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Wiener Morgenzeitung · 1922-04-01 · Heft 1139 (1.4.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1139 (1.4.1922)
Date
1922-04-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2_Men, Samstag sehen in Palästina eingewandert sind und dort Beschäftigung gefunden haben, so ist das die beste Propaganda. Alles wird davon abtängen, was wir mit dem gesammelten Gel de in Palästina anfangen werden.c Oesterreich. Nationalrat Kn Nationalrat, der gestern eine kurze und schlecht besuchte Sitzung hielt, erklärte bei Beratung 'der Gebührennovelle der Sozialdemokrat S c h i e g 1, seine Partei könne keine Vorlage der Regierung bewilligen, solange nicht die Forderungen der Arbeitslosen bewilligt sind. — Nächste Sitzung Mittwoch den 5. April. Das Generalpfandrecht In der gestrigen Pressekonferenz kam der Sektiiorusdi-cf Schüller aodh aiutf die Finge der Rückstellung der Pfandrechte-au spredbem und erinnerte, daß der amerikanische Kongreß erst eine Refiumdbng Bild angenommen habe, die dne Ordnung der Schulden Europas an AmerSoa zum Gegen »nand duaiL Niun bat der Senator L odge die R esoliutiion eingebnadhft, die, ahne der Refuruding Bill zu pränndiizaeren, dfie aimer »kam:sehe Regierung ermächtigt, die Z-utrückiStelküng der österreichischen Hypothek kurzer Hand ’ vörarniehmen. Diese Res-o- '(btion äst angenommen worden. Infolgedessen ist die amoriikianjiische Regierung in der Lage, die Rücksöelkmg vorzranehmen, und .wir sind überzeugt, daß sie dies auch tun wird. Was d£e noah aussteh-enden Erklärungen, anderer Staaten betrifft, so halben diese naturgemäß gewartet, . bis die großen Staaten ihre Erklärungen abgegeben halben, damit sie sich nicht präjuiddzietren. Diese Erklärungen kommen nunmehr im Natdnhang au der amerikamschen Erklärung zur Wirkung. Der französische Kredit Paris, 31. März. (Havas.) Die Kammer hat den Gesetzentwurf, betreffend die Vorschüsse für ,Oesterreich, vormittags nicht verhandeln können. Sie hat den Gesetzentwurf, betreffend die Kredite für die Effektivbestände im. Innern sowie; für die Orient-Armee, ferner das. Budget der auf Grund des Friedens Vertrages hereinzuibringeaidem Ausgaben einschließlich des Fina'nzge&etzes ange-' üommen. Das tschechische Kreditabkommen. In dem Uebereinkommen über den tschechischen foo-Millionen-Kredit, dessen Abschrift gestern unter die Abgeordneten verteilt wurde, wird unter .anderem mitgeteilt, daß die T i 1 g u ngd e s D ar 1 e h e n s im Laufe von zwanzig Jahren, das ist bis zum 30. Juni 1942, in gleichen halbjährigen Raten erfolgen soll. Für , die pünktliche Verzinsung und Rückzahlung des Darlehens stellt die Republik Öesterreich verschiedene, Sicherheiten. Sie erklärt sich damit einverstanden, daß alle von ihr zur Sicherstellung internationaler Kredite, gewidmete^ oder verpfändeten Vermögenschaften und Staatseinnahmen in gleichem Rang und zu gleichen 'Rechten auch zur Sicherstellung .des. tschechischen. Darlehens dienen. Wenn Hs zum ZI. Jänner 1923 eine internationale treuhändige Organisation für die Sicherung ausländischer Kredite eingerichtet sein sollte, so widmet die Republik Oesterreich zur Sicherstellung ihre Einnahmen aus den Eisenbahnverkehrssteuern. Für die Fälligkeiten in der Zeit bis ,zur Ein-. Beziehung des Dienstes des Darlehens in dais Regime eines internationalen Kredits oder bis.zur Verpfandufig der - zur Sicherstellung gewidmeten Einnahmen der Republik Oesterreich, längstens aber bis zum 31. Jänner 1923, leistet die Republik Oesterreich Sicherheit, indem sie hei einem Bankinstitut als Treuhänder dis In einer Listeverzeichneten Aktien verpfändet. Weiters räumt sie auf dem Gebäude der ehemaligen böhmischen Hofkanzlei' m Wien, Josefsplatz ti (heutiges Ministerium des Innern), der tschechischen Republik eine Kautronshypothek zur Sicherstellung des Betrages von 27 Millionen tschechischer Kronen im achten Range ein. Reise des Bundespräsidenten und des Kanzlers ins Burgenland. Wien, zi. März. Heute abends sind Birndespräsident Dt. Harnisch und Baidesikanzler Schober in den südlichen Teil des Buirgenländes abgereist, um in umittel/barer Berührung mit der Bevölkerung deren Wünsche entgegewzünehnien und sich über die allgemeinen Verhältnisse dies Landes und den gegenwärtigen Stand der neu eingerichteten Verwaltung zu unterrichten. , lai Begleitung des Bundespräsidenten befindet sich der Vorstand der Präsidentschaftskanzlei Sektionschef D-r. Löwenthal. Außerdem nehmen an der Reise Ministerialrat Dr. Horicky, Hofrat Ludwig und Gcktionsfrat Dr. Ach teil. Die Konferenz von Genua. Am 10. d. M, soHl die Koniferen« von Genua •beginnen, auf welcher Oesterreich diuirdh sechs Delegierte vertreten sein wird. Die Abordnung wind am 7. d. M. aibrei.-ten und in einem Heitel in P e g 1 i gemeimis&m mit der bulgarischen und isf Iban isohen V ertretnmig untergebnaich't werden. jNaan Mitteilungen des Sektioni-Atlhiefs Schüller wird sioh die Konferenz hiairiptisäoluliiich miit diem lAufbaiu R.ußteimcU und der Wähnwigsfnagij buachäftigen. E<s wind wa.iürsobaimikh eine initermnionale Fm'nirnzge.-eWi'dhr.ft rruit 20 Million an Pfivr-d Kapitol 1 Landen für die Herstellung des ru •siechen BaArnnetzes gebildet’ werden, die jedoch keim* Manoooiatel'lung besitzen aott. Bei WIENER MORGENZEITtTNO_ An unsere geehrten Abonnenten! Gleich den anderen Wiener Tageszeitungen sehen wir uns genötigt, infolge neuerlicher Steigerungen der Regien, insbesondere der exorbitanten Steigerung des Papierpreises, eine mäßige Erhöhung der Bezugspreise ab 1. April 1922 eintreten zu lassen. Bezugsbedingungen: Abonnement für Wien (zttm Abholen im Expedit oder in den Verschleißstellen) monatlich . ... . . K 1400.— Oesterreich monatlich ...... K 1400.— Tschecho-Slo wakei monatlich . tschech. K 20.— Polen monatlich .... poln, Mark 700 — Jugoslawien monatlich .... Dinar 20.— Deutschland monatlich . . . . .Mark 35.— Rumänien monatlich ..Lei 35.— . Bulgarien monatlich ...... Leva 35.—; Holland monatlich . ..... holl. fl. 1.50' Italien monatlich ....... Lire 6.— Schweiz monatlich . . . Schweiz. Pros. 3.— Frankreich monatlich ...... Frcs. - 6.— Belgien monatlich ... . belg. Frcs. 6.— England monatlich . . . . . Sh. 3.— Amerika monatlich . ... . . Dollar 0.50 Einzelnummer für Wien ...... K 50.— Montagsnummer . . . . . . . . K 40.— Zahlstellen: Oesterreichisches Pbstsparkassenkonto 150.693. Tschechoslowakisches P*ostspa$assenkonto (Prag) 59.351. Polnisches Postsparkassenkonto (Warschau) 190.227.' Deutsches Postscheckkonto (Berlin W 7) 108.722. Rumänien (Czemowitz): Allgemeine Depositenbank Czemowitz.1 Jugoslawien: Postsparkassenkonto (Zagreb) 40.085. Italien: Societa di credito commerciale Trieste, Via Mazzini 30. Die Verwaltung der »Wiener Morgenzeitung" Wien, II., Taborstraße 1—3 Telephon 44.038, 43.319. der Wähfnrg'S'fitag'e -handelt es sich mn die Fixierung des Goldweirtös dier europäischen Währungen, ü/b dies; möglich .ist, läßt > sich derzeit moht sagen. Bezüglich der H an d£e 1 «<p 9 l.i t i kist für uns der Auisgaingsptumikt gege/ban in den Beschlüssen der Konferenz von Portor-ps-e,. wernn aiuidh bisher die Regierung dlie vomifo/ran De legierten in Porto- •riase aiufgesteiütan Ri'chJillrnvjan imlcf.iit -natifizieirt hat. In diesen Richtlinien heißt..es, daß mit 1. Juni d. J. alle Einfuhrverbote beseitigt wardem, solilein.. - ’ t *v. ... , .. . „r ‘ •1 rAuis Gemuia wiird. folgende:. Znusitimimienstefl'lwnsg über die Zahl der frörpAsfö MiisÄOnen amf der Kcmf ehern gemeldet: Eng-ländier; 110, Belgier 14, Schweizer 8,' De-uJtisirfiJlanid 80f ItoHeai ioo,i Jiätp£m 50,. Frairnkreiiah Norwegen 8, * Sdliwedeal 10, Dänemark 10, Heliand 16,' Luxemburg 4,.- Spanien 15. P-ordugai! 9, Oesterreich 6. .Hngairin 15, Albainöan 3, Riußliamid 80, Jttigoslawien 12, Polen 40. Letten 6, .Esten 24,. T sehe ciho-S!o walk ein 30, Litatuor 7, Fin-nlän.-der 7, Rumänen 22, Griechenland. 22 Personen. Die tschechischen Schulforderungen, Wie seineTzeiit gemeldiet wunde,'halt eime Deputaifcion der. Tschechen beim Bundes(präs»i'di:in.ten Dr. H a i n i s c h vorgesiprodh'en md eine Reihe tschechischer Forderungen. . instbe.'omdere Schu.ifand'eitTJngcM, aiu'Ch in der Form eine?r Elini^sibe, döe Vizekiarjzler B f e i s k y übemiä^im, zur Kenntnc'S göbrscht. — Wie:die PairLimenitbkcnre ipondieinB erfahrt, wird von den Tschechen'die' Enrlcs.tk.mg vn tsoh'ecnii'scbcm Bchmilsn'!n 25 Gern einigen N-iedcr,- ‘ö ftenraicibs angestrebt. Die G-rioßdiemtschen küm-Ien Abwehrrasßnaihmeh gegen die tsdiechiiBchen Forderungen SN. Die Großdeutschen* 7 Salzburg, 31. März. In einer gestern aibgehaltenen, von der Deutschen Voilespartei anläßlich der bevorstehenden Landtagswahlen einberufenen Versammlung . sprach .als Gastredner der . Präsident der Großdeutschen Volkspafte» /Handelskammerrat K an d l (Wien). Auf die Idee der Einheitsfront gegenüber den Sozialdemokraten übergehend, melrtte er, dieses Schlagwort führe zur politischen Charakterlosigkeit. Zum heutige-, Oeste*., reich und der Stellütig ddr Gfößdeütschen -Bärtel erk’ärte Redner, seine Partei nehme Hach wie vor den Standpunkt ein, daß Oesterreich für sich allein nicht lebensfähig sei. Deshalb verfolge, seine Partei un- . beirrt das Ziel des A n s c h lusse s . a n D e u t vc lila n d. In der republikanischen Staatsform .erblicke die . Partei die einzig mögliche Form für Ocs-terreich.. Tschecho-Slowakei. Ein schweizerisches Kreditangebot. Prag. 31. März. Die Blätter melden, daß eine schweizerische Bankengruppe der Tschecho-Slowakei eine Anleihe bis zu einem Betrage von 30 Millionen Schweizer Franken, rückzahlbar in zehn lahren und lautend auf 10%ige Kassenscheine, angeboten habe. Die Anleihe würde in der Schweiz zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt werden. Aufhebung der Magistrate der autonomen Städte. Prag, 31.. März. Nach der „Prager Presse“ hat die Regierung einen Gesetzentwurf fertiggestellt, durch den 1. April 1922 Nt.Tf39 die Magistrate der autonomen Städte mit Ausnah m e von Groß-Prag, Brünn und Preßburg aufgehoben werden. Die Deutschen und die Slowaken beabsichtigen, der Regierung einige Städte ihres Gebietes für *die Beibehaltung des alten. Charakters vorzuschlagen. Baeran bleibt in Haft. Prag, 31. März. Nach den Abendblättern hat das Landesgericht der ‘Beschwerde des Staatsanwaltes gegen den Beschluß der Ratskammer auf Haftentlassung des Abgeordneten iDr. Baeran mit der Begründung stattgegeben, daß bei Baeran Fluchtverdacht und die Möglichkeit der Wiederholung seiner Tat weiterbestehen. Demnach bleibt Dr. Baeran weiter in Haft . Ungarn. Der Königsputsch. Budapest, 31. März, (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Der A:> klagesenat des Strafgerichtshofes hat heute mittags seinen Beschluß in Angelegenheit des Königsputsches verkündigt. Danach werden Stephan v. R a k 0 v s z k y, Graf Julius Andrassy und Graf Anton S i g r a y als Rädelsführer wegen des Verbrechens des Aufruhrs unter Anklage gestellt Wegen desselben Verbrechens* werden ferner als Täter unter Anklage gestellt: Aladar Boroviczenyi, Josef Lorenz, August Schnitzler, Edmund B e n i ,c z k y, Dionys S z e s k 0 v i c h und Dr. Gustav G r a t z. Die Anklage gegen Baron Stephan Kray und gegen Andreas A l e.x a i wurde abgewiesen und das Verfahren gegen die beiden Genannten eingestellt Pogromisten sind straffrei. Budapest, 31. März. (Tel. der „Wiener Morgen* zeitung“.) „Az üjsag“ berichtet: Der Budapest Gerichtshof verhandelte gestern über die Strafanzeigen gegen die „Erwachenden“,, die vor einigen Wochen in der Königs- und Dobstraße, den jüdischen Vierteln Budapests, einen P 0 g r p m veranstalteten, bei dem sie die Gäste der Kaffeehäuser und die Straßengänger, die säe für Juden hielten, blutigprügelten. Vor Gericht standen merkwürdigerweise nur vier Angeklagte, die zu ihrer Verteidigung anführten, daß sie „aus begreiflicher Empörung über die überwältigende Rolle des Judentums“ zu ihrer Tat bewogen wurden. Der Gerichtshof sprach alle vier frei.. In der Begründung hieß es, der Freispruch sei erfolgt, weil die Angeklagten Teilnehmer am Aufstande im Burgenlande waren und weil sie sich am Gefechte von B.u d a ö r s beteiligten. Polen. Konferenz der jüdischen Mandatare Lemberg, 29. März. (Tel. der „Wienet.M:r~cn- .zeltung“.) Die Zionistische Exekutive Hat, wie .bcrC; gemeldet, für, den. I. April eine Konferenz säintr.:', t j ü d i s c h n a t i o h a I e n M a n data r c or Kultus- und Städtgemeinden einberufen. Auf je; Tagesordnung dieser Konferenz stehen folgend* Referate: 1. Der Zustand def jüdischen Gemeinde - von Kriegsausbruch bis jetzt; 2. die Lage der Ötadtgemeinden; 3; die j Ü d i s c h n a t i 0 n a 1 e A u to* nomie und die K u 11 u s g e m e I;j d e n; 4. die Wirtschaft 1 I c h e n Aich/Len dei jüdischen Gemeinden und 5. die nächster. Aktionen und taktische Fragen. Die Vier-Millionen-Pftitid-Anleihe. Warschau, 31. März. (Poln.Tel.-Ag.) Die Delegiertes der Direktion der polnischen Landesdarlehenskasse, die aus England zurückgekehrt sind, haben den Vertrag vorsei egt, den sie mit einer Londoner Bankengruppe unterre chnet haben. Die Anleihe beträgt v i e r M i! 1 i o n e b Pfund. Diese Summe entspricht zum Tageskurs 70 Milliarden polnischen Mark, demnach ungefähr einem Drillei der im Umlaufe befindlichen polnischen Noten. Als Sicherheit dienen in erster Linie die Beträge, die in polnischem Mark dem Konto der englischen Banken in der polnisches Landesdarlehenskasse 1n Warschau gutgeschriebco wurden. Der Zinsfuß wird sich auf 6% stellen, . Palästina. Beunruhigung in Jerusalem« London, 28. März. (Tel. der „Wiener Morgen» zeifung“.) Die „Times“ melden, ist man in Jerusalem wegen der bevorstehenden Peßachfeiertage beunruhigt; da man Zusammenstöße von Arabern mit Juden be» fürchtet, weil heuer die jüdischen Ostern mit den mohammedanischen' und christlichen zusammenfallcn# Die „Times“ beschuldigen die Zionisten, daß sie nach * Palästina Waffen geschmuggelt haben, um sich gegen die eventuellen UeberfällC der Araber zu schützen Für jeden Fall werde die palästinensische Regierung alles aufbieten, um jedweden Zusammenstoß zu verhindern. Lord MUlners Ankunft. Jerusalem, s8. März. (J. C B.) Lötd Minner ist rn Palästina eingetroffen. Ueberall wttirdt er von der jüdischen Bevölkerung mit Begeisterung begrüßt. In Petaich-Tikwab sind ihm 2000 Kbloini* sten entgegengezogen. Die Begrüßung gestaltHi sich zu einer imposanten Demonstration. Die jüdische Bevölkerung hofft, daß Millnens Reise für d|i jüdische Sache von entschiedenem Nutzen aeis werde. Lord Millner ist aus der Zeit, da er GdüvfcrneuT von Südafrika, war, als Juden!re und bekuinut Die englische Regierung fiäit ihri bekanntlich vc* einiger Zeit als fexperten nach Aegypten eatseade

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