Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1139 (1.4.1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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.K. 1,3S Wien, Samstag WIENER MÖRGENZEITÜNG 1. April 1922 Seite 3* tmd.auf seine Vorschläge sind die Reformen in (Aegypten zurückzuführ&n. Lord. Millner begab sich -/mit seiner Gemahlin zunächst nasch Am rno-n, um /Emir Add u l 1 2 h einen Besuch. abzustaüten. Lord Millner wird hier am nach Palästina zurückkehren, wo er noch 14 Tage zu bleiben beabsichtigt. Neue jüdische Landkäufe. Jerusalem, ,29. März. (J. C. B.) Die »Palestine Land Developpment Company« hat im Zentrum von Haifa . einen großem La.nd!komrplex gekauft. Es wird die Errichtung eines G e s c h ä f t e vi e r t e 1 s geplant, an. dem sich auch arabisch e Kaufleute beteiligen werden. . ‘ Ein politisches. Bankett in Tel-Awiw. Die Staditgemeinde Tel-Awiw gaib am Pürimfest ein Bankett, an dem der Distriktisgouverneur, der Französische Konsul, zahlreiche englische und arabi- .tzivhe Notabein und die Mitglieder der zionistischen Exekutive sowie A c;hä d - H a a m , teihiahmen. ■Es wurden Trrnksiprüahe auf die, gedeihliche Entwicklung- und das friedliche Zusammenleben von Jaffa, und Tel-Awiw ausgebracht. , AusstellunZen in Zerusalem. / . Zu PeKach werden in Jerusalem zwei- Aüsisteiluingen stattfinden. Die Regierung veranstaltet ‘feine Gewerbeaus-stelhutig, welche die historische: Entwicklung und den gegenwärtigen Stand des Ku'nsttgewerbes in Palästina illustrieren soll. Die . Vereinigung jüdischer Küiinstler wird eine -Ausstellung 'jüdischer b i 1 de *n der Kun s t eröffnen. Die Touristeiisaison. Der Touristenverkehr der letztem Zeit ist sehr " stark.' In Jerusalem weilen Hunderte von Fremden. ' Die-A r ä’p fe r verbreiten tiater den Touristen Broschüren gegen den Zionismus. Bedauerlich ist ’-fes,?däß■;die Fremdemführär. sämtlich Niditjüden sind, so daß die Fremden die jüdischen Institu- ^«tibhen oft gär nicht zu- Gesicht bekommen. , - Die Erhöhung der Tabak- und Salzfabrikate beschlossen. Rundschau. In der gestern unter Vorsitz der Präsidenten Doktor Weiskirchner und Dr. Dinghofer abgehaltenen Sitzung des Hauptausschusses wurde zunächst die Verhandlung über den Antrag der Regierung, betreffend Abänderung der staatlichen Salzverschleißpreise, fortgesetzt. Bundesminister Dr. Gürtler legte dem Ausschuß den gestern verlangten ergänzenden» Bericht vor. Nach einer längeren Debatte wurde die Vorlage der Regierung mit M e h r h ei t genehmigt. Nach dem Antrag der'Regierung .werden die Salzverschleißpreise per 100 kg wie folgt festgesetzt; . Neper Preis ’ Dermaliger Preis ■-Ende der Hilfskampagne in New York. Beginn der Keren-Hajessod-Kampagne. ' "New York, 28. März. (J. C. B.) Die hier geführte-Kampagne zur Aufbringung vpn fünf Millionen Dollar als Teil des von der ganzen. Union aufzubringenden 14-Miliioneii-Hilfsfonds wurde bereits geschlossen. Die Ergebnisse sind zur Stunde noch nicht bekannt. Sofortnach Schluß dieser Kampagne nahm der' K er e n H a j es so d seine. Kampagne, auf, indem er 5 0 00 F r e i w i 11 i g e zur Aufbringung von , d riß j.vM/i.i- Ji 0 n te rL D o 11 ä r für das Wiederauf- : bauweijc in Palästina einberief. Die tatsächlichen Geld- .sammiüngen sollen erst am 14. April beginnen. rDas Elend der jüdischen Flüchtlinge in Rußland. ' ■ * Paris, 29. März. (J. C. B.) 'Einem Telegramm; 'des Vertreters Dr..N a-nsen s i*n Rumänien an die '■Exekutive der jüdischen Welthilfskonferenz zufolge .'iist *das unter den jüdisch e-n H e i m l osen im Sammelpunkt von T,i raspol herrschende E 1 e n d -uubes cih r e ib.1 i c h. Eine große Anzahl van Kindern ist von ihren Eltern verlassen. Die Kinder ^wühlen in dein Misthaufen herum, um etwas Nahrung ia den Speiseabfällen zu finden. Täglich ster- - bern dort 40 : Menschen,, und zwar meistens K i 11- - d e r, an Hunge«r. Kein Haitis ist vom Fle c ksty phu s verschont. Ein großer Teil der jüdischen 'Bevölkerung muß uorettbair dem Hungertod .ver- ■ fallen, wenn nicht schleunigst ausgiebige Hilfe ein- ■ trifft. Die Verteilung der von der jüdischen Wel-t- ‘ hilfs'kcmferenz angelaingten Tra-nstporte ist 'organi- , siert und die Vertreter dpr betroffenen jüdischen Gemeinden wirken an der Verteilung mit. Am 15. März wurden die ersten aus Mazz-oth, Medikamenten und anderen Hilfsmitteln bestehenden Transporte über den Dnjestr nach der Ukraine geschafft. Weitere Sendungen im Werte einer Vieirtelmilliein Francs werden in Kürze über Ftaliesi abgehen.. . .- . ,. ,D!e Hilfsaktion hat'die jüdische Bevölkerung Beßa^abieps. angeregt, durch eigene Opfer..mitzuwirken. Die in Beßarabhen befindlichen ukrainischen jüdischen Heimlosen sind mit .gutem Beispiel vor- (-angegangen,>,indem s;e, in einerVersammlungbe- . Lchlossein haben, .6!'n e n T a g z u . f a s t e n und .den Gegenwert ihrer Tägesvenpflegung für.die Hun- -gernden auf dem linken Dujesitrufer zu spenden. Selbst die vom Joint ausgespei sten Heim losen ©r- 1 suchten das Joint-Koinitee' iim Befolgung des;; gleiche« Vorganges, da sie gleichfalls einen Tag . zugunsten ihrer Brüder in der Ukraine fast e n wollen.» - ■ ■ Eine spezielle Abordnung georginischer Juden . wandte sich an den Großrabbiiner (Cracham- ‘ Bäscihi) mit der Bitte um sofortige Hilfe für die Aschen Flüchtlinge und die jüdische Bevölkerung >* orgie ns. Die Abordnung erklärte, daß jede Verspätung neue Todesopfer in der jüdischen Gemeinde bedeute. Der Großrabbiner nahm sich der Sache mit Eifer an und hat bereits mehrere Hilfskomitees gebildet. Luxussalz . . . . Tafelsalz . . . . . Geformtes Sudsalz . Blanksais . . . . Bergkern ..... Pfaankern . . . . Loses Viehsalz . . Viehsalzlecksteine . Fabriksalz I. Sorte . Fabriksalz H. Sorte . Dungsalz . . . . Sole: Frei verkäuflich . . . Für konzessionierte anstalten ... . Für Hausbäder . . Der Antrag, ichleißpreise für Bade- K 60.000 33.000 23.000 20.000 20.000 20.000 20.000 20.000 18.000 6.000 6.000 6.600 140 280 K 27.000 15.000 10.000 9.000 9.000 9.000 9.000 9.000 8.000 2.700 2.700 3.000 betreffend die Neufestsetzung die Erzeugnisse des Süß 70 140 der Verstoffm o n 0 p 0 I 8, wird unverändert mit Mehrheit angenommen. Hierauf gelangt der Antrag der Regierung auf Erhöhung der Preise der Tabakfabrikate zur Beratung. Der Antrag beinhaltet, die Preise mit "Wirksamkeit vom 17, April wie folgt festzusetzen: Sorte Dertnalfger Preis Neuer Preis Erhöhung K K K Zig arrea. Graciosas . . 150 300 150 Regalia nfedia . 120 250 130 Havannavirginier 80 200 120 Trabukos , . . o 60 180 120 Britannika . . 60 180 120 Virginier . . . 48 150 102 Kuda-Portoriko .- 40 120 80 Brasllvirgioier . 32 80 48 Portoriko . . . , » 24 60 36 Gemischte Ausländer 13 45 27 Zigarillos . . . . . . 10 30 20 Zigaretten. Harun , .. 18 40 22 Anubis . . . ... . 16 36 20 Aegyptlsche lH, Sorte . 14 32 18 Dames.. 10 26 16 Memphis *. 10 26 16 Jussuf ...... 8 18 10 ■mm nun iiiiihi Tagesbericht. Zionistisches Landeskomitee. Die' für heute einberufene außerordentliche Sitzung des Landeskomitees entfällt. Nächste ordentliche Sitzung Montag um 6 Uhr abends. Sorte Derprci!8gC,r Neuer Pr?is Erfiöftung.7 K ' K K > Damen 6 15 10 l Sport 5 H •1 Drama .. 4 12 Azur ••«••«»• 4 10 Ungarische. 3 8 Z i gar e 11 e n ta ba k e. 400 1 Superfeiner Türkischer . 400 800 Feinster Türkischer » . 300 600 300 i Feiner Türkischer ... 180 440 260 •? Feiner Herzegowinef . . 120 320 200 J P f’e i f e n t aVa k & + Spezialmischung ... 100 200 Toö;; Knaster.. 80 180 100 | '90 1 50 Landtabak, feingeschnitten 60 150 Holländischer Pfeifentabak 50 100 Gespunste. Rollen und Stämme per 50 g ....... 100 200 A, ■ ■ 100-1. Nordtiroler Kautabak . 75 150 •'75^ Vorarlberger „ . 50 100 50? Kübeltäbak per 50 g . . 50 100 501 Y Schnupftabake. Y Die Preise der Schnupftabake werden durchgehehds’ um das Eineinhalb- bis Zweifache erhöht Der Antrag der Regierung wird mit Mehrheit? angenommen. Die Verordnung, betreffend die Neufestsetzung ‘ der Preise für Ta bak extrakte,' wird ni i t M e h r h e i t g e n e hmigt ' -Y Der Hauptausschuß tritt sodann in die G e n e r a!-• d e b a 11 e über die Anträge der Regierung, betreffend! die Neufestsetzung der Telephon- und Telegraphengebühren, ein. Bundesminister Dr. R o d 1 e r begründete eingehend! die Anträge der Regierung mit der eingetretenen Erhöhung; der Gestehungskosten.; Abgeordneter Dr. Frank erklärt, daß seine Partei nicht. in der Lage sei, für die Erhöhungen in der vorgeschlagenen Form zu stimmen. Die Abgeordneten Dr. Frank, Dr. Seipel, und Seite wünschen eine Berücksichtigung der Aerzte, der Humanitätsanstalten und der nicht auf Erwerb gerichteten Dienst- Vermittlungsstellen und regen an, die Gebührensätze für; die kleinste Netzgruppe in geringerem als dem vorgcschlageneu Ausmaße zu erhöhen. J Abgeordeter Eldersch tritt für die VervolK konimnung und Verbesserung der Telephonanlagen ein und verweist in diesem Zusammenhänge auf die . Möglichkeit, die Schwachstromindustrie auf diese Weise zu beschäftigen und dadurch, der Arbeitslosigkeit enfgegenzuwirken. Bundesminister Dr. Rodler erklärt, er werdevdle vorgebrachten Anregungen und Wünsche eingehend studieren und dem Ausschüsse in der nächsten Sitzung Bericht erstatten. Die Verhandlung wird in der nächsten, kommende Woche stattfindenden Sitzung fortgesetzt werden. Zum Tode A. D. Gordons. Er staub nidhit, wie. settienzoiit angegeben, :;ti JenMaÜ'em, sonidcirm rin D a g a n i iai ih>, dar vorfbiild'- 1'ich.em K wutcalh-SiedÜtunig-, mit dteir eir fköpperlicih um'd seelisch imnigist vcrtbuindein .war. Wir britngen foK gemde Sbellem aius se-tmem Auifziei-chmumg-eai, die ei bis im die letizten i.e'benisitaige fortgefühtnt hatte. »Umd nodh eiiuige Worte? über. Nelktrotog-e ucid ■dßrg'l'ekjksen. Die .Mensctee-n .woillliein - dem jeniiig-egi ehren, cicir vveggning, um nidhit mefhn* : zrirü'dkizufkoimfmen. Aber sie sfoftldem '©rwagen.- d'38 dtex Gegis}ng>einie neebt mehr i-rt. All dists, was »Er« war, ging1 ein hii den UiPs»pirumig -der Schöpfnir.-g, gimg eim io'Verbältini«S®e, die d-ie a?ni Leben Geblieibcoen oicihit fassen können, sie halben eim ewiges Gehelmtnits tot .'iah umd sio'Wtea.. .sich dazu wie zu einem ewigem Geheimnis verhaken. Wenn sie ihn ehren wollen., so gibt es für ihm keine andere. Ehre aik stcbweigern. Möge stidh jeder im seinem Wiinkal znrückziehen, im diats.Tiefsite seiner Seele. Möge er natebdenfioen edier iim geflieimen da>s. Schiök.siafi des GegTr.-ge-nem oder dats' Scbitdk all des Memisdhem ü'berh-a'uipt 'beweinten. lat di&nm dias mi-cht genug? S*o-p-ßegttte ic<1i es ztu hial-tetn.. Idh pflegte den Gegangenem mtk Sahweigem z-u ebnen, umd ich würde wünschen., daß rnatu ^iah milr gegenüber ebeniso vterbaike. Die mich eüuren '■ wollen,.-mögem es mit Schweigen tun. Wemigstems eim Taf.:r soll man weder reden moch scbrei'bem über mich . . .« Im Sinune dieses Wrmßdhes des-'Totem hr-ben wir es iimtenkssen, seine Pcrnsöniliicj/.ik-e-iit m würdiigem. Es sei jedoch ge t.iattet, einie tkiumze Wündiigunug rinrmführem, -die A 1 e x a m -der S ü ß 'k i n d Rabinowitsch, dfeir greise Sdi-iniffcstelf.ier, der seit Jnibrcn in I'ai:ästin-a lebt umd mit Gordian zu dem Zi-enden dies pailästmcrr.'iiisaben Jrjdori'titwn's gehört, im -Kmntreß«: (Nr. 11) veröffentlich«: Tualt. Sie iaiut-et: »Unisesj' Genosse A. D. Gordian ist gestorben. Er tbe'Saftrl,’ ■dtäß über ihm während deir Dauer eines Jiashires miidhüs ge-'Cihirdehern we-ide . Y ,7ji\ eimem Töten' —' 'SO' schrieib er — .müsse m.asn sich wie ziu eiii'em ewigemii Geheimnis verhalten, umd wenn miam ihm öhreim wolle, so gäbe es keine andere ECmfe ailis Schw^^nfe;.' .Jeder..' möge .sich in seimtem Winlkei;'z>tarüäljazafelheia^: nachdemkem ..oder iim Geheimen weine«. Igit .das. nicht genrng?’ * - Nein, es ist nicht goniug, muß ich' ihm batte*; gcri-seh enttgegnen. ■* - - | A-bsfroßeimd sind für mich die fonnallen- Ge'dcnikreden, dlais Sidh-E-rheben, ailfl»e die Nichtigikeatein 'dest dibematem G ereHschaift sie Ibcrmomm-cm hat \yyst dem bis in den G-rtianid gefälschten Europa. ' N-ebemi- .-M. dem' iisat. Schweigen raaitüdikh dats beste. Abeq hier hestaht entne aintdiere Fcnage, eine gmz' 'andere Jene jiumgem ' Mfemscbein. die sich für. sierii Auf-; bau -ur»-.-ores' wüsten Landes upfeon., ihm®«.' Me I M sehr gut, wenn sie vor steh sähen ein Mu-stsr völliger, .Hingtibe,"von grem-z-emilooer' Reül'ic'lii’cei.t und iscbt&m*- kenitesen Edelmut, vom tiefsten Verstäwdnte r fürv atlUe Seiten des Negativen, ein 'ktaros Auge, dias iirts •die 1 iefe.n der Seete eindrämgt, Anteilnahme am? I.eKte dar Aribeiü, Emipfiinidrimgem der Liebe -ymd' des! Lrtaimens für die jiuingem Arbeit an* len und zugle.khj die' stete BeroiitisCbaft, zu sttärken. au erfrornem, aiuf-' zimnuintc-in, dtauk die schwächten Hände nkibt müde wer len. - Wievibl Befreiung umd . R«sb\wig könnte. ecrit solches Muster vielem Jünglimger. bringen, die unter, der &c?h\Voren Laisjt z«. cimm-anibTecbcm! Jene, die; Gordcn kannten und stiiclh am seinem Uchte wäTOitem.,1 ■jene- 'kommen sogEir sch weigern. Sei« Bald wemdkm. Äe ewig im der Tiefe ihres Ilerzcns tragen, aber die, ihm. nteilvt gdkammt haben» denen wird das Sdnvrigerti nteh-ts nütze«. j Eis genügt nicht dteis Schweigen, treuer BunifdierJ es genügt nicht. Aber du h.aist befohlen, umd ioh? unterwerfe mich.« : FEINER RAGLAN neueste Fasson, mit echten Lederknöpfen, K 55.000 mir bei Heinrich ieinbergerSSI