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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-24 · Heft 1132 (24.3.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1132 (24.3.1922)
Date
1922-03-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nfi TT32 Wien, Freitag .wtewett 24. März 1922? SeffelT * Der Wanderrabbi von Veleska. Aus Kaschau tyird berichtet: Der Wunderrabbi von Valeska, R eka c h, ist in Begleitung von 350 Personen von Munkacs nach Valeska abgereist. 150 Juden begleiteten ihn bis Rawaruska. ln , Munkacs fanden sich ungefähr 12.000 luden ein, um sich von dem Wunderrabbi zu verabschieden, dem sie Geuchenke im Werte von 4'/s Millionen tschechischen Kronen wictneten. Der Wunderrabbi stammt aus Belzec in palizien. ,. * Explosion bei Glogau. Im Munitionszerlegewerk 5 ji1 Kl autsch' explodierte gestern vormittags eine Minenfuhre. ' Mehrere Arbeiter wurden getötet oder verstümmelt. Der angerichtete Schade läßt sich noch nicht überblicken. In dem acht Kilometer entfernten Glogau wurden durch den Luftdruck zahlreiche Scheiben zertrümmert * Sturmflut in Venedig. Infolge eines Föhns sind durch eine außerordentlich heftige Sturmflut der Markusplatz und die tiefer gelegenen Stadtteile überschwemmt worden. * Der Aetna in Tätigkeit. Nach Meldungen aus Sizilien ist der Aetna seit einigen Tagen wieder in Tätigkeit. Durch; die unterirdischen Eruptionen werden Lava- und Schlammassen aus der Krateröffnung geschleudert; abends ist um den Gipfel Feuerschein sichtbar. * Das Museum der Stadt Wien. Das Historische Museum ,der' Stadt Wien im Rathaus wird am 25. d. M. wiedereröffnet. Besuchtstage Dienstag und Donnerstag > von 9 bis 2 Uhr, Sonn- und Feiertag von 9 bis 1 Uhr, Eintritt frei. — Zur Erinnerung an Johannes Brahms ist eine Anzahl von Erinnerungsgegenständen an den Tondichter ausgestellt. Die vom Lande Niederösterreich tibertiörnmenen, ursprünglich für die „Moderne Galerie“ bestimmten Gemälde sind -auf die Dauer von drei Monaten der allgemeinen Besiffhtigung zugänglich. * Begräbnisse am heutigen Tage. Alter Fried- JFi o f: 9 Uhr Braun Katharina, 10 Uhr Hoffmann Walter, 10 Uhr 30 Min. Bader Rosa.- — Neuer Friedhof: 9 Uhr Wolf Rudolf, 9 Uhr 20-Min. Ziegler Karoline, 9 Uhr 40 Min. Haas David, 11 Uhr Goldschmied Emma, 11 Uhr 20 Min. Winternitz Siegmund, 12 Uhr Bruck Arnold. ' * Für Kleingärtner. Wegen der'schlechten Witterung mußte der Obstbaumverkauf für Kleingärnter unterbrochen werden. Samstag vormittags werden im Reservegarten, XIi:, Eibesbruhngasse, Restbestände von Birnen- und Aepfelhochstamm, Büsch, Pyramiden, Kordon, süße Ebereschen, Hochstammflieder, öuschrosen, Kritzendorfer-Ribis abgegeben; * Abbau der Militärliqüidlerung. Der Präsident des Militärliquidierungsamtes, Ministerialrat Hornik, berichtete in der gestrigen Pressekonferenz über den Abbau des M i 1 i t ä rj i q u i d i e r u n. g s a p p a r a t e s in Oesterreich und stellte fest, daß von 49.335 Personen, die Im März 1919, also bereits nach dem Abströmen des allergrößten Teiles des fremdnationälen Personals, vorhanden waren, derzeit nur noch 987 Personen im Stande geführt werden. Durch den Abbau wurden in Wien 2528 Wohnräume ihrer eigentlichen Bestimmung zurückgegeben. Ungestörter Weiterbetrieb fn den Kinderspitäleru. Oie Lohnverhandlungen des Personals der Kinderspitäler haben einen befriedigenden Abschluß gefunden, da bei den heutigen Verhandlungen im Volksgesundheitsamt mit Rücksicht auf die kolossale Wichtigkeit der Kinderspitäler sowohl das Personal, das bisher sehr niedrige Löhne bezogen hatte, als auch die Direktoren, denen infolge der mißlichen finanziellen Lage der Kinderspitäler eine große Reserve auferlegt war, großes gegenseitiges Entgegenkommen gezeigt haben. * Eine Einschleicherin, die Millionen stiehlt., Eine etwa. 28jährige mittelgroße Frau mit länglichem mageren Gesicht, schwarzem Haar und schadhaften Zähnen, mietete m Lieh.. am 22. d. M. bei Johann Mayer, Wurzbachgasse 15, ein und meldete sich auf Grund eines Arbeitsbuches als Stefanie Harbich, am 19. Dezember 1896 geboren. Nach kurzem Aufenthalt verschwand sie aus der Wohnung und es wurde testgestellt, daß sie eine eiserne Handkassette mit K 800.000 in 50 Noten zu IC 10.000 und dem Rest in 1000-Kronennoten, dann Ein- und Zwei-Kronennoten, 10 und 20 Hellerstücke, ein Paar/längliche Brillantohrgehänge, drei Brillantringe und einen goldenen Ehering gestohlen . hat. Der Gesamtschaden beträgt 2‘/a Millionen Krönen. * Mehr als eine halbe Million in einer Woche verjiixt. Der 21jährige Josef T r s, III., Hintere Zollamtsstraße wohnhaft, .wurde wegen Veruntreuung einer Summe von K 556.000 zum Nachteile der Speditionsfirma Theodor Bindtners Nachfolger, I., Fichtegasse 6, verhaftet und heute "dem Landesgericht eingeliefert. Trs war bei der Firma als Zollmanipulant ■ angestellt und hatte Zollgebühren einzü heben. Am 16. d. M. war er mit Beträgen in der Höhe von, K 556,000 im Rückstand. Es stellte sich heraus, daß er diese ganze Summe im Verlaufe einer Woche im Cafö Wahringerhof und im Caf6 Ecke verjuxt hatte. Es ist merkwürdig, däß in den beiden Kaffeehäusern kein Mensch Anstoß daran nahm, daß ein blutjunger Burche, der noch dazu sehr herabgekommen aussah, mit den Zehntausendern nur so herumgeworfen hat. * juwelendiebstahl. Der Salke Goidnano, Peter-Jordanstraße, wurden in der Zeit vom 2. bis 22. d. M. aus der Wohnung eine Briliantnadel mit zwei Saphiren und drei kleinen Brillanten, ein goldener Anhänger mit sechs bis neun Perlen an silberner Kette, zusammen V/a Millionen Kronen wert, gestohlen. * Eine Billigkeitswelle bemerkt man an den jetzigen sensationellen Preisen in hochfeinen Stoffresten für Anzüge, Kleider und Mäntel, Seidenresten, Dirndl- und Waschstoffen, Ghiffonen, Taschentüchern, allen Leinenwaren und Futterwaren, welche infolge kleiner Regien unerreicht von jeder Konkurrenz, bei Kann <£ Fried, VI., Linke Wienzeile 40, im Hofe. * Für die Damenwelt bedeutet die Einführung der -billigen Woche“ bei der bekannten Firma „Strumpfkönig“, VII., Neubaugasse 32, eine günstige Gelegenheit zum Einkauf von Strümpfen, Jacken usw. * Zur Frühjahrssaison bringt das renommierte Kleiderhaus Schächter, XII., Meidlinger Hauptstraße 26, Füchselhofgasse 1, Neuheiten in Anzügen, Raglans, Üeberziehern und Regenmänteln zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Vereine, Vorträge und Versammlungen. i. Akademische^ Verein jüdischer Me d l z i n e r. XXIII. ordentliche Generalversammlung, Freitag,?4. d. M., 3 Uhr nachmittags, Hörsaal Tandler. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Statutenänderung. 3. Wahlen. — Mährisch-schlesische Ferialverb i n d u n g e n. Samstag den 1. April, Vs9 Uhr, im Cafe Stadtpark. — Bukowinaer Zentralverband. Sonntag den 26. d. M., 10 Uhr vormittags, im Caf6 Silier,!., Franz-Josefs-Kai, 1. Stock rechts, Verbandsdiskussioni Daselbst Neuaufnahmen. — Jugendv erein Ahawajh Zion, IL Kleine Zufahrtsstraße 160. Heute */28 Uhr abends, Zusammenkunft der akademischen Gruppe. Anmeldungen für die akademische Gruppe täglich ab V,8 Uhr abends Jm Vereinssekretariat. — J-ü d i s c h e Toynbee-Halle. Morgen, 7 Uhr abends, Konzert Sonzert, 5 Uhr nachmittags, Vortrag Schriftsteller Adolf * Gelber. G e n e r a 1 v e r o a m m 1 u n g d e r E 1 e k t: r otechniker. Die diesjährige Generalversammlung des Reichsverbandes der konzessionierten elektrotechnischen Intallationsfirmen Oesterreichs findet unter dem Vorsitz des Präsidenten Ingenieur Otto Ehrenfest morgen um V3IO Uhr vormittags im .Hörsaar III ’ des Elektrotechnischen Instituts, IV., Gußhausstraße 25, statt An die Tagesordnung schließt ein Vortrag des Ingenieurs M. Kalmar über Organisation und Kalkulation ln elektrotechnischen Installationsbetrieben. Gäste willkommen. Das Technlsch'e Museum zur Wiener Messe. Das Museum ist morgen (Feiertag) anläßlich der Wiener Messe von 1 bis 5 Uhr nachmittags geöffnet. Um 3 Uhr Führung Ingenieur F. Sedlacek: „Chemische Industrie“. — Sonntag den 25. d. M., 10 Uhr vormittags, Lichtbildervortrag Dr. O. Bryk: „Technischer Monatsbericht“ über neue Erkenntnisse und Erfindungen. Kriegsbeschädigte Bundesanges teilte! Die Kriegsbeschädrgtengruppe des Zentralverbandes österreichischer Staatsangestelltenvereinigungen hält ihre diesjährige statutenmäßige Generalversammlung am 30. d. M. um 5 Uhr im Sitzungssaale der Bezirksvertretung, IX., Währingerstraße 43, IL, Stock, ab. Urania. Heute, 5 Uhr (Großer Saal) Das Wunder des Schneeschuhs. —' lf26 Uhr (Kleiner Saal) Hochschuldozent Dr. Alfred Till: Vom Werdegang der Erde und des Lebens, XI. — */96 Uhr (Kurssaal) Eugen M i r s k y: Aus der Werkstatt des Silhouettenschneiders. — Vs6 Uhr (Klubsaal) Universitätslektor Dozent Marius Faber: Praktischer Uebungskurs in Sprech- und Vortragskunst, XI. — V28 Uhr (Großer Saal) Wild-Afrika. — V28 Uhr (Kleiner Saal) Hochschuldozent Dr. Alfred Till: Praktische Bodenkunde, XL — V88 Uhr (Klubsaal) Professor Richard Wickenhauser: Musik- und Harmonielehre, V. Keren Kajemeth l’Jisrael, (Jüdischer Nationalfonds) II., Taborstraße 59, Telephon 40-3-16. - Spendenausweis Nr. 5/6 vom 17. März 1922 K 207.413. — Im Jahre 1922 insgesamt K 5,188.137.57. L Bezirk: d. Heinrich Rittermann: Pollaczek, Funk «L Grünhut 11.786.30, Seidl L Back 4750, Dr. Goldhammer 1314.60. — II. Bezirk: Tempelsp. Beth-Israel (abzgl. 737.50 Prov.) Singer, Kriß, Honig, Qrobtuch, Gruber ä 1000, Klappholz 3000, Eisenklamm, Moskowitz ä 2000, Moskowicz, Luft, Stein, Teichberg ä 500, Div. 750; d. Leo Schräge : Maawirim 2850, G. Fischei 500, Div. 600; Wienea 2191.90. —- ID. Bezirk: d. J. Gewitsch.: Sektion III 2393, Tempelverein Hetzg. d. Bloch: Nathan Juer 1200, M. Schönfeld, M. Bloch ä 500, Div. abzgl. Prov. 1864; d. Dr. Frieda Bau: Dr. Händler, Dr. Benedikt ä500; Hitachduth: Nissan Goldstein 1000; Misrachi: Garten a. N. Sr; Ehrw. Rabb. Chaim Meier Schaplra ges. d. Benzion Tauber b. Abschiedsbankett zu Ehren Obigen am 15. März 1922: Jiszuw-Erez Jsrael 20.000, Zeire Misrachi 12.000, Baruch Löw, Salomon Picker k 10.000, Brandstetter, D. Lemberger d. Landu u. Kupferberg ä 5000, Sara Friedmann 3000, Dr. Pachtmann, H. Brauner, D. Landau k 2000, Jul. Winkler, B. Tauber, M. Türkei, Sch. Hesche!, E. Torczyner, Dr. Blauer, Fr. R. Friedmann Isac Schaplra, Sal. Friedmanu, Hilel Katz, Jakob Honig, Schaje Horowitz, Dr. Plaschkes, Selig Schaplra, Seide Schaplra, Berlsqh Jahr, Jakob Schaplra, Dawid Pinkas, Simon Federbusch, G. Müller, Jakob Friedmann, d* Ch. Friedmann, Fr. J. Schapira, Dawid Horowitz ä 1000, Jakob März, N. Treu, Dr. Gelber, N. Garfunkel, Frl. Panzer, J. Z. Friedmann, Jakob Schapira, J. Friedmann, R. Schapira ä 500, Div. 2700. P-u rim-Spenden. I. Bezirk: D. Banner 500, Div. 600. -- li. Bezirk; sakob-Winkler-Garten. Naftali Wikler 3000; Familie Oberkantor Morgenstern 2000, Ä. Esriel, Guido Frischer, Adolf Weisz & Co. i 1000, R. Munk 600, J. Toch, G. Weinberger, F. Weißmann, R. Schacherl, 8. Dendrovicz, Dr. A. Schiller ä 500, Div. 3265. — QL B e z i r k: d. Dr. Frieda Bau: Lazar Goldberg 2000; s. Gewitsch 500, Ezra Meise, Simon Hollitscher k 1000, D. Hurwitz 500, Div. 970. - IV./V. B ezi,rk: d. Oberländer, Beno Griffel a 1000, Div. 200. — VI. B e z i r k : Richard Schwarz 1000, Div. 600. — VIL Bezirk: Jaro Bobek 2000, 8. Landau 1000, Div. 210. — VnL Bezirk: Brüder Schwarz 500, Div. 420; — IX. Bezirk: Dr. Leo Goldhammer 10.000, Rudolf Buk 1000, C. Deutsch,. Ig. Pick Erben, M. Weißer h 500, Div. 1305.70. - X. Bezirk: C. Kunz 500. - XII/XV. B ez i r k: H. Rubin, 8. Ivany k 500, Div. 610. - XVI./XVII. Bezirk: E. Rosenblatt L Co. 500,; Div. 520. — XVM./XIX. Bezirk: Ing. Paul Zuckermann 3000, Div. 1250. — XX. B e z i r k: 500. — St. Pölten: Siegfr Schwarz, Dr. Heinrich Schwager k 1000, Div. 200. Ernährung. Das teure Fleisch. Die Erwartungen, die man auf eine weitere Verbilligung einzelner Fleischgattungen hegen durfte, haben sich nicht erfüllt Die Ankünfte von auswärts waren gestern äußerst knapp ausgefallen — im ganzen waren nur zwei Waggons aus Ungarn mit Kälbern und abgezogenen Schweinen eingetroffen — und außerdem war die Nachfrage in der Großmarkthalle mit Rücksicht auf den bevorstehenden Doppelfeiertag besonders lebhaft. Dies hatte zur Folge, daß sich im Großhandel Schweine um K 50, Kälber um K 50 und Speck und Filz um den gleichen Betrag per Kilogramm im Preise erhöhten. Billiger würden bloß Kitze um K 150 und Rindsinnerelen um K 200 per Kilogramm. Die Detailpreise blieben für alle Gattungen unverändert. Da das kühlere Wetter die Konservierung des Fleisches leichter ermöglicht, sind Preisermäßigungen im Kleinverkauf kaum zu erwarten. Auf den Grünwarenmärkten herrschte gestern gleichfalls lebhafter Verkehr. Die Vorräte an Grünwaren, Kartoffeln, Zwiebeln, Eiern usw. reichten überall für den Bedarf, die Preise blieben im großen und ganzen unveil Hadert auf der Höhe des Vortages. y Milch ab Stall. Die für den Verkauf von VollmilcS .ab Stall mit Verordnung des Landeshauptmannes ffiii .Niederösterreich vom 18. Februar 1922 festgesetzte«! „Ställpreise werden ab 22. d. M. um 25°/0 erhöht Bühne und Kunst. Deutsches Volkstheater. (Zum ersten Maile: >D i e O :p f e r u n g«, Drama in •viel1 .. 'Akten von Hans Ka 1t n eker.) Der Autor ist an galoppierender Schwindsucht gestorben. Einundzwanzig Jahre alt. Wir schidkemi dies unserem Bericht voraus. Niclbt als »mildernden vyinstand«, «licht um für das Werk des Toten ein* Jeunehmen, sondern voll Bitternis. Als Anklage ■gegen das Schicksal, das einen edlen Dichferjürng* |ing miederstampfte, einen, der das heilige Gefäß deÜ Menschenliebe war. Wer diese vier' leidenschaft* liehen Akte mitlebt, diese noch plump gezimmertem^ gestammelten, im Ueberschwang untergeifoendenj diese hinauisgesohleuderten Szenen, die aber, echU si.pd und glühend und mitunter erschrecklich weise* loommt 'nicht los davon: Nicht Tuberkellbazil'lent 'haben Hans Kaltnekar zur Strecke gebracht. Eq litt und verzehrte sich an Hamlets Not: »Die Zelt: ist aus den Fugen. Schmach und Gram, daß ich zur) Welt, sie ein zu richten, kam!« Der Jüngling —- den Neunzehnjährige, der dieses Drama mit Herzblut! schrieb, scheint ein Pubertätsgenie gewesen zu seist ir-tsah die Grausamkeit, die dumpfe und wirrd Inge, die Traurigkeit des Daseins. Hineingestellt! ii* eine Welt der Qualen, will er Hilfe bringen. Di£ Sehnsucht nach Erlösung der Menschheit Mit aiuf^ Er verbrennt an ihr. So starb Hans Kaltneker* Nicht an Tuberkelbazillen. ' Der Held des Stückes wohnt der Hinrichtung eines Lustmörders bei. Es schreit in ihm: »Wieviel Liebe muß an einem vorübergegamgen sein, bi« eq die Liebe anfällt und mordet!« Er will die Justifi-i ziernng verhindern, umarmt den gefesselten Del im* qtienten, der sich mit Schiulter, Stirn und flehen* den Blicken am ihn schmiegt und ihn küßt. Dieses •Erlebnis hat ihn aufgewühlt. Die Welt muß befreit! werden »von dem Fluche, der auf der Liebe liegt«; Warum blieb die Hingabe des Heilands fruchtlos 3 Er opferte sich, ohne Schuld auf sich zu laden. Ein neuer Erlöser muß kommen und »die Schuld aus* brechen« aus dem Gefüge der menschlichen Gesell-, sdhaft, muß die Last der Schuld auf den Rücken! laden und also nach Golgatha gehn. Dann werden! »Mütter ohne Schmerzen gebären« und die, Welf! ist genesen. In der Ekstase seiner Erlösersehmsuchf! tötet er die Geliebte, eine schöne Sängerin, eine, die, yvie er, durch alle Abgründe der Leidenschaften und Sünden gejagt wurde und, wie er, rein geblieben! ist; — Nun rennt er in der Arm en sünd er zell e mit! - dem Kopf gegen die Wand, verzweifelt, weil mars Ihn al« Lustmörder richten wird, während er doch! tötete, um die Brüder zu erlösen. Ein milder Priesea} bringt ihm Frieden. »Du wähntest das Opfer Christi zü'bringen und hast das Opfer des Brudermörders Kain gebracht.« Schuldbewußt heischt er jetzt selbst 'nach Sühnung und ist zum schweren Gang bereite 7—Melodisch die ersten Szenen, die erstaunlich neife Gespräche dreier Männer über die Liebe bringen* erzwungen und unreif die darauffolgende Expos:* tiön. Furchtbar und rücksichtslos der zweite Akt* die Hinrichtung des Lustmörders. (Das Publikum; wehrte sich und zischte. Tut nichts. Dieser Akt, biä mm Bersten mit dramatischer Spannung gefüllt, isl der wirksamste Protest gegen die Todesstrafe, des! jemals von der Bühne ersdhioil.) Dunkel, nicht völlig ansgegoren, aber voll süß-schmerzlicher Poesie deq dritte Akt mit der Opferung der Geliebten. Nach! unserem Empfinden, aber vollendet der vierte Aldi uhd von befreiender Klarheit, von wundervoller! Reife der Abgesang, das Gespräch des Märtyrers mit dem Priester. — Selbstverständlich, daß deai .Jüngling, der dieses- Stück schuf, nicht unbeeinflußt: war. Wedektnd, gelegentlich auch Wildgans, sind! hferauszuhören, aber immer wieder wird die stärkere1^ die höchstpersönliche Stimme des Dichters laut. * Mit Liebe und Pietät hat Hatas Brahm $6 •postihume Uraufführung inszeniert. Daß er den Mrvenzermürbendeir zweiten. Akt nicht dämpfte, ■iist .sehr zu loben. Der dritte Akt (eine Art Actes 'mysticus, wie ih'ü Wildgans liebt) würde durch* kräftige Akzentuierung des Dialogs, der in wichtige Abschnitte zerfällt, und durch weniger raffinierte Verwendung des Lichtkegels, der manchmal kitschig "Wirkt, recht gewinnen. Ferdinand Onn 0, der. Dar* steiler der Hauptrolle, ist in seinem Element und in' manchen Szenen, insbesondere im vierten- Akt* wirklich bezwingend. Berückend durch Erscheinung und Wohllaut des Organ« Erika Wagner, voll Verdienst Frau Janower, die Herren Schreibe r> Danegger, Teübler und in der stummen, 'schwierigen Rolle des Delinquenten Herr! B r a d y. : Nach Schluß der Vorstellung wurde stürmi* Aber, lange anhaltender Beifall laut. Der Dichter! Mgt in der Erde. Die Jugend aller Völker «oll sein! . Grab pflegen, Otto Abe 1 es. >' Qualitätsme^p u. Damen

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