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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-27 · Heft 1134 (27.3.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1134 (27.3.1922)
Date
1922-03-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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*Sfenegg <PTen, Montag WIENER MORGEPlZDITtJNÖ —^- i. .i. ...A..., -. fm! n. Märt lS2S Rumänien. Das Budget. Bukarest» 25. März. (Orient-Radio.) Der Finanz- (dinister hat den Budgetentwurf für die Gebarungsperiode vom 1. April ausgearbeitet. Danach betragen die Einnahmen l 0.493,283.482 Lei» die ordentlichen Ausgaben 7.659,728.190 Lei, die außerordentlichen Kredite 2.828,555.291 Lei, von denen 842 Millionen auf das Heeresressort, 173 Millionen auf das Unterrichtswesen, 157 Millionen auf das Finanzressort und 927-Millionen auf das Verkehrswesen entfallen. Die Annuität der inneren Schuld beträgt 317 Millionen, die der äußeren Schuld 78 Millionen französische Francs, wovon der Großteil für die Bezahlung der Coupons verfügbar ist. Die Einnahmen sind zu einem großen Teile durch die bisherigen, namentlich die indirekten Steuern gesichert, deren Ertrag außergewöhnlich war, indem er in den ersten neun Monaten dieses lahres eine Milliarde überschritt, während' er in der gleichen Periode des Jahres 1920 nur 560 Millionen betrug. Tagesbericht. * Monarchistische Flugschriften. Samstag wurden auf der Ringstraße in der Innern Stadt sowie in den äußern Bezirken monarchistische Flugschriften mit der Aufschrift „Kaiser Karl in Not“ massenhaft verteilt. In der Einleitung wurde ein Briet aus Funchal reproduziert. Die Verteilung der Flugschriften erregte großes Aufsehen und führte zu zahlreichen Verhaftungen. Unter den Verhafteten befanden sich auch der gewesene Oberleutnunt Kuno H o y n i g g und Kanzleidirektor Stephan P a d a j a u n i g. im Stadtkommissariat der Poiizeidirektion verweigerte Padaj a u n i g jede Auskunft mit der Begründung, „er habe sich in Ausübung des Allerhöchsten Dienstes befunden“. Eine noch in der Nacht in seiner Wohnung vorgenommene Hausdurchsuchung verlief ergebnislos. * Schluß der Wiener Messe. Vorgestern nachmittags ist die Frühjahrmesse geschlossen worden. Das Ergebnis, der Veranstaltung hat den Hoffnungen nur in geringem Maß entsprochen. . 9 Die Wiener Lupusheilstätte in Nöten. Mit den größten Opfern ist es der unermüdlichen und unwiderstehlichen Werbekraft des verewigten Hofrates Professor Dr. Eduard Lang unter Mitwirkung der privaten Wohltätigkeit gelungen, im fahre 1913 die nach den Plänen Otto Wagners erbaute Wiener Lupusheilstät'te der Benützung zu übergeben. Diese Anstalt erfreut sich in wissenschaftlichen Kreisen des In- und Auslandes ungeteilter Anerkennung, sie wurde von internationalen Aerztekongressen als Musteranstalt anerkannt Da sie mit allen modernen Hilfsmitteln ausgestattet ist welche die neuere Forschung zur Behandlung des Lupus den Aerzten an die Hand gegeben hat, ist'es möglich geworden, die früher für unheilbar gehaltene Krankheit in den meisten Fällen mit ausgezeichnetem kosmetischen Resultat zu heilen, wenn die Therapie zu rechter Zeit einsetzt und die Behandlung konsequent durchgeführt wird. Neben dieser Wien zur Ehre gereichenden» Anstalt hat der ungemein segensreich wirkende Verein „Lupusheilstätte“ ein Heim gegründet, das den von der Mitwelt wegen ihres schrecklichen Aussehens ausgeschlossenen armen Kranken Unterkunft und Verpflegung bietet. Viele Kinder, darunter solche, die die ersten Schritte noch nicht machen können, werden in dem Heim von Krankenschwestern; welche selbst von ihrer lupösen Erkrankung in der Anstalt geheilt liebevoll gepflegt. Wie alle charitativen Institutionen entbehrt auch, dieser Verein derzeit aller Mittel und er müßte seine Tätigkeit, das heißt die Aufnahme von Kranken, einschränken oder ganz einstellen, denn es mangelt sogar an Bett- und Leibwäsche für diese, wenn nicht Menschenfreunde durch Spenden jeglicher Art helfend Mitwirken. Jeder einzelne, der hiezu ein Scherflein beiträgt, wird sich sagen können, daß er für die Nachschaffung der notwendigsten Wäschestücke mitsorgt, daß er mithilft, Kranke von einem der schrecklichsten Leiden zu befreien, sie, die sonst von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen sind, dieser wieder zu- Kuführen. A.Ie Mitleidsvollen sind gebeten, ' gütige 'Spenden an den Verein „Lupusheilstätte“, Wien, XVI., Eduard-Langgasse 16 (Wilhelminen-Spital) zu Übermitteln. * Oberkantor Morgenstern in Palästina. Aus Jerusalem; wird uns berichtet: Der Wiener Oberikantor Josef M o r ge n s te r n, dar einer Einladung der Vorsteher der hiesigen großen Synagoge Folge leistend, seine Amerika-Reise aufschob und nach 'Palästina kam, ist hier Gegenstaind auszeichnender Ehrungen. Der von ihm geleitete Gottesdienst in der großen Synagoge gestaltete sich für den Meister synagogaler Gesangskuinst zu einem wahren Triumph. Bei dem Gottesdienst waren die führenden Persönlichkeiten Jerusalems, eine große Anzahl Engländer mit dem Gouverneur S to r r s und ein überaus zahlreiches Publikum anwesend. Selbst der große Hof der Synagoge war mit Menschen, die keinen Einlaß finden konnten, gefüllt. Stoirrs war von dem Vortrag Morgensterns so begeistert, daß er ihm nebst seinem mündlichen Dank auch noch ein Dankschreiben Ln hebräischer Sprache übermittelte, in welchem er ihm die höchste Anerkennung »zollt. Auch bei der aus Anlaß des Jubiläums des iN a t i o n a 1 f o n d s stattgefundenen Festveranstaltung (hat Oberkantor Morgenstern durch seine Glanzleistungen außerordentlichen Beifall gefunden. Der Oberkommissär Sir Herbert Samuel lud den Gast zu einer Soiree, bei welcher sowohl der Gastgeber als auch seine Gäste voll des Lobes über die Darbietungen Morgensterns waren. Die großen Erfolge Morgensterns än Jerusalem veranlaßen auch die jüdischen Kolonien, ihn zu einem Besuch einzuladen. Obferfcaritor Morgenstern entspricht soeben dieser Aufforderung, und auch seine Tournee durch die Kolonien gestaltet sich außerordentlich erfolgreich. Y 0 Eine antisemitische Aerzteorganisation. In Lodz wurde vor einigen Tagen unter Führung des polnischen Neurologen Staszynski eine Abteilung der polnischen Aerztevereinigung zur Ent* judungder Medizin in Polen gegründet. Dieser Vereinigung ist bereits die Mehrzahl der Lodzer christlichen Aerzte, die hauptsächlich jüdische Patienten haben, beigetreten. Es wurde beschlossen, zu ärztlichen K o nsil len keine jüdischen Aerzte ejnzuladen. Die Mitglieder dieser Vereinigung, die die Beseitigung der jüdischen Aerzte/ und den Boykott von jüdischen Apotheken zum Ziele hat, haben jedoch beschlossen, jüdische Patienten nicht zu boykottieren, sondern von diesen doppelte Honorare zu verlangen. Hoffentlich wird die Lodzer Judenschaft dieses provokatorische Vorgehen der polnischen Aerzte gehörig ■« würdigen wissend * Das „Deutsche Volksblatt* hört auf, ein politisches Blatt zu sein. Es ist, wie wir erfahren, von dem Zentralverband der gewerblichen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften' angekauft worden und stellt bereits yon heute an den Untertitel „Tageszeitung.für christlich-deutsche Politik“ ein. Das von Vergani gegründete Blatt Ist, wie bekannt, stets extrem antisemitisch gewesen und hat sich speziell während der H i 1 s n e r-Affäre unerfreuliche Bedeutung erworben. * Luft dien st Paris—Wien-Budapest. Aus Paris wird gemeldet: Wie „LibertS“ meldet, wird am t. April eine Lufttahrtlinie Paris—Budapest über Straßburg, Prag und, Wien eingerichtet. Diese Verbindung ist eine Teilstrecke der großen Luftverkehrslinie nach IConstinopel, die im Laufe des nächsten Jahres eingerichtet werden soll. * Preistreiberei. Die Firma Otto M a a ß Ges. m. b. H., Musikalienhandlung, Marchfeldstraße 91, wurde am 24. d. M. we£eh Preistreiberei angezeigt, weil sie am 18. länner 1922 für einen Klavierauszug von „Bajazzo* den Betrag von K 5300 forderte. Nach dem Gutachten der Preisprüfungsstelle ist ein Preis von K 3990 angemessen, da sich der Ladenpreis auf 105 Mark stellt und der Reichsmarkkurs am 18. Jänner K 38 notierte. Die Preisprüfungsstelle hielt einen Zuschlag beim Ladenpreis von 33l/,®/o für zu hoch. Briefkasten der Redaktion. Mazzothbackfcn. Besten Dank I Leider nicht verwendbar. — A. Weinberger, Munkacs: 1. „H a d o a r“, New York, 169 East Broadway. Sie müssen direkt abonnieren. 2. Wegen Schekel müssen Sie sich an die zionistische Organisation in Preßburg wenden. 3. Können wir leider «nicht beantworten. 4. „Haarez“, „Doar Hajorn“---Jerusalem, „Hatoren“-New York, 55 Fifth Avenue, „Hafvri“-New York, 138 2«d Street, „Hapoel Hazair“-Jaffa, „Hator“- Jerusalem. Steuerfragekasten. " A. 8. Rücklagen für Währungsverluste können steuerfrei nur gebildet werden, wenn es^sich um Schulden aus der Zeit bis Ende-1918 handelt, die schon ursprünglich aut fremde Währung lauteten, oder um Schulden aus der Zeit bis einschließlich 1919, die zwar ursprünglich auf Kronen lauteten, aus deren Rückzahlung aber infolge der Bestimmungen des Friedensvertrages die Gefahr von Verlusten droht Voraussetzung für die Berücksichtigung bei der Einkommensteuer ist auch ordentliche Buchführung. — Fürsorge. Die Strafe ist unserer Meinung nach für die geringe Versäumnis zu hoch. Erheben Sie Beschwerde und führen Sie aus,, daß Sie nicht die Absicht hatten, die Abgabe zu verkürzen, sondern nur infolge Zeitmangels die Abrechnungen nicht immer rechtzeitig einsenden konnten. — Ueb erstunden. Von der Einkommensteuer ist die Ueberstundenentlohnung frei, nicht aber von der Fürsorgeabgaöe. — Aron J. Wenn Sie nicht im Haushalt ihres Sohnes leben, so müssen Sie von den Unterhaltsbeträgen, die er Ihnen zahlt, E’nkommensteuer bezahlen und auch Bekenntnis darüber einbringen. Dafür kann sich Ihr Sohn diese Beträge von seinem Einkommen abziehen. — 8. Fleischer. Sie sind nicht verpflichtet, schon in der Erwerbsteuererklärung die Höhe Ihres Reingewinnes anzugeben. Wenn jedoch die Steuerbehörde in einer besonderen Anfrage diese Frage stellt, dann müssen Sie bei sonstiger Einschätzung von Amts wegen beantworten. — K. H . . . r. Das in Deutschland aus dem dortigen Grundbesitz bezogene Einkommen darf zwar hier nicht besteuert werden, doch soll auch dieses Einkommen unter Begründung der Steuerfreiheit im Bekenntnis angegeben werden. Freie jüdische VolksbÜhne Gastspiel Im LustspieItheatcr DER LUiiDSMM riÄ ffis Bühne und Kunst. Aus den Theatern. Im Deutschen Volkstheater beschließt heute Frau kü R o 1 a n d, die sich in den nächsten Tagen auf eine Tournee nach Rumänien begibt, in Verneuils Lustspiel „Karussell* ihr Gastspiel. Die Vorstellung beginnt um 7 Uhr. Dienstag den 28. d. M. findet zugunsten des Blindeninstltus Hohe Warte, veranstaltet vom H. G. V. „Olympia“, in der Neuen Wiener.Bühne eine Festvorstellung statt. Zur Aufführung gelangt das so überaus zugkräftige Lustspiel „General Goldschein“ in der Premierenbesetzung Zwischen dem zweiten und dritten Akt Vorträge der Wiener Lieblinge Albin Rittersheim, Polly, dänisch, Carlo Böhm. Ira Raimund-Theater hat der Vorverkauf für die Gastspiele Leopold Kramer und Adolf Weisse in dem Lustspiel „Die Schauspieler“ von Schmidtbonn und in den Einaktern von Felix Salten „Der Graf“,' „Der Ernst des Lebens“, „Lebensgefährten* bereits begonnen, und zwar gelangen „Die Schauspieler* am Dienstag und Mittwoch und die Salten-Einakter Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag zur Darstellung. Eine Verlängerung dieses Gastspieles ist*" infolge der Verhinderung des Herrn Direktor Leopold Kramer undurchführbar^ Schrekers „Schatzgräber*. Aus Graz, 25. d. M., wird gemeldet: Im ausverkauften Opernhause hat heute die österrnichische Uraufführung der Oper Franz Schrekers „Der Schatzgräber* stattgefunden. Das Werk fand begeisterte Aufnahme. Die Hauptdarsteller A. M. Topftz (Elias), Hadwiger (Hofnarr) und Frau Hussa (Eis) sowie der Dirigent, Opernchef Kraus, wurden mit stürmischem Beifall ausgezeichnet. Der Aufführung wohnten auch Vertreter des Wiener Operntheaters bei, lin dem das%erk im April d. j. zur Aufführung gelangen soll.; Der Hausarzt. ^Redigiert von Dr. Sar.el Beer, Ueber Herzklopfen. Klagen über Herzklopfen sind sehr häufig. Viele Menschen werden davon stark belästigt und sind darob sehr geäingstigt, weil sie Herzklopfen mit Herzfehler verwechseln. Der Laie hä’t diese unangenehmen subjektiven Empfindungen für ein besonderes Zeichen einer Herzstöriing. Nun ist es sicher, daß ein gesunder Mensch die regelmäßigen Zu/sammenziehungen und Gestaltveränderumgen des Herzens nicht1 empfindet. Es kommt ihm eben der Herzschlag nicht zum Bewußtsein. Unter ganz bestimmten Umständen verspürt, aber der Patient die verstärkte Herztätigkeit als Herzklopfen. Anfälle von Herzklopfen hat schon jeder einmal durchgemarht, etwa wenn er infolge eines heftigen Geräusches mit Schrecken (Plötzlich erwacht ist. M%n crh.ub* dabei, daß einem das Herz die Rippen sprengt, so heftig ist die Herzaiktion; es gesellt sich auch stets ein Angstgefühl dazu. Herzklopfen durch eine seelische Erregung oder durch besondere körperliche Anstrengung herbeigeführt, wird man nicht als krankhaft bezeichnen, da der normale Zustand bald wiederkehrt. Hingegen können derlei häufig sich wiederholende Ursachen eine dauernde Erregung der Herznefven und somit da« nervöse Herzklopfen bedingen. Bei jungen Männern muß man bei Klagen übe* Herzbeschwerden in erster Linie an starken Mißbrauch von Tabak, Kaffee und alkoholischen Getränken denken, Während des Krieges insbesondere hatte die mäniirltche Jugend reichlich Gelegenheit, aus Langeweile diesen Lastern zu frönen, und so sieht man leider heute recht viele junge Leute mit alten, verdickten Blutgefäßen und mannigfachen Herzbeschwerden. Herzklopfen kann somit, wie bereits angedeutet, eine Folge der Ueberemjpfindüchkeitt der Herzncrveti sein, die selbst wieder der Ausdruck der nervösen Konstitution des betreffenden Individuums . ist, oder ein Symptom dar Veränderungen der Herzzusammen« ' •Ziehungen infolge bestehender Läsionen an den Herzklappen. ' Es gib*» schwerste Herzfehler, die ohne alle sub», jektiven unangenehmen Empfindungen verlaufen. Fs handelt sich daher meist um Menschen, die sich nicht sehr viel beobachten, beständig in ihrem Tagewerk eingespannt sind und die nie, auch bei ein?r ärztlichen Untersuchung, von ihrem Leiden etwks erfahren haben. Hingegen sieht man Menschen, die hei einer Konsultation von einem leichten Herzfehler oder nervösen Herzen etwas gehört haben, daraufhin von einem Arzt zum anderen, infolge Angst von einem unheilbaren Herzfehler, laufen, und über starke Beschwerden klagen, d e in ihren gerigfügigen krankhaften Veränderungen des Herzens keine Erk’arung finden. Durch die Untersuchung des Herzens und eine beiläufige unwesentlich* Bemerkung ds Arztes wurde die Aufmerksamkeit des Patienten auf sein Herz gelenkt, von dessen beständ?ger Beobachtung der Betreffendnicht mehr loskommt. Organische Herzfehler sind bei den “Juden nichf häufiger als bei den anderen Völkern, hingegen findet man bei ihnen viel mehr nervöse Störungen des Herzens« Ucberbawpt schenken die Juden, besonders die aus dem Osten, dem Herzen viel zu viel Aufmerksamkeit und klagen bei den verschiedensten Gelegenheiten übe® Herzschwäche. Es ist dies sicher nur der Ausdruck der nervösen, sensiblen Konstitution, d e in den sozialen Verhältnisse® dieser Menschen begründet Ist. Herzklopfen kann sowohl durch eine Beschleunfn gung als auch durch eine Verlangsamung der Herz» tätigkert entstehen. Solche Zustände sind außer durch organische Ut* Sachen oft durch eine Verlagerung des Herzens bei Zwerchfel'lhochstapd bedingt, der als Folge der geVähten Darmschlingen auftritt. Bei älteren Leuten stel’en sich unangenehm« Sensationen am Herzen ein, wenn sie nach einem reichlichen Mahle sich zur Ruhe begeben« Auch beim Tiefstand des Zwerchfells, der mit einem Herabsinken de« Herzens verknüpft, ist, findet sich infolge der Erschütterung in der Magengrube Herzklopfen. . Während sich bei einem Herzfehler neben dem Herzklopfen stets auch Atemnot einstellt, und zwar schon bei geringer Arbeitsleistung und Errecrung, klagt der Neurastheniker oder der Blutarme nur über die verstärkte Herzreaktion. Auch bei beginnender Lungentuberkulose sieht man bisweilen beschleunigte Herztätigkeit auf treten. Es gibt wohl noch eine Reihe von Krankheiten, di* mit einer verstärkten Herzarbeit efehergehen, doch kann man im allgemeinen ruhig sagen, daß der Herzhymochonder unter den Herzbeschwerden am meinen leidet. Was die Behandlung betrifft, so tut man gut, in erster Reihe eventuelle schäd’iohe Ursachen auszuschalten, und insbesondere eminfiehlt es ich, den Tabakmißbrauch einzuschränken. Bei Blutarmut wirkt Eisen oder * Arsen. Auf Rege’tmg der Verdatung ist großes Gewicht zu legen, um B ähungen zu meiden. Anfälle von Herzklopfen werden ' durch Ruhe, Fernhalten von Aufregungen und Umschläge mit kaltem Wasser bekämpft. Die mangelnde Menstruation. Ueber das Wesen der monatlichen Blutungen bei den Frauen sind wir bis heute.noch nicht genügend aufgeklärt. Ebensowenig ist es Vfcher gelungen, Licht in jene Vorgänge zu bringen, die ein völliges Ausbleiben der Menstruation bedingen. Wegen dieses Zustandes wird der Arzt oft genug um Rat gefragt. Man trifft darunter Frauen mit kräftigem, untade'igem Kömerbau, gut entwickelten weiblichen CharaktereigentümUchkeiten und scheinbar normalen Ge schlechtst eilen. Selten wird über irgendwelche damit zusammenhängende Be*i schweTden geklagt. . Nach neueren Anschauungen dürfte dieser .Zustand auf Störungen in der sogenannten inneren Sekretion der Drüsen zurüekruführen sein. Besonders die Gehirn- ) anhangsdrüse, die Hypophyse, wird beschuldigt, die Störung der monatlichen Blutungen zu verursachen. Man findet nämlich bei Frauen, bei denen sinh die Menstruation um einige Zeit verspätet hat, bisweilen Sehstörungen und Kopfschmerzen, d'e nach Eintritt der Blutung sofort schwinden, und führt die Beschwe-den auf eine vorübergehende Schwellung der Hypophyse zurück. ... . Tatsächlich hat man neuerdings durch Verao-, reichung von Extraktion der inneren Drüsen öfter Erfolge erzielt. AerztHcher Fragekasten. Hautmittel. Fernhalten von darmreiizenden NalH rungsmittein, Regelung der Verdauung, innerlich Eben» dürften im aFgcmeinen vorteilhaft se;n, empfehle aber, einen Arzt aufzwuchen. — M. R. Es ist schwer zu sagen, ob .sich Zwillingsgeburten wiederholen. Die Medizin kennt bisher nicht genau die Entstehungsursache. Sie können jedenfalls nichts dagegen tun. —- Amerika. Die meisten Menschen werden von der Seekrankheit befallen. Sie ist durch die Schiffsschwankungen bedingt. Am besten sind Kabinen, auf großen Schiffen gegen das Zentrum hbüegend. Vorbeugend hilft Veronal. — Besorgt. Die angeborene Hüftge'enksverrenkung wird unblutig in Narkose eingerichtet Mehrmonatiges Tragen eines Gtysverbando? ist unvermeidlich. Resultate sind recht befriedigend. Di* Hasenscharte soll frühzeitig operiert werden, weil das Kkid anntt ftchJftrini antechcD lerCiL

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