Sionen Goldrubel, in Deutschland sind Waren für 8 Milöior.en Goldrubei eingekaui'i, in den skandinavischen Ländern STtr 12 Millionen. Hiefür .wurden hauptsächlich landwirtschaftliche Maschinen und Sämereien gekauft. . . Vereinfachung* des Frachterstattungsdienstes. Wie 'die Handelskammer mitteilt, hat das Bundesriunisterimn fftir Verkehrswesen die ßundesbahndirektion ermächtigt, tfestgestetite Nachzahiungsansprüche aus unrichtig berechneten Frachten: und Gebühren bis einschließlich dys Betrages von K 50 nicht weiter zu behandeln. Die Kammer lädt die Interessenten ein, auch ihrerseits Ersatzansprüche, die im Hnzelfall IC 50 nicht überschreiten, fallen zu lassen. Der Betrag derartiger Ansprüche steht in einem Mißverhältnis zu den durch ihre Behandlung sowohl den Parteien, (als auch den Bahnen erwachsenden Auslagen und bindert Hiberdies die wünschenswerte Beschleunigung des Geschäftsganges der Bahnen. Eine deutsche Gewerbescba« in Böhmenj» Vom *5. Juli bis 16. August findet eine Deutsche Gewerbeschau, verbunden mit einer Gastwirte- und Kochkunstausstellung für Böhmen in Ko’motati statt. Zollgoldaufgeld in Italien. Das Handelsmuseum teilt mit, daß das Zollaufgeld in Italien bei Zahlung des Zolles -in Banknoten vom 15. bis 30. April mit 268% (das ist 3.68facher Grtmdzoll) festgesetzt wurde. Vtehritärkte In St. Marx. (Eigenbericht der »Wiener Morgenzeitüng“!) Borstenvieh markt. Der Auftrieb auf dem gestrigen Schweinemarkt belief sich auf 334 Fleisch- und 2069 Fettschweine. Außerdem wurden noch 200 Stück.angemeldet, die erst auf dem Donnerstagmarkte zum Verkauf Wiener MORGEbfzSiTUNG' gelangen. Der Großteil der , auf den Markt gebrachten Schweine war jugoslawischer Herkunft. Ein Teil stammte atis'Rumänien' und* aus * den einheimischen Produktions-1 : gebieten »Bei ziemlich lebhaftem Verkehr haben die Preise gegen, dje Vorwoche bis K 100 per Kilogramm nachgegeben, j Es hötierten'Fettschweinc. prima K 32i5Ö bis,2350, pxjtrem1 K 2400, . mitielschv'.'ere K 22Q0 M 2250, 'alte K 2ÖÖ0Ws - -2150, Bäuernschweine K 2190 bis 2300 und Fleischschweine K 1800 bis.2000 per Kilogramm Lebendgewicht — Pf.er dein arfc t. Zum Markt v/irrden vier Schlächter- und 490 Ge-! brauchspferde gebracht. Bei flauem Verkehr zahlte «man Zugpferde leichte I< 150.000 bis 280.000,- schwere K.500.000 bis 900.000, Kutschpferde IC 250.000 bis 500.000; Pferde.; für Schlachtzwecke K 490 bis 810 per Kilogramm Lebendgewicht. Börse für landwirtschaftliche Produkte. Die Weltmarktberichte lauten heute ruhiger, wohl die Folge der. Rückwirkung der,politischen Ereignisse in Genus. ' Auf dem hiesigen Platze spricht sich die Grundtendenz des Marktes infolge Warenmangels fest aus, doch'hat das , Auslandsgeschäft eine wesentliche Einschränkung erfahre», j Nach Tschechien” ist der Getreideabsatz, vollends ins; Stocken geraten, während Mehlankäufe stets zu ver- . zeichnen sind, ln heimischem Getreide findet Weizen in der Preislage von K 440 bis 460 ab Stationen günstige > Aufnahme, dagegen werden Käufe in Korn heimischer Erzeugung 'abgefeimt, weil die Forderungen für solches bereits die Weltmarktparität überschritten haben. Die Ablehnung der österreichischen Roggenofferten sollte ein Fingerzeig für die heimischen Produzenten sein, ihre Forderung nicht ins Maßlose hihaufzutreiben. Auf den anderen Verkehrsgebietcn wickelte, sich das Geschäft auf Basis folgender Preise: Gerste, slowakische.K 375/Jbis 400, inländische Je hach Qualität" K 320 bis 350 Wien, Mais, Mixed oder Rrnhän K 325 bis 335, Weißbohhen jugosl.' K 13 Wien, Hanfsamen, ung. K 48 Wien, Roggen, rumänischer oder Western K 430 bis 440 Wien; Hafer, ungarischer K 308 transit Wien, inländischer K 280 bis 290 ab Stationen, Mehl (Budapester Forderungen griffiges ung. K 70, doppelgriffiges ung. K 72 schiffrei. Wien),- zweithändige Wiener Forderungen ung. Nulier ung. K 68 bis 69, jugoslawisches jugosl. K 26.60 ab Spielfeld und inländisches K 650 Wien, Nach Tschechien wickelt sich das Geschäft in der;Preislage von etwa tschech. K 4.40 Wien ab. Heu oberösterreichisches K 185 bis 190, burgenländisches K 130 und. Stroh K195 ab Wien. Wiener Warenbörse. - Zum öffentlichen Verkaufe gelangten gemäß Artikel. 343 des H.-G.-B. Edelmarder, .Felle, Steinmarder sowie Iltisse im Gesamtbeträge von 3*9 Millionen Kronen. — Am 2Ö„ %t Uhr, gelangen zum öffentlichen Verkaufe 3500 kg Reiblebkuchen. Wietier Holzbörse. 20. AM 1S2S Ky.Yflff Kaolin-, Simmeringer- und Danek-Aktien, Kursdnthtfiea erlitten EisLn-, Olleschauer-, Oesterreichiscbe Berg- und Hütten-i-^Befgmann-, Böhmische Handels-, Laurinan cf Alpine-A.ktlen. Verkehrswerte lagen überwiegend schwächer, ^namentlich beide Buschtehrader-Aktien. Exoten verkehrten "Sehr ruhig.' In Iparr'Äktiön Tändeit größere Umsätze statt. ,JDje Schiußtendenz' war; überwiegend schwach. Die westlichen Devisen haben sich in der Mehrzahl leicht bpfestigt, .nur Rom und Kopenhagen gaben nach. Im freien; Verkehr Schwächten sich Berlin, Wien, Belgrad, Wartebäu urtd Budapest ab, wogegen Sofia etwas höher notierte.; , Berliner Börse. Berlin, 19. April. Die noch nicht behobene poWscbs i^qnmmg. wegen des deutsch-Msischen Vdrtragsab- Schlusses läßt ds der Spekulation geraten erscheinen,, bis zur Klärtitjg weiter in ihrer Zurückhaltung zu verharre». Da auch das Publikum aus gleichem Grunde nur in geringen* Maße*^dasselbe gilt vom: EinheitskurshiarMe — sicb;:am Geschäfte beteiligt, ist nur wenig Interessantes von der Börte : »Ü berichten.. Bei unverändert stillem Geschäfte sgnkfd sich der Kursstand durchschnittlich um 20 bis 30% und“ etwas - darüber. Nur In einzelnen Spezialwerten, wie Kattoudtzer-Aktien, fänden größere Umsätze statt. .EÜe Spekulation bat ihr Betätigungsfeld mehr atif den Renten* markt , verlegt, wo die Kurse, angeregt durch, die fort«©- setzten' ausländischen Käufe, bei großen Umsätzen erheblich» ifi die Höhe gingen. Außeadem bestand für'^Wö Reichs-. imÄ bunddsslaatHche Anleihen starke Kauflust. Von ausländischen AVcVien setzten Türken,' besonders Bagdad-Dbtigattonei, . ihre.sfeigcnde Kursbewegung fort. Rassische Papiere konnten ihre; gestern erzielten Besserungen ungefähr, behaupten... Dia Devisenpreise erfuhren am Vormittage nicht unbeträchtliche’Steigerungen, gingen; aber, än der. Börse . wieder zurück. . / . . Budapester Börse. vu Budapest', 19. April. An der heutigen Börse trat kefn® einheitliche Tendenz zu Tage. Arbitragepapiere verharrtem nach verschiedenen Schwankungen zum Schlüsse rsuf ibrem Erüffnungsniveau. Größere Umsätze fanden in Rtmä-^iiud Staatsbalin-Aktien statt,: doch erfuhren .'deren Kurseikeine wesentlichen Veränderungen. Der Schranken lag bei: eh'£r flauer.Tendenz geschäftslos. Gegen Schluß fibefwogaiv Verkäufe, die. zu weiteren; Kurseinbußeu führten.. Dj» KÖniermine war auf dem gemischten Markte tätig und dio Kurse gaben gegen Schluß vereinzelt erheblicher riacn. Infolge der höheren Züricher Kronennotierung „zeigte der Valuten markt ein festes Aussehen. Dies gilt besonders -Htr Dpflär, die, westlichen Valuten, Sokols und Dinars. Die Reichsmark" und die österreichische Krone litten unter Abgaben. Der Verkehr auf dem Devisenmarkt erreichte nur einen geringen Umfang. EHe Devisenkurse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitimg“.) . Bei schwachem Besuche an der gestrigen Holzbörse war wenig Neigung zur Kauflust vorhanden. Nichtsdestoweniger blieb die Tendenz eine feste, weil zu hoheii Preisen hach Deutschland exportiert wird. Gesucht waren Weiß- Imchcti, Rundholz ,Eschehschnittmaterial, trockenes Buchenbrennholz, Spaltware 6 bis 7 mm. sowie Prima Brennholz. Au sge bot en wurden von Nadelholz-Rund- , holz Langholz zu K 18.000 ab niederösterreichischer Station, von N a d e 1 h o l'z - S c h q i 11 hi a t e r i a I 8 bis 9 mm Spaltware von 19 bis 20 cm zu K 75.000 Wien, 20-mm-Bretter, von 10 bis 16 ein zü K ‘ 39.000 Wien, von Laubholz-Rnndh'olz, Buche, 26 bis 40 cm zu K 27.000 ab burgeniäudischer Station; von Lanbbolz-Schnitt- ' material, Birn, ungedämpft, zu K 100.000 ab niederösterreichischer Station, ungedämpfte Buche, slawonisch, zu K 85.000 Wien, gedämpft, besäumt, von 27 mm aufwärts, slawonisch, I. Klasse, zu K 100:900, polnische Eiche von 40 cm aufwärts, lose Ware zu K 92.000 Wien, Esche von 60 mm aufwärts, mit Seitenmaterial, zu K 90:000 (Geld war K 80.000) Wien, inländische Linde, I. Klasse, zu K 120.000 Wien, Für Scheiter und Prügel legte man K 220.000 Geld. Prager Börse. Prag, 19. April. Die Unsicherheit, welche sich an den gestrigen ausländischen Börsen infolge der Ereignisse von Genua fühlbar machte, übertrug sich auch auf den hiesigen Markt, auf welchem Zurückhaltung vorherrschte und sich keine ausgesprochene Tendenz aurchzusetzen vermochte. Aiilagepapiere mit Ausnahme 'der mährischen zogen weiter kräftig im Kurse an, wobei sich wiederum ein nn- ^ewöhnlxcfaes Interesse für Staatspäpiere zeigte. Prämienanleihe stieg bei teilweiser Zuteilung um 17*%* Von Bankwerten besserten sich Zivnostenska-, Bodenbank-, Mähr. Agrar-, Kredit-, Anglobank- und Bankvereins-Aktien, die übrigen blieben unverändert. Von Industriewerten waren Zuckerwerte teilweise höher gehalten, ferner Westböhmische r 'Zürich, 19. April. (Devisenkurse. — MÜgeteiit von der Schweizerischen Kreditanstalt) . Berlin 1.74 (1.76), Holland 195.— (195.—), New York 514.— (514.—), London 22.69 <22.71), Paris. 47.62 (47.80). Mailand , 27.85 (28.10), Brüssel 44,80 (43.90), Kopenhagen 109.25’(109.30), Stockholm 133.40 (134.—), Christiania 95.5(1 (95,30), Madrid 79.70 (79.75), Buenos Aires 185.— (182JO), Prag 10.15 (10.35), Budapest —.65 (—.62), . Agram 1.67 (L65), Bukarest —Warschau—:14(—.14), Wien Geld-.067, n (-.067,«), Wien Ware Oesterr. gesf. Kronen Geld — .06%o (—.07), Oesterr. gest Kronen Ware —( •<—). Amsterdam, 19, April. (Devisenkurse.) London 11.64 (n.63*/4), Berlin -.89 <—.897,), Paris 24.427s (24.55), Schweiz 51.25 (51.25), Wen—.037. (-.037.), Kopenhagen 56.— (56.10), Stockholm 68.45 (68.75), Christiania 49.75 (49.30), New York 263.50 (263.25), Brüssel 22.477, (22.627s), Madrid (4L—), Italien 14.30 (14.427,), Budapest —.— (—.—). Berlin, 19. April. (Devisenkurse.) Wien altes (—.—), Wien abgestewpeit 3.83 (3.75‘g, Frag 585.25 (580.25), Budapest 36.45 <36195). Berlin, 19. April. (Kurse der Deviseazestrale.) . Noten: Dollar 288.90 (291.20), Pfund 1283.50(1291.50), Italienische 1580.75 (1593.25), Polnische 7.57 (7.70)^ Tschecho-slowalciscbe 581.25 (579.25), Alte österreichische —N. Oesterr. gestempelte 3.97% (3.8777). Prag, 19. April. (Devisenkurse. Mitgeteilt r<n« Bankamte des tschecho-slowaldschen Raauzministenums.) Berlin 16.677. (17.177,), Zürich 975.50 (973.—), Belgrad 65.— (fö.37% Bukarest —<—.-), Wien <K55% (K55-87), Warschau 1^4 (L247,), Agram —(—.—), Budapest 6.08 (6.177.), Jugoslawische Noten 65.— (6537), Oesterr. gestemp. Kronen 0.60 (0.60), Poln. Noten 1.24 (1.24VA Ungär. Noten 6.08 (6.177,). Ge{innung)geno{^n! Kaffeehäusern, in dld ^|J||f Verlanget In allen ihäu dienen ihrverkehrt lener 17. rortsetzang und SditaB. Der Min. Von Leopold Kompert. Dazu gehöF ich mcht.Meia Kind fjraucbt ein jüdisch Herz, ein fromm Gemüt, und das hast du. Dein »Benschen’ und ,Tcf£iHnlegen’ geht mir nicht aus dem Kopf. XJnd sellbst in der Nacht, wie ich zu dir gekommen 'Mn, hast du deia »Afbdt Kaufes’*) umgehabt. Jetzt frag* ich dich nur eins: Willst du •meine Mirl? Öder witist du sie nicht?< Herr Ramdar, Herr, Randar! < schrie Kdbi stürmisch. >Sie fragen noch? Aber Sie. wissen ja noch gar nicht, wer ich hin?< 1 >Hab’ ich dich schon gefragt darum?c sagte ,deri -Randar ernst, >oder brauch’ ichV sellbst zu wissen? Meinst du, ich kenn’ dich nicht? Umd wenn du eines SchuMopfers Sohn wärst, so zieh’ ich mein Wort auch nicht zurück. Willst du’s aber durchaus sagen, so. hab’ l ich auch nichts dagegen; nur mußt du’s dann meiner Tochter sagen.« Währenddem hatte sich die Zimihertür lerse;geoffnet; auf der Schwelle erschien Mirl, das Gesiebt von Tränen überströmt; abev durch die Tränen glänzte wieder dasselbe siegrciciie Lächeln, das ihm gestern als Leitstern gedient hatte. >Was meinst du den«, mein Kind,c fragte der iRamlar voll Innigkeit. .'-Du hast mir ja gesagt, daß d« cVen oder keinen anderen willst! Ist cs vielleicht nicht wahr? . « . Hnhörhar, auf leisen Locken, wollen wir au dem Glücke vorüberhuschen, da« in dem- Randarhof zwei fr-*-—1r- Etec Art ötzrrhvm-5, darao die >Lcheuf»d«i< blmscftt Menschen einander entführte, die skh sonst cinandejr «iemals gefunden hätten. Solche Momente dürfen mit lahgen Reden nicht >beschrien<, sic müssen schweigend ■hingenommen werden! . . , Kohr begriff das vollkommen; er sprach nicht von seinem Qüdke; er genoß es in den wenigen Stunden, di« er noch auf dem Randa-rhcr? verweilte.! ,, Gehen wir vorüber! Eine ^Gelegenheit« rollt 5» «pater Nacht durch die Gasse; vor dem Hause mit den drei Nußfeaumen davor hält sie; in der Stube brennt noch Licht. Vater und Mutter warten noch des beitüfeehrenden Sohnes; die letztere in aller Pem tmd Qual eines . besorgten Gemüts. Kohi stieg aas: Ein Freudenschrei ertönte ao« der Stube. - . >Bist du nur gesund und wohlauf, mein Kmd?< fragt Perl, die den' Sohn ängstlich nach allen Leiten telugte, nach den ersten Umarmungen.. >Hat, er dir nichts getan?«.; - ' s-Ganzr gesund und Wrohiauf," Mutter,c antwortete* ' ICohi lächelnd, »es fehlt auch nicht ein Nägele an mir.< »U-nd unser Geschäft?« fragte Wolf. •' »Ganz gut ausgefallen, Vater,<• entgegnete Kobi. . »Ich - hab’ mir’s, auch gedacht,« meinte Rebb Wolf mit; väterlichem . Stolze, »da -ich dicli geschickthabe 1 < Da ^grng Köbr gerade, als es. sich keiner versah, zumr Paradekasten, worauf in fast militärischer Ordnung schöne Porzellanteller tind Kaffeeschalen, die noch aus den Zeiten voh‘ Peris huTTdertundzch-n Jahre -alt gewordener Großmutter herstammten, und nahm die schönste der goldgeränderten Schalen- Mit einem Male schleuderte er sie mit aller Kraft auf den Boden, daß sie in hundert kleine Scherben zertrümmert ward. Per! schrie laut auf vor Schreck. »Lebendiger Gott!< tief sio> »was -machst d*t, Kobi? Met«c scäwwste Schaff.* » » t« Da sah sie K<ohi lächeted an in ihrem Schrecken, und sagte nach einer Weile; »Mutter! Hast du mir nacht, wie ich nodh «n kleines Kind war, immer gesagt, <fa hchst die Schale für mich auf? Möchtest du sie denn rödot für deihen Sohn hergeben, wemj er dir eine Schwiegertochter mirt bringt Pc. ' . ', ■ ' . Sprachlos starrten ihn die Eltern «0.' ,■ 1 >Ury Gottes wrlleri,< rief dann Perl, »Ätt hrrt dochä nicht . .< »Ja; Mutter,< - sagte Kobi, »ich bio Bräutigam,' werm ihr nämlich beide nichts dagegen habt.< ‘ »Mit wem dehn?c (kam es ans eitlem Mtrnde. - »Mit .des Randar-s Tochter!« >;Und des Vorstehers Sohn?< »Äp ijen baV ich gar nie gedacht!< , ' '( Kobi' gab' erst später seinen Eltern die Gesqhichti seiner Brautwerbung, aber nur in . den allgemein steh Umrissen.' Das 'Wichtigste verschwieg er, däs behjelt er dankbar m sidi, nämlich,; daß alle Verstellung imd Kunst hichts vermocht hatten vor dem zündenden Strahl dcr’Liebe,. vor der Wahrheit Gottes! , .- - .Natürlich machte die Vcrbipdu-ng Kobis mit der Tochter-des Randars »ungeheures« Aufsehen; es;ward davon ,gesprochen als; von. dem größten Ereignis» däfl seit’ Jahren stättgefunden. Merkwürdigerweise wunderte man. sich, nicht darüber, man hatte so etwas von dem »Mi^« erwartet!; 'Der Vorstcdier fand es, wie begreiflich, nicht im seinem Interesse, de« Leuten die .Geschichte •mi-tx-Tteilen, wie er selbst die Leiter zu Korlw-s Erhöhung gewesen. . Dennoch kam sie weit und breit herum, erst als stilles Geflüster, dann allmählich als große fcärmtrommel, die durch halb Böhmen in allen Ohren dröhnte. Der Ran dar hat sich in Kobi nicht getäuscht. Der Segen ruhte sichtbar. auf der Ehe des »Mh?s«.