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Wiener Morgenzeitung · 1922-04-02 · Heft 1140 (2.4.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1140 (2.4.1922)
Date
1922-04-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Men. Sonntag WIENER MORGENZEITUNG 2. April 1922 Nr. 1140 Frankreich und der Zionismus MUlerands Aeußernngen zu Weitzmänn. Paris, $i. März. (Tel. d. »Wr. Morgemzeltumg«.) Uebef de« Verlauf . des (von uns bereits ge- meldeten) Empfangs des Präsidenten der zionisti* soh.en Organisation Dr. W eit z mann durch den Präsidenten der französischen Republik teilte Doktor Weitzmann dem M^lrbeiter des Pariser Jüdischen Preßbufleaus das folgende mit: »Ich gab dem Präsidenten die feierliche Erklärung, daß die Frage der heiligen Stätten, der christlichen sowohl-' wie der mohammedantsdl.en, duich die Großmächte geregelt werden müsse und daß die Juden in .einer solchen Regelung durchaus kein Ifiridernis erblicken. Können wir im. Ausmaß wnsereif scliw^ac'iein Kräfte hiebei-irgendwie'nützlich sein, so sind wir bereit, es zu tun. Miilerand bekräftigte von neuem die g ü h s t i g.e H a 1 tu.ng 6 e r f r a h z ö s i s Oh e n R e g i e r u n g ' gegenüber der jüdischem »nationalen' Heimstätte. Er erklärte zu- Dr. Armand B e r n ä r d, einem Bruder des verstorbenen Bemaird Läzare, es wäre die Pflicht der gesamten französischem Judensoh&ft, zürn Wiederaufbau Palästinas bei Zuträgern.. Der Präsident dor fmäinizösi cfiem ReipribVik zeigte sidi über dta.s ga»nize ipetl äst »neirsi sch e Pnciblem sehr gut imifonmion. Bezüglich der Bezrlielhmgen zu dien Arabern Siegte Dr. Weit* m an p, es besteht eine Bewegatng vnn »• Extremem«, aber Extreme gibt eis Witter adleh Völlk-emn. Die. Majorität des arabischen Volkes lebt in freundeC’haftC'ioh'ein Verbal tafeen mit ums, und dieser überwiegende Teil ist es, mit dem wir arbeiten können. Itji übrigen m»uß nicht erst wiederholit werden, daß die Gem-einsoniikeit der Riasse» lind den Sprachen stefts einem wichtigen Felktor füt d'ie Annäherung , r zw-i «eben. Jiwd-en' tarad Arabern» bildet«. Wir hoffen, daß wir siuch. in Zdloumlt mit ihnen m~ her zl fahlster Weise zusammen leben werden. Was die »Extremen« unter ums, di« orthodoxe« Judian betrifät, bin ich yolilisttänicmg •berul'iigt. Die erdrückende Ivlefonheit v»ön K*neh äst bei urio. Eis giilbt eimrjge Miailkomtente. jedodh ohne jeden Anhang in di&n bi eiten M assen di^s Vo1k«es. . Die M äsmaiahi* sstesi -sind «unser rechter Flügel Im übrigen s»än<i n'io'it wir diejenigen,;di‘e eime Grenizsidheiiidm»ng zvvWüh'vn, gläubigen tamd ci’ichrtgläiübigeri' Joden ziehen. De? Zionismus hielt sich immer außer..alb ddr Streitfragen der Synagogen.« Dr. Weitzmann erklärte weiters, er hübe während seines Aufenthalts in Paris mit den pcliiiseben K-refeen Frcrf ir-L-l^s Füblli.Mg genommen, UsberaiHl konmite er ein l'dV.ofties Irntieresse für die Lionistiiisdh« Idee, festi-düem. Di« frasnizös4s>chen Be* hörden ln Syrien hr6en .alles Interesse, m guten Bezief-fttnigein mit uns zu. 1 d'em, demm die Ordnimg, die Ripihe und 6«^. Wr^hibzitainiri eines Landes üben iLre Wiirtkimg anicli mf diais N ai^ibaplicnid an:is. Die Teiliniaihme" der f r a m z ö s i s .c ih e n I -u d e n an diem Wieder ziuifbauwedk im Prilä'jiinä würde ohne Zweifel dazu bei* tragen, duB die Bezrcf-nmigen zwfacfaiem Frcrf.oreidhi und Pzöäst'inia -5ch immer (hienzlidhier gestaOöea. (Nachdruck verboten.) DiepalästinensischeDelegierten- Versammlung. (Von unserem Spezialkorrespondenten.) Jerusalem, 12. März. Die <pm’ästin«nw$die Jodianiheiit hart eiben Beweis är.irer polit.ii oben Reife gebracht: Di« zweit« Session dar DelegieT'ternvensiaimim'hting halt getagt, hat produlotiiv gearbeitet und : mitten . in einer schweren knie rem und äußeren Klüse des Ziornis- , mm diie Herzen sefgen ciliteit. Die sn$te Seisi-cm der vor zwei Jahren gewählten. Del-egieirttemiversiäim miktntg' hat dt« Gmund-. lagen zruir Orgnmiisierumg der .psil äs>tm emi-fachein Judenf-.ieit gelegt, indem sie sieth komstitiud-erie und den Wa,2td Le-uini wähfte. Die DStacks der Organisiteicm blieben einer zweitem Sesisi-on vor behalfen. Seit Moneren betrieb der Wand Leumi diie Eitmbemu-fung dieser Session, die besondere dtriimgemd war. weiil diie Regierung eim« legale Organ i- Gierung der von. ibr anerfkarmten reMigiösen B«- hörden. insbesondere des G r o ß r a bb i n a t s, und de.ren fintozielle Sicherung wünschit«. Der Wacd Leu-rm’ harte a-lilen Gmuinid, diese Tendeimz der Regierung aosizunützen 'und ihr «im« tegsfte. Orgamiiisaitiixi . «d-er gesamten JudieTibieit vonziucd’'iliagon. Aber tiiuir i «bn-e Vollsitzung der Delegierte-hiven aimmliumg gönnte übar eile Organ-iVcilicn -und das diaimät verbinden« St euea System besch ließen-. Sb wunde denn iür Ende Februar die zweite Session eimbonufön; aber di'-e Einsberufung ^ab dar. Sigrei! zu einer för»mii-chen Behebung gegen d»en Ward Leavml. Eine gü-.nize Reihe von Pariteien rm'it verschiiiedeniem Irnteresisen vereinigten sich, um die _Ses-si'Cm unimogH-ch tzu machen. Die Gruipip« des ,Doar Hajom h-etzteiim ihrem vieLge'eseruem Blatte, dfe Orthodoxen weigerten aich, tei»lizmri«hmen, soletnge öicbt die Frage .dies FtmuemwcTitl-redhites Tuegiariv enoschi-edan sein wendte. die Seiplvsirdim verlangtem im vorhiin'ein G^ran-tr« fiir ein« eimti:<pr«cih«ffi»d« Vertret";ng in den von der Session zu wähilenidem Behörden. Eradf i-ch drril-Jlen aoicth die Cögianfeiertem Kolonisten., die Session ti-ichit zu - beschicken, um dodurch eine Besteucntimg vom seiten des Waad Le-urr.i unmöglich zu miadhjem. So bliidbem denn af ie;n die iinlken Peirteien, die allzeit treuen Ver- ■ Leidiger der Idee der Orgtamiiisati-on der palästinensischen J-udenfheit. Aber ein« Se isicm, an der mir die linkem Parteien teiln^'himen würden, wäre zwecklos gewesen. So wurde denn die bereits ein berufene Session auf zwei Wochen verschoben. Untere dc-sen führte der Waad Leuimi erfolgreich neue iVerhaudki-ngen. Der Schniitt' der Aguda't’h!J i s r a e 1 gegen die zionistische Organisation bei L'ird’Nor.hcüff« hat klar gezeigt, J;jÜ der lischuw feine gewähre vcrauitwörtliche Ve-rtictung Lraiucht. Es gelang, die Wünsche der .Seipfliardim z.u be- Ir.feiger, ^enem vensspr'otHeh idaß eir.pr derbe id.-n Vertreter; dcv palä tinemGischen J.»dfuheit, fn der Z:c<niist;s he' Exekutive ein Seiharie *riu werde. Auch die Kbl»oo«sifcem gäbe i ihren Widersia-iid auf, nur die Orthodoxen b'ieben bei d rc Ptei u'igr^ihme: Ohne. Annuiiienung des Prämienwahirechites k-eiire Beteiiliguing. Dies« Bedingung konnte vom d*en Linie?» Parteien nichit angönomim<en werden. Sr!« wären bereit, diie Frage v»nn der Tagesordnung ahizusetize.n: dies ist in dier Tat geschehen, aber zu einer Einigung ist es niciht gekommen; Die orthodoxe Partei i, t den Veri’.vatn-dlk,ingen femgöblieben-. Mit Reabt könnte aber J e 11 i n i-n seiner Eröffnungsrede sagen, daß die Pcmtei micfit mit der Ontihodloxie Identisch ist, und dmß unter dien ainwesamden Delegierten zahlreiche Onthcdioxe sitzen. Ümbegreiflich wer di« Stellung de« Mi'sradri. Denn im Weltverband des Mi -ra-cbi haben Freuen das Stimmrecht. nur für Palästina sollte eine Ausnrf me ge- % schaffen werden. Bewci,? genug, daß es sich hier nicht um ein religiöses Geibot, srmdenn um «äh« politisch« Trage (hamdiclt.^ Stiätt emergiisch dii« Führung d'ar Orthodoxie zu übernehmen und dt« im Welt verband M-^rachi herrschende Am äd!*t über dieis Fnrueiniwah recht auch hier dUifidl:izu*Sötit«n, ließ' sich der Mrsnsichn ms Schkipiptau nehmen. Die Asnefat ni wc h a r im (D deriertenwensiairrimi’iuing) kennte dliiets« Stellung dfes Misr-adhi am afderwenigston begreifen. TeHin verlas sine scharf« Erklärung und beschuldigte den Mi tnaclbi, dem in se;nem Dienste stehenden Beamten verbeten' zu halben, am der Versammlung teilizumtchimen. Ausder Mii'te dier Delegierten wurde , ein Ancirag gesieklt, -diaß diie zo-nistii eibe Organii?i?«iion di« Sub-, v-cntion von 8oo Pfund, dt!« der Mi-smacfiii von ihr erhält, eimist eitlen möge. Man brachte diesen .Antrag nicht zur Vorhrmdlttnig, weil man -bis zum letzten Aiugeub'idk auf ein« Einigung hofft«. . Sie ist nicht erfolgt. Dem Verlauf der Verhandlungen halt dias Fehlen deis orthodoxen Flügels keinen wesentlfliöhcn Ahbrudh getan. Die Parteien, welche sie desidhicknicm,?icVo?is«in sldh naidh der stürmlschLn Au. •einanderfetzumg der erstem- Generaldebatte ur.rnrr enger zusammen, und man kann mit großer Wabrsch'ei'nlkhk«i:t darauf rechnen, daß die dort hengestelHe Einigkeit -es dem - neugewählten Waäd Leumi wesentlich cul-eiohtenn wird, mit dem Orthodoxen im neue Verhiattdlungen eintzutreten, Da-5 Programm der Sitzung war eim orocken Sa-clvkches. Es handelt« sich zunächst um die Drga.niis'ieaiung des' J«scbuw. um di^ .Schaffung'der Sn.n-eren Auit-moinl«, deren Zelll-e dt« Gemeinde s-ci-n wird.. 'Den Gedanke -der nationcten Autonomie äst hior nodh neu. Vor zwei Jabren noch war* diie Hrffnun-g dos Jäbhuw, in naefteter Zeit dfe Maro- 1 rität im.Lande zu wenden, -so stai.k, daß an eine besonder« nationale Organfuroition der Juden im Lande ‘nicht gechdit wund«. Auch j*etat noch ••sipra-ohen sich eimzelne Redner gög-en -diie Schaffticig einer politischen Sondercirgaifiii la-t.lon - dier Juden aus. Dr. Klausner sprach vorn disr Schaf fähig ein«« Gflietto in Palästina, vcm dör Uefeertiragtimg politischer Methoden dies Ga*ln.:ilh nadh Erez Israel. Dies widerspreche dem Begriff der «stiioirit'dein Heimstätte. Aber d,:ie Ven ecnmlüng ' mußr« doch schlfeßlidh eim&ehen, daß sldh diie Ferm der Organisation der Juidif-nf-eit dem numeri-cf-em Veihältriis der Gegenwart und der tiädistein Zuf unft amipciisen müsee. Daher, diie Fcndienung dier n a t jön'iäil e n Autonomie, wobei, es noch fraglich büdfbt, nh diie Regimmg dlitese Forderung anmebmen 'wind. Die- Grnndkge der Autonomie ist die" G e m e i n d e, denen Whfciungskirejis ..iwrifaß-t; ^eligiö-« Angelegenfteftem, Scihiu1«, ^öblih.sM^mbM.. MMe. - für neu«. Emismaiiiitsn^ GeMrMieiit... MLhdk.i Irieidenis- ^-eipiicht.' Am Ortern, rhit ge-srinlds-senör jüd'h-pher BeyöKkerum^ üibecmlmmt die GemeiPdie zui^lEh di« F-unktiion-em der M 4 fl I 2 i -p a 1 i t a t»' Waiss«ryeirsipirr gumg, Lkht, Streßen uis\v. Dies« Ongam-ii citiioti soll dluirch ’däis Reriiit dier ElhihEEig amtier er S t e u e f n örmögliicht wendien. "Die' Veraarmmluing widmete deir F-nage der Beetöufefumg eiin'Wf grnizen Tn». ' Eh wujrd« scf-iließlich enn frmfteit'liches Syi item für die Aufbringung der Steuern angenommen. Zwei Sitztuingen wairem. der/poliitiiisiChem Liaige gewidmet. Im ihnen, kam dier dUirch -die hsergesteilke Einfeit -bew-inkite U-m-sicihwuing der Stimiim'twvg ziunn Auisdinuck. Ussiscbkin hielt .ein zwed^tümiifiges* r>diitii:cheis Refennt,, dla*s für dt:e Von mmim;Vn-g ein Freösrnii-s wi’irdie, ni-cht, ,°m. kihir. diujrch die Tatsncfripn, di« IT'gi ris-cf f-.in berichtete, ' a*R drnch die ef Hiiöh m' im'i'.Orche -ßeleucfitivpi?, diE Sr.gab, und durch -die Wärme der tmcr'ichütteulichen Zuvert-irf'it, dfe rus' -ledern Werte fpraith und dl« Versrfrfimili:-r'r» miitriß. Die' Schluß Btzumg' - gestnftete. siich,, ■ aß« ' Jelflin U'fisr’eicf-Ikön zuim. . vierzigjährigem jubliläuffn «»einer öffer.itil.i'd’-'en latiglkerlt bög!Üeikwümscht«, m eim«»r slütimiiisicihftn Onmitkm^ Dis?« Ovteicm gaftlnfdht.mV. dier Psrsom IJ&?is’cfCdm?:., sie brachte,vo»r ailCem diie Fueuidie darüber zm-m Aui?idiruick, daß , diie Scissä-bn sö crfolguekh venl-nufen war: Si« halt frach’hdh gernbeitet. trrj ipCißi^örch .re-in-igemd gewid.1t. Der Üm- •itemd, daß diie Gnmpe des Dönr Hajiorn . num für ' Upisi^jcf-kim eim-petitetcn ist, isthöer vor?>?sm. zu erwä’ m«m. Der Dcrir Hanom hat ein« gute WilPeruing für dis öffemolicßte Meirutnig-. Der frev«tf'.a<ff.e'. Schritt der Agudi'th Jiinrael bei Lcnd Ncnth-oKffe iwi«i V-mthcliiffes StellungueCim« , ztugütn-sitem d«r. Araber —7 ■kurz nacf.idem der ,Dc.cr Haram, ihm Lorbeeren g«- flarbl.er. hat — heit die ötfemttfl Meinu.iri'g getron den Dcair Hafom aufgeibnacht, ttmid?cim« Leiterhaben einfeschen daß. siie-.umikellnem.müssen, wenn sie nicht unpopulär werden walten. So dürft« sich die . Ae-ndcrurntg-illvrcr StcliliuogmnVmt« erklären-. Wie dem immer auch sei:. Die’As cfath Haniwdhiartm hi:«i di« Stöl'iung döf Ziem kt;sehen Exekutive und der Organisaticin dier pailä-i»tin-onvfs-cn-en Judc-nheit in einem; kriti. ichen Augenblick ge* festigt und bedevtet, einen i u-ne r e n E r f »> 1 sr, dessen Größe niciht toch gemtg verannchliagt wer* den kann; Der Misrachl und der Waad Leumi von Palästina, .Jenaealem, 29. März (J. C. B.) Da die Assefath Niv härim : die Frage des Frauenwahlrichts bis zur nächsten .Session ■ verschoben hat, veröffentlicht die Misrachizefttrale ■ eine vor Professor PI c k,- Doktor Schönfeld, Rabbiner Fisehman und Meiael gezeichnete Erk’ärung:. Nachdem die Assefath Niw* charihi ih Sachen dvs Frauen wähl rechts nichts beschlossen und die Beratung ües Wah’gese^zes dem Waid Leumi übertragen habe, könne das orthodoxe Judentum für seine Anschauungen innerhalb des Waad Leumi kämpfen. \ v Oesterreich. Aufhebung der Generalhypothek. Mitteilung des amerikanischen Gesandten. Wien, 1. April. Der amsrikaulsdle Geschäftsträger f razier hat heute dem Ministerium des Aeußern mitgeteilt, ef habe aus Washington eine Depesche des Inhalts erhalten, daß der Senat urtd das Repräsentantenhaus am 29. März eine gemeinsame Resolution, betreffend die Österreichische 8 chu 1 d an die Vereinigten Staaten, angenommen haben. Diese Resolution werde nunmehr dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Die- Resolution ermächtigt den Schatzsekretär, die Zahlungvon Kapital und Zinsen der von Oesterreich zu dem Ankauf vop Mehl von der United States Grain Corporation eingegangenen Schuldpflicht für eine 25 J a h r e nicht übersteigende Frist zu stunden und dieö s t. e ne ichischen Aktiven, die ganz oder zum Teil für die Bezahlung dieser Anleihe verpfändet waren, freizugeben, wie es nach der Ansicht des Schatzsekretärs im Interesse der Erfüllung des Zweckes der Resolution nötig sein sollte. Es Ipt vorgesehen* daß eine ähnliche Aktion, betreffend die Ansprüche gegen* über Oesterreich, auch v 0 h den anderen Staaten durchgeführt werdet Die Resolution ermächtigt dem Schatz* Sekretär zu entscheiden« wann dies tatsächlich geschehen sein wird. Der Optionsskandal. Der Verwaltungsgerichlshof weist ab. . . Vor dem Venvallungsgerichtjsh-of unter dein Vorsitz des Präsidenten Dr. Schuster fäLdeni ia den letztein Tagen . mehrere Verhandlungen über Op t i on s bcsch we & de n statt, in welchen der Versuch unternommen wurde, unter; Berufung auf die ' nach dem bekauunte-n Erkanntn is de® Vcrwultungsgericiht&hiof& über »Sprache und Rasse« veröffentlichten gegenteilig«» Ansicht«, eine Aemde-* rütig der Judikat.üir dsS Veirwäl'fuagsgeri-chtshofs her* böizuführön. Die Beschwerdeführer Hugo Salzer, Leopold ine Sch war 2 und Dr. Ignaz Rat* Spree h e r waren vom Bundesittinlsteirium für In* neres und Unterricht mit ihrem Optionsansu-clien. unter Hinweis a«uif das Erkennitnis de® Ver.waltumgsgerichts'hofs, wonach die Juden nicht der Sprache uind .Rasse nach zur Mehrheit der Bevölkerung Oesterreichs gehören, abgewiesen worden. Bei der Verhandlung vor dem Vetrwalitungegerichtshof wies D.r. Ornstein als Vertreteir der beiden ersterea Beschwerdeführer darauf hin, daß diese, wenn s^a auoh m::oh Orten des neuen Auslandes zuständig sind, nur der deutschen Sprache mächtig seien, Zeugnisse über den Bestich nur deutscher Schulen vorgelegt haben und seit ihrer Geburt in rein deutschen Städten, als welche-Wien und Graz doch am* gesehen werden müssen, lebten* Da« Bumdesmini* sterium hätte also, wenn Hs die Optionsamsuchefl nicht «3 schablonenhaft bescheiden würde, doch wenigstens zugcbeti müsstu, daß die Option$• werber jedenfill« bezügliah der Sprache den Nachweis der Zugehörigkeit zur deutschen; Mehrheit erbracht haben.,* Was nun die Zugehörigkeit zur deutschen Meihrheit mach der Rasse betreffe* so hat eine Autorität wie Professor Dr. Ober* bummer eine aindere Ansicht als der;V erWaltungs- , gerichtshof in seineir bisherigen Judikatur ausge* Isprechen. Der Geist des Friedcnsvertrrgs beu&chtigc ' die Juden, für Öessterreicsh zu optieren.

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