Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1149 (11.4.1922)
- Date
- 1922-04-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.Söffe"4' .’Vta, VienLisx WIENER MQRGENZEITUNG mit wahrer Leidenschaft fc,*i der Arbeit ob sie mm das Schneider-, Spengkr . Scc'fosueo oder Zahntechnikergewerbe lernen und vielleicht kein anderer Junge freut '»ich sosehr wie sie über die erste selbstverdiente Krone. Einige hoffen schon in zwei, drei Jahren nach Palästina fahren zu können, andere wollen ihr Gewerbe in Kanada öder Argentinien ansüben, um sich mit ihren dort untergebrachten Geschwistern wieder vereinen zu können. Echt (jüdisch an diesen Jungen ist es auch, daß sie das Ge- (werbe, das sie so sehr lieben und das sie bis 6 und 7 Uhr abends beschäftigt doch nicht ganz zu erfüllen v.erraag. [Täglich widmen sie noch ein bis zwei Stunden ihrer freien Zeit dem Studium der hebräischen oder deutschen Sprache. Die gering erscheinende Zahl von vierzehn Lehrjungen Verringert sich noch fiir das Hilfskomitee, da sich vier der, ukrainischen Lehrlinge inmitten jüngerer Schicksalsgenossen ‘ äm Schutze des Pogromwaisenheims der sozialen Hiifsjgemeirischaft Anitta Müller befinden. .Doch weder Mangel an Wille noch an Voraussicht des Elends ist schuld, daß das Hilfskomitee nicht in höherem Maße seine Aufgabe erfüllt ' > Vor einem Jahr hat es einen Fonds von K 5,000.000 geschaffen und hoffte, damit durch zwei Jahre fünfzig halbwüchsige Pogromwaisen erhalten zu können. Doch heute reicht die Summe, trotzdem noch einige Spenden hinzukamen, kaum für die zehn Schützlinge. ' Der Wille, möglichst viele junge Menschen, denen roher Mord ihre natürlichen Fürsorger geraubt hat, dem Leben zu retten, besteht; die Sämmelstation in Rowno ist unbenutzt, doch aktionsbereit. Es ist bedauerlich, daß heute das ukrainische Hilfskomitee, dessen Sitz im Gebäude der israelitischen Kultusgemeinde ist,vergesse'nzu sein scheint, und ihm nur selten Spenden'zufließen. Der Masse der AlUagsmenschen greift nur die erschütternde Katastrophe ans Herz. Die Stimme des Leides aber, das sich bereits in Dauerelend verwandeln will, hpren nur echte Menschenfreunde. _ S. A. „Warum nicht Palästina?“ ✓ In der letzten Sitzung der Leitung der A n g I o - •lewish Association, dieser englischen Ausgabe der Ica, wurde bezüglich, der nächsten Pläne der Verwalter -der Baron Hirschschen Millionen mitgeteilt, daß die Ica ernstlich daran gehe, den jüdischen Auswaiiderungsstrom nach Chile, Peru und Bolivien za leiten. Wohl haben die Kolonien in Argentinien und ganz besonders die nach Narcisse Leven benannte jüdische Kolonie sich fläch dem Berichte nicht völlig bewährt, jedoch will die Ica auch; weiterhin die südamerikanischen Länder für jüdische •Kolonisation ins Augenmerk ziehen. Angesicht der wiedererwachten Kolonisationslust der Ica richtete Josef Co weh in deV Sitzung an das Präsidium die Frage: „Warum nicht P al ästi n a“? Eine eingehende Beantwortung •dieser heiklen Frage «blieb aus und man erfuhr bloß, .daß die Ica sich entschlossen habe, aus dem riesigen Ica-Schatz 20.000 P 3 u n d für Palästina-Zwecke 2u 'widmen. Die englischen Blätter, kommentieren diese neue Aktivität der Ica in schärfster Weise., »J e wi s h Wor 1 d“ schließt seine Kritik mit den Worten; „Diese Lords der Ica, wie Zangwil! sie .einst nannte, sind die Bourbonen unseres Volkes : sie lernen nichts und vergessen nichts.“ Ein Weltkartell der Auswander- Schiffahrt. , Aus Budapest wird uns berichtet: Die Auswanderung aus Ungarn hat in den letzten zwei fahren große Dimen- ^ouen angenommen, so daß die Regierung sich veranlaßt sah, ein eigenes Auswandereramt zu errichten und es seither auch zu erweitern. Die Festsetzung der 3%igen Natio- «alitätenquote durch die amerikanische Gesetzgebung hat auch auf die ungarische Auswandererbewegung insoferne störend gewirkt, ais die in Ungarn konzessionierten ausländischen Schfffahrtsgesellschaften ohne Rücksicht auf die auf Ungarn vörgetrajgen., immerhin -verhailf ihm auch diesmal sein vornehmes, tonfehlhatres Spiel zu ckiem leibhalte»1 Emfolg. Von: Fräulein Mariä ÖlszewskaSiörtein Wir Üic »‘ROrfepeodäie aiuts riter Hairzm&e«. bhire AHtestiimtme •hat noch nieht die üppige Breite lind die celloglekhe 'Uiefe der Leisner, gleichwohl hat ihr Orgam reichen UtVohllaufc, Weichheft und eine selten schöne Höhe, ifie mit der Leichtigkeit eines Soprans fnnnktkmiert. •An ihrem eigenen Liederabend sang sie Brahms' * Zigeuner!jeder« mit feiner Kultur und voWkommenem theatralischen Einschlag. . » iVom Theater kommt aimdh Jap i l'rauibaidtoiuis der BarifcometSimme. Er ftühllft sich im Vollbesitz eines schönen, ansehnlichen Organs, weiß mit südlicher Lebhaftigkeit lyrisch ' m ■sohmatchtety tmdi dbentsoi mit eindringlichen dramatisch et> Tönen zu werben. Mit einem tenoral hel;!- gefäribten Bariton i«t er jedoch nicht, der geeignete Sänger fiir de» »fliegenden Holländer^ Theo L i e rh a m m e r hat nicht viel Stimme, verstellt es alber, den tieferen Sinn eines Liedes zui erfaßen uind'wiederzugeben; auch Herr Oskar Jö l li' verdient •wegen seimes ausdmsckvol'ien Vortrages Envahatwig. 1— Der gewandte Sänger Karl Rössel, den wir erst würdigten,. sang neue 'Werke vioini tHksgo K a u d e r iuttad Egon Lustgarten. Die ’»'C<«iifo'nr>stojt LÄid' ke-ide <rtad«i.lka/!'em« Neutöner: . Der iZyfkikPS vofn. Kanüder sdheint irgenidiwtäe iit Schfiirmänu ,/C wurzeln, eim« itoaitfo setimentaAer Zug geht 'nebenliier, der klingende Klälviersatz ötiiErt eine wohlgebaut Melodie, AutÖi' -he Gosänge von Liflst'g’wteii jttnd camknar und gediegen, amffallend iit die. gev jiftnige Uebereiustimmnting -zwisch-on Wort ’uimd Weise, j$ic c-an«*«tlich de-m hymnischer öhairalcter des :Gesänge«, wenig geredhit wird. ■ , Di', ILmin FcLLcl. i entfallende Quote Schiffahrtskarten an ungarische Auswanderer ausgebe», auch wenn die ungarische Quote schon erschöpft war, wodurch die überschüssigen Auswanderer bei Ihrem .Landungsversuch in einem. .amerikanischen Hafen Gefahr liefen, deportiert zu werden. Die nach den Vereinigten Staaten gravitierenden Schiffahrtsgesellschaften sind schon seit längerer Zeit zu einem Kartell vereinigt, das unter dem Namen „Nordatlantische Konferenz“ tätig ist. In jüngster Zeit schlossen sich auch die deutschen Gesellschaften dem Kartell an, wodurch auch der Weltpoöl der Schiffahrtsgesellschaften vollständig wurde. Der Pool kontingentiert die Auswanderer der einzelnen Länder für jedes seiner Mitglieder. Bisher hatte das Kartell bloß an Warschau,*»und Prag .Exposituren, nunmehr sollen solche auch in Budapest und Wien etabliert werden. Der Leiter einer solchen Niederlassung liat die Aufgabe, einerseits die Aufteilung der Passagiere auf die einzelnen Kartellmitglieder zu besorgen, andererseits dafür zu sorgen,' daß die gesetzlichen Einwandernngsquoten in den einzelnen Ländern? nicht überschritten werden.’ Dies ist für die Schiffahrtsgesellschaften von besonderer Wichtigkeit, da sie im Falle der Deportierung eines von ihnen beförderten überzähligen Auswanderers für die Kosten derRück beförderungdesselben aufkommen müssen. Keine Erhöhung der Gas- und Strompreise. Neuerliche Verteuerung der Elektrischen? Im Rathause steht eine neuerliche Regulierung der Gehalte und Pensionen bevor, die natürlich in absehbarer Zeit auch auf die städtischen Tarife zurückwirken wird. Gestern hatte sich der zuständige Ausschuß im Rathause mit der Frage einer eventuellen Erhöhung der Strom« und Gasp’reise für die dritte Verrechnungsperiode dieses Jahres zu befassen. Es wurde jedoch mit Rücksicht auf die gegenwärtigen wirtschaapolitischen Verhältnisse der Antrag gestellt, die Preise für. Licht und Gas auf ihrer gegenwärtigen Höhe. zu belassen. Bekanntlich kostet gegenwärtig die Hektowattstunde Lichtstrom K 22, die Hektowattstunde Kraftstrom K 17, der Kubikmeter Gas K 130. Dagegen werden in absehbarer Zeit die Straße nb a h n t a r i i.e ä h e r m a 1 s e r h ö h t werden. Eine gewöhnliche Straßendahnfahrt wird dann vorausichriich hundert Kr o n e n kosten. Das Neueste ist. .,r ,pa^. Neueste ist nämlich, daß man in. Wien, 'kein Sphiagobefrs essen darf. Nörgler und Besserwisser -werde» ein wenden, .daß .das' nichts Neues ist, daß das ’dräkünüche Sc'hlägoijersverbbt vielmehr zu den -ersten ämtliciheaStilü'bimgeii dei’Hungerzeitgehörte. Per ^EinwÄnd' .ist awr iur;?ÄpsIänder stieiihäl'tigi Einheimische ~wissei| genau, däJß 'inr Wien' imtaersehr viel erlaubt ist,, 'was verböten ist; ' diäß‘ gewisse Maß-. «ahmen der eisernen Strenge, -nuf, eine Art äHqflicthkeitsa'kl gegen den soziale« 'Sihb, - dHs' Gerechtigketts-' .etttpfindeaa oder, ändere unbeliebte Erscheinürigen' sind. Lreilieh sind die.da iiian" den;'yaiterländischen 7- Pranger« Äozd Mnütrde, um Adressen Kon Zuckerbäcker« zu erkunden, die .mit-Strafen 'I>eiegt worden waren, weil sie sich am den .geheiligten Mehl- Vorräten der Nation, vergriffen hätten^, und, gerechte, Entrüstung jedes echte« Patrioten) dadtoroh: erweckt," daß •sie Zucker statt Sacharin verwendet hatten. Da zum Glück nicht nur der Patriotismus, sondern auch die Entrüstung und cle.r Zucker echt waren, beachtete man eiligst den . Hinweis und die Pranger-Adressen galten' alsbald als Rendezvous der1 schönen. Welt. Ucber diesen sittlichen Tiefstand sind wir jetzt hinaus. Ma« bekommt .Gottlob i« jeder besseren Konditorei Indianerkraipfen, ■die nicht mehr indianischer sein konnten und deren Schlagobers über jedes Lo»b erhaben ist. Diese erlauchten Krapfen «bilde« für ein zartes Mündchenzwei Bissen,, für neue Reiche einen kalben und kosten daher auch nur 2oo Kronen. Man muß immer wieder von neuem die ihcide Sittenreinheiit unserer Behörden bewundern, die »in lieblicher Ahnungslosigkeit gegenüber den Preisverhälttiissen unserer Zeit ihre Geldstrafen verhängt. 15.000 Kronen Strafe für Uebertfetung d^s SchlagobersrVerbotes —- ^.parta, war ' bin wasöhlap.piges Lämmer- . Schwänzchen gegen unsere Strammheit und Disziplin. Alle Welt ist zufrieden: Die Behörden, well sie es »ihnen«: gezeigt haben, die, Zuckerbäcker, weil’ diese Beträge bei ihrem Umsatz natürlich keine Rolle 6‘pielen und ohne weiters »umgelegt« werdet) «können, der empörte Mittelständler, weil «seinem Blutdurst ein Schlägobersoöfcr dargebracht wurde * und er es neuerv dihgs schwarz «aiuf Weiß, wenn «schon nicht anders, bestätigt bekommt, daß man bei uns Recht und Gesetz achtet, und die Damen, weil verbotenes Schlagobers noch ein bißchen besser schmedtt als erlaubtes. Kater Murr* * Von der polnischen Gesandtschaft. Der polnische Gesandte Graf Sigismund Lasocki ist in wichtigen Dienstangelegenheiten nach Warschau abgereist Die Leitung den Gesandtschaft übernahm. Legationsrat Doktor Maryan H e u z e!. , * Judentum und Analphabeten in Karpathorußlaiid. Tu der Prager Presse« veröffentlicht der Ingenieur Netschas eine statistische Studie über das Analphabetentum-in der Tsdiedio-Slowafkei.'; Er führt unter anderem' die a m11 ich e magyarische S tatistik für Karpabhoriißländ an, wonach itp Jab,re 1910' m diesem Gebiet 32 Prozent der Protestanten,- 41 Prozent der römischen, 76 Prozent der . griechischen Katholiken und 51 Prozent der Juden angeblich nicht lesen und schreiben konnten. Der . Autor macht nun 'hiezu die folgenden sehr wichtigen Bemerkungen: »Vor allem überrascht die große Zahl der Analphabeten unter den'Juderi. . Diese .Statistik benötigt insofern eine Korrektur zugunsten denselben, als im Mavmaroser Gau und in den -Karpathen Juden leben, welche hebräisch, aber nicht, magyarisch schreibe«.. Aus diesem Grunde haben sie die. magyarischen Statistiker im Jahre , 1910 unter die Analphabeten cingereiht. Das . ist freilich nicht richtig, umso weniger, als auch kleine Juden in Karpathorußland, die unter dem slawischen Volke ansiissig sind, drei Sprachen sprechen, magyarisch, sto- 1, und i;lcu eigenen Ja-rgo«, chv Toi: von ibiisn 11. April 1922 Nr. 1149 . ...... "■ ■.# auch deutsch. Aber trotz dieser Korrektur sehe« wir* in, welchem kulturellen- Elend auch die Juden m Kar« pathorußlaaid leben, trotzdem sie bekanntlich ein Eie-« meEt.-Änd,,-dias in der ganzen WÄt nach höherer BiTU du hg 'strebt. Auch die Jude« in Kafipathorußland litten daher bis zur'Revolution, unter dem Dunkel des cbe^ tnäli’geh Regimes,' obzwar man sie systematisch zur künstlichen Erhaltung dieses Dunkels benützte.« Ein Kereu-Hajessod-Erfolg in Amerika. Anläße lieheines vom New Yorker Tausend Dollar Keren- Hajessodt-KIub« veranstalteten Diners, an dem u. a. Mi»* SamueL Unter meye r und Louis -M ar’ab a 1 teilnahmen, wurden 150.000 Dollar für den Keren Hajessod - gesammelt. Jedes Klubmitglied «steuerte mindestens 100O Dollar für die Sammlung bei. . Eine Delegation der jüdischen Welthilfskonferenz nach1 Rußland.'Auf Grund der zwischen der jüdischen Welthilfskonferenz und der Sowjetregierung getroffenen. Vereinbarung, beabsichtigt, die jüdische Welthüfs-! konferenz eine Delegation nach Sowjetrußlandz-u entsenden, die ■ «voraussicthlich'' aus dem Vertreter der ^Hiäs«, M,r. Held, und dem Generalsekretär der Welthilfskonferenz, Herrn Jefrojkin, bestehen wird. (J. C. B.) : * Naturhistorisches Museum. Das Naturhjstorische Museum bleibt am Samstag und Sonntag geschlossenj ^m Montag ist es bei freiem Eintritt geöffnet. ' * Die Krankheiten des Hundes mit besonderer Betü«ck8icbtigung der neuntens wieder in erhöhtem Mäße auftretenden Hundswut (Lyssa) sind der Gegenstand eines Lichtbildervortrages, den Professor Dr. D. W i r t h (Tierärztliche Hochschule) am Donnerstag den 13. d. M* V«8 Uhr, im Kleinen Säale der Urania halten wird. . * Seder. Der Verein zür Errichtung jüdischer Volksküchen, II.,: Krummbaumgasse, veranstaltet am 12. und 13. d. M. streng rituelle Sederabende. Restliche Karten für Unbemittelte k K 250 an der Kasse der Volksküche erhältlich. (Spenden für den Verein nimmt unsere Redaktion entgegen.) * Lloyd Triestino, Frachten «ach Konstantinopel, Waren für Konstantinopel werden wegen Requisition der Zolimagazine iu Galata in jene von Stambul ausgeschifft Zur Ausschiffung in Galata („Uebergabe unter den Schiffkranen“) werden Partien von nicht weniger als 5 4 angenommen. '*/Begräbnisse am heutigen Tage. A I ter Friedh q f. 10 Uhr K 0 h n Rosa, 10 Uhr 30 Min. Landau Salomo«; 11 Uhr Reich Julius, 12 Uhr Spitzet Ignaz;. — Neuer Friedhof. 10 Uhr Lustig Albert, 10 Uhr 30 Mio. M 0 r g e n r 0 t h. Heinrich. * Amtlicher Wetterbericht. In den nordöstlichen Teilen Oesterreichs hat sich das Wetter ausgeheitert,, im übrigen; Oesterreich ist es noch trübe. Früh war die Temperatur nicht' viel über Null, tagsüber wurde es ’ in Wie« trotz reichlichem Sonnenschein-nicht besonders warm, doch war die Luft ungewöhnlich trocken.- -- Voraussage: Trübung, zeitweise Regen, andauernd kühl. * Sitzungen im Rathaus. Der Städtsenat hält .heute vormittags eine Sitzung ab. Ein verurteilter jüdischer Journalist. Der Mitarbeiter des „Arbeiterleben“ S z a w e 1 wurde; In Wilna wegen Veröffentlichung von Artikeln „staatsfeindlichen Inhalts* zu einer Kerker straf e yV ö n I Vs f a h r e n verurteilt. '' : . . ' / * Verhaftung des fälschen ScHiffskapitäns -Todt; Wiei;bcricbitet,r hat y|r. :.etHchen: {Wochen., Mcfsih', ' Staplet in Wie« emen örigitieJteu '-Gaunensh^icbV.atmsge-' fvIiTh, der'aber erst in Prag vollendet wurde,’ Der Mann, der englisch sprach und sich. .mit eidem ameri-. kaiüachen Paß' als ^Sdhiffskaipitä'ii, Otto T o d.t« legiti-. > mierte, hatte :bei der . hiesigen Niederlassung der >Cuinard-Stea'm-9h.ip-Cie.«,' Graben Nr. ZO, für sich und , seine.Frau: «ne Schiffskarte erster Klasse für die Eährt ..auf der »Matiretania« von Glierbourg.iÄidi New .York ' tuid« zwei SchiafwagenbiLlÄts von Wien nach Pari&'-uni iss Pfund f Sterling tund! .K 60.0Ö0 ' gekauft; ErTgdb an zablungisstatt einen falschen Scheck 'der » WesthöL steiniSchen;BaniIc« in Altona.- Er hatte p-ngegebem; daß. er tiach Salzbnirg reise,'um dort, einen-"Sphiffskauf durch-: zuführen. Weiters traf aqs Prag die Nachricht ein, ,d^ß er dort den zweiten Teil seines Gaunerstreichs ausge*« führt hat, indem er bei der dortigen Niederlassung.der.;>.Ctmard-Linie« seine Billette um R c-ßd.ooo wieder zurückverkaufte, indem or vorspiegelte, daß er an döf ' Reise, verhindert sei. Diosp IC c 60.000 stellen seinen. * Profit bei -der ganzen, Geschichte dar. Weiters wurde bekannt, daß er am'7. v.' M. itt Salzburg mit eiaiep gleichartige« Scheck der Filiale des Wiener,Bankvereins 5öQp. .'Mark entlockt hat, nachdem. <er versucht' hätte, 25.600 Mark zu entlocken.. Neuesten» stellte sich "heraus, daß^rpdt am 3. v. M.-der Firma »Herlango«.in Iuhs^ brucld'.mit einem gleichfalls ungedeckten Scheckeinen phGEtpgrap'hiscnien Apparat im Werte von 10.000 Mark' eyMM hat. Es wurde schon berichtet^ daß. der Hochstapler auf Grund der vom Wiener Sicherheitsbu-reäu ein geleiteten telegraphischen Verfolgung in Bremer- 'Ii.aiien verhaftet worden ist. Nun wurde festgestellt, daß; cl'er angebliche xumeri-kanisdie Schiffskapitän« der 33'jährige Seemann und! Reisende Otto Theodor Johann Friedrich T o d t, zu Hamburg geboren und deutscher Staatsangehöriger ist. . Ein Teppich um zwei Millionen gestohlen. Dieser Tage wurde die Entdeckung gemacht, daß einem fremden Diplomaten aus einem hiesigen Palais ein kostbarer seidener Perserteppich öi den Maßen iVsXSV* mit dunkelblauem Hintergrund mit. lichtbrauner und roter Zeichnung, im Vierte von zwei Millionen Kronen gestohlen worden ist. Auf die,Wiedererlangung ist eine Belohnung von* MX),000 K ausgesetzt. : Schreibmaschinendiebstahl.!» der Nacht zum 30. v. M. wurde aus dem Gebäude derBahnerhaltungs-* , Sektion der Eisenbahn- Wien—Aspang eine Kontinental' , f Sciv'eibmaschine im Werte von K 350.000 gestohlen. * MilHoiieudiebsitähle auf der Donauuferbahit, Am 19. Februar war am Bahnhof der Dönauuferbahn in der | ^raisengasse ein großer Diebstahl aus rollenden! Waggons verübt worden. Vier Kisten mit Textilwaren N Werte von inehr als vier Millionen Kronen waren auf spurlose Weise verschwunden. Unter dem Verdachte der Teilnahme an dem Diebstahl ist, wie, damals berichtet wurde, am 24. März die Heizersgattin Marie Bayer Ver iftet. jetzt wurde auch der Neffe der Bayer, der 45j;lUrige Karl Fall y, in Haft genommen. Er gestand daß er seit mehr als einem Jahre im, Vereine mit dem bei der Dönauuferbahn hedifensteten Verschubleiter Johann 8 chm atz, und dem frühere« Wächter dieser Bahn Antoa Kipfler zahlreiche Diebstähle an Bahngütern verübt <hat. > Kiptier hat »sich vor der Verhaftung in Kritzen* dorf erschossen. Fally und Schmatz wurden dem Landes«! gerieht cingeliefert, wo Marie Bayer schon seit dem I 24. März iu Unterswcluimgshaft sitzt.