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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-29 · Heft 1136 (29.3.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1136 (29.3.1922)
Date
1922-03-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Wien, Aüilwock «Teile 4 _ Wien, AüilwociS >, - ———• t -- -lU-TMiMbfciMJMUlJMCaaC L7 pagner und Relnert ein, i n s u 111 e r t ea dort den Direktor der Firma mit Ko p fschlügen und Fußtritten und erzwangen unter der Drohung, ihn rum offenen Fenster hiaauszuwerfen, eine Erklärung, wonach der Betrieb rti den Bedingungen 4er Arbeiterschaft wieder aufzunehmen und außerdem den demonstrierenden Arbeitern der entgangene Verdienst für «Re Zeit der Demonstration von der genanntes-Firma auseuzahlen sei. Der Industrielienverband macht nun seine Teilnahme äh den bevorstehenden Schiedsgerichtsverhandlungea von 4er Stellungnahme der Gewerkschaftskommission, des Metallarbeiterverbandes und der Union der Textilarbeiter tu diesen Vorfällen abhängig. Eine Köpenickiade im Burgetiland. Der 3ajäbrige Kärntner Josef Petütschnig, der feis zmm 16. d. M. als einfache Mamn^dhaftiiperscn bei der österrreidhi-schen Webrmadit gedient giatte, ari diesem Tage aber desertiert war, kam mit ■der Distinktion eines Offizierstellvertreters nach ISchwadar f, Heß sieh dem Bötgemneis'ter Vorführern und meldete diesem die bevorstehende Arir kirn ft von 260 Man n der Reichswehr» als deren Quartiermacher esr voraansgesandt worden «ci, um rur sie Unterkünfte zu besorgen. Dann tmaf er urnter Assistenz des Bürgermeisters große ybrbereitaangen für die Bequartierung und Verpflegung der Männr Schaft und seimer eigenen Person. Er hat sich vom Fleischhauer Rakowitaeh K 2000 zum angeh- $chen Ankauf von Kaffee aüsgoborgt und - der ei?.cIthsu-ereibe sitzerin Therese Hüt.tinger drei Kilogramm Wurst im Werte von K 5100 für die Mannschaft herausgeiodct.. Vom Bürgermeister Schweiger ließ er sich ein Paar gute Schuhe geben, weil seine zenssen warni und er sie rasch reparieren lassem wollte. Beim Gastwirt-Leg.e l hat er eine Rechnung'auf neun Viertel Weih‘offen gelassen und in Aussicht gestellt; daß er die K 2-200 später zahlen, dafür aiber sorgen werde, daß Legel während der Kamtonierung ein gutes Geschäft machen werde. .;V. Am 18. d. M., dem Tage, für des er das Ein- .te elfem der Mannschaft avisiert hatte, lieh er sich -vom Sdhmeidergehilfesi'Alfons Ettl SM Fahrrad Ws, um der Truppe entgegen zufahren. »Und Rad fcnd Fahrer sah man niem2ils wieder.« Das heißt, dös fead wurde in Moc^brum attfgsfumdem, wo er es i&T 17.000 Kronen verkauft hatte. Umso vergeb- Scher war dafür bisher das Suchen mach Pctütsdhnig. * Aus der Wiener Publizistik. Wahrend der Bischof von Limburg rn einem Hirtenbrief bewegliche Klage über die zu geringe Anzahl bestehender katholischer Zeitungen führt, verhehlt die „Reichspost“ nur schlecht Ihre Genugtuung darüber, daß das „Deutsche Voiksblatt“ rzwar indirekt dem christlichen Volke erhalten bleibt, aber durch seine Entpolitisierung doch aufgehört hat, ein direktes Koakurrenzblatt des christlichsozialen Hauptorgans zu sein. 8Ae Verwandlung der „Blutigen Hacke" — diesen Spitznamen *at sich das Vergani-Biatt in der Rttualmördkampagne asegea Hilsaer erworben —in ein rein wirtschaftspolitisches Hrgsn sowie das Jubiläum des „Fiakerblattds“, womit das ^Extrablatt“' gemeint ist, entlockt dem Punder-BIatte den Stoßseufzer. Die Suclrt nach Volkstümlichkeit um Asdea Preis verführt leicht zu Experimente« auf Kosten sfes guten Geschmacks und der Ethik! Wenn nur die Folgen nicht gar so verschieden wären! Das, eine Blatt muß nach 34jähr?gem Experimentieren urasatteln, das äfwelte erlebt das 56jäkrige Bestands jubiisum und das -dritte erhält gar schon nach 25 Jahren eine päpstliche Auszeichnung... * Ela Legat Popper-Lya^eas*. Josef Popper-Lyakeus hat, aaeh einer Mitteilung des Dr. fulius Ofner, in seinem am 11. Dezember vorigen Jahres abgefaßten Testament aus seinem geringfügigem Vermögen der Wiener Freiwilligen Rettungsgeseilschaft eia Legat in der Höhe vo« K KwQ vermacht. WTEKER MOR'GENZIiiTüMu ,, I—■ > — 111 ...... 1, —.»>>—> 111 —■ ■ I I-.I ■ 1 UM .11 lllliMlOrtl Mitteilungen aus dem Publikum. Die Eine &agt*8 weiter, So geht in der Runde Die gute'Erfahrung Von, Munde za Munde Nehmet das Beste Zum Backen und Braten Sollen Euch Immer Die Speisen geraten: Nehmt KUNEROL! K-'ä,* 'TM ■„! . m Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner EjiruürtSe-.ii des Herrn Oberrabbiners S. ». Ehrenfeld, Mcllcrüdorl, daher lUj Bestellungen auf Kunerol flDD 11^3 werden bereits entgegengenommen. SW Schreckliche Lage der jüdische« Rückwanderer ans Rußland. Aus Rowno treffen haarsträubende Berichte über die Lage der jüdischen Rückwanderer ein. Mehrere Tausende von Rückwanderern und ukraini- , sehe« Flüchtlinge befifaden sich in Rowno in den meirschennnwürdigsten Verhältnissen. Irgendwelche hygienische Kontrolle atrszuü'ben, ist ausgeschlossen. Die Behörden wollen die Erlaubnis zum weiteren Verbleiben > im' Rownb nicht gehen, wodurch die Lage sich noch verschlimmert hat. Mit Rücksicht darauf hat die >Hias<r im Einvernehmen mit dem ukrainischen Zentral. Hilfskomitee u«d der Aaswanderungssektion des jüdischen Natipnalrafcs beschlossen» die ukrainischen Flüchtlinge nach Danzig aubzuschickei^wo sie Gelegenheit zur Auswanderung abwarten sollen. Inzwischen soll bei der polnischen -Regierung die Ausstellung polnischer Pässe an die Flüchtlinge durchgesetzt werden, damit ihnen die Auswanderung bei sich darbietender Gelegenheit ermöglicht werde. (J. C. B.) Japan für Esperanto. Im japanischen Parlament wurde ein Antrag, betreffend die offizielle Einführung der Esperantosprache in die japanischen Schulen, eingebracht Chefarzt gesucht Die Krankenfürsorgeanstalt der Wiener städtischen Angestellten und Bediensteten, I., Ebendori^rstraße 1, 1. Stock, sucht einen Chefarzt. Gehalt, Pension und sonstige Bedingungen bleiben der vertragsmäßigen Vereinbarung anheimgestellt. Näheres von 8 bis 10 Uhr in der Anstalt Offerten bis längstens 15. April. Das Fundamt der Straßenbahn. Das Fundamt der städtischen Straßenbahnen, VI., Rahlgasse 3, wird aufgelassen. Vom- 1. April an werden alle Gegenstände, die kn Straßenbahnwagen gefunden werden, im Fundamt der Polizeidirektion»!., Roßaueriände 9, aufbewahrt Wetterbericht. Das Wetter hat noch immer stark veränderlichen" Charakter, ln Tirol. fiel gestern nachts Schnee. Gestern war es in ganz Oesterreich wechselnd bewölkt; in Graz fiel Regen. Die Temperaturen sind andauernd unter normal, Wien mittags 7 .Grad. Es steht bei steigendem L.uftdjuck neuerlich , Luftzufuhr aus Norden bevor, damit Andäuer des stärker bewölkten, kalten Wetters. V 0 r-a ussage: Wechselnde Bewölkung, zumeist auch geringe Niederschläge, kaltes Wetter. Neuerliche Erhöhung der Brot- und Mehlpreise. Ab 2. April wird der. Preis voa rayoniertem Brot von K 524 auf K 610 von Verschleißmehl von K 612 auf 687 erhöht. In dieser Erhöhung kommen nur der geminderte Staatszuschuß zum Brot für die dritte Periode des Abbaues der Lebensmitteizuschüsse und die erhöhten Gestehungskosten des Mehles zum Ausdruck. Für die'Barmherzige« Brüder. Unter Bezugnahme auf unseren Aufruf erhielten wir von der Firma Brüder Klein, Schuhfabrik „B e k a°, Mödling, K 25.000, welche dem genannten Zwecke zugeführt wurden. Eine seuehenfreie Woche. Int Volksgesundheitsamt im Bundesministerium für soziale Verwaltung wurden für die Woche vom 12. bis 18. d. M. weder eine Erkrankung an Blattern noch an Cholera oder Flecktyphus angemeldef. 0 Salon Jansehua. Die 57jährige Masseurm ZäziUe J a n s c h u a, Mariahilferstraße 36 wohnhaft, wurde vom polizeilichen Sittenamt wegen Kuppelei dem Strafbezirksgerieht I eingeliefert Sie Hat unter dem Deckmantel ihres Gewerbes Geiegenheitsmacherei betrieben. Das Verfahren wegen Ko#ze9j^onsentziehung, wegen Wohnungsaaforderung und wegeh Abschaffung ist eingeleitet. * * Vom Keren Hajessod. Es wird neuerdings zur Kenntnis gebracht, daß die Bureaus des Keren Hajessod Sich von nun an ausschließlich ü.j Täborstraße 20a (Telephon 41-5-30), befinden, wohia Schriftstücke und auch Zahlungen, sofern diese nicht mittels Postsparkasse erfolgen, zu. richten sind. * Vom Keren Kajemeth FJisroe! (Jüdischer Natfo- »alfonds). Ueber verschiedene Anfragen teilen wir mit, daß laut Mitteilung des Keren-Kajemeth-lTiaroel-Bureaus 1* Prag die Ziehung der Nationalfonds-Lotterie am 24. April stattfinden wird. * Misrachi, Wie». Oberrabbiner M/S* G 1 a s n or aus Klausenburg wird Montag den 3. April üm O Uhr abends in der polnischen Schul, IL, Leopold’s- *esse 29, einen halachisch-agadischen Vortrag halten und Dienstag den 4. April um 7 Uhr abends ira Festsaale dßs iWcte! Go n t i n e n t a i, II., Taborstraße, über „Die Pflichten des religiösen Juden beim Aufbau Palästinas0 spreche«. Juden, erscheinet in Massen! /? ' * Das Grazer Paßübercinkoramen. Amtlich wird mitgeteilt: Am 27. d. Ai haben Oesterreich, . Ungarn, Italien und die Tschecho-SIowakei die RatlfiaierungB- «rkunden zum Grazer Paßübereinkommen vom - 27. Jänner 1922 im Bundesministerium des Aeußeru hinterlegt. Das Uebereinkommen ist demnach am 27. d. M, zwischen den genannten Staaten in Kraft getreten. — Das Publikum entnimmt dieser Mitteilung gar nichts. Es weiß nur, däß das Laster der Pässe, die ein verrückter Diplomat erfunden hat, fertd au ert. * Jüdischer Rechtsschutz In Polen. Der Jüdische Nation errat von Warschau hat in einer Reihe von Provirizwrtea Filialen seines Rechtsschutzbureaus eröffnet. Diese Institutionen entfalten eine sehr intensive Tätigkeit auf dem Gebiete des Rechtsschutzes und der juridischen Hilfe für Etnigran t e h. In den letzten Tagen wurden Sekretariate in G r o .d « 0, I. 0 m z a und W 0 1 k 0 w i j s k eröffnet, denen auch Vertreter der genannten Ortschaften beigetrete« sind. * Midchenmobiüflierang i« Bulgarien. In Bulgarien ist jüngst eine zivile Mädchenmobilisierung angeordnet vjcrd««. Wie die Blätter berichten, beläuft sich die Zahl dar Mädebao, die zur obligatorischen Arbeits- Ä o I «t« n g efnberufao warden sollen, fn Sofia auf 4908, Warna a«t 230, in PhiKppopel auf 578, in Bargas auf 170, Sftwiea auf 204 und in Tirnowo auf 178. Die erste <3juppe soll demnächst einberufen werden. Die Mädchen werden in verächledcneu V."crkßtätt^n arbeiten. Natürlicher Tod oder Verbreche«? Diese Frage, die, wie wir gestern berichteten, seit dem plötzliche Tode der Prostituierten Berta lust die Polizei beschäftigt, ist noch immer ungeklärt Man sucht hauptsächlich nach einem Dorischen Schlüssel und nach dem fehlenden Schmuck. Mitteilungen über die bezelchneten Juwelen sind an das Sicherheitsbureau, Roßaueriände Nr. 7 (Dr. Pokoray), erbeten. Eine Ehetragddie im Hotel. Gestern wurde der 34jährige Kaufmann Josef Sterkendrics, zu Antwerpen geboren, nach Buenos Aires zuständig, im Hotei Imperial wohnhaft, dem Landesgericht 1 eingeliefert. Er hat am 26. d. M. i« seinem Hotelzimmer seine Gattin Hilde unter Vorhaltung eines Revolvers,, der allerdings nicht geladen war, mit dem Umbringen bedroht und die Frau durch Faustschläge und Fußtritte mißhandelt Frau Sterkendrics Ist leicht verletzt Nach Angabe seiner Frau hat er ihr in den letzten Mbnates wiederholt mit dem Vergifte« gedroht Im Hotel ist es fast 'alltäglich zu lebhaften Auseinandersetzungen der Ehegatten gekommen. . Fremde aller Länder kaufen fertige Anzüge, Regenmäntel, Jumper, Wirkwaren am billigsten im Naschmarkt-V/arenhaus, VI., Linke Wienzeile 44 (bei der Kettenbrücke). Vereine, Vorträge und Versammlungen. Jüd!scheToy«bee-HaIIe. Heute, 7 Uhr abends, Vortrag Dr. Ludwig Redlich: Die rituellen Vorschriften des Judentums vom Standpunkt der Hygiene. — Jüdische Volksbibliothek Zion. Sämtliche Mitglieder werden aufgefordert, die rückständigen Mitgliedsbeiträge zu erlegen. Neuaufnahme täglich von 4 bis 8 Uhr nachmittags, ausgenommen Samstag und Sonntag. — Der Verein Tikwath Je hu da lädt seine Mitglieder und von denselben eingeführte Gäste für heute, 8 Uhr' abends, zu einem geselligen Abend im Caf6 Hämmerling (Souterrain) ein. Programm: Sam. Strauß: Rezitationen. — . Zionistische Bezirkssektion K. Donnerstag den 30. . d. M., 7*8 Uhr abends, in der Bezirks Vertretung, IX-, Währingerstraße 43, zionistische Frauenvers&mmiung, bei der Frau Erna Patalc und die Herren Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes und Armonrat Aron Schwertfinger über die aktuelles Fragen des jüdisches Lebens spreche« werde». — Jüdische Tischgesellschaft Laadstraße. Nächste Zusammenkunft morgen, S Uhr abends, Cafe Gartenbau (Souterrain). Geschichtlicher Vortrag.. Nachher Vortrag dos Herrn Bargsehausplders Blum. Gäste willkommen. — 29, Märs 192# Nr. 1136 Zionistische Bezirkssektion Leopold« stadt. Samstag, 1. April, 8 Uhr abends, wichtige Ausschußsitzung. Tagesordnung: Organisation, Schekelaktioh, Eventuelles. — Verein Erezlsrael, 11., Zirkusgasse 33. Heute, 8 Uhr abends, dringende Ausschußsitzung. Experimentalvortrag über drahtlose Telegraph! s. Samstag den 1, April, 5 Uhr nachmittags, spricht Dr. Gottlieb Spiegler im großen ,Saale des Ottakringer Volksheimes, XVI., Koflerpank 7, über pDie Grundlagen der drahtlosen Telegraphie“. Der Vortrag wird durch zahlreiche Experimente/ durch Lichtbilder und durch die Vorführung des Empfanges von radiotelegraphischen Zeichen illustriert sein. Karten beim Hauswart. Versammlung der polnischen Staatsbürgerim Großen Konzerthaus heute um 7 Uhr abends. Zur Sprache kommen die wichtigste« Lebensfragen der polnischen Staatsbürger, wie die wirtschaftliche Lage, Aufenthaltsbewilligung, Konsum, Rechtsschutz für Invalide, Witwen und Waisen, Förderungen ä« den eigenen Staat. Sprechen werde« bekannte polnisch« Führer unter Teilnahme der hiesigen polnischen Gesandtschaft. Der polnische Gesandte wird auch Stellung nehme« zur Rechtslosigkeit der Juden polnischer Staatsbürgerschaft. Um eine massenhafte Üeberfuilung zu verhüten, wird ersucht, pünktlich zu erscheinen. ' „Der Weltkurort Karlsbad“. Eine Uebersicht der Geschichte von Karlsbad mit seinen berühmten Kurgästeh, dann eine Schilderung seiner gegenwärtigen Einrichtung wird der dortige städtische Kürdirektor Rudoll Gltschner in einem Lichtbildervortrag am Samstag den!. April, llß Uhr» im Kleinen Saale der Urania gebe«. Urania. Heute, 'A3 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag i Der Kampf mit dem Berge, I. In Sturm und Eis» - 5 Uhr (Großer Saal) Wild-Afrika. — r/s6 Uhr (Kleiner Saal) Zweiter Beethoven-Kämmerimisik-Zylclus. Ausführende: Leo Birkenfeld (Klavier), Emanuel Sch arfberg (Violine), fulius Lubowsky (Violoneell), IV. - */fl6 Uhr (Kttrssaal) Dr. Karl W i 11 h a l m: Deutsche Heldensage. — '/,6 Uhr (Klubsaal) Prof. Doktor Oswald R o s s i: Psychoanalyse, IV. — Vs8 Uhr (Großer Saal) Das schöne Land Salzburg. — '/,8 Uhr, (Kleiner Saal) Dr. Anton Dörren’ Die Tiroler Passionsspiele i‘a Erl?— ‘/,8 Uhr (Kurssaal) Dozent Dr. Emil F r ö s c h e 1 s : Physiologie und Hygiene der Singstimme, I. — '/,8 Uhr (Kfubsaal) Literarischer Abend Heinz J. Tomaseth, •* Operntheater. Auch als Senta im „Fliegenden Holländer*.bleibt Fra* Gertrude Kappel, an der das Operntheater eine wertvolle Kraft gewinnen könnte, eine lebensvolle Sängerin, dis alles aus der Musik heraus empfindet. Das Unbekannte* das Wunderbare lockt sie, zieht'sie mit. magischer Gewalt zu dem fremden düsteren A(aone hin: Mit visionärem Blick satig sie die Ballade, bestrickte wieder durch ihre leidenschaftlichen dramatischen Aufschreie und Heß wieder im Piano und im ruhige« Gesang die Grenzen ihres Könnens erkennen. Herr Schippe r ist ein dämonischer Holländer, der direkt aus „Hans Hellings® Unterwelt kommen könnte, mit seinem finsteren Spiel und seiner schweren, gequälte« Stimme scheint er dem Holländer wesensverwandt. Erfreulich entwickelt sich Herr Hofer,, der als Erik in einer wenig dankbaren Partie mit warmem Gefühl und blühender Stimme sang, in kteiaeit Rollen bot£a Frau B a u e r - P i 1 e c k ä, die Herren M a r kh off und Q a 11 o s hübsche Leistungen, das Orchester spielte — wie stets unter Richard Strauß’ Führung — mit idealem - Schwung. Noch immer geht beim Untergang des Holläaderschiffes ein leuchtender Stern auf, der die Erlösung des Holländers wohl symbolisiere« mag, der aber der ausdrücklichen Vorschrift Wagners widerspricht, nach der „der Holländer und Senta in verklärter Gestalt de« Wasser, entsteigen*. flb. Preisausschreiben des Haruaeh. Die Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller# und Künstler >Haruach< in Wien schreibt folgende Preise aus: 1. Für einen Roman oder eine Erzählung in hehräi-, scher Sprache. In zweiter Reihe kommt auch eitne Sammlung Vom Novellen oder Skizzen in Betracht« Mindest umfang zehn Druckbogen. Preis 1000 Mark« Preisrichter die Herren: Zwi Diesendruck, Dr. Ernst Müller, Dr., David Rothblum. . . 3. Für einen Roman oder eine Erzählung jüdiseihen Inhalts in deutscher Sprache. In zweiter Reihe kommt auch eine Sammlung von Novellen oder Skizzen i« Betracht. Mindestumfang zehn Druckbogen. Preis 1000 Mack. Preisrichter die Herren: Dr. Otto Abeles, Leo Perutz, Felix Salten. 3.; Für ein« abendfüllende Komödie in jüdischer Sprache. Preis 750 Marie. Preisrichter die Herren: Isaak Deutsch, Direktor der Jüdischen Künstlerbühhe; Jakob Krausz; Dr. Siegfried Schmitz, Dramaturg der Jüdischen Künsfclerbühne. - , ' 4. Für ein .wissenschaftliches, auch dem gebildeten Laien verständliches Werk aus dem Gebiete der jüd!-> sehen’Geschichte in hebräischer oder deutscher Sprache. Bibliographie, Akte«, Dokumenten- _ oder Materialien* Sammlungen sind ausgeschlossen. Mindestumfang zehn Druckbogen. Preis rooö Mark. Preisrichter die Herren: Professor Dr. Viktor Aptowitzer, Dozent Dr. Salo Baton, Oberrabbiner Professor Dr. H. P. Chajes. „ An dieser Prersausschreeibung kann sich jeder jüdische Schriftsteller oder Forscher,* ohne Rücksich« auf sein Wohnland, beteiligen. Die Preise werden nut4 bisher nicht veröffentlichten Original werken von absölutem Werte . zugesprochen, wobei, die Vereinigung, r-Haruaehr in Wien bestrebt sein wird, die Publikation^ und bei der Komödie die AufiuhrmigsmÖgHclrkeit mit ihrem ganzen Einfluß zu fördern. Dies gilt nicht nunr vornan preisgekrönten, sondern auch von den belobend hervorgenohenen Arbeiten. , t Das Ergebnis des Preisausschreibens wird mallen jüdischen Blättern spätestens ' am IZ> November 1929 veröffentlicht werden. . ' : Sämtliche Manuskripte strrd mit einem Kennwort versehen und mit ekiem, durch dasselbe Kennwort bezeichn eten Namen und genaue Adresse des Autors ent* haHendem, geschlossenen Briefumschlag an das Sekretariat der Vereinigung yHaruachc in Wien, Dr. Oskat Karbach, I., Himmelpfortgassc so, spätesten«, btt 15. Juli i$22 durch die Post einzusenden. Ni«htau**y.«ie Arbeiten werde« «rieht ruerücksichtigt,-

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