Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1151 (13.4.1922)
- Date
- 1922-04-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien, Donnerstag WIEKSK. MüDGLNEEITÜNG' 13. April 1922 «£ 1151 ebenfalls eicven Juden-, der sehr fromm ist, etoc Eeieruigsmütze trägt und Josef Ben Josef heißt. Er jist Obe-rpriester bei den Sephardim und fährt m einer ^d-ldeaieu, mit sechs feurigen- Pferden bespannten Karosse. Won.n w die Synagoge betritt, kommen &tm die Priester mit Gesang entgegen.« i *Singt man bei euch in der Synagoge?« fragte ihn der Vater'erstaunt und erhielt sofort eine Aniiwort, die er der Mutter in unserer Spasche übersetzte. Sein Gesicht leuchtete dabei wie die Sonne. »Was sagst du dazu? Er erzählt, daß sie einen heiligen Tempel mit Hohenpriestern, Leviten, Mid Orgel halben ...« »Nun, habt ihr -auch einen Altar?« fragte ihn (der. Vater, utad erhielt eine Antwort, die er der Mutter ilbensetzte. »Et sagt, sie haben einem Altar für Opfecgabea und goldene Gefäße — alles wie in früheren Zeiten bei uns in Jerusalem.« Bei diesen Wörtern seufzte.der Vater tief, und Äs die Mutter das -sah. seufzte aweh sie, nur ich «dleki verstand nicht,, wamirtn man daibei seufzen -■mußte. Eigentlich sollte ina.ii doch froh darüber (sein, daß cs ein Land gibt, in dem ein jüdischer König regiert und im dem es einem Tempel-mit [Hohenpriestern, Orgel und Opfenaitar gibt.... Leichte, frohe Traume umgauckcltcn mich und (taugen mich hin in jenes glückliche, jüdische Land »mit den Häusern von Da&tehhoiz und mit silbernen Dächern, mit den echt goldenen Geräten, mit Perlen und Diamanten, die *<uf der Straße heru-mlagen. [Plötzlich leuchtete ein Gedanke in mir auf! Ich gtvußte, was ich tun würde, wenn ich dort wäre. loh twürde alles so gut verstecken, daß kein Mensch fctwas finden würde. Ich würde der Mutter ein wollte in den Tempel hinein gehen, aber ich kannte 1 «licht, weil Riectke mich zurückhielt undmidi nicht hine&nließ; ich bat sic, ich schrie und weinte tmd zitterte vor Angst.'.. Schließlich drehte icÄi mich . im Schlaf um und erwachte ... Da esibiidrto ich den Vater und die Mutter halb aaigezogen vor mir, beide leichenblaß, den Vater mit lierabgelassenem Kopf, die Mutter, die Hände rin-, gend, mit Tränen Ln de» Augen. Mein kindliches Herz fühlte, daß etwas geschehen, war, und zwar nichts Gutes, durchaus nichts Gutes. Aber mein kindlicher- Kopf vermochte nicht zu fassen, wie groß das Unglück wara. Folgendes hatte sich ereignet: Unser Gatetaus jefnem fernen, glücklichen Land1 mit den Häusern, aus Dattelhblz und mit den silbernen Dächern und so weiter... war verschwunden und mit ihm eins Menge Sachen; alle silbernen Becher, sämtliche silbernen Messer, Gabeln umd Löffel, der gesamte Schmuck der Mutter und auch bares Geld, das bei ms im Kasten lag. Mit ihm war aoeh Riecke, unsere Magd verschwunden ... Ich bedauerte nicht die silbernen Becher, noch die Messer, Gabeln tmd Löffel, die versohwutitfön waren, nicht den Schtntteik der ' Mutter oder die Barschaft, auch nicht Rieche, unser i Dienstmädchen -- hol' sie der Teufel! Es tat mir j nur leid um das glückliche Land mit den Perlen, Diamanten und Brillanten, die auf der Straße lierumlagen, und dem heiligen Tempel mit den Priestern, dem Gpfaraltar und der Orgel, uind um- all die guten Sachen, die man mir geraubt Iiaitte. Geraubt 1 Geraubt \ Ich wamdte mich mit dein Gesicht zur Wand tmd weinte still tmd leise. - - schönes Geschenk mit bringen, Brillantenohrringe, Sand viele Perlenketten... Hi-sbei betrachtete ich die iBri!lamiohmnoge der Mutter und die weißen Perlen, die ihren Hals zierten. Eine starke Lust ergriff ■mich, nach jenem Land m kommen, und ich faßte. .den Gedanken, mit dem Fremden nach Peßach dertthrn zu reisen, ganz im geheimen, daß niemand etwas davon wüßte. Ich wollte mein Geheimnis dem [Fremden a«i vertrauen, mein Herz vor ihm susschütten, ihm die. ganze Wahrheit sagen und ihu bitten, midi wenigstens für kurze Zeit mit-zunehmen; er wird meinen Wunsch sicher erfüllen, denn er ist ein guter, liebenswürdiger Mensch, der' ■ Jjeden-, und sogar Ri ecke, taaserc Magd, liebevoll . aoschaute. Während ich diesen- Gedanken nachhing, bejta®chtete ich «unseren Gast, der mein Vorhabe q zu (%erraten schien; denn er sah mich mit seinen schönen, aschwarzen Augen au, als ob er mir zublinzelte und seiner Sprache sagen wollte: »Schweig, mein kluger Junget Laß erst Peßacih bMÜber sein, datnn wirdalles gwt werden!. . #. - Tr Während der ganzen Zeit plagten laich Träuine, Heb sah eine Wüste, ' einen heiligen Tempel mit - pTiestes-ü und einen hohen. Berg, den ich bestieg und "gof dem DiamatnCeu, Perlon und Brillaiitün wuchsen, {Meine Kameraden, kletterten auf die Bäume trnd [schüttelteci sie, so daß die Perlen und Diamanten .•hi Unmenge herabfielesi. Ich stand unten-, «und las «die Perlen, Diamanten und Brillanten auf. tieid stopfte mir die Taschen voll-...-Aber merkwürdig ,i—- so viel ich stapfte — es ging immer noch hinein, pnd je mehr ich hmeimstepfte, tvms© mehr ging binein. Als ich die Hand in die Tasche steckte, zog »ch von dort anstatt Perlon, Diamanten und Bril- 3atitesi allerlei Früchte heraus: Arafe!, Binnen, Pomeranzen, Feigen, Datteln und Müsse. Ich cr- :«chradk, drehte mich von einer Seite auf die andere Stand träufln te weiter von dem Tempel, in dem ich «die Priester, singen und die Orgel spielen hörte- Ich Tagesbericht. (Blicken, das köstliche Bild des Seder-Tisches mit iden darüberhäagendcaa drei Ampeln, mit dem vier 'Damen a& der Längsseite, die recht verzückt, so zu* Mgcn mit gestielten Augen, nach dem vorbetenden Liau6v-ateT hraübersahen, den der wackere Zeichner •in gewaltigen Maßen gehalten hat — auch diese fesselnd-drastische Hagadali-I!!r.stration, recht abgegriffen vom häufigen Betrachten, kennte die Erschütterte nicht ins Gleichgewicht bringen. Im Gegenteil. Sie erkannte erst jetzt, daß diese uraltem Blätter wie von Kinderhand gezeichnet sind, jedenfalls aber fürnebmlich den Kindern lieb und jenen Erwachsenen oder gair -schon Ergrauten, die sich ein kindlich Gemüt bewahrt haben — und «diese Erwägung nährte twtürlicli doch nur wieder ihrem großem Schmerz, so daß ihr ganzer Körper bebte. Und zum ersten Male entstand auf dem iPergamentiblatt eine Schwellung, die nicht vom goldgelben Pas sah-Weine, sondern von einer salzigem Träne stammte. Die schöne Sarah biß verzweifelt die Li-ppen und suchte letzte Zuflucht bei den Augen ihres treuem Herrn und Gebieters. Als sie aber zu ihm aufblickt c ... Was dann geschah, weiß man nKv$ Heinrich Heines unsterblichem Buche. Nur sei uns gestattet, kicr Meinung Ausdruck zu geben., daß der bleiche Ernst im Antlitz des Rabbi von Baahatrarii die schone Sarah zunächst «nicht erschreckte, sondern ihr Gemüt sogar beruhigte. Sie vermeinte, daß der geehrte Mann ihre Mot, ihre sündige Not erkannt lia-tte, und als er sie am der Hand nahm and in die mondhelle, laue Nacht hinausführte, folgte sic willig rund ergeben und erwartete seine Mahnung . wie seinen Tröstepnuc:;. Dann freilich, am Ufer des •Rheins, bevor sie den Kahn des stammen Knaben bestiegen, um dem Tode zu entfliehen, erfuhr die schöne Sarah anjas dem Munde des- Gatten das Fttjchtbaxe, daß zwei vermummte Männer unter die } Nur ein paar Bemerkungen. Wie verlautet, ‘beabsichtigt Bundeskanzler Schober in Genua laut vor aller Welt Klage darüber zu führen, daß man Oesterreich gegenüber erbarmungsloser ist, als selbst gegen die -r N e g e r r e p u b 1 i k Liberi a. Dieser wurde ah ne weiters ein Kredit von fünf Millionen Dollar gewährt. . * ■ ' i Der ungarische Minister Ba/nffy teilte einem; französischen Interviewer eine lange Liste dessen mit,; was alles Ungarn itr Genua; ztr erbitten gewillt seii Darunter auch landwirtschaftliches - Material, verschiedene Maschinen «sw. Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei hier gleich bemerkt, daß unter Maschinell) nicht .etwa auch Höllenm a schinen,. g ym.ein4,. sein . kö a n c n. Mit solchen ist man in Budapest reichlich «v ersehe n. $ . Man sucht in Budapest die Verüber des jüngsten grauenhaften Verbrechens.• Mbn . sucht in Uüga.rti seit etwa drei' Jahren überhaupt unausgesetzt Verbrecher. Frei lich hatU.ng.ark-- a ü c h e 5 n t Regierung,. d i e m a y s u c h cn' tn n ß - . Ei n.,h.,ü/t>s.-ch es ZÜs-.a in tn e n-tr e f fen: Ah demselben Tage, -an -welchem Graf Bethlen einer Schar von Journalisten erklärte?, .die ungarischen Delegierten hätten die Aufgabe,.in ‘.Genua fdarzulegeji, daß die!m - Ausland verbreiteten' ^erlögencn Gerüchte über traurige: Rechtszüstähde hr Ungarn, das Ergebnis einer feindlichen ausländischen ' Propaganda seien, .an. dem-, selben Tage schrieb der 2-Pester Lloyd«:?Die Erfahrung lehrte die ,Erwachenden Ungarn', daß, auch wenn sie ihrer Verbrechen überführt sind, die -Strafe ihnen im. Gnadenwege nachgc-sehen wird,' -üt' den. meisten Fällen ä-ber schon vorweg eine Verfolgung überhaupt nicht stattfindet.c Was würde-4er »Bester Uoydc über die Rechtszustände in Ungran zu schreiben wagen, vrcn.n er — im Ausland erschiene? - 5jt TWWwmKWBiMBeaMigBP« Sedetr-Taiel eine Km-desleidhe geschmuggelt hätten^ «m die J'udöngemeinde vtan Bachsra«ch m verderben. Nun hatte/sie andere Sorgen, .Ae junge Fnan, die cngver&chlungen mit dem RE)!, von Ba'diarach a*ü£ leichtem Gefä^urt gen Frauikfürt getragen wurde. Aber später, wenn ihr Mantn rocht häufig »Mach die Auge?i zu, schöne Sarah« m mr sägte, d-achte sie zurück sn jenes sehtisüchtig-traurige Sinnen über den Blättehn ihrer Iiagadah beim Seder in Ba-charach. Dann famd -sie, die schöne Sarah, daß das Schicksal gütig war, als esihr solches. Herrieid verursachte. Demi hätte sie von ungefähr, ohne ein ernstes und getrübtes Antlitz des Gattesi zu erwarten, den entsetzten Augen des Rabbi von Badiaracli «begegnet, daun hätte ihr Frauenbund wohl einen Schrei, das Schreckens awsgestoßen und arge Verwirrung, ja, ein schleuniges Blutbad verursacht. * Womit ich diese dreiste Einfügung in Hc int ich Heines »Rabbi von Bacbarach« rechtfertige? Ich wollte auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege der erzählenden Form unseren fkostbaien Volksschaftz, den Hagad-ah-Bildcrscb'itm'ck, in Erinnerung bringen, die gar eigenartigen und unterschiedlichen Hagadahs, wie sie zu allen Zeiten und an allen Orten der Zerstreuung bis ios 12. Jahrhundert zurück von der ungebrochen fort wirken den schöpferischen Volksphantasie geschaffen wurden, in Spanien und Italien, Fradkreicih <aad Holland, Deutschland und Böhmen, später in den Offizinen von Mantua u*n«d Scindno, in Prag und Amsterdam gedruckt, von den Kvrn st forschem aller Völker bewundert, als. kost* bzre.ScUenkei'ton von den Bibliotheken gehegt, wie etwa die H&gadah von Sarajevo, die venezianische Hagadah und jene zahlreichen spanischem, deren eine ich mir neben aas Gedeck der schönen Sarah zu legen gestattete. 1 Be amte nah ban: In O Österreich haben sich Sri letzter Zeh Beamte au® Kummer übet* die Lage cta Staates das Loben genommen. Hofrate und Regierungerate haben Seibstmord ms Not verübt. Mehrere höhere ' wnfl autoh .niedere Beamte wurden wegen Mißbrauch des Amtes, Veruntreuung usw. emgeeperrfc. Ein ganzes Amt getaugte —r vom Vorstand angefangen bis zum letzten Diener —-in Untersuchungshaft. Ist dass wenig? Und da sch im p f «fc man noch t tn m er über Lässigkeit im B«a.jßteiia<bI>Ä'ti? * I11. Budapest gibt et jetzt: ^Er wa ch end e Ungarn« und chic schlafende Justiz. 4 Einem jungen Butschen wurde in der Redaktion des Organ« dar ^Erwachenden Ungarn« eine Handgranate und K sooö ausgeflgt, Für die er bfoß eine einzige jüdische Familie in Abony in die Luft zu sprengen gehabt hätte. Man sieht, die Juden werden . dermalen in Ungarn doch nicht allzu gering, geschätzt. Es gibt Länder, wo imn Banditen viel schlechter bezahlt. >, * Alle Grahredner, die in Budapest den Opfern des Bombenattentates Nachrufe hielten, gaben der patriotischen Hoffnung1 Ausdruck: >Das zerrissene. Vaterland wird wieder «eine Auferstehung feiern!« — Aber niemand wagte diese Behauptung bezüglich der Opfer des Judenhasses. Es gibt in Ungarn auch solche katholische Priester, die offen die Lehre verkünden, Christen und Juden» .tagen wie Brüder gegeneinander sein. Sie machen aber kein Hehl daraus, daß sie dabei nur an Kain und A b e 1 .denken,' die Brüder waren, von dcöeui der eine den anderen totschlug. Arni. . Ein Peßacligruß der „Arbeiter-Zeitung“. Das Organ der Sozialdemokraten, die * Arbeiterzeitung“ hat es heuer für notwendig erachtet, das jüdische Peßachfest zu begrüßen. Sie hat einem ihrer riichljüdisehen Mitarbeiter, dem Nationalrat Leuth nerp die. ehrenvolle Aufgabe übertragen, am Vortage des jüdischen Festes . dessen Bedeutung in einem Artikel zu “würdigen» Herr Leuthner hat sich der Aufgabe bestens erledigt, was bei der Vielgewandtheit dieses Mannes , nicht verwunderlich ist Herr Leuthtier hat während dieses Krieges, unter selbstloser Hintansetzung seiner' sozialistischen Weltanschauung sein schriftstellerisches Talent in den Dienst, des militaristischen Imperialismus gestellt Seine Wirksamkeit ist vom Genossen Dr. Friedrich Adler vor dem Kriegsgerichte zwar grausam, aber zutreffend geschildert worden. Nach dem Umsturz ist dann Herr Leuthner, der seine Zeit immer, versteht, Spezialist in der Bekämpfung des Militarismus und Imperialismus geworden. Und nun, da auch dieser Gegenstand an Aktualität eihgebüßt hat, hat er sich auf die. Erforschung der, Religionen geworfen. Er beweist klipp und klar,, daß das jü di-s.c-he Peßachfest ein Fest der Menschenvpi e r u n g u iv d M e n s c h e n f r c s s e r e » i s t Und 2Wär dient ihm.als Grundlage für diese kühne Behauptung der Bibelsatz : »Wenn wir, was die Aegypten verehren/ vör ihnen 'sdhiäCfiteh, würden sie uns steinigen^ Ja, Herr Leuthner ist fix. Andere Sterbliche studieren jahrzehntelang, ehe sie sich an die Deutung der Bibel herantrauen. Er machts kürzer. Er liest einige volkstümliche Broschüren oder Feuilletons über Keiiinschriften, Papyrusfunde, Aegypten, die Juden usw., wie sie in den rielen Familienjoufnalen zu Dutzendeu zu ynden sind und kennt schon das zweite und dritte Jahrtausend vor Christi wie seine Westentasche; Mib kühnem Schmiß legt er die Behauptung auf den Tisch, daß das jüdische Befreiungsfest eine Verherrlichung der Menscfienschlädüerei und Menschenfresserei ißt, Er.übertrifrfc die kühnste Phantasie der berufsmäßigen Ritualmordantlsemiten, welche mit Neid, aber auch mit wilder Freude dieses unwiderlegliche Einverständnis eines einwandfreien, weil den Juden nahestehenden Zeugen zur Kenntnis nehmen werden. In keiner anti* semitischen Hetzbj*o«:hUre wird in Hinkunft der Atlsspruch des Genossen Leuthner fehlen. Er ist der Anerkennung der Judenhetzer aller Zungen und Länder sicher. Ob ihm seine jüdischen Parteifreunde für diese wissenschaftliche Leistung viel Dank wissen werden, ist fraglich. __1 Eine unverantwortliche Entscheidung des Mietsenats. Wir haben vor einigen Tagen darüber tok;';- tet, daß das Ga-stbatusl-okal des David Weiner m der Großen Pfarrgastse 6 dturch das W-übnumMte-il« geläutet wurde, daß die Errichtung samt den daa*iit befindlichen Vorräten an Wein «und Lebeq-stniile'^ in der ruclesichtslosesten Weise auf die Straße bcJ fördert wurde und daß die Existenz des .David W e i n e r, Vaters v*o«n adht Kiaidernj vett «denen fü;vf taubstumm sind, in der bnrtölstetn VVeise. VöruiciUcF worden wäre, wenn nicht kn. letzten Attg^blackj Stadtrat W eher, an desesn Einskiat vcm äi^mstw sch.cn* Funktionären mit Erfolg appelliert wurdeJ die Räumung1 sistiert hätte. Die Delogierung Weiners wurde «von dem Hausbesitzer Aron Weil betrieben, der zwar zur lippenfrommen. Gilde dcjj »S c h i f f s c b u U gehört und ein sefhi* attig-osehenc^ Mitglied der -^Agu»dah« ist, den aber seine Harfcl herzigkeit dazu getrieben ihait, eine zehn köpf ige Familie knapp vor den jüdfeohen Opterfeieptiagetj brotlos zu machen. Wir halten es aber auch für notwendig* öffenbj Heb die geraideznv frivole Leichtfertigkeit der Entscheidung des Micdsctiate zts h-rr.'ndunr-irke^ mit wclciher der Einspruch Werners gegen die Ate forderung seines Lokals abgewiesen wurde. Die A*aj forderung stützt sich darauf, d'aß das Geschäftslokal »unbenutzt« ist Weiner besitzt seit ltzxz für. diescsl