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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-31 · Heft 1138 (31.3.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1138 (31.3.1922)
Date
1922-03-31
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ggffir* *-. ... ' .Wicu>reitag. bitten, fbeziehaingswei». e Vätern kamen, wochurcth jjsahreliang ausennanideirgeriasene Familien wieder vereinigt wurden. Von der obenoimgefuhrten Zaihll wur- 'jd-en bloß 490 z'jrüc'kgesKrh'Itdki. und. zwar nnar desbalfb, weil die dreiiprazeihtige Quote ihrer Gdbuirts- Sän-dier bereit® en ichopft war. Bei diesem A'rol'aß wies Präsident Bernstein mit Stoliz a»uf die Taitisia»ahe hin, daß von den jüdischen Einwanderern kein einziger wegenUnmoraitotät oder Verbrechern oder somistiger, diie Zulat «urig zur Landung an>sschließender -Delikte zu/riidkgewiesen wunde. Die Hias enbarmdite £m Berichtsjahr Kommissionen mach. Kuba und (Mexiko, um dien bereits dort eün'geliam(gten EiniWanderarn moral i ch und matienielil zu helfen und Qirndere-rseits die Möglichkeiten für eine Einwainider ningsciktrion auf breit* wer Gnivndkge im diesen Ländern zu studieren und nach dem Ergebnis, 'dlieser Studien vorflugehen. Vorläufig mußte vom einer größeren Aktion in diesen Staaten abgesehen, wer* iden. In Europa hat die Hias ihre hiilfreiohe ‘Arbeit im Jahre IQ2Ö begönnern. Sie umteulhäk gegenwärtig 24 Exiposituren in versdhiiodienen osteuropäisoher» Ländern mit einem europäischen Zentri3'liburen*u im Warschau. Die Hilf temfosäre id»er Hias arbeiten je tot in Polen, Ositigailiizien,. Älttnamäni-er;, Beßarabien, Ukraine, Litauen und Lettland. Im Berichtsjahre wurden im Wege des Warschauer Bu<re©ius 6 Millionen und 665 Dotltlar an Auswanderer au gezahlt. Eine der wichtigsten Aufgaben, die sich die Hias gestellt ha»t, ist die Regelung urad Ueberwaohumig deis GeMub-erweisumgs- Krerkeihms. Seit KricgssbSchluß wurden vom amerißoami sehen Juden cm ihme in den Kiriegs- und Pogromländern im (X ot lebenden Verwandern unnd Freunden Unsummen überwiesen. Sowohl diie Ueberweiser als auah die Adiressaiten wurden von Wi^dhere/rn und Schwindlern um Rievenibeträee betrogen. Die Hitais jhat hierin zum Teil bereits-Wamdiel gesdheiffen, Um den Schutz der klaglosen Geld.übetrweödung möglichst zu vervollkommnen, halt diie Hiias diie Schritte teur Gründung einer Geldüiberwets/ungsbanlk «mteirft'Ommen. Die ■stmariiahe Konzession wurde bereits erteilt und die Bank wind im Laufe des Monats April ihre Tätigkeit beginnen. Es sprachen mehrere Redner, worauf die Wahlen in die. Leitung vcnge- Dommen wunden. - * Vis Zeire Zion in Amerika im Dienste des Keren Hajessod. In Rotchester 40.000 Dollar gesammelt. Die im vorigen Monat in Philadelphia stattgefundene Konferenz der Zeire Zion in Amerika, welche den Anschluß der amerikanischen Zeire Zion an den Weltverband „Hitachduth* beschlossen hat, hat dem Keren Hajessod ihre besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Aus dem in dieser Konferenz erstatteten Berichte geht hervor, daß die Sammlung der Zeire Zion bloß in Rotchester dem Keren Hajessod 40.000 Dollar einbrachte. Die Konferenz verpflichtete sämtliche Gruppen, künftighin die Arbeit für den Keren Hajessod an die Spitze ihrer Aufgaben zu stellen. Die Zeire Zion in New York und Chicago haben für die bevorstehende Keren-Hajessod-Kampagne eine beträchtliche Zahl ihrer besteq Arbeitskräfte als freiwillige Mitarbeiter zur Verfügung gestellt * Vom Keren Hajessod. Laut Beschluß der Keren- Hajessod-Kommission wurde bei der Länderbank, Zentrale Hohenstaufengasse, ein eigenes Konto eröffnet und können demnach Einzahlungen sowohl auf dieses Konto als auch mittels Postsparkasse (Konto 47.115) wie direkt an unserer Kasse erfolgen. Sonntag den 2. April findet um s/,ll Uhr vormittags in unserem Bureau, 11, Tabor- Straße 20a, eine Sitzung der Keren-Hajessod-Kommission statt. * Rabbiner Schapira nach Jerusalem abgereist. Rabbiner Chaim Schapira aus Drohobycz, Ehrenpräsident der österreichischen Misrachi-Zentrale, der, wie bereits gemeldet wurde, mit seiner ganzen Familie nach Erez Israel übersiedelt, hat am 29. d. M. seine Reise dorthin angetreten. Viele Hunderte von Anhängern, Gesinnungsgenossen und Freunden, unter denen sich auch die Herren Rabbiner Israel Friedmann (Husiatyn), Isaak Heschil (Kopyczynce) und noch viele andere angesehene Rabbiner befanden, begaben sich auf den Südbahnhof, um dem Rabbiner Schapira vor seiner Abreise nach dem Lande seiner Sehnsucht nochmals ihre Verehrung zu bezeugen. Als der ehrwürdige Rabb'ner mit seiner achtzigjährigen Mutter am Coupefenster erschien, brachten ihnen die auf dem Perron stehenden Männer und Frauen begeisterte Ovationen dar. Tücherschwenken, Hochrufe, Segenswünsche und die Klänge der pHatikwah“ geleiteten den abfahrenden Zug, bis er außer Sicht kam. * Die «Fliegenden Blätter* als Jubilar. Die Münchener »Fliegenden“ bringen heute ihre 4000. Nummer heraus. Trotz seines harmlos heiteren Inhalts hat das B'.att stets hervorragende Künstler der Feder und des Zeichenstifts zu seinen Mitarbeitern gezählt Unter anderen Großen hat es auch Wilhelm Busch den Weg in die, Oeffentlichkeit gebahnt. Ihrer ungeheuren Verbreitung auf der ganzen Erde rühmen sich die »Fliegenden“ mit Recht in den launigen Versen Ihrer. Festnummer: Wo sanft der Donau Welle plauscht — Wo Rhein und Themse ihren Lauf — Selbst, wo der Niagara rauscht — Dort liest man diese Blätter auf. — Von Grönland bis nach Neuguinea — Vom Kongo bis nach Belutschistan — Von Dämemark bis nach Korea — Vom Nordkap bis zum Ozean — Der Schattenkreis der Sykomore — Bis dorthin, wo des Nordlichts Strahl — ia, selbst der Sultan von Johore — Stehtiu der Abonnenten.:ahI. * Ein Kolumbus-Fund. Eine Handschrift des Entdeckers Amerikas, die samt einem anderen Autogramm die einzigen Zeugnisse dieser Art von ihm in den Vereinigten Staaten sein solen, sind nach dem Berichte amerikanischer B'ätter in einer 26.000 Bände umfassenden Sammlung aufgefunden worden, die sich jetzt im Besitze der Brown-Universität zu Provldence befindet Das Autogramm wurde in einem Bande von Sacrohüsoos „Spera. Mundy“ entdeckt, der augenscheinlich im Besitze von Kolumbus gewesen war. Die Handschrift ist ein Gesuch, das Kolumbus an Ferdinand und Isabella richtete und das von ihm auf der Insel Hispanioia im Jahre, 1494 verfaßt wurde. (Bekanntlich wird gegenwärtig die Frage der jüdischen Abkunft des Kolumbus in der Weltpresse sehr lebhaft diskutiert.) * Einwanderung jüdischer Arbeiter nach Argentinien. ln Buenos Aires trat in Begleitung eines Vertreters des jüdischen Arbeiter-Emigranten-Verbandes!n Polen ein Transport jüdischer Arbeiter-Emigranten aus Osteuropa, ein. Es wurde sogleich eine Konferenz des Allgemeinen jüdischen Emigralionskomitees und der Arbeiterorganisationen einberufen, um den weiter zu erwartenden Einwanderern Arbeit zu verschaffen. (L C, IS.) WTEtfER MÖäÖENZErrtftfCi 3t, März 1922 Ni*. T138 . * "'*"L "" ■— — - - ■— ■■ —n ..''‘»■■■n ■ ■ >>—» — » - ■' "■ '■ — '■ ■■■■ i ■»— i— ■ — ■ mm i — n ■■ ,«■- ■ uw ■■ Mitteilungen aus dem Publikum, Streng rituell! 121 WD KPTVV Hotel-Restaurant Barschak Vorzügliche polnische Fische Ungarischer Spezialwein riC5 bty Wien, ll„ Cr. Schiffgasse 3, Tel.40-1-33 Leopoldsgasse Nr.31 659 «IN FLASCHEN nos bw iw? HEBRÄISCHE BÜHNE iiiiimiitiiiiiiuiinmiiimiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiuiiiii Die akademischen Ktilturverbände „Jabne" urid „Tarbuthveranstalten Donnerstag den 6. April um l/ß Uhr abends in der Roland-Bühne eine bebrSlsohe Aufführung der „N’weile“ Drama In 4Akten vonP. Hirschbein. Regie: Herr Leo Hatpero. Karten sind Im Vorverkauf bei der Tageskasse der Roland-Böhne, II., Praterstraße 25, und am Schalter der .Wiener Morgenzeitung* erhältlich. 6209 * Eine Zeitschrift für rabblnische Forschung ln Palästina. Die palästinensische Rabbinerorganisation erhielt die Erlaubnis zur Herausgabe einer Monatsschrift „Kol Torah“, die der Erörterung von Fragen der talmudischen und rabbinischeu Literatur gewidmet sein wird. (J. C. B.) * Keren Hajessod In Polen. Wie aus Warschau berichtet wird, hat sich dort im Sinne der Beschlüsse, des XII. Kongresses ein Keren-Ha essod-Dlrektorlum für Polen, dem Vertreter aller zionistischen Föderationen und Fraktionen angehören, gebildet Außer den zionistischen Mitgliedern gehören dem Direktorium unter anderem auch die Herren Meier P e c k e r (Zeire . Zion), Abgeordneter S c h 1 p e r (rechter Poale Zion) und Advokat Löwehson (Hitachduth) an. Demnächst wird nach Warschau eine Konferenz der Vertreter sämtlicher Keren-Hajessod-Lokalkomitees einberufen. Diese Konferenz soll einen ständigen Beirat und eine Revisionskommission für die Ker6n-Hajessod-Arbeiten in ganz Polen wählen. * Die Propaganda für die jüdisch-palästinensische Arbeiterbank. Die Delegation der vereinigten Arbeiterparteien in Palästina hat ihre Propagandatätigkeit für die Arbeiter bank in Palästina in New York beendet und ihre Reise durch die Vereinigten Staaten angetreten, um auch dort die Anteilscheine der Arbeiterbank unterzubringen. Die Delegation hat sich zum Ziel gesetzt, 30.000 Aktien In Amerika-?u verkaufen, was, wenn es gelingen sollte, die Arbeiterbank von jedem äußern Einfluß befreien und sie ganz in den Händen der Arbeiter allein lassen würde. Die bisher gezeitigten Resultate lassen auf einen Erfolg der Delegation hoffen. * Keine Schwierigkeiten für österreichisch! Handelsreisende in Triest. Das Gremium der Wienei Kaufmannschaft teilt mit, daß auf Grund eingeholter ln« formationen österreichischen' Reisenden und Vertreten derzeit in Triest keinerlei Schwierigkeiten begegnen. DU seinerzeitigen gegenteiligen Meldungen bezogen sich aus* schließlich auf das Gebiet von Trient * Bitte um Hilfe. Ein armer junger Mann, der dal Unglück hatte, zu erblinden, und nach Wien gekommen ist um die Bürstenbinderei zu erlernen, wendet sich durcl 'uns an fühlende jüdische Herzen, ihm in seiner Not zi helfen und ihm die für se’ne Existenz nötige Ausbildung zu ermöglichen. * Die Adresse des Bedauernswerten, voi dessen. Würdigkeit und Dürftigkeit wir uns überzeugt haben, ist: Isaak Goldstein, XIX., Thalersbrunngasse 6/3 * Ein Universitätsstreik wegen einer neuen Orthographie. Aus Sofia wird berichtet: Zwischen de! hiesigen Universität und der Regierung Ist ein heftige« Konflikt entstanden. Die Regierung hatte der Universität den Auftrag erteilt, an allen Fakultäten die von der Regierung entworfene neue Rechtschreibung einzuführen. Da der Akademische Senat diese Orthographie nicht anerkenne! wollte, beschloß er, sofort die Vorlesungen an sämtliche! Fakultäten einzustellen. Hierauf hat der Unterrichtsministei 23 Personen ihres Amtes enthoben, in der Absicht, Ihrl Stellen durch russische Lehrkräfte zu ersetzen. Nunmehr erklärte sich die gesamte Hörerschaft mit ihren Lehrers solid risch und trat in den Streik. Die Intelligenz dei Hauptstadt steht auf seiten der Professoren und Studenten, Bekanntlich haben in der Vorwoche bulgarische Studenten in W i e n wegen dieser Angelegenheit vor ihrer Gesandtschaft demonstriert. * Zunahme der Wutkrankheit ln Wien. Det Polizeibehörde wurde bekannt, daß am Mittwoch vormittags ein etwa zehnjähriges Mädchen, das mit eine« Kinderfräulein ging, im I. Bezirk in der Welhburggasse vqb einem wutkranken Hund gebissen wurde. Die Begleiterin des Kindes hat dem einschreitenden Sicherheitswachmann eine offenbar falsche Adresse angegeben, so daß sich die Behörde der Kleinen nicht annehmen kann. Es steht zu befürchten, daß der Unfall den*Angehörigen des Kinder verschwiegen werden soll. Obwohl das Kinderfräulein angewiesen wurde, sich bei der Polizeibehörde zu melden, Ist bis jetzt keine Meldung erfolgt. Nach Angabe von Zeugen soll das Kind von zwei Seidenpintschern begleite! worden sein und einer .von ihnen soll gleichfalls von den wutkranken Hunde gebissen worden sein. Der wutkrank« Hund wurde übrigens erschlagen; Sowohl die Angehörige! des gebissenen Kindes als auch der Eigentümer des wutkranken Tieres werden aufgelordert, sich beim Kommissariat Innere Stadt zu melden. * Für Kleingärtner. Die Kleingartenstelle gib! Sonntag von 8 bis l Uhr Im städtischen Reservegarten, XIL, Eibesbrunngasse, zu billigen Preisen Obstbäume ab, wie Aepfel- und Birnenhochstamm, Kordon, Pyramiden, Spalier, eine kleine Partie Nußbäume, Pflaumen, Weichsel und Mispel, Kritzendorfer Ribiseln- bis dreijährig, K 40 bis 50 per Stück, Himbeer K 30 per Stück, * Wetterbericht, In ganz Mitteleuropa herrscht noch kaltes, stark veränderliches Wetter, mit vorübergehenden leichten Schneeböen. Die Temperatur ist um ungefähr 4 Grad unternormal, Voraussage: Unruhiges, veränderliches und kaltes Wetter andauernd, * Aktion „Lehrlinge aufs Land"; Bis Ende Februar 1. J. haben sich heuer 331 Lehrlinge, davon 246 aus Wien. 102 vom Land Niederösterreich, 33 aus Steiermark uno 93 Lehrmädchen, davon 79 aus Wien und 14 aus Steiermark, angemeldet. Bisher wurden von der Aktion 16.761 Lehrlinge und Lehrmädchen mit 457.189 Tagen verpflegt, Zuschriften um Aufnahmen sind zu richten an die Lehr- Ungsftlrsorgeaktion beim V o 1 k s g e s u n d h e 11 a* a m t e, Wien, L, Hofgartengasse 3. 0 Die Konferenz der „Hebrew Federation* in New York. An der in New York stattgefundenen Konferenz c’er „Hebrew Federation“ (Föderation der Hebraisten) nahmen über 100 Delegierte teil. Als Gäste waren anwesend: Reuben Braiuin, Jabotinsky, Dr. SSrkin und Rabbiner Meyer-Berlin. (J. C. B.) * Reise Dr. Bernard Ftexners nach Palästina. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Errichtung einer Baukredit- und Sparbank in lerusalem durch die Brandeis- Gruppe begibt sich Dr. Bernard F 1 e x n e r demnächst nach Palästina, um zusammen mit dem bereits in Palästina weilenden M. Rosenblum den Plan durchzuführen. (J. C* B.) * Eine interessante Verlobung. Die Enkelin den verstorbenen deutsch-englischen Großfinanzmannes Sir Ernest Cassel aus Köln, Miß Eveline A s h 1 e y, Tochter des Lord Ashley, der die inzwischen verstorbne Erbtochter Sir Ernest Cassels geheiratet hatte, hat sich mit dem Prinzen Leopold von Battenberg verlobt. Der Bräutigam ist der jüngste Sohn der Prinzessin Beatrix von Englind, der jüngsten Tochter Königin Viktorias, die mit dem hessischen Prinzen Heinrich von Battenberg verheiratet ist. Die Neuverlobten haben sich in Indien kennen gelernt, wo die Braut als Gast des Vizekönigs Lord Reading weilte, während der stets kränkliche Battenberger im Gefolge seines Vetters, des Prinzen von Wales, war. Die Enkelin des Kölner Bankiers, der aus einer in Berlin ansässig gewesenen Rabbinerfamilie stammte, wird somit die Cousine des Königs von England und die Schwägerin der Königin von Spanien, die des Bräutigams ältere Schwester ist * Filmaufnahmen in Palästina. Filmoperafeure der großen amerikanischen Filmfirma „Fox Film Co.“ weilen in Palästina, um dort auf. den geschichtlich überlieferten Plätzen Aufnahmen für ihren Film „David und Goliath“ vorzunehmen. Kostüme wie auch alle Zubehöre wurden aus Amerika, mitgebracht. Zu den Aufnahmen sollen Tausende von Kamelen und mehrere hundert Pferde benützt werden. Die Kosten des Films sollen 1 Million Dollar übersteigen. * Postpakete nach Palästina. Nach einer Mitteilung der Postverwaltung in Palästina müssen Postpakete nach Orten in Palästina in starken. Kisten, Blechschachteln, Hanfstoff oder Leinen verpackt sein. Eine Verpackung in Papier oder Pappendeckel genügt nicht. * Das Attentat auf Mitjukow. Wie das russische liberale Blatt „Rul“ meldet, wurden gestern im Zus"mmenhang mit dem Attentat auf Miljukow in einem Berliner Restaurant etwa 30 Teilnehmer des Monarchistenkongresses von Kriminalbeamten verhaftet und nach dem Polizeipräsidium gebracht. Nach einem Verhör, bei dem sie jede Verbindung mit dem Attentat ableugneten, wurden die Verhafteten wieder entlassen. * Die Erde bebt. Gestern um 8 Uhr 15 Minuten vormittags wurde in Belgrad aberma’s ein Erbeben verspürt, dessen Distanz die Seismographen mit 33 km bezeichneten. Aus Kragu jevac und anderen Städten treffen Meldungen über eine starke Erdbewegung ein, Die Bevölkerung verbrachte die Nacht im Freien. Wie der „Allgemeine Tiroler Anzeiger“ meldet, war am 27. d. M. u n 8 Uhr 45 Minuten in S't e r z i n g ein leichtes Erdbeben zu verspüren. In fast gleichen Zwischenräumen erfolgten fünf wellenförmige Erdstöße in der Dauer von je zwei bis drei Sekunden. Es wurde kein Schaden anterichtet, * Eine Razzia im Caf6 Atlantis* Gestern zw’schen 5 Uhf nachmittags Und 7 Uhr abends wurde vom Sittenamt der Polizeidirektloh in den Räumen des Cafä Atlantis, I., Schwarzenbergplatz l, eine Razzia nach Frauen, die der Ausübung der unkontrollierten gewerbsmäß?gen Unzucht verdächtig waren, vorgenommeri. Es ist erwiesen, daß beschäftigungslose Frauen und Mädchen das Cafö in der; Absicht aufsuchen, Männerbekanntschalten zu machen. Auch verheiratete Frauen, die der Sittenpolizei ohnehin schon bekannt sind, pflegen in Gesellschaft ihrer eigenen Männer das Cafö aufzusuchen, und es hat den Anschein, als ob die Männer davon wissen, daß ihre eigenen Frauen Herrenbekanntschaften - suchen und mit ihnen sich zurückziehen. Angeha ten wurden 24 Mädchen und Frauen. Von Urnen wurden 16 im Lokal selbst perlustriert und vorläufig entlassen. Drei Männer wurden zum Amte gestellt. Von den Frauen wurden sieben als geschlechtskrank der Spitalsbehanrdjung zugeführt, zehn nach ihrer Einvernahme entlassen, vier polizeilich bestraft und drei den Kommissariaten ihres Wohnsitzes zur Perlustrieruhg überstellt. Ein Mann wurde wegen Zuhälterei dem Strafbezirksgericht I eingeliefert. Drei Männer, Ehegatten beanständeter Frauen und selbst vorbestraft, wurden den Kommissariaten ihres Wohnsitzes zur Perlustrierung übergeben, ♦ Ein Miliionendiebstah! in der Wiener Messe. Nach Schluß der Wiener Messe ist bei der Abräumung dep ausgestellten Sachen an der Firma Donath <5c Komp., Modlstönzugehör-Engrosgeschäft, Gumpendofferstraße, 67, ein Diebstahl mit e’nem Schaden von 2 bis 3 Millionen Kronen begangen worden. Als Täter stellten sich 61s Handelsangestellten Max Schleier und Wilhelm B ad o f s k y, noch bevor gegen sie eingeschritten werden konnte, selbst dem Gericht, da sie über die Höhe ihrer Beute g~nz perplex waren. Sie wurden bei Fortführung der Untersuchung auf freiem Fuß belassen. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Volksbildung im Technischen Museum. Samstag den t, April, 3 Uhr nachmittags, Führung N. Boroevic „Dampferzengung“. — Sonntag den 2. April, 10 Uhr vormittags, Im großen Hörsaai Lichtbildervortrag „Was die Landwirtschaft der Maschine verdankt* von Hofrat Prof. Ingenieur J. Rezek. Ausgewählte Kapitel aus dem Strafrecht. Lieber die Schuldform, die Teilnahme mehrerer am Verbrechen, das Strafensystem, die Delikte gegen Leib und Leben, die Vermögensdelikte und das Jugendstrafrecht wird Hofrat Dr. Ludwig A 11 m a n n, Landesgerichtspräsident, einen Kurs von sechs aufeinanderfolgenden, am 3. April, l/j8 Uhr, im Kurssaale der Urania beginnenden Montag-Vorträgen halten. Urania. Heute, 5 Uhr (Großer Saal) Wild-Afrika.— 6 Uhr (Kleiner Saal) Hochschuldozent Dr. Alfred Till: Vom Werdegang der Erde und des Lebens, XII. — V*6 Uhr (Kursgaal) Prof. Dr. Leopold Sternhagen: Vom Feuerbohrer zum Benzinfeuerzeug, ‘/„ö Uhr (Klubsaal) Univ.-lektor Dozent Marius Faber: Praktischer Uclmngskurs in Sprech- und Vortragskunst, XIL — '1,3 Uhr (Großer Saal) Wild-Afrika. — '/.8 Uhr (Kleiner Saal) Dr. Friedrich Kronsedcr: Die Bergpredigt,!!. — */*8 Uhr (Kurs* saal): Hochschulclozent Dr. Alfred Till: Praktische Bodenkunde. XII. — '/,8 Uhr (Klubsaal) Prof. . Richard WickenhHuaer: Musik- und Harmonielehre. VI

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