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Wiener Morgenzeitung · 1922-04-04 · Heft 1142 (4.4.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1142 (4.4.1922)
Date
1922-04-04
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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-Säte’'f Men, Dienstag Kr.Utf WTET7I5K;TrgT^~cr::Trrmr^g' . 4. Aprir mz Der Tod des Exkaisers Karl. ihren Gefahren gewanrvt aimd zur Etoiskflrt gemahnt und in einer großen Versammlung in Stuttgart hat vor einigen Tagen der bekannte General v. Deimgroßer Schärfe die Judien/hetze und die anti- >ici; jiT-v. hen Verleumdungen gegeißelt, welche e’ime gegen die jüdischen Kriegskrüppel, gegen •ir. M' ter und Witwen gefabener jüdischer Krieger ix-jd ei- Hemmnis für dun Wiederaufbau Deuiteoh- ■£i! iGi? 1. ' ' militante und verleumderische deutsche ’-YV.. G.itrsnuis ist mit der deutschen Reaktion, dem , . vs-üstisdh-en Chauivinimsuisufird _SaootagepoIiti-; ijji.-. engste versdhwistert utnd es ist bezeichnend,’ F t sc Judenfeinde auch Deutschlands größte t sind. Eß wird Zeit brauchen, bis das deutsche' > J mi Krieg audh innerlich überwunden drabem Oesterreich. Die Wohnbausteuer. Ein städtisches Drei-MUHarden-Anlehetu Für morgen nadhmättags sd-nid von christfktChs-c^iaaer Seite Miaßtsenßuf.züge vor das Rjaitihiaws geplant, die gegen das. Wobnlbaiutsteuergesetz dlem-om- ,.^:Gre.n scMien. Da auch die Sozkübdemoikiratein ufid - Koimmuimsten ihre Anhänger enngelödien haben, iiesem Vetrsanrm'hyngen zu ems-dheLmeai, sieht die - iidti-swelt dem morgigen Tag mit großen Beriitungeai entgegen. Es wird bereits angeregt, a»Ue Fülle die Läden zu scfbließon. Es besteht jedoch Auisisichfc au4 ein Unterrbleiiben der Kraftprobe zwischen dien Parteien. Gestern abends sind :i!ie Kcmipromißvenhamdtltunfgen wieder auf genommen word-c-n, •örad es scheint, daß die Eurdhit vor Exzessen h?n An'laß zu einem Eindeniken auf (beiden Seiten gegeben .bat. Ue'ber den Inhalt dler Vereinbarungen madhbe Sta/dtonart B r e i t n e r gesttewn im städtischen Fmian'zstessebuß MittÄcngen. Er ‘beantragte, ein Ansehen von drei Milliarden Kronen für Wohnbauzwecke lufzuLebmen. Das Wiener Banikenlkon^^um - habe sich zur fixen Uöbemahme dieses Betrages Heren srklärt. Es handelt si-üh um eine fürifipr^ifzentige, fünfzigjiibtnige Anleihe, deren- Begebung^kuns y6 Wette ist Die Verzinsung und Tilgung dieses Anlehens soll ans dem Ertrage der Wohnibaui^ticraier srfoHgen1. Dt. Dannebeig teilte mit, daß bei der Beratung dar Nove/Mte zum Bumideswohn- und Ste-dfbng&fantd’s, über die heuer im Nabsonalraftsianiisscstoß für soziale Verwaltuinig abgestimnut ward, eine Be- Kimmung beschlossen werden söM, wonndh der Bund B-auiknipitaJ zur Verfügung stellen - wind. Es Wenden beuar iooo Wohnungen geibaiut wendten kommen, 'darum kündige er an., daß eine Novelfle zum Womfeausteu erg e»setz noch in dieser Woche vorgek‘gt wind, die folgende Aenderuingeii bringen scffil: Als Grundlage für die Bemessung der Wofhnbafästeruer soll bis zü-m 31. Jänner 1923 der Februar * wms -des Jahres 1922 gelten; Bei den Hailbjahnszinsen soll der Durch'sdbnitt zwischen dem Novemberzins des Jahres 1921 und dem kommenden Madzins als Bemessungsgrundlage dienen. 'Durch die Verlängerung der Hanisszimsstau'er wird die Gemeinde »m kommenden, Jahre innerhalb des zu sdhaffanden ■Bundesrahmeingosefczes außerdem die Pärifikartion 'der von Eigentümern selbst benützen- Häuser und Räume allgemein, durchzuführan halben. - Es wird daher von einer besonderen Parifikation durch den 'Magistrat vorläufig abgesehen, ausgenommen Eigsnwöhnhäuser mit mehr als drei Wohnräumen (Calais esmd ViW-en). Außerdem wird das S t e u e rb e fr e teingsgesetz fürNeubauten dahin geändert iweidea, daß an Stelle der Befreiung von der bisherigen Mietziasabgabe die Befreiung von der neuen Wobn/bausteuer tritt. Diese Befreiung gi-kt selbstverständlich nur für Bauten, die von Privaten mit aiussdhließlich privaten Mitteln ausgeführt werden. Die Geeefozesvorlage über das Bawaralehen wurde •üm Finarazausschuß naclh einer Erklärung des Gemeinderats Ktwisdbak einhellig beschlossen und wird Freitag im Landtag verhandelt Eine Begegnung Schober-Schanzer. Wie verlautet, wird noch vor der Konferenz in Genua eine Zusammenkunft zwischen dem Bundeskanzler Schober und dem italienischen Minister des Aeußern Schanzer stattfinden. Bei dieser Begegnung wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Reihe von Fragen, die noch zwischen Oesterreich und Italien schweben, zur Sprache kommen. Der Gedankenaustausch der beiden Staatsmänner dürfte voraussichtlich einen oder zwei Tage vor Beginn der Konferenz in Genua stattfinden. ^_ Polen. Die englische Anleihe, Warschau, 1. April. (Tel. der »Wiener Morgen- Leitung“.) „Najer Hajnt“ erfährt aus sicherer Quelle, daß die englische Anleihe für Polen in der Höhe von vier Millionen Pfund durch die Londoner jüdischen Bankiers Gebrüder Lazarus finanziert wurde. Auch die Vermittlung habe ein Jude, R o z i c w i c z, Mitarbeiter einer bedeutenden Warschauer Firma, innegehabt. Die Briefzensur aufgehoben. Warschau, 1. April. (Tel. der »Wiener Morgen- Leitung“.) Ueber Verordnung der Ersparniskommission beim Finanzminister wurden alle Behörden zur Zensur ausindischer Briefe aufgelassen. ÄTm Laufe des gestrigen Tages sind keine weiteren ■'Nadirichtein von. Belang aus Fuoch äl in Wrem eingetroffen. Die Agence Hav-as meldet übe; die letzten Augenblicke des Exkaisers, er sed bei vollem Bewußtsein gestorben; frEr hörte nicht a-uf bis zu seinen letzten Augenblicken seine Liebe zu denen zu bezeugen,' die an seanem Bette standen. Seine letzten Worte; waren: »Mein Gotot, dein Wille geschehe; imdeirfe Hände empfehle ndh mein Leben, das meiner Fräu und meiner •Kinder. Idh biete dir mein Leben a>l)s Oipfe*r für mein Volk am.« Die Kaiserin und . die Mitglieder des JftofaC hielten .die Leichen wache. An den. Papst und den König von Spanien'-wurde vom Gowvenneur von Fuinchal die Todesnachricht telegraphisch übermittelt. Die Meldungen über Einzelheiten auis dem Testeraent des B^kaiscns wurden bis/bcrf ndcht bestätigt. Ueber seine definitive ßßjsetzwpg, kann nur die Botschafterkonferenz entscheiden, Aie sich aber mit dieser Krage noch nicht befaßtba|. Die österreichische^ uhd die ungarischen! /Legitimisten wollen c'. -bcrfüJhrung naich Wien, respektive Budapest durenseteen. Am- Donnerstag wird Kardinal P i f f .1 in dar Stephansikirche ein Requiem ab halten, zu welchem Arr als gewesener Ghef des k. W. k, Generalstabes alle Angehörigen der gewesenen Armee eimlädt. Ob es' zu einer K.u n d g e b un g der 1 C<hri stlichsozialen kommen wird, ist noch nicht sicher. Doch ist jedenfalls■ amzuerkennen, daß in der. Behandlung dieser heiklen Frage bisher, außeroirdentti-dh taktvoll und diskret gehandelt wurde. Von Ungarn läßt sidh dies nicht sagen. Horthy und seine Regierung benehmen sich sehr brutal und inkorrekt. Sie halben1 der Witwe kondoliert, Trauerfahnen gdhißt, kirdf il iche Feiern an geordnet, lassen aber keine Aeußerusmg der Legirimiisten in die Oeffentlichkeit dringen. Sie sdheinen sich aber nicht sicher zu fühlen.. Wenigstens bat H © r t h ‘y die für Sonntag amberaumte Trauung -seiner Todater Paula mit dem Großgrundbesitzer Faiy verschoben-. Selbstverständlich sind elfe Legitimlsten eifrig bestrebt, dem Eindruck der Todösttrachridrt für sich amsrnibeuten. Die Regierung zeichnet ihre politische Stelilumg in folgernder amtlich verbreiteten Erklärung: Der Standpunkt dar ungarischem Regieruthg in der Königsfrage hat sidh Jihfolge Hinsöheidams Karts IV. nicht um Haiaresibreilte verändert. Die gesetzliche Gnindlage, die der Gesetzartike! 47 vom Jahre >1921bildet- und wodurch der Thronverlust des g^nsen Hauses Haibsburg auisgespro- ‘ oben ■ wird, ' darf niLht '.Mriasssn werden: Zudem 1 besteht'das- Versptedhen der Regierung zu Recht, ■das sie im Zuisamancnhaniäg mit der Thnomentsetz-uipg der. Entente gemacht hart, nämlich . dcß sie vor der positiven Lösung . der Kö.nigsfrage mit' den Ententemächten, in Fühlung treten, werde, Die seinerzeitige Lösung „ist ateo nur aiüf.Jdieserj Grundlage denktfari ' Die; Legitürnsten der voraohiedeneii Parteien Laben beschlossen, den, jungen . Erzherzog Otto als König. anzuerkonnen, dessen Krönung nur durch die Macht der Umstände verhindert werde. Sie anerkennen die Exkönigin Zita aiis Vertreter des unmündigen Königs und verlangen die Zulassung der Familie Ungarn. Ein politisches Attentat in Budapest. Drei Tote, zweiundzwanzig Verletzte. Budapest, 3. März. (Ung. Tel.-Korr.-Bur) Im Elisabethstädter Klub wurde heute abends ein Bankett veranstaltet, 'zu dem auch die Politiker Rassai, Ru-pp e rt, Dr. Barczy und andere geladen waren. Plötzlich erfolgte, neben dem Heizapparat eine Ex p 1 0 s io n, die eine Mauer zum Einsturz brachte und mehrere Fenster zertrümmerte. Der Seifenfabrikant Szegö wurde getötet, zwanzig Personen eriitten Verletzungen.: Sie wurden ins Rochus- Spital gebracht. Man glaubt, daß heben dem Heizkörper eine Höllenmaschine'versteckt worden war, die zur vorgesehenen Stunde exploidiertcv Warenverkehr mit Polen. Budapest, 3. April. (Tel.-Komp.) Am 1. April wurde der unmittelbare Warenverkehr zwischen U n gar n und Polen über die Tschecho-Slowakei aufgenommen. Demnächst wird der Personenverkehr zwischen Ungarn und Jugoslawien durch Einstellung neuer Züge belebt werden. Die palästinensisch-jüdische Delegiertenversammlung an den Völkerbund. In der letzten Plenarsitzung der Assefath Hamwcharim, über welche wir ausführlich berichtet haben, wurde auch eine Protestresolution der palästinensischen Juden gegendieEinschränkungderjÜdK sehen Einwanderung nach Palästina beschlossen. Die Versammlung richtete auch an den Völkerbund ein Telegramm, in dem festgestellt wird, daß auf Grund der historischen Rechte des jüdischen Volkes, die in der gesamten Kulturwelt von den Mächten anerkannt wurden, das jüdische Volk an den Wiederaufbau der jüdischwach Umgairn. Budapest hart Trauer angelegt, aJlle Versammilangen und Vergnügungen sind aibgesugt. Das Manifest c*e;‘ungarischen Legitimisten. ' Budapest, 3. April. Die von den legitlmistischen Politikern verschiedener Parteirichtungen gestern beschlossene Resolution trägt folgende Unterschriften: Gral Albert App.ony I, Graf Julius A n d r a s s y, Stephan R a k o* v s z k y, Graf Wladimir Z i c h y, Stephan Friedrich, Prinz Ludwig Windischgrätz, Stephan Haller, Edmund B e n i c z k y, Graf Josei Hunyady, Gustav G r a t z, Baron Josef Sztereny^ Gabriel U g r 0 n, Josef V a z s 0 11 y 1, Graf Josef C s i r a k y, Markgraf Georg P a 11 a v i c i n i und Aladai Boroviczenyi. Es war beabsichtigt, den Wortlaut der Resolution in Form eines Manifests zu verlautbaren. Im Laufe des gestrigen Abends sind auch Flugzette] mit dem Wortlaut dieses Manifests in mehreren'Kaffeehäusern verteilt worden. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei sind jedoch gegen die Weiterverbreitung des Manifests mit der Begründung eingeschritten, daß die Veröffentlichung des Manifests gegen das Entthronungsgesetz vom Jahre 1921 verstoße und das Vergehen der Aufreizung involviere. Anfragen der Entente. Budapest, 3. April. Wie die Blätter melden, suchten im Laufe des gestrigen Tages die Leiter der meisten hiesigen fremdländischen Missionen den Minister des Aeußern auf, um sich über die infolge des Todes des Exkönigs eingetretene innerpolitische Lage zn informieren. Minister des Aeußern Graf B a n f f y erklärte, daß das Ereignis vom Standpunkt der ungarischen Politik keine* Wendung bedeute. Die Regierung verfüge Über Garantien, um diesem ihrem auf dem Gesetze basierenden Standpunkt gegenüber jedem Versuch Geltung zu verschaffen. Gegen eine Restauration. London, 2. April. (Reuter.) ln einem Artikel Über deo Tod des Exkaisers schreibt »Daily Chronicle“: Es ist die Vermutung ausgesprochen worden, daß Exkaiserin Zita Ansprüche auf den ungarischen Thron erheben könnt» Wenn die frühere Kaiserin den wahnwitziger! Versuch unternehmen sollte, Mitteleuropa zu beunruhigen, würde es wahrscheinlich nicht im eigenen, sonders im Namen ihres Sohnes geschehen. Es muß der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß sie und ihre Berater sich darüber ins Klare kommen, daß Europa niemals dH Herrschaft eines Mitgliedes der Familie Habsburg zulasseh könne und daß jeder Versuch, eine solche Herrschaff wiederherzustellen, Unheil heraufbeschwören hieße. Paris, 2. April. (Havas.) In Besprechung des Todes Exkaiser Karls schreibt der „Teraps“: Es Ist nun niemand mehr auf der Welt, der den Bewohnern der ehemaliger/ ’ Monarchie sagen' könnte: Ich bin euer. Herrscher, ich erhebe Anspruch darauf, es.nobh zu sein. N.ur m e Vi e i n G r a b s t e i n steht am Rande des Weges: / rg grüßt und die Völker gehen ihren Weg weiter. 7 Der Prozeß gegen Aridraßsy und Genossen. Budapest, 3. April. (Tel.-Komp.) Das Strafgericht dUrfte-den Hochverratsprozeß gegen Grafen And r a s s y lind; Genossen;gegen * Ende Mai; durchführen. Die durch den Anklägesenat angeführten öesetzesparagraphen, welche zur Begründung der Anklage dfehen, sehen nur Staatsgefängnis als höchste Strafe vor, da die auf Empörung lautende Anklage der Staatsanwaltschaft, auf welches Delikt Kerker- oder Zuchthausstrafe steht, durch des Anklagesenat fallen gelassen wurde. nationalen Heimstätte im Eingang mit der Balfour- Deklaration herangetreten sei. Im Namen der ludenheii Palästinas erklärte die Versammlung, daß sie die nationalen Forderungen der zionistischen Organisation, did die einzige Vertretung des jüdischen Volkes ish unterstützt, und .sie ersucht den Völkerbund, Ü der nächsten Sitzung das Palästina- Mandat zu fre s tätigen. Es sei der Wunsch der Judenheit, zu-* sammen mit dem britischen Volk und den arabischen Nachbarn an der Entwicklung des Landes tür das Wohi aller Einwohner desselben zu arbeiten. Die Versammlung richtete ferner ein Begrüßungstelegramm an B a 1 f o u jj in dem ihm der 'Dank des jüdischen Volkes für did Deklaration ausgesprochen und versichert wird, daß allesj was.?ur Verwirklichung seiner Deklaration getan wirdj nur aut der Grundlage des friedlichen und brüderlichen Einvernehmens mit allen Einwohnern des Landes beruhen wird. . Der Zivilkommtssär und die arabische Delegation. Jerusalem, 1. April. (Tel. der „Wiener Morgen* zeitung“.) Das Organ der palästinischen Araberdelegation »El Sabah“ veröffentlicht einen Artikel, in welchem gegen die angeblich unwahren Behauptungen Klage geführt wird, die der Zivilsekretär der palästinensischen Regierung Sir Wyndham Deedes einer von ihm am 27. Februar im Regierungshause empfangenen Abordnung der moslemitiscli-christlichen Gesellschaften gegenüber gebraucht haben soll. Darnach forderte did Deputation, daß die Einwanderung ganz eingestellt >> werde, und beschwerte sich gegen die Maßnahmen der Regierung zum Schutze der jüdischen Koloniem Nach den Ausführungen des Artikels antwortete Sif Wyndham Deedes, daß die jüdische Einwanderung dem Lande Wohlstand brachte und daß den Kolonien die Mittel zum Selbstschutz aus dem Grunde zur Verfügung gestellt wurden, weil et

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