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Wiener Morgenzeitung · 1922-04-13 · Heft 1151 (13.4.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1151 (13.4.1922)
Date
1922-04-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Donnerstag. WIENER MM6ENWNMNV T3. April 1922 Nr. tt51 edenket des Schekels Stärkung Dieser Vorschlag wurde angenommen und die Sitzung uru l!A2 Uhr beendet, um fßr die Wahl von fünf Delegierten Zeit zu gewinnen, die, gemeinsam mit den Vertretern der einberufenden Staaten, ferner Deutschlands »tnd Rußlands, die Unterkonimission bilden werden. ' Aus diesen Wahlen gingen hervor: Jugoslawien, die Vchweiz, Norwegen, Lettland und Holland. Zu gleicher Zeit mit der Sitzung der dritten Kommission tagte die vierte Kommission, weiche das Verkehrswesen zu behandeln hat Baron Celeste überbrachte als ältester Delegierter die Grüße der italienischen Regierung und schlug den belgischen Ministerpräsidenten Theumls als Präsidenten der Kommission vor. Der Vorschlag wurde von Barrfcre unterstützt und hierauf einstimmig angenommen. Theuuis übernahm den Vorsitz und führte aus, die Verkehrsfragen seien vor allem Fragen der Technik. Sie seien zahlreich und kompliziert und die Konversationen von Barcelona und Portorose seien noch nicht ratifiziert worden. Die Verkehrskommissioa müsse eine Arbeit von. großer Wichtigkeit leisten und werde zu praktischen Resultaten gelangen können. Die Kommission beschloß, eine Subkomtnissiou eintusetzen, um das Programm festzustellen. Der Kommission werden angehören: Je ein Vertreter der einberufenden Mächte, ferner ein Vertreter für Deutschland and einer für Rußland, außerdem fünf Vertreter für die übrigen. Mächte, und zwar Oesterreich, die Schweiz, Polen, Portugal «nd Rumänien. Die Sitzung wurde sodann um tliU Uhr zum Zwecke der Wahl der Unterkoxnmissionen unterbrochen. Lloyd Georges Forderungen an die > Russen. Genna, 12. Aprfl. (TeL-Komp.) Heute werden Einzel freiten des Memorandums bekannt, das gestern Tschitscherin von Lloyd George überreicht wurde. In dem Schriftstück heißt es unter anderem, daß die wirtschaftliche Wiederherstellung Rußlands vor allem von dem Kapital und Wagemut des Auslandes abhänge. Voraussetzung für die Aus- Jandshilfe sei aber eine weitgehende Aenderung der gegenwärtig in Rußland herrschenden Zustände. Grundbedingung für den Wiederaufbau der Landwirtschaft, die den wichtigsten Teil des Wiederaufbauprogramms bilde, sei die Achtung vor dem Eigentum. Nur in diesem Falle könne die Lieferung landwirtschaftlicher Geräte und die Gewährung von Krediten in Frage kommen. Es sei klar, daß auf industriellem Gebiet eine Auslandskille nur bei weitgehender Sicherstellung des Eigentums, der Handelsfreiheit und des Schutzes der Arbeitgeber und Arbeitnehmer möglich sei. Die Bedingungen, unter denen ausländisches Kapital für einen Wiederaufbau Rußlands hir Verfügung gestellt werde, seien vor allem, daß Rußland die finanziellen Verpflichtungen der zaristischen Regierungen und der Regierung Kerensk! anerkenne und die Erfüllung, dieser Verpflichtungen garantiere. Die Sowjetregierung müsse auch für alle Schäden, die durch Vertragsbrüche oder auf irgendeine andere Weise den Angehörigen fremder Mächte erwachsen sind, aufkommen. Diese Verpflichtungen sollen durch eine russische Schutdkoinmission And ein gemischtes Schiedsgericht feslgestetfi werden. Eine russische Denkschrift. Genua, 12. April. Die russische Delegation bereitet eine Denkschrift vor, die die Antwort auf .das bekannte Sachverständigengutachten von London bilden solL Dieses Gutachten führt alle Bedingungen aa, unter denen die Mitarbeit an der Wiederäufrlchtung Rußlands stattfinden könnte, und zwar die Bedingungen, die die Vergangenheit betreffen, und die Bedingungen für die Zukunft Diese Denkschrift soll von den Russen Punkt für Punkt beantwortet werden, und es heißt, daß die Russen, ihre Antvfort entweder schon morgen oder in der Sitzung, die Samstag vtattfinden soll, überreichen werden. Am Freitag findet keine Sitzung statt. Genua, 12. April. Die Gerüchte, daß die Russen morgen früh in der Subkommission der ersten Kommission» die sich zunächst mit russischen Fragen befassen soll, eine weitere Verschiebung verlangen werden, sind, wie von Seite der Konferenzleitung betont wird, bisher ohne jeden Untergrund. Lloyd George konferiert mit Barthou. Genua, 12. April. Lloyd George ist heute mit Barthou nach Rapallo gefahren, wo er mit ihm während des Frühstücks laufende Fragen besprach. feenesch über die ungarischen Forde** rungen. Genua, 12. April. (Intel.) Der Soncierbefidhterstatter der »Intel* hatte mit Dr. Benesch eine Unterredung, in der dieser über die von den Ungarn angeschnittene Frage folgendes erklärte: Ich halte die Erklärung Ungarns nicht für opportun, ich hätte aber nichts dagegen, daß die angeschnittene Frage diskutiert werde. Aber dann müßten wir auch über andere Angelegenheiten sprechen, zum-Beispiel über den weißen Terror und die K o n- »titutionfn Ungarn. Da können wir darauf hiuweisen, daß ln Ungarn 250.000 Slowake» leben, die im Parlament keinen Vertreter haben, dagegen leben*'In der Tschecho-Slowakei 500.000 Ungarn, die zwölf Vertreter haben. Deutschland verlangt eine internationale Anleihe* Berlin, 12. Aprfl. Nach einer Meldung der »Vosslsehen Zeitung0 aus Genua übergaben die deutschen Delegierten In der Eröffnungssitzung der Wirtschaftskommission die große deutsche Denkschrift. Wie verlautet, enthält die Denkschrift »ach Darlegung der Wirtschaftslage Deutschlands den Vorschlag, eine internationale Anleihe im Namen Deutschlands mit Genehmigung der Ententemächte aufzuaehmen. Deutschlands Note. Genua, 12. April. ZurUeberreichung der die deutsche Reparationsfrage betreffenden Note wird von deutscher Seite folgende Auffassung vertreten: Das Memoriale der Reparationskonimission wurde von dieser den in Genua versammelten Regierungshäuptern mitgeteilt Infolgedessen Ist auch von der deutschen Regierung derselbe Weg gewählt und den hier versammelten Regierungschefs die deutsche Note Übermittelt worden.' Es könne daher nicht davon die Rede' sein, daß Deutschland eigenmächtig die Reparationsfrage in Genua zur Sprache bringen wolle, sondern Deutschland habe nur den von der Reparationskommission selbst gewählten Weg eingeschlagen. Was Ungarn fordern will. Die Universal-Korrespondenz meldet aus Budapest: Nach Mitteilungen von zuständiger Stelle werden die ungarischen Bevollmächtigten ln Genua, sofeme sich'hiezu Gelegenheit bietet, im Zusammenhänge mit dem Schatz der nationalen Minderheiten in den Nachfolgestaaten, nicht nur die sprachliche religiöse und kulturelle Verfolgung der Minderheiten, sondern auch ihre wirtschaftliche Unterdrückung zur Sprache bringen. Es soll namentlich gefordert werden, daß ein Beschluß der Konferenz alle Staaten Mitteleuropas auffortiern soll, alle Verletzungen des Privateigentums, alle Konfiskationen und Enteignungen sowie alle Beschlagnahmen und Requisitionen endgültig einzustellen. Es sott dabei namentlich auf die durch die Sukzessionsstaaten befolgte Bodenreformpolitik hingewiesen werden. Insofern die Abrüstungsfrage auf die Tagesordnung gelangen sollte, wird sich Ungarn dem Wunsche u s c h allgemeiner Abrüstung mit dem besonderen Verlangen der Abrüstung der kleinen Entente a n s c h ließen. Es soll hiebei auf den Umstand hingewiesen werden, daß Ungarns Entwaffnung vollständig durchgeführt wurde, während die kleine Entente eins Armee aufrechterhäit, die in Kriegsstärke 5,000.000 Menschen übersteigt « Diese. Forderungen trjittt .sich eine Regierung zu stellen, die das Banditentum großgezogen hat und den wüstesten nationalen und konfessionellen Haß mit allen Mittete unterstützt. , Benescii für den wirtschaftlichen Charakter der Konferenz. Paris, 12. April. Wie die »Prager Presse“ meldet habe. Ministerpräsident Dr. Benesch in einem Interview mit mehreren Pressevertretern erklärt, es sei zu wünschen, daß die Konferenz ihren rein wirtschaftlichen Charakter beibehalte und jede Politik ausschließe. Unter diesem Gesichtspunkt erscheinen die Vorschläge der Russe» für die Entwicklung der Konferenz nicht ungefährlich. Bezüglich der kleinen Entente erklärte der Ministerpräsident,' sie werde niemals ein Werkzeug einer fremden Macht werden, De£ italienische König besucht die Konferenz. Genua, 12. ApriL (Tel.-Komp.) Wie verlautet, hat König Viktor Emanuel die Absicht, der Konferenz einen Besuch abzustattea Der König zeigt für die Konferenzberatungen das lebhafteste Interesse und läßt sich auf einem direkten Draht über den Verlauf der Verhandlungen Bericht erstatten. Lenin kommt nach Genua. Genua, 12. April. Die italienischen Blätter halten daran fest, daß das Eintreffen Lenins in Genua mit Sicher* heit au erwarten sei,! ca* eine Politik Steffen nms&en, Oesterreich 1mm «S weiter «n die Seite der. klein«« Ewtentc gedrängt erkennen in dem Vertrag"« — so echfoli »dfe Hand Dr. B ene scb\ dieses tedheohäi selbe« C l e m e hi c e au, dter einer dtar kräftigst«* Deutschen tosser, jeckadr auch editier dter geschickt testen mvd schlauesten fest. Was von ihsn tawmh* muß mit diem größte« Mißtrautem betrachtet wets 4m. Main «muß dem porta dtaotea Sdbhass« fooCTumm, dteß «Misere dtoige Rettung der Zm SAmmenibamiak ist.« Der Bwitchtetfstntter De. D e ex et ■betonte m: seteeui Sdh^ußwort, man könne es der Regierung nÄfc mengen daß sie das Geid genommen Siside, wo sie es dben bekiosrnmen (hat. Er sei eines Sinai«« mit dem Vorredinef, «Laß der ZwsammenibrubN konnmen muß, wem es so weätieingdvL Es beißt: dimnutm: - Nicht so weiter wirtschaften-, damit ms«i rndht. derartige« Verträge sdhSöeßen muß. Da« KredStabteosiwnen wurde hierauf mR M«i (zwei Sitwnowai ain-gencrmm esst Rundschau. Die Orthodoxie gegen die Agndah. , Je-ussleny ti> April. (J. C. T.) 32 das recht aa oritSiodoxen Flügels, dreimter de«i ssahifcemis&scfoe Waad Hswr, und alte Koüetim (maeffi Herikwmftelaitndera organüstttertte Gemeinde«), va& öffentÄichdSt em«n energi«ehen P<ro-te«d gegen Me nxi Professor de Haan Lord NotrtüM cliffe mettgefühnt« Dupiuttaftianu Durah <S5öscö|' Protest dar gesamtem siwiifodheti Orthodoxie Baflä* srimas wurde de Haan vonScoanmen fed iart, , kudensr die gawac jüdische Gemein^diaft Pöfifisti«»», ohntfi Untensdhlkid der -politisciban und <re%idsan Uebea^ zeugnug, -vom Professor de Haan edmi albimdkt irnwt an den Ptamgw steNt. \ f Oesterreich. Genelimigutig des tscheciio-slov/^ kischen Kredits im Bnudesrat. Göstetrin hat der BiwidesnaiL aü-les, was ihm rm Gesetrösibc.'stchil'uss^n des Naitiomntotes voriiag,- aufgeairbeitet. Gegen dfes Prcßgcsetz, das H e e r c ä'd l ff £ i p H n a r g e s e t z, die (b « r g e n* 1 ändieChe Lan d*c<&- uti4 Liaayd:csw a'h 1- <m* dti'ung uiwd eine Rei'hc sOfziEvlipoliiniiisdheif Gesetze wurde kein E ims p r ucIi orinoben, dJagcgcn. wuirdc die Geb ü h r e in n o v e 11 c an den Nuati'Chialrat rück verwiesen. Gegen düm IC -r c d i t- Abkommen mit desr Tschechows 1 o w ä k .c. t h*elt der Großdeaitscßic B i ecrbau m ec eme Brawd» redfi. Pc meinte, der tisdteciiäsdiie Kmedfit loomtne Oosteiureiioh toutei* m stehen. Dre östenrciichiscfiic RepdblÜk sai j/etzt reif für dien Eimtriitit «n d'ic Uiicine Entente. Diesen Weg kömrioi die Gnoßdciuiledien niclht tmiftrttscbeu,- dn oie »diwonst-c Besorgnisse gegen Wilna — Frefstadt? kovmo, r«. AjprS. (Tel. dtef *Wr. zeittmg«.) Die Regiemußg lieft fönren Gesamriftttn h London beauftragt, der ensglösdiwn Regierung eirw Protestnote gegen dte AnnexK«..! de&'Wilua« Gebietes7 dwridi Polen zu überreichen, I a*rt Moldung«! an hiesige kwmpetenite Krete« Ihat dfe« engiräsdie Regkfmmg raifefcgetei!*, "dusfi auf d« Komfereniz su Gsrma die de juce-Aueclke n U N g L i r a u rt s enMgeu wird., ,1 itauen . selb Memel bekoriitrioi twid Wilna in eint Fr e i Stadt t-tiiec dem Sdbuwbzs dar Emtente u»n^ ewawte’t Werden. .Das Mamdat uK-r ’Vünai st-lltf b-'cn aN Mitglied' der Ködllti'ou erfiä’tcnv. Wie dte kiesige offiirielle Tetegndh'e.nageift^itl meldet, fiat der ittUsdie MinistODriiaiden* erklärt* Riga eiai seiperates Ppotn* ,i.j .tw er fertigt! weiden sei. vh dem «8ch Polen tz: gou! 1 itöüm keitie nr.ilitäritetdheti Opera-t: ■vte.w au.’* unter-! msehmeö; tvie ataeh dte die jffic - Atuörkeamwjig t .t-ters at«srt‘s^edh«n, falte LStauön» "Wie# diralrtctl Ütaterh^tJclIiuing mit &x<sa vtv&timme. Die Polizei kennt die Urheber des < Attentats. Budapest, r«. Aipwl Wie die Bfäüter meSdert, ssi Ge Ubtersuehüng Sn der Angelegembedt de« Bom/beanatten tats im ElfesafbeUhsftadter Klaib bereitst soweit gediehe«, daß der Boliizei die fenbtdtektiietSIteni Urhebor bekommt sete». Baeran enthaftet. Prag, 12. April. Wie die AbsnxMstbKr rst Abg’ootrdin'etiör Dr. Baer®« aus der Haft e»Hy lassen wqndet». Die Ostgrenzenfrage. Warschau, ti. ApuA. (Td. der »Wir. Mörgfcttzeituthg«.) Wie in hiesigen poliitkdhen Kreiaoö vetv fasstet, so]H sm Zu*s<sim'menhamig mfet dem ktzten suiöhe dieis ipoluisdhen Außemnmisteure S k i r man! in Lotnido« dlie pd&msahie Regien«^ dem osigLssh««» Foreign Offioc eine- Note, 'betreffend die Awealkenw marig der O s t greo« eit, üibemmibtefin. Eine äihlnw liidhie.tNtote wwde bereiüs vom polniadhten GesamidteiiTf im Bari®, Grafen Zaimio&slkii, dem iraiozöBischftiTf Attßenm wKifsteriiu-m ii1>ergaben. Zurückweisung der kemaiistischen Forderungen. London, \2. April. (Foarikiapnuidi..) Die V'e-rbünidienen toben sich über diie Antwort geeinigt, die cletr Amgorü-Regieiinmig au*f iihre Fordemng-en, betreffend «dian A'b&cthikvß des WiaffeniStrlhtainicieÄ isv Kl«difta.Sii<ein, au .enteiten fest. Die Vcctbüaudieteii stell«« madi wie vor auf dem.SürmchpmM, daß dte Rflürauug Klein aalen« ditindh M« Griecheni keine Bedingung dies. Wiaffenist-slsfciin«lic;; •sdiu dürfe, sund-arn sldi gleiirfrizeitig mit dor Unfcarzekhnwtiig des Eriedianavertnaigos 'vollziitdretn sollle* eesinnungjgeno$$en 1 KfiSVeeShitiusao'n, I« denen Ihrverkchri di. Wiener Morgenzeftung

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